TATuP – Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis
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    Natürlichkeit und Künstlichkeit: Zur Analyse und Bewertung von Technik in der Pflege des Menschen

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    In diesem Beitrag werden Möglichkeiten und Grenzen des Technikeinsatzes in der Pflege unter mehreren philosophisch-anthropologischen Prämissen aufgezeigt: Pflegerische Tätigkeiten sind elementare Formen der Reproduktion des Lebens und durch strukturelle Eigensinnigkeit (z. B. zyklischer Modus) gekennzeichnet. Sie gestalten sich allerdings unter Bedingungen historisch geschaffener und variierender Lebensformen mit Unterstützung technischer Instrumente. Den künstlich erzeugten Systemen des Lebens (Institutionen) wohnt ebenso wie der Technik eine Tendenz der Verselbständigung inne. Illustrieren lässt sich das an der Geschichte der Pflege, welche durch Trends einer wachsenden technischen Umgestaltung gekennzeichnet ist. Hinter diesen Trends verbergen sich indessen Kollisionen zweier unvereinbarer Eigenlogiken: einer Logik persönlicher Zuwendung und Hilfe, die nur wenig formalisierbar ist, und einer gegenläufigen Logik von Ökonomie sowie planender Verwaltung und Organisation. Nicht zufällig verweisen diese Inkommensurabilitäten auf Grenzen bspw. des Einsatzes moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in der Pflege hilfebedürftiger Menschen, die durch ethische und rechtliche Garantien wie Schutz der Persönlichkeit oder körperliche Integrität markiert sind.In this contribution prospects and constraints of the use of technology in care are pointed out under various philosophical and anthropological premises. Care activities are fundamental forms of the reproduction of life and are characterised by structural obstinacy (e.g. cyclic mode). However, they emerge under conditions that are historically created and due to the assistance of technical instruments are constantly varying. The tendency of self-perpetuation is inherent to both artificially generated systems of life (institutions) as well as technology. The history of care, characterised by tendencies of a growing technical transformation, illustrates this. Meanwhile, collisions of two incompatible control logics are hidden behind these trends. One is the logic of the personal attention and care which can be formalised to only a very small extent. The other, opposite direction is the economic logic, which entails planning administration and organisation. Not unintentionally this incomparableness refers to the limits of, for example, the application of modern information and communication technologies in nursing and caring for people in need of help. They are marked by ethical and legal guarantees like protection of personal rights or physical integrity

    Epistemische Governance für nachhaltige Energietransformationen: Vorstellung des Projekts EnergyCultures

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    Eine der drängendsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist die Transformation der vorherrschenden Energiesysteme in Richtung größerer Nachhaltigkeit. Bei diesen Problemstellungen handelt es sich um die komplexe Neuordnung vieldimensionaler soziotechnischer Systeme. Wissensproduktion ist dabei ein zentrales Element bei der Suche und Auseinandersetzung um die Energiesysteme der Zukunft. Die EnergyCultures-Nachwuchsgruppe betreibt Transformationsforschung mit dem Ziel, die Bedingungen, Potenziale und Grenzen transformativer Wissensproduktion und deren Beitrag zur nachhaltigen Neuordnung von Energiesystemen zu ergründen

    Nachruf: Fritz Gloede

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    Technik und Pflege in einer Gesellschaft des langen Lebens: Einführung in den Schwerpunkt

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    Reflexionen zum Technikeinsatz in Kontexten der Pflegearbeit in einer Gesellschaft des langen Lebens lassen sich nicht auf pragmatische Aspekte der Technikentwicklung, -nutzung und -bewertung begrenzen. Sie fordern vielmehr konstitutiv zu einer Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung auf und provozieren Debatten um den gesellschaftlichen Umgang mit Alter und Vulnerabilität oder um das Verhältnis von Effektivität und Effizienz der Fürsorge in einer modernen Gesellschaft. Wie durch ein Brennglas bündeln sich Fragen nach den kulturellen Vorstellungen des Alterns sowie der gesellschaftlichen Entwicklung insgesamt in der Auseinandersetzung um Pflege und Technik in einer Gesellschaft des langen Lebens. Das vorliegende Schwerpunktheft sucht Anregungen zu diesen Fragen aus Perspektive der Gerontologie, der Pflegewissenschaft sowie der Technikfolgenabschätzung zu erhalten.Reflections on the use of technologies in the context of care in a society of longer living cannot be limited to pragmatic aspects of technology development, use or assessment. Instead these issues demand a constitutive discussion over the basic questions of society’s development and provoke debates on the societal way of dealing with age and vulnerability as well as the relationship between effectively and efficiency and care in a modern society. Like under a magnifying glass, questions of the cultural notions of age or societal development as a whole arise through the discourses surrounding care and technology in a society of longer living. The following thematic focus searches for approaches to these questions from perspectives of gerontology, nursing sciences as well as technology assessment

    Synthetische Biologie: Zwischen Fiktion und Realität: Interview mit Dr. Markus Schmidt über das BIO·FICTION Science Art Film-Festival (23.–25. Oktober 2014, Wien, Österreich)

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    Synthetische Biologie ist ein aufstrebendes Forschungsgebiet, das Wissen, Ansätze und Methoden der Biotechnologie, Verfahrenstechnik, Informatik und verwandte Disziplinen umfasst. Das Hauptziel ist es, Organismen mit neuen Eigenschaften, die sonst in der Natur nicht existieren, zu schaffen. Zukünftige Anwendungen der Synthetischen Biologie werden möglicherweise einen wichtigen Beitrag zur Bioökonomie und im medizinischen Bereich leisten und Lösungen für Umweltprobleme anbieten können. SYNENERGENE ist ein von der EU gefördertes Projekt zu gesellschaftlichen Auswirkungen dieser neuen Technologie. In diesem TATuP-Interview sprechen wir mit Markus Schmidt, Gründer der Biofaction KG, einem Forschungsunternehmen in Wien, das sich mit Technikfolgenabschätzung zu neuen Biotechnologien sowie mit Wissenschaftskommunikation und Kunst-Wissenschaft-Kooperationen beschäftigt. Im Oktober 2014 haben er und sein Team im Rahmen des SYNENERGENE-Projekts das zweite „BIO·FICTION Science, Art & Film“-Festival organisiert, das ethische, rechtliche und ökonomische Aspekte sowie langfristige gesellschaftliche Auswirkungen der Synthetischen Biologie nicht nur in zahlreichen Vorträgen und Sessions, sondern insbesondere auch durch verschiedene Filme und Kunstinstallationen betrachtet hat. Das Interview für TATuP führte Antonina Khodzhaeva, European Network Science Centers & Museums (ECSITE), Brüssel

    Energiespeicher und alternative Energieausgleichsoptionen aus diversen systemischen Perspektiven

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    Die Herausforderungen sind groß: Bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien müssen zunehmend Differenzen zwischen Angebot und Nachfrage im elektrischen Netz ausgeglichen und kritische räumliche Distanzen überwunden werden, um eine sichere Elektrizitätsversorgung in Deutschland und Europa zu gewährleisten. Neben Energiespeichern können auch diverse andere Optionen eingesetzt werden, um Angebot und Nachfrage im Stromsektor auszugleichen. Ausgehend von den erwartbaren Herausforderungen und Anwendungsbereichen werden in diesem Beitrag die bereits heute absehbaren möglichen und teilweise konkurrierenden Optionen aus verschiedenen systemischen Perspektiven diskutiert. Dazu werden zunächst vorliegende technisch-ökonomische Szenarioanalysen untersucht und ihre Grenzen diskutiert. Danach wird eine erweiterte Bewertung der Zukunftsfähigkeit einiger relevanter Ausgleichsoptionen unter Umwelt-, Ressourcen- und gesellschaftlichen Aspekten vorgenommen.The challenges are big: In order to enable a safe and reliable energy supply in Germany and Europe with large shares of renewable energy, differences between supply and demand in the electrical grid have to be balanced as well as critical spatial distances need to be overcome. Beside storages, other diverse options can be used to stabilize supply and demand in the electricity sector. Based on expected challenges and areas of application this contribution discusses the already existing and partly competing options from different systemic perspectives. For this, assessments from technical-economic scenario-analyses are examined. Then, with the help of a framework of the assessment regarding future viability, several options and combinations with production facilities environmental aspects, resource use and societal aspects are analysed

    Desorientierung der TA oder Orientierungsgewinn? Einige Anmerkungen zum Vorschlag, die TA hermeneutisch zu erweitern

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    Gegenüber der von Armin Grunwald geforderten „hermeneutischen Wende“ der TA angesichts spekulativer Technikzukünfte und kontroverser Debatten um die „New and Emerging Sciences and Technologies“ (NEST), wird hier für eine praxis- und prozessorientierte TA auch im Fall der NEST argumentiert. Die unterschiedliche Sicht folgt aus der jeweiligen Bestimmung der Ausgangssituation. Grunwald folgert aus dem Umstand, dass es bei den NEST kein robustes Wissen über ihre künftigen Folgen gibt, dass der TA nichts anderes übrig bliebe als sich hermeneutisch mit den visionären Narrativen der NEST und den zugehörigen Debatten zu befassen, um so doch noch Orientierungswissen zu generieren. Dieser Letzte-Ausweg-Ansatz blendet aus, so die Kritik, dass es zu dem Zeitpunkt, an dem TA sich mit einer der NEST zu befassen beginnt, schon manifeste soziotechnische Innovationsprozesse im Gang sind, es einen dazu gehörigen Sachstand der wissenschaftlich-technischen NEST-Entwicklung gibt, und auch schon Politiken, die auf visionäre Narrative rekurrieren. Eine an den laufenden Innovationsprozessen ansetzende TA, so die Gegenthese, sollte deshalb auch im Fall von NEST-Entwicklungen in der Lage sein, ohne Umwege politikrelevante Orientierungsleistungen zu erbringen

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