HannahArendt.net (E-Journal)
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Rancière und Arendt – eine „Hassliebe“ - Ivana Perica, Die privat-öffentliche Achse des Politischen. Das Unvernehmen zwischen Hannah Arendt und Jacques Rancière
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Philosophie und Politik der Migration
Tassin schlägt angesichts der weltweiten Migration eine zu schaffende Xenopolitik vor und wirft dabei die Fragen auf, wer die Flüchtlinge sind, wie eine politische Entscheidung zugunsten der Gastfreundschaft gegenüber den Flüchtlingen zu begründen wäre, die keine einfache moralische oder rechtliche Verpflichtung darstellt und den Exilierten gegenüber vernünftig sein soll, und wie eine kosmopolitische Richtung zu denken wäre, zu der uns die Globalisierung veranlasst
Hannah Arendts Phänomenologie der Pluralität: Sozialontologische, politische und ethische Aspekte
Der Aufsatz skizziert, wie Hannah Arendt als Phänomenologin gelesen werden kann und legt die Grundzüge einer Interpretation ihres Werks als eine „Phänomenologie der Pluralität“ vor. Diese ist von zwei grundlegenden Thesen getragen: (1.) Arendts vielzitierter Begriff des „Politischen“ kann adäquat nur über eine Phänomenologie der Pluralität verständlich gemacht werden. (2.) Das Paradigma der Pluralität transformiert gleichzeitig klassische phänomenologische Methodologien und Grundbegriffe wie Intentionalität, Erscheinen, Erste-Person-Perspektive, Subjektivität, Intersubjektivität und Welt, und politisiert sie. Pluralität wird dabei verstanden als etwas, das wir tun, d.h. nicht als Substanz-, sondern als Vollzugsbegriff. Arendt geht es, phänomenologisch gesprochen, also um die Aktualisierung von Pluralität in einem Erscheinungsraum. Diese Interpretation betont die Vielfalt der irreduziblen Perspektiven auf eine gemeinsame Welt als interagierende Artikulation und als Sichtbarwerden / Erscheinen dieses je eigenen Perspektive-Seins und damit gleichzeitig als ständige Herstellung und Erhaltung einer gemeinsamen Welt. Dieses Bezugssystem konstituiert in mindestens ebensolcher Gewichtigkeit unsere Realität wie die gegenständliche Welt und wie die Bedingungsstrukturen unserer Existenz. Am Ende des Aufsatzes werden Grundthesen einer Ethik der Pluralität entwickelt
Pluralität als „Konstitutionsprinzip“ der Politik
Arendts Begriff der Pluralität entspringt einer Kritik der Philosophie von Martin Heidegger und wird ex negativo aus ihrer Analyse der „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ entwickelt. Es wird argumentiert, dass sich Pluralität nicht nur auf die Welt und auf das Selbst bezieht, sondern dass es eines Vermittlungsprozesses zwischen Welt und Selbst bedarf. In Gegenüberstellung zum Verständnis des Politischen bei Aristoteles und Carl Schmitt zeigt die Autorin, wie bei Arendt der Begriff der Pluralität den Politikbegriff durch Macht bestimmt, deren Legitimität auf einem politischen Urteilsvermögen beruht, das mit dem Konzept der Pluralität korrespondiert und die Bedingung der Möglichkeit enthält, Fragen sozialer Gerechtigkeit zu thematisieren.Arendt's concept of plurality springs from a critique of Martin Heidegger's philosophy and is developed ex negativo from its analysis of the "elements and origins of total dominion." It is argued that plurality is not just about the world and the self, but that it requires a mediation process between the world and the self. In contrast to the understanding of the political in Aristotle and Carl Schmitt, the author shows how in Arendt the concept of plurality determines the concept of politics through power, whose legitimacy is based on a political judgment that corresponds to the concept of plurality and contains the condition of possibility, to address issues of social justice.
In die Karten geguckt - Hans-Jörg Sigwart, The Wandering Thought of Hannah Arendt
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„Arendts Denken setzt dort an, wo andere ihr Werkzeug niederlegen“ - Jana V. Schmidt, Arendt und die Folgen
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Von der Pluralität im Miteinander-Sprechen
Im Zentrum des Artikels steht die These, dass das Urteilen vor allem eine Tätigkeit der Pluralität ist. Zum Urteilen braucht es mindestens zwei. Dabei lauert im Miteinander des Urteilens eine spezifische Gefahr: Es ist gefährlich jemandem seine Gedanken zu einem Fall oder Gegenstand vorbehaltlos mitzuteilen. Man riskiert aufgrund von längst bestehenden Vorurteilen (metaphorisch oder real) seinen Kopf zu verlieren. Alles hängt davon ab, ob im Miteinander frühere Vorurteile überwunden werden können und man zu einem neuen Urteil kommt. Aus diesem Grund, so behauptet der Artikel, hat Hannah Arendt Kants »Kritik der Urteilskraft« aufgesucht. Dort kam sie dem Urteilen als eine gemeinschaftliche Tätigkeit auf die Spur. Während jedoch die herkömmliche Interpretation ihrer Kant-Analyse sich auf die Reflexion als wesentlichen Bestandteil des Urteils konzentriert (und damit wieder singularisiert), macht der Artikel deutlich, dass die Vorbereitung der Reflexion, also die Präsentation des zu beurteilenden Falls oder Gegenstands ebenso wesentlich für das Urteilen ist — und dafür braucht es noch jemand anderen. Anhand des zentralen Dialogs der beiden Freunde Gordie und Chris im Film »Stand by Me - Geheimnis einen Sommers« wird Arendts Urteilen als eine herausgehobene Form des Miteinanders rekonstruiert
Ein lesenswertes Buch - Florian Salzberger, »Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen«: Hannah Arendts Philosophie des Umgangs im Anschluss an die Narrativitätskonzeption ihres Spätwerkes
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Hannah Arendt as Political Actor
This Research Note is based on documentary material that has been for the most part unexplored, i.e., letters and other documents pertaining to Hannah Arendt's relationship with Dorothy Day and the Catholic Worker Movement, on her work with Nancy and Dwight Macdonald for the Spanish Refugee Aid Organization, on her anti-war activities (as well as causes she disavowed), and on her influence on American law discussions. It also analyzes and evaluates Arendt's views on political action, her own and that of others, and uses the earlier findings to illuminate both as well as reconcile her often contradictory statements on the dichotomy between thinking by oneself and acting in concert.