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Zu Hannah Arendts philosophischer Neudeutung des Bösen durch die Willensanalyse
Dissertation (unter dem Titel: Das Böse zwischen Ontologie und Ethik. Hannah Arendt und Theodor W. Adorno), geschrieben an der Universität in Ljubljana, 2013
Arendt-Korrekturen. Judith Shklars kritische Perspektive auf Hannah Arendt
Wo über die politische Philosophin Judith Shklar gesprochen wird, ist der Vergleich mit Hannah Arendt nicht weit. Dabei wird oft übersehen, dass neben den oberflächlichen Parallelen in Leben und Karriere grundsätzliche Unterschiede im Denken bestehen, die sich nicht auf den Gegensatz von Liberalismus und Republikanismus reduzieren lassen. Für eine detaillierte Untersuchung dürfen dabei Shklars Schriften zu Arendt nicht unberücksichtigt bleiben. Als Vorarbeit für eine solche Untersuchung betrachtet dieser Aufsatz zunächst Shklars erstes Buch After Utopia und zwei frühe Aufsätze, in denen Shklar Arendt als metaphysisch argumentierende politische Romantikerin interpretiert. Die darin formulierten Arendt-Korrekturen haben darüber hinaus auch die Funktion, ihrem eigenen Projekt eines realistischen, postmetaphysischen Liberalismus Konturen zu verleihen
Elisabeth Gallas, „Das Leichenhaus der Bücher“. Kulturrestitution und jüdisches Geschichtsdenken nach 1945
Elisabeth Gallas, „Das Leichenhaus der Bücher“. Kulturrestitution und jüdisches Geschichtsdenken nach 1945, Göttingen 201
Hannah Arendt liest Carl Schmitts Der Nomos der Erde: Ein Dialog über Gesetz und Geopolitik anhand ihrer Marginalien
Viele Untersuchungen haben unterschwellige Dialoge zwischen Hannah Arendt und Carl Schmitt aus indirekten Belegen abgeleitet. Dieser Artikel nun stützt sich auf neue Belege aus den Marginalien in Arendts Band von „Der Nomos der Erde“ und kommt zu dem Ergebnis, dass Arendt eine prägnante Kritik an Schmitts Geopolitik entwickelte, aber nie veröffentlichte. Mittels einer Analyse von Arendts Kommentaren zu den Begriffen Boden, Eroberung und Vertrag zeige ich, dass Arendt Schmitts Theorie für imperialistisch und in sich widersprüchlich hielt. Ihre Lektüre von Schmitt wirft wichtige neue Fragen hinsichtlich der wissenschaftlichen Verwendung des Begriffs nomos als Mittel der Kritik am amerikanischen Empire in der Ära nach 9/11 auf. Die Marginalien legen entgegen bisheriger wissenschaftlicher Ansichten nahe, dass Arendt der Ansicht war, dass das Recht eine zentrale Rolle in der Politik spielen sollte. Ich schlage vor, dass wir Arendts eigenen Begriff des nomos betrachten sollten, den sie später entwickelte, um eine alternative Geopolitik zu gestalten. Durch ihr Augenmerk auf eine intersubjektive Formung der Welt umfasst Arendts nomos Vertrag und Versprechen Geben und liefert damit die Grundlage für eine Theorie von Geopolitik und Recht, die so notwendigerweise demokratisch ist wie die von Schmitt gewaltsam
Prekäre Politik. Hannah Arendt zur Flüchtlingsfrage
Hannah Arendt hat sich wie kaum eine andere politische Theoretikerin mit der Situation von Flüchtlingen und Staatenlosen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt. Ihre Hauptwerke lassen sich dabei als Reaktion auf diese Phänomene deuten: Ausgehend von einer Kritik des Souveränitätsparadigmas entwickeln sie ein Rechts- und Politikverständnis, das die Möglichkeit eines solchen radikalen Ausschlusses unterlaufen soll. Der Beitrag macht dabei vor allem zwei Linien in Arendts Werk aus, die im Kontext der Gegenwärtigen sog. „Flüchtlingskrise“ fruchtbar gemacht werden können: Ihre Kritik am souveränen Nationalstaat und der Entwurf eines alternativen Konstitutionalismus sowie die Grundzüge einer Politik von outcasts, die nicht mehr länger an institutionell abgesicherte Kontexte gebunden ist
Francesca Raimondi, Die Zeit der Demokratie. Politische Freiheit nach Carl Schmitt und Hannah Arendt, 2014
Francesca Raimondi, Die Zeit der Demokratie. Politische Freiheit nach Carl Schmitt und Hannah Arendt, Konstanz: Konstanz University Press, 2014, 222 Seiten, € 27,90
Der philosophische Zoo in Kaliningrad / Königsberg: internationale Konferenz „Hannah Arendt und die Bedeutung ihres Denkens heute“
Bericht der Tagung vom 4. Dezember 2014
Hannah Arendt on the "stateless"-condition
In this paper, I intend to revisit Hannah Arendt’s analysis on statelessness in order to discuss the latest development of continental Europe’s political geography. The reconstruction of her approach to "statelessness" should guide a reflection on the contemporary relationship among national territory, rights and illegality. This analysis shall be based around two Arendtian terms: nomos and natality. I shall address the following questions: how does Arendt address statelessness? How is the relationship between human rights and the banishment of people outside the space of the nation-state being justified? Under which criteria is the territorial enclosure being legitimized? Could the Arendtian category of "stateless" be interpreted as a political, an apolitical, or rather a depoliticized human condition
Arendts Plato – unter besonderer Berücksichtigung ih¬res Denktagebuches
Während es viele Untersuchungen zum Verhältnis von Arendt und Aristoteles gibt, ist dies für ihre Plato-Rezeption viel weniger der Fall. Der Beitrag sucht dieses Desiderat zu beheben und rückt die umfangreiche Plato-Rezeption im Denktagebuch ins Zentrum. Dabei gewinnt Arendts philosophiegeschichtlicher Essay Tradition and the Modern Age (1954), der ihr Programm der Destruktion der abendländischen Tradition enthält, eine herausragende Bedeutung. Arendts Plato-Lesarten – so wird argumentiert – sind ebenso sehr von Heidegger beeinflusst wie sie Kritiken an ihm enthalten