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Dordel-Koch-Test (DKT) Ein Test zur Erfassung der motorischen Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter
Kinder und Jugendliche besitzen einen natürlichen Bewegungsdrang, der allerdings heutzutage durch die technologisierte Urbanisierung und Motorisierung der Gesellschaft zunehmend eingeschränkt wird. Eine mögliche Konsequenz sind motorische Defizite, die wiederum gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen können. Um diese Entwicklung frühzeitig zu detektieren bzw. ihr entgegenzuwirken, ist eine entsprechende adäquate Diagnostik erforderlich. Aufgrund mangelnder Definitionen und methodisch unterschiedlicher Herangehensweisen in den bislang vorliegenden Studien ist eine Quantifizierung der motorischen Leistungsfähigkeit bzw. deren Verlauf nur schwer möglich. Daher ist eine weitestgehend einheitliche Verwendung eines ökonomischen und praktikablen Tests sowohl für die Sportwissenschaft als auch für die Anwender-Ebene, wie z.B. Schule und Breitensport, wünschenswert, um vergleichbare Aussagen über die motorischen Basisfähigkeiten (koordinativ und konditionell) von Kindern und Jugendlichen treffen zu können.
Bei dem Dordel-Koch-Test (DKT) handelt es sich um eine heterogene Testbatterie für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren, die aus sieben etablierten, validen Basistests neu zusammengesetzt wurde: dem seitlichen Hin- und Herspringen, dem Sit and Reach, den Situps, dem Standweitsprung, dem Einbeinstand, den Liegestütze und dem 6-Minuten Lauf. Damit zeichnet er sich durch eine ökonomische und praktikable Handhabung und ermöglicht einen im Vergleich zu den meisten anderen Testbatterien den jeweiligen Ressourcen (geringer Material und Zeitaufwand) optimal angepasste Testdurchführung.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Normierung auf der Basis einer Datenpopulation von 2.385 Kindern und Jugendlichen aus sechs Schulen (3 Grundschulen, jeweils einer Haupt-, Realschule und Gymnasium) für die einzelnen Testaufgaben getrennt nach Altersklassen und Geschlecht vorgenommem. Die Objektivität wurde durch eine intensive Schulung der Testleiter, ein festgelegtes Manual und einen vorgeschriebenen Testaufbau gegeben, die Überprüfung der Reliabilität erfolgte in einem Test-Retest-Verfahren.
Anhand dieser Normierung ermöglicht der DKT eine rasche differenzierte Beurteilung der motorischen Leistungsfähigkeit und liefert aussagekräftige Ergebnisse aller motorischen Basisfähigkeiten. Er erlaubt so einen interindividuellen Vergleich, da bei einem Probanden mittels der Normdaten die motorische Leistungsfähigkeit in den einzelnen Hauptbeanspruchungsformen verglichen und bewertet, Schwächen und Stärken identifiziert und Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Altersgruppen dargestellt werden können. Darüber hinaus bietet der Test die Möglichkeit eines intraindividuellen Vergleichs, z.B. zur Überprüfung von (Trainings-)Fortschritten bzw. Verlaufsdiagnosen.
Zusätzlich weisen die Testergebnisse indirekt auf die sportliche Aktivität bzw. auf Bewegungsmangel hin. Aufgrund seiner Praktikabilität hat sich der DKT bereits in zahlreichen Studien bzw. Projekten und im Setting Schule bewährt, u.a. auch bei der Bestimmung der Leistungsfähigkeit bei übergewichtigen Kindern. In Folgeuntersuchungen gilt es nun, den Bezug zwischen der motorischen Leistungsfähigkeit und dem gesundheitlichen Zustand von Kindern und Jugendlichen bzw. möglichen Folgen von motorischen Defiziten für die gesunde Entwicklung zu überprüfen.
Dordel-Koch-Test (DKT)
A motor test for the assessment of motor performance in childhood and youth
Physical activity is a very important part in children’s and adolecent’s nature, but modern technology has contributed to a sedentary life-style. One possible consequence is the development of motor deficits and health disturbances. Although diagnostic tools are necessary to detect and counteract this development, a clear definition and assessment of physical activity because of inconsistent evidence is missing. Therefore it is difficult to quantify motor performance and its changes. In consequence it is worthwhile to use one economic and feasible test in sport science and operators, e.g. schools and organised sports, to get information among basic motor skills (coordinative and conditional) of children within different settings.
The Dordel-Koch-Test (DKT) is a heterogeneous test battery for children and adolescents between six and 16 years. It consists of seven established and validated items: lateral jumping, Sit and Reach, Situps, long stand jump, one-legged stand, push-ups and 6-min-run. Compared to other test batteries it allows an economic, feasible, resources saving (low material and time expenditure) and widely applicable realisation.
Aim of this study was the creation of norm values based on the data of 2.385 children and adolescents from six schools (3 primary schools and 3 secondary schools) for each test item clustered by age and gender. Testers are trained by an intensive training, the use of a written manual and fix configuration to ensure objectivity. Reliability was tested via test-retest-method.
Thus, the DKT allows a quick and differentiated evaluation of motor performance among all basic motor skills. In addition an interindividual comparison is possible because of the existing norm values, to detect strength, weaknesses and differences between age and gender. Longitudinal assessment allows an intraindividual comparison, e.g. to measure effects of (training-)processes or to show individual improvements within different motor abilities. Last but not least the test may be used as a marker for physical activity and/or inactivity. Because of its feasibility the DKT has already been used in different studies, projects and settings, esp. schools and the assessment of motor performance of obese children.
In future further studies the association between motor abilities and the current health studies of children and adolescents and the possible health consequences of motor deficits have to be examined
Perspektiven und Grenzen der Beitragsfinanzierung von Sportvereinen. Eine Analyse zur Theorie und Empirie der Beitragselastizität im Sportverein
Kurzfassung
Verschiedene Entwicklungen (z.B. Rückgang der öffentlichen Sportförderung, demografischer Wandel, veränderte Sportnachfrage) können zu einem Rückgang der Einnahmen der Sportvereine führen, welche durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kompensiert werden könnten. Die Mitgliedsbeiträge in deutschen Sportvereinen können bislang als moderat bezeichnet werden. Mögliche Reaktionen von Vereinsmitgliedern auf Beitragsänderungen sind bislang nahezu unerforscht. Das Ziel der Arbeit lag in der Prognose der Reaktionen von Mitgliedern auf Beitragserhöhungen mithilfe der Simulation von Beitragselastizitäten sowie in der Ermittlung von Determinanten der (relativen) Zahlungsbereitschaft. Hierfür wurde zunächst ein theoretisches Modell der Beitragselastizität im Sportverein entwickelt, welches auf der Haushaltstheorie von Becker (1965) und dem Konstrukt des Konsumkapitals basiert. Im Rahmen einer schriftlichen und elektronischen Befragung wurden aktive, erwachsene Vereinsmitglieder aus insgesamt 21 Sportarten (N=10.013) nach ihrer Zahlungsbereitschaft für den Mitgliedsbeitrag befragt, mit deren Hilfe Beitragselastizitäten simuliert wurden. Gemäß den sportartübergreifenden Befunden bezahlt das durchschnittliche Vereinsmitglied einen Mitgliedsbeitrag von durchschnittlich gut 148 € pro Jahr, wobei seine Zahlungsbereitschaft hierfür gut 100 % höher ist. Den ermittelten Beitragselastizitäten zufolge würden Vereinsmitglieder sportartübergreifend auf Erhöhungen des Mitgliedsbeitrags um bis zu 13 % elastisch (empfindlich) reagieren. Bei einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrags um 14 % liegt eine isoelastische Nachfrage vor, welche bei Erhöhungen ab einschließlich 15 % in eine unelastische Nachfrage übergeht. Hierbei sind erhebliche sportartspezifische Differenzen zu beachten. Insgesamt betrachtet liegt die kritische Schwelle für Beitragserhöhungen zwischen 10 % und 25 %. Die regressionsanalytische Prüfung des theoretischen Modells zeigt, dass über alle Sportarten hinweg die Zahlungsbereitschaft signifikant von den Faktoren Einkommen, Sportausgaben, Anteil des Mitgliedsbeitrags an den gesamten Sportausgaben, Aktivenjahre, Leistungsniveau, Partizipationsumfang, Zufriedenheit und Identifikation bestimmt wird, wobei der Einkommenseffekt am stärksten ausfällt. Hier liegen ebenfalls sportartspezifische Unterschiede vor. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Vereinsmitglieder im Hinblick auf die entrichteten Mitgliedsbeiträge und geäußerten Zahlungsbereitschaften sehr heterogen sind. Sportvereine sollten mögliche Beitragserhöhungen angemessen kommunizieren und sportartspezifische Unterschiede berücksichtigen.
Abstract
Recent developments (e.g., cut of public subsidies, demographic change, changes in sport demand) can lead to decreasing revenues in non-profit sport clubs. They could be in part compensated by increasing revenues from membership fees. In general, membership fees in sport clubs can be regarded as moderately high. Members’ sensitivity to increasing membership fees was not investigated until now. The aim of the study is to forecast members’ responses to increasing membership fees with the help of price elasticity simulations and to find out determinants of (relative) willingness-to-pay. Therefore a theoretical of price elasticity in sport clubs was developed which is based on Becker’s (1965) household theory and the construct of consumption capital. By means of a written and electronic survey active, adult members in 21 sports (N=10,013) were asked about their willingness-to-pay for the membership. With the help of willingness-to-pay price elasticities were simulated. The results show that members pay an average membership fee of 148 € per year and willingness-to-pay for it is about 100 % higher. Simulated price elasticities show that members would be very price sensitive to increases in membership fees up to 13 % because of an elastic demand. Demand would be unit-elastic at an increase of 14 % and would respond inelastically to increases of 15 % and more. With regard to price elasticity, differences among sports have to be considered. All in all the critical point for increasing membership fees seems to be between increases of 10 % and 25 %. The theoretical model was tested with the help of regression analyses. Regarding all sports, willingness-to-pay is determined significantly by income, sport expenditures, proportion of membership fee of total sport expenditures, years of participation, level of performance, weekly time of participation, satisfaction, and identification with the sport club. The income effect is the strongest effect. Differences among sports were again found out. The results show that members are very heterogeneous with regard to their membership fees and their willingness-to-pay. Sport clubs should attach importance to an adequate communication in case of an intended increase of membership fees and take differences among sports into account
Über den Einfluss von energiereichen Phosphaten und Metaboliten auf kognitive und psychomotorische Leistungen des älteren und alten Menschen
Es wurden Untersuchungen durchgeführt über den Einfluss oraler Kreatinsupplementation auf kognitive und psychomotorische Leistungen des älteren und alten Menschen im Vergleich zu jungen Kontrollpersonen. In einem placebo-kontrollierten Doppelblindversuch mit Cross-over-Design erhielten die Probanden über 6 Wochen 5 g täglich Kreatin-Monohydrat bzw. die gleiche Dosis Placebo. Die Auswaschzeit zwischen den beiden Einnahmeperioden betrug ebenfalls 6 Wochen.
Für die Untersuchungen stellten sich 24 männliche und weibliche Personen zur Verfügung. Das mittlere Alter einer Gruppe von älteren Probanden betrug 69,5 ± 5,8 Jahre, der mittlere Body-Mass-Index 25,5 ± 4,4. In der Gruppe der jüngeren Probanden belief sich das mittlere Alter auf 26,4 ± 2,8 Jahre, der mittlere Body-Mass-Index auf 23,7 ± 2,2.
Zur Bestimmung der kognitiven Leistungsfähigkeit bedienten wir uns des „Wiener Testsystems“ (WTS). Im einzelnen benutzten wir folgende Tests: Langzeit-Aufmerksamkeitstest (Signal-Detection-Test), sprachfreier Intelligenztest (Raven’s Advanced Progressive Matrices), Kurzzeitgedächtnistest (Fortlaufende Visuelle Wiedererkennungsaufgabe) und Reaktionszeittest (Wiener Reaktionstest). Nach der ersten Einnahmephase durchliefen die Probanden im Anschluss an die Testbatterie zusätzlich einen motorischer Test mit sensomotorischer Diskordanz.
Die wesentlichsten Ergebnisse lauten:
- In beiden Altersgruppen stiegen der Serum-Kreatin-, Serum-Kreatininspiegel und der Kreatin/Kreatinin-Quotient im Urin nach Kreatinsupplementation hochsignifikant an, fielen in der Auswaschphase wieder auf den Ausgangswert zurück und blieben in der Placebo-Einnahmephase unverändert.
- Die Kreatinsupplementation hatte keinen Einfluss auf die kognitiven Leistungen älterer und alter sowie junger Personen. Allerdings ergab sich eine signifikant positive Korrelation zwischen dem Serum-Kreatinin-Spiegel und den Leistungen im Reaktionszeittest bei den älteren Probanden sowie den Leistungen im Kurzzeitgedächtnistest bei den jüngeren Probanden.
- Im motorischen Test mit sensomotorischer Diskordanz war nach Kreatinsupplementation die motorische Lernleistung bei den jüngeren Probanden signifikant erhöht, nicht jedoch bei den älteren Probanden.
Aus den Befunden wird geschlossen, dass in Verbindung mit der internationalen Literatur der artifziellen Kreatinsupplementation sowohl auf zentraler als auch muskulärer Ebene eine Bedeutung zukommt. Jedoch dürfte bei gesunden Personen der Effekt einer Kreatingabe in Bezug auf kognitive und psychomotorische Leistungen weitaus weniger wirksam sein als bei Patienten mit pathologischen zerebralen Befunden, Vegetariern oder älteren Menschen mit niedrigeren zerebralen Kreatinkonzentrationen.
The current study examined the effects of oral creatine supplementation on cognitive and psychomotor performance in an elderly group of probands compared to young controls. Using a double blind placebo-controlled cross over design the subjects supplemented 5 g of creatine-monohydrate and placebo for 6 weeks with 6 weeks wash-out period between the two treatments.
24 female and male subjects volunteered to participate in the study. The group of old subjects aged 69.5 ± 5.8 years and showed a body-mass-index (BMI) of 25.5 ± 4.4. The young controls were 26.4 ± 2.8 years old with a BMI of 23.7 ± 2.2.
The “Vienna Test System” (VTS), a computerized psychological assessment tool, was used in order to measure cognitive performance. The following components of cognition were examined: long-term selective attention (Signal-Detection Task), non-verbal intelligence and especially logical reasoning (Raven's Advanced Progressive Matrices), memory performance (Continuous Visual Recognition Task) and cognitive speed concerning perception, processing and motor response (Simple Reaction Task). Furthermore, after the first treatment all subjects had to perform a manual tracking task under normal as well as left-right reversed visual feedback, a standardized paradigm in order to measure sensorimotor adaptation processes.
The main findings are as follows:
- The serum concentration of creatine, creatinine and the urine creatine/creatinine quotient increased after creatine supplementation, decreased back to baseline values after the wash-out period and remained unchanged after placebo supplementation. Thus, the supplementation design used has proven itself.
- Statistical analyses yielded no effects of creatine supplementation on cognitive performance. However, a significant positive correlation was found between serum-creatinine concentration and simple reaction task for the old subjects as well as serum-creatinine concentration and continuous visual recognition task for the young subjects.
- In addition, sensorimotor adaptation was improved after creatine supplementation in the young, but not in the elderly.
Conclusions: Combined with the literature, the results of the present study suggest that artificial creatine supplementation may play a role for central and muscular functions. However, creatine supplementation might be less effective in healthy subjects compared to patients with cerebral abnormalities, vegetarians and/or those who suffer from low cerebral creatine concentration
Lebensqualität und Sport & Bewegung bei chronisch erkrankten Menschen. Entwicklung und Validierung eines Testinstruments.
Deutsches Abstract Dissertation Hanssen-Doose (2009)
Lebensqualität und Sport & Bewegung bei chronisch erkrankten Menschen Die Dissertation beschäftigt sich systematisch mit dem Stellenwert von Sport &
Bewegung für die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Die einleitende Aufarbeitung des Forschungsstandes gibt einen Überblick über relevante deutschsprachige Messinstrumente zur Erfassung der Lebensqualität. Die nachfolgende Literaturrecherche und -analyse arbeitet sport- und bewegungsbezogene Interventionsprogramme auf, die u. a. anhand von Lebensqualitätsmessungen evaluiert wurden. Ein Ergebnis dieser Literaturanalyse ist, dass bei ca. 80 % der Sport & Bewegung beinhaltenden Interventionen Lebensqualitätszugewinne nachzuweisen waren, was die These eines Zusammenhangs zwischen Sport & Bewegung und Lebensqualität stützt. Die nachfolgende erste Teilstudie der Arbeit (Studie 1) untersucht als explorative Interviewstudie mit qualitativen Methoden, welche individuellen Konzepte und Definitionen von Lebensqualität bei gesunden und chronisch erkrankten Menschen existieren, und wie diese zu systematisieren sind. Auf der Grundlage dieser Systematik wurde ein entsprechendes Messinstrument entwickelt, der Fragebogen „Lebensqualitätsfeedback“, mit dem die Lebensqualität ressourcenorientiert und auch anhand bewegungsbezogener Items untersucht wird. Der Fragebogen wurde nachfolgend in einer quantitativen Teilstudie (Studie 2) angewandt und validiert. Diese Studie erbrachte auch den quantitativen Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Lebensqualität und Sport & Bewegung. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Lebensqualität einem sozialen Gradienten unterliegt. Des Weiteren konnte anhand einer zufällig gezogenen Stichprobe gesunder und an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankter Menschen belegt werden, dass der Fragebogen valide, anwendbar und reliabel ist. Er diskriminiert zwischen erkrankten und nicht erkrankten Menschen und zeigt geschlechts-, alters- und schichtbezogene Unterschiede der Lebensqualität.
English Abstract Dissertation Hanssen-Doose (2009)
Quality of Life (QoL) and Physical Activity (PA) of individuals affected by chronic diseases This dissertation systematically investigates the significance of Physical Activity (PA) for Health-Related Quality of Life (QoL) and consists of different studies. It begins with an overview of relevant German language instruments to measure QoL. This is followed by a review of PA-studies which are amongst others evaluated by QoLinstruments. This review of current research shows for 80 % of the PA-interventions a gain of QoL, which supports the assumption of a relationship between PA and QoL. The subsequent first study of this dissertation, an explorative interview study, uses qualitative methods to identify which individual concepts and understandings of QoL exist among healthy individuals and individuals affected by chronic diseases and how these definitions can be systematised. Based on this system, a new QoLquestionnaire was developed (`QoL-feedback´), which evaluates QoL in a resourceoriented way and by means of PA-items. In the second study of this dissertation, the new questionnaire was applied and validated. This study demonstrated on a quantitative basis the relationship between PA and QoL. Beyond that, it proves that QoL is influenced by a social gradient. The validation study showed by a random sample of individuals with and without type-2 diabetes, that the instrument is valid, applicable and reliable. It discriminates between individuals with and without diseases and points out gender- and age-specific QoL differences as well as disparities due to the socio-economic position
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Ein Überblick übder die ViFa Sport nach der Umstellung von der Meta-Suche auf Suchmaschinentechnologie: Technik, Inhalte, Statistik und Visionen
Neuromuscular adaptations of knee extensor and flexor muscles in competitive athletes: Influence of long-term specific physical activity and length-restricted strength training
ZUSAMMENFASSUNG
Für zahlreiche klinische und angewandte Situationen ist es von Interesse, das Kraftpotential synergistischer Muskelgruppen bei unterschiedlichen Längen der Muskel-Sehneneinheiten (MSE) zu kennen. Zum Beispiel wird in vielen Sportarten die Produktion von muskulärer Kraft und Leistung in bestimmten Gelenkwinkelstellungen benötigt. Es existieren Hinweise dafür, dass langjährige spezifische sportliche Aktivität und Krafttrainingsinterventionen Veränderungen in längenabhängigen Krafteigenschaften hervorrufen können. Jedoch konnte der wichtigste mechanische Auslöser für diese Adaptationen bisher nicht gefunden werden. Weiterhin bleibt es vorerst ungelöst, ob veränderte isometrische Kraft-Längeneigenschaften dynamisch-explosive (athletische) Bewegungen beeinflussen. In vielen Sportarten wird das Leistungsniveau von komplexen Interaktionen verschiedener funktionaler Kapazitäten bestimmt. In der Literatur bestehen Hinweise dafür, dass Bewegungsökonomie, kardiovaskuläre Kapazität, Explosivität der Muskelkontraktionen und neuromuskuläre Ermüdungswiderstandsfähigkeit das Leistungsniveau in Ausdauersportarten, Teamsportarten und Rückschlagsportarten begrenzen. Diese Arbeit beinhaltet mehrere Studien, die Adaptationen in Kraft-Längeneigenschaften der menschlichen Kniestreck- und Kniebeugemuskeln als Folge langjähriger spezifischer sportlicher Aktivität und längenabhängiger Krafttrainingsinterventionen untersuchen. Weiterhin wurden verschiedene neuromuskuläre Kraftfähigkeiten und das Ermüdungsverhalten der Kniestreckmuskulatur in spezifisch trainierten Athleten erforscht.
In Studie 1 wurde die Moment-Kniewinkelrelation und EMG-Kniewinkelrelation des M. quadriceps femoris (QF) in wettkampfsportlich aktiven Ausdauerläufern, Radfahrern, Triathleten und Tennisspielern untersucht. Die Studien 2 und 3 thematisieren, ob verschiedene Krafttrainingsprogramme, die in Kniewinkelpositionen durchgeführt wurden, die überwiegend großen MSE Längenbereichen für QF und Hamstring-Muskulatur (HAM) entsprechen, systematische Verschiebungen in der Moment-Kniewinkelrelation und kniewinkelabhängigen Muskelleistungskurve der Kniestreck- und Kniebeugemuskeln in Richtung der Trainingslänge bewirken. In Studie 4 wird der Frage nachgegangen, inwiefern Veränderungen in der isometrischen Moment-Kniewinkelrelation des QF eine dynamisch-explosive athletische Bewegung (vertikale Squat-Jumps) beeinflussen. Abschließend vergleicht Studie 5 maximale und explosive Kraftfähigkeiten sowie neuromuskuläres Ermüdungsverhalten des QF zwischen Ausdauersportlern und Tennisspielern.
Einige Messungen dieser Arbeit wurden an einer speziell entwickelten Knieextensions-Kraftmessvorrichtung, welche mit einem Kraftmessdosensystem ausgestattet war, vollzogen. Die kniewinkelabhängigen Muskelleistungskurven wurden an traditionellen Krafttrainingsmaschinen in Kombination mit Kraftaufnehmern, Wegsensoren und elektrischer Goniometrie erhoben. Die Analyse der Squat-Jump Bewegung erfolgte mittels Kraftmessplatten und kinematischer Methoden.
Die zentralen Untersuchungsergebnisse der vorliegenden Arbeit sind wie folgt:
Langjährig aktive Wettkampfsportler mit spezifischen Belastungsmustern der Kniestreckmuskulatur zeigten keine funktionellen Unterschiede in der Moment-Kniewinkelrelation und EMG-Kniewinkelrelation des QF. Dieses Ergebnis zweifelt an, dass langjährige spezifische sportliche Aktivität einen ausreichenden Trigger für Kraft-Längen Adaptationen des gesamten QF darstellt. Unterschiedliche Krafttrainingsprogramme mit einer gemeinsamen Restriktion zu solchen Kniewinkelpositionen, die überwiegend großen MSE Längen für QF und HAM entsprechen, verursachten signifikante Verschiebungen (7°- 9.5°) der optimalen Kniewinkelposition für die Erzeugung maximaler Knieextensionsmomente in Richtung der Trainingslänge. Dieses Ergebnis unterstützt die Hypothese, dass der Muskel-Längenbereich während mechanischer Belastungen einen zentralen Trigger für Kraft-Längen Adaptationen im Menschen darstellt. Derartige Verschiebungen wurden jedoch nicht für die HAM- Muskelgruppe gefunden. Weiterhin bewirkten die verschiedenen Trainingsinterventionen keine Verschiebungen in kniewinkelabhängigen explosiv-konzentrischen Muskelleistungskurven der Kniestreck- und Kniebeugemuskulatur. Jedoch konnten signifikante Verschiebungen in der kniewinkelabhängigen Leistungsgenerierung im Kniegelenk während explosiver Vertikalsprünge (Squat-Jumps) als Folge der längenabhängigen Krafttrainingsinterventionen nachgewiesen werden. Somit deuten einige Befunde der vorliegenden Arbeit an, dass längenabhängige Krafttrainingsinterventionen sowohl isometrische als auch explosiv-konzentrische kontraktile Bedingungen beeinflussen können. Die letzte Untersuchungsreihe zeigte, dass Tennisspieler und Ausdauersportler Unterschiede in explosiven neuromuskulären Kraftfähigkeiten aufwiesen, jedoch eine vergleichbare neuromuskuläre Ermüdungswiderstandsfähigkeit der Kniestreckmuskulatur während submaximaler isometrischer Ermüdungskontraktionen zu besitzen scheinen. Weiterhin übten weder maximale noch explosive Kraftfähigkeiten einen negativen Einfluss auf die muskuläre Ermüdungswiderstandsfähigkeit innerhalb dieser Athletenpopulationen aus.
ABSTRACT
In many clinical and applied situations, it is of interest to know the ability of synergistic muscles to produce force at different muscle-tendon unit (MTU) lengths. For example, in many athletic activities muscular force and power is needed at specific joint angle configurations. Evidence exists that long-term specific physical activity and strength training interventions induce alterations in human force-length properties. However, the most important mechanical trigger for these adaptations has not been detected to date. Furthermore, it remains unclear if altered isometric force-length properties affect dynamic explosive (athletic) movements. Performance in many athletic activities depends on complex interactions of different functional capacities. The literature indicates that movement economy, cardiovascular capacity, explosiveness of muscle contractions and neuromuscular fatigue resistance limit performance in endurance sports, team games and racket disciplines. This thesis comprises several studies that examined force-length adaptations of human knee extensor and flexor muscles in response to long-term specific physical activity and length-restricted strength training exercises. Additionally, different neuromuscular force generating capacities and fatigability of knee extensors were studied in specific trained athletes.
Study 1 examined the moment-knee angle relation and EMG-knee angle relation of the M. quadriceps femoris (QF) in male competitive endurance runners, cyclists, triathletes and tennis players. Studies 2 and 3 refer to if different strength training regimens that were restricted to knee joint angles corresponding to predominantly long MTU lengths for the QF and hamstring (HAM) muscles induced systematic shifts in the moment-knee angle relation and knee joint angle-dependent concentric power-load curves of these muscle groups in the direction of the training length. Study 4 examined if altered isometric moment-knee angle relations of the QF affect an explosive dynamic athletic task (i.e. vertical squat jumping performance). Finally, study 5 compared maximal and explosive force-generating capacities and neuromuscular fatigability of the QF between endurance-oriented athletes and tennis players.
Parts of these measurements were performed at an individual developed knee extension strength testing apparatus that was armed with a strain-gauge load cell construction. Knee joint angle dependent power-load curves were measured at traditional strength testing machines in combination with force sensors, displacement transducers, and electrical goniometry. Muscular excitation was estimated by surface electromyography. Squat jumping was analysed using force plates measurements in combination with kinematic motion analysis. The main findings of the current thesis are as follows:
Long-term competitive athletes with specific loading schemes of knee extensors did not show functional differences in the moment-knee angle relation and EMG-knee angle relation of the QF. This finding questions if long-term specific physical activity can be a sufficient trigger of force-length adaptations of the entire QF. Different strength training regimens with a common restriction to knee joint angles corresponding to predominantly long MTU lengths for the QF and HAM induced significant shifts (7°- 9.5°) of the optimal knee joint angle for knee extension moment production in the direction of the training length. This result supports the hypothesis that the predominant muscle excursion range during loading is a major trigger of human force-length adaptations. Notably, such shifts did not occur for knee flexors and furthermore no length-dependent alterations were detected for voluntary explosive concentric power-load curves of knee extensors and flexors in response to the different training regimens. Based on these findings one may suggest that altered isometric force-length properties did not affect dynamic concentric contractions. However, it was also detected that length-restricted strength training regimens caused significant shifts in knee joint angle dependent power generation in the knee joint during vertical squat jumping. Therefore, some evidence occurred in the present work that length-restricted strength training can affect both isometric and dynamic concentric muscle contractions. Finally, tennis players and endurance athletes showed different explosive neuromuscular force generating capacities, but approximately the same neuromuscular fatigability of knee extensors during submaximal isometric fatiguing contractions. Interestingly, whether maximal nor explosive force-generating capacities affected muscle fatigue resistance negatively within these athletic populations
Auswirkungen einer schulbasierten Bewegungsintervention im Rahmen der Primärprävention auf die Prävalenz und Inzidenz von Adipositas und Übergewicht sowie die motorische Leistungsfähigkeit bei Grundschülern
Einleitung:
Bewegungsmangel gilt als eine Hauptursache für den Anstieg übergewichtiger und motorisch auffälliger Kinder. In der vorliegenden Studie wurde daher untersucht, ob Bewegungsinterventionen an Schulen Einfluss auf die anthropometrischen Daten sowie die motorische Leistungsfähigkeit nehmen.
Methodik:
Im Projekt „Gesund macht Schule“ von der Ärztekammer Nordrhein und der AOK Rheinland/Hamburg wurden an acht Grundschulen über zwei Schuljahre (n=356) Bewegungsinterventionen am Schulvormittag durchgeführt. Vor Beginn der Intervention (T1) wurden die anthropometrischen Daten der Erstklässler zur Berechnung des Body-Mass-Index erhoben sowie die grob- und feinmotorische Leistungsfähigkeit gemessen. Diese Untersuchungen wurden nach zwei Jahren wiederholt (T2) und mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe einer anderen Grundschule (n=118) verglichen. Die Interventionskinder waren zu Beginn der Studie 6,8 ± 0,4 Jahre alt, 1,24 ± 0,1 m groß und 24,8 ± 5,0 kg schwer. Der BMI betrug 16,1 ± 2,3 kg/m². Die Kontrollschüler unterschieden sich signifikant von der Interventionsgruppe bzgl. der Körpergröße (1,23 ± 0,1; p<0,036), kein Unterschied bestand hinsichtlich des Alters, des Körpergewichts und des BMI.
Ergebnisse:
Bezüglich der Anzahl übergewichtiger und adipöser Kinder, klassifiziert nach Kromeyer-Hauschild et al. (2001), unterschied sich die Interventions- und Kontrollgruppe weder in der Eingangsuntersuchung noch in der Enduntersuchung (p>0,05).
Die Interventionsgruppe erzielte zu T2 sowohl beim Seitlichen Hin- und Herspringen signifikant bessere Leistungen als die Kontrollgruppe (p=0,004) als auch beim Sechs-Minuten-Lauf (p=0,020). Die normal- und untergewichtigen Interventionskinder erreichten zudem signifikante bessere Leistungen beim Einbeinstand (p=0,042).
In den anderen grobmotorischen (Kraft, Beweglichkeit) und den feinmotorischen (Handgeschicklichkeit) Testbereichen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen beobachtet.
Schlussfolgerung:
Schulbasierte Bewegungsinterventionen wirken sich positiv auf die Koordinations- und Ausdauerleistungsfähigkeit der Kinder aus. Die Bewegungsanreize in der vorliegenden Studie waren aber anscheinend zu gering, um sich auf alle überprüften motorischen Bereiche auszuwirken. Zudem zeigt die vorliegende Studie, dass für Adipöse und Übergewichtige nicht-selektive Maßnahmen uneffektiv sind, denn weder die Prävalenz noch die Inzidenz von Übergewicht und Adipositas konnten gesenkt werden. Für übergewichtige Kinder scheint eine auf ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmte und interdisziplinär angelegte Intervention notwendig, um Erfolge erzielen zu können.
Methods:
Obesity and physical inactivity in childhood are increasing worldwide. To combat overweight and inactivity in childhood, the schoolbased project “Gesund macht Schule” initiated by the Ärztekammer Nordrhein and the AOK Rheinland/Hamburg combines health education and physical activity. This study examines the effect of intervention on the body mass index (BMI) and motor abilities after two years in eight primary schools (n=356) compared with a control school (n=118). The children of the intervention group were in the baseline examination 6,8 ± 0,4 years old, the height was 1,24 ± 0,1 m, the weight 24,8 ± 5,0 kg and the body mass index (BMI) 16,1 ± 2,3 kg/m². The height of the control group differed significantly from the intervention group (1,23 ± 0,1; p<0,036), there was no difference in age, weight and BMI.
Results:
No difference in the number of overweight and obesity children was found between the intervention and control schools either at the baseline examination (T1) or follow-up examination (T2) (each p > 0,05).
The increase in the number of lateral jumps at T2 was significantly higher in the interventional group than in the control group (p = 0,004). For the 6-minute run the increase in distance run was also significantly improved in the intervention group (p = 0,020). The normal-weight and underweight children of the intervention schools got significantly better results in one-leg stand (p=0,042). No significantly differences were found in the other gross motor skills (strength, flexibility) and in the fine motor skills.
Discussion:
Schoolbased physical intervention in primary schools offers an effective means to improve coordination and endurance performance. No effect was found on the incidence and prevalence of overweight and obesity. To prevent overweight and obesity the measures have to be intensified and specialized
Das Ende der Fairness? - Ethische Werte aus dem Sport im Spiegel der Gesellschaft
Nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme und Diskussion der sportwissenschaftlichen Literatur zu Fairness und Fair Play wird erörtert, worin Fairness eigentlich besteht. Sie wird strikt zum Aspekt der Regelkonformität abgegrenzt und stattdessen als eine Einstellung beschrieben, die ein Individuum auf der Basis von Überzeugungen und Erziehung in bestimmten Situationen „fair“ handeln lässt. Fairness ist weit gehend unreflektiert und nicht rational begründet, sondern gehorcht, wie mit einem ausführlichen Seitenblick auf verhaltensbiologische Forschungen belegt wird, einem moralischen Instinkt, der uns durch die Evolution zugewachsen ist. Fairness ist soziale Kompetenz.
Wie ausführlich dargestellt wird, gibt es ein Delta zwischen expliziten Forderungen von Sportregeln, der allgemeinen Gesetze oder Regeln des Handels- und Wirtschaftsrechts und der Absicht von Fairness und Fair Play. Dementsprechend ist auf allen diesen Gebieten eine Opportunitätsmoral anzutreffen in dem Sinne, dass zwar jeder für Fairness ist, aber keineswegs alle bereit sind, dafür einen Preis zu bezahlen und auf einen eigenen Vorteil zu verzichten. Es wird versucht aufzuzeigen, dass eine Förderung von Fairness und Fair Play der Versuchung nach weiterer Regelung und Sanktionierung widerstehen muss. Fairness als ethisches Prinzip benötigt Freiräume und den daraus erwachsenen ‚Handlungsbedarf des Augenblicks‘, der situativ, spontan und subjektiv gefüllt wird, ohne damit ein Präjudiz für ein grundsätzliches Verhalten in derartigen Situationen abzugeben. Damit gewinnt Fairness einen paradoxen Zug: Im Gegensatz zu dem Gleichheits- und Gerechtigkeitsanspruch, der allen sportlichen Regelwerken oder rechtlichen Gesetzesstandards zu Grunde liegt, darf ein Handeln nach Fair Play zu gegebenem Anlass gegen den niedergelegten Regelungsstandard verstoßen. Das kann aus einem Impuls der Großzügigkeit geschehen oder auch nur aus dem Gehorsam gegenüber dem Spielgedanken.
In der Konsequenz muss die Verantwortung für einen fairen Spielbetrieb oder Wettkampf wieder an die Spieler und Akteure zurückgegeben. Das Gleiche gilt für die gesamte Gesellschaft, die in der Fairness ein Prinzip des gerechten Ausgleichs sieht und auch juristische Entscheidungen zunehmend in die Hände der Betroffenen legt.
Wie durch eine empirische Studie und die Befragung von 230 Multiplikatoren aus dem Sport nachgewiesen werden kann, steht Fairness durchaus ‚hoch im Kurs‘. Partnerschaftliches Handeln und der Blick auf die Interessen und Bedürfnisse des Anderen gehören zum anerkannten Katalog sozialer Kompetenzen. Die Mehrheit scheint bereit zu sein, die Verantwortlichkeiten als kooperative Partner zu achten und die Rollen zu erfüllen, die Menschen in spezifischen sozialen Zusammenhängen zu spielen haben. Das gilt für den Sport wie für andere gesellschaftliche Bereiche. Gestützt auf das empirische Material wären weitere, vergleichende Auswertungen denkbar, die Wechselwirkungen zwischen dem Image einer Sportart, ihrer Fair Play-Attraktivität und dem öffentlichen Interesse tiefer untersuchen könnten. Auch könnte es lohnend sein, dem Fairness-Begriff im Gebrauch der Medien und seinem möglichen Bedeutungswandel nachzuspüren oder die Genderfrage ausführlicher zu diskutieren („Sind Frauen fairer als Männer?“). Diese Aspekte können in der vorliegenden Arbeit nur angedeutet werden
Die Datenbank SPOMEDIA im Kontext der Informationsversorgung für die Sportwissenschaft. Eine Analyse anhand sportwissenschaftlicher audio-visueller Medien.
Sportwissenschaftliche, audio-visuelle Medien rücken im gegenwärtigen
Zeitalter der digitalen Medienverbünde zunehmend in das Visier der
Wissenschaftsgemeinde der Sportwissenschaft. Es ist daher
unumgänglich, dass alle sportwissenschaftlich relevanten Medien für die
Nutzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse dokumentarisch
erfasst und recherchierbar gemacht werden.
Wissenschaft ist der Erwerb von neuem Wissen durch Forschung, ihre
Weitergabe durch Lehre, der gesellschaftliche, historische und
institutionelle Rahmen, in dem dies organisiert betrieben wird, sowie die
Gesamtheit des so erworbenen menschlichen Wissens. Ohne
Wissensbestand folgen selten Etablierung und Entwicklung einer
Wissenschaftsdisziplin. Pitts merkt hierzu an: „A field of study cannot
exist without a body of knowledge and literature regarding the theory
and practice of the field“ (Pitts, 2001, S. 2).
Für ein erweitertes Angebot der Informationsprodukte und
Recherchemöglichkeiten für die Sportwissenschaft wertet derzeit das
Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) mit der kostenlosen, über
das Internet frei zugänglichen Recherche-Datenbank SPOMEDIA audio-
visuelle Medien aus.
Dieses Informationsprodukt für die Zielgruppen Sportwissenschaft,
Sportpolitik und Sportpraxis soll informationswissenschaftliche
Erkenntnisse in die Sportfachinformation einbringen.
Qualität, Quantität und Aktualität der Datenbank SPOMEDIA sind
bisher kaum eingeschätzt worden.
Im ersten Abschnitt werden einige definitorische Grundlagen zum
Bereich der AV-Medien im Sport und den Anforderungen an eine Online-Datenbank beschrieben. Der zweite Teil widmet sich der Struktur
des BISp und seinen Datenbanken. Neben der Funktion und der Aufgabe
des BISp wird schwerpunktmäßig die Datenbank SPOMEDIA
beschrieben.
Nach der Untersuchung der BISp-Datenbank SPOMEDIA, der
Darstellung der Analyseergebnisse und der interpretatorischen
Einordnung der Befunde, sollen im letzten Teil neben dem Fazit auch
Denkanstöße für einen Ausblick formuliert werden
SPORTTOURISMUS UND NATURPARKE Prozessbegleitende Evaluation sporttouristischer Entwicklung am Beispiel des Naturparks Südschwarzwald
Kurzzusammenfassung
Die Ausübung von naturorientierten Bewegungsaktivitäten in naturnahen Landschaften erfreut sich in den letzten Jahren reger Beliebtheit. Dabei sind die für den Sporttourismus interessanten Bewegungsräume nicht selten Großschutzgebiete, wie Naturparke. Aufgabe von Naturparken ist es unter Anderem, die Erholungsnutzung und einen zukunftsfähigen Tourismus zu sichern sowie eine ökonomisch ergiebige, ökologisch vertretbare sowie sozial verträgliche Entwicklung zu fördern. In diesem Zusammenhang sind Naturparkpläne wichtige Entwicklungsinstrumente für eine nachhaltige Regionalentwicklung. In der Wissenschaft wird dennoch bemängelt, dass die Analyse und Bewertung der tatsächlichen Umsetzung der in den Planwerken enthaltenen theoretischen Zielsetzungen in praktische Maßnahmen noch selten in Angriff genommen wurde. Dies wurde für die vorliegende Arbeit zum Anlass genommen, am Beispiel des Naturparkplans für den Naturpark Südschwarzwald – und insbesondere für den Sporttourismus der Frage auf den Grund zu gehen, ob und in welcher Art und Weise dieser zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Zudem wird hinterfragt, welche Wirkungen und Effekte der Naturparkplan impliziert, welche Rahmenbedingungen die Entwicklung beeinflussen und wie geeignet der Naturparkverein ist, die Inhalte und Ziele des Naturparkplans umzusetzen. Methodisch wurde ein Mehrebenenansatz verwendet, bei dem qualitative und quantitative empirische Verfahren zum Einsatz gekommen sind. In einer Primäranalyse wurde mittels qualitativer leitfadengestützter Experteninterviews der Entwicklungsprozess rekonstruiert und durch eine Sekundäranalyse ergänzt. Vertiefend wurden für ausgewählte Natursportarten die von der theoretischen Zielsetzung ausgehenden Effekte in die praktische Umsetzung untersucht. Die Ergebnisse der prozessbegleitenden Evaluation zeigen auf, dass der untersuchte Naturpark einen nachhaltigen sporttouristischen Entwicklungsprozess forciert und damit eine nachhaltige Regionalentwicklung in Gang gesetzt werden konnte. Abschließend wird der weitere Forschungsbedarf für die Sport- und Tourismuswissenschaft aufgezeigt, die Notwendigkeit der Entwicklung eines integrativ-prozessorientierten Verfahrens zur Bewertung von sporttouristischen Entwicklungsprozessen erörtert und Empfehlungen für eine intensivierte nachhaltige Sporttourismusentwicklung gegeben.
Abstract
In recent years, outdoor activities in natural landscapes enjoy great popularity. Sport tourism activities though often use protected areas, i.e. nature parks. The mission of nature parks is, among others, to ensure the recreational use and sustainable tourism as well as to assist an efficient development which is economically, ecologically and socially acceptable. Therefore, nature park plans are important instruments for sustainable regional development. However, scientists criticize the fact that the analysis and assessment of theoretical targets into practical realisation has rarely taken place. As a result, the present study investigates the Southern Black Forest Nature Park development plan to understand in which way it contributes to a sustainable development focussed on sport tourism. It tries to understand which general conditions influence the development and how the nature park association is able to implement the targets set in the nature park development.
In the study qualitative as well as quantitative empirical methods were used. Interviews with experts have taken place to reconstruct the development process of the plan. The study was completed by a theoretical analysis of available resources. Selected outdoor activities were investigated comprehensively in light of theoretical targets leading to practical implementation. The evaluation shows that the nature park development plan is a first step to the implementation of a sustainable regional development focussing on sport tourism. The author though gives additional recommendations for sustainable sport tourism development and underlines the necessity to realise further scientist studies emphasising especially on outdoor sport activities