Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Inwiefern wirken sich Rechen- und Gleichgewichtstraining auf die Leistung im Einmaleins und Einbeinstand bei Schülerinnen und Schülern in der Mittelstufe aus?
Ein Argument für bewegte Schule besagt, dass Schülerinnen und Schüler kognitiv mehr leisten, wenn der Schulalltag körperliche Bewegung beinhaltet. Einige Studien zeigen positive Zusammenhänge zwischen den körperlichen Aktivitäten und den schulischen Leistungen. Bisher wurde das Gleichgewicht in Bezug auf die Leistungen in der Mathematik noch in keiner Längsstudie erforscht. Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit mit folgender Fragestellung: Wie wirken sich regelmässige Bewegungspausen, mittels koordinativer Aufgaben, auf die schulischen Leistungen von Kindern aus? Folgende Hypothese wird aufgestellt: Ein regelmässiges und tägliches Training vom Einbeinstand und/oder Kopfrechnen in Bezug auf das Einmaleins wirkt sich positiv auf den Lerneffekt in den entsprechenden Bereichen aus. Die Fragestellung sowie die zwei Thesen werden mit dieser Studie untersucht. Die Analyse wurde mit vier verschiedenen Klassen der 5. und 6. Klasse durchgeführt. Die Stichprobengrösse der Untersuchung beträgt N= 76 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Drei von vier Klassen wurden in Interventionsgruppen eingeteilt, denen unterschiedliche Übungen wie Einbeinstand und bzw. oder Einmaleins zugeteilt wurden. Die andere Klasse bildet die Kontrollgruppe, die keine Übungen ausführte. Jede Gruppe machte einen Prätest und ein Posttest, d.h. ein Test wurde vor und ein Test nach der drei wöchigen Untersuchungsphase durchgeführt. Beim Kopfrechentest wurde die Anzahl richtig gelöster Aufgaben, beim Einbeinstand die Anzahl Sekunden, ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen keine signifikante Verbesserung in keinem untersuchten Bereich
Handlungsorientiertes Lernen am Beispiel der Nanotechnologie
In der vorliegenden Arbeit wurde der Begriff handlungsorientierter Unterricht basierend auf der ak-tuellen Forschung im Bereich der praktischen Intelligenz legitimiert. Dabei wurden vier unter-schiedliche Ansätze analysiert. Das jeweils zugrunde liegende Menschenbild sowie das Grund-verständnis einer Handlung wurden beschrieben und geklärt. Hier zeigte sich, dass es nicht den einen handlungsorientierten Unterricht gibt. Stattdessen lässt sich ein Unterrichtsprinzip definie-ren, welches anhand von verschiedenen Situationen, Ausprägungen und Merkmalen beschrieben werden kann. Zudem wird dieses Prinzip nicht durch eine festgelegte Unterrichtsmethodik be-stimmt, sondern unterschiedliche Methoden führen zu dessen vollständigen Entfaltung. Beim Lernprozess sind nebst dem Handeln die zentralen Elemente der Selbstwirksamkeit und der Grad der Selbstbestimmung zu berücksichtigen.
Darüber hinaus wurden die vier handlungsorientierten Ansätze auf Meso- und Mikroebene mitei-nander verglichen. Dabei konnte die verschiedenen Ausgangspunkte des Lernens und die unter-schiedlichen Subjektorientierungen des handlungsorientierten Unterrichtes aufgezeigt werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde eine Entscheidungsmatrix erstellt, welche bei der Vorbereitung von handlungsorientiertem Unterricht allgemein als Orientierung und Einordnung herangezogen werden kann.
Diese neuen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Praxis. Am Beispiel der Nanotechnologie wurde der didaktische Ansatz eines handlungsorientierten Unterrichtes exemplarisch aufgezeigt.
Damit ist es gelungen die im Fokus der Arbeit stehende Forschungsfrage:
Wie können Berufsschullehrpersonen den angehenden Polymechanikerinnen und Polymechani-kern im 2.Bildungsjahr an der Mechatronik Schule Winterthur die Grundlagen der Nanotechnologie handlungsorientiert im Fachunterricht vermitteln? auf eine didaktisch begründete und nachvoll-ziehbare Art und Weise zu beantworten
Adolescent young carers in der Berufsbildung. Wie können am KBZ St.Gallen die Rahmenbedingungen der schulischen Grundbildung für Lernende gestaltet werden, welche nebst der Berufsbildung eine Betreuungsrolle ausüben?
Jugendliche, welche nebst ihrer Berufsbildung eine Betreuungsrolle ausüben, sind deutlichen Mehrbelastungen
im Vergleich zu ihren gleichaltrigen Mitlernenden ausgesetzt. Dies kann zu Schwierigkeiten im gesundheitlichen
Bereich, im Wohlbefinden und im beruflichen beziehungsweise schulischen Erfolg führen. Die Berufsschule hat
die Möglichkeit mit Informationen, sowie dem Bereitstellen von Anlaufstellen und Unterstützungsinstrumenten
eine Entlastung zu bieten.
Verschiedene institutionelle Anlaufstellen und Unterstützungsinstrumente in der Schule und in der Gesellschaft
sind in der Schweiz vorhanden. Die Schwierigkeit der Thematik liegt oft eher im Umstand die Betroffenen
frühzeitig zu erreichen. Je öfter young carers thematisiert werden, umso höher ist allenfalls auch die
Wahrscheinlichkeit, die Rolle und ihre Belastungen zu erkennen. Damit frühzeitig und präventiv Unterstützung
ermöglicht werden kann. Aufgrund der Stigmatisierung der Betreuungsrolle von Jugendlichen und der damit
verbundenen Scham bieten sich in der Berufsschule niederschwellige Angebote und individuell nutzbare
Unterstützungsinstrumente an, sowie neutrale und der Verschwiegenheit verpflichtete Anlaufstellen.
Langfristig wird es eine gesellschaftliche und politische Aufgabe sein, die Vereinbarkeit der Betreuungsrolle von
Jugendlichen und die negativen Auswirkungen auf andere Lebensbereiche, namentlich die Ausbildung und die
Berufsausübung, sowie allfällige Ausgleichsmodelle zu diskutieren
Förderung von Sozialkompetenzen im Flipped Classroom Unterricht
Nebst den fachlichen Kompetenzen sollten im Unterricht auch überfachliche Kompetenzen gefördert werden. Um überfachliche Kompetenzen, zu welchen auch die Sozialkompetenzen gezählt werden, zu fördern, braucht die Lehrperson viel Zeit, welche aufgrund der hohen Stoffdichte nicht immer zur Verfügung steht. Ein Unterrichtskonzept, welches der Lehrperson mehr Zeit ein-bringt, um die Schülerinnen und Schüler zu fördern, ist der Flipped Classroom.
Das Ziel dieser Arbeit ist es zu bestimmen, welche Ergebnisse zur Förderung von Sozialkompetenzen im Flipped Classroom durch einen systematischen Literaturreview zusammengetragen werden können. Dazu wird folgende Forschungsfrage bearbeitet: Welche Erkenntnisse zur Förderung von Sozialkompetenzen im Flipped-Classroom-Unterricht sind bekannt und welche Modifikationen wären notwendig, um dieses Konstrukt (im Mathematikunterricht) auf der Sekundarstufe I einzusetzen?
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Die Literaturrecherche wurde in den Datenbanken EBSCOhost, FIS, skbf und swissbib durchgeführt. In sieben Schritten wurde die Liste mit relevanter Literatur aussortiert, beurteilt sowie mit weiteren, für die Forschungsfrage relevanten Quellen ergänzt. Die Literaturrecherche ergab, dass keine spezifischen Massnahmen zur Förderung von Sozialkompetenzen im Kontext zum Flipped Classroom in den Quellen erwähnt wurden. Da allerdings die Förderung der Sozialkompetenzen in Gruppenarbeiten möglich wäre und im Flipped Classroom viel Zeit für Gruppenarbeiten vorhanden ist, könnten Fördermassnahmen in den Flipped Classroom integriert werden.
Auf dieser Grundlage wäre eine weiterführende Forschung spannend, in welcher eine empirische Untersuchung durchgeführt wird, um die Implikationsmöglichkeiten der Fördermassnahmen im Flipped Classroom zu testen
Depression im Jugendalter. Auswirkungen und Herausforderungen der Krankheit sowie empfohlene Handlungsstrategien für Lehrpersonen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen einer Depression auf die kognitiven Fähigkeiten, auf die
Psyche und auf das soziale Umfeld Jugendlicher zu untersuchen. Zudem soll ermittelt werden, welche
Herausforderungen Lehrpersonen im Unterricht mit depressiven Jugendlichen erwarten. Dazu wurden
sechs halbstandardisierte Interviews mit sechs Personen aus dem Kanton St. Gallen durchgeführt und
empfohlene Handlungs- und Verhaltensstrategien für Lehrpersonen formuliert.
Heute kann davon ausgegangen werden, dass mindestens 20% der Jugendlichen bis zum Eintritt in das
Erwachsenenalter eine depressive Episode durchleben (Holtmann, 2015, S. 112). Aufgrund
verschiedener Auseinandersetzungen mit einschneidenden, psychologischen, biologischen und
sozialen Veränderungen und Entwicklungsaufgaben stellt die Phase der Adoleszenz ein besonderes
Risiko für die Entstehung von Depressionen dar (Groen & Petermann, 2011, S. 75).
Schülerinnen und Schüler mit Depressionen haben massive Schwierigkeiten den Schulalltag überhaupt
zu bewältigen und zählen häufiger zu den Schulverweigerern (Nevermann & Reicher, 2009, S. 121). Die
Ergebnisse zeigen, dass sich die Betroffenen nicht konzentrieren können und vergesslich werden, was
zur Folge hat, dass die Leistungen in der Schule und Lehre sinken. Den depressiven Jugendlichen fehlt
es an Optimismus, sie weisen ein geringes Selbstwertgefühl auf und sehen keinen Ausweg aus ihrer
Negativität. Ausserdem ziehen sich junge Personen, die an einer Depression leiden, aus ihrem sozialen
Umfeld zurück und zeigen kein Interesse mehr an Freizeitaktivitäten. Sie isolieren sich aktiv von ihren
Eltern, Geschwistern und ihrer Peer-Gruppe. Es kann zu Schwierigkeiten kommen, wenn sich die
Jugendlichen nicht mehr im Unterricht engagieren und auf keine Gespräche eingehen. Bei den
Lehrpersonen entstehen Sorgen und Vorwürfe, da die Gefahr besteht, dass sich depressive Jugendliche
suizidieren könnten.
Die Auswertungen ergeben, dass die Rolle der Lehrperson im Leben der Jugendlichen nicht zu
unterschätzen ist. Lehrpersonen stellen eine wichtige Bezugsperson dar, die die Heranwachsenden
unterstützen und dafür sorgen, dass sie sich wohlfühlen. Die Schülerinnen und Schüler müssen
ernstgenommen werden und gemeinsam sollen individuelle Lernziele besprochen werden. Für
Lehrpersonen ist es hilfreich, wenn sie sich mit Schulpsychologen, Heilpädagogen und allgemeinen
Dienststellen austauschen und sich gegenseitig beraten. Zudem geht aus der Untersuchung hervor, dass
Depressionen zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen sowohl in der Schule als auch im weiteren
Entwicklungsverlauf führen können und ein bedeutsames Gesundheitsproblem in der Gesellschaft
darstellen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass die Thematik nicht weiter als Tabu gesehen wird,
sondern eine Auseinandersetzung mit psychischen Krankheiten stattfindet
Strategien von Oberstufenlehrpersonen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Belastung von Lehrpersonen durch verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler sowie mit den Strategien im Umgang mit diesen.
Zu verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern bietet die Literatur hilfreiche Informationen; die Belastung von Lehrenden durch diese wurde bereits hinlänglich untersucht und vielfältige Handlungsmöglichkeiten für den Umgang herausgearbeitet. Offenbleibt, weshalb die Lehrpersonen diese Schüle-rinnen und Schüler trotz verschiedener Handlungsmöglichkeiten als Belastung wahrnehmen.
Die vorliegende Arbeit geht zwei Hauptfragestellungen nach: ‹Mit welchen Strategien können Oberstufenlehrpersonen ihre Belastung durch verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler reduzieren?› und: ‹Wie gehen Oberstufenlehrpersonen mit Schülerinnen und Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten um?›. Die erste Fragestellung wird anhand der vorhandenen Literatur beantwortet, indem diese zusammengestellt, analysiert und ausgewertet wird. Die zweite Fragestellung wird mittels qualitativer Forschung anhand von sechs leitfadengestützten Interviews beantwortet.
Die zentralen Ergebnisse dieser Masterarbeit sind, dass hinsichtlich des hier gegenständlichen Belastungsempfindens ein Unterschied betreffend Alter und Unterrichtserfahrung der befragten Lehrkräfte festgemacht werden kann. Des Weiteren geht sowohl aus der Literatur als auch aus den Ergebnissen der Interviews hervor, dass präventive Strategien im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern bevorzugt werden. Schlussendlich kann festgestellt werden, dass die befragten Lehrpersonen auch bei bestehender Belastung nicht an ihren Fähigkeiten zweifeln und mit den persönlichen Strategien zufrieden sind
Zusammenhänge zwischen Kokainkonsum, soziodemographischen Merkmalen, Alter und mulitplem Substanzkonsum
Datenerhebungen von Sucht Schweiz zeigen die aktuelle Entwicklung des Konsums einiger Drogen wie zum Beispiel Kokain. Rund 4.2 % der Schweizer Gesamtbevölkerung haben zumindest einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert, wobei die Prävalenzraten seit 2013 auf über 6 % angestiegen sind. Ziel dieser Arbeit ist es, im Kokainkonsum verschiedener soziodemographischer Gruppen nach Zusammenhängen und Unterschieden zu suchen und diese zu begründen. Als Basis für den empirischen Teil dient eine Literaturrecherche. Anschliessend wird ein vorhandener Datensatz einer Sekundäranalyse unterzogen. Die Ergebnisse daraus werden Interviews mit Fachpersonen illustriert. Das Thema der Masterarbeit ist vor allem relevant, wenn man sich mit den gesellschaftlichen Problemen und den gravierenden Folgen befasst, die der Drogenkonsum mit sich bringt. Weiss man über die Konsumneigungen und die Lebenswelten bestimmter Personengruppen Bescheid, fällt auch die Präventionsarbeit leichter
Umsetzung der Massnahmen des Bundes bezüglich der Integration von Personen mit ASS in den öffentlichen Oberstufen im Kanton St. Gallen. Einschätzungen von Akteuren des öffentlichen Dienstes zu organisatorischen und politischen Massnahmen zur Integration von Personen mit ASS
Der Bund hat im Jahre 2018 einen Bericht bezüglich der Integration von Personen mit ASS publiziert. In diesem Bericht wurde das Ziel formuliert, dass die Situation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus-Spektrum-Störungen verbessert werden soll (Bundesrat, 2018). Dabei wurden auf verschiedenen Akteur-Ebenen des öffentlichen Dienstes mittels halbstandartisierten Interviews Daten gewonnen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden diese Interviews mittels inhaltlicher Analyse aufbereitet und interpretiert. Des Weiteren wurden im politischen Kontext die Bildungspolitik des Kantons St. Gallen im Aspekt auf die Sonderpädagogik und die Gesetzeslage untersucht. Ein Fokus wird dabei auf die Themen der schulischen Integration und den Rahmenbedingungen gelegt. Die erarbeiteten Thematiken sollen sowohl in einen psychologischen/pädagogischen wie auch einen politischen Zusammenhang gestellt werden. Das Ziel der Arbeit ist eine Momentaufnahme des Kantons St. Gallen bezüglich der Integration von Personen mit ASS zu erheben und weitere Möglichkeiten zur Anpassung der Rahmenbedingungen aufzuzeigen. Die Erkenntnisse aus den gewonnenen Daten sind, dass der Kanton St. Gallen weitere Schritte umzusetzen hat, um eine Integration von Jugendlichen mit ASS in der Regelschule garantieren zu können. Mittels des SOK und der lokalen Förderkonzepte der Gemeinden ist jedoch bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Integration bereits erfolgt
A Cappella Arrangement für einen Jugendchor. Einen Popsong nur mit menschlichen Stimmen vertonen
Diese prozessorientierte Arbeit handelt vom Erstellen eines A Cappella Arrangements eines Popsongs für einen Jugendchor. Als Ausgangslage dafür wurde der Song «All Things Go» von Mighty Oaks gewählt. Ziel ist es, aus dem originalen Song eine A Cappella-Version zu erstellen, die für einen Jugendchor durchführbar ist und allen Stimmen in Tonlage und Stimmführung, aber auch den stiltypischen Merkmalen des Originals gerecht wird. Die Umsetzung basiert auf den in einer musikalischen Analyse gewonnenen Erkenntnissen. «All Things Go» wird aus verschiedenen Perspektiven untersucht, um die Grundlage für eine dem Original möglichst nahe Umsetzung zu ermöglichen. Dabei spielen die Harmonik, die Melodik und der Rhythmus eine wichtige Rolle, aber auch durch die Analyse des Liedtextes und deren Kontext zeigen sich weitere Möglichkeiten zur musikalischen Darstellung im Arrangement. Die Umsetzung des Arrangements rundet den Prozess ab. Die A-Cappella Formation der PHSG erarbeitet das Werk und ermöglicht so eine klare Beantwortung der Fragestellung
Sexuelle Vielfalt auf der Oberstufe. Eine Untersuchung des Unterrichtsinhalts des Aufklärungsunterrichts bezüglich sexueller Vielfalt auf Oberstufen im Kanton St. Gallen
Sexualität ist ein allgegenwärtiges Thema für Jugendliche auf der Oberstufe. Dazu gehört auch die Findung der eigenen sexuellen Orientierung. Da von den Erziehungsberechtigen keine neutrale und intensive Thematisierung von sexueller Vielfalt erwartet werden kann, gehört Sexualaufklärung in Hinblick auf sexuelle Vielfalt in die Schule. Seit über 100 Jahren steht die Diskussion von Sexualaufklärung in der Schule im Raum und seit den 1980er-Jahren ist der Aufklärungsunterricht Bestandteil der Schule. Durch den Ausbruch von HIV/Aids wurde erstmals Homosexualität im Rahmen der Schule thematisiert. Bis vor der Einführung des Lehrplan 21 gab es in der Deutschschweiz jedoch keine einheitlich verpflichtenden Vorgaben sexuelle Vielfalt in der Schule zu thematisieren. Nur Lehrpersonen, welche die Thematik als wichtig empfanden, vermittelten Informationen zu sexueller Vielfalt. Mit dem Lehrplan 21 soll klar vorgegeben werden, dass diese Thematik in die Schule gehört. Seit der Einführung des Lehrplan 21 gab es keine Untersuchung zum Unterrichtsinhalt bezüglich sexueller Vielfalt. Hier setzt die vorliegende Arbeit an. Durch eine qualitative Erhebung von sechs Interviews mit Lehrpersonen und Expert*innen vom Kanton St. Gallen, wurde festgestellt, dass sexuelle Vielfalt bei allen im Unterricht thematisiert wird. Nicht alle gehen jedoch intensiv darauf ein. Keine der befragten Personen vermittelt alle Kompetenzen, die sexuelle Vielfalt erwähnen, in ihrem Unterricht. Laut der Empfehlung durch aktuelle Fachliteratur, soll der Themenbereich durch eine ausgewogene Ausbildung der Lehrpersonen professionalisiert werden. Es fällt aber auf, dass Weiterbildungen bezüglich sexueller Vielfalt bei den befragten Lehrpersonen nicht vorhanden sind. Ein Mangel an einheitlichen Lehrmitteln, die sexuelle Vielfalt thematisieren ist ein weiterer Befund der Ergebnisse. Dieser geht einher mit der Empfehlung der Fachliteratur, dass eine Grundlage an Lehrmitteln für einen gelingenden Unterricht von sexueller Vielfalt zur Verfügung stehen sollte. Es besteht weiterhin Verbesserungspotential im Hinblick einer intensiven Implementierung von sexueller Vielfalt auf der Oberstufe