Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Bilderbuch zur Thematisierung und Prävention von Mobbing für die Kindergartenstufe
In der vorliegenden Arbeit werden Grundlagen erarbeitet, um ein Bilderbuch zur Prävention und Thematisierung von Mobbing für den Kindergarten herzustellen. Dafür wird der folgenden Fragestellung nachgegangen: Wie kann anhand von Erkenntnissen aus der Literaturrecherche ein Bilderbuch als eine Möglichkeit zur Thematisierung und Prävention von Mobbing für Kinder im Kindergarten gestaltet werden? Um die Frage zu beantworten, wird eine theoretische Arbeit zu den Themen Mobbing, Mobbingprävention und Bilderbuch geschrieben. Die Themenbereiche werden miteinander verbunden. Des Weiteren werden bereits existierende Kinderbücher zum Thema Mobbing genauer betrachtet. Aus den gewonnenen Erkenntnissen wird ein Bilderbuch für die Kindergartenstufe erstellt. Eine wichtige Bedeutung für die Prävention und Thematisierung von Mobbing kommt den sozialen Kompetenzen zu. Für die Herstellung des Bilderbuches müssen zudem allgemeine Aspekte des Modelllernens berücksichtigt werden, damit aus dem Bilderbuch ein Lerngegenstand wird
Präventive Massnahmen zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen mithilfe eines positiven Klimas
Während ihrer Praktika im Studium zur Primarlehrperson an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, begegnete die Autorin verschiedenen Arten von Umgangsweisen mit Störungen im Unterricht. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, welche der verschiedenen Umgangsarten, die empfehlenswerteste ist. Um dieser Fragestellung nachzugehen, wurde erst die Begrifflichkeit der Unterrichtsstörung geklärt. Durch eine ausführliche Literaturrecherche konnte der Begriff umfassend analysiert werden. Das Verständnis des Begriffs ist fundamental für die vorliegende Arbeit. Weiter wird darauf eingegangen, welche Auswirkungen Präventivmassnahmen auf das Vorkommen von Unterrichtsstörungen haben. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf das Klassen- und Unterrichtsklima geworfen und aufgezeigt, wie diese zur Prävention beitragen können. Diese Arbeit soll (angehende) Lehrpersonen dazu ermutigen, mehr Präventivmassnahmen in ihren Unterricht zu integrieren, um Unterrichtsstörungen zu vermeiden. Der Zusammenhang zum Klassen- und Unterrichtsklima spielt dabei eine wichtige Rolle und wird daher auch als Grundlage thematisiert
Montessori-Lernmaterial | Lernunterstützung im Kindergarten
Abstract Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die folgende Fragestellung: «Welche Lernunter-stützung kann das Montessori-Lernmaterial in Bezug auf die neun entwicklungsorientierten Zugänge aus dem Lehrplan 21 für das Kindergartenkind bieten?» Die Montessori-Pädagogik ist eine Reformpädagogik, die von verschiedensten Autorinnen und Autoren in einer Fülle von Werken thematisiert wurde. Die Montessori-Lernmaterialien sind den Lehrpersonen manchmal bekannt, manchmal aber auch nicht. Nur wenige Lehrper-sonen nutzen die Lernmaterialien in ihrem Unterricht, weil sie das Gefühl haben, damit zu we-nige Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler abdecken zu können. Die vorliegende Ba-chelorarbeit zeigt den Bezug zwischen den Anforderungen der neun entwicklungsorientierten Zugänge des Lehrplans 21 und dem Montessori-Lernmaterial auf. Dabei zeigt diese litera-risch-empirische Untersuchung auf, welche neun entwicklungsorientierten Zugänge aus dem Lehrplan 21 mit dem Montessori-Lernmaterial abgedeckt werden können. Die Ergebnisse zeigen auf, dass sich das Montessori-Lernmaterial als Unterstützung anbietet. In den Berei-chen der Fantasie und Kreativität sowie zeitliche und räumliche Orientierung ist das Montes-sori-Lernmaterial jedoch kaum einsetzbar. Deshalb müssen für diese drei entwicklungsorien-tierten Zugänge Alternativen gesucht werden
Sportmotorische Fähigkeiten von Lehrpersonen zur Förderung der Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler.
Während des Studiums an der Pädagogischen Hochschule in Rorschach erlebte die Autorin des Öfteren Aussagen wie: «ihr habt zu wenig Möglichkeit eure Fertigkeiten auszubauen» oder «ihr werdet nie guten Sportunterricht unterrichten». Die vorliegende Arbeit geht solch harschen Bemerkungen auf den Grund und möchte herausfinden, ob diese Behauptung ein Funke Wahrheit enthalten. Anhand vier Interviews wird versucht einen Zusammenhang zwischen den sportmotorischen Fähigkeiten einer Lehrperson und der Leistungsbereitschaft von Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen. Relevante Aspekte wie «guter Unterricht» oder «Bedeutung von Sport» werden in einzelnen Kapiteln im Theorieteil genauer erläutert. Die Ergebnisse der Interviews ergeben, dass die sportmotorischen Fertigkeiten einer Lehrperson die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler positiv fördern könnten
Der Einfluss des Medienwechsels auf die Darstellung von Drogenabhängigen. Analyse und Vergleich verschiedener medialer Darstellungen der Drogenszenen in Berlin und Zürich
Der Berliner Bahnhof Zoo und der Zürcher Platzspitz erlangten in den 1970er- respektive
1980er-Jahren aufgrund der dort anzutreffenden offenen Drogenszenen traurige Berühmtheit
in Europa. Christiane F. und Michelle Halbheer tragen mit ihren Autobiografien zur Aufarbeitung dieser historischen Zeit bei. Die beiden Frauen stellen in ihren Autobiografien die offenen
Drogenszenen in Berlin und Zürich dar und fokussieren sich dabei besonders auf die betroffenen Drogenabhängigen. Durch die Veröffentlichung der aktuellen Literaturadaptionen Wir
Kinder vom Bahnhof Zoo (2021) und Platzspitzbaby (2020) wurden die Autobiografien einem
Medienwechsel unterzogen.
Bei einem Medienwechsel treten im Vergleich mit dem Ursprungsmedium Kontinuitäten und
Veränderungen auf. Die Autobiografie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo und der gleichnamige
Spielfilm (1981) wurden bereits mehrfach intermedial untersucht wobei sowohl Kontinuitäten
als auch Unterschiede festgestellt werden konnten. Die neue TV-Serie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, die Autobiografie Platzspitzbaby und der gleichnamige Spielfilm wurden bisher noch
nicht so ausführlich untersucht. Um die bestehende Forschungslücke zu schliessen, werden die
Autobiografien Wir Kinder vom Bahnhof Zoo und Platzspitzbaby, sowie die aktuellen audiovisuellen Adaptionen mittels qualitativer Inhaltsanalyse untersucht. Ziel ist es, die Kontinuitäten und Veränderungen, die der Medienwechsel in diesen spezifischen Fällen mit sich gebracht
hat zu ermitteln und darzulegen, wie die Darstellung der Drogenabhängigen sich aufgrund des
Medienwechsels verändert haben. Die Analyse der erwähnten Quellen trägt zur Erweiterung
des Forschungsstandes in der Intermedialitätsforschung bei.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Literaturadaptionen sich hauptsächlich durch die Raffung des
Plots von den autobiografischen Ursprungstexten unterscheiden. Die audiovisuellen Medien
unterliegen einer zeitlichen Begrenzung, was zu besagter Raffung führt. Zudem kann festgestellt werden, dass in den audiovisuellen Medien gewisse Ereignisse respektive Protagonist:innen fiktionalisiert oder weniger extrem dargestellt werden. Die Darstellung des Drogenkonsums weist hingegen eine Kontinuität über alle vier untersuchten Medien hinweg auf. Es können also nebst Veränderungen in der Darstellung der Drogenabhängigen auch Kontinuitäten,
die die Medienwechsel mit sich bringen, festgestellt werden. In dieser Masterarbeit werden die
eben erwähnten Kontinuitäten und Veränderungen ausführlich untersucht und präsentiert
Fussball und seine Fangemeinde. Eine Sprachanalyse von Fanprotesten in Schweizer Fussballstadien
Fussball gehört in der Schweiz zu den meistbeachteten Sportarten, was die Zuschauerzahlen in Stadien und vor dem Fernseher bestätigen. Neben dem Spiel als sportliches Highlight gibt es rund um den Fussball weitere Schauplätze. Diese Masterarbeit befasst sich mit einem dieser Schauplätze. Es werden nämlich 17 Fanproteste der letzten zehn Jahre, welche innerhalb des Stadions durchgeführt wurden, untersucht. Dabei werden zum einen sprachliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf Transparenten der Proteste an unterschiedliche Adressaten festgestellt, und zum andern werden einzelne Proteste mit ihren Unterstützungsmöglichkeiten in Verbindung zur sprachlichen Aussage auf den Transparenten genauer interpretiert. Bei der Untersuchung handelt es sich also um eine sprachliche Inhaltsanalyse dieser 17 Proteste. Diese werden mit Hilfe eines induktiv-deduktiv erstellten Kodiersystems analysiert. Bei der Analyse konnten vier sprachliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Adressaten festgestellt werden. Auffallend sind bei diesen vier Unterschieden, dass es sich um interpretative Unterschiede handelt. Objektive Unterschiede wie die Satzlänge oder die benutzte Sprache, welche klar definiert werden, sind kaum ersichtlich. Dafür werden bei allen Protesten zwölf unterschiedliche Arten von Unterstützungsmassnahmen zum sprachlichen Ausdruck entdeckt. Die fünf auffälligsten Unterstützungsmassnahmen in Verbindung zum geschriebenen Wort auf den Transparenten wurden als Beispiele schliesslich genau dargestellt. Abschliessend eröffnen sich durch die Ergebnisse dieser Analyse weitere offene Fragestellungen, welche zukünftig erforscht werden könnten
Differenzierung in der Nahrungszubereitung. Interventionsstudie mit vier differenzierten Unterrichtseinheiten im Fachbereich WAH
Lehrpersonen sind zunehmend bemüht ihren Unterricht zu differenzieren oder zu individualisieren. Um dies gewinnbringend in den einzelnen Lektionen umzusetzen, berufen sie sich auf
diverse Arten der Differenzierung. Daher ist es notwendig diese verschiedenen Differenzierungsmöglichkeiten sowie auch ihren Einfluss auf die Schüler:innen zu kennen.
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist zu untersuchen, ob oder inwieweit die gezielte Differenzierung in der Nahrungszubereitung einen Einfluss auf die Leistungs- und Lernmotivation
der Lernenden hat. Dafür wird die folgende Fragestellung formuliert: Welchen Einfluss hat differenzierter Unterricht in der Nahrungszubereitung auf die Lern- und Leistungsmotivation der
Schüler:innen der Sek I?
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde innerhalb einer empirischen Untersuchung
eine Interventionsstudie durchgeführt. Dafür wurde eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt. Vor und nach der Intervention füllten die Interventions- und die Kontrollgruppe einen
Fragebogen zu ihrer Lern- und Leistungsmotivation in der Nahrungszubereitung aus. Beide
Gruppen erlebten eine Intervention. Bei der einen Gruppe bestand diese aus den aktiv differenzierten Unterrichtseinheiten in der Nahrungszubereitung, wohingegen bei der anderen
Gruppe kaum differenziert wurde. Da sie eine unterschiedliche Intervention erfuhren, können
sie in der Auswertung miteinander verglichen werden. Die Intervention fand mit zwei Sekundarstufenklassen der zweiten Oberstufe im Kanton St. Gallen statt.
Für die Auswertung der erhobenen Daten wurden t-Tests für unabhängige Stichproben durchgeführt. Die Ergebnisse der Fragebögen zeigen, dass kein Unterschied zwischen der Kontroll- und der Interventionsgruppe zu erkennen ist, da die Werte der Auswertung mehrheitlich nicht
signifikant sind. Die Leistungs- sowie auch die Lernmotivation der beiden Klassen unterscheiden sich nicht erheblich. Trotzdem zeigen beide Gruppen überraschende und spannende Entwicklungen während der Intervention
Das ZRM als sportpsychologische Trainingsform im Nachwuchsunihockeysport. Veränderung der volitionalen Komponenten von Nachwuchsunihockeyspieler:innen anhand des Zürcher Ressourcen Modells
Sportpsychologie trifft auf das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM). Das Ziel dieser Masterarbeit ist
die Veränderung der volitionalen Komponenten anhand einer sportpsychologischen Intervention
mit dem ZRM zu untersuchen. Die Volition ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, ein
Motiv in eine Handlung umzusetzen und kann besonders im Jugendalter gefördert werden. Weiter
soll herausgefunden werden, ob sich das Selbstmanagementtraining des ZRM als
sportpsychologische Trainingsform eignet. Dazu wurden sechs Nachwuchsunihockeyspieler im
Alter von 16 und 17 Jahren als Testgruppe eingesetzt. Die Auswertung fand mittels Mixed Method
statt. Als quantitative Studie wurde ein Fragebogen eingesetzt. Um die subjektiven
Wahrnehmungen der Probanden angemessen zu erfassen, wurden halbstrukturierte Interviews
geführt. Dadurch konnte insgesamt eine Verbesserung der volitionalen Komponenten der
Probanden nachgewiesen werden. Weiter konnte die Anwendbarkeit des ZRM als
sportpsychologische Trainingsform bestätigt werden
Prävention und Intervention von islamistischer Radikalisierung im Klassenzimmer. Theoriebasierter und empiriegestützter Leitfaden für Lehrpersonen
Radikalisierungen und extremistische Vorstellungen lassen sich in allen Religionen finden. Jedoch liegt
aufgrund der verstärkten Medienpräsenz seit den Anschlägen vom 09. September 2001 in den USA
der Fokus vermehrt auf islamistischen Radikalisierungen. Obwohl sich der Einfluss des Islamischen
Staates verringert hat, besteht noch immer eine Bedrohung durch islamistische Anschläge. Auch in
Europa hat sich die Thematik zum Problem entwickelt. Insbesondere in der Adoleszenzphase besteht
ein erhöhtes Risiko für Radikalisierungen, da sich Normen und Wertevorstellungen verändern und
durch Misserfolge noch verstärken können. Deshalb werden der Präventionsarbeit und Früherkennung in der Jugendzeit einen besonderen Stellenwert zugesprochen. Auch der Sicherheitsverbund der
Schweiz hat sich mit der Problematik auseinandergesetzt und 2017 den Nationalen Aktionsplan mit
Eckpunkten zur Prävention und Bekämpfung von Radikalisierungen und Extremismus veröffentlicht.
Lehrpersonen arbeiten täglich mit Jugendlichen zusammen und können somit durch Aufklärung einen
entscheidenden Teil zur Prävention beitragen. Deshalb untersucht die vorliegende Arbeit präventive
und intervenierende Massnahmen, die im Klassenzimmer umgesetzt werden sollen, um mögliche Radikalisierungsprozesse zu verhindern oder abzuwenden. Die Grundlage zur Bearbeitung der Thematik
stellen zwei Studien der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, welche in den Jahren
2015 und 2019 durchgeführt wurden. Diese haben einerseits Motive dschihadistischer Radikalisierungen untersucht und andererseits Empfehlungen für Massnahmen formuliert. Zur Beantwortung der
Fragestellung wird die Design-Based Research Methode angewendet. In einem ersten Schritt erfolgt
die Analyse der Theorie sowie das Ableiten theoriebasierter Massnahmen, anhand welcher bereits
vorhandene Materialien ausgewählter Beratungsstellen für islamistische Radikalisierung untersucht
werden. Darauffolgend entsteht eine erste Version eines Leitfadens für den Umgang mit islamistischer
Radikalisierung für Lehrpersonen. Damit dieser in der Praxis verwendet werden kann, wird der Leitfaden von Lehrerinnen und Lehrern anhand von Interviews beurteilt, was schlussendlich zum Re-Design
des Leitfadens führt.
Aus der Theorieanalyse haben sich unterschiedliche Massnahmen zur Prävention und Intervention
ableiten lassen, die innerhalb eines Kriterienrasters aufgelistet wurden. Letzteres dient der Untersuchung bereits bestehender Materialien von Fachstellen. Diese hat Mängel im Bereich der Präventionsarbeit aufgezeigt, weshalb ein neuer Leitfaden erstellt wurde. Die nachfolgend durchgeführten Experteninterviews haben aussichtsreiche Ergebnisse gebracht. Lehrpersonen sehen die Verwendung des
Leitfadens positiv. Es haben sich nur wenige Verbesserungsvorschläge ergeben, jedoch aber Unsicherheiten zur allgemeinen Thematik und dem Erkennen von islamistischer Radikalisierung gezeigt. Innerhalb des anschliessenden Re-Designs wird der Fokus auf die Änderung konkreter Vorschläge gelegt
und gleichzeitig versucht, den Unsicherheitsfaktor zu reduzieren
Toleranz - zwischen erlauben und wertschätzen. Eine qualitative Inhaltsanalyse der ERG-Lehrmittel des Kantons St. Gallen zum Toleranzbegriff von Rainer Forst
Die Toleranzforderung ist in der Öffentlichkeit, in den Medien und auch in der Politik zu finden. Toleranz wird als Teil des Fundaments für die demokratische Gesellschaft und die Menschenrechte gesehen. Spätestens mit der Unterzeichnung der „Erklärung von Prinzipien der Toleranz“ (UNESCO, 1995) wird die Forderung nach einer Toleranzlehre im Schweizer Staat auch direkt an die Bildung gerichtet. Das Ziel dieser Masterarbeit ist es herauszufinden, wie diese Toleranzforderung in der Bildung anhand des Beispiels der Sekundarstufe 1 im Kanton St. Gallen effektiv umgesetzt wird. Um einen ersten Forschungsansatz in diese Richtung zu bieten, wird die Existenz eines Toleranzkonzeptes in den vorhandenen ERG-Lehrmitteln untersucht. Dazu wird die folgende Forschungsfrage formuliert: ,wie und inwieweit ist der Toleranzbegriff nach Rainer Forst (2020) in den drei relevanten Lehrmitteln für den ERG-Unterricht des Kantons St. Gallen auf der Sekundarstufe 1 zu erkennen?’
Um die Forschungsfrage zu beantworten, ist eine qualitative Inhaltsanalyse der drei Lehrmittel und anschliessend auch des Lehrplans Volksschule durchgeführt worden. Konkret wurden in dieser Analyse die Textbestandteile der Lehrmittel „Blickpunkt 3“, „Schritte ins Leben“ und „Schauplatz Ethik“ auf das Toleranzkonzept von Forst untersucht. Innerhalb dieses Konzeptes wurden die Lehrmittel detailliert auf die vier Konzeptionen Erlaubnis, Koexistenz, Respekt und Wertschätzung analysiert. Die Auswertung der qualitativen Studie sowie der quantitativen Weiterverarbeitung der Ergebnisse hat gezeigt, dass das Toleranzkonzept von Forst in den Lehrmitteln zu finden ist. Alle vier Konzeptionen konnten unterschiedlich stark nachgewiesen werden. Es ist zu erkennen, dass die Erlaubnis-Konzeption am häufigsten identifiziert wurde, während die Koexistenz- Konzeption im Rahmen dieser Arbeit kaum nachzuweisen war. Auch mit Blick auf die Lehrmittel sind Unterschiede festzustellen. Insbesondere die beiden Lehrmittel „Schritte ins Leben“ und „Blickpunkt 3“ weisen mehrere Fundstellen der vier Konzeptionen auf. Im Lehrmittel „Schauplatz Ethik“ hingegen wurden kaum Fundstellen identifiziert. Die Analyse des Lehrplans Volksschule hat gezeigt, dass das Toleranzkonzept darin mehrfach enthalten ist. Die einzelnen Toleranzkonzeptionen wiederum konnten darin nur mit einer geringsten Häufigkeit identifiziert werden. Weiterführende Forschung im Bereich Toleranzbildung könnte sich auf die Umsetzung der gefundenen Konzeptionen im Unterricht fokussieren