Kunstgeschichte (Open Peer Reviewed Journal, Universität Regensburg)
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    Programm und Diagramm. Überlegungen zum digitalen Bild und zur Automatisierung anhand der Computergrafik der 1960er Jahre von Frieder Nake

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    In diesem Aufsatz werden anhand der Computergrafik der 1960er Jahre von Frieder Nake medientheoretische Überlegungen zum digitalen Bild und zur Automatisierung angestellt. In einer historisch-praxeologischen Perspektive werden Schaffen und Produktion rekonstruiert und analysiert, um den Fokus auf technisch-mediale Bedingtheiten, auf Prozesse, Handlungen und derart die historische Verfasstheit des Bildlichen zu lenken. Aufgezeigt wird die bedeutende Rolle des Diagramms im Kontext der Programmierung und folglich, dass Code und Bild nicht mehr binär, sondern nur gemeinsam mit dem Diagramm zu denken sind. Geleistet wird ein Beitrag zur Geschichte und Theorie der Zeichnung beziehungsweise Grafik, digitalen Kultur sowie Entwurfs- und Schaffensprozesse

    Der blaue Fluss. Die Farben der Donau in der Fotografie um 1900

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    Die Donau ist blau, so heißt es. Blau ist sie in der Walzermusik von Johann Strauss, blau ist sie auch in der populären Wahrnehmung bis heute. Aber erst im 19. Jahrhundert und vor allem um 1900 hat der Fluss die Symbolfarbe ‚Blau‘ als kulturellen Code angenommen. War die blaue Donau im 19. Jahrhundert noch vorwiegend ein Sprach- und Musikbild, so änderte sich dies an der Wende zum 20. Jahrhundert grundlegend. Die blau eingefärbte Donau tauchte nun auch in der populären Bildwelt auf, zunächst, Ende des 19. Jahrhunderts, in Form massenhaft verbreiteter kolorierter Lithografien, etwa in Form von kolorierten Sammelbildern und Bilderbögen, später, um und nach 1900, in den farbigen Bildpostkarten. Der Beitrag untersucht, wie diese Bildmedien das Image des Flusses in der Populärkultur entscheidend geprägt und verfestigt haben. Erst in der Welt der Ansichtskarten wurde, so die These, die Donau auch in Bildern blau

    Ästhetische Reminiszenzen. Ägyptische Einflüsse im Werk Wassily Kandinskys und sein Verhältnis zum ,Orient‘ mit einem vergleichbaren Beispiel von Henri Matisse

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    Urelemente, Urwesenheiten und Ursprünglichkeiten sind fragliche Begriffe, die von dem Anthroposophen Rudolf Steiner verwendet und später von Künstlern der klassischen Moderne in Bezug auf die fern- und nahöstlichen Künste übertragen wurden. Künstler wie Wassily Kandinsky suchten in alten, außereuropäischen Kulturen und Traditionen neue künstlerische Formen. Kandinskys Sehnsucht nach dem ,Orient‘ spiegelt sich in seinen Bildern wider. ‚Orientalische‘ Bezüge können wie Interferenzen in seinem Werk reflektiert werden, die nachweislich aus künstlerischen und außerkünstlerischen Produktionen aus ,orientalischen‘ Traditionen stammen. Der vorliegende Aufsatz befasst sich mit dem Problem des Orientalismus im Zusammenhang mit der abstrakten Kunst

    Architektur, Bewegung, Gewaltsamkeit. Poelzig, Mendelsohn – und Montage

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    Der Beitrag befasst sich damit, wie Bewegung in gebaute Strukturen übersetzt wird. Die Darstellung setzt an Hans Poelzigs I.G.-Farben-Verwaltungsgebäude in Frankfurt am Main an und schält zunächst markante Mobilitätsmotive des Gebäudes sowie deren Gegenspieler heraus. Anschließend behandelt sie theoretische wie morphologische Bezüge der Architektur zum Leitmedium der dynamischen Moderne – zum Film. Die intermediale Verzahnung beider Künste wird dabei nicht nur anhand von Poelzig selbst rekonstruiert, sondern auch von Werken und Gedanken des Zeitgenossen Erich Mendelsohn. Über die Scharnierkategorie der Montage wird dann die Verbindung zu filmischer und architektonischer Bewegung hergestellt – und gezeigt, inwiefern in diese Gewaltsamkeit kulturell encodiert ist

    Endlich der Beweis: Die Inschrift des Genter Altars entstand im 16. Jahrhundert

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    Über die berühmte Inschrift des Genter Altars, die die Brüder Hubert und Jan van Eyck als Urheber und das Vollendungsjahr 1432 nennt, gehen die Meinungen auseinander: die Forschung hält sie größtenteils für authentisch, doch gibt es auch gut begründete Zweifel. Die neuen Publikationen anlässlich der Restaurierung der Altaraußenseite kommen in dieser Frage zu einer eindeutigen Bestätigung der Forschungsmehrheit. Die restaurierten Rahmenleisten mit ihren Inschriften erlauben jedoch Beobachtungen, die bisher nicht möglich waren: Jetzt ist unverkennbar, dass der Quatrain gestalterische Merkmale aufweist, die sich von den Inschriften auf den anderen Werken Jan van Eycks grundsätzlich unterscheiden. Von Authentizität kann keine Rede mehr sein

    Architektur für die Nation? Frankreich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts

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    Der Text fokussiert die Architektur in der französischen Hauptstadt im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit die Frage nationaler Repräsentation bestimmend für das Bauen in Paris war. Die Dritte Republik (1870‒1940) hatte zur (öffentlichen) Architektur – oder zumindest zu ihrer zentralen staatlichen Steuerung ‒ eigentlich ein ambivalentes Verhältnis, setzte eher punktuelle Akzente. Diese konnten allerdings herausragend sein; viele gelten bis heute, selbst wenn sie anfangs umstritten waren, als Repräsentanten der ‚Grande Nation‘ und ihrer Kapitale, so an allererster Stelle etwa der Eiffelturm von 1889

    Das geöffnete Buch. Caravaggios Altargemälde ‚Die Inspiration des Evangelisten Matthäus durch den Engel‘ in der Contarelli-Kapelle und die Laienlektüre der Bibel

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    In Caravaggios Altargemälde ‚Die Inspiration des Evangelisten Matthäus durch den Engel‘ könnte man das Buch auf dem Tisch fast übersehen, zu spektakulär gestaltet sich der Akt der Inspiration durch den Engel. Und doch stellt sich am Ende der Interpretation das unspektakuläre Buch als der eigentliche Hauptdarsteller des Bildes heraus, wie im Folgenden gezeigt wird

    San Giovanni Valdarno. Eine florentinische Gründung des Trecento als mathematisch-astronomische Idealstadt

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    In Europa entstand der Großteil des heutigen urbanen Raums in einem relativ kurzen Zeitraum, nämlich in den Jahrhunderten zwischen 1150 und 1350. Nie wieder sind in der Geschichte in so kurzer Zeit so viele Städte gegründet worden. Diese paneuropäische Urbanisierungsbewegung ergriff dabei nicht nur die wenig urbanisierten Regionen des Kontinents, sondern auch das bereits seit der Antike in hohem Maße verstädterte Mittelmeergebiet, darunter Ober- und Mittelitalien. Im Unterschied zum übrigen Europa ging in der Toskana die Gründungsinitiative jedoch nicht von einer individuellen Gründerpersönlichkeit oder von einem Gründerkonsortium aus, sondern ganz nach antiker Tradition von einer Mutterstadt. Mit der Gründung von kleinen urbanen Filialen wetteiferten die durch Handel zu Reichtum gekommenen, mächtigen Stadtstaaten. Durch ihre Rivalitäten untereinander befeuert, entstand so in kurzer Zeit eine systematische Aufsiedlung rund um die Mutterstädte

    Wer ist Matthäus? Eine neue Deutung von Caravaggios ‚Berufung des heiligen Matthäus‘ aus der Contarelli- Kapelle

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    Seit Andreas Prater in seinem Aufsatz von 1985 fragte "Wer ist Matthäus?" und den jungen Geld zählenden Mann als den Evangelisten identifizierte, herrscht in der Forschung eine hitzige Debatte. Im folgenden Aufsatz wird zum ersten Mal die druckgrafische Vorlage gezeigt, die für Caravaggios Darstellung der 'Berufung des heiligen Matthäus' vorausgesetzt werden muss, und darüber hinaus wird eine bis vor kurzem unentdeckte Motivübernahme von Michelangelo für Caravaggios Gemälde aufgezeigt. Diese ikonografischenEntdeckungen bilden die Grundlage einer umfassenden Neuinterpretation, die im Gegensatz zu bestehenden Analysen von einer politischen Interpretation begleitet wird und den Maler als Kritiker der gegenreformatorischen Bildfrömmigkeit ausweist

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