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grafik unten
Kein digitales Visualisierungswerkzeug und keine Partitur können darstellen oder vermitteln, wie genau unsere Wahrnehmung beim Hören von in dreidimensionalen Klangobjekten entstehenden Klängen funktioniert. Grafische Notationen und Forminterpretationen sowie Visualisierungshilfen und -experimente, wie sie seit den frühen Tagen der elektronischen Musik durchgeführt wurden, haben dies immer wieder versucht. Ob bei Karlheinz Stockhausens »Studie II« oder György Ligetis »Artikulation«, aber auch im Hinblick auf Darstellungen in Spektrographen, Oszillogrammen oder Spektren sowie Amplituden-Raum-Zeiteintragungen in herkömmlichen Digital Audio Workstations und avancierten Spatialisierungssoftwares: Allen visuellen Aufzeichnungen oder grafischen Übersetzungen – ob vor oder nach Entstehung des Werks entstanden – haftet eine Autorität an, die das Auditive überlagert oder zumindest zu überlagern droht. Das Visuelle hat die Deutungshoheit und dies natürlich nicht nur in der Computermusik. Für die elektronische Raum-Klangkomposition, wie sie gerade in den letzten zehn Jahren durch die Weiterentwicklung der Projektionsverfahren möglich wurde, ist das ein kritisches, auflösendes Moment. Denn hier entsteht „etwas“ im und mit dem Raum und wird über die Ohren als präsent und plastisch zugleich „begriffen“. Die Visualisierung aber deutet nicht nur um, sie stellt sich vor den Höreindruck. Nicht nur, dass wir anders wahrnehmen, das Angebot von Welt ist ein völlig anderes. Um diese bekannte aber häufig „übersehene“ Situation zu untersuchen, geht «grafik unten« den umgekehrten Weg und fragt kritisch in sieben Formteilen, ob man spatiale Klangobjekte komponieren kann, die das Ohr im Raum (und der Zeit) so leiten, als ob wir (hinein-)sähen. Was hieße also „mit den Ohren sehen“? Gibt es auch ein auditives Starren? Und was ist dann der Ohrenblick
grafik unten
8-Kanal VersionKein digitales Visualisierungswerkzeug und keine Partitur können darstellen oder vermitteln, was unsere Wahrnehmung beim Hören von dreidimensionalen Klangobjekten produziert. Grafische Notationen und Forminterpretationen sowie Visualisierungshilfen und -experimente, wie sie seit den frühen Tagen der elektronischen Musik gemacht wurden, haben dies immer wieder versucht. Und ob bei Stockhausens Studie 2 oder Ligetis Artikulation, aber auch Darstellungen in Spektrographen, Oszillogrammen oder Spektren sowie Amplituden-Raum-Zeiteintragungen in herkömmlichen DAWs(Digital Audio Workstation) und avancierten Spatialisierungssoftwares, allen visuellen Aufzeichnungen oder grafischen Übersetzungen, ob vor oder nach Entstehung des Werks entstanden, hängt eine Autorität an, die das Auditive überlagert oder zumindest zu überlagern droht. Das Visuelle hat die Deutungshoheit und dies natürlich nicht nur in der Computermusik
Tirana
In dem Film „Wag the Dog“ (1997) von Barry Levinson
figurierte Albanien als das ideale
Schlachtfeld für einen Krieg, der gar nicht stattfand.
Eine Szene daraus wäre für Alexander
Schellow der ideale Einstieg in seinen Film gewesen.
Denn die Prämisse ist, dass das Land noch
immer eine weiße (Projektions-)Fläche auf der
Landkarte ist, während es de facto eine alle Lebensbereiche
erfassende Transformation durchmacht.
Da sich der Künstler die Bildrechte an
dem Hollywood-Drama nicht leisten kann, steht
am Anfang seiner Reise ein fehlendes Bild. Aber
eine Leerstelle setzt oft ungemeine Dynamiken
frei und bald wird klar, dass der Künstler nicht
der einzige ist, der sich sein Albanien fingiert.
Auch EU-Emissäre und Stadtplaner jonglieren
mit Bildern und Karten, hinter denen die Wirklichkeit
verschwindet
next_generation 6.0 - Konzert IV
Studierende der Hochschule für Musik (HfM) Dresden sowie dem Studio für elektroakustische Musik (SeaM) Weimar präsentieren in »Konzert IV« des Festivals »next_generation 6.0« ihre Werke
Tangible Sound | Tag 2
Innerhalb des viertägigen Festivals »Tangible Sound« am ZKM werden die Ergebnisse des EU-Projektes »European Art Science and Technology Network« (EASTN) vorgestellt. Das umfangreiche Programm setzt sich aus einem Symposium, Konzerten, Präsentationen und Installationen zusammen. Hierbei stehen Themen wie Augmented Reality, Animation oder Multi-Sensory Arts im Fokus
next_generation 6.0 - Konzert II
»Konzert II« im Rahmen des Festivals »next_generation 6.0« wird von Studierenden der Hochschule für Musik (HfM) Karlsruhe sowie Hochschule für Gestaltung (HfG) präsentiert
next_generation 6.0 - Konzert X
Das letzte Konzert im Rahmen von »next_generation 6.0« wird von Studierenden des Institute of Sonology Den Haag sowie Studio für Elektronische Musik, Universität Mozarteum (SEM) Salzburg präsentiert
Holly Herndon: Everywhere an Nowhere
In Kooperation mit Kampnagel und dem Kunstverein in Hamburg wird im Rahmen des Internationalen Sommerfestivals die neueste Arbeit »Everywhere an Nowhere« der Komponistin Holly Herndon − in Zusammenarbeit mit Mathew Dryhurst − präsentiert. Die Soundwelten der US-amerikanischen Musikerin bestehen aus Klangfragmenten des Alltags wie Skype-Konversationen, Tastatur-Geräuschen oder subtilen und heftigen Körper-Bewegungen. Herndon beschäftigt sich dabei mit Themen wie Überwachung, digitalem Aktivismus und Gesellschaftstheorien. Mathew Dryhurst arbeitet als Künstler in Los Angeles und Berlin. Sein Audiostück »Muster« hatte vor kurzem Premiere auf Deutschlandradio Kultur