Open Access-Zeitschriften an der WWU Münster (Westfälische Wilhelms-Universität)
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Strukturen für ein nachhaltiges und gerechtes Ernährungssystem als Teil einer globalen Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlagenda politisch ermöglichen: „Darum muss man deutlich im Bewusstsein behalten, dass es im Klimawandel diversifizierte Verantwortlichkeiten gibt, und sich […] besonders auf die Bedürfnisse […] der Verletzlichen konzentrieren, in einer Debatte, die oftmals von den mächtigeren Interessen beherrscht ist.“ (LS 52)
Trotz der Dringlichkeit, die von den ökologischen Krisen ausgeht, stößt die politische Verfolgung globalen Gemeinwohls auf vielfältige Widerstände. Um in dieser Situation Ansatzpunkte zur Veränderung auszumachen, bietet sich die Perspektive der provisioning systems an, die einen strukturellen Blick auf Systeme der Ressourcenumwandlung zur Deckung von Bedürfnissen richtet. Dieser Beitrag, der auf Ergebnissen des Forschungsprojektes „EU 1.5°-Lifestyles“ beruht, beleuchtet vor diesem Hintergrund Strukturen, die eine Nachhaltigkeitstransformation behindern sowie Maßnahmen zu deren Veränderung, am Beispiel des Ernährungssystems. Diese Maßnahmen zielen im Kern darauf ab, individuelles und kollektives Wohlergehen herzustellen und dabei den Einsatz von Ressourcen in einem ganzheitlichen Sinne effizienter zu gestalten. Eine wesentliche Herausforderung für deren Umsetzung ist jedoch die politische Governance einer Nachhaltigkeitstransformation, die gegenwärtig durch Machtasymmetrien und damit ungleiche Möglichkeiten zur Beteiligung an deren Gestaltung geprägt ist.Despite the urgency emanating from the ecological crises, the political pursuit of the global common good faces considerable resistance. Offering a structural lens on systems of resource conversion for meeting needs, the perspective of provisioning systems can be applied to identify starting points for change. Based on results of the ‘EU 1.5°-Lifestyles’ research project, this article examines structures that hinder a sustainability transformation as well as measures for transforming them, using the food system as an example. At the heart of these measures is the aim of ensuring individual and collective wellbeing while improving the efficiency of resource use in a holistic way. However, a key challenge for their implementation is the political governance of a sustainability transformation, which is currently characterised by power asymmetries and therefore unequal opportunities to participate in shaping it
Aigiale oder Milet? Anmerkungen zum Prägeort eines späthellenistischen Münztyps
Bereits seit der archaischen Zeit ist der Löwe in Verbindung mit einem Sonnenstern eng mit der Münzprägung Milets verbunden. Ab der spätklassischen Zeit avanciert diese Kombination zu dem charakteristischen Rückseitenbild der Polis. Daher ist es wenig verwunderlich, dass ein Typus hellenistischer Bronzemünzen zumeist Milet zugewiesen wurde. Doch bereits Imhoof-Blumer hatte diesbezüglich Zweifel geäußert. Er schlug stattdessen die Polis Aigiale auf der Kykladeninsel Amorgos als Münzstätte vor. In diesem Beitrag sollen die jeweiligen Argumente vorgestellt und gegeneinander abgewogen werden.Since ancient times, the lion has been closely associated with the sun star in the coinage of Miletus. From the late classical period onwards, this combination became the characteristic image on the reverse side of the polis. It is therefore hardly surprising that a type of Hellenistic bronze coin was mostly attributed to Miletus. However, Imhoof-Blumer had already expressed doubts about this. Instead, he suggested the polis of Aigiale on the Cycladic island of Amorgos as the mint. In this article, the respective arguments will be presented and weighed against each other
ACOX1 gain-of-function post-mortem neuropathology is distinct from ACOX1 loss-of-function: case report and literature review
2. Work in Progress: Workshop Report: Μαντεῖον ἀψευδές. The Sanctuary of Apollo Ptoios in Boeotia: International Workshop on Boeotian Studies organised by Scuola Superiore Meridionale at Naples (13 November 2025)
Lucrezia MASTROPIETRO (Scuola Superiore Meridionale)
Workshop Report: Μαντεῖον ἀψευδές. The Sanctuary of Apollo Ptoios in Boeotia. International Workshop on Boeotian Studies organised by Scuola Superiore Meridionale at Naples (13 November 2025
2. Work in Progress: PhD thesis. Religious connectivity in Boeotia. The sanctuaries of the Kopais region (abstract)
Alice SOLAZZO (Università degli Studi di Palermo, Universität Münster)
PhD thesis: Religious connectivity in Boeotia. The sanctuaries of the Kopais region (abstract
Die Verfahrensordnungen der Gewalt und ihre Formen gesellschaftlicher Differenzierung
Es gehört zu den wichtigen Einsichten von Norbert Elias, dass die Ordnung gesellschaftlicher Differenzierung in einer wechselseitig konstitutiven Beziehung zur gesellschaftlichen Gewaltordnung steht. Elias analysiert den europäischen Zivilisationsprozess als einen, der sich durch eine zunehmende Zentralisierung der Gewaltfähigkeit auszeichnet, weshalb innerhalb der jeweiligen Nationalstaaten ein zunehmend befriedeter Raum entstehen kann (Elias1976a). Diese Zusammenhänge wurden in der weiteren differenzierungstheoretischen Diskussion allerdings kaum aufgenommen. Gegenwärtig erscheint es sogar als eher ungewöhnlich, sie herzustellen. Dies gilt insbesondere für die moderne Differenzierungsordnung, die im Anschluss an die Klassiker der Differenzierungsforschung als Teilung der gesellschaftlichen Arbeit (Durkheim 1992), als Differenzierung vonWertsphären im Sinne Webers (Schwinn 2001) oder als funktionale Differenzierung (Luhmann1997) beschrieben wird
Impulse aus der Communio-Theologie für eine Kirche der Beteiligung: Replik auf Christian Bauer
Im Anschluss an Christian Bauers Kritik am Konzept der Communio-Theologie reflektiert der folgende Beitrag die Ambivalenz des Paradigmas. Er zeigt, dass der Begriff der Communio als Form der Partizipation über das pastorale Grundhandeln der Koinonia ekklesiogenetisch konfiguriert werden und in individuellen und gemeinschaftlichen Narrativen wirksam werden kann.
Taking up Christian Bauer\u27s criticism of the concept of communion theology, the following article reflects on the ambivalence of the paradigm. It shows that the concept of communion as a form of participation can be configured ecclesiogenetically via the basic pastoral action of koinonia and can become effective in individual and communal narratives
Ein Netzwerk-Wir: Religion im Zeitalter der Superdiversität
Die Niederlande haben sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert. Die Großstädte der Randstad sind ethnisch ‚superdivers‘ geworden. Auch im religiösen Bereich vollzog sich ein einschneidender Wandel, der ebenfalls von Vielfalt geprägt ist. Was diesen Entwicklungen zugrunde liegt und welche gesellschaftlichen Konsequenzen und Herausforderungen sich daraus ergeben, soll im Folgenden dargestellt werden. Grundlage der Ausführungen sind zwei multidisziplinäre Forschungsprogramme zur ‚hybriden Religiosität‘ und zum ‚Neuen Wir‘ in den Niederlanden, die am theologischen Forschungsinstitut der niederländischen Dominikaner (DSTS) durchgeführt wurden und sich mit den Herausforderungen und Auswirkungen dieser Diversifikationsprozesse beschäftigen.
The Netherlands has changed profoundly in recent decades. The large cities of the Randstad have become ethnically ‘superdiverse’. There has also been a drastic change in the religious sphere, which is also characterised by diversity. What underlies these developments and what social consequences and challenges result from them will be described below. The explanations are based on two multidisciplinary research programmes on ‘hybrid religiosity’ and the ‘new we’ in the Netherlands, which were carried out at the Theological Research Institute of the Dutch Dominicans (DSTS) and deal with the challenges and effects of these diversification processes