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Partyjne zlecenie: partnerstwo miast. Partnerstwa komunalne między Polską a NRD i ich transformacja po 1989 roku
Am Beispiel der seit 1959 bestehenden Städtepartnerschaft Dresden – Breslau (Wrocław) wird die Geschichte der kommunalen Zusammenarbeit zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen anschaulich und umfassend dargestellt. Trotz aller Ideologisierung und Instrumentalisierung öffneten die sozialistischen Partnerschaften immer auch Räume für persönliche Kontakte zwischen Deutschen und Polen – vor allem in Zeiten geschlossener Grenzen. Ein Ausblick auf die Jahre seit der Systemtransformation zeigt Kontinuitäten und Brüche der Partnerschaften.Na przykładzie istniejącego od 1959 roku partnerstwa miast Drezna i Wrocławia autor plastycznie i obszernie przedstawia historię współpracy komunalnej między NRD a PRL. Mimo całej ideologizacji i instrumentalizacji socjalistyczne partnerstwa tworzyły jednak również pewną przestrzeń dla osobistych kontaktów między Polakami a Niemcami – przede wszystkim w czasach zamkniętych granic. Spojrzenie na okres od transformacji ustrojowej pokazuje przykłady ciągłości partnerstw i jej zrywania.The history of town-twinning between socialist East Germany and the People's Republic of Poland is vividly and comprehensively presented using the example of the cooperation between the cities of Dresden and Wrocław, which was established in 1959. Despite all ideology and political instrumentalization, socialist partnerships always opened up spaces for personal contacts between Germans and Poles – especially in times of closed borders. A brief look back at the years since the political transformations of 1989 shows examples of continuities and breaks in these partnerships
Perspektiven einer Planstadt. Eisenhüttenstadt und die Zentrale Ausländerbehörde
Der vorliegende Text beschäftigt sich mit der brandenburgischen Kleinstadt Eisenhüttenstadt an der deutsch-polnischen Grenze und der dort angesiedelten Unterkunft für Geflüchtete. ‚Perspektiven einer Planstadt‘ nähert sich Eisenhüttenstadt aus verschiedenen Richtungen. Als Publikation eines studentisch organisierten Forschungsprojekts versucht das Heft die unterschiedlichen Zugänge und Methoden zu beschreiben, zu kommentieren und zu reflektieren. Einige Ergebnisse wurden bereits in einer Ausstellung gezeigt, weshalb dieser Text auch als Begleitprogramm zur audiovisuellen Übersetzung der Forschungsergebnisse gelesen werden kann. In Schwerpunktkapiteln zu WOHNEN, FREIZEIT,WARTEN & LANGEWEILE, KRIMINALITÄT und ANERKENNUNG werden zentrale Themen detaillierter betrachtet und analysiert.
Zum einen scheint es sinnvoll, danach zu fragen, wie Eisenhüttenstadt als periphere Kleinstadt am Rande der Bundesrepublik mit der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete für Brandenburg umgeht und umgehen kann, und zum anderen, inwieweit mit der Geflüchtetenunterkunft in der Stadt neue soziale und ethnisierte Grenzen gezogen werden
Recht und Geschlecht als gewerkschaftliche Strategien. Mit Hilfe der Geschlechterkategorie in der mittelbaren Diskriminierung zu einer Höherbesoldung von Grundschullehrer*innen?
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzt sich seit Langem für die bessere Besoldung von Grundschullehrer*innen ein. Dabei nutzt der GEW-Hauptvorstand in seiner Kampagne „Ja 13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ die individualrechtliche Figur der mittelbaren Diskriminierung, um die besondere Betroffenheit von Frauen herauszustellen. Der Beitrag untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Geschlechterwissen der politischen Akteur*innen und den Geschlechterbildern des Rechts.The German Education and Science Union (GEW) has long been demanding higher salaries of elementary school teachers. In the campaign, the GEW-executive committee has been using the legal concept of indirect discrimination, to emphasise the special impacts on women. This article examines the interdependence between the gender knowledge of the political stakeholders and the legal gender perceptions, both embodied in legal concepts
Product differentiation in video games: a closer look at Fortnite's success
Fortnite is the most successful video game in terms of revenues generated. Since it belongs to the 'free-to-play games', the company has to optimize the in-game-shop to generate revenues. Product differentiation is one possibility to optimize the profitability of the game. In this paper, we use a microeconomic approach in order to highlight the implications of product differentiation for the profit maximization problem.Fortnite ist gemessen an den erzielten Einnahmen das erfolgreichste Videospiel. Da es zu den "Free-to-Play-Spielen" gehört, muss das Unternehmen den In-Game-shop optimieren, um Einnahmen zu generieren. Die Produktdifferenzierung ist eine Möglichkeit, die Rentabilität des Spiels zu optimieren. In diesem Beitrag verwenden wir einen mikroökonomischen Ansatz, um die Auswirkungen der Produktdifferenzierung auf das Problem der Gewinnmaximierung hervorzuheben
Spiritualität als bedeutender Recovery-Faktor bei psychisch-seelischen Erkrankungen unter besonderer Beachtung transkultureller Behandlungsmethoden
Hintergrund
Spiritualität als eine Dimension des Menschlichen gewinnt in der Versorgung von Erkrankten zunehmend an Bedeutung. Hoffnung, Verbundenheit oder die Erfahrung einer überindividuellen Macht können in Zeiten psychisch-seelischer Krisen ein hilfreicher Anker sein. Nach wie vor herrscht viel Unklarheit über ressourcenorientierte Einsatzmöglichkeiten spirituell basierter Interventionen bei der Behandlung von Menschen mit psychisch-seelischen Störungen.
Fragestellung
Unter welchen Bedingungen nutzen Menschen mit psychisch-seelischen Einschränkungen alternativ-komplementäre Behandlungsmethoden im Allgemeinen, und eine spirituell-basierte transkulturelle Methode (Core-Schamanismus) im Besonderen?
Methode
Anhand von acht episodisch-narrativen Interviews á 1,5 bis 2 Stunden, soziodemografischen Fragebögen und Interviewprotokollen wurde mit der qualitativ-sozialwissenschaftlichen Methode der Grounded Theory in einer aufwändigen Satz-für-Satz-Analyse unter Hinzuahme quantitativer Aspekte eine Handlungstheorie zu Bedingungen und Entscheidungen für Behandlungen in einem breiten Methodenspektrum sowohl von Standardtherapien als auch Complementary and Alternative Medicine entwickelt.
Ergebnisse
Das durchschnittliche Lebensalter zum Zeitpunkt der Befragungen liegt bei 54 Jahren, die durchschnittliche Erkrankungsdauer beträgt 20 Jahre. Das Geschlechterverhältnis liegt bei 1:3 (m : w). 50% der Befragten nehmen regelmäßig psychiatrische Medikamente ein. Über die Hälfte der Befragten gehört weder einer Religion noch einer anderweitigen Glaubensgemeinschaft an, 25% sind evangelisch und 17% katholisch.
Behandlungspluralität als Coping-Strategie und die Funktionsweise des Similae-Prinzips in der Behandlung psychisch-seelisch erkrankter Menschen sind die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit.
Diskussion
Behandlungspluralität bildet die Kernkategorie der Untersuchung. Sie beschreibt sowohl einen Zustand in der therapeutischen Versorgung als auch das Handeln der Nutzer*innen dieser therapeutischen Angebote. Wichtigste Merkmale sind 1. die selbst getroffene Entscheidung bei der Wahl der Methode, 2. der Zeitpunkt der Intervention und 3. die 24/7-Verfügbarkeit der Mittel. Die Selbststeuerung wirkt sich äußerst positiv auf den Recovery-Prozess aus und ist zur Aufrechterhaltung der Stabilität unverzichtbar. Die Angebote werden mit zunehmender Behandlungserfahrung IMMER parallel genutzt. Ein starker Genesungswille lässt die Betroffenen so lange nach für sie passenden Angeboten suchen, bis sich eine subjektiv empfundene Besserung einstellt. Damit landen die Nutzer*innen mit ihren Handlungsentscheidungen zwangsläufig in der Behandlungspluralität.
Bezüglich der spezifischen Nutzung der spirituell-basierten Methode über den Core-Schamanismus als Teil von CAM wurde der Wirkmechanismus des Simile-Prinzips deutlich. In diesem spirituell-basierten Zugang wird die dualistische Auffassung von Körper und Seele vertreten: Seele als eigenständige Entität, welche sowohl abhängig als auch unabhängig vom Körper existiert. Dieses Seelenverständnis macht eine schamanische Zugangsweise sehr anschlussfähig, in welcher der Mensch aus mehreren Seelen oder Seelenteilen besteht, diese den Körper verlassen und wieder in ihn eintreten können.
Das massiv geschädigte Vertrauen der komplextraumatisierten Betroffenen in die Menschen an sich führt sie in ihrer Therapiewahl über menschengemachte Hilfsangebote hinaus. Durch das transzendente Erleben in der Nichtalltäglichen Wirklichkeit erlangen sie das Vertrauen in sich und andere zurück.
Unter der Traumatisierung durch sexuelle, körperliche und emotionale Gewalt kommt es bei den Betroffenen zur Dissoziation, hier dem Ablösen von Seelenanteilen. Das Bewusstsein (Seele, Psyche) verlässt den Körper zum Zweck des Überlebens der unaushaltbaren Situation. Es kommt in der Folge zur Ausbildung einer Dissoziabilität. Normalerweise als eine schwere Schädigung bewertet, kommt es im Ergebnis dieser Arbeit zu einer Umpolung der Schädigung in eine Fähigkeit: Durch die erzwungene Erfahrung erwerben die Betroffenen unfreiwillig die Fähigkeit, die Seele vom Körper zu trennen. Diese Fähigkeit bildet die Voraussetzung für das schamanische Reisen in einem veränderten Bewusstseinszustand. Der erlernte Überlebensmechanismus der Dissoziation kann damit als Ressource nutzbar gemacht werden. Auch hier kommt das Similae-Prinzip im Behandlungsansatz zum Tragen: der zwangsläufig fremdverursachten Verschiebung in der Wahrnehmung wird mit dem willentlich induzierten veränderten schamanischen Bewusstseinszustand begegnet. Der direkte und unmanipulierte Kontakt der Betroffenen zu den Spirits in der Nichtalltäglichen Wirklichkeit validiert extern die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen, was zur (Wieder-) Herstellung der Kongruenz zwischen innerer und äußerer Wahrnehmung führt. Im veränderten Bewusstseinszustand ist die Korrektur der veränderten Wahrnehmung möglich.Background
Spirituality as a dimension of the human is becoming increasingly important in caring for the sick. Hope, connectedness or the experience of supra-individual power can be a helpful anchor in times of psychological and emotional crises. There is still a lot of uncertainty about the resource-oriented possible uses of spiritually based interventions in the treatment of people with mental and emotional disorders.
Question
Under what conditions do people with mental and emotional disabilities use alternative-complementary treatment methods in general, and a spiritually-based transcultural method (core shamanism) in particular?
Method
On the basis of eight episodic-narrative interviews of 1.5 to 2 hours each, sociodemographic questionnaires and interview protocols, the qualitative-social-scientific method of Grounded Theory was used in an elaborate sentence-by-sentence analysis with the addition of quantitative aspects, an action theory on conditions and decisions for Treatments developed across a broad range of methods from both standard therapies and complementary and alternative medicine.
Results
The average age at the time of the survey is 54 years, the average duration of illness is 20 years. The gender ratio is 1: 3 (male: female). 50% of the respondents take psychiatric medication regularly. Over half of the respondents do not belong to any religion or any other religious community, 25% are Protestant and 17% Catholic.
“Treatment plurality” as a coping strategy and the functioning of the “Similae principle” in the treatment of mentally and emotionally ill people are the central results of this work.
Discussion
Treatment plurality forms the core category of the investigation. It describes both a state of therapeutic care and the actions of the users of these therapeutic offers. The most important features are 1. the self-made decision when choosing the method, 2. the time of the intervention and 3. the 24/7 availability of the funds. The self-control has an extremely positive effect on the recovery process and is essential to maintain stability. The offers are ALWAYS used in parallel with increasing treatment experience. A strong will to recover causes those affected to search for offers that are suitable for them until a subjectively perceived improvement occurs. This inevitably ends up with their decisions of action in the “Treatment plurality”.
With regard to the specific use of the spiritually-based method via core-shamanism as part of CAM, the mechanism of action of the “simile principle” became clear. In this spiritually-based approach, the dualistic conception of body and soul is represented: soul as an independent entity that exists both dependent and independent of the body. This understanding of the soul makes a shamanic approach very compatible, in which the person consists of several souls or soul parts, these can leave the body and re-enter it.
The massively damaged trust of those affected by complex trauma in the people themselves leads them in their choice of therapy beyond man-made offers of help. Through the transcendent experience in non-ordinary reality, they regain trust in themselves and others.
The trauma caused by sexual, physical and emotional violence leads to dissociation in those affected, here the detachment of parts of the soul. The consciousness (soul, psyche) leaves the body for the purpose of surviving the unbearable situation. As a result, dissociability develops. Normally assessed as serious damage, the result of this work is a reversal of the damage to a skill: through the forced experience, those affected involuntarily acquire the ability to separate the soul from the body. This ability is the prerequisite for shamanic travel in an altered state of consciousness. The learned survival mechanism of dissociation can thus be used as a resource. Here, too, the “Similae principle” comes into play in the treatment approach: the inevitably externally caused shift in perception is countered with the deliberately induced altered shamanic state of consciousness. The direct and unmanipulated contact of those affected with the spirits in non-ordinary reality externally validates the subjective perception of those affected, which leads to the re-establishment of the congruence between inner and outer perception. In the changed state of consciousness the correction of the changed perception is possible
Zbigniew Herbert - poeta między kulturami
Zbigniew Herbert - Dramatiker, Dichter, Essayist – wurde schon zu seinen Lebzeiten nicht nur in Polen, sondern auch im Ausland geschätzt, wovon die ihm verliehenen Preise in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auch außerhalb Europas - in den Vereinigten Staaten und Israel - zeugen. Kennzeichnend für sein Wesen war eine Rastlosigkeit, die ihn zu zahlreichen Reisen und Auslandsaufenthalten trieb. Das Bild des Dichters entstand während der internationalen, dreitägigen Konferenz Zbigniew Herbert - Dichter zwischen den Kulturen im November 2019. Die Tagung hatte einen interdisziplinären Charakter und diente der Diskussion über die Wirkung von Herberts Dichtung auf das zeitgenössische Publikum sowie über die Rezeption seiner Texte.Zbigniew Herbert – dramaturg, poeta, eseista, znany i ceniony na całym świecie, choć niełatwy dla tłumaczy i czytelników za granicą, o włos noblista… Osoba Zbigniewa Herberta jest powszechnie rozpoznawana. Już za życia doceniany był nie tylko we własnym kraju, ale też poza nim, o czym świadczą nagrody przyznane mu między innymi w Niemczech, Austrii, Szwajcarii, jak również poza Europą – w Stanach Zjednoczonych czy Izraelu. Niemałą rolę odegrał tu niespokojny duch samego poety, który popychał go do licznych podróży i pobytów za granicą. Taki obraz poety wyłonił się podczas konferencji Zbigniew Herbert – poeta między kulturami w listopadzie 2019 roku, której celem była interdyscyplinarna
i międzynarodowa dyskusja dotycząca recepcji poety w Polsce i za granicą. Niniejszy tom jest rezultatem trzydniowych dyskusji o znaczeniu i wpływie Herberta oraz jego poezji na współczesnych odbiorców
Der Dichter auf Reisen... Zu Quellen der Verwandtschaft von Reisetextenbei Zbigniew Herbert und Ernst Jünger
Grottenarchitekturen im Gebiet Berlin/Brandenburg. Bauherren, Bauintentionen, Bausubstanz.
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts nahmen Grottenarchitekturen relativ durchgängig bis zur Gegenwart einen Platz im regionalen Baugeschehen in Berlin/Brandenburg ein. Die vorliegende Dissertation veranschaulicht anhand von mehr als 170 Objektbeispielen die facettenreiche Entwicklungsgeschichte dieser Architekturgattung für das Untersuchungsgebiet Berlin/Brandenburg mit ihren formalen und inhaltlichen Besonderheiten. Die Analyse der Verbindung zwischen Grottenbau und gesellschaftlichen Veränderungen bildet gemeinsam mit den Detailinformationen zu Bauherren, Bauintentionen und Bausubstanz die Basis der Darstellung. Neben der Gesamtbetrachtung und Auswertung sind die künstlichen Grotten in einem Katalog erfasst.
Mit einer chronologischen Einbindung der Grotten in die Regionalgeschichte mit Beachtung der Abhängigkeiten von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Einflüssen, der Neigungen von Auftraggebern sowie der werktechnischen und stilistischen Veränderungen, konnten übergreifende Entwicklungsphasen für den Architekturtypus des Grottenbaus herausgearbeitet werden. Zusammenfassend ist von zwei Hochphasen des regionalen Grottenbaus auszugehen: Den Grotten als höfische Bauaufgabe im 18. Jahrhundert folgte zwischen 1850 bis 1920 der bürgerliche Grottenbau einschließlich Bauten im öffentlichen Raum. Flankiert werden diese Hochphasen durch die Grotten unter Kurfürst Friedrich Wilhelm ab ca. 1650 und durch die Gewerbeobjekte unserer Tage.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zeichneten in einem zunehmend erstarkenden Preußen die Hohenzollern und der Adel für derartige Bautätigkeiten verantwortlich. Standen anfangs die Grotten mit einer opulenten Hofkultur und der Selbstinszenierung der Bauherrn in Verbindung, folgten später Objekte, die u. a. von Gedanken der Aufklärung inspiriert wurden. Je nach Anschauung dienten Grotten der Unterhaltung und Ablenkung oder als stille Orte der Suche nach Ursprung und Wahrheit. Mit Abnahme der höfischen Bautätigkeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist nach 1850 eine deutliche Zunahme an Grotten des wohlhabenden Großbürgertums zu verzeichnen. Hier wurde sowohl der Gelehrte als auch der Industrielle aus privaten oder unternehmerischen Beweggründen zum Auftraggeber. Parallel zur bürgerlichen Aneignung von Grotten wurden auch Kommunal- und Gewerbeobjekte Teil der zweiten Hochphase. Initiierende Gedanken konnten sich neben einer rein kommerziellen Ausrichtung u. a. aus botanischen, zoologischen oder pädagogisch-naturwissenschaftlichen Gründen, aus sozial-stadtplanerischen Anforderungen sowie aus dem Willen der Manifestation religiöser Werte entwickeln. Das breite Nutzungsspektrum, gepaart mit der stark erweiterten Auftraggeberschaft und werktechnischen Neuerungen, führte zum Massenphänomen Grotte um 1900.
Die ursprünglich mythologischen Bedeutungen von Grotten wandelten sich nach der symbolischen Verwendung antiker Ikonographie zu Barockzeiten mit Adaption des Bautypus durch Bürgertum, Kommunen und Gewerbetreibende zunehmend in profane Themen. Trotz dieser Entmystifizierung blieben unterschwellig die Assoziationen zum Geheimnisvollen und Übersinnlichen bis in die heutige Zeit erhalten.
Die These, dass es trotz des südeuropäischen Ursprungs und der dortigen Blütezeit auch für Berlin/Brandenburg möglich ist, anhand hiesiger Objekte eine umfassende, kunsthistorische Darstellung des Grottenbaus erarbeiten zu können, wurde mit vorliegende Ausarbeitung bestätigt. Erstmalig ergibt sich für die untersuchte Region Berlin/Brandenburg ein Gesamtbild von der zeitlich versetzten Adaption des Bautypus Grotte durch unterschiedliche Bevölkerungsschichten vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Gegenwart.Starting from the middle of the 17th century to the present day, grotto architecture was constructed in the Berlin/Brandenburg region. My dissertation uses more than 170 examples to illustrate the rich history of this architectural genre. The analysis of the relation between grottos and social change, together with the detailed information on the building owners, their intentions and materials employed, form the basis of my presentation. In addition to the general overview and evaluation, the grottos are listed in the catalogue.
My work examines the integration of grottos into regional history relating to political, economic and social conditions. It includes both technical and stylistic developments, as well as the preferences of the clients. In summary, there were two distinct prolific periods in the development of grotto architecture: Grottos were built in the 18th century as a royal building task. Between 1850 and 1920 the bourgeois construction of grottos followed, including buildings in public spaces. These distinct periods are framed by the grottos of Kurfürst Friedrich Wilhelm since the 1650s and by today's grottos in commercial buildings.
Until the end of the 18th century, the Prussian Hohenzollern and aristocrats created these buildings. Initially, the grottos were associated with an opulent court culture and the self-promotion of the owners. Later objects were inspired by the ideas of the Age of Enlightenment. Grottos were used for entertainment and distraction or as quiet places in search of origin and truth. With the decline in courtly construction activity at the beginning of the 19th century there was a marked increase in the number of grottos of the wealthy upper middle classes after 1850. Parallel to the civic appropriation of grottos, municipal and commercial buildings also became part of the second peak. Grottos were built for commercial reasons, including botanical, zoological, and for scientific purposes. The will to manifest religious values and social urban planning requirements led to a broad spectrum of uses. Additionally, the requirements of different clients, as well as technical innovations, resulted in the mass phenomenon of the grotto development around 1900. The symbolic use of ancient iconography in baroque times, the mythological meanings of grottos increasingly changed into secular themes with the adaptation of the building type by the bourgeoisie, municipalities, and tradesmen. Despite this demystification, the associations with the mysterious and the supernatural have remained to this day.
My dissertation is the first comprehensive analysis of artificial grottos in the Berlin/Brandenburg region from the end of the Thirty Years' War to the present day