Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
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«Wenn ich gross bin, will ich Lacan verstehen» Ein kleiner Erfahrungsbericht zum Projekt «Klinisches Arbeiten mit Lacan in und zwischen zwei Sprachen»
Ein kleiner Erfahrungsbericht zum Projekt «Klinisches Arbeiten mit Lacan in und zwischen zwei Sprachen»
Robert Heim und Emilio Modena (Hrsg.): Jacques Lacan trifft Alfred Lorenzer. Über das Unbewusste und die Sprache, den Trieb und das Begehren
Buchbesprechung.Erschienen im Psychosozial-Verlag, Giessen, 2016
Donata Schoeller and Vera Saller (eds.): Thinking Thinking: Practicing Radical Reflection
Buchbesprechung.Erschienen im Karl Alber Verlag, Freiburg, 2016
Was ist anders am «anderen Ufer»? Zu Judith Le Soldats «Grund zur Homosexualität»
Judith Le Soldat leistet mit ihrem posthum erschienenen Werk Grund zur Homosexualität einen Beitrag zum Verständnis einer Variante der psychosexuellen Entwicklung. Diese Entwicklungsvariante findet kurz nach Abschluss der ödipalen Phase, im Alter von ungefähr sieben Jahren statt und ist ausschliesslich bei einem Teil von später manifest homosexuellen Männern und Frauen zu beobachten. Der folgende Beitrag versucht, einige theoretische Voraussetzungen zum Verständnis dieses komplexen Werkes zu klären und damit den Einstieg in dessen Lektüre zu erleichtern
Que(e)re Gegenübertragung? Zur (Ir-)Relevanz sexueller Differenzen in der klinischen Praxis
Anhand eines Beispiels aus einer Gruppentherapiesitzung beleuchten die Autor_innen die klinische Praxis als Ort, an dem heteronormative Dynamiken reinszeniert wie zugleich stets auch polymorph-pervers durchque( e)rt werden. Unter Einbezug einer queeren Perspektive werden die von der Psychoanalyse reproduzierten gesellschaftlichen Normalitätsfolien und (homophoben und cisnormativen1) Abwehrmechanismen kritisch beleuchtet. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit der Gegenübertragung gelegt
Was ist eine Frau? Sexualität, Begehren und Einschreiben
Da die menschliche Sexualität nicht natürlich ist, reichen anatomische oder biologische Argumente nicht, um sie aufzuklären. Freud entdeckte, dass der Geschlechtsunterschied durch den Signifikanten vermittelt wird, denn Triebe als solche ignorieren die Dichotomie Mann/Frau. Jacques Lacan greift diesen vernachlässigten Aspekt auf und hebt die Schicksale des Subjekts mit der Sprache durch seine Lehre als etwas Fundamentales hervor. In Anbetracht der Prämisse, dass «die Neurose wie eine Frage strukturiert» sei, drücken die komplexen symptomatischen Manifestationen der Hysterika ihren Versuch aus, sich in einen Diskurs einzuschreiben, der von der Unmöglichkeit, eine kategoriale Antwort auf das Rätsel der Weiblichkeit zu geben, geprägt ist. Deren Frage lautet also: Was ist eine Frau? Ein Signifikant ergibt nur Sinn in Verbindung zu einem anderen Signifikanten und daher werden wir alle den durch den Signifikanten vermittelten Sachen gegenüber unabänderlich entfremdet. Aus dieser Sichtweise heraus möchte ich mich mit der Frage der Heterosexualität auseinandersetzen
Judith Le Soldat: Werkausgabe Band 1: Grund zur Homosexualität. Vorlesungen zu einer neuen psychoanalytischen Theorie der Homosexualität
Buchbesprechung.Erschienen im Verlag fromman-holzboog, Stuttgart, 2015
Psychoanalysis in Post-Apartheid South Africa
The following paper seeks to describe the trajectory of psychoanalytic endeavours in South Africa since the political thaw of the 1990s. The first part, written by Elda Storck – van Reenen, centres on the alignment of psychoanalytic training to international standards and the formation of institutions to contain these developments. Encouraging demographic and professional diversity and addressing the deficit of personal therapy – «Selbsterfahrung» – in formal training modalities are of primary importance. The second part, written by Mary-Anne Smith, elaborates on the application of basic psychoanalytic concepts to community and outreach work in an impoverished and traumatized society. In addition, the aspiration of engaging the interest and support of governmental agencies around the value and relevance of psychoanalytic thinking for primary and preventative health care is explored
Freud in Amerika
1909 reiste Sigmund Freud in Begleitung von Carl G. Jung und Sandor Ferenczi zu einer Vortragsreihe nach Amerika. In diesem Artikel wird untersucht, was die Umstände der euphorischen Aufnahme der Psychoanalyse durch amerikanische Ostküsten-Intellektuelle und wenig später durch die Öffentlichkeit waren. Anhand einer kurzen Schilderung von Freuds Gastgeber Stanley Granville Hall, James Jackson Putnam und William James wird dargestellt, wie die amerikanischen Wissenschaftler in je verschiedener Weise ambivalent zwischen naturwissenschaftlichem Reduktionismus und Transzendentalismus standen. Für die begierige Aufnahme der psychoanalytischen Therapie unter Psychiatern und Neurologen mache ich deshalb den starken Wunsch verantwortlich, dem materialistischen Weltbild zu entkommen. Zudem war ein grosses Bedürfnis da, hilfreiche Strategien für den Umgang mit Kranken zu finden. Für die weitere Entwicklung bis in die späten 50er-Jahre stelle ich in der psychotherapeutischen und institutionellen psychoanalytischen Landschaft eine starke Tendenz zur Erstarrung und Moralisierung fest. Für die Aufnahme durch die Öffentlichkeit und die tiefe Durchdringung der amerikanischen Populärkultur mit Gedanken und Schlagwörtern aus der Psychoanalyse gilt eher das Gegenteil. Ein liberales Verständnis der Psychoanalyse ermöglichte die Enttabuisierung von neurotischen, persönlichen Schwierigkeiten, die in Film und Fernsehen zunehmend thematisiert wurden. Was die Psychoanalyse indessen ebenfalls für die Medien attraktiv gemacht hat, ist der simple Grundsatz “sex sells”
Psychoanalysis in Israel: New Beginnings, Old Trajectories
The arrival of psychoanalysis in pre-state Israel in the early 20th century presents a unique chapter in the history of psychoanalysis. The paper explores the encounter between psychoanalytic expertise, Judaism, Modern Hebrew culture and the Zionist revolution. It offers a look at the relationship between psychoanalysis and a wider community, and follows the life and work of Jewish psychoanalysts during World War II. The coming of psychoanalysis to pre-state Israel, where it rapidly penetrated the discourse of pedagogy, literature, medicine, and politics, becoming a popular therapeutic to establish its identity in the face of its manifold European pasts and discipline, is regarded as an integral part of a Jewish immigrant society’s struggle with its conflict-ridden Middle Eastern present