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Zum Erwerb pragmatischer Kompetenz im Fremdsprachenunterricht: Das Korpus Co.Cor (Compliment Corpus)
Der Beitrag beschreibt das Korpus Co.Cor (Compliment Corpus), eine Datenbank, die aus Audio- und Videoaufzeichnungen authentischer (semi-)spontaner Gespräche besteht, in denen der Sprechakt des Kompliments realisiert wird. Co.Cor beinhaltet Gespräche aus verschiedenen Sprachen, hauptsächlich aus Italienisch und Deutsch. Die Datenbasis dieses Korpus bilden Audio- und Videoaufzeichnungen, die konform zu den AVIP-Konventionen transkribiert wurden. Neben einer Volltextrecherche ermöglicht die online-Version von Co.Cor eine gezielte Suche anhand von verschiedenen Metadaten. Durch die Untersuchung der Ergebnisse aus einem empirischen Versuch, der mit italienischsprachigen universitären DaF-Lernern durchgeführt wurde, zeigt der Beitrag, wie das Korpus Co.Cor zum Unterrichtsgegenstand gemacht werden kann und welche Aktivitäten mit dieser bzw. ähnlichen Datensammlungen vorgeschlagen werden können, damit die Lernenden pragmatische Kompetenzen erwerben.The present paper aims at presenting the corpus Co.Cor (Compliment Corpus), a database consisting of both the audio and video recordings and the transcriptions (according to AVIP-conventions) of (semi-)authentic interactions, in which compliments and compliment responses are elicited. Co.Cor is a multilingual corpus containing data in different languages, mostly in Italian and German. In the online version of the database, beside full text searches, it is possible to use several metadata to limit and select query results. The paper also describes an empirical investigation of Italian university GFL-students and shows how corpora like Co.Cor may be employed by teachers and learners in order to promote foreign language pragmalinguistic competences
Das Potenzial von Online-Sprachentandems für das Fremdsprachenlernen bei AnfängerInnen einer Zielsprache
In der einschlägigen Fachliteratur zum Tandemlernen wird darauf hingewiesen, dass Sprachentandems erst ab einem gewissen Niveau in der Fremdsprache sinnvoll seien, denn die TeilnehmerInnen sollten den „Partner verstehen können, wenn er sich in seiner Muttersprache einfach ausdrückt“ (Brammerts/Kleppin 2005: 96). Im eTandem-Projekt ‚Wien–Kaohsiung‘ wurden – im Gegensatz zu den Empfehlungen aus der Literatur – aufgrund des großen Interesses vonseiten der Lernenden auch Studierende mit noch äußerst geringer Erfahrung in der Zielsprache Mandarin eingebunden. Durch eine konversationsanalytische Untersuchung von Videochat-Interaktionen wird im vorliegenden Artikel das Potenzial von Sprachentandems für die Entwicklung von Sprachenbewusstsein und mündlicher Interaktionskompetenz bei AnfängerInnen einer Zielsprache gezeigt. Anhand der Analyseergebnisse wird im vorliegenden Artikel diskutiert, welche Bedingungen notwendig sind, damit AnfängerInnen einer Zielsprache von einem Online-Sprachentandem profitieren.Literature on tandem learning suggests that language tandems are only suitable for language learners who have achieved a certain proficiency in the target language (Brammerts/Kleppin 2005: 96). Due to the keen interest in our initiative, the eTandem project ‘Vienna–Kaohsiung’ allowed novice learners of Mandarin – contrary to the literature’s suggestions – to participate in the project. In this article, synchronous, multimodal interactions are analysed from an conversation analytic perspective in order to reveal the potential of eTandems for language learners at beginner level. Based on the results, pedagogical implications for tandem initiatives involving novice learners are discussed
Hochschulsprachenpolitik weltweit. Explorative Systematisierung eines neuen Forschungsfelds
Im Kontext institutioneller Internationalisierungsprozesse entdeckt der tertiäre Bildungsbereich weltweit seit einigen Jahren den besonderen Beitrag hochschulischer Sprachenpolitik. Dabei wird nicht nur dem spezifischen Profil der einzelnen Einrichtungen Rechnung getragen, auch historische, politische, gesellschaftliche, regionale und individuelle Einflussgrößen fließen ein. Die dominierende Rolle des Englischen als wissenschaftlicher Lingua franca einerseits und die Aufwertung der Nationalsprachen und einer weiter gefassten Mehrsprachigkeit andererseits bilden die Pole eines Spannungsfeldes, in dem Hochschulen nach tragfähigen Lösungen suchen. Dieser Beitrag liefert anhand exemplarischer Länderstudien erste Ansatzpunkte für eine systematische Erfassung globaler hochschulischer Sprachenpolitik.In the context of institutional internationalization processes, the tertiary education sector worldwide has been discovering the special contribution of higher education language policies for some years now. Not only the specific profile of the individual institutions is taken into account. Historical, political, social, regional and individual factors are also highly influential. The dominant role of English as a scientific lingua franca on the one hand and the appreciation of national languages and a broader concept of multilingualism on the other hand form the poles of a field of tension in which universities are looking for viable solutions. This article provides first starting points for a systematic survey of global higher education language policies by means of exemplary country studies
Zum literarischen Kanon und seiner Bedeutung für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache an kamerunischen Schulen
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Frage nach der Auswahl literarischer Texte für den DaF-Unterricht an kamerunischen Schulen. Zu den vom Ministerium für Sekundarschulwesen festgelegten bildungspolitischen Lernzielen des Deutschunterrichts zählt die interkulturelle Kommunikation. In der Praxis wird dies vorwiegend anhand von Lehrbuch-, Sach- und Informationstexten und weniger anhand von literarischen Texten trainiert. Der Beitrag zielt darauf ab, diesem Manko abzuhelfen. Er geht der Frage nach, welche literarischen Texte für das interkulturelle Lernen angemessen sind. Ausgehend von einer pluralistischen Kanonkonzeption werden die These von einem eigenständigen literarischen Kanon für den DaF-Unterricht in Kamerun vertreten und dessen Eigenschaften entwickelt. Der entworfene Kanon ist für das interkulturelle Lernen gedacht und beinhaltet – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Texte aus der afrikanischen Migrationsliteratur in deutscher Sprache, jene aus der deutschen Kamerun-Literatur der Kolonialzeit sowie jene aus der deutschen Jugendliteratur.The present paper deals with the question of the selection of literary texts for German as foreign language classes in Cameroonian schools. One of the educational policy learning objectives of German language teaching set by the Ministry for Secondary Education is intercultural communication. In practice, this is trained primarily based on textbook, factual and informational texts and less based on of literary texts. This paper aims to remedy this shortcoming. It explores the question of which texts are appropriate for intercultural learning in German class. Based on a pluralistic canon concept, the thesis of an independent literary canon for teaching German as a foreign language in Cameroon is advocated and its characteristics developed. The canon presented is intended for intercultural learning and includes - without claiming to be exhaustive - texts from African migration literature in German, those from German Cameroon literature from the colonial period and those from German youth literature
Interkulturell, interaktiv, international – Einige praxisbezogene Überlegungen zur Planung, Durchführung und Evaluation eines deutsch-französischen Schüleraustausches
In diesem Beitrag wird ein deutsch-französischer Schüleraustausch zwischen zwei Sekundarschulen (Realschule/lycée) dargestellt, sowie dessen Rezeption aus der Perspektive einer polnischen Sprachwissenschaftlerin und Deutschdidaktikerin. Wir beschreiben und bewerten verschiedene Etappen des Schüleraustausches (Vorbereitung, Durchführung und Evaluation) und zeigen, welche Bedeutung sie für den Erfolg dieses interkulturellen Projektes haben. Das Ziel des Beitrags ist zu zeigen, wie Lehrkräfte Jugendliche in alle Phasen des Schüleraustausches involvieren, bei ihnen interkulturelle Kompetenz entwickeln und sie für eine andere Kultur sensibilisieren können. Wichtig ist auch in diesem Zusammenhang darzustellen, wie bei jungen Fremdsprachenlernern die Perzeption eines anderen kulturellen Kontextes im Kontakt mit Muttersprachlern zur kritischen Reflexion entfaltet werden kann und sie zu mehr Toleranz anregen kann.In this paper we examine a school exchange between two secondary schools in Germany and France and its perception from the perspective of a Polish linguist specialised in the didactics of German as foreign language. We analyse the different stages of an exchange (preparation, realisation, evaluation) and show its impact on the success of the whole project. The aim of this paper is to show how teachers can involve teenagers in each phase of an exchange and facilitate their intercultural competence and sensitivity to a different culture. Our purpose is also to illustrate how the perception of a new cultural context, through contact with native speakers, can develop the critical thinking of teenagers and lead them to greater tolerance
Curriculumkompetenz bei Fremdsprachenlehrkräften aufbauen: Das Reverse Design-Verfahren am Sprachenzentrum der University of Chicago als Beispiel für lehrer*innengelenkte Curriculumentwicklung
In diesem Beitrag wird zum einen überwiegend mit Fokus auf Deutsch als Fremdsprache unterstrichen, dass Fertigkeiten im Bereich der Curriculumentwicklung bei angehenden und bereits praktizierenden Fremdsprachenlehrkräften aufgebaut werden sollten, und zum anderen wird anhand eines Beispiels dargelegt, wie der Aufbau einer solchen Curriculumkompetenz, für welche im Beitrag ein erster Definitionsvorschlag gemacht wird, ablaufen kann. Bei dem Beispiel für lehrer*innengelenkte Curriculumerstellung handelt es sich um das am Sprachenzentrum der University of Chicago entwickelte Reverse Design-Verfahren. In einem abschließenden Fazit wird dieses Verfahren mit den Überlegungen zum Aufbau einer Curriculumkompetenz zusammengeführt.This article demonstrates, predominantly with a focus on German as a foreign language on the one hand, that skills in the area of curriculum creation should be developed with prospective as well as practicing foreign language teachers, and, on the other hand, uses an example to show how the development of such curriculum competence, for which the article proposes a first definition, can look like. The example of teacher-directed curriculum creation is the reverse design developed at the Language Center of the University of Chicago. In a final conclusion, this reverse design is merged with the considerations for building up a curriculum competence
Dietrich-Grappin, Sarah (2020): Mehrsprachigkeitskompetenz als Bildungsziel im schulischen Tertiärsprachenunterricht – Transferbasierte Kommunikations-strategien im Kontext von spontaner Mündlichkeit und Zwei-Sprachen-Aufgaben. Trier: WVT.
CMC-Korpora und Digital Literacy in der Fremdsprachendidaktik: Relevanz, Potentiale und didaktische Szenarien
Im Zeitalter digitaler Transformation ist der reflektierte Umgang mit digitalen (Sprach-) Daten eine zentrale Kompetenz, die in didaktischen Kontexten – so auch in der Fremdsprachen-didaktik – erst nach und nach Berücksichtigung findet. Der Europäische Referenzrahmen für digitale Kompetenzen der Europäischen Kommission bietet untergliedert in fünf Kompetenzbereiche ein Raster für die Einschätzung und Verbesserung der sogenannten Digital Literacy. Für den vorlie-genden Beitrag sind mehrere Kompetenzbereiche besonders wichtig: Neben dem Umgang mit Informationen und Daten von digitalen Plattformen sind die Kommunikation und Kollaboration auf diesen Plattformen sowie die Einhaltung von Netiquetten relevant. Betrachtet werden soll, wie digitale Forschungsinfrastrukturen mit den dort verfügbaren CMC-Korpora (Computer Mediated Communication) die Entwicklung von Digital Literacy in der Fremdsprachendidaktik befördern können. Der Beitrag geht dabei auf die folgenden Fragen ein: Welche Korpusrecherchetools eröffnen den Zugang zu CMC-Daten? Welche Lehr- und Lernziele können mit Hilfe von CMC-Korpora in der Fremdsprachendidaktik erreicht werden? Welche Potentiale und Anwendungs-szenarien von CMC-Korpora in der Fremdsprachendidaktik können identifiziert werden?In the age of digital transformation, the reflective handling of digital (linguistic) data is a central competence that is only gradually being taken into account in didactic contexts – including foreign language didactics. The European Reference Framework for Digital Competencies of the European Commission offers a framework for assessing and improving so-called digital literacy, divided into five areas of competence. Several of these areas of competence are particularly important for the present contribution: In addition to the handling of information and data from digital platforms, communication and collaboration on these platforms and the compliance with netiquettes are relevant. It will be examined how digital research infrastructures with the respective CMC corpora (Computer Mediated Communication) available there can promote the development of digital literacy in foreign language didactics. The article deals with the following questions: Which corpus research tools provide access to CMC data? Which teaching and learning goals can be achieved with the help of CMC corpora in foreign language didactics? Which potentials and didactic scenarios of CMC corpora in foreign language didactics can be identified