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Die Möglichkeiten gezielter Sportförderung im offenen Ganztag an Grundschulen
Abstract
Einleitung: In der Literatur wird vielfach ein Rückgang der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen diskutiert. Die Auswirkungen motorischer Auffälligkeiten bleiben selten auf den Bereich der körperlichen Leistungsfähigkeit beschränkt, sie können die gesamte Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen. Eine Möglichkeit, dieser Entwicklung frühzeitig entgegenzuwirken, bietet der Sportförderunterricht, der aktuell im Schulalltag jedoch nur unregelmäßig angeboten wird. Im Rahmen des offenen Ganztags werden allerdings kompetente Angebote zur gezielten motorischen Förderung möglich. In der vorliegenden Untersuchung wurde der Einfluss eines entsprechenden Konzepts auf die motorische Leistungsfähigkeit motorisch defizitärer Grundschulkinder überprüft. Außerdem wurden weitere Einflussfaktoren wie Freizeitverhalten, familiäre Situation und die anthropometrischen Daten untersucht und in die Analyse integriert.
Methodik: Bei 648 Grundschulkindern aus 12 Kölner offenen Ganztagschulen (8 Interventionsschulen (n=466), 4 Kontrollschulen (n=182)) wurden die anthropometrischen Daten, die familiäre Situation und das Freizeitverhalten (Fragebogen) sowie die motorische Leistungsfähigkeit (Dordel-Koch-Test) überprüft. Anhand ausgewählter Testaufgaben wurden die Kinder mit motorischen Auffälligkeiten ausgewählt. In den Interventionsschulen waren 58,2% motorisch defizitär, in den Kontrollschulen 42,3% (KG). In den Interventionsschulen nahm die Hälfte der ausgewählten Kinder an dem Angebot teil (IG), die übrigen motorisch auffälligen Kinder wurden als Non Responder (NR) ebenfalls verfolgt. Der Sportförderunterricht fand im Rahmen des offenen Ganztags einmal wöchentlich für 45-60 Minuten statt. Eine Abschlussuntersuchung erfolgte nach etwa 7 Monaten. In den Kontrollschulen wurde kein spezielles Angebot durchgeführt.
Ergebnisse: Die IG steigerte nach siebenmonatiger Intervention ihre Leistung in den Testaufgaben seitliches Hin- und Herspringen, Standweitsprung, Sit-ups, Einbeinstand und 6-Minuten-Lauf. Im Vergleich zur KG und zu den NR konnte jedoch kein höherer Leistungszuwachs verzeichnet werden. Das zur Eingangsuntersuchung schlechtere Abschneiden der IG bei den Testaufgaben seitliches Hin- und Herspringen, Standweitsprung, Sit-ups und 6-Minuten-Lauf wurde zur Ausgangsuntersuchung nicht mehr bestätigt, so dass eine Annäherung der IG an die beiden anderen Untersuchungsgruppen erfolgte. Auffallend war der hohe Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder (IG: 38,2%; NR: 22,2%; KG: 36,4%) sowie von Kindern mit Migrationshintergrund (IG: 54,9%; NR: 52,2%; KG: 72,1%) im gesamten Untersuchungskollektiv.
Diskussion: Insgesamt scheinen die Effekte des Sportförderunterrichts eher gering, trotzdem erlaubt die Untersuchung folgende Schlüsse: Für nachhaltige Effekte auf die motorische Leistungsfähigkeit sollten eine engere Einbindung der Schule und eine Intensivierung der Maßnahme, verbunden mit einer Erhöhung der wöchentlichen Frequenz, stärkeren Einbeziehung der Eltern sowie der Lehrer im Regelschulalltag bzw. Betreuer im Rahmen des offenen Ganztags angestrebt werden.
Introduction: A decrease of motor abilities of children and adolescents is widely discussed in the literature. Impacts of poor physical fitness often influence personality development. “Sportförderunterricht” is one opportunity to counteract this negative process. However, at most schools it is offered on an irregular basis only. Professional offerings during after school supervision (“offener Ganztag”) are one possibility for advancement of motor skills. The present study examines the influence of this concept on the development of physical fitness in primary school children. In addition the impact of leisure time activities, family factors and anthropometric data were included in this analysis.
Method: Anthropometric data of 648 children from 12 cologne primary schools (8 intervention- and 4 control-schools n=466) were collected, leisure time activities and family factors were assessed (questionnaire) and motor abilities were determined by the Dordel-Koch-Test.
On the basis of selected test items pupils with poor motor competence were identified. In the intervention schools 58,2% displayed impaired motor abilities, in the KG (control group) 42,3%. Half of the selected children from the intervention-schools participated in the program (intervention group; IG), the remaining pupils with motor problems were observed as non-responder (NR). The “Sportförderunterricht” took place within after school supervision once a week, lasting 45 or 60 minutes. A follow-up study was conducted seven months later. No special activities were offered in the control-schools.
Results: After seven months of intervention the IG increased in lateral jumps, standing long jump, sit-ups, balancing on one foot and 6-minute-run. In comparison with the KG and the NR no significant benefits could be shown. The weak outcome of the IG in the first screening - concerning the test items lateral jumps, standing long jump, sit-ups, balancing on one foot and 6-minute-run - was not confirmed in the follow-up study. Thus the results of the IG were similar to those of the two other groups. The high proportion of overweight and obese children (IG: 38,2%, NR: 22,2%, KG: 36,4%) and of children with migration background (IG: 54,9%, NR: 52,2%, KG: 72,1%) within the whole group was noticeable.
Discussion: Overall the effects of the “Sportförderunterricht” seem marginal; nevertheless one can draw the following conclusions from this research: For lasting effects on the motor abilities, a closer cooperation with the school and an intensified intervention should be focused. Furthermore an increased weekly frequency, stronger inclusion of the parents, teachers and the “offener Ganztag” staff are considered as desirable
Entwicklung einer Testbatterie zur Diagnostik und Steuerung der Schnelligkeit im Sportspiel Fußball
Abstract
Im Spektrum der konditionellen Fähigkeiten von Fußballspielern wird der Schnelligkeit eine große Bedeutung beigemessen. Sie ist die Basis für viele Bewegungsabläufe und ein zentrales Auswahlkriterium für Spieler. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein praxisnahes Diagnostikmodell zur Bestimmung der fußballspezifischen Schnelligkeit zu entwickeln.
Der theoretische Teil der Arbeit befasst sich im Hinblick auf den eigentlichen Charakter der Schnelligkeit mit Definitionsproblematik und Strukturierung von Schnelligkeitsfähigkeiten. Zu diesem vielschichtigen Fähigkeitskomplex gehören im Fußball unter anderem zyklische- und azyklische Bewegungsschnelligkeit, Koordination sowie konditionelle Fähigkeiten und kognitive Komponenten.
Im empirischen Teil der Arbeit liegt der Entwicklung der Testbatterie eine Befragung von 21 Fußball-Lehrern, größtenteils mit höchster internationaler Reputation, zum Stellenwert sowie Training der fußballspezifischen Laufschnelligkeit zugrunde. Darüber hinaus wird mittels einer systematischen Spielbeobachtung die Charakteristik von Schnelligkeitsaktionen im Fußballwettkampf analysiert. Dazu werden 669 Aktionen in sechs Spielen der Finalrunde der UEFA Champions- League sowie dem UEFA Cup 2000/2001 analysiert.
Im Hauptteil wird nach intensiver Diskussion eine fußballspezifische Testbatterie erstellt, auf Testtauglichkeit geprüft und die einzelnen Verfahren beschrieben. 134 Probanden aus Bundesliga (n=43), Amateur (n=64) sowie Jugendmannschaften (n=27) absolvierten unsere Testbatterie bestehend aus einem Linearsprint-Test sowie drei fußballspezifischen Tests. Anschließend werden aus den Daten der gesamten Testbatterie sowie den Erkenntnissen der vorherigen Kapitel Hinweise für eine auf die individuellen Voraussetzungen abgestimmte Trainingssteuerung zur Verbesserung der fußballspezifischen Schnelligkeit gegeben.
Abstract
In the spectrum of the conditional abilities of soccer players a great importance is attached to the running speed. It is the basis for many motions sequence and a selection criterion for players. This document pursues the goal of developing a diagnostics model in line with standard usage for the determination of soccer-specific speed.
Regarding the actual character of speed, the theoretical part of this document is concerned with definition problems and structuring the individual factors of speed.
To this multilayered ability complex belong in soccer among other things cyclic- and acyclic movement, coordination, as well as conditional abilities and cognitive components.
In the context of the empiric segment a questioning of 21 soccer coaches, to a large extent with highest international reputation, is the basis for the development of the test battery. Beyond that the characteristic of speed actions are analyzed by means of a systematic match analysis. In addition 669 actions in six matches of the final round of the UEFA Champions League as well as the UEFA Cup 2000/2001 are analyzed.
In the main part a soccer-specific test battery is provided after intensive discussion. Hereby, special attention is paid to the monitoring of selected procedures concerning their scientific quality criteria. 134 players from national leagues as well as youth players completed our test battery consisting of a linear sprint test and three soccer-specific tests. Subsequently, from the data as well as the realizations of the previous chapters recommendations for the training practice are deduced
Erfassung körperlicher Befindlichkeit im Sport - Studien zur Anwendbarkeit und Validität des Antwortformats "Kognitives Dilemma"
Das übliche Antwortformat in der Befindlichkeitsdiagnostik ist die Likertskala. Bei diesem Antwortformat besteht jedoch aufgrund der leichten Durchschaubarkeit die Gefahr, eine stark kognitiv bzw. rational gesteuerte Antwort auf die Frage nach der eigenen körperlichen oder emotionalen Befindlichkeit zu erhalten. Um die affektiven Anteile einer Befindlichkeitsantwort zu betonen und die kognitiven Anteile zu reduzieren, wurde das Antwortformat Kognitives Dilemma (KoDi) entwickelt (Kleinert, 2004). Dieses Antwortformat soll weniger durchschaubar, d.h. beeinflussbar, sein und Messfehler, die dem kognitiven Anteil zugeordnet werden können, reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel Antworttendenzen im Sinne der sozialen Erwünschtheit, Jasage- oder Mittentendenzen. Das neue Antwortformat zielt auf eine Überbeanspruchung der kognitiven Systeme ab, indem der Befragte die Aufgabe hat, sich zwischen zwei ähnlichen positiv oder negativ konnotierten Ausprägungen zweier semantischer Kategorien unter Zeitdruck zu entscheiden.
Am Beispiel der Erhebung der aktuellen körperlichen Befindlichkeit wurde das neue Antwortformat eingesetzt. Basis hierfür bildeten die Items der Skala zur wahrgenommenen körperlichen Verfassung (WKV-20; Kleinert, 2006). Aufgrund der Konzeption des neuen Antwortformats wurde eine gleiche Anzahl an positiven und negativen Adjektiven benötigt. Aus diesem Grund erfolgte eine Modifikation sowie Reduktion von 20 auf 16 Items (WKV-16).
Ziele dieser vorliegenden Dissertation waren (1) die Überprüfung der Validität der WKV-16 mit dem neu entwickelten Antwortformat KoDi, (2) die Überprüfung der Verlässlichkeit des neu entwickelten Antwortformats KoDi im Vergleich zu Ratingskalen (Likert und Semantisches Differential) auf der Basis eines gleichen Itempools sowie (3) die Überprüfung der Variabilitätssensitivität der WKV-16 mit dem Antwortformat KoDi.
Auf der Grundlage dieser Ziele wurden im Rahmen dieser Dissertation vier Studien durchgeführt. In Studie 1 (Sportmotorische Fähigkeiten und körperliche Befindlichkeit) wurden sowohl die WKV-16 mit KoDi als Antwortformat als auch die WKV-20 (Kleinert, 2006) vor verschiedenen Tests zur Erhebung von sportmotorischen Fähigkeiten bei jugendlichen Nachwuchsfußballspielern (n = 111) eingesetzt. Es folgten Analysen zur Bestimmung der konvergenten, faktoriellen und kriterienbezogenen Validität, die allesamt nicht zufriedenstellend ausfielen.
In Studie 2 (Belastung und Befindlichkeit) wurde die WKV-16 mit den Antwortformaten KoDi und Likert vor und nach einer kognitiven und sportlichen Belastung bei 271 Sportstudierenden eingesetzt, um Hinweise für die Variabilitätssensitivität zu bekommen und die Antwortformate miteinander zu vergleichen. Die Variabilitätssensitivität konnte für beide Antwortformate nachgewiesen werden. Der Vergleich der Antwortformate führte zu keinen Unterschieden in den Befindlichkeitsergebnissen. Zusätzlich erfolgte die Überprüfung der diskriminanten Validität mithilfe eines Verfahrens zur Erhebung der psychischen Befindlichkeit (EZK; Kleinert & Engelhard, 2002, modifiziert nach Nitsch, 1976). Die Ergebnisse zeigten eine akzeptable diskriminante Validität der WKV-16 mit dem Antwortformat KoDi.
In einem experimentellen Design wurde in Studie 3 (Manipulation der Herzfrequenz und körperliche Befindlichkeit) die Beeinflussbarkeit der Antwortformate überprüft, indem den Untersuchungsteilnehmern (n = 60) während einer fahrradergometrischen Belastung ein mani-puliertes Herzfrequenzfeedback zurückgemeldet wurde. Es wurde vermutet, dass die Manipulation der Rückmeldung einen Einfluss auf die Befindlichkeit bei Verwendung der Ratingskalen (Likert und Semantisches Differential) hat, bei Nutzung des Antwortformats KoDi jedoch nicht. Diese Annahme konnte nicht bestätigt werden. Lediglich im Antwortformat KoDi zeigten sich Einflüsse des manipulierten Herzfrequenzfeedbacks, nicht jedoch bei den Ratingskalen.
In der vierten Studie (Soziale Erwünschtheit und körperliche Befindlichkeit) wurden die Antwortformate KoDi, Likert und Semantisches Differential wiederum bei Sportstudierenden (n = 90) verglichen sowie der Einfluss der sozialen Erwünschtheit auf die Befindlichkeitsangaben für jedes Antwortformat separat überprüft. Die Erhebung der sozialen Erwünschtheit erfolgte mithilfe des BIDR (Musch et al., 2002). Während der Vergleich der drei Antwortformate zu keinen Unterschieden führte, zeigte sich bei Berücksichtigung der sozialen Erwünschtheit ein tendenzieller Unterschied zwischen den Antwortformaten Likert und KoDi.
Zusammenfassend führen die Ergebnisse zu der Erkenntnis, dass die WKV-16 mit dem Antwortformat KoDi kein valides Erhebungsverfahren ist. Der Vergleich der Antwortformate zeigt keine Unterschiede. Demnach kann nicht davon ausgegangen werden, dass bei der Nutzung des Antwortformats KoDi die affektiven Anteile einer Befindlichkeitsantwort hervorgehoben und die kognitiven Anteile reduziert werden. Vielmehr scheint das neue Antwortformat ebenso anfällig für Messfehler zu sein wie die Ratingskalen. Die Untersuchungen zur Variabilitätssensitivität bestätigen, dass das Verfahren ausreichend variabilitätssensitiv ist.
Der Einsatz der WKV-16 und dem Antwortformat KoDi eignet sich derzeit nicht für wissenschaftliche Untersuchungen. Zuvor sollte die Itemliste überarbeitet werden und weitere Validitätsprüfungen folgen. Aufgrund der nachgewiesenen Variabilitätssensitivität und der Ähnlichkeit der Befindlichkeitsergebnisse bei den verschiedenen Antwortformaten könnte die WKV-16 mit verschiedenen Antwortformaten bei Mehrfachmessungen als eine Art Screening eingesetzt werden. Dabei sollten die Ergebnisse jedoch nur im intraindividuellen Vergleich betrachtet werden.
Summary:
The common response format in state diagnostics is the Likert scale. Due to its transparency, this response format bears the risk of receiving highly cognitive or rationally controlled answers to questions about one’s own physical and emotional states. In order to underline the affective proportion of an existential orientation answer and to reduce the cognitive proportion, the response format Cognitive Dilemma (KoDi) was developed (Kleinert, 2004). This answer format is suggested to be less transparent, i.e. influenceable, and to also reduce measurement errors that can be accounted for in the cognitive proportion. This includes, for example, an answer tendency according to social desirability, yes-expression and central tendency bias. The new response format targets on an overstraining of the cognitive systems by giving the interviewee the task to decide between two values of two semantic categories that are similar in their positive and negative connotation. This decision must be taken under time pressure.
The new response format was applied during the ascertainment of perceived physical state. The items of the adjective list for assessing Perceived Physical State were the basis (WKV-20; Kleinert, 2006). Due to the conceptual design of the new response format, an equal number of positive and negative adjectives was required. Therefore, the items were modified and reduced from 20 to 16 items (WKV-16).
The aims of this dissertation were the verification (1) of the validity of WKV-16 with the newly developed response format KoDi, (2) the reliability of the newly developed response format KoDi in comparison with rating scales (Likert scale and semantic differential) on the basis of an equal item pool as well as (3) the verification of the change sensitivity of WKV-16 with the answer format KoDi.
Based on these aims, four surveys were accomplished in this dissertation. In survey 1 both WKV-16 with the response format KoDi as well as WKV-20 (Kleinert, 2006) were applied in pre-tests to ascertain the sport motor abilities of junior football players (n = 111). This was followed by analyses to identify convergent, factorial and criteria based validity. The turn out was not satisfactory.
In survey 2 both WKV-16 with the response format KoDi and Likert were applied in pre- and post-tests of cognitive and physical activity with 271 students of sport science. The aim was to receive information on the sensitivity of variability and to compare the response formats with each other. The sensitivity of variability could be proven for both answer formats. The comparison of the answer formats did not imply any differences in the results concerning the physical states. In addition, a verification of the discriminant validity took place with the help of a procedure to ascertain the psychological state (EZK; Kleinert & Engelhard, 2002, modified on the basis of Nitsch, 1976). The results showed an acceptable discriminant validity of WKV-16 with the response format KoDi.
In an experimental design, survey 3 verified the interference of the answer formats by giving subjects (n = 60) a manipulated feedback on their heart rate during a test on a bicycle ergometer. It was assumed that the manipulation of the feedback would influence the perceived physical state while using a rating scale (Likert scale and semantic differential). It was assumed it would not influence the use of the response format KoDi. This assumption was not verified. The manipulated heart rate feedback only showed influence on the answer format KoDi, but not on the rating scales.
In survey 4 the response formats KoDi, Likert scale and semantic differential were again compared by testing students of sport science (n = 90). The influence of social desirability on perceived physical state was verified separately for each response format. The ascertainment of social desirability was carried out with the help of the German translation of the Balanced Inventory of Desirable Responding (BIDR; (Musch, Brockhaus & Bröder, 2002). While the comparison of the three response formats did not reveal any differences, the consideration of social desirability did reveal a tendency to differ between the response formats Likert scale and KoDi.
In summary, these results conclude that WKV-16 with the response format KoDi is not a valid ascertainment procedure. The comparison of the answer formats does not reveal any differences. Therefore, the usage of the response format KoDi will not underline the affective proportions and reduce the cognitive proportions of perceived physical state answers. Rather, the new response format seems to be just as prone to measurement errors as the rating scales. The analyses on the sensitivity of variability verify that the procedure is sufficiently sensitive to variability
Bewegungs- und Gesundheitsförderung in Kindergärten - Wirkungsanalyse ausgewählter Kölner Interventionen
Einleitung - In Folge einer veränderten Lebenswelt zeigt sich eine zunehmende Prävalenz von Übergewicht/Adipositas und motorischen Defiziten bei Kindern und Jugendlichen in den westlich geprägten Industrienationen. Aufgrund der negativen gesundheitlichen und ökonomischen Konsequenzen werden frühzeitige effektive Maßnahmen zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung dringend benötigt. In der vorliegenden Studie wurden die Auswirkungen der kindergartenbasierten niederschwelligen Kölner Interventionsmaßnahmen Kindergarten Mobil (KiMo), Ball und Birne (BB) und Kita fit im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (KG) untersucht.
Methodik - Insgesamt nahmen 1.510 Kinder (53,4% männlich, 46,6% weiblich) zu jeweils zwei Testzeitpunkten (T1, T2) im Abstand von etwa sechs Monaten an der Untersuchung teil (Alter: 4,7±0,9 Jahre, Körperhöhe: 108,3±7,9 cm, Gewicht: 19,1±3,6 kg, BMI: 16,1±1,6 kg/m²), unterteilt in die Gruppen KiMo (n=690), BB (n=74), Kita fit-TN (n=95), Kita fit-KT (n=289) und KG (n=362). Zu beiden Testzeitpunkten wurden die anthropometrischen Daten, die motorische Leistungsfähigkeit (KiMo-Test) und der Aktivitätsstatus (Elternfragebogen) der Kinder erhoben. Die Interventionen beinhalteten einen Informationsabend für Eltern/Erzieher, an dem Kernbotschaften zu einem gesunden Lebensstil vermittelt und individuelle Fitnesspässe für die Kinder überreicht wurden (KiMo, Kita fit-TN, Kita fit-KT), bzw. eine einmal wöchentlich angeleitete motorische Förderung (BB, Kita fit-TN).
Ergebnisse - Im Querschnitt zeigte sich zu T1 eine erhöhte Prävalenz von Übergewicht (9,5%) und Adipositas (4,5%) im Vergleich zu nationalen Referenzwerten. Kinder, die Mitglied in einem Sportverein waren (61,1%), hatten einen niedrigeren BMI als Nicht-Mitglieder (15,9±1,5 kg/m² vs. 16,3±1,6 kg/m²; p<0,001), erzielten jedoch nur in einigen motorischen Testaufgaben (Pendellauf, Standweitsprung, Seitliches Hin- und Herspringen) bessere Leistungen. Im Längsschnitt fand sich eine Senkung des BMI in den Gruppen KiMo (-0,1±0,6 kg/m²), Kita fit-TN (-0,1±0,7 kg/m²) und Kita fit-KT (-0,2±0,6 kg/m²; jeweils p<0,001 im Vergleich zur KG) und ein Anstieg in der Gruppe BB (0,1±0,5 kg/m²; p=0,998 im Vergleich zur KG) sowie der KG (0,1±0,6 kg/m²). Es profitierten größtenteils normalgewichtige Kinder und nur ein geringer Anteil der Varianz war auf die Interventionen zurückzuführen. In der Subgruppe KiMo zeigte sich bei überdurchschnittlicher Teilnahme der Eltern am Projekt (>60%) eine vierfach deutlichere Senkung des BMI als bei unterdurchschnittlicher Teilnahme (-0,19±0,6 kg/m² vs. -0,05±0,6 kg/m²; p=0,038). Bezüglich der motorischen Leistungsfähigkeit fanden sich in sämtlichen Gruppen inkonsistente Ergebnisse.
Diskussion - Auf Basis der aktuellen Datenlage können keine evidenzbasierten Empfehlungen zum optimalen Vorgehen zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Vorschulalter abgeleitet werden. Eine einmal wöchentliche motorische Förderung reicht nicht aus um positive Effekte auf den BMI oder die motorische Leistungsfähigkeit zu erzielen. Der Einbezug von Eltern in Präventionsmaßnahmen ist jedoch von entscheidender Bedeutung; hier liefert das KiMo-Projekt einen erfolgversprechenden Ansatz. In zukünftigen Untersuchungen sollten intensivere und länger andauernde Interventionen überprüft werden. Es scheint gesichert, dass das gesamte Lebensumfeld von Kindern inklusive Eltern, Erziehern und Kinderärzten in die Prävention von Bewegungsmangelerscheinungen eingebunden werden sollte.
Introduction - The prevalence of overweight/obesity and motor deficits in children and adolescents is on the rise in western industrialized countries as a result of changes in living conditions. Due to the negative health related and economic consequences, effective early preventive measures are of urgent need. In the present study, that took place in Cologne, the effects of the kindergarten-based low-threshold interventions “Kindergarten Mobil (KiMo)”, “Ball und Birne (BB)” and “Kita fit” were determined compared to a control group (CG).
Methods - A total of 1.519 children (53.4% male, 46.6% female) participated in the study at two different times (T1, T2), each at intervals of approximately six months (age: 4.7±0.9 years, height: 108.3±7.9 cm, weight: 19.1±3.6 kg, BMI: 16.1±1.6 kg/m²). The children were divided in the groups KiMo (n=690), BB (n=74), Kita fit-TN (n=95), Kita fit-KT (n=289) and CG (n=362). The anthropometric data, motor abilities (KiMo-test) and activity status (parent questionnaire) were assessed at T1 and T2. The interventions included an information meeting for parents/educators, where key guidelines for a healthy lifestyle were communicated and individual fitness passes for the children were handed over (KiMo, Kita fit-TN, Kita fit-KT), and a respectively instructed movement promotion once per week (BB, Kita fit-TN).
Results - Cross-sectional data showed an increased prevalence of overweight (9.5%) and obesity (4.5%) at T1 with respect to national reference values. Those children, who were members of a sports club (61.1%), had a lower BMI than non-members (15.9±1.5 kg/m² vs. 16.3±1.6 kg/m²; p<0.001), but achieved better results only in some of the motor tests (shuttle run, standing long jump, lateral jumping). Longitudinal data proved a decrease of the BMI in the groups KiMo (-0.1±0.6 kg/m²), Kita fit-TN (-0.1±0.7 kg/m²) and Kita fit-KT (-0.2±0.6 kg/m²; each p<0.001 in comparison to the CG) and an increase in the group BB (0.1±0.5 kg/m²; p=0.998 in comparison to the CG) as well as in the CG (0.1±0.6 kg/m²). Predominantly, the normal weight children benefited and only a minor percentage of variance resulted from the interventions. A fourfold greater decrease of the BMI occurred in case of above average participation of the parents in the project (>60%) versus below average participation in the subgroup KiMo (-0.19±0.6 kg/m² vs. -0.05±0.6 kg/m²; p=0.038). Inconsistent results were shown in all groups regarding motor abilities.
Discussion - On the basis of the available data no evidence-based recommendations concerning the optimal procedure for movement and health promotion at pre-school age can be derived. Movement promotion once per week is not sufficient for achieving positive effects on the BMI or on motor abilities. Nevertheless, the involvement of parents in preventive measures is of particular importance; in this respect the KiMo-project provides a promising approach. In future studies more intensive and longer lasting interventions should be determined. It seems assured, that the entire living conditions of children have to be involved in the prevention of the negative consequences of physical inactivity, including parents, educators and pediatricians
Die Auswirkung von Kraft- und Gleichgewichtstraining bei sehr alten Patienten nach Bypassoperation (CAB, ≥75 Jahre) auf die funktionale Kapazität (Sechs-Minuten-Gehstrecke), die Lebensqualität und die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL)
Einleitung: Die Anzahl älterer und sehr alter Patienten nach Bypassoperation steigt stark an. Bis heute begegnet die Phase-II-Rehabilitation den speziellen Anforderungen dieser Patienten nicht mit eigenen Programmen. Ziel der Studie war es, zu evaluieren, ob ein zusätzliches Kraft- und Gleichgewichtstraining im Vergleich zur Standardanschlussheilbehandlung (AHB) die funktionale Kapazität und Lebensqualität bei dieser Klientel signifikant verbessern kann.
Methodik: Es wurde eine randomisierte, kontrollierte Studie durchgeführt. Insgesamt konnten n= 121 Patienten (n= 82 Männer und n= 39 Frauen, ≥75 Jahre) zufällig der Interventions- (IG) oder Kontrollgruppe (KG) zugelost werden. N= 14 Patienten haben die Studie nicht abgeschlossen, aus Gründen, die nicht auf die Rehabilitation zurückzuführen waren. Somit wurden n= 51 (34 m/17 w, Durchschnittsalter 78,5 ± 3,4 Jahre (IG)) und n= 56 (40 m/16 w, im Mittel 78,5 ± 3,0 Jahre (KG)) evaluiert. Alle Patienten nahmen an einer AHB sehr früh nach der Operation teil (mittlerer Aufenthalt IG: 20,8 ± 2,8 vs. KG: 20,1 ± 3,5 Tage, p=0,27; Post-OP: IG: 13,4 ± 4,1 vs. KG: 12,7 ± 6,9 Tage, p=0,5). Zwischen den Gruppen gab es keine bedeutenden signifikanten Unterschiede. Die KG absolvierte die für diese Klientel übliche AHB mit Ausdauertraining auf dem Fahrradergomter und Gymnastik. Die IG nahm zusätzlich an einem täglichen Kraft- (10,6 ± 2,4 Übungseinheiten an 4 Geräten, Ein-Satz-Training mit 8-12 Wiederholungen bei 60% von 1RM) und Gleichgewichtstraining (9,4 ± 2,1 Einheiten) teil. Der Sechs-Minuten-Gehtest (6-MWT), die maximale kardiopulmonale Leistungsdiagnositk, Kraft- und Gleichgewichtsmessung wurden eingesetzt, um die funktionale Kapazität zu Beginn (T1) und am Ende (T2) der AHB zu erheben. Der MacNew-Fragebogen wurde verwendet, um die Lebensqualität (QoL) zu erheben, HADS-D für Angst und Depression sowie MOSES für Mobilität, Selbstversorgung und häusliches Wohnen zu T1, T2 und zusätzlich nach 3 Monaten (T3).
Ergebnisse: Beide Gruppen verbesserten sich in allen Parametern signifikant durch die AHB. Der 6-MWT wurde in der IG von 298,3 ± 79,7m auf 365,3 ± 82,1m, p<0,001, ∆67m und in der KG von 306,0 ± 77,5m auf 350,9 ± 82,3m, p<0,001, ∆45m gesteigert. Es ergab sich eine signifikante Interaktion (p<0,05). Somit zeigte sich ein größerer Erfolg in der IG. Außerdem wurde die Minimal Clinical Important Difference (MCID) von >54m für den 6-MWT nur in der IG erreicht. Bei beinahe allen anderen physischen Parametern erreichte die IG größere relative Verbesserungen. Die QoL verbesserte sich in beiden Gruppen über das MCID >0,5 Punkte gleich stark, verschlechterte sich aber nach 3 Monaten, wobei sie dennoch signifikant über dem Wert von T1 blieb. QoL global: IG T1: 5,0±1,0, T2: 6,1±0,7, T3: 5,5±1,0; CG T1: 5,1±1,1, T2: 6,0±0,7, T3: 5,6±1,0 (post hoc: T1 vs. T2 p<0,001, T2 vs. T3 p<0,01, T1 vs. T3 p>0,001).
Diskussion: Die AHB von sehr alten Patienten früh nach herzchirurgischem Eingriff ist sehr effizient. Es konnten alle Parameter signifikant verbessert werden. Das zusätzliche funktionale Training resultierte für die IG in einer signifikanten Verbesserung der 6-MWT gegenüber der herkömmlichen AHB. Außerdem konnte das MCID für den 6-MWT von >54m nur in der IG überschritten werden. Es gab keine durch das Training verursachten Vorfälle. Das spezielle Training ist sicher und kann in die Routine für diese Patientenklientel übernommen werden. Die QoL nahm nach 3 Monaten ab. Ein spezifisches, auf gezieltem Training basierendes Nachsorgekonzept wird die Erfolge nach der AHB für diese Altersgruppe optimieren können.
ABSTRACT
Introduction: The number of elderly and very old patients after cardiac bypass surgery is increasing dramatically. The phase-II-rehabilitation does not meet the special needs of those patients yet. The aim of this study was to evaluate the effects of additional daily functional training compared to the standard exercise training on functional capacity and Quality of life (QoL) in very old patients who participate in phase II cardiac rehabilitation (CR) early after CABG surgery.
Methods: A single centre randomized controlled trial was conducted. A sample of n=121 patients (82 men, 39 women, ≥75 years) was randomly assigned to either an intervention group (IG) or a control group (CG). N=14 patients did not finish the study for reasons not related to the rehabilitation. Therefore n = 51 (34 m/17 w, mean age 78.5 ± 3.4 years (IG)) and n = 56 (40 m/16 w, mean age 78.5 ± 3.0 years (CG)), could be evaluated. All patients participated in an in-patient CR (mean length of stay IG: 20.8 ± 2.8 vs. CG: 20.1 ± 3.5 days; p=0.27) early after surgery (IG: 13.4 ± 4.1 vs. CG: 12.7 ± 6.9 days; p=0.5). There has been no major significant difference between the groups at T1. The CG participated in the usual exercise regime including endurance exercise training on bicycle ergometer and gymnastics. The IG participated in additional functional training including resistance training (10.6 ± 2.4 exercise units with 4 exercises, one set of 8-12 repetitions at 60% 1RM) and specific balance training (9.4 ± 2.1 units). Six minute walking distance (6MWD), maximal cardiopulmonary exercise tests, strength and balance have been used to access functional capacity at the beginning (T1) and the end (T2) of CR. The MacNew questionnaire was used to evaluate QoL, HADS for Anxiety and Depression and MOSES for mobility and self-care, at T1, T2 and additional after 3 months (T3).
Results: Both groups improved in all parameters through CR significantly over time. The 6-MWT was enhanced in the IG from 298.3 ± 79.7 to 365.3 ± 82.1m, p<0.001, ∆67m, and in the CG from 306 ± 77.5 to 350.9 ± 82.3m, p<0.001, ∆45m. The interaction was statistically significant (p<0.05), meaning the IG profited more. The Minimal Clinical Important Difference (MCID) of >54m for 6MWD could only be reached in the IG. In almost every other physical parameter the IG gained greater relativ chances. QoL improved in both groups in the same way greater than the MCID of 0.5, but deterioated after 3 months, yet remained significantly higher than at T1. QoL global: IG T1: 5.0±1.0, T2: 6.1±0.7, T3: 5.5±1.0; CG T1: 5.1±1.1, T2: 6.0±0.7, T3: 5.6±1.0 (post hoc: T1 vs. T2 p<0.001, T2 vs. T3 p<0.01, T1 vs. T3 p>0.001).
Discussion: CR after cardiac surgery is highly effective even in patients after CABG at very old age. As a result of CR all parameters were significantly improved in both groups. The additional functional training did result in a significantly greater benefit on functional capacity in the IG. Furthermore only the IG achieved the MCID of >54m improvement in 6MWD. There have not been any adverse events during the exercise intervention, meaning the training is safe and can be integrated in usual care for these specific patients. After 3 months psychometric measurement showed a significant decline. A concept for self-care and self-training adjusted to patients after prosperus CR would provide a sustainable outcome over time
Das Hot-Hand-Phänomen im Sport
Zusammenfassung
Die Prozesse des Urteilens und Entscheidens sind alltäglich und fundamental. Das menschliche Verhalten erfolgt in einer unsicheren Umwelt und richtet sich nach Wahrscheinlichkeiten. Diesbezüglich hat die Prospect Theory grundlegende Erkenntnisse für das menschliche Verhalten geschaffen. Doch diese Theorie stößt im Sport an ihre Grenzen, welcher durch seine sportspezifischen Phänomene ein einzigartiges Forschungsfeld darstellt. In dieser Arbeit wird der Fokus auf das Hot-Hand-Phänomen gesetzt, da sich dieses mit der überdurchschnittlichen Leistung eines Sportlers und einer potentiell verzerrten wahrscheinlichkeitsbasierten Wahrnehmung derselben auseinandersetzt. Die Hot-Hand besteht aus zwei Dimensionen – dem Verhalten und dem Glauben. Beide Dimensionen beeinflussen sich gegenseitig. Die Hot-Hand steht in Beziehung mit anderen ähnlichen und gegensätzlichen Phänomenen, wie z. B. Momentum, Cold Hand oder Gambler’s Fallacy.
Zusammenfassend untersucht dieses Forschungsvorhaben vier Fragestellungen. Anhand eines meta-analytischen Verfahrens wird erstens der aktuelle Stand der Forschung dargestellt, welcher sich negativ zu der Existenz der Hot-Hand äußert. Zweitens werden die Leistungen eines Individuums und einer Mannschaft hinsichtlich einer Hot-Hand im Basketball untersucht. Für die Mannschaft ergeben sich positive Befunde, wenn der Heimvorteil in die Analyse integriert wird. Drittens wird die expertiseabhängige Wahrnehmung von unterschiedlichen Hot-Hand-Sequenzen und dem darauf basierenden Verhalten in den Fokus gerückt. Es zeigt sich, dass Experten grundsätzlich sensitiv reagieren. Je nach Expertise entstehen signifikante Unterschiede hinsichtlich der Perfektion von Sequenzen. Viertens zeigt eine geschlechtsspezifische Analyse, dass Männer einen stärkeren Hot-Hand-Glauben zeigen als Frauen. Dies spiegelt sich zudem in einer höheren Sicherheit wider.
Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen zeigt sich, dass der Glaube an die Hot-Hand gerechtfertigt ist. Durch die in diesen Studien dargestellten Schwächen können zukünftige Forschungsvorhaben profitieren, um letztendlich für die Sportpraxis bedeutsame Empfehlungen geben zu können.
Abstract
The Hot Hand Phenomenon in Sports
The process of judgment and decision making is common and basic. Human behavior happens in an environment full of uncertainty, based on probabilities. Prospect theory has informed about biases in human behavior, but is not appropriate for sports due to various phenomena that show the uniqueness of that field of research. In the current studies, the hot hand phenomenon is analyzed which deals with the above-average performance and its biased perception. The hot hand is distinguished between belief and behavior – both dimensions have a reciprocal relationship. Other related phenomena are momentum, cold hand, or the gambler’s fallacy.
In summary, the current research analyzes four questions. First, the state of the research is assessed using meta-analytical calculations showing evidence against the existence of the hot hand. Second, individual and team performances are investigated concerning the hot hand in basketball. Positive evidence is shown with the integration of the home advantage. Third, the research focus is on expertise-based perception of hot hand sequences and the following behavior. It reveals a general sensitivity for streaks with partly significant differences concerning the perfection of the sequence. Fourth, a gender specific analysis shows that men have a stronger belief in the hot hand than women resulting in a higher certainty.
Results indicate that the belief in the hot hand is warrantable. The limitations inform future research and create the potential to develop recommendations for the applied field
Analyse molekularer Mechanismen trainingsbedingter Skelettmuskeladaptation
Abstract:
Myostatin (GDF8) is a negative regulator of skeletel muscle mass but it´s role in human skeletal muscle is insufficiently desribed. The aim of this study was to examine the effects of strength and endurance training on myostatin mRNA in the vastus lateralis muscle of healthy and physically active humans. 33 healthy and physically active sports students (static and dynamic knee extensor strength 33 ± 4.5 N/kgBW; 1 185 ± 170 W, respectively; maximum oxygen uptake 52.5 ± 8 ml/kgBW/min) were recruited and randomly assigned to a moderate endurance training group (n=11), a strength training group (n=11) and a control group (n=11). Muscle biopsies were taken from the vastus lateralis muscle 2-3 days before the start as well as at the end of the 12 weeks' training period. Exercise-specific functional improvements after moderate endurance training and strength training were measured for submaximal endurance and for static and dynamic strength of the knee extensor muscles. None of the myostatin mRNA values showed significant pre-post differences or group-specific differences. These results are in contrast to data with sedentary subjects, suggesting that myostatin is necessary for adaptations of skeletal muscle to exercise stress. We conclude that functional improvements after moderate endurance training and strength training can occur without alterations in myostatin mRNA in physically active humans.
Zusammenfassung:
Myostatin oder auch GDF8 ist ein negativer Regulator der Skelettmuskel-Masse. Allerdings ist dessen Expression als Reaktion auf Training bisher nur unzureichend beschrieben worden. Das Ziel dieser Studie war es den Effekt von Kraft- und Ausdauertraining auf die Regulation der Myostatin mRNA bei gesunden und aktiven Männern zu untersuchen. Dazu wurden 33 männliche Sportstudenten (statische und dynamische Knie-Extensor Kraft: 33 ± 4.5 N/kgBW; 1185 ± 170 W; Maximale Sauerstoffaufnahme: 52.5 ± 8 ml/kgBW/min) randomisiert in eine Ausdauergruppe (n=11), Kraftgruppe (n=11) oder Kontrollgruppe (n=11) eingeteilt! Muskelbiopsien wurden 2-3 Tage vor und nach der zwölf-wöchigen Trainingsintervention am M. vastus lateralis entnommen. Funktionelle Steigerungen der Maximalkraft und des Ausdauerleistungsvermögens konnten in den jeweiligen Trainingsgruppen nachgewiesen werden (p<0,01). Die mRNA Analysen aller Gruppen ergaben keine signifikanten Veränderungen im prae-post Vergleich. Diese Ergebnisse unterscheiden sich von denen anderer Arbeitsgruppen, bei denen eher unsportliche und ältere Probanden auf eine Myostatin-Regulation untersucht worden sind. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass funktionelle Steigerungen der Kraft- und Ausdauerfähigkeiten als Reaktion auf ein Training nicht in einem signifikanten Zusammenhang mit einer Myostatin-Regulation der mRNA bei gesunden sportlichen Männern stehen
Dopingprävention bei Jugendlichen. Konzeption, Durchführung und Evaluation einer Primärprävention für die Sekundarstufe I Kölner Realschulen und Gymnasien
Abstract
Doping ist nicht nur ein Phänomen bei erwachsenen LeistungssportlerInnen, sondern auch abseits des sportlichen Wettkampfs anzutreffen und zudem schon im Jugendalter verbreitet.
In der vorliegenden Arbeit werden nationale und internationale Studien, die den Doping-Konsum bei Jugendlichen untersuchen, auszugsweise vorgestellt. Dabei wird ein wesentlicher Grund für Doping offensichtlich: Der Wunsch nach einer Perfektionierung des äußeren Erscheinungsbildes. Es wird gedopt, um Muskelmasse aufzubauen.
Auf Basis aktueller Erkenntnisse aus den Gesundheitswissenschaften wird ein Konzept der Primärprävention entwickelt und in Kooperation mit Kölner Schulen durchgeführt. Im Rahmen dessen werden anhand einer quantitativen und qualitativen Evaluation der Bedarf einer Dopingprävention ermittelt und die Auswirkungen der konkreten Maßnahme analysiert.
Die zentralen Ergebnisse dieser Evaluation sind, dass einerseits Dopingprävention im Jugendalter sinnvoll erscheint und andererseits, dass die hier vorgestellte Methode dafür einen erfolgreichen Ansatz darstellt.
Doping is not only a phenomenon found in adult competitive athletes, but can also be found outwith competitive sport. Young adults and juveniles also use doping to increase their athletic performance.
This paper analyses the hypothesis mentioned above by referring to several national and international scientific studies, which explore doping abuse in juveniles. These studies state that one of the main reasons for doping by young adults is their desire for a perfect body. Young adults and juveniles tend to use doping to increase their muscle mass.
In this paper a concept for primary prevention of doping abuse is developed. The base of this program are current scientific findings in this area. The prevention program was tested in various schools in Cologne, Germany. The methods used underwent quantitative and qualitative analysis.
The main results of this evaluation are first of all, that primary prevention should take place with young adults. Secondly, the aforementioned concept is a successful approach for the prevention of doping abuse
Erfassung von körperlicher Aktivität bei kardiologischen Patienten
Ausgangslage: Die körperliche Aktivität zählt zu den bedeutendsten kardiovaskulären Schutzfaktoren. Für kardiologische Patienten der Deutschschweiz existiert bisher kein validierter Fragebogen zur Erfassung der körperlichen Aktivität.
Zielsetzungen: Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, in einem ersten Schritt mittels qualitativer Verfahren einen neuen Aktivitätsfragebogen zu erstellen und diesen in einem zweiten Schritt zu validieren.
Methoden: Anhand von persönlichen Interviews mit 4 Patienten und 3 Therapeutinnen sowie anhand der Ergebnisse der Telefoninterviews mit 250 Patienten mit Z. n. Myokardinfarkt wurde ein neuer Fragebogen zur körperlichen Aktivität erstellt. Im Rahmen der Pre-Tests wurde der Fragebogen bei 10 kardiologischen Patienten ein erstes Mal eingesetzt und überarbeitet. In die Validierungsstudie wurden 48 Patienten der Kardiovaskulären Prävention und Rehabilitation des Universitätsspitals Bern eingeschlossen. Hierbei wurde der mittels Fragebogen retrospektiv erhobene Energieverbrauch mit den Messwerten des kombinierten Herzfrequenz- und Beschleunigungsmessers (Actiheart) verglichen. Des Weiteren wurden die Resultate zum Energieverbrauch den mittels Bewegungstagebuch erfassten Energieverbrauchswerten gegenübergestellt. Die Retest-Reliabilität wurde bei 33 Patienten geprüft, welche innerhalb von durchschnittlich drei Wochen den Fragebogen erneut ausgefüllt hatten.
Ergebnisse: Die Korrelation zwischen dem Fragebogen und dem Actiheart betrug (Pearson’s) r=0.407 (p=0.004). Die mittlere Differenz zwischen dem mittels Fragebogen erhobenen Energieverbrauch und dem mittels Actiheart erhobenen Energieverbrauch lag bei 1.05 ± 4.79 MET-Stunden pro Tag. Der Retest wies eine Korrelation von (Pearson’s) r=0.624 (p<0.001) auf, mit einer mittleren Differenz zwischen den Fragebögen von 0.06 ± 3.70 MET-Stunden pro Tag. Die Korrelation zwischen dem Fragebogen und dem Bewegungstagebuch lag bei (Pearson’s) r=0.412 (p=0.004), wo hingegen keine Korrelation zwischen dem Tagebuch und dem Actiheart festgestellt werden konnte.
Schlussfolgerungen: Die Validität und Reliabilität des Fragebogens bei Patienten der kardiologischen Rehabilitation (Phase II und III) fielen akzeptabel aus und sind vergleichbar mit den Resultaten anderer Fragebögen, welche bei älteren Probanden bereits weltweit eingesetzt werden.
Background: Physical activity is known to play an important role in protecting against cardiovascular disease. In the German-speaking part of Switzerland a validated questionnaire recording physical activity in cardiac patients has been lacking until now.
Purpose: The aim of this study was to create and validate a German physical activity questionnaire for patients attending a cardiac rehabilitation program.
Methods: A questionnaire on physical activity was created based on personal interviews with 4 patients and 3 sports therapists along with the results of telephone interviews with 250 myocardial infarction patients. It was preliminarily tested on 10 cardiac patients and revised accordingly. To validate the questionnaire, 48 patients were recruited from the Cardiovascular Prevention and Rehabilitation Unit at the University Hospital in Berne. Retrospective data collected from the questionnaire on energy expenditure were compared with the results of the combined heart rate and movement monitor, Actiheart. Furthermore, both results on energy expenditure were each compared with those from the patients’ physical activity diary. Test-retest reliability was examined with 33 patients who completed the questionnaire again within three weeks on average.
Results: The correlation between the questionnaire and the Actiheart was (Pearson’s) r = 0.407 (P = 0.004). The mean difference between the results derived from the questionnaire and those from the Actiheart was 1.05 ± 4.79 MET (metabolic equivalent) hours per day. The retest showed a correlation of (Pearson’s) r = 0.624 (P < 0.001) with a mean difference between the questionnaires of 0.06 ± 3.70 MET-hours per day. The correlation between the questionnaire and the physical activity diary was (Pearson’s) r = 0.412 (P = 0.004), however no correlation was found between the diary and the Actiheart.
Conclusion: The questionnaire was shown to be moderately valid and reliable for patients in cardiac rehabilitation and is comparable with other questionnaires used in older patients
Lokking for a new carrier. A feasible model of China urban sport for all under post-unit system.
Die vorliegende Arbeit zeigt nicht nur die Notwendigkeit, sondern insbesondere auch die Schwierigkeiten und Probleme auf, ein chinesisches Modell des Breitensports zu entwickeln. Tatsächlich hat sich der Breitensport in China noch nicht hinreichend vom Hochleistungssport emanzipiert. Tatsächlich hat sich der Breitensport in China noch nicht hinreichend vom Hochleistungssport emanzipiert. Tatsächlich hat sich der Breitensport in China noch nicht hinreichend vom Hochleistungssport emanzipiert. China braucht, wenn man so will, nicht nur einen „Goldenen Plan“ der Sportstättenversorgung, sondern insbesondere auch ein innovatives Leitbild sowie ein umfassendes Konzept des organisatorischen Umgangs mit dramatisch veränderten Sportbedürfnissen. China braucht nicht nur einen „Goldenen Plan“ der Sportstättenversorgung, sondern insbesondere auch ein innovatives Leitbild sowie ein umfassendes Konzept des organisatorischen Umgangs mit dramatisch veränderten Sportbedürfnissen. Sehr deutlich kommt in der Arbeit das Problem einer spezifischen Pfadabhängigkeit der Entwicklung heraus. So stellt der chinesische Massensport, der mit dem nation building eng verknüpft ist, gegenwärtig eher ein Hindernis denn eine Vorform des modernen Breitensports dar. Als Leitbild ist er mit seiner strikten Einbindung in die Danweis eher destruktiv. Vor dem Hintergrund der differenzierten Argumentation zur Eigenlogik der chinesischen Entwicklung verdient der Lösungsvorschlag hinsichtlich eines künftigen Freizeitsports besondere Beachtung. Das Modell eines Post-work-unit-Konzepts“ des Freizeitsports, für das sie plädiert, stellt den Versuch dar, Elemente chinesischen Organisationsdenkens mit den Erfordernissen der Marktwirtschaft und den individualisierten Lebensstilen zu verbinden.
Schlagwörte: Breitensport; chinesisches Modell; NPO; chinesisches Organisationsdenken; Danwei; Post-work unit
This research is based on the background of China’s social transformation from work unit system to the post-work unit system, comprehensively using functionalist perspective and critical theory to analyze the social environment, process, status quo, the challenge and opportunities on the change of China’s urban SFA from the “work unit model” to the “community model”, from the evolution of mass sport to sport for all. However, the policy and strategy of both models could not meet the demands of the peoples` requirements for sport. An integrated comprehensive concept for the urban SFA development is still not in vision. There lacks of a carrier to develop urban SFA in China at present. The reasons lie mainly in three factors: path dependence, unequal development of sport and administration. Therefore, it is necessary to find out an innovative, new, modern and corresponding target, concept, instrument and strategy in considering the Chinese developing environment and cultural background. In modern China social transformation, urban SFA faces opportunities and challenges. How to draw various sport resources into urban areas by combining China’s urbanization strategy, fully utilizing all resources using the beneficial experiences from German SFA development as a reference, coordinating with urban SFA characteristics based on Chinese specialties. A new feasible model is put forward and analyzed for urban SFA development in China: the management way of liberal governance in place of centralized government, the organizing form of taking community work unit as the carrier, the German sport club as the institutional structure. It is to be undermined is: such a model is only a relatively feasible one, not the eternal and nation-wide model. The urbanity could individually according to its own situations determine which model is more suitable for SFA development.
Key words: SFA; China; community sport; work unit sport; post-unit; governance; governmen