Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Die Konzeptionen von Lehrpersonen im Senegal gegenüber monolingualer Sprachpolitik und Sprachverwendung im Schulkontext. Ein einsprachiges Bildungssystem in einer plurilinguistischen Gesellschaft – eine qualitative Studie
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Thematik der Sprachpolitik in der westafrikanischen Republik Senegal. Diese wird durch die Verfassung gesetzlich geregelt; demnach ist die offizielle Amtssprache Französisch, obwohl die ehemalige französische Kolonie bereits 1960 die Unabhängigkeit erlangte. Dies bedingt auch, dass Französisch als Unterrichtssprache institutionalisiert ist, obwohl nur ein verschwindend kleiner Bruchteil der senegalesischen Gesellschaft mit Französisch als Erstsprache aufwächst.
Im Folgenden sollen die Konzeptionen untersucht werden, welche wolofsprachige Lehrpersonen im Senegal bezüglich dieser Sprachpolitik vertreten. Sie sind besonders stark von dieser staatlichen Regelung betroffen, denn das Gesetz sieht Französisch als alleinige Schulsprache vor, welche für alle Schülerinnen und Schüler des ganzen Landes gilt, unabhängig von Ethnie und sprachlicher Herkunft. Insgesamt wurden vier qualitative Interviews im Senegal mit Lehrpersonen unterschiedlicher Fächer und Alters durchgeführt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass der Wunsch nach einem einheimisch-sprachigen Unterricht vorhanden ist und in den Augen der Lehrpersonen einen Mehrwert gegenüber der französischen Sprache bieten kann. Allerdings wurde aber auch der Wert des Französischen unterstrichen und die Vorteile, welche diese Sprache mit sich bringt, betont.
Diese Masterarbeit ist besonders für Lehrpersonen interessant, welche Fremdsprachen unterrichten, da anhand des Beispiels im Senegal gezeigt wird, wie eine Sprache, welche nicht die Erstsprache der Jugendlichen ist, in den Schulalltag integriert werden kann
Kreativer Tanz mit Jugendlichen. Eine qualitative Studie über die Erfahrung und Wirkung auf das Selbst
Diese Arbeit erprobt den Versuch, kreativen Tanz in die Welt von Jugendlichen zu bringen und dessen Auswirkungen auf sie und ihr Selbst aufzuzeigen. Aus vorangehenden Studien geht hervor, dass kreativer Tanz grosses Potential hat, um die Eigenwahrnehmung zu fördern und den Menschen auf vielfältigste Weise positiv zu beeinflussen. Es ist anzunehmen, dass kreative Tanzübungen das Bewusstwerden über den eigenen Körper sensibilisieren, wodurch persönliche Fähigkeiten und Grenzen erfahren werden. Das Erkennen und Akzeptieren dieser individuellen Eigenschaften haben einen positiven Einfluss auf das Selbst. Auch die Möglichkeit, sich kreativ entfalten und ausleben zu können, kann Wohlbefinden im Menschen auslösen. So erwies es sich als spannend, in einer eigenen Studie spezifisch zu erforschen, welche Erfahrungen und Gefühle Jugendliche nach kreativen Tanzübungen beschreiben und wie diese auf ihr Selbst wirken. Ausserdem lag das Interesse darin, von Jugendlichen zu erfahren, welche Veränderungen sie durch kreative Tanzübungen wahrnehmen und inwiefern solche Übungen Einfluss auf ihre Körperwahrnehmung, ihr Selbstvertrauen und ihre Kreativität nehmen.
Um dies untersuchen zu können, wurde mittels theoretischem sowie praktischem Hintergrundwissen ein kreativer Tanzworkshop kreiert und mit zwei Gruppen à sechs weiblichen Jugendlichen durchgeführt. Damit die Wirkung der Tanzübungen erfasst werden konnten, wurden während des Workshops schriftliche Reflexionsfragen eingesetzt, welche als Vorbereitung für ein anschliessendes halbstandardisiertes Leitfadeninterview dienten. Der Fokus in der Befragung lag darin, den Erfahrungen und Wahrnehmungen nachzugehen und in der Gruppe zu erfassen. Die erhobenen Daten wurden danach mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
Die Ergebnisse der Gruppeninterviews zeigten, dass die kreativen Tanzübungen einen positiven Einfluss auf die Jugendlichen hatten. Sie konnten während des Tanzworkshops ihren eigenen Körper, sein Verhalten, seine Fähigkeiten und Grenzen wahrnehmen. Zudem lernten sie ihre Eigenschaften, ihre Individualität und ihr Bewegungsverhalten kennen und zu akzeptieren. Sie fühlten sich lockerer und losgelöst, sodass sie ihren eigenen Bewegungen und Gefühlen freien Lauf lassen konnte. Die Jugendlichen konnten im Verlauf des kreativen Tanzworkshops mutiger und überzeugter von sich selbst an neue Aufgaben herangehen, weil sie Herausforderungen gestellt waren und diese geschafft haben. Die Teilnehmenden konnten Gedanken abschalten, frei tanzen und sich einzig sich selbst und ihrem Körper widmen
Motivationsaspekte im Englischunterricht auf der Oberstufe bei Schülern mit Grundansprüchen
Die Brisanz des Erlernens von Fremdsprachen wird in Form von laufenden Debatten über das Franzö-sisch oder das Frühenglisch in der Schweiz deutlich. Dabei scheinen vor allem gesellschaftliche Argu-mente die Debatten zu dominieren. Mit dieser Arbeit soll ein Einblick in die Sicht der Jugendlichen auf das Sprachenlernen gewährt werden. Diese Masterarbeit fokussiert sich deshalb auf Lernmotivations-aspekte, welche im Englischunterricht für Schülerinnen und Schüler mit schwachem Leistungsniveau relevant sind. Entlang von Literaturrecherchen werden verschiedene Aspekte der Lernmotivation auf den Ebenen der Lernsituation, des Lernenden und der Sprache verortet und erläutert.
Im Anschluss an die theoretische Abhandlung der Thematik, werden Daten von zehn verschiedenen Lernenden entlang einer qualitativen Methodik erhoben. In einem narrativen Interview, welches durch einen Leitfaden gestützt wird, reflektieren die Jugendlichen ihr Motivationsverhalten und erzählen von verschiedenen Erlebnissen und Wahrnehmungen aus dem Englischunterricht. Die Auswertung der Da-ten erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Nach der Ergebnispräsentation werden die Resultate der Befragung mit der Theorie verglichen und verschiedene Zusammenhänge diskutiert
Lebende Tiere im Biologieunterricht. Haltung und Einsatzbereich von Insekten im Biologieunterricht
Der Lehrplan 21 fordert immer mehr Kompetenzorientierung (vgl. Lehrplan 21, 2019). Somit werden Handlungen im Unterricht immer wichtiger. Dabei sollen neben der eigentlichen Aufgabe auch andere Kompetenzen trainiert werden. Die Aufgaben sollten so gestaltet sein, dass sie ein eigenständiges Arbeiten ermöglichen und bei den Schülern die intrinsische Motivation geweckt wird (vgl. Hartinger, Grygier, Tretter & Ziegler, 2013; Meyer, Klingenberg & Wilde, 2015).
Im Biologieunterricht sind solche Handlungen eng mit dem Einsatz von lebendigen Tieren und Pflanzen verbunden, da diese als einziges eine Primärerfahrung bieten (vgl. Klingenberg, 2014). Die Primärerfahrung umschreibt den direkten Kontakt mit dem Objekt, das als Lerngegenstand gilt (vgl. Klingenberg, 2014).
Der Einsatz von Tieren im Unterricht bietet aber nicht nur einen Mehrwert als Primärerfahrung sondern sorgt für eine erhöhte Aufmerksamkeit und somit für eine erhöhte Eigenaktivität, auch steigern sie die Motivation, das Interesse und positive Emotionen. Allgemein fördert ihr Einsatz ein individuelles, empathisches, situatives, aktives und emotionales Lernen. Tiere im Unterricht bieten die Möglichkeit, überfachliche Kompetenzen zu erlernen oder zu verbessern, unter anderem Verantwortungsbewusstsein oder den Respekt für das Leben zu entwickeln (vgl. Riess, Wirtz, Barzel & Schulz (Hrsg.), 2012; Meyer, Klingenberg & Wilde, 2015; Wüthrich, 2017; Meyer, Balster, Birkhölzer & Wilde, 2011; NSTA (Hrsg.), 2008; uvm.).
In diesem Zusammenhang wurden die Leitfragen „Welche Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass sich eine Lehrperson für oder gegen den Einsatz von lebenden Tieren im Unterricht entscheidet?“ und „Welche Einsatzbereiche von lebenden Tieren im Unterricht sehen Lehrpersonen als Mehrwert an?“ entwickelt. Die zehn halbstandardisierten Leitfadeninterviews mit Lehrpersonen zeigen, dass für Lehrpersonen die Steigerung der überfachlichen Kompetenzen, wie oben anhand der Literatur beschreiben, als grösster Mehrwert gilt, wie sieben der befragten Personen angaben. Ebenfalls finden je sieben befragte Lehrpersonen, dass durch den Einsatz von Tieren das Interesse, die Emotionen und die Motivation positiv beeinflusst werden. Diese Wahrnehmung der befragten Lehrpersonen deckt sich mit den erwähnten Pluspunkten aus der Literatur. In den Interviews gaben neun von zehn Lehrpersonen an, dass die ethische Grundhaltung der Lehrperson bzw. die Einhaltung des Tierschutzes eine zentrale Rolle spielt. Sofern diese gegeben sei, stünde der Tierhaltung nichts im Wege. Weiter müsse man sich aber bewusst sein, dass man sich auch in den Schulferien um das Tier kümmern und das entsprechend organisieren müsse. Sieben Lehrpersonen merkten an, dass die Sicherheit für das Tier und für die Schüler wichtig sei und nicht gefährdet werden dürfe. Sieben Lehrpersonen bemerkten, dass die Haltung an sich, also das Beschaffen von Futter, der Platzverbrauch durch das Tier, die Kosten usw. einen erheblichen Mehraufwand zum Unterricht darstellen. Einige kritische Stimmen gab es im Bezug auf den Zusammenhang mit dem Lehrplan 21. Lehrpersonen, welche Tiere im Unterricht einsetzen, sehen aber ganz klar eine Verknüpfung mit dem Lehrplan.
Diese Verknüpfung wurde in einem nächsten Schritt genau untersucht. Vor allem die Kompetenz NT9: ‚Ökosysteme erkunden’ bietet die Möglichkeit, Tiere im Unterricht einzubetten. Ebenfalls wird der Kontakt mit Tieren in der überfachlichen Kompetenz Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgegriffen. In diesem Zusammenhang wurde eine Unterrichtseinheit entwickelt. Zwei Testklassen absolvierten die Unterrichtseinheit mit lebendigen Tieren, die Kontrollklasse ohne diese.
Für die Unterrichtseinheit wurde die dritte und letzte Fragestellung „Inwiefern bewirkt der exemplarische Einsatz von Australischen Gespensterschrecken, Malaiischen Riesengespenstschrecken und Annam-Stabheuschrecken im Biologieunterricht auf der Oberstufe eine Veränderung der emotionalen Bindung und Haltung der Schülerinnen und Schüler gegenüber diesen Tierarten?“ konzipiert. Vor der Einheit füllten die Schüler einen Prä-Test aus, danach einen identischen Post-Test, welche die emotionale Befindlichkeit gegenüber Insekten und die Motivation festhalten sollten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit mit Tieren zu einer signifikanten Steigerung der emotionalen Bindung und Haltung der Schüler gegenüber Insekten geführt hat. Auch die Kontrollklasse zeigte signifikante positive Veränderungen, was zur Schlussfolgerung führt, dass die Thematik an sich als positiv wahrgenommen wird.
Die vorliegenden Ergebnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass der Einsatz von lebenden Tieren im Unterricht einerseits zwar mit einem organisatorischen Mehraufwand verbunden ist, andererseits aber sehr viele Vorteile bringt. Diese sind sowohl im fachlichen, als auch im sozialen und überfachlichen Bereich anzusiedeln
Stundentafel WAH. Vergleich der verschiedenen Organisationsformen der Stundentafel von WAH im Kanton St. Gallen
Mit der Einführung des neuen Lehrplans hat das Fach Hauswirtschaft (HW) sehr viele Änderungen erfahren. Zum einen wurde das Fach mit den Themen Wirtschaft und Arbeit ergänzt und die Fach-bezeichnung von Hauswirtschaft in Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH) geändert (Bildungsdeparte-ment Kanton St. Gallen, 2017c, S. 6). Zudem gibt es im Kanton St. Gallen neue Weisungen zur Klassenteilung, welche im Fach WAH die Klassenteilung nicht mehr zwingend vorschreiben. Dafür gibt es einen Pool zur Klassenteilung über welchen jede Schule selber verfügen darf (Bildungsdepar-tement Kanton St. Gallen, 2016, S. 3). Diese Tatsache lässt vermuten, dass die Schulen den WAH-Unterricht nicht im ganzen Kanton gleich organisieren. Deshalb zielte diese Masterarbeit darauf ab, die aktuellen Organisationsformen der Oberstufen im Kanton St. Gallen zusammenzutragen und deren Einflüsse auf den Unterricht und auf die Zufriedenheit der Lehrpersonen zu erörtern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine Online-Befragung und eine qualitative Inhaltsanalyse von vier Interviews durchgeführt. Die Online-Umfrage wurde an die Mitglieder des kantonalen arbeits- und hauswirtschaftslehrerinnenverband (kahlv) versendet. Schlussendlich haben 85 Lehrpersonen an der Umfrage teilgenommen. Als Ergänzung der Daten wurden teilstrukturierte Einzelbefragungen mit vier Lehrpersonen von vier verschiedenen Oberstufen gehalten. Mit Hilfe der Online-Umfrage konnten die Lehrpersonen von 46 verschiedenen Oberstufen erreicht werden. Es stellte sich heraus, dass an den 46 von 75 Oberstufen des Kantons St. Gallen insgesamt 17 Organisationsformen des WAH-Unterrichts verbreitet sind. Bereits in der Online-Umfrage, aber auch in den vier ergänzenden Interviews wurde nach der Zufriedenheit der Lehrpersonen gefragt. Wie sich zeigte, tendieren die Lehrpersonen zu einer höheren Zufriedenheit, je mehr Zeit eine Orga-nisationsform für die Nahrungszubereitung zulässt. Zudem wurde eine starke Unzufriedenheit in der zweiten Real festgestellt, was wahrscheinlich mit dem Wunsch zusammenhängt, die Stundentafel der Real, derjenigen der Sek anzupassen, damit auch die Realschülerinnen und -schüler vor der Schnupperlehre gewisse Kompetenzen im praktischen Arbeiten erwerben können. Vergleicht man die Organisationsformen, dann zeigen sich Unterschiede in der Klassengrösse, in der Zusammensetzung von Unterrichtseinheiten, in der Dauer der Unterrichtseinheiten, in der Konti-nuität des Unterrichts und im Zeitpunkt, zu welchem der WAH-Unterricht stattfindet. Dies hat unter-schiedlichste Einflüsse auf den Unterricht, die Lehrperson, die Lernenden und die Schule. Diese Einflüsse, wie auch die Vor- und Nachteile werden in dieser Arbeit aufgelistet. Schlussendlich kann nicht gesagt werden, welche Organisationsform das Ideal ist. Jedoch gibt die Autorin eine Präferenz an und die aufgezeigten Vor- und Nachteile können der Argumentation für eine Optimierung des WAH-Unterrichts dienen
Frühkindliche Traumatisierung. ‚Trauma Informed Teaching’. Ein Beitrag zur Meisterung des Schulunterrichts mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Die Fachstelle ‚Schulberatung der Stadt St.Gallen’ weist darauf hin, dass es in jeder Schulklasse traumatisierte Kinder gibt. Das ‚National Child Traumatic Stress Network (NCTSN)’ hat in einer Studie festge-stellt, dass zwischen 3.3 und 10 Millionen amerikanische Kinder pro Jahr häusliche Gewalt erleben. Da dies oft vor der Schule geheim ge-halten wird, ist es für Lehrpersonen besonders schwierig, die Ursachen für ein gewisses Fehlverhalten oder Lernprobleme herauszufinden. Die in den Vereinigten Staaten verbreitete Strategie ‚Trauma Informed Teaching’ wendet sich an Lehrpersonen, wie diese individuelle Folgen von Traumata erkennen können und welche Hilfe geleistet werden kann, um traumatisierten Lernenden einen erfolgreichen Schulab-schluss zu ermöglichen. Anhand eines systematischen Literatur-Reviews zu aktuellen Forschungen des ‚Trauma Informed Teaching’ wurde in neutraler Position den Fragen nachgegangen, welche Prob-leme im Umgang mit traumatisierten Lernenden auftreten und inwie-fern mit der neu erforschten Strategie den traumatisierten Jugendli-chen geholfen werden kann.
Die Ergebnisse des Literatur-Reviews zeigen deutlich, dass ‚Trauma Informed Teaching’ den Umgang mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern erleichtert und dass sich dadurch das Wohlbefinden solcher Kinder und Jugendlichen deutlich erhöht. Insgesamt wurden 33 Me-thoden aus den 14 Quellen ausgewählt. Die am meisten vorkommen-den wurden noch ausführlicher dargestellt. Es stellte sich heraus, dass vor allem das Erkennen von Triggern, die Garantie von Sicherheit und die Förderung von starken Beziehungen zwischen den Lehrpersonen und den Lernenden von besonderer Wichtigkeit sind. Unter den weni-ger vorkommenden Methoden befinden sich auch sehr interessante Ansätze, welche jedoch nicht genauer erklärt werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit gesprengt hätte
Proaktive Strategien in der Klassenführung. Zusammenhang zwischen proaktiven Strategien in der Klassenführung und Störungen im Unterricht
Nahezu alle Lehrpersonen haben in ihrem Unterricht auf unterschiedlichste Art und Weise mit Disziplinproblemen und Konflikten zu tun. Deshalb kommt der Klassenführung im Umgang mit Störungen im Unterricht eine bedeutende Rolle zu. Dabei unterscheidet man zwischen Formen der Prävention und Formen der Intervention. Während man im Zusammenhang mit Störungen im Unterricht nahezu immer Formen der Intervention, wie Konsequenzen und Sanktionen aussprechen, begegnet, wird Formen der Prävention, sprich den proaktiven Strategien, weniger Beachtung geschenkt. Die Forschung zeigt jedoch deutlich, dass proaktive Strategien in der Klassenführung zur Reduktion von Störungen im Unterricht unabdingbar sind. Um deren Rolle in der Praxis zu ergründen, wurden im Juni 2019 neun Klassenlehrpersonen mit mindestens zehnjähriger Berufserfahrung mittels halbstandardisierten Leitfadeninterviews befragt. Die Stichprobe besteht dabei aus Klassenlehrpersonen von Sekundar-, Real- und Integrationsklassen, damit die gesamte Bandbreite der Zielstufe abgedeckt ist. Die Auswertung der Ergebnisse hat dabei ergeben, dass sich alle vier in der empirischen Untersuchung thematisierten proaktiven Strategien in der Klassenführung, nämlich Beziehungsarbeit, Regeln, Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsgestaltung, zur Reduktion von Störungen im Unterricht bewährt haben und im Unterricht dementsprechend Anwendung finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Klassenlehrpersonen von Sekundar-, Real- oder Integrationsklassen handelt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass einzelne proaktive Strategien in der Klassenführung im Umgang mit Störungen im Unterricht als bedeutsamer eingestuft werden als andere. Am bedeutsamsten wird die Beziehungsarbeit eingestuft. Anschliessend folgt die lernförderliche Atmosphäre, welche einen direkten Zusammenhang mit der Beziehungsarbeit hat. Die Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsgestaltung und Regeln sind jedoch auch von grosser Bedeutung, wenn es um den Zusammenhang zwischen proaktiven Strategien in der Klassenführung und Störungen im Unterricht geht
Beobachtung der Veränderung der räumlich-visuellen Kompetenz durch den Einsatz von einem 3D-Stift
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es die Veränderung der räumlich-visuellen Vorstellungskompetenz durch den Einsatz vom 3D-Stift im Bildnerischen Gestalten zu beobachten und zu evaluieren. Die Arbeit ist nach dem Design-based-Research Ansatz konzipiert und enthält zwei Interventionen, eine in einer 3. Oberstufe und eine in einer 1. Oberstufe. Die Wahl dieses Verfahrens stützte sich darauf, dass ein ständiger Austausch zwischen der Intervention an der Oberstufe und dem theoretischen Gerüst im Hintergrund entstand. Der in Schlaufen aufgezeigte Prozess widerspiegelt eben diesen Aspekt des Austausches. Dabei wurde im Rahmen des Unterrichts mit dreidimensionalen Formen und Figuren gearbeitet. Die Jugendlichen erläuterten den eigenen Denk- und Arbeitsprozess. Zur Evaluierung werden Bilder, Text- und Audiobeiträge der Jugendlichen verwendet um Rückschlüsse auf ihre räumlich-visuelle Vorstellungskompetenz zu ziehen
Sonderpädagogische Fördermassnahmen für den Unterrichtsalltag an der Cophetsheni Primary Township School in Südafrika
Im Rahmen der Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, haben die Auto-rinnen die Möglichkeit erhalten, ein Fremdsprachenassistenzpraktikum an der Cophets-heni Primary Township School in Südafrika zu absolvieren. Dort sind sie mit der Tatsache konfrontiert worden, dass Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen im Schulalltag kaum Förderung erhalten. Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit war es, eine Samm-lung an sonderpädagogischen Fördermassnahmen zur Unterstützung dieser Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Sprache und Mathematik zu erarbeiten. Während der Aus-arbeitung der Übungen wurde nach dem Prinzip des PDCA-Zyklus’ vorgegangen. Basierend auf den Erkenntnissen aus den Literaturrecherchen, sind erste Übungen geplant und er-stellt worden, welche vor Ort ausprobiert wurden. Anschliessend haben die Autorinnen diese Übungen, unter Einbezug der gemachten Erfahrungen, überarbeitet und erweitert. Das Endprodukt ist eine Sammlung von Übungen, die auf den theoretsichen Grundlagen basieren und für Kinder mit Teilleistungsstörungen in den Bereichen der Dyslexie und Dykalkulie ausgerichtet sind. Die Sammlung ist auf die lokalen finanziellen, personellen und infrastrukturellen Ressourcen ausgerichtet. Die Fördersammlung bringt die Kinder nicht nur in ihren Sachkompetenzen, sondern auch in den Selbst- und Sozialkompetenzen weiter. Das Manual soll für den direkten Einsatz sowie als Inspiration für das Erarbeiten eigener Übungen dienen
Achtsamkeit in Verbindung mit Zentangle. Bewusstheit durch zeichnerische Mittel auf der Unterstufe
In dieser Arbeit sollen die Themen Achtsamkeit und Zentangle aufgegriffen und verbunden werden.
Achtsamkeit, der Lebensstil, bei welchem es um die bewusste Wahrnehmung des Augenblicks geht, als Form von Bewusstseinswerdung, ist zum jetzigen Zeitpunkt in aller Munde. Die neuen Medien, der Stress, Multitasking und auch die andauernde Welle von Reizen, welche auf die Menschen einfliessen, verändern die Gesellschaft. Deshalb wird nach einer Möglichkeit gesucht, um mit diesen Veränderungen klar zu kommen. Achtsamkeit kann in diesen Fällen eine Hilfe sein. Auch die Autorin ist auf die Achtsamkeitspraxis aufmerksam geworden. Durch ein Angebot der PHSG kam sie in Kontakt mit der Achtsamkeitspraxis und konnte viele wertvolle Übungen kennenlernen und in ihren Alltag integrieren.
Diese Achtsamkeitsübungen und die achtsame Haltung bzw. Lebensweise möchte die Autorin in einer Kartei zusammenfassen. Die regelmässige Verwendung dieser Übungskartei im Unterricht mit den Unterstufenschülerinnen und -schülern soll den Kindern die Möglichkeiten geben, zu lernen, wie sie aufmerksam sein und mit ihren Reaktionen und Gefühlen umgehen können. Ihre personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen (überfachliche Kompetenzen) sollen durch diese Übungen gefördert werden. Denn als Lehrperson sollte es bei der Erziehung nicht nur um die zu erbringenden oder erbrachten Leistungen gehen, sondern auch um soziales und emotionales Lernen.
Das Zentangle, als eine Form von flächenfüllender Gestaltung durch sich wiederholende Muster, nimmt den zweiten Teilbereich in dieser Arbeit ein. Es setzt sich aus den Worten «Zen» (= Meditation/Versenkung und Fokus auf eine Aktivität) und «tangle» (= Gewirr/verwickelt) zusammen. Über die Theorie werden die Begrifflichkeiten genauer erarbeitet und es soll tiefer eingegangen werden auf die Bedeutung von «Zentangle» und die Erfinder der Zentangle-Methode. Auch wird die Technik bzw. Methode erläutert und eine Verbindung zur Achtsamkeit erklärt. Aufbauend auf diesen Hintergründen und entsprechend der Entwicklungsstufe der Kinder, werden dann Kritzel- und Zentangle-Übungen erprobt und in die Übungskartei aufgenommen. Diese können in der Schule mit den Unterstufenschülerinnen und -schülern durchgeführt werden. Sie sollen die Kinder ebenfalls in ihren personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen fördern. Da auch die motorischen Fähigkeiten der Kinder durch den Wandel der Zeit nicht mehr optimal gefördert werden, sollen diese ebenfalls durch die Übungen trainiert werden