TATuP – Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis
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Die Ursache des Fukushima-Unglücks ist die Behauptung seiner Unmöglichkeit: N. Kan: Als Premierminister während der Fukushima-Krise. München: Iudicium 2015, 165 "., ISBN 978-386-205-426-8, Euro 14,80
Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation: Einführung in den Schwerpunkt
Reallabore knüpfen an verschiedene Forschungstraditionen an, etwa die transdisziplinäre Forschung, Nachhaltigkeitsforschung und Transformationsforschung, bieten aber auch wesentlich Neues. Erste Ergebnisse aus vier Reallaboren sowie der zugehörigen Begleitforschung werden in diesem Schwerpunkt verbunden mit konzeptionellen Beiträgen. Für ein zukünftiges Verständnis von Reallaboren werden davon ausgehend Bedingungen formuliert, die nötig sind um das volle Potenzial dieses neuen Forschungs- und Praxisformates zu heben: Forschungsorientierung, normative Orientierung an Nachhaltigkeit, Transdisziplinarität, Transformativität, zivilgesellschaftliche Orientierung, Langfristigkeit und Laborcharakter. Weitere zentrale Punkte werden zur Klärung ausgewiesen.Real world laboratories stand in several research traditions such as transdisciplinarity, transformative research and sustainability research, but offer a new potential for these. First insights from four real world labs and the accompanying research are presented in this thematic focus in combination with conceptual contributions. For a future understanding of real world lab research, seven constituing conditions have to be met, in order to use real world labs to their full potential: research orientation, normative orientation towards sustainability, transdisciplinarity, transformative approach, participation, long-term orientation and laboratory setup. Other issues are identified for further discussion
Passivhaus-Schulen werden aktiv: Ein technisches Schulprojekt über die Funktionalität energieeffizienter Gebäude und die Zufriedenheit der NutzerInnen
Perspektiven der Forschungsförderung für Postwachstum
Die deutsche Wissenschafts- und Forschungslandschaft benötigt neue Governance-Strukturen, um das gesellschaftliche Innovationspotenzial für eine zukunftsfähige Transformation einzubinden und zu nutzen. Die Verengung auf ökonomisches Wachstum und technologische Ansätze in der nationalen wie europäischen Forschungs- und Innovationspolitik ist unzureichend, um den großen Herausforderungen wie Klimawandel, sozialer Ungleichheit und Ressourcenübernutzung zu begegnen. Ein systemischer Ansatz von Innovation und Forschung bezieht kulturellen Wandel und soziale Innovation mit ein. Eine Forschungspolitik, die einen deliberativen und iterativen Diskurs zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, Wirtschaft und Wissenschaft fördert, stärkt das notwendige Vertrauen in sektorübergreifende Veränderungsprozesse und nutzt das gesellschaftliche Wissen für die Transformation. Akteure und Strukturen in Wissenschaft und Forschung müssen organisatorisch und inhaltlich neu ausgerichtet werden, um realisierbare Ansätze für die Reduktion von Konsum- und Produktionswachstum zu generieren und umzusetzen.The science and research landscape in Germany requires new governance structures that can integrate and use societal potential for innovation toward sustainable transformation. The focus on economic growth and technological approaches in national and European research and innovation policy is insufficient for tackling major challenges such as climate change, social inequality and overexploitation of resources. A systemic approach to innovation and research incorporates cultural change and social innovation. A research policy that promotes a deliberative and iterative discussion between civil society actors, industry and science can help strengthen the necessary confidence in cross-sectoral change processes and includes social knowledge in innovation strategies. Actors and structures in science and research require a reorientation of their organization and content in order to generate and implement viable approaches for reducing the growth of consumption and production
Zur Sicherheit von Fresh-Cut-Warenketten: Systemische Komplexität, technologische Ansätze und Grenzen ihrer Wirksamkeit
Verzehrfertige Salate, Obstprodukte und Sprossen boomen. Allerdings bergen sie ein nicht unerhebliches Risiko einer Belastung mit Krankheitserregern. Warum lassen sich Einträge von pathogenen Bakterien trotz hoher Hygienestandards in den verarbeitenden Betrieben nicht vollständig vermeiden? An welchen Stellen der Warenketten erfolgen Kontaminationen und wie können sich die Erreger vermehren? Das vom BMBF im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ geförderte Verbundprojekt SAFEFRESH hat erforscht, wie sich das mikrobielle Risiko bei Fresh-Cut-Erzeugnissen reduzieren lässt. Dazu wurden ein Monitoring- und verschiedene Entkeimungsverfahren entwickelt sowie realistische Szenarios zu möglichen Kontaminationsfällen und deren Folgekaskaden hergeleitet. Der Gewinn an zusätzlicher Sicherheit ist jedoch begrenzt
Partitionierung und Transmutation: Eine kerntechnische Zukunftsoption?
Wärmeentwickelnde, hochradioaktive Abfälle haben ein hohes Langzeit-Gefährdungspotenzial. Sie müssen in einem möglichst sicheren Endlager verwahrt werden, das es derzeit in Deutschland noch nicht gibt. Durch Partitionierung und Transmutation (P&T) könnte die Trennung der Abfälle (Partitionierung) sowie die Umwandlung (Transmutation) eines Großteils der Radionuklide durch Neutronenbeschuss gelingen (Knebel et al. 2013; Lübbert/Ahlswede 2008). P&T könnte somit eine Möglichkeit sein, das benötigte Volumen für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle zu verringern. Bislang lag der wissenschaftliche Fokus bei P&T auf technischen Machbarkeitsstudien. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt wurden nun erstmals auch die gesellschaftlichen Implikationen dieser technologischen Anwendungen untersucht. Anhand von vier Szenarien (Abstinenz, Forschungspartizipation, Europäische Systempartizipation, Anwendung in Deutschland) werden im Folgenden Chancen und Risiken von P&T beschrieben und potenzielle Handlungsmöglichkeiten sowie Kommunikationsempfehlungen formuliert.[1]Heat-generating high-level radioactive waste is potentially dangerous for a very long time. It has to be stored in a high security repository, which doesn’t exist today in Germany. The technology of Partitioning and Transmutation (P&T), which is to convert part of the longlived high-level radioactive substances contained in the spent fuel rods into shorter-lived fission products (Knebel et al. 2013; Lübbert/Ahlswede 2008), is currently under research and development. It could be one way of reducing the long-term hazard potential of heat-producing waste. Until recently, technical aspects dominate the scientific debate about P&T. Social implications of P&T were now at the center of an interdisciplinary research project using scenario techniques. This article describes four societal development scenarios (abstinence, research participation, European systems participation, application in Germany) with different chances and risks of P&T and gives recommendations for future action and communication
Beteiligung lernen: Diskussionsbeitrag anlässlich des „Bürgerdialogs Standortsuche“ der Endlager-Kommission
Partizipation stellt im Bereich der Technologiepolitik nach wie vor einen Trend und im Fall der Endlager-Kommission ein „Pionierverfahren“ dar. Exemplarisch für die Debatte um die Sinnhaftigkeit und Angreifbarkeit professionell organisierter Bürgerbeteiligung geriet beim „Bürgerdialog Standortsuche“ neben Fragen sachgerechter Problembearbeitung und Verfahrensgerechtigkeit auch die Ebene der Medialisierung in den Blick. Vor diesem Hintergrund wäre Partizipation zunächst als Untersuchungsgegenstand per se und nicht als Lösungsstrategie zu fassen. Die methodische Auseinandersetzung in dieser Frage weist weit über einzelne Veranstaltungen und die Endlagerthematik hinaus