Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Umgang mit deutschen Sprachvarietäten im Unterricht an Ostschweizer Sekundarschulen
Seit Jahrhunderten ist die sprachliche Situation in der Deutschschweiz weltweit einzigartig und wird als Diglossie beschrieben. Die beiden Sprachvarietäten Standardsprache und Mundart haben beide ihre begründete und fundierte Existenz im deutschschweizerischen Alltag. Die Standardsprache wird vor allem schriftlich und in formalen Situationen verwendet, zum Beispiel in Nachrichtensendungen oder in der täglichen Zeitung. Die schweizerdeutsche Mundart hingegen ist im mündlichen Kontext weit verbreitet, beispielsweise im alltäglichen Gespräch mit Freund:innen oder Arbeitskolleg:innen. Gemeinsam mit der schweizweiten Schulpflicht wurde im 19. Jahrhundert die Standardsprache als offizielle Schulsprache festgelegt. Obwohl die Regelungen zur Schulsprache klar formuliert sind, ist deren konsequente Umsetzung strittig und führt zu Debatten sowie unterschiedlichen Praktiken unter Lehrpersonen. Die vorliegende Masterarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wann welche Varietät im schulischen Kontext verwendet wird und wie Lehrpersonen dies begründen. Ziel ist es, aus diesen Aussagen Überzeugungen von Lehrpersonen herauszufiltern. Hierzu werden problemzentrierte Interviews mit sechs Lehrpersonen aus der Ostschweiz durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet
Motivation im Sportunterricht
Motivation im Sportunterricht Zusammenfassung Masterarbeit PHSG Seite I Vanessa Habegger Zusammenfassung Wie würde eine Welt ohne Bewegung aussehen? Sie käme unweigerlich zum Stillstand. Tief im Innern der Menschen ist ein Drang zur Bewegung verankert, der sie immer wieder antreibt, Neues zu entdecken und in Angriff zu nehmen. Es ist eine Motivation, die von Innen kommt, uns wieder Aufstehen lässt, wenn wir fallen und uns animiert, dranzubleiben. Doch dieser Bewegungsdrang ist nicht in allen Phasen des Lebens gleich stark ausgeprägt. Es gilt, ihn zu umsorgen und zu bewahren. Wie ein Feuer, welches fortlaufend neues Brennholz benötigt, brauchen auch wir Menschen eine Umgebung, welche uns immer wieder neu entfachen und begeistern lässt. Im Sportunterricht soll eine solche Umgebung durch den gezielten Einsatz einer optimalen Sportvermittlungsmethode erzielt werden. Doch wie soll diese aussehen? Und gibt es die ultimative und einzig richtige Vermittlungsmethode? Diese Masterarbeit vergleicht den traditionellen technikorientierten Ansatz der Übungsmethode mit der taktischen Methode des Teaching Games for Understanding (kurz TGfU) in Form einer vierwöchigen Interventionsstudie. Geprägt wurde die Studie durch die Hauptfragestellung: Inwiefern bestehen Unterschiede zwischen der Spielvermittlungsmethode TGfU und der Übungsmethode bezüglich der Motivation von Schülerinnen der Oberstufe Sek I im Spiel Basketball? Die Stichprobe, welche aus Schülerinnen der zweiten Oberstufe bestand, wurde dazu in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde vier Doppelstunden mit der TGfU-Methode unterrichtet, wobei die andere Gruppe mit der Übungsmethode als Kontrollgruppe diente. So hat sich gezeigt, dass das Interesse, welches als Teil der intrinsischen Motivation gilt, für die Sportart Basketball durch die TGfU-Methode zwischen den beiden Messzeitpunkten t1 und t2 signifikant erhöht werden konnte. Ausserdem haben sich höchst signifikante positive Korrelationen zwischen den drei Grundbedürfnissen der Kompetenzunterstützung, der sozialen Eingebundenheit sowie der Autonomieunterstützung und der intrinsischen Motivation ergeben
Mobbing – Präventionsstrategien für die Primarschulen der 4. bis 6. Klasse
Das Schulsystem verfolgt das Ziel, den Schülerinnen und Schülern das Thema Mobbing näherzubringen und sie mit den Folgen zu konfrontieren. Diese Angelegenheit erfährt hohe Priorität, da die Schweiz europaweit, im Hinblick auf Mobbingangriffe, den ersten Platz belegt. Aus diesem Grund befasst sich die vorliegende Bachelorarbeit mit der Erforschung und Darlegung, welche Mobbing – Präventionsstrategien im Jahr 2023 für die Primarstufe der vierten bis sechsten Klasse bereits bekannt sind und auch angewendet werden. Aufgrund fehlender Analysen zu diesem Thema führt die Verfasserin zur Bearbeitung der Forschungsfrage eine bedeutende Expertenbefragung durch und wertet sie mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Roos und Leutwyler aus. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass alle befragten Personen verschiedene Kenntnisse haben sowie diverse Präventionsstrategien kennen und anwenden
Sprachbewusstsein und Mehrsprachigkeit im WAH-Unterricht – Gestaltung von Aufgaben zur Thematisierung der Herkunftssprachen der Lernenden
Die Integration von Herkunftssprachen in den Unterricht stellt eine Herausforderung dar, da Lernende ihre Mehrsprachigkeit in der Schule selten nutzen können. Dennoch wirkt sich die Förderung der Herkunftssprachen positiv auf verschiedene Aspekte aus.
Die Arbeit untersucht, wie Aufgaben entwickelt und durchgeführt werden können, um das Bewusstsein für Mehrsprachigkeit zu fördern und Herkunftssprachen aktiv einzubeziehen. Mithilfe eines Fragebogens werden Motivation, Interesse und Einstellungen der Lernenden nach der Durchführung von Aufgaben im WAH-Unterricht erfasst, die auch auf andere Fächer übertragbar sind. Ziel ist es, das Sprachbewusstsein zu stärken und interkulturelle Kompetenzen zu fördern.
Die Ergebnisse geben Einblicke in die Einstellungen der Schüler:innen zur Mehrsprachigkeit und beleuchten Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung mehrsprachiger Aufgaben. Theoretische Grundlagen und Arbeitsergebnisse zeigen, dass Mehrsprachigkeit und Herkunftssprachen im schulischen Kontext oft vernachlässigt werden. Die entwickelten Aufgaben dienen als Grundlage für praxisnahe Empfehlungen zur Förderung von Mehrsprachigkeit in der Schule
Religiöses Fasten und WAH-Unterricht
Die zunehmende religiöse und kulturelle Vielfalt in der Schweiz stellt das Bildungssystem und insbesondere Lehrpersonen vor neue Herausforderungen. Im Unterrichtsfach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH) ist der Umgang mit fastenden Schülerinnen und Schülern ein besonders komplexes Thema, da religiöse Praktiken, wie das Fasten im islamischen und serbisch-orthodoxen Glauben, oft auf Missverständnisse stossen. Diese Masterarbeit untersucht daher, wie WAH-Lehrpersonen eine inklusive und respektvolle Lernumgebung schaffen können, die den Bedürfnissen fastender Schülerinnen und Schüler gerecht wird, ohne den Bildungsauftrag zu beeinträchtigen.
Das Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines theoriebasierten und empirisch fundierten Leitfadens, der Lehrpersonen konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit fastenden Jugendlichen bietet. Grundlage dafür sind qualitative Interviews mit ehemaligen Lernenden, die im Rahmen des Design-Based Research-Ansatzes durchgeführt werden. Die Interviews beleuchten die individuellen Erfahrungen, Herausforderungen und Wünsche der betroffenen Jugendlichen im WAH-Unterricht und zeigen, wie kulturelle und religiöse Praktiken in den Schulalltag integriert werden können.
Der entwickelte Leitfaden bietet Lehrpersonen detaillierte Einblicke in die spezifischen Fastenpraktiken des Islams (Ramadan) und der serbisch-orthodoxen Kirche (Grosse Fastenzeit) und gibt praxisnahe Empfehlungen für den Unterricht. Dazu gehören konkrete Anpassungen, sowie Alternativprogramme oder eine Checkliste, um die Bedürfnisse der Fastenden gezielt zu berücksichtigen, ohne den regulären Unterrichtsablauf zu stören. Zusätzlich wird die Bedeutung einer angemessenen Kommunikationsstrategie hervorgehoben, um das Thema Fasten im Klassenverband respektvoll und einfühlsam zu behandeln
Positive Psychologie für die Identitätsbildung in der Emerging Adulthood
Das Ziel dieser Masterarbeit ist das Identifizieren positiv-psychologischer Dimensionen, welche die Identitätsbildung während der Emerging Adulthood unterstützen können. Hierfür wurden vier psychi- sche Ressourcen definiert, die den Explorationsprozess der Identitätsbildung positiv beeinflussen kön- nen: Selbstwert, Resilienz, Selbstüberwachung und Offenheit. Zur Untersuchung wurden drei Werke der Positiven Psychologie ausgewählt, die jeweils eine Vielzahl positiver-psychologischer Dimensionen präsentieren.
Die Forschungsfrage lautet: Welche Dimensionen der Positiven Psychologie können die vier psychischen Ressourcen, die zur Identitätsbildung beitragen, während der Emerging Adulthood unterstützen? Trotz vorhandener Forschung zu positiv-psychologischen Interventionen für Jugendliche fehlt eine um- fassende Darstellung der spezifischen Verbindungen zur Identitätsbildung. Diese Arbeit zielt darauf ab, diese Lücke zu schliessen, indem sie gezielt positiv-psychologische Dimensionen identifiziert, die die Identitätsbildung in der Emerging Adulthood unterstützen können.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden zwei Analysen durchgeführt: zunächst eine inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse der drei ausgewählten Bücher, um relevante Dimensionen und deren Verbindung zur Identitätsbildung zu identifizieren. Im Anschluss wurde eine evaluativ qualitative In- haltsanalyse mit den ermittelten Dimensionen vorgenommen. Dabei wurden die von den Autor:innen genannten Studien herangezogen, um zu prüfen, ob die postulierten Verbindungen zwischen Dimen- sionen und psychischen Ressourcen empirisch belegbar sind. Auf dieser Basis wurde ein zweistufiges Evidenz-Rating entwickelt, das Verbindungen in die Kategorien Evidenz-Level 1 und 2 einstuft. Die Er- gebnisse wurden im Anschluss detailliert sowie in einer übersichtlichen Darstellung zusammengefasst.
Die Analysen ergaben insgesamt 18 Verbindungen zwischen Dimensionen und den psychischen Res- sourcen, wobei sich sieben Dimensionen mehrfach wiederfanden. Insgesamt wurden 11 Dimensionen der Positiven Psychologie identifiziert, die gemäss den Autor:innen die Identitätsbildung unterstützen können. Die zweite Analyse zeigte, dass fünf der postulierten Verbindungen durch Studien gestützt werden, während für die anderen 13 Verbindungen entweder keine zugänglichen Quellen oder keine konkreten Informationen zur Verifizierung vorlagen
Situationsdidaktische Ansätze am Berufs und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe St. Gallen (BZGS) nutzen
Situationsdidaktische Ansätze haben sich in den Bildungsplänen von vielen Berufen etabliert. Doch es reicht nicht, dass die situationsdidaktischen Ansätze in den Bildungsplänen stehen. Sie müssen von den Lehrpersonen an den Berufsfachschulen umgesetzt werden. An den Berufsfachschulen steht der Aufbau von handlungsleitenden Kenntnissen und der Transfer im Vordergrund. Am Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in St. Gallen werden Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit ausgebildet. Das pädagogische Konzept hinter der Ausbildung ist das Kompetenzen-Ressourcen-Modell. Dieses Modell beruht auf situationsdidaktischen Ansätzen. Die Autorin untersucht, inwiefern die situationsdidaktischen Ansätze genutzt werden können. Dies führt zur untenstehenden Fragestellung. Fragestellung: Wie können Lehrpersonen von Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit am BZGS situationsdidaktische Ansätze nutzen, um den Aufbau der handlungsleitenden Kenntnisse und den Transfer zu unterstützen
Welche Massnahmen zur Förderung der Lernmotivation von Au-tomatiklernenden, können von Lehrpersonen im Berufskundeun-terricht gewählt werden?
Der Text beschreibt die wachsende Komplexität der Welt durch Globalisierung und die tägliche Informationsflut, die vor allem Jugendliche der Generation Z herausfordert. Während Erwachsene dank Erfahrung besser mit dieser Flut umgehen können, stehen Jugendliche vor der schwierigen Aufgabe, sich selbst zu finden und gleichzeitig standhaft zu bleiben. Eltern und Schulen tragen laut dem Autor die Verantwortung, junge Menschen auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung fachlicher Kompetenzen, sondern vor allem um die Förderung persönlicher und sozialer Fähigkeiten, damit Jugendliche lernen, sich selbst zu akzeptieren. Diese Selbstakzeptanz ist laut Rogers (1961) der Schlüssel zur inneren Entwicklung und zu stimmigen Entscheidungen, beispielsweise in der Berufswahl
Handlungskompetenzorientierter Unterricht bei Lernenden Fachfrauen / Fachmänner Gesundheit (FaGe) am BfGS
Die vorliegende Arbeit untersucht den handlungskompetenzorientierten Unterricht bei Lernenden der Fachrichtung Gesundheit (FaGe) am Bildungszentrum für Gesundheit und Soziales (BfGS). Der theoretische Rahmen stützt sich auf berufspädagogische Theorien und Modelle und fokussiert sich dabei auf die Handlungs- und Kompetenzorientierung. Ziel der Untersuchung ist es, zu ermitteln, wie der aktuelle Unterricht von den Lernenden erlebt wird und welche Massnahmen zur Förderung der Handlungskompetenzen beitragen können. Fragestellung: Wie wird der handlungskompetenzorientierte Unterricht am BfGS bei FaGe Lernenden aktuell erlebt und welche Ansätze tragen zur weiteren Förderung und Umsetzung der Handlungskompetenzen bei? Methode: Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie einer standardisierten quantitativen Befragung der Lernenden im zweiten und dritten Lehrjahr mittels eines schriftlichen online Fragebogens. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Lernenden den Berufskundeunterricht als praxisnah erleben und sich gut auf ihren Beruf vorbereitet fühlen. Allerdings bestehen Optimierungspotenziale hinsichtlich der Differenzierung von Aufgaben, der Qualität des Feedbacks sowie der Beratungsrolle der Lehrperson. Fazit: Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit, den Praxisbezug des Unterrichts zu erweitern, differenziertes Feedback zu stärken und die unterstützende Lehrerrolle auszubauen. Diese Massnahmen sollen die Handlungskompetenzen der Lernenden weiter fördern und die Unterrichtsqualität langfristig verbessern
Förderung des Klassenklimas in integrativen Primarschulklassen mit hohem Heterogenitätsgrad
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem Klassenklima in integrativen Klassen mit hohem Heterogenitätsgrad. Ein gutes Klassenklima bringt viele Vorteile mit sich. Dennoch ist es nicht immer leicht, dieses mehrdimensionale Konstrukt zu verstehen und gar zu fördern. Gerade in integrativen Klassen, die in der Schweiz an der Tagesordnung sind, ist das Klassenklima von besonderer Bedeutung. Die unterschiedlichen Schüler:innen erhöhen den Heterogenitätsgrad, was sich negativ auf das Klassenklima auswirken kann. Ein negatives Klassenklima kann, gerade bei integrativen Klassen, sehr stark ins Gewicht fallen. Soziale Beziehungen zwischen Schüler:innen mit und ohne besonderem Bildungsbedarf sind sozialen Konflikten, Verhaltensauffälligkeiten oder Demotivation konfrontiert und sind oftmals überfordert. Durch diese Arbeit soll für Lehrpersonen, die ihre Klasse in der Beschreibung wiedererkennen, eine Abhilfe geschaffen werden. In einer Broschüre werden Spiele, Übungen und Rituale zusammengefasst, die auf eine heterogene Klasse abgestimmt sind und das integrative Klassenklima fördern können