Journal für Psychoanalyse (Psychoanalytisches Seminar Zürich - PSZ)
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    Zuhören, hinhören – aufhören

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    Im Übergang zum Rentenalter beschloss ich, meine Berufstätigkeit bald zu beenden, um mir mehr Freiraum für andere Interessen zu verschaffen. Ich beschreibe, wie ich das Aufhören angehe, wie meine Patient:innen darauf reagieren und wie ich versuche die aufkommenden Themen, Aktionen, Verwirrungen und Emotionen im Lichte des Abschieds zu verstehen. Nachträglich scheint es mir, als wirkte auch mein eigener Trauerprozess gestaltend mit, wie Freud ihn beschrieb: «Jede einzelne der Erinnerungen und Erwartungen, in denen die Libido an das Objekt geknüpft war, wird eingestellt, überbesetzt und an ihr die Lösung der Libido vollzogen» (Freud, 1917, S.63). Ich hebe einzelne Gedanken von Theoretiker:innen hervor, die mir besonders hilfreich waren, und lasse mich von Gedankengängen leiten, die sich im Hin und Her des therapeutischen Prozesses ergeben

    Überlegungen zur Beendigung und zu Begrenzungen von analytischen Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen

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    Besonderheiten hinsichtlich Zeitlichkeit und Endlichkeit bei Kinder- und Jugendlichenanalysen und -psychotherapien werden herausgearbeitet. Insbesondere wird auf die Bedeutung der Elternarbeit bei der Behandlung von Kindern und die notwendige Flexibilität des Settings bei Therapien mit Jugendlichen eingegangen. Weitere Aspekte sind das subjektive Zeitempfinden, das bei Kindern und ihren Eltern unterschiedlich sein kann, ebenso der Umgang mit Phantasien und Begrenzungen. Enttäuschungen in der Erwartungshaltung von Eltern und Therapeut:innen und die gefühlte Zukunftslosigkeit bei Jugendlichen werden oft zum Thema

    Assoziationen zur Beendigung von Psychotherapien aus verhaltenstherapeutischer Perspektive

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    Aufgrund fehlender Konzepte und Forschungsarbeiten zum Thema des Therapieendes in der Verhaltenstherapie (VT) ist es schwierig, belastbare Befunde dazu zu referieren. Allerdings lassen sich durchaus diverse Themen assoziieren, die Bezug zum Ende in der VT haben. Das Therapieende lässt sich auf verschiedenen Ebenen beschreiben. Die zentralste Ebene ist sicherlich die der therapeutischen Beziehung, deren Relevanz in der VT in den letzten 30 Jahren immens angestiegen ist. Parallel haben sich in der VT störungsspezifische Therapiekonzepte entwickelt für interaktionelle Störungen (insb. Persönlichkeitsstörungen), bei denen die therapeutische Beziehung einen besonderen Stellenwert hat, da sich die Psychopathologie direkt auf der Ebene der Therapiebeziehung manifestiert. Im Kontext von Beziehungskonzepten stellt sich implizit die Frage, wie die Beziehung am Ende der Therapie wieder aufgelöst werden kann, damit sich PatientInnen nicht krisenhaft im Stich gelassen fühlen. Eine weitere Ebene ist die Prozess- und Inhaltsebene mit der Feststellung, dass therapeutisch relevante Prozesse am Ende der Therapie eine veränderte Bedeutung aufweisen. Zuletzt gibt es noch die formale Ebene, in der es bspw. um die Frage veränderter Frequenzen von Therapiestunden geht. Interessant ist, dass die VT eine Therapieschule ist, deren Kernkompetenz darin besteht, therapeutische Themen zu strukturieren und zu manualisieren. Bei der Frage nach der Beendigung der Therapie sind die Akteure jedoch relativ auf sich alleine gestellt. Es mangelt zu diesem Thema nach wie vor an belastbarer Forschung. Dennoch lassen sich aus assoziierten Themenfeldern Gestaltungsprinzipien ableiten

    Nachruf auf Dr. med. Josef Zwi Guggenheim: (24. Juni 1942 – 19. Januar 2024)

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    Nachruf auf Dr. med. Josef Zwi Guggenheim (24. Juni 1942 – 19. Januar 2024

    Psychoanalyse unter Druck: Verwaltung von Gesundheit

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    Im vorliegenden Text befasse ich mich mit der Frage, wie die öffentliche Verwaltung von Gesundheit in den psychoanalytischen Prozess eingreift, welche Denkweise dabei vorherrscht und in welche Fallstricke sie sich verwickelt, wie die öffentliche Verwaltung den psychoanalytischen Prozess damit formt und verändert und welche Konsequenzen diese Vorgänge für die Anwendung von Psychoanalyse hat, bzw. haben wird, wenn es uns nicht gelingt, die Deutungsmacht der Verwaltung zurückzudrängen und wieder selber zu definieren, was Psychoanalyse ist und was sie leisten kann

    Illusionen der Verwandlung: Zur Psychodynamik einer Selbstflucht

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    Anhand zweier Fallvignetten wird in der vorliegenden Arbeit eine Dynamik der Selbstflucht dargestellt, bei der das Subjekt sich in immer wieder hergestellten Situationen des Aufbruchs in etwas potenziell Neues einrichtet, ohne je wirklich irgendwo ankommen zu können. Ausgehend von Christoper Bollas’ Konzept des Verwandlungsobjekts sowie Über­legungen zum Narzissmus von Neville Symington wird herausgearbeitet, dass es dabei um die Reproduktion illusionärer Verwandlungserfahrungen geht. Diese ermöglichen eine Dissoziation von nicht­integrierten Anteilen und damit die Herstellung einer narzisstisch verzerrten Selbstwahrnehmung. Die unaufhörliche Reproduktion dieser scheinbar transformativen Erfahrungen dient der unbewussten Fantasie, die Realität des Selbst, in all ihren Zumutungen und Kränkungen, negieren und ein davon befrei­tes Sein realisieren zu können. Durch die Bindung an immer neue illusionäre Verwandlungsobjekte, die diesem Zustand der «Schwebe» über negierten Selbst­-Anteilen zugrunde liegt, geht jedoch die Fähigkeit und Möglichkeit verloren, sich in der Beziehung zum anderen real zu erfahren und, letztlich, das eigene Selbst zu realisieren

    “All we ever wanted was everything.” Zur Aktualität der Psychoanalyse als Gesellschaftskritik

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    Über eine historische Verortung der Psychoanalyse im Zusam­menhang mit der Kritischen Theorie nähert sich der Beitrag der Frage nach der heutigen gesellschaftstheoretischen Relevanz der Psychoanalyse. Entlang der Ent­subjektivierungsthese der Kritischen Theorie und entgegen der Annahme, Psycho­analyse verliere aufgrund ihrer historischen Bedingtheit ihre Relevanz und ihren Wirkungsraum, soll hier Psychoanalyse als historisch­materialistisches, bewegliches und notwendiges Instrument zeitgenössischer Gesellschaftskritik diskutiert wer­den. Gerade in Hinblick auf die neoliberale Transformation der kapitalistischen Produktionsweise und den daraus resultierenden Anforderungen an die Subjekte wird der normative Anspruch der Psychoanalyse als kritischer Spiegel aktueller Verhältnisse immer wichtiger. Denn die für eine «gelungene» Individuation notwen­dige Herausbildung autonomer Subjektivität scheint innerhalb einer neoliberalen Subjektivierung, trotz der Erweiterung von Freiheitsspielräumen, kaum realisierbar zu sein

    Über den Sweet Spot des Deutens und die Traumarbeit als Leasingvertrag

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    Seit 2019 betreiben Mitglieder des Vereins The Missing Link und des Psychoanalytischen Seminars Zürich das Projekt Traumstation. Per E-Mail können Träume eingereicht werden, welche kostenlos und anonym mit einer Deutung beantwortet werden – bei entsprechendem Einverständnis auch in Form einer Audiodeutung im Podcast Traumstation. Träume werden hier also in einem neuartigen Setting gedeutet, welches sich von der an Funktionalität orientierten klinischen Situation mit dem entsprechenden Erwartungsdruck entkoppelt hat, und neue Perspektiven auf das Deuten und auf das «Ich unter Druck» eröffnet. Dieser Beitrag ist die erweiterte Fassung eines Vortrags, welcher am Psychoanalytischen Seminar Luzern gehalten wurde

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