Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Klassenführung. Schwerpunkte: Regeln, Rituale und Organisation des Klassenzimmers
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie ein Unterricht beziehungsweise ein Klassenzimmer gestaltet werden soll, damit die Schülerinnen und Schüler die zur Verfügung stehende Lernzeit möglichst optimal nutzen können. Hierzu wird der Begriff Klassenführung definiert, der Zusammenhang zur Unterrichtsqualität erläutert sowie die Relevanz für Lernen und Leistung dargelegt. Anschliessend werden die Grundlagen der Klassenführung anhand von Beispielen aus den Forschungsarbeiten von Jacob Kounin vorgestellt. Durch seine Ansätze wurde die Klassenführung, die bis anhin vorwiegend aus dem reaktiven Umgang mit Störungen bestand, stärker proaktiv. Der Fokus wurde danach vermehrt auf die Prävention von Störungen gelegt. Abschliessend werden drei Komponenten aus dem präventiven Bereich der Klassenführung herausgestellt: Regeln, Rituale und die Organisation des Klassenzimmers. Dabei werden jeweils deren Funktionen erläutert und auf die konkreten Einführungen beziehungsweise Umsetzungen eingegangen
Stress bei Kindern und Jugendlichen. Auswirkungen eines Anti-Stress-Trainings auf die Stressverarbeitung der Schülerinnen und Schüler
Von Stress betroffen sind nicht nur viele Erwachsene, sondern immer häufiger auch Kinder und Jugendliche. Untersuchungen zeigen, dass oftmals keine oder zu wenige Stressverarbeitungs-strategien vorliegen, welche dabei helfen, Stress zu bewältigen.
Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es herauszufinden, ob ein Anti-Stress-Training dabei helfen kann, die Stressverarbeitungsstrategien von Schülerinnen und Schülern zu verbessern. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: „Welche Auswirkungen hat ein Anti-Stress-Training auf die Stressverarbeitung der Schülerinnen und Schüler?“ Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde in einer sechsten Klasse während vier Wochen ein Anti-Stress-Training durchgeführt. Eine weitere Klasse diente als Kontrollgruppe, sodass sich die Stichprobe insgesamt aus 45 Schülerinnen und Schülern zusammensetzt. Anhand des Stressverarbeitungsfragebogens von Hampel und Petermann wurden die positiven und negativen Stressverarbeitungsstrategien der Schülerinnen und Schüler vor und nach dem Training ermittelt. Dadurch konnte gezeigt werden, dass sich die negativen Stressverarbeitungsstrategien bei den Schülerinnen und Schülern der Versuchsgruppe nach der Interventionsphase signifikant verringert haben. Auf die positive Stressverarbeitung der Versuchsgruppe hatte das Training jedoch keinen signifikanten Einfluss
Zusammenhang einer gesunden Ernährung und der kognitiven Fähigkeiten von Schulkindern
Während des selbstbestimmten Praktikums 2019 konnte festgestellt werden, dass viele Kinder nur unregelmässig frühstücken. Die vorliegende Bachelorarbeit geht mittels Literaturrecherche der Frage nach, ob das Frühstück und dessen Zusammensetzung einen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler haben. Hierfür werden in einem ersten Teil die theoretischen Hintergründe der Ernährung sowie des Gehirns und der Kognition genauer betrachtet. Anschliessend werden vier Studien mir relevanten Forschungsbefunden zum Zusammenhang des glykämischen Index respektive der glykämischen Last des Frühstücks und der kognitiven Fähigkeiten von Schulkindern beleuchtet. Die Resultate der Studien zeigten, dass ein tiefer glykämischer Index als auch eine tiefe glykämische Last des Frühstücks diverse kognitive Fähigkeiten positiv beeinflussen können. Damit zeigt sich, dass das Frühstück und dessen Zusammensetzung einen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten von Schulkindern haben. Folglich wäre es ideal, wenn alle Kinder ein gesundes Frühstück zu sich nehmen würden, bevor sie zur Schule kommen, damit sie ihre kognitiven Fähigkeiten ideal nutzen können
Werte der Bibel. Mit Primarschulkindern biblische Geschichten entdecken
Diese Arbeit stellt fünf Werte des zeitgenössischen Modells von Sarah Genner (vgl. 2019, S.13) fünf biblischen Geschichten gegenüber, um daraus Lektionen für den „Ethik, Religionen, Gemeinschaft-Unterricht auszuarbeiten.
Die folgenden fünf Bibelgeschichten enthalten diverse Wertevorstellungen und können durch Kompetenzen aus dem Lehrplan 21 St.Gallen verankert werden. Bei den Erzeltern Abraham und Sara liegt der Fokus auf der „Hoffnung“, bei Josef dem Traumdeuter wird auf die „Verantwortung“ gesetzt, beim jungen David steht der „Mut“ im Mittelpunkt, bei Königin Ester wird auf den „Selbstwert“ eingegangen und zu guter Letzt wird beim Gleichnis des Schatzes im Acker der „Lebenssinn“ unter die Lupe genommen. Die Werte beziehen sich auf das in 2019 unter der „Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen“ (EKKJ) erschienene Modell von Sarah Genner (vgl. 2019, S.13).
Es werden somit fünf Werte vorgestellt, die für ein gesundes Selbstwertgefühl aber auch für ein achtsames Zusammenleben fördernd wirken können. Der Selbstwert, der Mut, die Hoffnung und der Lebenssinn können förderlich für persönliche Selbstkompetenzen sein und innere Ressourcen von Menschen stärken. Die Verantwortung kann zudem die Selbstständigkeit des Individuums in einer Gesellschaft unterstützen.
Biblische Geschichte (ausgewählter Wert): Werte von Genner
Abraham und Sara (Hoffnung): Dankbarkeit, Ehrlichkeit, Geduld, Hoffnung, Humor, Verlässlichkeit, Vertrauen
Josef und sein Schicksal (Verantwortung): Ehrlichkeit, Lebenssinn, Mässigung, Verantwortung, Vergebung, Vertrauen
Das Leben von David (Mut): Loyalität, Mut, Verantwortung, Vertrauen
Königin Ester (Selbstwert): Bescheidenheit, Fairness, Freundlichkeit, Loyalität, Selbstwert, Verantwortung
Der Schatz im Acker (Lebenssinn): Hoffnung, Integrität, Lebenssinn, Offenheit
Die wichtigsten Bibelstellen, so wie Kompetenzen und Grundlagen des Lehrplan 21 St.Gallen, auf die in dieser Bachelorarbeit Bezug genommen wird, sind im Anhang dieses Dokumentes zu finden
Pferdgestützte Therapie bei Kindern mit ADHS
Im Schulalltag begegnet man oftmals Kindern, die von ADHS betroffen sind. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass alternative Möglichkeiten zur medikamentösen Therapie von ADHS an Beliebtheit gewannen. Dies brachte die Autorin dazu, sich genauer mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Vor allem die nichtmedikamentöse Alternative der Pferdgestützten Therapie ist noch relativ unbekannt. Aufgrund dessen geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, welche Auswirkungen die Pferdgestützte Therapie auf das Verhalten und Befinden von Kindern mit ADHS haben kann. Dafür wurde nebst literarischen Quellen auch ein Interviewleitfaden als methodisches Instrument verwendet, um die theoretischen Ansätze mit realen Gegebenheiten zu stützen. Es zeigte sich, dass die Pferdgestützte Therapie die Verminderung der für ADHS typischen Symptome unterstützen kann, auch wenn nach wie vor unklar ist, ob die besagte Verminderung ausschliesslich durch diese Therapieform hervorgerufen werden konnte oder ob noch weitere Indikatoren massgebend sind. Ausschlaggebend ist jedoch, dass die Intervention Pferdgestützte Therapie positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden der betroffenen Kinder haben kann
Lehrmittel
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Interventionsstudie mit dem Thema Prüfungsangst. Das Ziel der Arbeit besteht darin, Prüfungsangst mittels Fragebogen zu erheben und Prüfungsangst durch eine Intervention, das Konzept «Prüfungsmut tut gut!», zu reduzieren. Um Prüfungsangst zu ermitteln, wurde ein Fragebogen erstellt, welcher auf den vier Ebenen der Symptome von Angst basiert (emotionale Ebene, physiologische Ebene, kognitive Ebene, Verhaltensebene). Der Fragebogen wurde von insgesamt vier sechsten Klassen (n = 78) zum Zeitpunkt t1 und t2 ausgefüllt. Dabei bildeten zwei Klassen die Kontrollgruppe und zwei Klassen die Experimentalgruppe. Mit der Experimentalgruppe wurde das Konzept «Prüfungsmut tut gut!» durchgeführt. Dieses Konzept wurde von der Autorin zusammengestellt und basiert auf dem triadischen Modell gegen Prüfungsangst (Walther, 2012). Die Intervention behandelt Prüfungsangst auf der emotional-affektiven Ebene (Entspannung), der kognitiven Ebene (positive Gedanken) und der Verhaltensebene (Lerntechniken). Die Ergebnisse zeigen, dass die Intervention auf allen Ebenen zu einer Reduktion der Prüfungsangst geführt hat. Die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen den Zeitpunkt t1 und t2 jedoch nur auf der emotionalen und der physiologischen Ebene signifikant voneinander. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass bei der Experimentalgruppe nach der Intervention ein signifikanter Unterschied bezüglich der Prüfungsangst vorhanden war. Das heisst, dass die Prüfungsangst durch das Konzept «Prüfungsmut tut gut!» gelindert werden konnte
Mathematische Lernaufgaben und Lernumgebung in einer Lernwerkstatt
Die Lernwerkstatt als Lernort bietet die Möglichkeit, sich dem eigenverantwortlichen und handlungsorientierten Lernen zu widmen. In dieser Arbeit wird der komplexen Frage nachgegangen, welche mathematischen Aufgaben sich für die Gestaltung einer wirksamen Lernwerkstattumgebung eignen.
Anhand des Luzerner Modells für die Entwicklung kompetenzfördernder Aufgabensets (LUKAS) und des Lernwerkstatt-Positionspapiers vom Verbund europäischer Lernwerkstätten (VeLW) werden Aufgaben erstellt, die die kognitive Aktivierung der Lernenden im Rahmen einer Lernwerkstatt fördern sollen
Einsatz von aromapflegerischen Interventionen im Berufskundeunterricht angehender Dentalassistentinnen EFZ
Anhand der vorliegenden Diplomarbeit des Diplomstudiengangs Berufskundlicher Unterricht an der PHSG wird der Frage nachgegangen, ob mögliche positive Effekte auf das Wohlbefinden sowie die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht angehender Dentalassistentinnen EFZ im dritten Ausbildungsjahr durch die Verwendung von aromapflegerischen Interventionen resultieren. Die Arbeit ist methodisch folgendermassen aufgebaut: Anhand der vorliegenden Diplomarbeit des Diplomstudiengangs Berufskundlicher Unterricht an der PHSG wird der Frage nachgegangen, ob mögliche positive Effekte auf das Wohlbefinden sowie die Konzentrati-onsfähigkeit im Unterricht angehender Dentalassistentinnen EFZ im dritten Ausbildungsjahr durch die Ver-wendung von aromapflegerischen Interventionen resultieren. Die Arbeit ist methodisch folgendermassen aufgebaut:
Theoretische Bearbeitung --> Pilotprojekt Riechstifte --> Resultate/ Schlussfolgerungen --> Empfehlung weiteres Vorgehen
Die Einleitung in die Thematik beginnt mit der Vorstellung der Institution. Die Ausgangslage, eine kurze Er-läuterung der Problemstellung, die persönliche Motivation der Autorin zum Schreiben dieser Arbeit sowie die eingehende Auseinandersetzung mit der Theorie und den Begriffsklärungen folgen im Anschluss. Die Fragestellung soll mit Hilfe von systematisch zusammengetragener und ausgewerteter Fachliteratur, ei-nem Expertengespräch sowie einem praktischen Versuch in Form eines Pilotprojekts in einer Abschluss-klasse angehender Dentalassistentinnen EFZ geklärt und im empirischen Teil (Auswertung der Daten-sammlung, Zwischenauswertung und Resultate der Datensammlung) dieser Arbeit wiedergegeben werden. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden eigens entwickelte Fragebögen, sogenannte Messinstrumente, er-stellt und angewendet. Bezug nehmend auf die Forschungsfrage, kann festgehalten werden, dass die aro-mapflegerischen Interventionen in Form des Riechstiftes in beiderlei Hinsicht - Wohlbefinden und Konzent-rationsfähigkeit - erfolgreich war. Abschliessend werden die aus der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse in Form der folgenden Empfehlungen dargelegt, welche den Weg zur Weiterverfolgung der Aromapflege in der Institution BZGS ebnen sollen.
Verfolgen einer Studie in Bezug auf die Forschungsfrage
Implementierung der Aromapflege im Unterricht an der Berufsfachschule BZGS
Gegebenenfalls Ableiten von weiteren Massnahmen (Weiterbildungsangebote etc.
Nudging @ PHSG. Entwicklung eines ethischen Leitfadens für den Umgang mit Nudges zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung an der PHSG
Nudges sind Formen der Verhaltenssteuerung, die auf subtile Weise die Entscheidungsprozesse in eine bestimmte Richtung lenken und dabei gleichzeitig die Entscheidungsfreiheit wahren. Trotz grossem Potential für viele Bereiche des öffentlichen Lebens ist die
Frage nach der ethischen Bewertung von Nudges gegenwärtig umstritten. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zur Klärung des moralischen Status und entwickelt einen Leitfaden zum ethischen Umgang mit Nudges.
Dafür wird in einem ersten Schritt mittels einer systematischen Literaturrecherche von
wissenschaftlichen Beiträgen eine erste Übersicht über die ethischen Kritikpunkte des
Nudging-Ansatzes erarbeitet. Im Anschluss erfolgt eine ethische Diskussion, die auf
Grundlage der vorab identifizierten Kritikpunkte untersucht, unter welchen allgemeinen
Bedingungen sich ein ethisch legitimer Umgang mit Nudges gewährleisten lässt. Abschliessend erfolgt ein Transfer auf den Anwendungskontext der nachhaltigen Ernährung. Neben einigen spezifischen Überlegungen zur Rechtfertigung wird darin eine kleine
Auswahl an Nudges präsentiert, die zur Förderung einer nachhaltigen Ernährung eingesetzt werden können.
Die Literaturrecherche zeigt, dass auf konzeptueller Ebene sowohl die fehlende Differenzierung von zufällig entstandener Entscheidungsarchitektur und absichtlich gestalteten
Nudges sowie die sehr weite, unspezifische Definition beanstandet wird. Auf normativer
Ebene wird besonders häufig der Manipulationseinwand geäussert. Damit verbunden
sind Kritiken, die vorwerfen, Nudges würden die Autonomie und Würde beschneiden, die
Identitätsbildung beeinflussen oder Lernprozesse verhindern. Ebenso wittern Kritikerinnen und Kritiker die Gefahr, dass Nudges längerfristig schärferen Massnahmen weichen.
Weiter wird reklamiert, dass einige von Thaler und Sunstein (2009) verwendeten Ansätze
zur Rechtfertigung von Nudges nicht haltbar sind.
Obwohl sich nicht alle Einwände als stichhaltig erwiesen haben, wurde deutlich, dass die
Verwendung von Nudges einer kritischen Überprüfung bedarf. Insbesondere die zentrale
Frage, unter welchen Bedingungen die Entscheidungsfreiheit erhalten bleibt, wird von
Thaler und Sunstein (2009) nicht hinreichend geklärt. Diesen bedeutsamen Aspekt gilt
es zukünftig weiter zu erforschen. Trotz bestehendem Desiderat lassen sich Nudges gegenwärtig als legitime Mittel der Verhaltenssteuerung einsetzen. Das Leitprinzip hierfür
lautet: Ermöglichung von Partizipation
Der Kosovo-Konflikt im Spiegel familiärer Erinnerungskulturen. Auswirkungen auf die soziale Interaktion zwischen Jugendlichen mit serbischem und Jugendlichen mit kosovo-albanischem Migrationshintergrund an Schweizer Schulen
Aufgrund der engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Jugoslawien wanderte bereits ab den 1950er-Jahren eine grosse Anzahl an Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten in die
Schweiz ein (Bürgisser, 2018, S. 15). Als sich der Vielvölkerstatt Jugoslawien dann ab den 1990erJahren in mehreren blutigen Kriegen aufzulösen begann, folgten zudem zahlreiche Kriegsflüchtlinge, so dass heute rund eine halbe Million Einwohnerinnen und Einwohner einen ex-jugoslawischen Migrationshintergrund hat (Bürgisser, 2018, S. 15). Aufgrund dieser postjugoslawischen Prägung der schweizerischen Bevölkerung zeigt sich, dass entsprechende Erinnerungskulturen an die
Jugoslawienkriege sowie dort verankerte Konflikte auch hier zutage treten können. Da im Rahmen
der Recherche keinerlei Studien zur Erinnerungskultur Jugendlicher an den Kosovo-Konflikt gefunden wurden, soll diese Masterarbeit dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schmälern. Sie
widmet sich entsprechend der Frage, inwiefern die familiäre Erinnerungskultur an den Kosovokrieg die soziale Interaktion zwischen Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschülern mit kosovo-albanischem und solchen mit serbischem Migrationshintergrund beeinflusst.
Zur Beantwortung dieser Frage wurden vier Jugendliche mit kosovo-albanischem sowie zwei mit
serbischem Migrationshintergrund mittels qualitativer, halbstandardisierter Leitfadeninterviews zur
Migrationsgeschichte ihrer Familie, der familiären Erinnerungskultur sowie der sozialen Interaktion mit serbischen respektive kosovo-albanischen Mitschülerinnen und Mitschülern befragt. Die
Datenauswertung durch eine qualitative Inhaltsanalyse zeigte, dass im Falle der sechs Befragten in
allen Familien Erinnerungskulturen an den Kosovo-Konflikt bestehen, welche sich jedoch stark
von den nationalen Gedächtnissen unterscheiden und insbesondere familienbiografisch geprägt
sind. In diese Erinnerungskulturen fliessen zudem die Einstellungen der Eltern zu Serbinnen und
Serben respektive Kosovo-Albanerinnen und Kosovo-Albanern mit ein.
Sowohl die Untersuchungen zur familiären Erinnerungskultur als auch die mehrheitlich unvoreingenommene Einstellung der Eltern bestätigen, dass ein Einfluss auf die soziale Interaktion mit
serbischen respektive kosovo-albanischen Mitschülerinnen und Mitschülern besteht. Dieser Einfluss führt jedoch nicht, wie man es aufgrund der nationalen Erinnerungskulturen annehmen
würde, zu Konflikten, sondern zu gegenseitiger Akzeptanz, Zusammenarbeit oder sogar Freundschaft