o-bib - Das offene Bibliotheksjournal (VDB - Verein Deutscher Bibliothekare e.V.)
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Learning Snacks, Video-Tutorials, Adaptive Learning: Neue Wege in der Fortbildung
Bibliotheken befinden sich seit jeher im Wandel. Der Umbruch durch die Digitalisierung ist jedoch besonders weitreichend: Informationen sind immer und überall zugänglich, Streamingdienste ersetzen DVDs bzw. CDs und die Bedeutung von Medienkompetenz nimmt zu. Für Bibliotheksmitarbeitende ist das „lebenslange Lernen“ zwingend notwendig, um all die neuen Aufgaben und Angebote begleiten und als kompetente Partner in der Informations- und Medienkompetenzvermittlung wahrgenommen zu werden.Mit ihrem umfangreichen Fortbildungsprogramm an Präsenzveranstaltungen, Webinaren, Online-Workshops und Video-Tutorials leistet die Büchereizentrale Niedersachsen einen wichtigen Beitrag in der Fortbildung von Bibliotheksmitarbeitenden. Dieses Angebot wird nun durch ein E-Learning System erweitert. Denn: Nicht nur die Möglichkeiten des Lernens haben sich mit der Digitalisierung grundlegend verändert, auch die Lernkultur ist eine andere geworden. Wissen wird sich zu dem Zeitpunkt angeeignet, an dem es gebraucht wird und das 24/7. Das Abrufen von Know-How „on demand“ in Form von Selbstlernkursen, Video-Tutorials oder Handreichungen ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden.Um den Veränderungen gerecht zu werden und Personen zu erreichen, die das Fortbildungsprogramm der Büchereizentrale Niedersachsen bislang nicht nutzen konnten, werden - durch den Einsatz eines Learning-Management-Systems - Lernmaterialien zukünftig auch zeit- und ortsunabhängig, strukturiert und an zentraler Stelle zur Verfügung gestellt.Im Rahmen des Berichts wird die Herangehensweise dargestellt, das Konzept näher erläutert, Erfahrungen geteilt und ein kurzes Fazit gegeben.Libraries are always changing. But the changes brought by digitalization are particularly large. In order to be prepared for these challenges, lifelong learning is essential for library staff. In addition to the previous trainig program the Büchereizentrale Niedersachsen has developed a new e-learning offer. It is available 24/7 and knowledge can now be accessed when it is needed. This report gives an insight into the conception of the e-learning portal
Die Session "Services für Forschende: Forschungsinformationssystem" auf der 111. BiblioCon
Kompetenzzentrum für Lizenzierung: Zentrale Dienstleistungen für das FID-Netzwerk
Seit 2014 fördert die DFG an den Standorten Berlin, Göttingen und München den Aufbau und Betrieb eines „Kompetenzzentrums für die Lizenzierung elektronischer Ressourcen“ (KfL), das bundesweit als zentraler Dienstleister im DFG-geförderten Netzwerk der „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ (FID) agiert (www.fid-lizenzen.de). Mit seinen Angeboten für die FID nimmt das KfL eine Querschnittsfunktion innerhalb des FID-Netzwerkes ein und ist dort inzwischen eine fest etablierte Kraft. Ausgehend von einer Skizzierung der aktuellen Serviceangebote des KfL informiert der Beitrag über die Relevanz dieser Dienstleistungen und ihre Effekte für das FID-Netzwerk und zeigt die Potentiale auf, die sich daraus auch für Bibliotheken ergeben, die außerhalb des FID-Kontextes stehen
Die Sammeltätigkeit der regionalen FID – antiquiert oder aktuell? Vergnügen oder Verantwortung? : Bericht über die öffentliche Arbeitssitzung der regionalen Fachinformationsdienste einschließlich Jüdische Studien und Romanistik
Metadatenschema für die Erfassung und Übertragung von Kostendaten: Bericht aus dem „openCost“-Projekt
Die Auffindbarkeit in Bibliothekskatalogen im Fokus: Bibliotheken und Verbundzentralen dokumentieren ihre Anforderungen an Verlagsmetadaten für E-Books
Ein innovatives Lehr- / Lernkonzept für Promovierende: Als Teaching Librarian Forschung proaktiv begleiten
Für die Zielgruppe der Promovierenden wird ein innovatives Lehr-/ Lern-Konzept zur Förderung der Informations- und Medienkompetenz vorgestellt. Die Medienrecherche mit Google-artigen Recherchesystemen ist aufgrund der Digitalisierung vieler Medienressourcen beliebt und scheint einfach zu sein, birgt in der Praxis jedoch viele Fehlerquellen. Daher gewinnt die gezielte Vermittlung effektiver Recherchetechniken zunehmend an Bedeutung und stellt für Bibliothekare und Bibliothekarinnen eine Chance dar, um spezifische Lernangebote zu konzipieren und für Bibliotheken, sich als Lernorte neu zu positionieren. Das übergeordnete Ziel des hier vorgestellten Veranstaltungskonzepts stellt die selbständige Durchführung eines Systematic Literature Review dar. Das Kursprogramm für die Promovierenden ist dabei an aktuellen didaktisch-methodischen Vorgaben orientiert und exemplarisch auf den Forschungsprozess einer naturwissenschaftlichen Fachdisziplin (hier: Geowissenschaften) abgestimmt. Das multimediale Angebot ermöglicht individuelle Lernpfade, ist nachhaltig nutzbar und auf andere Disziplinen übertragbar.A subject-specific teaching/learning concept for information and media literacy is presented for the target group of doctoral students. Although the retrieval of documents seems to have become very easy due to Google-like search systems and the digitisation of many resources, in practice there are many possibilities to make mistakes. Therefore, the targeted teaching of effective research techniques is becoming increasingly important. Also, librarians get the chance to design specific learning opportunities and libraries can reposition themselves as places of learning. The overall goal of the teaching/learning concept presented here is to enable students to conduct a systematic literature review on their own. The course programme for doctoral students is oriented towards current didactic-methodological guidelines and exemplarily adapted to the research process of a natural science discipline (here: geosciences). The multimedia-based course enables individual learning paths, can be used sustainably and is transferable to other discipline
Aufbau eines produktiven Dienstes für die automatisierte Inhaltserschließung an der ZBW: Ein Status- und Erfahrungsbericht
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft betreibt seit 2016 eigene angewandte Forschung im Bereich Machine Learning mit dem Zweck, praktikable Lösungen für eine automatisierte oder maschinell unterstützte Inhaltserschließung zu entwickeln. 2020 begann ein Team an der ZBW die Konzeption und Implementierung einer Softwarearchitektur, die es ermöglichte, diese prototypischen Lösungen in einen produktiven Dienst zu überführen und mit den bestehenden Nachweis- und Informationssystemen zu verzahnen. Sowohl die angewandte Forschung als auch die für dieses Vorhaben („AutoSE“) notwendige Softwareentwicklung sind direkt im Bibliotheksbereich der ZBW angesiedelt, werden kontinuierlich anhand des State of the Art vorangetrieben und profitieren von einem engen Austausch mit den Verantwortlichen für die intellektuelle Inhaltserschließung. Dieser Beitrag zeigt die Meilensteine auf, die das AutoSE-Team in zwei Jahren in Bezug auf den Aufbau und die Integration der Software erreicht hat, und skizziert, welche bis zum Ende der Pilotphase (2024) noch ausstehen. Die Architektur basiert auf Open-Source-Software und die eingesetzten Machine-Learning-Komponenten werden im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit im engen Austausch mit der Finnischen Nationalbibliothek (NLF) weiterentwickelt und zur Nachnutzung in dem von der NLF entwickelten Open-Source-Werkzeugkasten Annif aufbereitet. Das Betriebsmodell des AutoSE-Dienstes sieht regelmäßige Überprüfungen sowohl einzelner Komponenten als auch des Produktionsworkflows als Ganzes vor und erlaubt eine fortlaufende Weiterentwicklung der Architektur. Eines der Ergebnisse, das bis zum Ende der Pilotphase vorliegen soll, ist die Dokumentation der Anforderungen an einen dauerhaften produktiven Betrieb des Dienstes, damit die Ressourcen dafür im Rahmen eines tragfähigen Modells langfristig gesichert werden können. Aus diesem Praxisbeispiel lässt sich ableiten, welche Bedingungen gegeben sein müssen, um Machine-Learning-Lösungen wie die in Annif enthaltenen erfolgreich an einer Institution für die Inhaltserschließung einsetzen zu können.Since 2016, ZBW – Leibniz Information Centre for Economics has been conducting their own research in the area of machine learning with the goal to develop viable solutions for automated or machine assisted subject indexing in-house. In 2020, a team at ZBW started designing and implementing a suitable software architecture in order to transfer these prototypical solutions into a productive service and to integrate it into the existing metadata systems and workflows. Both the applied research and the software development necessary for this endeavour (dubbed “AutoSE”) are executed by an organizational unit of the library department of ZBW, are continually pushed forward following the state of the art and benefit from a close communication with the staff responsible for intellectual subject indexing. This article reports on the milestones that the AutoSE team has reached over the last two years with respect to the implementation and the integration of the software and outlines those that are yet to be delivered until the end of the pilot phase (2024). The architecture is based on open source software and its machine-learning-based components are developed in close communication with the National Library of Finland (NLF) and, where possible, adapted to be integrated into NLF’s open source toolkit Annif. The operating model of the AutoSE service includes periodical reviews of individual components and of the productive workflow in its entirety and allows continuous improvements of the architecture. One of the results to be delivered by the end of the pilot phase is a documentation of the requirements for running the productive service on a permanent basis so that the necessary resources can be secured. This practical example shows which conditions have to be met by an institution in order to successfully use machine learning solutions such as the ones offered in Annif for subject indexing
„Starb den schönen Tod in seinem Berufe“: Ein neu entdecktes zeitgenössisches Dokument zu Friedrich Adolf Eberts Sturz von der Bücherleiter
Ein ungedruckter, gleichwohl als Digitalisat seit einiger Zeit zugänglicher Brief Carl August Böttigers an den Gothaer Bibliotheksleiter Friedrich Jacobs vom November 1834 enthält bislang unbekannte Aussagen zum Wirken des Dresdener Bibliothekars Friedrich Adolf Ebert und dessen denkwürdigen Todesumständen. Ebert, der bis heute als Mitbegründer der Bibliothekswissenschaft sowie als För[1]derer der bibliothekarischen Professionalisierung gewürdigt wird, erscheint in dieser Darstellung in wenig schmeichelhaftem Licht.In diesem Beitrag werden zunächst Ebert und sein Tod behandelt. Es folgt ein kurzes Porträt Carl August Böttigers und seines Verhältnisses zu Ebert. Anschließend werden einschlägige Aussagen zu Ebert aus dem Briefwechsel zwischen Böttiger und Jacobs resümiert, ehe die Ebert betreffenden Passagen aus dem hier im Mittelpunkt stehenden Brief wiedergegeben und eingeordnet werden.An unprinted letter from Carl August Böttiger to the Gotha library director Friedrich Jacobs from November 1834, which has nevertheless been accessible for some time as a digital copy, contains previously unknown statements on the work of the Dresden librarian Friedrich Adolf Ebert and the memorable circumstances of his death. Ebert, who is still honoured today as a co-founder of library science and as a promoter of library professionalisation, appears in this account in an unflattering light. This article first discusses Ebert and his death. This is followed by a brief portrait of Carl August Böttiger and his relationship to Ebert. Furthermore a summary gives the relevant statements on Ebert from the correspondence between Böttiger and Jacobs, before the passages concerning Ebert from the letter in focus here are reproduced and classified