Journal für Psychologie (Neuen Gesellschaft für Psychologie - NGfP)
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Three sides of a coin. Men’s work in the field of gender politics under the perspective of gender equality
Die geschlechterpolitischen Haltungen in der österreichischen Männerarbeit sind von unterschiedlichen und teilweise auch widersprüchlichen Schwerpunktsetzungen gekennzeichnet. Neben geschlechterdemokratischen Zugängen in der institutionellen Männerarbeit existieren Männer- und Väterrechtsvereine, die teilweise den Fokus auf Männerbenachteiligung legen (›Opfer des Feminismus‹). Zugleich finden sich Ansätze individualistischer Rückbesinnungen auf männliche Archetypen (Krieger, Liebhaber, Magier) in Männerinitiationsgruppen. Insbesondere Männer- und Väterrechtsinitiativen in Österreich blieben lange Zeit unerforscht. Im Jahr 2014 wurde ein Expertise-Papier verfasst, das sich mit der geschlechterpolitischen Verortung der Männerarbeit in Österreich auseinandersetzte und dabei die unterschiedliche Zugänge mithilfe des Analysemodells von Messner (2000) einer kritischen Betrachtung unterzog, antifeministische Denkformen und Argumentationslinien skizzierte und aktuellen Befundlagen gegenüberstellte. Mit Bezugnahme auf dieses Expertise-Papier beschäftigt sich der Beitrag mit der Frage, worin sich profeministische Zugänge in der Männerarbeit von antifeministischen Positionen unterscheiden. Dabei stellt sich die Frage, welche Bedingungen gleichstellungsorientierte Dialoge in der Geschlechterarbeit zu fördern vermögen und einengenden Zuspitzungen (Stichwort Männerbenachteiligung) entgegenwirken können. Auch damit beschäftigt sich der Beitrag, wobei anhand von Praxisbeispielen thematische Allianzen skizziert werden, in und durch welche eine geschlechterdialogische Praxis umgesetzt werden kann.The attitudes toward genderpolitics in the field of men’s initiatives and men’s groups in Austria have different and sometimes conflicting focal points. There are approaches that represent a genderdemocratic mission, which are mostly found in instutionalized men’s initiatives, but there is also the men’s and father’s rights movement, focussing on men primarily as ›victims of feminism‹. Finally some men’s initiation groups are active as well, working with an mythopetic and individualized framework. There has been a lack of scientific research and knowledge in Austria especially concerning the men’s and father’s rights movement. In 2014 an expert paper was published, which concentrated on gender equality positionings of men’s initiatives and men’s groups in Austria. In reference to the model of Messner (2000) it took a critical view on the practice in these fields, analysed different antifeminist arguments and made fact checks about topics, which were raised by antifeminists. In reference to the expert paper this article follows the question in which ways profeminist approaches of men’s initiatives differ from those who represent an antifeminist approach. It also discusses important conditions for equality-oriented dialogues and alliances in the field of gender work, which focuses on the increase of gender equality, stands against constricting positions and allows a gender balanced work with men. Models of good practice are outlined, that represent such gender democratic approaches
Extended Art-of-Living Coaching: An Integrative Approach to Changing Strategies and Overcoming Barriers
Die Forschung zu einem individuellen Lebenskunst-Coaching ist zwar noch in den Anfängen, aber erste Ergebnisse geben vielversprechende Hinweise darauf, dass Lebenskunst durch Coaching gefördert werden kann (Stumpp-Spies/Schmitz 2017b). Hierbei sind die Ressourcen und die Strategien der Coachees ein wichtiger Ausgangspunkt, von dem aus ein Coaching konzipiert werden kann. Darüber hinaus könnten aber noch andere Faktoren eine Rolle dabei spielen, ob ein Coachee seine Lebenskunst verbessern kann oder nicht. Die vorliegende Arbeit geht von der Vermutung aus, dass mögliche Hindernisse wie z. B. Perfektionismus, überzogene Erwartungen oder Entscheidungen eine Rolle dabei spielen könnten, wenn Coachees bestimmte Strategien nicht umsetzen können. Die Frage ist also: Warum können bestimmte Ressourcen zuweilen nicht in gute Strategien umgesetzt werden und woran liegt das? Zu diesem Zweck wurden von einem Coach mit 20 ProbandInnen in einer Experimentalgruppe qualitative Interviews durchgeführt, die wörtlich transkribiert und dann qualitativ ausgewertet wurden. Diejenigen Hindernisse, von denen sich die ProbandInnen sehr stark oder stark betroffen fühlten, wurden in den Coaching-Prozess miteinbezogen. Spezifische Interventionen zielten darauf ab, auf diese Hindernisse einzuwirken und sie abzuschwächen. Durch einen Mixed-Methods-Ansatz wurde Lebenskunst mittels einer Kombination aus qualitativen und quantitativen Verfahren umfassend abgebildet und ein Erkenntnisgewinn erzielt, den man mit einem rein quantitativen Verfahren nicht hätte erreichen können. Die Ergebnisse zeigen, dass Hindernisse bei den teilnehmenden ProbandInnen eine Rolle spielten und dass diese sich durch spezifische Interventionen abschwächen ließen.Research examining the coaching of individuals concerning their art-of-living is still in the early stages. However, there are promising findings indicating that art-of-living can be improved through coaching (Stumpp-Spies/Schmitz 2017b). Coachees’ resources and strategies influence the potential success of a coaching intervention and, thus, should form the starting point for the specific conceptualization thereof. In addition, other factors may also play a role in whether coachees successfully improve their art-of-living. The current study therefore assumes that possible barriers - such as perfectionism, exaggerated expectations, and specific decisions - potentially affect whether coachees are able to implement certain strategies. Thus, we address the following question: Why can certain resources sometimes not be translated into good strategies? With this question in mind, a coach conducted qualitative interviews with 20 participants of the experimental group. The interviews were then transcribed verbatim and examined using qualitative methods. For each participant, the barriers reported to have a strong or very strong effect on the respective person were addressed in the coaching process. Specific interventions then aimed at minimizing the effect of those barriers on the respective participant. Using a mixed-method approach, we assessed participants’ art-of-living using a combination of qualitative and quantitative measures. In doing so, we obtained findings that would not have been possible using quantitative methods alone. Our results indicate that barriers play a role in participants’ art-of-living. This effect was successfully weakened by the coaching intervention
Children experience the World War
Der Beitrag stellt empirische Untersuchungen zu den Wirkungen des Ersten Weltkriegs auf Kinder dar. Die Untersuchungen stammen ausnahmslos aus den ersten Kriegsmonaten und fast alle aus dem Deutschen Reich. Bei den Anlässen für die Untersuchungen spielten der Bund für Schulreform und pädagogische Fragen des kriegsbezogenen Unterrichts in den verschiedenen Schulformen eine wichtige Rolle. Initiator mehrerer Studien war William Stern. Die heute weitgehend unbekannten, aber forschungsmethodisch teils innovativen Untersuchungen machten Gebrauch von Beobachtungen, Befragungen, Analysen von Aufsätzen, Kriegsgedichten, Kinderspielen, Kriegszeichnungen und Interpretationen der Wirkungen von Kriegsbildern auf Emotionen von Kindern. Ergänzt wird der Beitrag durch einen Bericht über die Ausstellung »Schule und Krieg«, die unter großer Beachtung 1915 in Berlin stattfand und u.a. Schülerarbeiten zeigte. Die Ergebnisse der Untersuchungen belegen, dass innerhalb weniger Wochen das Schulleben völlig verändert war und die Schulkinder recht unkritisch in die patriotischen Ziele der Erwachsenen einbezogen wurden. Alters-, Geschlechts- und Schulformunterschiede sind erkennbar. Neben Kriegsbegeisterung, Verherrlichung von Kaiser, Militär und Waffen (z. B. Zeppelin) usw. bis hin zu Feindeshass sind vor allem bei den Schülerinnen auch deutliche Zeichen von prosozialen Haltungen erkennbar.The article presents empirical studies of the effects of World War I on children. Without exception the investigations date back to the first months of the war and almost all of them took place in the German Reich. The ‘Federation for school reform‘ and educational issues of war related education in different types of school played an important role in the investigations. William Stern was the initiator of several studies. The now largely unknown, but methodologically innovative studies made use of observations, interviews, analysis of essays, war poems, children\u27s games, war drawings and interpretations of the effects of war images on the emotions of children. The article is supplemented by a report on the exhibition "Schule und Krieg" (Education and War), which took place in Berlin in 1915 and attracted much attention. The results of the studies are evidence, that within a few weeks, school life had completely changed, and the school children were quite uncritically integrated into the patriotic goals of adults. Age, gender and school type differences are discernible. Apart from the enthusiasm for war, the glorification of the Emperor, the military and weapons (e.g. the Zeppelin) etc. and even the hatred of the enemy there are also clear signs of pro-social attitudes, especially among school girls
Reflecting psychosocial work with boys and men with impulses from queer theory and critic on heteronormativity
Queertheoretische Fundierungen kritischer Jungen*- und Männer*arbeit finden sich in Theorie und Praxis noch wenig. Der vorliegende Text soll hierauf aufmerksam machen und Impulse für die queertheoretische Reflexion kritischer Jungen*- und Männer*arbeit geben. Hierzu wird nach einer Klärung zentraler Begriffe der aktuelle Forschungsstand skizziert. Darauf aufbauend wird ein Rahmenmodell konturiert, mit dem Ziel Anstöße zur queeren Reflexion kritischer Männer*arbeit zu geben. In der Dimension von Geschlecht als Strukturkategorie werden Geschlechterverhältnisse in ihrer Relevanz für psychosoziale Beratungsarbeit diskutiert und mit Konzepten zu Männlichkeiten verknüpft. Mit Blick auf Geschlecht als soziale Konstruktion wird verhandelt, wie in Organisationen und Konzepten queere Perspektiven verankert werden können und wie Aspekte des professionellen Handelns unter queeren Vorzeichen reflektiert werden können. Schließlich wird mit Blick auf Geschlechtsidentitäten erörtert, wie konflikthaft die Spannung zwischen Gesellschafts- und Subjektperspektiven in Bezug auf Geschlecht sein und wie dies systematisch reflektiert werden kann. Für alle Dimensionen werden Reflexionsimpulse vorgeschlagen.Queer theoretical foundations of the reflection on critical psychosocial work with boys and men are rare in theory and practice. Therefore this chapter illustrates exemplary impulses on this perspective. For that aim, we depict central concepts and present the current state of research. We are going to describe a framework facilitating the reflection on professional practice on the level of social structure, gender relations and masculinity studies and point out effects on counselling. Consequently, we examine gender as a social construction and illustrate how queer perspectives can be grappled in organizations and concepts and how ubiquitary processes of professional work can be considered with a queer theoretical view. Finally we discuss gender identity and debate possible conflicts between the subject and society considering gender. For all dimensions we suggest possibilities for reflection
Boys and young men who injure themselves – a biographical and environmental approach
Das Drehbuch Männlichkeit wird im gesellschaftlichen Modernisierungsprozess entgrenzt und generiert eine neue männliche »Verletzungsoffenheit«. Bisher galt die »psychisch gestörte junge Frau« als Prototyp des selbstverletzenden bzw. selbstschädigenden Verhaltens. Es erscheint aber sinnvoll und notwendig, jenseits der traditionellen Genderdiskurse auf einen Wandel der Konstruktion von Männlichkeit (und Weiblichkeit) zu reflektieren, dass nämlich männliche Verletzungsmächtigkeit und männliche Selbstverletzung nicht widersprüchlich sind. Zigtausende Jungen und junge Männer »ritzen« sich. Sie erleben seelisches Leid, aber spüren auch die Erwartung, dass sie »coole« Jungen sein müssen, um »richtige« Männer zu werden. Warum aber wird das selbstverletzende Verhalten bei Jungen tabuisiert? Weil traditionelle Männlichkeitsmythen keine Selbstverletzung erlauben! Der Junge darf aggressiver Täter sein; autoaggressives Opfer aber nicht. Männlichkeit ist für viele Jungen ein Stressfaktor. Es geht darum, starke entgegenkommende Beratungs-, Hilfs- und Handlungszusammenhänge zur Bewältigung schwieriger und kritischer Passagen der Männlichkeitssozialisation zu entfalten.Throughout social modernization the story board for «masculinity« has increasingly been extended, also generating a new male «openness for injuries«. Up to now, the mentally disturbed young female seemed to be prototypical for selfabusive or self harming behaviour. However, despite traditional gender discourses, now it seems useful and necessary to focus on changed constructions of masculinity as well, since male injury thickness and self harming are not contradictory. Many boys and young men are «cutting« themselves. They experience mental pain, but also want to be «cool« boys in order to become «real« men. But why is their selfabusive behaviour tabooed? It is because of traditional myths of masculinity, which don\u27t permit male selfinjury. Boys may be aggressive perpetrators but hardly autoaggressive victims. For many boys masculinity is a stress factor. Hence, it is necessary to develop stronger advisory, auxiliary and supportive means in order to cope with these difficult and critical passages of male socialization
»The patient is extremely pessimistic about his personal role in the war«
Eine a-politische Psychoanalyse, wie sie Ernest Jones (A. Freud 1949) – einer träumerischen Wunscherfüllung gleich – zu belegen vorgab, existierte weder zu Zeiten Sigmund Freuds noch danach. Während eine erste, sich anbahnende militärische Zusammenarbeit der organisierten Psychoanalyse auf dem 5. Budapester Kongress der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) 1918 durch das Ende des Ersten Weltkriegs jäh unterbrochen wurde – »Der junge Morgen, der für die Psychoanalyse angebrochen schien, hat sich sehr rasch wieder mit schwerem Gewölk umzogen« (Freud an Eitingon am 6. April 1919, in: Schröter 2005, S. 151) – bot der Zweite Weltkrieg für die IPA-akkreditierte American Psychoanalytic Association (APsaA) umso mehr Chancen eines Joint Venture mit militärisch-nachrichtendienstlichen Netzwerken. Eine Schlüsselposition in dieser Zusammenarbeit nahm das Chicago Psychoanalytic Institute unter Franz Alexander ein. Im Auftrag der APsaA führten renommierte AnalytikerInnen, wie z. B. Franz Alexander, Therese Benedek oder Michael Grotjahn ab Ende 1941 eine Studie zur Analyse und »Heilung« sogenannter »revolutionärer [d.h. isolationistischer, faschistischer und kommunistischer] Einstellungen«, von AnalysandInnen durch, deren Analyseaufzeichnungen schließlich einer Unterabteilung des ersten, von William J. Donovan geleiteten, US-amerikanischen Geheimdienstes Office of the Coordinator of Information (COI) überantwortet wurden. Wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und wie diese im Einzelnen aussah, wird im Folgenden anhand ausgewählter Archivdokumente skizziert.An a-political psychoanalysis as proclaimed by Ernest Jones in 1949 never existed. It neither existed during the times of Sigmund Freud nor in later years. Early collaboration with the military began in 1918 at the 5th Budapest Congress of the International Psychoanalytic Association (IPV). But the high hopes for the recognition of psychoanalysis by the military establishment at the end of World War I soon vanished, as Freud wrote rather disenchanted to Max Eitingon on April 6, 1919 (Freud in: Schröter 2005, p. 151). A revival of interest by the military-intelligence complex in psychoanalytic theory and practice began in autumn of 1941, just a few months prior to the Japanese attack on Pearl Harbor on December 7th. The Chicago Psychoanalytic Institute, under the aegis of Franz Alexander, played a key role in analyzing the state of morale of the American public on behalf of the first centralized intelligence service of the United States – the Office of the Coordinator of Information (COI), headed by William J. Donovan. By studying isolationist, fascist, and communist attitudes to understand underlying unconscious processes and eventually »cure« so-called »revolutionary« attitudes (i.e. isolationist, fascist, or communist attitudes), renowned members of the Chicago Institute such as Franz Alexander, Therese Benedek, or Michael Grotjahn began to collaborate with the US-intelligence community in the latter months of 1941. The planning and execution of the collaboration between the Chicago Institute and the US-intelligence community will be addressed briefly in the following article
Publications and Involvement of psychologists relating to the First World War
Der Erste Weltkrieg stellte für viele eine bis dahin vergleichsweise ungekannte Herausforderung dar. Viele meldeten sich als Kriegsfreiwillige, obwohl sie aus Alters- oder Konfessionsgründen keinen Kriegsdienst hätten leisten müssten. Unter diesen Kriegsfreiwilligen waren auch zahlreiche Akademiker aus unterschiedlichen Disziplinen, die ihr Vaterland im Krieg unterstützen wollten. Einige von ihnen rechneten sich der Psychologie zu und wurden deshalb von Mitgliedern des Kriegsministeriums als Gesprächspartner und Berater wertgeschätzt. Aus diesen zunächst informellen Kontakten entstanden über die vier Kriegsjahre unterschiedliche Arbeiten zu einer Kriegspsychologie, die später unter eine Form der »Situationspsychologie« eingeordnet wurde (Dorsch 1963). Im vorliegenden Artikel werden ausgewählte Arbeiten zur Kriegspsychologie mit jeweils kurzem biografischem Abriss ihrer Autoren vorgestellt. Abschließend wird eine wissenschaftshistorische Einordnung dieser Arbeiten gegeben.The First World War meant a comparatively unknown challenge for many people up to that time. A lot of men reported for duty in war although their seniority or religion protected them towards the duty. Under these volunteers were a number of academics of various disciplines, who wanted to fight for their homeland as armed forces. Some of these rated themselves before among psychology and were esteemed as discussion partners and counselors of the German war ministry. Casual conversations with members of the war ministry lead over the four years of war to a collection of works about warpsychology, which were later classified as a kind of »situation psychology« (Dorsch 1963). This article discusses selected works towards warpsychology and gives a short outline of biographical informations about the authors. Finally a classification of these works related to the history of science is given
Science at war?
Vor dem Ersten Weltkrieg waren die psychologischen Vereine Großbritanniens und Deutschlands eng miteinander verbunden durch wissenschaftlichen Austausch und persönliche Verbindungen und diese Beziehungen wurden nur zum Teil durch das Kriegsgeschehen unterbrochen. Die Psychologen beider Länder (Mitglieder der Vereine) stellten sich den militärischen Anforderungen zur Verfügung, arbeiteten in ähnlichen Bereichen aber auf unterschiedliche Weise. Unterschiedlich war die Einbindung in die militärpsychiatrische Versorgung psychisch verletzter Soldaten; Ähnlichkeiten zeigten sich in der Entwicklung eines Richtungshörgerätes für U-Boote; einem Projekt, das auf gemeinsame Forschungsarbeiten in der Vorkriegszeit zurückgriff. In den Fachzeitschriften wurde die Arbeit des jeweiligen Gegners genau beobachtet und kommentiert, es wurden jedoch keine kritischen Kommentare geäußert und nach dem Krieg wurden die wissenschaftlichen Kontakte schnell wieder aufgenommen und normalisiert.The psychological societies of Great Britain and Germany were deeply connected with each other before the First World War through friendly relationships and scientific communication. These relations were only partly disrupted during the war. The psychologists of both countries (a.k.a. members of the societies) committed themselves to the military demands, worked in similar fields but in different ways. They differed in the involvement in military psychiatry and in their treatment of Shell Shocked soldiers. Their shared knowledge of relevant psychological research before the war influenced the development of sound localisation machines for detecting submarines, a military project, which was supported in both countries. The activities of those psychologists were observed and commented by the other side, but there were no hostile remarks against the enemy and soon after the war the scientific exchange began again
Critical men’s studies: (therapeutic) men’s groups and their contribution to the construction of masculinity
Welche Bedeutung haben und welche Chancen, Gefahren und Grenzen bieten (therapeutische) Männergruppen für die Konstruktion von Männlichkeit und die Entwicklung der männlichen Geschlechtsidentität? Es wird deutlich, dass Hierarchien und Machtverhältnissen unter Männern eine besondere Bedeutung für die Formung von Männlichkeit zukommt. Die Arbeit mündet in der Fokussierung auf therapeutische Männergruppen und der Frage, inwieweit diese zur Veränderung traditioneller Männlichkeit und Entwicklung hin zur Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen können.Which relevance do (therapeutic) men’s groups have and what opportunities, dangers and limitations do they offer in relation to the construction of masculinity and the development of male gender identity? It reveals that hierarchies and power relations among men have a special relevance when it comes to the formation of masculinity. The study focuses on therapeutic men’s groups and – in further consequence – on the question of how they can contribute to a change of traditional masculinity and the development of gender equality
Alfred Adler and the First World War
Adler ist nach dem Ersten Weltkrieg als scharfer Kritiker am Krieg hervorgetreten und hat seine pazifistische Haltung mit seiner individualpsychologischen Theorie verbunden. Der vorliegende Artikel stellt dies dar, weist aber auch nach, dass Adler seine Position gewandelt hatte und dass Adler eine ambivalente Haltung zum Krieg und zu seiner Funktion als psychiatrischer Militärarzt hatte. Es werden zu diesen Fragen neue Forschungsergebnisse präsentiert.After the First World War, Alfred Adler was a spiteful critic of this war and he connected his pacifist position with his individualpsychological theory. This is demonstrated in the present article, additionally it is shown that Adler had changed his position. He advocated an ambivalent attitude toward the war and toward his duty as a military psychiatrist. New issues of research are presented to these questions