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The Photographer's Wife
Gerti Gerbert wurde von ihrem Mann Eugen über mehr als vierzig Jahre hinweg fotografiert. Von
ihrer Heirat bis zu Eugens Tod entstanden neben
den obligatorischen Familienfotografien zahllose
Bilder von Gerti in Unterwäsche, in selbstgenähten Sommerkleidern oder gänzlich nackt, am
Strand, im Wald, im Auto oder zu Hause auf dem
Fußboden. Anhand des Bildarchivs der Gerberts,
Gesprächen mit Gerti und Aufzeichnungen von
Eugen umkreist der Film die Frage, was am Ende
bleibt vom Leben und der Liebe
Cet Air Là
Ach, muss die Liebe schön sein, wenn man vor
Glück fliegt und leicht ist, wie eine Seifenblase
National Parks Project: Night Vision
Entstanden als Teil eines Kompilationsfilms über
kanadische Nationalparks, in dem Musiker und
Filmemacher eng zusammenarbeiten, wird hier
das Gegenteil eines touristischen Werbebildes
gezeigt. Ein nächtlicher Besuchim „Prince Albert
National Park“ in Saskatchewan, an der Hand eines kleinen Mädchens, das uns durch die Wildnis
führt
Message to Qo'noS
Mit dem Unbekannten Kontakt aufnehmen, das
haben schon einige versucht. Doch der Erfolg
bleibt vorerst ungewiss
American Passages
Zu Beginn des Films ein Moment des Glücks.
„We’re free!“ jubelt ein Afroamerikaner in Harlem, als hätte erst die Wahl Barack Obamas zum
Präsidenten hunderte Jahre Sklaverei endgültig
beendet. AMERICAN PASSAGES führt in einer assoziativen Reise durch die USA: von desillusionierten Irak-Veteranen über homosexuelle Adoptivväter, schwarze Richterinnen, weiße Partylö-
wen bis zu einem Zuhälter am Spieltisch eines
Casinos in Las Vegas. Entstanden ist ein episches
Panorama Amerikas.
Der Film ist auf mehreren Recherchereisen durch
elf US-Bundesstaaten entstanden. „Es ging mir
darum, keine speziellen Orte als Orte zu zeigen,
ich filmte an Nicht-Orten, die in ganz Amerika
gleich sind: Autobahnen, Diners, Garagen etc.,als
Funktionsorte“, so die Regisseurin Ruth Beckermann. „An diesen‚ Orten des Ortlosen‘ spielt sich
das moderne Leben ab. Ich habe Passagen durch Amerika gelegt, um Szenen einer Vielfalt zu montieren, die eine Collage – ein fragmentarisches
Bild ergeben sollten."
„(…)Der konkrete Auslöser für den Film waren der
Wahlkampf Obamas und die Finanzkrise. Dieser
Doppelschock gab mir das Gefühl, dass nun der
richtige Moment sei, auf den es im Dokumentarfilm so stark ankommt. AMERICAN PASSAGES
zeigt nicht das Tages geschehen der letzten beiden
Jahre, doch man spürt die spezielle Stimmung
dieser Zeit: Da gibt es eine gewisse Melancholie,
ein Umdenken oder ein Weitermachen wie vorher. Vieles istoffen. (…)Der Film funktioniert wie
eine Projektionsfläche voller kleiner Denk- und
Fühlanstöße, welche die Zuseher mit allen Szenen aus US-Filmen und Serien ergänzen können,
die sie im Kopf haben. Es gibt sie wirklich, die Sheriffs mit einem kleinen Revolver als Krawattennadel. Es gibt sie wirklich, diese allumfassende
Naivität
SINEMA LEO
Der Filmvorführer Elisonguo Kiwia liebt Filme. Er
träumt von einem gut organisierten Filmministerium in seinem Heimatland Tansania. Alle
denken, er sei verrückt, denn das einzige, was ihn
wirklich interessiert, ist aufs Land zu fahren und
dort Filme zu zeigen. Kostenlos! Denn das wichtigste ist für ihn, die Menschen mit seinen Filmen
zu erreichen. Auch wenn er dafür gefährliche Wege auf sich nehmen muss
Behind the Dike
Hinterm Deich oder über den Wolken. Dort muss
die Freiheit wohl grenzenlos sein. Die Camper von
Schillig suchen ein Stückchen dieser Freiheit. Jedes Frühjahr erobern sie sich ihren Campingplatz
zurück, der im Winter den Sturmfluten der Nordsee ausgesetzt war. Rund 100 qm für jedes Wohnmobil. Und gute Luft. Direkt am Meer
Wall Plate of Hunger
Der einzige Bildersänger der Welt singt den
WANDTELLER DES HUNGERS und bietet gleichzeitig das Seminar „Vom Künstler zum Hobby Künstler“ an
Fara ad synda - Schwimmen gehen
Jeder redet davon–doch wie wurde die Finanzkrise erlebt und welche Auswirkungen hat sie tatsächlich noch auf die Menschen heute? Der Film
geht an den Ursprung der Katastrophe: nach Island. Schon aufgrund der geografischen Verhältnisse ein Biotop im Weltgeschehen, hat der Zusammenbruch der isländischen Bankenwelt und
des Investment-Luftschlosses die Bewohner des
Eilands noch einmal in eine Ausnahmelage versetzt.
Ein Jahr ist es her, seit der isländische Premierminister vor seinem Volk den Zusammenbruch der
drei größten isländischen Banken verkündet hat
und seine Rede mit „Gott segne Island“ beendet
hat. Vieles hat sich verändert für die Isländer seither. FARAAD SYNDA– SCHWIMMEN GEHEN erzählt von persönlichen Schicksalen als Folge einer
Finanzkrise. Gudrun Lilja, die Designerin, wird
die ehemals exklusiv als „Limited Editon“ verkauften Werke nicht mehr los und sie verliert vielleicht ihr Haus. Palin hat ihren Job bei der Bank
verloren und arbeitet nun in einem Ökodorf. Der
Handwerker Valdi wohnt in seiner Garage. Seine beiden Wohnungen sind vermietet, der Mietzins
reicht aber nicht, um die Hypothek zu bezahlen.
Gudrun Helga, die arbeitslose Wirtschaftsjournalistin, hat ihr eigenes kleines Tourismusunternehmen gegründet. Siggi Punk hat die Krise vorausgesagt. Er veröffentlicht anarchistische Literatur und protestiert gegen die Regierung. Hannes ist seit Oktober arbeitslos. Er hat Angst vor
dem kommenden Winter.
Doch ein Ende bietet immer auch die Möglichkeit
eines neuen Anfangs, eines Aufbruchs. Und so
reagiert jeder der Protagonisten ganz anders auf
die Krise. Es entwickeln sich alternative Lebensmodelle, man wird dazu gebracht, über sein Leben
nachzudenken. Gudrun Lilja plant z.B., Särge aus
Recyclingmaterial zu entwerfen.Inwieweit diese
alternativen Konzepte erfolgreich sind, sei dahin
gestellt, aber immerhin bewegt sich etwas. Neben
diesen persönlichen Schicksalen zwischen Hoffen
und Verzweiflung arbeitet der Film die faktischen
Hintergründe der Bankenkrise auf. FARA AD SYNDA–SCHWIMMEN GEHEN SCHWIMMEN GEHEN
gibt also bis zu einem gewissen Grad eine Antwort
auf die Frage „Wie konnte es dazu kommen?“.
Die Frage, was danach wird, muss jedoch jeder für
sich selber beantworten.