Open Access-Zeitschriften an der WWU Münster (Westfälische Wilhelms-Universität)
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ByzRev 08.2026.013: Brendan Osswald, L’acoluthie de Sainte Théodora d’Arta par Job Melês: (Sources et documents publiés par l’École française d’Athènes 3). Athènes: École française d’Athènes 2024.
Brendan Osswald, L’acoluthie de Sainte Théodora d’Arta par Job Melês (Sources et documents publiés par l’École française d’Athènes 3). Athènes: École française d’Athènes 2024. XVI, 323 pp. – ISBN 978-2-86958-614-
ByzRev 08.2026.014: James Howard-Johnston, Byzantium in a Changing World.: Oxford: Oxford University Press 2025.
James Howard-Johnston, Byzantium in a Changing World. Oxford: Oxford University Press 2025. 280 pp. – ISBN 978-0-19-889789-
Wiborada von St. Gallen. Neuentdeckung einer Heiligen, hg. v. Ann-Katrin Gässlein / Gregor Emmenegger
Katechese im Spannungsfeld geistlichen Missbrauchs
In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, ob und inwiefern die Katechese zum Ort Geistlichen Missbrauchs werden kann. Dazu führe ich zunächst grundsätzlich in die derzeitige Beschäftigung mit dem Phänomen des Geistlichen Missbrauchs ein, um daran anschließend drei Spannungsfelder zu benennen, die aus meiner Sicht risikobehaftete Aspekte für geistlich missbräuchliches Geschehen in katechetischen Kontexten darstellen können: die Struktur und Zielsetzung der Katechese, die Subjekt-Objekt-Spannung zwischen individueller Glaubensentwicklung und kirchlicher Lehre, und drittens die Rolle von Autorität und Macht im katechetischen Prozess. Abschließend unterscheide ich zwischen einem gewalt-voll-übermächtigenden Handeln und einem jesuanisch-vollmächtigen Handeln in der Katechese.
In this article, I explore the question of whether and to what extent catechesis can become a place of spiritual abuse. To this end, I first provide a basic introduction to the current debate on the phenome-non of spiritual abuse, before going on to identify three areas of tension which, in my view, may repre-sent risk factors for spiritually abusive behavior in catechetical contexts: the structure and objectives of catechesis, the subject-object tension between individual faith development and church doctrine, and thirdly, the role of authority and power in the catechetical process. Finally, I will distinguish between violent, overpowering actions and Jesus-like, authoritative actions in catechesis
Empowerment als Theorie- und Praxiskonzept der Pastoraltheologie
Potenzial und Tauglichkeit des Empowerment-Begriffs für pastoraltheologische Theorie und Praxis zu erschließen, ist Absicht des folgenden Beitrags. Dazu wird zunächst in die Genese des Konzepts in den Sozialwissenschaften eingeführt. Die Schlüsselbegriffe der Taufberufung bzw. des gemeinsamen Priestertums und der Ermächtigung zu leben, bieten erste Zugänge zur Verortung von Empowerment im pastoraltheologischen Diskurs. Aus ihnen ergibt sich eine Diskussion um die individuelle Verengung und systemische Zielrichtung, in der eine besondere Problematik in Bezug auf Machtasymmetrien aufscheint. Daraus soll die Bedeutung des Paradigmas geschärft und methodologische Schlussfolgerungen gezogen werden.
The aim of the following article is to explore the potential and suitability of the concept of empowerment for pastoral theological theory and practice. To this end, it begins with an introduction to the genesis of the concept in the social sciences. The key concepts of baptismal vocation, the common priesthood and empowerment for life offer initial approaches to situating empowerment in pastoral theological discourse, giving rise to a discussion of individual narrowing and systemic orientation, in which a particular problem arises in relation to power asymmetries. This should serve to sharpen the significance of the paradigm and draw methodological conclusions
„Wer deckt die Nummer 9, ihr Knalltüten!?“: Theologie und die Sprache von Fußballer:innen im Breitensport. Lern-Ideen
13 Jahre Trainertätigkeit im Breitensport und gleichzeitiges berufliches Engagement in der Kirche führen unweigerlich zu einem Sprachvergleich, der die Frage aufwirft, wie andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens menschliche Beziehungen aufbauen. Die Aussage einer kirchlichen Teilnehmer*in sitzt wie ein Stachel im Fleisch: „Kirchliche Sprache hat seit 30 Jahren nichts mit meinem Leben zu tun.“ Vor diesem Hintergrund versteht sich der Text als ein Plädoyer für eine robustere und doch beziehungsfähige Sprache auch in Kirche.
Thirteen years of coaching in popular soccer and at the same time professional involvement in the church inevitably lead to the comparison that raises the question how other areas of social life build human relationships. The statement of one church participant resonates deeply: "Church language hasn\u27t had anything to do with my life for 30 years." Considering this statement, this text is a plea for a more robust, yet relationship-oriented, language within the church as well
The intersectionality of culture, religion, patriarchy and widowhood among the Shona people in Zimbabwe: Implications on theology of caring
As ethnographic research in Practical Theology, this article discusses traumatic experiences encountered by Shona women as they strive to survive in the midst of pandemics like HIV/AIDS as primary caregivers. It exposes how culture, religion, patriarchy and widowhood as the quadrants of intersectionality exacerbate Shona women’s vulnerability to pandemics. Coerced sex and lack of decision-making power on property rights makes women to bear the full burden of care while risking their health. As de facto caregivers, cultural dictates abrogate a married woman from leaving her infected husband even if he is infected by HIV /AIDS. Women who are infected may face traumatic rejection, discrimination, stigma, marginalization and shame in return for their toiling as caregivers. Their plight becomes worse when they become widows which is the main focus of this study. The research is a launching pad to shun the unjustified generalization of patriarchal ideologies that leave women at risk. Trauma theory is used as a theoretical framework. The research recommends the church to be a beacon of hope to widows through a ministry of ‘being there’ for them.
Dieser Artikel befasst sich als ethnografische Forschung in der Praktischen Theologie mit den traumatischen Erfahrungen von Shona-Frauen in ihrem Kampf ums Überleben als Care-Personen im Kontext von Pandemien wie HIV/AIDS. Er zeigt auf, wie Kultur, Religion, Patriarchat und Witwenschaft als Quadranten der Intersektionalität die Vulnerabilität von Shona-Frauen verstärken. Erzwungener Sex und fehlende Entscheidungsbefugnis über Eigentumsrechte zwingen Frauen, die volle Last der Care-Arbeit zu tragen und gleichzeitig ihre Gesundheit zu riskieren. Als De-facto-Pflegepersonen verbieten kulturelle Vorschriften verheirateten Frauen, ihren infizierten Ehemann zu verlassen, selbst wenn dieser mit HIV/AIDS infiziert ist. Infizierte Frauen können traumatische Ablehnung, Diskriminierung, Stigmatisierung, Ausgrenzung und Scham erfahren. Ihre Lage verschlimmert sich, wenn sie Witwe werden – was der Schwerpunkt dieser Studie ist. Die Forschung ist ein Ausgangspunkt, um der ungerechtfertigten Verbreitung patriarchaler Ideologien, die Frauen gefährden, Einhalt zu gebieten. Die Traumatheorie dient als theoretischer Rahmen. Die Studie empfiehlt, dass die Kirchen den Witwen durch ihre seelsorgliche und Bildungs-Unterstützung ein Leuchtfeuer der Hoffnung sein sollten
Sounds of Sustainability: Emotional-affektive Ästhetiken planetarer Verantwortung in der Popmusik
Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein ökologisches Leitbild oder politisches Ziel. Als Programmwort nahezu aller Lebensbereiche durchdringt es Lebensstile, Konsumentscheidungen und kulturelle Ausdrucksformen auch in Bereichen, die jenseits klassischer Umweltkommunikation liegen. Die soziologische Nachhaltigkeitsforschung betont, dass ein Großteil der Umweltprobleme auf die „imperiale Lebensweise“ (Brand/Wissen 2017) westlicher Gesellschaften zurückzuführen ist und dass eine ökologische Transformation tiefgreifende sozio-kulturelle Veränderungen voraussetzt (Görgen/Wendt 2015; Neckel et al. 2018). Solche kulturellen Transformationsprozesse vollziehen sich wesentlich in ästhetischen Prozesse, die nicht nur das Erleben der Gegenwart prägen, sondern auch das affektive und imaginative Nachvollziehen möglicher Zukünfte.Popmusik als massenmediale Kunstform mit hoher Reichweite und niedrigschwelligem Zugang nimmt darin eine besondere Rolle ein. Nachhaltigkeit wird hier sowohl als textlich-explizite Forderung nach ökologischer Transformation verbreitet wie auch als ästhetisch inszenierte, emotional erfahrbare Erzählung über das Verhältnis von Mensch, Natur und Zukunft (Philipp 2024c, 2024d). Popmusik birgt damit ein ambivalentes Potenzial gesellschaftspolitischer Kommunikation: Sie popularisiert Normen und verflacht oder verzerrt Umweltverständnisse (Philipp 2019), zugleich schafft sie Atmosphären, verdichtet Emotionen und formt kollektive Imaginationen. Unser Beitrag richtet daher den Fokus auf die Frage, wie sich Nachhaltigkeit in popmusikalischen Werken als ästhetische Erfahrung manifestiert, jenseits rein thematischer Repräsentationen. Dabei interessieren uns insbesondere die leiblich-affektiven, kollektiv-emotionalen, atmosphärischen und gestalterischen Dimensionen popmusikalischer Nachhaltigkeitsinszenierungen: Welche Formen ästhetischer Vorstellungskraft werden mobilisiert? Inwiefern eröffnen sie Erfahrungsräume, die zur Reflexion anregen, nachhaltige Lebensweisen sinnlich erfahrbar machen und die Akzeptanz für nachhaltige Zukünfte fördern können? Mit diesen Fragen knüpfen wir an Überlegungen der Umweltästhetik (Berleant 1992; Brady 2003), der Popkulturforschung (Frith 1996; Hecken 1997) und der Emotions- und Affektforschung (Ahmed 2004; Neckel/Pritz 2019; Scherke 2024; Diefenbach/Zink 2024) an. Uns interessiert das Zusammenspiel von ästhetischer Gestaltung, emotional-affektiver Wirkung und kultureller Sinnbildung. Nachhaltigkeit ist aus dieser Perspektive weniger ein Set normativer Prinzipien, sondern eher ein ästhetisch gerahmter Deutungsraum, in dem Emotionen und Affekte zentrale Rollen spielen. Sie wirken als präreflexive Signale, die nicht nur Wahrnehmung strukturieren, sondern auch mögliche Handlungsoptionen vorsortieren und motivieren. Damasio (1996) bezeichnet sie als „somatische Marker“: körperlich verankerte Signale, die potenzielle Zukunftsszenarien bewerten und damit Entscheidungen mitprägen. Für nachhaltige Transformationsprozesse sind solche emotional-affektiven Ästhetisierungen zentral, da sie Fühlbarkeit erzeugen und damit Erkenntnis- und Handlungsräume eröffnen (Stöckmann 2009: 2ff.).Das Ziel dieser Untersuchung besteht darin, prägende ästhetisch-emotionale Figurationen in ihren Logiken zu verstehen und zu prüfen, welche Formen des Nachdenkens und Mitfühlens über ökologische Krisen sie ermöglichen – oder möglicherweise auch blockieren. Damit leistet der Artikel einen Beitrag zur Erforschung der emotional-affektiven Dimension gesellschaftlicher Nachhaltigkeitskommunikation und zur Analyse popkultureller Resonanzräume ökologischer Imaginationen. Nach einer Skizze der 1) theoretischen Bezugsrahmen von Ästhetik, Emotion und Nachhaltigkeit in der Popmusik stellen wir die 2) empirische Untersuchung vor und analysieren drei zentrale Figurationen, um auf dieser Grundlage deren 3) Bedeutung für die emotional-affektive Vermittlung nachhaltiger Zukunftsbilder zu diskutieren