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Review: "Państwo, naród i... polityka polska" / Zygmunt Balicki. Warszawa: WUW, 2015. ISBN: 978-83-235-1936-2
This monograph is one of a series of publications covering the Polish social (or, broader, humanist) thought in the 19th and 20th century, with particular emphasis on the reflection on concepts such as state, society, nation, and identity. It is salient to read and re-discover Zygmunt Balicki, taking into account his wide scope of interest and the significant impact he had on modern political thought in Poland. Balicki was one of the most influential ideologists of Polish nationalism at the turn of the 19th and the 20th century. Alongside Roman Dmowski or Ludwig Popławski, he was also an active politician leaving a remarkable footprint on the further development of nationalist ideas as well as of Polish inter-war politics (even though he died in 1916 – two years before Poland regained independence
Rezension: "Transkulturelle Kommunikation und Verflechtung. Die jüdischen Wirtschaftseliten in Polen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert" / Jürgen Heyde. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2014. ISBN: 978-3-447-10311-4
Die zu rezensierende Studie ist die überarbeitete Fassung der 2009/2010 eingereichten Habilitationsschrift des Autors, die 2014 als Band 29 der Reihe „Quellen und Studien" des Deutschen Historischen Instituts in Warschau erschien. Angesichts des – zeitlich wie auch geografisch – umfassenden Themas sowie der damit einhergehenden Menge der auszuwertenden Quellen und Forschungsliteratur entpuppt sich der Umfang der Studie von knapp 230 Textseiten als enorme Stärke, die zugleich nicht frei von Schwächen ist.
Sein Ansatz kann Heyde grundsätzlich nicht hoch genug angerechnet werden. Bereits im kursorischen Überblick zur Forschungsliteratur zeigt er, dass bei der bisherigen Auseinandersetzung mit den Juden in Polen-Litauen eine umfassende Kontextualisierung häufig zu kurz kommt. Heyde versteht die jüdische Geschichte daher „als integrale[n] Bestandteil der polnischen Geschichte" (S. 5). Sein Ziel ist eine „multipolare, transkulturelle Kommunikations- und Verflechtungsgeschichte" (S. 4). Mit seinem Ansatz steht Heyde in der Tradition von jüngeren Arbeiten von Stefan Rohdewald, Yvonne Kleinmann oder David Frick
Rezension: "Klimakulturen und Raum. Umgangsweisen mit Klimawandel an europäischen Küsten" / Thorsten Heimann. Wiesbaden: Springer VS, 2017. ISBN: 978-3-658-15594-0
Der Kulturwissenschaftler und Soziologe Thorsten Heimann leistet mit Klimakulturen und Raum einen weiteren Beitrag zur laufenden und thematisch vielschichtigen Debatte des Klimawandels, der in seiner Arbeit aus kultureller Sicht betrachtet wird. Für diese Untersuchung nimmt Heimann eine sozialkonstruktivistische Perspektive ein, die die akteursspezifischen Konstruktionen der Wirklichkeit, hier: Klimawandel, in den Blick nimmt. Untersuchungen, die diese Wissenschaftsfelder verknüpfen, sind bisher nur vereinzelt vorhanden. Wichtiges Merkmal der Studie ist die Einbeziehung des Raumbegriffes in die Betrachtung von Klimakulturen. Der Autor leistet somit einen Beitrag zu der noch jungen Debatte über den Einfluss der Kultur auf dem Umgang mit dem Problemfeld Klimawandel hat
Rezension: "Becoming Metropolitan. Urban Selfhood and the Making of Modern Cracow" / Nathaniel D. Wood. DeKalb: Northern Illinois University Press, 2010. ISBN: 9780875804224
„Polnisches Athen", „polnisches Rom", „polnisches Piemont": Die Bedeutung Krakaus für den polnischen Nationalismus hat die Historiografie der Stadt nachhaltig geprägt. Unabhängig davon, ob es sich die jeweiligen Studien zum Ziel gesetzt hatten, das Narrativ vom Fortbestehen der nationalen Identität auch während der Teilungen fortzuschreiben oder zu dekonstruieren, im Mittelpunkt stand die nationale Aufladung der Stadt. Die Geschichte Krakaus gegen den Strich zu bürsten, hat sich Nathaniel D. Wood mit seiner Dissertationsschrift Becoming Metropolitan: Urban Selfhood and the Making of Modern Cracow vorgenommen
Rezension: "Bronisław Geremek. Der Stratege der polnischen Revolution"/ Reinhold Vetter. Berlin: Wissenschaftsverlag, 2014. ISBN: 978-3-8305-3251-4
2018 jährt sich zum zehnten Mal der Todestag von Bronisław Geremek, einem der führenden polnischen Köpfe des Umbruchs von 1989, der aufgrund seines internationalen Profils und seines Engagements für die EU-Osterweiterung bis heute als Vorzeigeeuropäer gilt. Dass über den Mediävisten, Oppositionellen und Politiker bis vor kurzem keine Biografie vorlag, ist verwunderlich, zumal die Solidarność zu den ausgiebig behandelten Themen der polnischen Zeitgeschichte gehört. Der Journalist Reinhold Vetter, ein profilierter Kenner des „polnischen Sommers", hat diese Lücke mit dem vorliegenden Werk nun geschlossen, wobei sein Fokus auf den Jahren der polnischen Revolution liegt. Grundlage der Darstellung sind neben Archivmaterialien vor allem Gesprächsinterviews mit Wegbegleitern, aber auch Erinnerungen von Historikern und Politikern
Private Macht im Arbeitsrecht
Es liegt nahe zu vermuten, dass die Frage nach der Rolle und der Begrenzung
privater Macht im Privatrecht im Arbeitsrecht eine Rolle spielt – sei es aufgrund
spontaner Assoziationen zum Verhältnis „Kapital-Arbeit“, sei es weil dem methodologischen
Individualismus die Begründung „kollektiver“ Handlungskompetenzen
intuitiv verdächtig vorkommt, oder weil die konkreten Erfahrungen,
die einzelne als Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer gemacht haben, schnell
Assoziationen von „Machtlosigkeit“ hervorrufen. Zudem wird der Anwendungsbereich
des Arbeitsrechts durch einen Begriff bestimmt, der bereits auf den ersten
Blick viel mit „Macht“ zu tun zu haben scheint: Das Arbeitsverhältnis gründet
auf einem Dienstvertrag in „persönlicher Abhängigkeit“.1
Im Folgenden wird zunächst erläutert, welche tatsächlichen Aspekte des Arbeitsverhältnisses
dieses zu einem Machtverhältnis machen (können) (I.), bevor
die Instrumente und Rechtsbegriffe analysiert werden, mit denen im Arbeitsrecht
hierauf reagiert wird (II. und III.)
„Je Zeitstunde“ – zur Auslegung des § 1 Abs. 2 Satz 1 MiLoG
Für das MiLoG gab es im dt. Arbeitsrecht kaum Vorbilder - sieht man von den Mindestentgeltregelungen nach dem Modell des AEntG ab, die weniger weitreichende Geltungsansprüche verfolgen. Für das MiLoG werden deshalb die dogmatischen Strukturen erst zu analysieren sein. Der vorl. Beitrag beschränkt sich auf die Frage, welche Gegenleistung AN für den Mindestlohn zu erbringen haben. Dabei geht es vor allem um die Zahlung des Mindestlohns in Leistungslohnsystemen und im Rahmen von Entgeltersatzansprüchen.
Ausgangspunkt für die Beantwortung ist § 1 Abs. 2 1 MiLoG. Danach sind 8,50€ "je Zeitstunde" zu zahlen. "Stunde" bezieht sich dabei auf den Begriff der Stunde nach dem Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung (EinhZeitG). Angefangene Zeitstunden sind zeitanteilig zu vergüten; Aufrundungen finden nicht statt. "Zeit" bezieht sich auf die "Arbeitszeit" iSd. ArbZG
Zeit zum Leben für alle Geschlechter
Zeit zum Leben für alle Geschlechter kann nur erreicht werden, wenn die Ursachen der allgemeinen Zeitnot benannt werden: Flexibilitätsanforderungen der Wirtschaft und Entgrenzung führen zum Burnout, wenn es nicht gelingt, Reproduktionsarbeit so zu organisieren, dass Grenzen wirksam gesetzt werden können
Streikrecht in der Kirche im Spannungsfeld zwischen Koalitionsfreiheit und kirchlichem Selbstbestimmungsrecht. Ein goldener Mittelweg zwischen Kooperation und Konflikt?
Fragen der Religionsausübung in einem privatrechtlich organisierten Arbeitsverhältnis werfen in weltlichen und demokratischen Gesellschaften zunehmend schwierige Fragen auf. Mit der Frage des Streikrechts in kirchlichen Einrichtungen hatte das BAG einen ganz zentralen Ausschnitt aus dieser Debatte zu eintscheiden
Kultury w czasach transformacji. Europa Środkowo-Wschodnia po 1989 roku
“Cultures in Times of Transition” explores how the transformations of the 1980s and 1990s affected everyday life for citizens on both sides of the Iron Curtain; how ideas of “the other” circulated before and after the fall of the wall; and what a future utopia looked like for citizens of the East. These contributions range from the history of agricultural change, urban studies, linguistics, and legal history. They mirror the broadness of questions concerning the transition, but also hint at the heterochronous nature of those transformations.Ziel des Konferenzbandes „Cultures in Times of Transition“ ist es, in interdisziplinärer Weise zu zeigen, wie die Transformationsprozesse der 1980er und 1990er Jahre das Alltagsleben der Menschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs beeinflusst haben, welche Vorstellungen vom „Anderen“ es vor und nach dem Mauerfall gab und welche Gestalt ein künftiges Utopia im Bewusstsein der Menschen im Osten des Kontinents annahm. Inhaltlich umfassen die sieben Beiträge Disziplinen wie Landwirtschaftsgeschichte, Urbanistik, Linguistik und Rechtsgeschichte. Sie stehen für die große Breite der Transformationsforschung und zeigen zugleich den heterochronen Charakter dieser Wandlungsprozesse.Tom „Kultury w czasach transformacji” jest poświęcony zagadnieniu, jak przeobrażenia z lat osiemdziesiątych i dziewięćdziesiątych wpłynęły na codzienne życie obywateli z obu stron żelaznej kurtyny, jak wizje „Innego” cyrkulowały przed upadkiem muru i po nim oraz jak wyglądała wizja utopii dla obywateli Wschodu. Przyczynki te mieszczą się w spektrum od historii przemian rolnictwa przez studia miejskie, lingwistykę po dzieje prawa. Odzwierciedlają szeroki zakres zagadnień dotyczących transformacji, ale wskazują również na heterochroniczną naturę owych przeobrażeń