Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Fear of Missing Out. Selbstwahrnehmung von Jugendlichen bezüglich der Fear of Missing Out
Eine Welt ohne Social Media ist heutzutage beinahe unvorstellbar. Permanenter Zugang zu Social Media gilt deshalb als völlig normal. Nachrichten abrufen, liken, Bilder posten oder Videos anschauen sind Aktivitäten, welche dabei besonders häufig ausgeführt werden. Die sozialen Medien verleihen uns die Möglichkeit, stets erreichbar zu sein und uns ständig in Verbindung mit anderen zu setzen. Doch negative Aspekte oder Gefahren verbergen sich auch hinter diesen Plattformen. Eine dieser Gefahren nennt sich Fear of Missing Out (abgekürzt FoMO), also die Angst etwas zu verpassen. Dieses Phänomen hat sich allerdings nicht erst mit dem Aufkommen der sozialen Medien etabliert. In diversen Arbeiten wurden verschiedene Symptome auf ihre Verbindung mit diesem Phänomen untersucht. Diese Art der sozialen Angst kann beispielsweise durch verschiedene Symptome, wie die Omnipräsenz des Smartphones, ein grosses Ablenkungspotenzial oder den Drang stets für Freunde erreichbar zu sein, erkannt werden. Weiter gibt es unterschiedliche Studien, welche sich mit den potenziell gefährdeten Personengruppen beschäftigen. Dabei ist auffällig, dass besonders jüngere Menschen vermehrt von dieser Angst betroffen sind. Allerdings wird bei keiner in dieser Arbeit betrachteten Studien auf die Selbstwahrnehmung der Probandinnen und Probanden eingegangen, denn die Einteilung, ob jemand an dieser Angst leidet oder auch nicht, erfolgte immer aufgrund von verschiedenen Tests. Der Weiteren wurden kaum Resultate darüber protokolliert, wie die Probandinnen und Probanden sich und ihren Social Media Konsum einschätzten.
Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, eben diese Lücke zu schliessen und daher die Selbstwahrnehmung von Jugendlichen bezüglich der Fear of Missing Out zu dokumentieren. Dafür wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, welche einen Fragebogen in Kombination mit halbstandardisierten Leitfadeninterviews mit sechs Oberstufenschülerinnen und -schüler beinhaltete. Der Fragebogen, welcher als Selbsttest zur Erfassung des Phänomens Fear of Missing Out darstellte, diente dabei lediglich zur Auswahl der Interviewpartner und -partnerinnen, also um die für diese Arbeit interessanten Jugendlichen heraus zu sortieren. In den Interviews wurde der Fokus auf die Selbstwahrnehmung der Jugendlichen bezüglich ihres Social Media Konsums und der Fear of Missing Out gelegt. Diese Interviews wurden anschliessend anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
Die empirische Untersuchung zeigte, dass sich Jugendliche durchaus kritisch zu ihrem Social Media Konsum äussern. Auch die persönliche Einschätzung, ob die jeweiligen Jugendlichen an diesem Phänomen Fear of Missing Out leiden, stimmt fast immer mit dem Fragebogen überein. Allerdings ist durch die Interviews ersichtlich, dass die Selbstwahrnehmung aller Probandinnen und Probanden grundsätzlich sehr unterschiedlich ist und die sozialen Medien von allen unterschiedlich wahrgenommen werden. Deshalb schätzen diese Probandinnen und Probanden ihren Konsum vergleichsweise auch differenziert ein
Talentschulen Musik. Sind Musiktalente schulisch besser als ihre Klassenkameradinnen und Klassenkameraden und machen sie anschliessend eine musikalische Ausbildung?
Musik-Talentschülerinnen und Musik-Talentschüler des Kantons St. Gallen besuchen an einer der sechs Talentschulen die Regelklasse. Sie erhalten wöchentlich fünf bis sechs Stunden Musikunterricht, um ihre Begabung in individuellen und gemeinsamen Lektionen zu fördern. Dabei erhalten sie Instrumentalunterricht auf zwei Instrumenten. Die restlichen Lektionen werden für den gemeinsamen Musikunterricht eingesetzt. Mentorinnen und Mentoren unterstützen die Lernenden in der Planung und dem Aufarbeiten des verpassten Lernstoffes. Sie sind zudem bedeutend für die Koordination zwischen der Volks- und Musikschule (Amt für Volks-schule, 2011).
Bereits vor der Jahrtausendwende haben erste internationale Studien den positiven Einfluss von zusätzlichem Musikunterricht auf schulische Leistungen und Persönlichkeitsmerkmale bewiesen (z.B. Gardiner, Fox, Knowles & Jeffrey, 1996). Zusätzlicher Musikunterricht hat auch gemäss verschiedener Schweizer Studien keine negativen Folgen auf die schulischen Leistungen und stärkt gleichzeitig die sozialen und personalen Kompetenzen der Lernenden (z.B. Bastian, 2000). In Bezug auf die berufliche Entwicklung von musikalisch begabten Jugendlichen haben Studien einen hohen Anteil an musikbezogenen Berufswünschen und Erstausbildungen festgestellt (z.B. Lorek, 2000). Im Widerspruch dazu steht jedoch die Aussage des Amtes für Volksschule (2011, S. 11), welche von einer geringen Anzahl musikalischer Ausbildungen ausgeht.
Das Ziel dieser Arbeit war es, die schulischen Leistungen und Leistungsentwicklungen der Musiktalente (n = 18) mit ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden ohne Talentstatus als Kontrollgruppe (n = 57) zu vergleichen. Dabei wurden Orientierungstests des Lern- und Fördersystems der Kantone St. Gallen und Zürich für die schulische Leistungsüberprüfungen zu zwei Messzeitpunkten eingesetzt (Lehrmittelverlag St. Gallen, 2018a). Als Stichprobe wurden vier Talentklassen des Kantons St. Gallen ausgewählt. Dabei wurde die Leistung aller Teilnehmenden in den Fachbereichen Deutsch und Mathematik überprüft. Diese Untersuchung wurde nach einem halben Jahr wiederholt, um die Leistungsentwicklung der Talentgruppe mit denjenigen der Kontrollgruppe zu vergleichen. Des Weiteren wurde die berufliche Entwicklung der Absolventinnen und Absolventen (n = 53) nach der Talentschule untersucht. Dies geschah mittels eines Online-Fragebogens. Ausserdem machten die ehemaligen Musiktalente eine Einschätzung zum Nutzen des Talentschulangebotes.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Talentschülerinnen und Talentschüler während beider Messzeitpunkte bessere Leistungen erzielten. Im Fachbereich Deutsch waren die Talente in beiden Erhebungen signifikant besser, in Mathematik nur zum Zeitpunkt T2. Zudem waren zwischen den beiden Gruppen Leistungsunterschiede vom Zeitpunkt T1 zu T2 festzustellen. Eine einmalige dritte Erhebung im Fachbereich Mathematik zeigte grosse Leistungsunterschiede zwischen beiden Gruppen. Zu beiden Messzeitpunkten wurden bedeutsame Korrelationen zwischen Musiktalenten und ihrer sozialen Herkunft abgeleitet. Ein Drittel aller ehemaligen Musiktalente entschied sich für eine musikalische Ausbildung nach der Talentschule. Darunter sind viele Ausbildungen auf gymnasialer Stufe. Ungefähr die Hälfte aller Absolventinnen und Absolventen haben in fünf Jahren ein Berufsziel mit musikalischen Tätigkeiten. Das Angebot der Talentschulen wird als gut eingeschätzt und zeigt deren Unterstützung in den Begabungen der Musiktalente auf. Trotzdem ist der Besuch einer Talentschule nicht das entscheidende Kriterium für die anschliessende Berufswahl.
Die Resultate der vorliegenden Arbeit decken sich mit einigen Studien des aktuellen Forschungsstands. Die vier Unterfragestellungen der Arbeit wurden mehrheitlich bestätigt. Die Erkenntnisse zeigen eine neue Sichtweise auf, die an schweizerischen Talentschulen noch nicht untersucht wurde. Trotz quantitativ weniger Unterrichtslektionen aufgrund der Dispensationen für die Musiklektionen zeigten die Musiktalente in den Fachbereichen Deutsch und Mathematik bessere Leistungen. Die Leistungsentwicklungen der Talente sind stärker, je länger die Zeitspanne zwischen den Erhebungen ist. Der Anteil an Erstausbildungen im Bereich Musik und Berufszielen mit musikalischen Tätigkeiten liegt deutlich über dem Durchschnitt der Schweizer Jugendlichen. Diese Arbeit kann als Grundlage für weitere Studien im Bereich der schulischen und beruflichen Entwicklungen von Musiktalenten verwendet werden
Untersuchung der südöstlichen Verbreitungsgrenze des Springfrosches Rana dalmatina FITZINGER in BONAPARTE, 1838 im westlichen Bodenseeraum
Amphibienobjekte entlang der südöstlichen Verbreitungsgrenze des Verbreitungsareals von Rana dalmatina im südwestlichen Bodenseeraum wurden mittels nächtlicher Suche mit der Taschenlampe kartiert und mit den Daten von LIPPUNER & Rohrbach (2009) abgeglichen. Im Raum Stein am Rhein bis Ramsen konnten einige neue Rana dalmatina-Objekte belegt werden, welche als neue Ausbreitung diskutiert werden. Im Gebiet um den Golfplatz Goldenberg kamen ebenfalls neue Gebiete hinzu, welche als übersehene Populationen diskutiert werden. In den übrigen Gebieten stimmen die neuen Daten ziemlich genau mit jenen von LIPPUNER & ROHRBACH (2009) überein. Weiter wurden unbelegte Meldungen aus dem Thurgau ausserhalb des bekannten Verbreitungsareals überprüft. Eine Präsenz im Raum Lengwil TG konnte nicht bestätigt werden. Neue E-DNA-Funde von Andreas HAFNER (2018), welche eine Präsenz im Raum Lengwil und Biessenhofen belegen, werden diskutiert. Die Arealgrenzen des Gebietes im Raum Lengwil und Biessenhofen wird klimatisch und bezüglich der Gewässerdichte diskutiert. Die vorliegende Literatur wurde sorgfältig aufgearbeitet und vier Funde von 1892 von STOLL (1892b) aus Elgg und Küsnacht ZH wurden überprüft, wobei nur zwei gefunden wurden. Diese werden als fehlbestimmte Rana temporaria diskutiert. Zwei weitere im Senckenberger Museum aufbewahrte Exemplare von STOLL aus demselben Jahr stammen von Melchsee Unterwalden und sind ebenfalls Rana temporaria zuzuordnen. Neue Herpesfunde (MEIER & SCHMIDT unveröffentlicht 2018) in dem Areal werden dokumentiert und als problematisch diskutiert
Lehrmittel 2
Der Lehrplan 21 fordert immer mehr Kompetenzorientierung (vgl. Lehrplan 21, 2019). Somit werden Handlungen im Unterricht immer wichtiger. Dabei sollen neben der eigentlichen Aufgabe auch andere Kompetenzen trainiert werden. Die Aufgaben sollten so gestaltet sein, dass sie ein eigenständiges Arbeiten ermöglichen und bei den Schülern die intrinsische Motivation geweckt wird (vgl. Hartinger, Grygier, Tretter & Ziegler, 2013; Meyer, Klingenberg & Wilde, 2015).
Im Biologieunterricht sind solche Handlungen eng mit dem Einsatz von lebendigen Tieren und Pflanzen verbunden, da diese als einziges eine Primärerfahrung bieten (vgl. Klingenberg, 2014). Die Primärerfahrung umschreibt den direkten Kontakt mit dem Objekt, das als Lerngegenstand gilt (vgl. Klingenberg, 2014).
Der Einsatz von Tieren im Unterricht bietet aber nicht nur einen Mehrwert als Primärerfahrung sondern sorgt für eine erhöhte Aufmerksamkeit und somit für eine erhöhte Eigenaktivität, auch steigern sie die Motivation, das Interesse und positive Emotionen. Allgemein fördert ihr Einsatz ein individuelles, empathisches, situatives, aktives und emotionales Lernen. Tiere im Unterricht bieten die Möglichkeit, überfachliche Kompetenzen zu erlernen oder zu verbessern, unter anderem Verantwortungsbewusstsein oder den Respekt für das Leben zu entwickeln (vgl. Riess, Wirtz, Barzel & Schulz (Hrsg.), 2012; Meyer, Klingenberg & Wilde, 2015; Wüthrich, 2017; Meyer, Balster, Birkhölzer & Wilde, 2011; NSTA (Hrsg.), 2008; uvm.).
In diesem Zusammenhang wurden die Leitfragen „Welche Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass sich eine Lehrperson für oder gegen den Einsatz von lebenden Tieren im Unterricht entscheidet?“ und „Welche Einsatzbereiche von lebenden Tieren im Unterricht sehen Lehrpersonen als Mehrwert an?“ entwickelt. Die zehn halbstandardisierten Leitfadeninterviews mit Lehrpersonen zeigen, dass für Lehrpersonen die Steigerung der überfachlichen Kompetenzen, wie oben anhand der Literatur beschreiben, als grösster Mehrwert gilt, wie sieben der befragten Personen angaben. Ebenfalls finden je sieben befragte Lehrpersonen, dass durch den Einsatz von Tieren das Interesse, die Emotionen und die Motivation positiv beeinflusst werden. Diese Wahrnehmung der befragten Lehrpersonen deckt sich mit den erwähnten Pluspunkten aus der Literatur. In den Interviews gaben neun von zehn Lehrpersonen an, dass die ethische Grundhaltung der Lehrperson bzw. die Einhaltung des Tierschutzes eine zentrale Rolle spielt. Sofern diese gegeben sei, stünde der Tierhaltung nichts im Wege. Weiter müsse man sich aber bewusst sein, dass man sich auch in den Schulferien um das Tier kümmern und das entsprechend organisieren müsse. Sieben Lehrpersonen merkten an, dass die Sicherheit für das Tier und für die Schüler wichtig sei und nicht gefährdet werden dürfe. Sieben Lehrpersonen bemerkten, dass die Haltung an sich, also das Beschaffen von Futter, der Platzverbrauch durch das Tier, die Kosten usw. einen erheblichen Mehraufwand zum Unterricht darstellen. Einige kritische Stimmen gab es im Bezug auf den Zusammenhang mit dem Lehrplan 21. Lehrpersonen, welche Tiere im Unterricht einsetzen, sehen aber ganz klar eine Verknüpfung mit dem Lehrplan.
Diese Verknüpfung wurde in einem nächsten Schritt genau untersucht. Vor allem die Kompetenz NT9: ‚Ökosysteme erkunden’ bietet die Möglichkeit, Tiere im Unterricht einzubetten. Ebenfalls wird der Kontakt mit Tieren in der überfachlichen Kompetenz Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgegriffen. In diesem Zusammenhang wurde eine Unterrichtseinheit entwickelt. Zwei Testklassen absolvierten die Unterrichtseinheit mit lebendigen Tieren, die Kontrollklasse ohne diese.
Für die Unterrichtseinheit wurde die dritte und letzte Fragestellung „Inwiefern bewirkt der exemplarische Einsatz von Australischen Gespensterschrecken, Malaiischen Riesengespenstschrecken und Annam-Stabheuschrecken im Biologieunterricht auf der Oberstufe eine Veränderung der emotionalen Bindung und Haltung der Schülerinnen und Schüler gegenüber diesen Tierarten?“ konzipiert. Vor der Einheit füllten die Schüler einen Prä-Test aus, danach einen identischen Post-Test, welche die emotionale Befindlichkeit gegenüber Insekten und die Motivation festhalten sollten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit mit Tieren zu einer signifikanten Steigerung der emotionalen Bindung und Haltung der Schüler gegenüber Insekten geführt hat. Auch die Kontrollklasse zeigte signifikante positive Veränderungen, was zur Schlussfolgerung führt, dass die Thematik an sich als positiv wahrgenommen wird.
Die vorliegenden Ergebnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass der Einsatz von lebenden Tieren im Unterricht einerseits zwar mit einem organisatorischen Mehraufwand verbunden ist, andererseits aber sehr viele Vorteile bringt. Diese sind sowohl im fachlichen, als auch im sozialen und überfachlichen Bereich anzusiedeln
Mit Emil und Emilia durch die Medienwelt
Digitale Medien wie das Tablet oder Smartphone sind heutzutage meist schon vor Eintritt in den Kindergarten ein fester Bestandteil der kindlichen Lebenswelt. Dadurch werden zunehmend mehr Medienkompetenzen benötigt. Diese sind auch im Lehrplan Volksschule im Bereich Medien und Informatik sowohl für die Volksschule als auch für den Kindergarten definiert. Für das Arbeiten an Medienkompetenzen ist der Umgang mit digitalen Medien, vor allem dem Tablet, oft unumgänglich.
Die vorliegende Bachelorarbeit geht der Frage nach, wie digitale Medien im Kindergarten stufengerecht und sinnvoll eingesetzt werden können. Ziel dabei ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie im Kindergartenalltag altersgemäss mit dem Tablet gearbeitet werden kann, damit die Kinder möglichst viel mit aber auch über digitale Medien lernen können.
Dazu werden im theoretischen Teil zunächst Merkmale und Ziele der Medienerziehung im Kindergarten aufgezeigt, die stufengerechten Lernformen, so-wie die diesbezüglichen Lehrplankompetenzen analysiert. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse wird dann im praktischen Teil ein Bilderbuch mit passenden Führungsfiguren entwickelt und hergestellt.
Es stellt sich heraus, dass für die stufengerechte Nutzung digitaler Medien vor allem die Entwicklungsorientierung, das Identifikationslernen und die handelnde Auseinandersetzung entscheidend sind. Zudem sollte der Aufbau medialer Kompetenzen in den frühkindlichen Lernformen, wie beispielsweise Lernen im Spiel, erfolgen. Das im Produktteil entstandene Bilderbuch berück-sichtigt alle gemachten Erkenntnisse und eignet sich somit optimal zur stufengerechten Vermittlung der geforderten Medienkompetenzen
Wachsmalblöcke und Wachsmalstifte im Schriftspracherwerb
Unsere Handschrift ist nicht nur ein Aneinanderreihen von gelernten Buchstaben zur Kommunikation mit anderen. Sie zeigt, wer wir sind und was uns wichtig ist. Sie ist auch Teil unseres persönlichen Ausdrucks und Abdrucks in der Welt. Entgegen früherer Sichtweisen, ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass Handschrift schreiben lernen nicht nur heisst gegebene Formen korrekt wiederzugeben, bis sie verinnerlicht sind. Handschrift schreiben lernen heisst eigene Lösungen finden. Vielfältige Experimentierangebote mit der Schrift erhöhen daher den Erfolg auf dem Weg zur individuellen schriftlichen Spur in der Welt, der persönlichen Handschrift.
In der Waldorfpädagogik, der ältesten und weltweit am meisten verbreiteten Reformpädagogik unserer Zeit, werden fast flächendeckend von der Spielgruppe bis hin zur 2. Klasse ausschliesslich Wachsmalblöcke und -stifte für das Malen und Schreiben verwandt. Eine Vorgehensweise, die so sehr anders ist, als die gängige Praxis an öffentlichen Schulen, dass sie eine genauere Untersuchung verdient. Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit dem Schriftspracherwerb an Rudolf Steiner Schulen, auch Waldorfschulen genannt, und im Besonderen hier der Verwendung von Wachsmalblöckchen und -stiften im Schriftspracherwerb. Ergänzend wird eine Materialkiste zur Arbeit mit Wachsmalblöcken und -stiften zum Ausprobieren für interessierte Lehrpersonen im Bereich des Schriftspracherwerbs zur Verfügung gestellt.
Interessant ist diese Arbeit für Lehrpersonen, die an vielseitigen Vermittlungsmethoden für den Schriftspracherwerb interessiert sind, eine neue Herangehensweise kennenlernen und diese eher künstlerische Variation gegebenenfalls ihrem Repertoire hinzufügen möchten.
Als Grundlagen werden die Erkenntnisse zum Schriftspracherwerb aus der Psychomotorik und zwei der derzeit im Kanton gängigen Lehrmittel herangezogen, um den derzeitigen Schriftspracherwerb im Bereich der staatlichen Schulen der Schweiz vergleichend darzustellen. Hinzu kommt die Sichtweise der Pädagogik Rudolf Steiners, die anhand von Literatur und einem Fragebogen für Lehrpersonen von Waldorfschulen in Theorie und Praxis dargestellt wird
Förderung leseschwacher Mittelstufenkinder
Eigene Beobachtungen aus privatem Nachhilfeunterricht führten der Autorin dieser Arbeit vor Augen, dass Defizite im Umgang mit Texten zu Schwierigkeiten in allen Fächern führen und somit einen negativen Einfluss auf die Schullaufbahn haben. Da sich diese Defizite am stärkstem im Fach Deutsch äussern, wurde die Gelegenheit genutzt, um sich im Rahmen der Bachelorarbeit vertieft mit der Fragestellung «Wie kann die Textkompetenz von leistungsschwachen Mittelstufenkindern im Fach Deutsch verbessert werden?» auseinanderzusetzen. Um die Förderung im Berufsle-ben einer Lehrperson konkret umsetzbar zu machen, wurde die Arbeit produktorien-tiert aufgebaut. Die Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten und den Erkennt-nissen aus der Fachliteratur führten zum Beschluss, die Materialien in Form eines Lesestrategietrainings zu gestalten. Insgesamt wurden sieben Strategien mit Hilfe von Vorschlägen der Fachliteratur, abgeleiteten Erkenntnissen daraus und einer Metastudie ausgewählt. Das Strategietraining befindet sich kopierbereit im Anhang dieser Arbeit
Macht Übung den Meister?
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit einem lebenslang relevanten Thema, dem Üben auseinander. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Üben motivierend und positiv konnotiert gestaltet werden kann. Neben einer vertieften Beschreibung des Übens und den dazugehörigen Komponenten Lernen und Wiederholung erläutert die Autorin verschiedene Arten des Übens. Der Fokus wird vor allem auf das intelligente Üben gelegt. In der Arbeit werden unter anderem Aspekte wie negative Übungserfahrungen, der Einfluss einer positiven Fehlerkultur und das «Growth Mindset» beleuchtet. Zudem werden in einem Ratgeber konkrete Hilfestellungen und Methoden aufgezeigt. Sie richten sich an Lehrpersonen, Eltern und an die übende Person selber
Entwicklung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur unter dem Aspekt von Astrid Lindgren
Bei der vorliegenden Bachelorarbeit handelt es sich um eine literaturbasierte Arbeit im Fachbereich Deutsch. Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur von 1900-2000 unter dem Aspekt von Astrid Lindgren. Mit Hilfe von ausgewählter Fachliteratur wird der Frage nachgegangen, wie sich die Kinder- und Jugendliteratur in dieser Zeit gewandelt hat, welche Rolle Astrid Lindgren in dieser Veränderung spielt und wie sich ihre Bücher in diese einordnen lassen.
Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Zuerst wird anhand verschiedener Biografien das Leben von Astrid Lindgren kurz erläutert. Im nachfolgenden Teil wird der Verlauf der Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur im deutschsprachigen Raum aufgezeigt. Abschliessend werden verschiedene Werke von Astrid Lindgren näher betrachtet und in die geschichtliche Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur eingebettet. Zusätzlich werden bei den Werken Bezüge zu Lindgrens Leben geschaffen. Im Laufe der Arbeit wird ersichtlich, welche zentrale Rolle Astrid Lindgren mit ihren Werken in der Kinder- und Jugendliteratur in der Zeit ihres Schaffens einnimmt
Transmenschen im Schulsystem. Anders ist nicht falsch
Die Zunahme der Medienpräsenz sowie eine gesellschaftliche Entwicklung der Enttabuisierung des Themas Trans* hat zur Folge, dass immer mehr Kinder ihr biologisches Geschlecht ablehnen. Dies führt zwangsläufig dazu, dass es im Kindergarten sowie in der Schule immer mehr Transkinder gibt, was das System vor eine Herausforderung stellt, zumal es keine universellen Richtlinien gibt und es sich um kaum erforschtes Terrain handelt. Inhalt dieser Arbeit ist es aufzuzeigen mit welchen Grenzen Transmenschen im Schulsystem konfrontiert werden und wo und in welcher Art die Schule Unterstützung bieten kann. Die Ergebnisse aus den Tiefeninterviews zeigen auf, dass die Benützung der sanitären Anlagen und die Personaländerung die grössten Baustellen darstellen. Inkompetentes Verhalten der Verantwortlichen und Ignorieren der Thematik kann Diskriminierung und gesundheitliche Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen. Die Schule ist nicht nur ein zentraler Ort des Geschehens, sondern nimmt auch als Instanz der Sensibilisierung und Aufklärung eine wichtige Rolle ein. Auch wenn das Fehlen und Bedürfnis nach Richtlinien im Umgang oft genannt wurden, hat sich auch beim Thema Trans* einmal mehr gezeigt: die wichtigsten Richtlinien sind immer noch die Bedürfnisse und das Befinden des Kindes