Zeitschrift für Didaktik der Biologie (ZDB) - Biologie Lehren und Lernen (Universität Bielefeld)
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    Naturwissenschaftliches Vorverständnis von Kindern zum Zeitpunkt der Einschulung : Eine Studie zu außerschulisch erworbenen Kenntnissen und Vorstellungen

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    Ziel der Studie war es ein möglichst umfassendes Bild naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Vorstellungen von Kindern zu Beginn ihrer schulischen Laufbahn zu zeichnen. Dabei sollten die Kenntnisse in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft und der intellektuellen Leistungsfähigkeit ermittelt werden. Aus den Befunden ergaben sich zahlreiche Hinweise auf vorhandene konzeptionelle Vorstellungen der Kinder über alle Naturwissenschaften hinweg. Zur Ermittlung vorhandener Kenntnisse wurde ein 73 Fragen umfassender Interviewbogen entwickelt, der sich an die inhaltlichen Vorgaben des baden-württembergischen Bildungsplans für Grundschulen hielt. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit wurde durch einen standardisierten Tests (CPM), die Fertigkeiten durch Hands-on Aufgaben sowie der soziale Hintergrund durch eine entsprechende Stichprobenauswahl und einem Elternfragebogen erhoben. Insgesamt wurden innerhalb der Hauptstudie 130 Kinder untersucht. Die Ergebnisse legen dar, dass das Vorwissen der Schulanfänger im Bereich der stofflichen Natur am geringsten ist. Dabei sind die Kenntnisse wesentlich von der sozialen Herkunft geprägt. Hingegen konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem ermittelten naturwissenschaftlichen Wissen und der intellektuellen Leistungsfähigkeit festgestellt werden. Die Schulanfänger verfügen über verhältnismäßig rudimentäre konzeptionelle Vorstellungen in Bereichen, die sich mit „inneren“, nicht sichtbaren, stofflichen Vorgängen und Prozessen beschäftigen. Dabei wird in der Regel vom äußeren Eindruck auf die innere Beschaffenheit unbelebter Objekte sowie Lebewesen geschlossen

    Tierpflege als Beziehungspflege!? : Die Wirkung von gemeinsamer Haltung von Zwergmäusen im Klassenraum auf die Schülerwahrnehmung ihrer sozialen Einbindung

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    Die Qualität von Lernmotivation ist u. a. abhängig von der wahrgenommenen sozialen Einbindung des Lerners. In der vorliegenden Studie wurde die Wirksamkeit der Pflege Eurasischer Zwergmäuse (Micromys minutus Pallas 1778) im Klassenraum auf die Wahrnehmung sozialer Einbindung der Schüler bezüglich ihrer Lehrperson mittels eines Fragebogens evaluiert. 421 Gymnasiasten der fünften Jahrgangsstufe im Alter von 10.5 Jahren wurden untersucht. Es gab drei Treatmentgruppen: 1. Mindestens vierwöchige Pflege von Zwergmäusen im Klassenraum begleitet von vierstündiger Unterrichtssequenz mit Realobjekten; 2. vierstündige Unterrichtssequenz mit Realobjekten ohne Pflege der Tiere; 3. vierstündige Unterrichtssequenz ohne Realobjekte und ohne Pflege der Tiere. Es zeigte sich, dass die Haltung der Zwergmäuse zu signifikant erhöhter sozialer Einbindung der Schüler bezüglich ihrer Lehrperson führt. Allein Realobjekte im Unterricht einzusetzen, erhöht nicht die soziale Einbindung der Schüler. Erst das gemeinsame Handeln in authentischem Kontext scheint Lehrern die Möglichkeit zu bieten, Schüler so in ihre Expertenkultur einzubinden, dass sie dies auch als erhöhte soziale Einbindung wahrnehmen

    Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien zur Vermittlung prähistorischer Lebensbilder am Beispiel der Wildtiere zur Zeit des Neolithikums

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    Im Rahmen eines Kooperationsprojektes des Federseemuseums Bad Buchau mit den Pädagogischen Hochschulen Weingarten und Kreuzlingen (CH) ist diese Untersuchung als Teilprojekt des Lernangebotes „Der Steinzeit auf der Spur“ entwickelt worden. Ziel dieses Projektes ist, den Besuchern von außerschulischen Lernorten regionales Wissen nahe zu bringen und durch fächerübergreifende Lernangebote zu ergänzen. Das regionale Lernen wird durch die Entwicklung von Methoden und Materialien unterstützt. Es wird angestrebt, den Erfolg dieser Lernangebote durch weitere wissenschaftliche Arbeiten zu untersuchen und bewerten zu lassen, um eine Optimierung der Materialien zu gewährleisten. Innerhalb dieses Projektes möchte das Federseemuseum ein Programm für Schulklassen und Jugendgruppen anbieten, das sich mit den Forschungsmethoden der Archäologen beschäftigt. Durch die selbstständige Arbeit als Forscher sollen die Schüler einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten erhalten und dieses Wissen durch handlungsorientierte Aufgaben verinnerlichen. Das forschende Lernen steht also im Mittelpunkt eines weitreichenden Angebotes, welches sich hauptsächlich mit der Flora und Fauna des Neolithikums (Jungsteinzeit) beschäftigt. Die Themengebiete beinhalten Wild- und Nutzpflanzen, sowie Wild und Haustiere. Die Forschungsmethoden der Dendrochronologie und Typologie stellen weitere zu untersuchende Bereiche dar. Neben der Vermittlung von wissenschaftlichen Arbeitsweisen sollen die Schüler aber vor allem einen Einblick in prähistorische Lebensbilder erhalten. Durch die Beschäftigung mit diesem Thema sollen sich die Schüler einen intensiveren und individuellen Zugang zum Leben der Menschen der Jungsteinzeit erschließen. Ein Teilaspekt des Lernangebotes „Der Steinzeit auf der Spur“ wird in dieser Publikation vorgestellt. Am Beispiel der Wildtiere des Neolithikums wird eine Möglichkeit aufgezeigt, das forschende Lernen der Schüler anzuregen und durch die Wahl bestimmter Methoden umzusetzen

    Tierschutz – (k)ein Thema für den Biologieunterricht?

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    Mittlerweile besteht ein gesellschaftlicher Konsens über die Bedeutung von emotionaler Erziehung in Schule und Gesellschaft. Dazu kann die Tierschutzerziehung einen wichtigen Beitrag leisten, denn Tierschutzerziehung begünstigt die Ausprägung von Mitgefühl und Verantwortung. Zudem fördert die Beschäftigung mit dem Tierschutz Kinder und Jugendliche bezüglich der von der Kultusministerkonferenz für den Biologieunterricht aufgestellten Basiskompetenz „Bewertung“. Welche Bedeutung dem Thema Tierschutz im Biologieunterricht beigemessen wird, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Es konnte belegt werden, dass Tierschutz im Biologieunterricht, in der Biologielehrerausbildung sowie innerhalb der staatlichen Fortbildungsangebote für Biologielehrer generell eine eher untergeordnete Rolle spielt. Abgeleitet von diesen Untersuchungsergebnissen werden abschließend im Überblick verschiedene Maßnahmen vorgestellt, die langfristig zu einer stärkeren Einbindung der Tierschutzerziehung in den Biologieunterricht beitragen können

    Die stammesgeschichtliche Entwicklung der Samenpflanzen und ihre mögliche Einbeziehung in den Unterricht der Realschule

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    Schöpfung oder Evolution, kaum eine Frage spaltet die Gemüter so sehr wie diese. Der Beitrag behandelt eine mögliche schulische Umsetzung des weiten Themengebiets der Evolutionstheorie, am Beispiel der stammesgeschichtlichen Entwicklung der Landpflanzen. Ziel ist es Schülern exemplarisch anhand der Stammesgeschichte der Landpflanzen das Grundprinzip der Evolutionstheorie, also die Entwicklung primitiver Vorläufer zu rezenten Arten aufzuzeigen. So soll Schülern begreiflich gemacht werden, dass bereits einfache morphologische Abwandlungen eines „Grundbauplans“ eine Vielzahl neuer Formen ermöglichen. Gleichzeitig sollen die Schüler dazu angeregt werden, sich Gedanken über die Herkunft der Wuchsformen rezenter Pflanzengruppen zu machen und deren Entwicklung aus einem gemeinsamen primitiven Urahn abzuleiten und nachzuvollziehen. Schülern sollen die Grundlagen der Telomtheorie nach ZIMMERMANN (1965) eigenständig erarbeiten, indem sie sich im projektartigen Unterricht einen modellartigen Entwicklungsverlauf der Landpflanzen anhand dieser Theorie selbst gestalten

    Denken in Kreisläufen : Lernerperspektiven zum Entwicklungszyklus von Blütenpflanzen

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    In unserer vergleichenden Querschnittstudie haben wir die Vorstellungen zum pflanzlichen Entwicklungszyklus von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulstufen (Jgst. 1, 6, 8) sowie von Studierenden erhoben. Im Rahmen leitfadenstrukturierter Einzelinterviews sollten unterschiedliche Entwicklungsstadien einer einjährigen Blütenpflanze geordnet und das Vorgehen begründet werden. Zusätzlich wurden ergänzende Fragen zur Herkunft von Pflanzen und Samen gestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die meisten Probanden Schwierigkeiten hatten, die pflanzliche Entwicklung als Zyklus bzw. Spirale zu verstehen. Dies ließ sich nicht nur an der gestellten Reihenfolge, sondern vor allem an den Begründungen für die gewählte Reihe erkennen. Die Mehrheit der Untersuchten – auch der Erwachsenen – verfügt demnach nicht über ein tragfähiges Konzept zum pflanzlichen Entwicklungszyklus. Einen entscheidenden Einfluss zur Entwicklung eines tragfähigen Konzepts hat die eigene Vorerfahrung mit Säen von Samen: Es besteht ein hochsignifikanter Zusammenhang zwischen eigenen Erfahrungen mit dem Aussäen und dem Stellen der Reihe. Dies spricht für einen erfahrungsbasierten Ansatz als Ausgangspunkt für erfolgreichen Unterricht

    Aufgabentypen und Anforderungsbereiche in Tests zur schriftlichen Leistungsmessung im Biologieunterricht

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    Einblicke in die aktuelle Aufgabenkultur, speziell die Verwendung von Aufgaben in Prüfungsphasen, gibt es für den Biologieunterricht nur sehr wenige. Dieser Beitrag begründet die Notwendigkeit, an diesem Forschungsdefizit anzusetzen, und stellt eine Untersuchung vor, in deren Zentrum die Analyse von insgesamt 600 derzeit eingesetzten Testaufgaben stand. Als Analysekriterien wurden hier zum einen die Kennzeichnung formaler Aufgabentypen sowie auch die Bestimmung kognitiver Anforderungsniveaus herangezogen. Zusätzlich wurden die Lehrkräfte, die die untersuchten Aufgaben verwenden, schriftlich über ihre Prüfungsaufgabengestaltung befragt. Dabei wurde deutlich, dass Aufgaben, die eine Beantwortung in kurzer textlicher Form erfordern, bevorzugt werden, sowie dass sich ein hoher Anteil der gestellten Aufgaben auf den Anforderungsbereich des Wissens beschränkt. Darüber hinaus zeigte sich kein Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der Aufgabenanalyse im Hinblick auf die abgeprüften kognitiven Anforderungsbereiche und den diesbezüglichen Selbsteinschätzungen der Lehrkräfte

    Was macht „gute“ Biologielehrkräfte aus? : Befragungen von Lehrenden in der Didaktik der Biologie und Biologie-Lehramtsstudierenden an deutschen Hochschulen

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    Im Projekt „Optimierung der Biologie-Lehramtsausbildung in gemeinsamer Anstrengung (OBLigAt)“ kommen Vorstellungen und Standpunkte von Biologie-Fachleitern, Biologiedidaktik-Dozenten an den Hochschulen, Biologie-Lehramtsstudierenden und -Referendaren zur Verbesserung der Ausbildung zum Ausdruck. Es werden die Ergebnisse von 79 Hochschuldozenten in der Didaktik der Biologie und von 442 Biologie-Lehramtsstudenten vorgestellt. Nach ihrer Meinung werden in den fachdidaktischen Studienanteilen viele Aspekte, die zu gutem Unterricht führen sollen, gut bis befriedigend behandelt. Grundsätzlich werden hierbei die Bedeutung der Berücksichtigung von Schülervorstellungen erkannt sowie personale und diagnostische Kompetenzen ausgebildet. Diskrepanzen zwischen der Schwerpunktsetzung der Dozenten und den Vorstellungen der Studierenden liegen in der Forderung der Studierenden nach mehr praktischen Aspekten, die sich unmittelbar für den Unterricht umsetzen lassen. Eine theoretische Fundierung als Basis der Unterrichtsgestaltung rückt eher für Dozenten in den Vordergrund. Insgesamt ist die Kooperation zwischen Fachwissenschaft, Didaktik und Pädagogik zu optimieren. Die Ergebnisse bieten Ansatzpunkte, die Ausbildung im Sinne des Projekts OBLigAt zu verbessern

    Sind die süüüß! : Der Einfluss des unterrichtlichen Einsatzes lebender Zwergmäuse auf Wissenserwerb, Motivation und Haltungswunsch

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    Der Einsatz originaler Objekte im Biologieunterricht wird zwar vielfach gefordert, aber bislang konnten nur in wenigen empirischen Untersuchungen die positiven Wirkungen theoriegeleitet belegt werden. In der vorliegenden Studie gehen wir davon aus, dass 1. Prozessmerkmale konstruktivistisch orientierten Lernens und 2. motivationale Anreizbedingungen durch den unterrichtlichen Einsatz lebender Eurasischer Zwergmäuse (Micromys minutus PALLAS 1778) beeinflusst werden. Untersucht wurden Wissenszuwachs, Motivation und Schülerhaltungswunsch nach einer Unterrichtssequenz zur Lebensweise Eurasischer Zwergmäuse an 127 Schülern der fünften Jahrgangsstufe. Die drei Treatmentgruppen unterscheiden sich wie folgt: 1. Die Sequenz wird ausschließlich unter Verwendung von stellvertretenden Repräsentationsformen bearbeitet. 2. Der Unterricht wird unter Verwendung originaler Objekte (lebende Eurasische Zwergmäuse) gestaltet. 3. Die Schüler werden unter Verwendung originaler Objekte unterrichtet und zusätzlich werden Zwergmäuse für einen Zeitraum von sechs Wochen im Klassenraum gehalten. Die Befunde weise für die kognitive wie für die motivationale Ebene auf positive Wirkungen des Einsatzes der originalen Objekte hin. Interessanterweise zeigen Schüler, die Zwergmäuse in der Klasse halten konnten, eine weit geringere Tendenz, Zwergmäuse als Haustiere halten zu wollen, als Schüler der Treatmentgruppe mit punktuellem unterrichtlichen Einsatz lebender Zwergmäuse

    Kognitive und motivationale Auswirkungen unterschiedlicher Lernerperspektiven im Rahmen einer interaktiven Ausstellung zum Thema Fortbewegung bei Mensch und Tier

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    Die folgende Untersuchung basiert auf dem gemäßigt konstruktivistischen Ansatz von REINMANN und MANDL (2006). Neben der Situierung und Kontextualisierung von Lernprozessen sehen sie die Notwendigkeit, Schülern verschiedene Perspektiven zu bieten, um Flexibilität bei der Anwendung von Gelerntem zu ermöglichen. Gemäß ihren Leitlinien für problemorientierten Unterricht wurde im außerschulischen Lernort Universität eine interaktive Ausstellung zum Thema Fortbewegung bei Mensch und Tier entwickelt. In der vorliegenden Untersuchung wurden an vier Treatmentgruppen in einem Pre-Posttest-Design Lernerfolg und Flow-Erleben von Gymnasialschülern der sechsten Jahrgangsstufe (N = 172) beim Besuch der Ausstellung untersucht. Konstituierend für die Unterschiedlichkeit der Treatments waren die Darbietungen ergänzender Perspektiven zur Präsentation der jeweiligen problemhaltigen Aufgaben. Bei allen Treatmentgruppen wurde ein signifikanter Lernerfolg beobachtet. Im kognitiven Lernerfolg ließen sich die erwarteten statistischen Unterschiede nicht feststellen. Im prozessbezogenen Maß intrinsischer Motivation, dem Flow-Erleben, wurden signifikante Unterschiede zwischen den Treatmentgruppen nachgewiesen

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