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Modelle und Praxiskonzepte der Physiotherapie. Eine Verortung innerhalb von Anthropologie und Ethik.
Zusammenfassung
Die Arbeit verknüpft Grundlagenforschung mit der physiotherapeutischen Praxis. Es wird darauf abgezielt, für dieses Handlungsfeld ein möglichst konsensfähiges Menschenbild zu entwerfen, dem ethische Prinzipien für diese berufliche Tätigkeit entsprechen können. Ausgehend von der menschlichen Bewegung werden Modelle und Praxiskonzepte der Physiotherapie auf dem Boden der hermeneutischen Methodik diskutiert. Dadurch kann es zugleich gelingen, die Unverzichtbarkeit von Anthropologie und Ethik für die Professionalisierung und Professionalität dieses Berufs zu unter-streichen.
Abstract
This work links basic research with physiotherapeutic practice. The aim here is to design a conception of man for this field of action which is capable as far as possible of consensus and which can accord with the ethical principles of this vocational activity. Based on human motion, physiotherapy models and practice concepts are discussed founded on hermeneutical methods. In this way it is simultaneously possible to emphasise the indispensability of anthropology and ethics for the professionalization and the professionalism of this vocation
JUST USE IT? USABILITY-EVALUATION DES ONLINE-KATALOGS DER ZENTRALBIBLIOTHEK DER SPORTWISSENSCHAFTEN
Direkt- versus Ballbesitzspiel - Erfolgreiche mannschaftstaktische Angriffsdeterminanten auf nationalem und internationalem Niveau im Sportspiel Fußball
Die vorliegende Arbeit setzte sich als Ziel, die Spielweisen hinsichtlich mann-schaftstaktischen Angriffsverhaltens in Bezug zum Erfolg im Sportspiel Fußball zu untersuchen. Sowohl das Direktspiel aus einer geordneten defensiven Organisation heraus, nach Ballgewinn schnellst möglich zum Torabschluss zu gelangen als auch das Ballbesitzspiel, mit vielen Ballverlustrisiko mindernden Pässen die stabile Grundordnung des Gegners zu unterbrechen, scheinen erfolgsversprechend zu sein. Mit dem FC Chelsea gewann eine Mannschaft die UEFA Champions League 2012, die vorrangig mit der erstgenannten Spielweise agierte, während die spanische Nationalmannschaft als Sieger der vergangenen drei internationalen Turnieren überwiegend durch ihr Ballbesitzspiel auffiel.
Die Dissertation besteht aus sechs Kapiteln. Ausgehend von der theoretischen Ei-nordnung des Themas in die sportwissenschaftlichen Grundlagen, bei der vor allem die leistungsimmanenten Einflussfaktoren auf die sportliche Leistung im Sportspiel Fußball thematisiert werden, stellt die Arbeit im dritten Kapitel den Forschungsstand und das daraus resultierende Defizit in der Sportpraxis und Sportwissenschaft dar. Anschließend folgt im vierten Kapitel mit der empirischen Untersuchung der Hauptteil der Arbeit. Ableitend aus den sieben Haupthypothesen reiht sich die Erläuterung der methodischen Ansätze an. Zentraler Aspekt der quantitativen Untersuchung sind die beiden Indizes der Spielkontrolle und des Angriffsverhalten, die den Grad der Spielkontrolle ebenso wie die Angriffsart des Direkt- und Ballbesitzspiels auf einem Kontinuum abbilden. Die Einzelindikatoren der Spielweise waren strukturiert den Dimensionen des Raumes, der Zeit, der Aktion und Konsequenz, des Angriffsverhalten sowie des Spielumfelds und –verlaufs zugeordnet. Qualitativ wurden Angriffe hinsichtlich deren Art und des gegebenen Drucks der abwehrenden Mannschaft beurteilt. Einen großen Anteil nimmt die Ergebnisdarstellung ein, gefolgt von der Anwendung der Ergebnisse auf die Forschungshypothesen und der Diskussion der Erkenntnisse. Das Fazit und der Ausblick auf mögliche Konsequenzen für die Sportwissenschaft und die Sportpraxis sowie eine Zusammenfassung der Arbeit umrahmen die vorliegende Dissertation.
Schließlich muss das Ziel sein, mittels des Ballbesitzspiels kontrolliert Unordnung beim Gegner zu provozieren. Das impliziert sowohl ein aktives Bestreben, mit dem notwendigen Grad an Direktheit ein Tor zu erzielen, als auch ein aktives Verteidigen, das intendiert ist, den Ball zurückzugewinnen und weniger, das Tor zu verhindern. Ist die Unordnung beim Gegner gegeben, sollte ein direkter Weg zum gegnerischen Tor gewählt werden.
The aim of this thesis was to evaluate the attacking behavior of football teams as a function of success in a tournament. Both direct play with a structured defensive organization and fast attacks after a ball gain as well as possession play with a bulk of less risky passes to get the rivals defense in trouble seems to be successful. The FC Chelsea won the UEFA Champions League 2012 with the style of direct play, whereas the Spanish National team was successful with possession play, winning the last three international tournaments in a row.
The thesis includes six chapters. First, the theoretical basics are addressed, espe-cially the relevant factors concerning performance in football, followed by a critical review of the present research. The fourth chapter is the main part of the thesis – the empirical research which starts with the seven main hypotheses. Subsequently the methodological approach chosen is specified. Two indices were the focus of the quantitative research – control of the game and style of play – which indicate the rate of control and style of play on a continuum. The single indicators of the playing style were structured into six different dimensions regarding space, time, action and consequence, attacking behavior as well as external and match process factors. On the other hand attacking behavior was qualitatively assessed regarding the playing style and the defending pressure of the rival team. A major part of the thesis is the presentation of the results, followed by the evaluation of the research hypotheses and the discussion. The conclusion and the consequences concerning both theory and practice as well as the summary frame the current thesis.
In conclusion the thesis suggests that football teams are well advised to provoke disorder among the opponent team via controlled possession play. This implies both an active attempt to score goals in a direct manner and an active defensive behavior with the intention to regain the ball and not merely preventing a goal. Once the rival team is disorganized the most direct way to score a goal should be chosen
Unloading of the medial knee compartment by orthotic devices
Zusammenfassung
Osteoarthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung, die durch einen sukzessiven Knorpelverlust charakterisiert ist. Typische Begleiterscheinungen sind Gelenkschmerzen, sowie eine Reduktion der Gelenkfunktion und damit einhergehend eine Verschlechterung der Lebensqualität. Die Anwendung von Knieorthesen als konservative Therapiemaßnahme begründet sich in Ihrer Entlastungsfunktion, welche das Fortschreiten der Erkrankung verhindern soll. Ziel dieser Arbeit war es, die mechanische Effektivität einer valgisierenden Knieorthese auf die Reduzierung von Parametern der Kniebelastung zu untersuchen. Außerdem wurde die Verbesserung von Symptomen, kinematische Veränderungen und die elektromyographische Aktivität von mehreren Muskeln der unteren Extremität analysiert. Zusätzlich erfolgte der Vergleich von valgisierenden Knieorthesen mit lateral erhöhten Einlagen bezüglich der mechanischen Effektivität. Es wurden signifikante Reduzierungen des Knieadduktionsmomentes während des Tragens der Knieorthese in verschiedenen Valguseinstellungen festgestellt. Ebenfalls führte die Anwendung einer neutralen flexiblen Ortheseneinstellung zur Verringerung des Knieadduktionsmomentes, jedoch in einem geringeren Ausmaß. Sowohl bei der flexiblen als auch bei der valgisierenden Einstellung kam es im Hinblick auf die Symptom- und Funktionsverbesserung interessanterweise zu vergleichbaren Ergebnisse. Weiterhin wurden Reduzierungen in der Muskelaktivität und der Co-Kontraktion von Agonisten und Antagonisten bei der Verwendung der Knieorthese beobachtet, was als ein zusätzlicher Mechanismus zur Gelenkentlastung interpretiert werden kann. Die Verwendung von Einlagen mit lateraler Randerhöhung führte ebenfalls zu einer Reduzierung des Knieadduktionsmomentes. Dieser Effekt fiel jedoch im Vergleich zur Verwendung der Knieorthese geringer aus. Signifikante Veränderungen des Kniewinkels in der Frontalebene während des Tragens der Orthese wurden als potentieller Mechanismus für die Reduzierung des Hebelarmes am Kniegelenk identifiziert, was zu einer Abnahme des Knieadduktionsmomentes führte. Die Ergebnisse dieser Studien unterstützen die Verwendung von valgisierenden Knieorthesen und lateral erhöhten Einlagen zur Erreichung einer Reduktion in den externen Parametern der Kniebelastung. Eine Symptomverbesserung sowie eine Abnahme der Muskelaktivität wurden bei der Verwendung der Knieorthese ebenfalls festgestellt.
Abstract
Osteoarthritis is a degenerative joint disorder characterised by gradual cartilage loss accompanied by joint pain, impairment in function and decrease in quality of life. The use of knee braces as conservative treatment for this disorder is justified by its unloading function, which should contribute to avoid disease progression, considering the underlying disease mechanisms of osteoarthritis. The aim of this thesis was to analyse the mechanical effectiveness of a valgus knee brace in decreasing knee loading parameters. Furthermore, improvement in symptoms, kinematic changes and alterations in the electromyographic activity of the lower limb muscles were also investigated. In addition, the mechanical effectiveness of the valgus knee brace was compared to lateral wedged insoles. Significant decreases in the knee adduction moment were observed with the use of the brace in several valgus adjustments. The use of this orthosis model in a neutral flexible adjustment also induced to significant reduction of the knee adduction moment, however, in a lesser extent. Interestingly, improvement in symptoms with the flexible adjustment was comparable to those observed with the valgus adjustment. Decreases in the muscle activity and co-contraction levels of agonist and antagonist muscles were also observed with this knee orthosis, indicating an additional mechanism of joint unloading. The use of lateral wedged insoles also caused a decrease of the knee adduction moment, however, its effect was not as pronounced as the effect of the knee brace. Significant changes of the knee angle while using the brace were identified as possible mechanism for the reduction of the lever arm in the frontal plane, leading to a decrease in the knee adduction moment. Thus, the results of this thesis support the use of a valgus knee brace and laterally wedged insoles in reducing external knee loading parameters. Symptoms improvement and decreases in muscle activity were also observed using the knee brace
Erfolgsfaktoren für den intergenerativen Austausch in einem sportorientierten Kontext
Die Thesis beschreibt Determinanten des gemeinsamen Sporttreibens von Jungen und Älteren. Oder: Wie kann gemeinsame Bewegung für beide Generationen als erfreulich und nutzbringend gestaltet werden
Biomedizinische Grundlagen zum Krafttraining im Kindes- und Jugendalter
Zusammenfassung:
Entgegen früherer Befürchtungen, bewerten aktuelle Positionspapiere der American Academy of Pediatrics (AAP), des American College of Sport Medicine (ACSM) oder der National Strength and Conditioning (NSCA) ein Training im Kindes- und Jugendalter einheitlich als effektiv und sicher. Demgegenüber stehen nationale Lehrbücher, welche noch immer die tradierten Vorstellungen wiedergeben sowie eine rudimentäre Einbindung von Krafttraining in zahlreichen Rahmentrainingsplänen für den Nachwuchsleistungssport. Das bedeutet wir hinken der internationalen Entwicklung in diesem Bereich um etwa 20 bis 30 Jahre hinterher. Daher war es das primäre Ziel der vorliegenden Arbeit, die vorhandene Datenlage im Bezug auf dieses Thema zusammenzutragen und etwaige Forschungsdesiderate herauszustellen.
Die Analyse von 69 Interventionsstudien zeigte, dass Krafttraining über alle Altersgruppen hinweg effektiv ist und die gewonnen Kraftzuwächse durchaus mit denen von Erwachsenen verglichen werden können. Einige Autoren fanden für präpubertäre Kinder sogar größere Zuwächse als in späteren Reifestadien. Die mittlere auxotonischen, isokinetischen und isometrischen Kraftzuwächse lagen bei 31,6% (23 Studien), 20.1% (6 Studien) und 26,3% (17 Studien). Bislang haben nur wenige Studien (n = 7) ihre Ergebnisse für weibliche Probanden isoliert angegeben. Da diese Studien widersprüchliche Ergebnisse zeigten, kann aktuell nicht abschließend beurteilt werden, ob die Muskelkraft von Mädchen weniger trainierbar ist als die von Jungen.
Da einige Studien trotz signifikanter Kraftverbesserungen bei präpubertären Kindern keine Muskel-hypertrophie nachweisen konnten, werden die Kraftzuwächse bei Kindern in der Regel einer verbesserten neuromuskulären Aktivierung zugeschrieben. Ein Großteil der zugrundeliegenden Studien nutzte jedoch ungenaue Messmethoden, um die strukturellen Veränderungen zu erfassen. Im Gegensatz dazu fanden die wenigen Studien, welche präzisere Messmethoden verwendeten, auch bei präpubertären Kindern eine signifikante Zunahme des Muskelwachstums. Darüber hinaus existieren nur wenige Studien, welche die oben genannte Annahme stützen, dass vornehmlich neuromuskuläre Veränderungen für die Kraftzuwächse verantwortlich sind.
Entgegen der Befürchtungen, die mit einem Krafttraining im Kindes- und Jugendalter verbunden waren, ist zu sagen, dass es sich hierbei um eine risikoarme Trainingsform handelt. Neben der Tatsache, dass bislang in keiner einzigen prospektiven Studie die häufig befürchtete Schädigung der Epiphysenfugen beobachtet werden konnte, fanden sich auch in den 69 analysierten Studien lediglich zwei leichte Verletzungen. Ganz im Gegensatz dazu lassen sich vermehrt Studien finden, welche positive Effekte auf die Gesundheit beschreiben. Dazu gehören u.a. eine vermehrte Knochenmineralisation, eine verbesserte Körperzusammensetzung und positive Effekte auf die Psyche.
Insgesamt kann zwar gesagt werden, dass Krafttraining während der Kindheit und Jugend effektiv ist, jedoch sind die zugrundeliegenden Mechanismen der Kraftzuwächse in großen Teilen noch unbekannt.
Abstract:
In contrast to earlier concerns, current position statements of the American Academy of Pediatrics (AAP), the American College of Sport Medicine (ACSM), or the National Strength and Conditioning (NSCA) Association unequivocally state resistance training in children and adolescents to be effective and save. However, national textbooks and training guidelines still contain those outdated opinions that could be found in position paper from the AAP in the late 1980s. That is, we lag behind the international doctrine in this field of research for about 20 to 30 years. Therefore, the primary aim of the present study was to review the currently available data concerning this topic and to outline any desideratum for further research.
The analyses of 69 interventional studies revealed that resistance training is effective over all age groups and that strength gains in children and adolescents were comparable to those from adults. Some authors even found greater improvements for prepubertal children compared to those in later stages of puberty. Mean auxotonic, isokinetic, and isometric strength gains were 31.6% (23 studies), 20.1% (6 studies), and 26.3% (17 studies) respectively. Due to the small number of studies (n= 7) presenting data for female subjects and due to their conflicting results, it is currently impossible to state whether girls muscle strength is less trainable.
Due to the fact that some of the previously published studies failed to detect muscle hypertrophy despite significant improvements in muscle strength, prepubertal strength gains are usually attributed to enhanced neuromuscular activation. However, the majority of those studies used imprecise methods, like anthropometric circumference measurements, to detect structural adaptations. By contrast, the few available studies using more precise methods like ultrasound were able to detect hypertrophy in prepubertal children. Furthermore, there is only little evidence to support the assumption that neuromuscular changes are responsible for the observed strength gains.
Against the early concerns associated with resistance training in children and adolescents, it can be stated that the risk of this exercise type is very low. Besides the fact that the frequently feared damage of the growth plate has never been reported by any prospective resistance training study, only two minor injuries were found to be noted in the 69 analyzed studies. By contrast, there is growing evidence that resistance training during childhood and youth is associated with different kind of health benefits, like enhanced bone mineral density, improved body composition, and psychological health.
Even though it can be stated that resistance training is effective and save during childhood and youth, it must be stated that the underlying mechanisms of strength gains are largely unknown
Long-term effects of ACL reconstruction on knee joint function
Abstract<p>
It is generally accepted that patients with a history of anterior cruciate ligament (ACL) rupture, in both the ACL-deficient state and following reconstruction, are at high risk of developing knee osteoarthritis (OA). It is assumed that altered knee kinematics and increased knee moments at the involved leg cause a degeneration of the knee. The literature reports demonstrate that patients with a history of ACL rupture reduce their sagittal knee moment output in relation to the functional impairment of the involved knee. From a mechanical point of view, this altered motor strategy potentially counteracts the initiation of knee OA in patients with a history of ACL rupture. However, the mechanism by which patients reduce their external knee flexion moment has not yet been identified; therefore, a potential link between altered locomotion mechanics and the development of knee OA in patients with a history of ACL rupture is missing. The aims of the current thesis were to identify the mechanism responsible for reducing knee joint moment profiles in ACL-deficient patients, as well as the effect of ACL reconstruction on factors recently identified as explaining the early onset of knee OA in patients with a history of ACL-rupture. Patients were investigated in their ACL-deficient state and six and twelve months post-surgery while performing a single-leg hop test over a given distance. It was found that independent of the actual state of the knee (i.e. ACL deficient or ACL reconstructed), patients partly transfer their sagittal joint moments from the knee to the adjacent ankle and hip joints by flexing their trunk, in this way repositioning the ground reaction force vector more anteriorly in relation to the joints of the lower extremity. In doing so, patients diminished their ability to control postural dynamic stability, potentially increasing the risk of further musculoskeletal injuries caused by loss of balance during dynamic motor tasks. In addition, the results show that the differences in external knee flexion moment between legs increased from the ACL-deficient to the ACL-reconstructed state six months post-surgery and came back to the baseline level (the ACL-deficient state) twelve months after ACL reconstruction. At the same time, the differences in ambulatory sagittal knee moments were strongly related to patients' reduced knee extensor muscle strength twelve months after ACL reconstruction.Therefore, the data provides strong evidence that the examined patients did not obtain any clear functional benefit or improvement in ambulatory knee joint mechanics after ACL reconstruction. This is supported by the current findings that independent of the actual state, the patients' involved knee revealed an external rotational offset compared to the uninvolved leg, potentially causing a substantial spatial shift in the load-bearing contact location of the joint to a zone not conditioned to frequent load bearing, and thereby increasing the risk of knee OA.
Zusammenfassung<p>
Es ist allgemein anerkannt, dass Patienten nach vorderer Kreuzband (VKB) Ruptur ein erhöhtes Gonarthroserisiko aufweisen. Veränderte Kniekinematik und erhöhte Kniemomente am betroffenen Bein werden generell als Ursachen von Gelenkdegeneration angesehen. Des Weiteren ist bekannt, dass Patienten nach VKB Ruptur ihre sagittalen Kniemomente in Relation zur funktionellen Einschränkung des betroffenen Beins reduzieren. Mechanisch betrachtet, wirkt dieses Bewegungsverhalten der Gonarthroseentwicklung entgegen. Der Mechanismus, welcher für die reduzierten Kniemomente verantwortlich ist, konnte bislang nicht identifiziert werden. Darüber hinaus ist ein möglicher Einfluss dieser veränderten Bewegungsmechanik der VKB Patienten auf die Gonarthroseentwicklung nicht beschrieben. Die Ziele der vorliegenden Arbeit sind es, den Mechanismus der reduzierten Kniemomente in VKB Patienten zu identifizieren sowie den Einfluss einer VKB-Ersatzplastik auf mechanische Faktoren, welche die Gonarthroseentwicklung begünstigen, zu untersuchen. Dafür wurden VKB Patienten in defizitärem Zustand, sowie sechs und zwölf Monate nach VKB-Rekonstruktion während eines Einbeinweitsprungs bei gegebener Weite analysiert. Unabhängig vom Untersuchungszeitpunkt zeigten die Patienten eine Umverteilung der Drehmomentengenerierung vom Knie zu den angrenzenden Gelenken auf. Durch eine vermehrte Oberkörpervorlage wurde der Vektor der Bodenreaktionskraft nach anterior verschoben, wodurch sich die Hebelarme der Bodenreaktionskraft in Bezug zu den Gelenkzentren veränderten. Diese veränderte Bewegungsstrategie führte zu einer reduzierten posturalen dynamischen Stabilität bei dynamischen Bewegungen und erhöhte das Risiko für sturzbezogene Verletzungen. Des Weiteren zeigten die Ergebnisse, dass die Asymmetrie zwischen den Beinen bezüglich des externen Knieflexionsmoment sechs Monate post-operativ größer war als prä-operativ und zwölf Monate post-operativ unverändert gegenüber prä-operativ. Zwölf Monate nach VKB-Rekonstruktion konnte ein starker Zusammenhang zwischen den reduzierten Muskelkräften der Knieextensoren und dem externen sagittalen Kniemoment während der Landung gefunden werden. Basierend auf den beschriebenen Ergebnissen gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die untersuchten VKB-Patienten keine klare funktionale Verbesserung des betroffenen Kniegelenks innerhalb einer zwölfmonatigen Rehabilitation aufwiesen. Dies wurde unterstützt durch die aktuellen Ergebnisse, die unabhängig vom Untersuchungszeitpunkt veränderte kinematische Größen am betroffenen Knie aufzeigten. Dies verändert potentiell die Kraftübertragung im Kniegelenk und steigert das Risiko einer Gonarthroseentstehung
Kompetenzprofile von Trainern und Sportmanagern im Leistungssport
Zusammenfassung/ Abstract
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Kompetenzen von Trainern und Sportmanagern in leistungssportlichen und sportökonomischen Handlungsfeldern und ist auf professionelle Sportbetriebe im Teamsport (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey) eingeschränkt. Hierzu wurden 21 Trainer, Sportmanager und externe Insider aus den jeweiligen Sportarten im Rahmen von qualitativen Interviews befragt. Kompetenz wird vom Autor als (berufliche) Handlungsfähigkeit mit den sechs Facetten Kennen, Können, Beherrschen, Dürfen, Wollen und Tun definiert. Die Aussagen der Interviewteilnehmer wurden mit Hilfe des Kompetenzatlas von Heyse und Erpenbeck einzelnen Kompetenzen in den Bereichen Fach- und Methodenkompetenz, personale Kompetenz, soziale Kompetenz und Aktivitäts- und Umsetzungskompetenz zugeordnet und in einem jeweils eigenen Kompetenzprofil für Trainer und Sportmanager dargestellt. Bei den grundsätzlich notwendigen Kompetenzen dominierte das Fachwissen in der jeweiligen Domäne vor sozialen Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit (speziell beim Trainer) und Beziehungsmanagement. Diese beiden sozialen Kompetenzen sind nach Meinung der Interviewteilnehmer gerade in der Zukunft neben fachübergreifenden Kenntnissen sowohl für die Trainer als auch für die Sportmanager von Bedeutung. Die Topleister unter den Trainern und Sportmanagern zeichnen sich vor allem durch personale Kompetenzen wie die normativ-ethische Einstellung, Glaubwürdigkeit und Beurteilungsvermögen aus. Im Bereich der Aktivitäts- und Umsetzungskompetenzen sind zielorientiertes Führen und ergebnisorientiertes Handeln die wichtigsten Kompetenzen für Trainer und Sportmanager. Weiterführende Studien erscheinen speziell für den medienträchtigen Fußballsport und seine besonderen Rahmenbedingungen sinnvoll. Hierbei könnte neben der Identifikation von Kompetenzen auch deren Messung thematisiert werden.
Abstract
The present study deals with the competences of coaches and sports managers in high-performance sport and sport-economic spheres of activity, and is limited to professional team sports facilities (football, handball, basketball, volleyball and ice hockey). To this end 21 coaches, sports managers and external insiders from the respective forms of sport were questioned within the framework of qualitative interviews. The author defines competence as (professional) capacity to act, containing the six facets knowledge, ability, control, allowance, volition and doing. With the help of the competency map of Heyse and Erpenbeck , the statements of the interview participants were assigned to individual competences in the areas of professional competence and methodological competence, personal competence, social competence, activity competence and implementation competence and were in each case presented in a competence profile for coaches and sports managers. In case of the essentially necessary competences the expertise in the respective domain dominated over social competences like communicative skills (especially in the case of the coach) or relationship management. According to the interview participants especially these two social skills (added multidisciplinary knowledge) are important for the future, for both trainers and sports managers. The top people among coaches and sports managers are especially characterized by personal competences, like normative-ethical attitude, credibility and power of judgement.
In the field of activity competences and implementation competences, goal-oriented leadership and result-oriented actions are the most important skills for coaches and sports managers. Further studies seem especially useful for the media-effective sport of football and its special framework conditions. In addition to the identification of competencies also their measurement could be thematised
Evaluation eines individuellen Bewegungstrainings für übergewichtige und adipöse Erwachsene
Abstract
Evaluation eines individuellen Bewegungstraining für übergewichtige und adipöse Erwachsene
Hintergrund: Gegenstand der vorliegenden Arbeit war die Evaluation eines präventiven und reha¬bilitativen Bewegungstrainingsangebot für übergewichtige und adipöse Erwachsene. Ein ausschließliches Bewegungstraining sollte eine Körpergewichtsreduktion bewirken. Das Evidenz basierte Vorgehen beinhaltet vier aufeinander aufbauende Studien. Studie I und II waren ein Review und eine Metaanalyse, deren Fazit war, dass zwar ein ausschließliches Bewegungstraining eine Körpergewichtsreduktion bewirken sollte, jedoch Körpergewichtsreduktionen nur bei Interventionen mit Bewegungs- und Ernährungstraining analysiert werden konnten. Studie III umfasste ein 16 wöchiges individuelles Bewegungstraining mit individualisierter Trainingssteuerung für übergewichtige und adipöse Probanden und einer normalgewichtigen Kontrollgruppe. Fazit war, dass dieses Bewegungstraining ohne Ernährungstraining zu einer Körpergewichtsstabilisation führte. In Studie IV fand ein Mehrgruppenexperiment im Prä-Posttest-Design mit Verlaufsdiagnostik Anwendung. Das 26-wöchige individuelle Bewegungstraining mit sportlicher Beratung mit (BE) und ohne Ernährungstraining (B) für übergewichtige und adipöse Erwachsene evaluierte die Veränderungen kardiopulmonaler und metabolischer Leistungs¬para-meter vor und nach der Intervention sowie die trainings¬bezogenen Parameter während eines moderatem aeroben Ausdauertraining.
Methoden: Die Überprüfung der kardiopulmonalen Lei¬stungs¬fähigkeit wurde anhand einer Laufband- und einer Fahrradspiroergometrie durch¬geführt. Die Trainings-steuerung erfolgte individuell mittels maximal erreichter Sauerstoffauf¬nahme und Laktatkonzentration im moderaten aeroben Bereich. Ein Trainingsmonitoring und eine -dokumentation kamen zum Einsatz.
Stichprobe: Insgesamt nahmen 89 Probanden beide Testzeit¬punkte T1 und T2 wahr (Geschlecht: 31 m; 58 w, Alter: 46,7 ± 12,1 Jahre, Größe: 172,2 ± 9,1 cm, Gewicht: 100,1 ± 21,6 kg, BMI: 33,7 ± 6,5 kg/m2), während 25 Probanden (21,9 %) das Programm frühzeitig abbrachen. Die Stichproben wurden anhand des Ernährungstrainings (BE: n = 45; B: n = 44), der Gesamtstichprobe (n = 89) und des Body Mass Index (nBMI25-29 = 27; nBMI30-34 = 32; nBMI35-39 = 19; nBMI>40 = 11) gebildet.
Ergebnisse: Zwischen den Versuchsgruppen BE und B lagen weder in den anthropometrischen wie auch alle anderen erhobenen Daten signifikante Unterschiede. Die Gesamtstichprobe setzte das vorgegebene Bewegungstraining mit durchschnittlich 2,8 rund 70 minütigen Trainingseinheiten pro Woche um. Dabei realisierten sie auch die empfohlenen Trainings¬herz¬frequenzen (r = 0,718, p < 0,05). Durch das Training reduzierten alle Probanden unabhängig vom Ernährungstraining sowie vom Body Mass Index das Körpergewicht um rund 3,8 Prozent und das Körperfett um rund 7,3 Prozent bei stabilem Grundumsatz. Leistungs¬steigerungen waren anhand der Spiroergometrien zu erkennen.
Schlussfolgerung: Die Kombination des individuellen Herzfrequenz gesteuerten aeroben Bewegungstrainings ergänzt mit einer gezielten sportlichen Beratung und der Trainingsdokumentation unterstützt die Probanden die Trainingsvorgaben umzu-setzen. Sie entwickelten durch die Bewegung negative Energiebilanzen. Dadurch reduzierten die übergewichtigen und adipösen Erwachsenen ihr Körpergewicht. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu der Aussage der Literaturrecherche, bestätigt jedoch die Annahme, dass regelmäßige Bewegung die Muskelmasse und damit den Grundumsatz stabilisiert und das Körperfett senkt.
Keywords: Übergewicht, Adipositas, Bewegung, Training, Intervention, Abnehmen, Körpergewichtsreduktion, Trainingsmonitoring
Abstract
Evaluation of individual exercise training for overweight and obese adults
Background: Aim of the study was the evaluation of preventive and rehabilitative exercise training for overweight and obese adults. It was assumed that a program with only exercise training would cause a reduction in body weight. The evidence-based method was comprised of four constitutive studies. Study I, a review, and II, a meta-analysis, concluded that solely exercise training should provoke a body weight reduction. However, in these studies, a body weight reduction was only analyzed in those interventions which combined exercise and diet. Study III was an individual exercise training of 16 weeks with an individualized training supervision for the overweight and obese subjects as well as normal weighted controls. Conclusion of the study was that the subjects stabilized their body weight. Study IV was a pre-post-test-design with a longitudinal diagnostic of 26 weeks of individual exercise training. The intervention of exercise training with (ed) and without (e) diet was supplemented with an individual sports coaching for overweight and obese adults. The evaluation showed the changes of cardiopulmonal und metabolic para¬meters before and after the intervention as well as the training units during the moderate aerobic endurance training.
Methods: The survey of the cardiopulmonal endurance capacity was analyzed with ergometer exercise bikes and treadmills, additionally with spirometric testing in all cases. The supervision of the exercise training was carried out by the individual peak of the oxygen uptake and lactate acid concentration in a moderate aerobic range. The analysis of the training was done by an heart rate monitoring and individual documentation of the training.
Subjects: In total 89 subjects took part in two tests T1 and T2 (sex: 31 m; 58 f, age: 46.7 ± 12.1 years, height: 172.2 ± 9.1 cm, weight: 100.1 ± 21.6 kg, BMI: 33.7 ± 6.5 kg/m2), whereby 25 subjects abandoned the exercise program early (21.9 %). The groups were separated by the intervention with or without diet (ed: n = 45; e: n = 44), the total number of subjects (n = 89), and by the body mass index (nBMI25-29 = 27; nBMI30-34 = 32; nBMI35-39 = 19; nBMI>40 = 11).
Results: Between the groups ed and e, no significant differences were analyzed whether in the anthropometric data nor in any of the other collected data. All subjects trained in mean 2.8 times per week lasting on average 70 minutes. They realized the recommended exercise heart rates (r = 0.718, p < 0.05). As a result of the exercise training, the subjects reduced their body weight in mean by 3.8 percent and their body fat mass in mean by 7.3 percent within a stable resting metabolic rate. These results were independent from the intervention diet as well as from the body mass index. Improvements of the endurance capacity were analyzed with the spiro-ergometric tests.
Conclusion: The combination of an individualized heart rate based aerobic exercise training, supervised by a sports coaching and documentation of the training, supports overweight and obese adults in realizing the recommended exercise program. A negative energy balance was developed and the subjects reduced their body weight. These results are contrary to the results of the review and meta-analysis, but confirm the statement that regular exercise training stabilizes the fat free mass as well as the resting metabolic rate and reduces the fat mass within the body weight.
Keywords: overweight, obesity, exercise, training, intervention, body weight reduction, training supervision, sports coachin
Bedeutung von Palladin für die trainingsinduzierte Anpassung der Skelettmuskulatur
In dieser Arbeit sollte erstmals geklärt werden, welchen Einfluss das Fehlen des Palladin- Proteins auf die trainingsbedingte Anpassung der Muskelzellen ausübt.
Die Erkenntnisse der hier vorliegenden Arbeit bestehen darin, dass ein Fehlen der Palladin 140 und 200 kDa-Isoform nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Muskelfaseranpassung auf Laufbandbelastungen im Skelettmuskel führt.
Es konnte beobachtet werden, dass ein vierwöchiges Training gewöhnlich eine Vergrößerung der Muskelfaser im M. gastrocnemius und im M. vastus lateralis bei den KO Mäusen bewirkt. Dabei zeigten sich eine erhöhte Anzahl von zentralen Muskelzellkernen und eine unveränderte Kapillarzahl in Reaktion auf die Zunahme der Muskelfasergröße unter Trainingsbelastung. Diese morphologischen Ergebnisse konnten auch durch die Aktivität der intrazellulären Signaltransduktion, vor allem von p-ERK, bestätigt werden.
In allen Muskeln der KO-Mäuse kam es zu einer Aktivitätszunahme der p-ERK, die bisher als wesentliches Merkmal der Hypertrophie im Skelettmuskel beschrieben wurde. Diese Befunde könnten auch die Grundlage für das Verständnis der Rolle des Palladin-Proteins bei der trainingsbedingten Adaptation des Skelettmuskels liefern.
Zusammengefasst lässt sich vermuten, dass bei Defizienz des Palladins der Skelettmuskel durch Kompensation mit anderen Aktin-assoziierten Proteinen in der Lage ist, sich dem körperlichen Training effektiv anzupassen. Zukünftige Untersuchungen sollten einen Hinweis darauf geben, welche Mechanismen die Interaktion anderer Aktin-assoziierten FA-Proteine im Skelettmuskel als molekulare Kompensation für das Fehlen des Palladin-Proteins regulieren.
Abstract
For peginesatide, the first representative of a new generation of erythropoiesis-stimulating agents, a high misuse potential in elite sports is expected. Thus, the aim of the present thesis was the development of specific and sensitive mass spectrometry-based detection methods in various biological matrices relevant to doping analysis.
In the context of this background, the molecular structure of the active ingredient was identified before it was synthesised and characterised by means of mass spectrometric as well as gel electrophoretic techniques. As a mass spectrometric analysis of the intact analyte is not applicable for a specific detection approach in sports drug testing, the pegylated peptide was subjected to proteolytic digestion by the serine protease subtilisin. The thereby generated pentapeptide fragment allows for a sensitive detection by means of liquid chromatography coupled to tandem mass spectrometry and fulfils the required sequence coverage. Furthermore, its xenobiotic origin is supported by a non-natural amino acid present in the fragment.
Based on these results, detection assays for peginesatide in human blood (serum, plasma or dried blood spots) and urine as well as in horse serum were developed and validated in accordance with international guidelines. Proof-of-concept for the applicability of the methods was demonstrated by analysing dried blood spots, urine, and plasma samples from an in vivo study in rats, collected after a single therapeutic dose of peginesatide over a period of up to four days. In all three matrices, the characteristic pentapeptide fragment, obtained after proteolytic digestion, was unambiguously detected until the endpoint of the study, 72 h for dried blood spots and 96 h for urine and plasma specimens, respectively.
Thus, within the scope of preventive doping research, specific, sensitive, and valid detection methods are applicable to routine sports drug testing since the time of drug approval (March 2012). Moreover, they are readily transferable to other doping control laboratories and allow for the detection of an illicit application of peginesatide in different biological matrices relevant to doping analysis for at least several days