Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Was verstehen Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 unter handlungsorientiertem Unterricht? Interpretationen des Konzepts von Wirtschaft, Arbeit, Haushalt-Lehrpersonen der Sekundarstufe 1
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Verständnis sowie der Umsetzung des Konzepts handlungsorientierter Unterricht durch WAH-Lehrpersonen der Sekundarstufe 1. Infolge der Einführung des kompetenzorientierten Unterrichts gewinnt die Thematik des handlungsorientierten Unterrichts auf der Sekundarstufe 1 zunehmend an Relevanz (Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt, 2015). Da das Konzept handlungsorientierter Unterricht zum jetzigen Zeitpunkt für den Bereich der Sekundarstufe 1 in der Theorie nur spärlich aufgearbeitet ist, stellt die Erarbeitung einer möglichen Definition für handlungsorientierten Unterricht im Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt einen wichtigen Teil dieser Arbeit dar. Das Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt bietet sich optimal für eine Befragung an, da es praktisch orientiert ist. Basierend auf dieser Grundlage wird in dieser Forschungsarbeit untersucht, welches Verständnis die WAH-Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 vom Konzept handlungsorientierter Unterricht haben und wie sie dieses im Unterricht umsetzen. Zusätzlich wird untersucht, inwiefern sich verschiedene Elemente handlungsorientierten Unterrichts im Verständnis der befragten WAH-Lehrerinnen widerspiegeln und welche Elemente im Unterricht berücksichtigt werden. Aus den Erkenntnissen der Forschungsfragen lassen sich eine erste Definition des Konzepts handlungsorientierter Unterricht für das Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt erarbeiten sowie eine Checkliste für die Planung von handlungsorientiertem Unterricht erstellen. Um die Hauptfragestellung und die zwei Unterfragestellungen zu beantworten, werden acht Interviews mit WAH-Lehrerinnen der Sekundarstufe 1 durchgeführt und anschliessend nach Kuckartz qualitativer Inhaltsanalyse (2016) ausgewertet. Die Arbeitsdefinition von handlungsorientiertem Unterricht basiert auf Arnold et al. (2016), Edelmann & Wittmann (2012) und Dörig (2003), wobei bei der Analyse der Gespräche vor allem die Elemente handlungsorientierten Unterrichts nach Arnold et al. (2016) verwendet werden, da diese eine strukturierte Analyse der Gespräche ermöglichen. Aus den Erkenntnissen der erhobenen Daten lässt sich herauslesen, dass das Verständnis sowie die Umsetzung der befragten WAH-Lehrerinnen des Konzepts handlungsorientierter Unterricht viele Parallelen zur Theorie aufweisen. Zwar gibt es Unterschiede zwischen den befragten Lehrpersonen und auch Differenzen zur Theorie, wobei aber die Grundvorstellung des Konzepts bei allen ähnlich ist und auch in mehreren Punkten mit der Theorie übereinstimmen. Auf Grundlage der Erkenntnisse aus den Interviews und der Arbeitsdefinition, wird eine erste Definition erstellt, welche das Konzept handlungsorientierter Unterricht für das Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt definiert. Zusätzlich wird eine ausführliche Checkliste mit Erklärungen und Beispielen für die Planung von handlungsorientiertem Unterricht im Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt erstellt, sowie eine knappere Version für bereits erfahrene WAH-Lehrpersonen im Anhang der Arbeit zur Verfügung gestellt. Die Überprüfung und Überarbeitung der Definition wieauchderChecklistesindnichtTeildieserArbeit. DementsprechendistdieRepräsentativität nur beschränkt und die Ergebnisse mit entsprechender Vorsicht zu nutzen. Jedoch soll die Arbeit mit ihren Produkten Interesse am Konzept wecken und die Lehrerinnen und Lehrer dazu anregen, sich mit handlungsorientiertem Unterricht vertraut zu machen. Die Checkliste bietet eine Hilfestellung, um die Planung zu vereinfachen
Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem nicht-suizidalen selbstverletzenden Verhalten (NSSV) von Jugendlichen. Wegen der hohen Prävalenz im Jugendalter werden Lehrkräfte oft mit dieser Thematik konfrontiert. Gestützt auf diverse Studien fühlt sich die Mehrheit der Lehrpersonen, bei einer möglichen Konfrontation mit NSSV betroffenen Jugendlichen, unvorbereitet und überfordert. Gleichzeitig gibt die aktuelle Forschung über dieses Störungsbild im schulischen Kontext nur wenig Auskunft. Die Masterarbeit versucht Lösungsansätze aufzuzeigen, wie Lehrpersonen den Jugendlichen mit selbstverletzendem Verhalten gerecht werden können. Um die Fragestellungen zu beantworten, wurden neben der Theorie insgesamt sechs qualitative Leitfadeninterviews, mit ehemaligen Betroffenen, geführt. Sie haben sich alle während der Schulzeit in der Oberstufe selbstverletzt. Die verantwortlichen Faktoren für das Störungsbild, das individuelle Erscheinungsbild und dem damit zusammenhängende Schulerleben waren im Zentrum der Befragung. Mit Hilfe von Gesprächen mit ehemals betroffenen Personen wurde zusätzlich herausgefunden, welche Reaktionen und Hilfestellungen sie von ihren Lehrpersonen erfahren haben und welche sie sich gewünscht hätten. Die aus der Retroperspektive gewonnenen Daten wurden anhand der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und falls es möglich war, mit der vorhandenen Literatur verglichen. Die ausgewerteten, qualitativen Ergebnisse zeigen, neben einigen Parallelen, eine grosse Individualität im Erleben mit dieser psychischen Störung. Während das selbstverletzende Verhalten bei einigen Befragten einen wesentlichen Platz im Schulalltag einnahm, wurde dieser bei anderen dadurch kaum beeinflusst. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit im Lehrberuf auf Jugendliche mit selbstverletzendem Verhalten zu stossen, soll diese Arbeit helfen Lehrpersonen zu sensibilisieren, Hintergrundwissen anzueignen, Empathie zu schaffen und mögliche Verhaltensweisen bei einer Konfrontation vorzugeben
Virtual Reality im BG-Unterricht. Eine virtuelle Lernumgebung zum Thema Wandmalereien in der Kunst
Diese prozessorientierte Masterarbeit hat sich mit der Überlegung «ob eine virtuelle Lernumgebung im Fach Bildnerisches Gestalten einen Mehrwert bieten kann» befasst. Dabei wurde der Einsatz von virtueller Realität im Rahmen des Lehrplan 21 untersucht. Zur Untersuchung der Fragestellung wurde eine virtuelle Lernumgebung im Rahmen des Kompetenzbereichs BG.3 Kontexte und Orientierung im Fach Bildnerisches Gestalten zum Thema «Wandmalereien» entwickelt. Während der Entwicklungsphase wurde die Lernumgebung immer wieder evaluiert und angepasst. Dabei spielten die Kurzfeedbacks der Testpersonen, sowie die recherchierte Literatur eine Rolle. Im Hauptprojekt, «Virtuelle Reise durch die Kunstgeschichte» werden die Schüler:innen mit verschiedenen Wandmalereien der bekannten Kunstepochen konfrontiert. Während ihrer Reise lernen sie verschiedene Werke und deren Künstler kennen und müssen gezielt nach Informationen suchen. Dabei werden sie mit einer etwas anderen Art der Bildbetrachtung konfrontiert, welche nun digital stattfindet. Die Lernumgebung wurde mit Hilfe der digitalen Tools Blender und Unity entwickelt und kann mit der Google Cardboard im Unterricht eingesetzt werden
Veränderungen in der Mode um 1900 am Beispiel der Stickerei in St. Gallen
Diese Masterarbeit fokussiert auf der Textilindustrie und insbesondere auf dem Aspekt der Stickerei in St. Gallen. Die Ostschweizer Textilindustrie war um 1900 der grösste Exportzweig der Schweizer Wirtschaft, weshalb der Schwerpunkt dieser Arbeit auf den drei Exportländern Deutschland, Frankreich und den USA liegt. Dabei werden Zeitschriften aus diesen Ländern genauer auf ihr Stickereivorkommen, genauer gesagt auf Stickerei auf der weiblichen Kleidung, untersucht. Die Fragestellungen dieser Masterarbeit beschäftigen sich einerseits damit, inwiefern sich die Stickerei auf der weiblichen Kleidung zwischen 1890 und 1920 präsentiert und andererseits mit dem Erfolg und der Krise der ostschweizerischen Stickereiindustrie. Es wird genauer analysiert, ob und wie in den ausländischen Zeitschriften sowohl Blütezeiten als auch der Niedergang der Stickerei vorhanden sind und ob das Verschwinden der Stickerei aus der Kleidung der Frau ersichtlich ist
Ästhetische Forschung und Erkenntnisprozesse. Wie sich das Portfolio als Instrument zur Erfassung von Erkenntnissen eignet
In der vorliegenden Arbeit steht die Ästhetische Forschung und das Portfolio im Fokus. Kunst, Wissenschaft und Ich. Das sind die drei Komponenten, die das Konzept der Ästhetischen Forschung der deutschen Pädagogin Helga Kämpf-Jansen vereint. Sie ist überzeugt davon, dass es für künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzungen nicht viel mehr bedingt als dem, was uns alltäglich widerfährt. Dabei kann jeglicher Gegenstand oder jegliches Thema als Ausgangspunkt dienen. Oftmals wird an solchen prozessorientieren Ansätzen wie zum Beispiel auch der Projektarbeit kritisiert, dass sie aufgrund der Individualität und Subjektivität kaum beurteilbar sind. Im Rahmen dieser Masterarbeit wird genauer untersucht, wie sich das Portfolio als Instrument zur Erfassung von Erkenntnissen anbietet und so eine mögliche Grundlage für eine Bewertung schaffen kann. Dieser Frage wurde mit einer Untersuchung auf der Oberstufe mit einer zwei- ten Realschulklasse nachgegangen. Angelehnt an das Konzept der Ästhetischen Forschung wurde eine Unterrichtseinheit interdisziplinär in den Fächern Bildnerisches Gestalten und Natur und Technik durchgeführt. Während drei Wochen erforschten die Schülerinnen und Schüler das Thema «Evolution ? Entwicklung der Wirbeltiere» gestalterisch und inhaltlich. Dabei führten die Lernenden ein Portfolio, in dem sie alle ihre gestalterischen Produkte, Überlegungen und Reflexionen festhielten. Nach der Unterrichtseinheit wurden zusätzlich mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern halbstandardisierte Leitfadeninterviews geführt, um die Aussagen in den Portfolios zu unterstreichen oder ergänzen. Die Daten der Portfolios wie auch der Interviews wurden in einem weiteren Schritt mit einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Bei der Auswertung wurde der Fokus vor allem auf thematische und gestalterische Erkenntnisse gelegt. Die erhobenen Daten der Untersuchung zeigen, dass sich das Portfolio im Konzept der Ästhetischen Forschung nach Helga Kämpf-Jansen sowohl für die Erfassung von thematischen als auch gestalterischen Erkenntnissen und Lösungsansätzen anbietet und so als Beurteilungsinstrument in der Oberstufe eingesetzt werden könnte. Im Bereich der Biologie konnten im Vergleich zum Bildnerischen Gestalten eine grössere Anzahl an Erkenntnisse erfasst werden, was auch mit den Aussagen der Jugendlichen in den Interviews übereinstimmt
Diskriminierung als fächerübergreifendes Unterrichtsthema. Wie kann das Thema Diskriminierung auf Oberstufenniveau zielführend und fächerübergreifend im Unterricht behandelt werden?
In dieser Arbeit wird die Frage beleuchtet, wie Diskriminierung zieflführend in einer Oberstufe thematisiert werden kann. Aktuelle Forschungsarbeiten, der Einbezug im Lehrplan sowie Interviews mit Oberstufenlehrpersonen dienen dabei als theoretische Grundlage für eine IST-Analyse. Gerade Musik bzw. das Genre Rap nimmt diesbezüglich eine bedeutende Rolle ein und wird zum Bindeglied zwischen ""Diskriminierung"" und dem Alltag der Schülerinnen und Schüler. Die daraus erzielten Erkentnisse mögen letzlich fächenübergreifende Unterrichtseinheiten zu den Themen ""Sexismus/Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Homophobie"" aufzeigen, welche folglich in der Praxis angewandt werden und die Schüler auf dieses Thema sensibilisieren. Das Auseinandersetzen mit diesem Themen regt zum Nachdenken an, reflektiert eigene Ansichten und fokussiert vor allem auch, den Rassismus einzudämmen (Prävention) bevor sich dieser spürbar zu entwickeln beginnt
Lernmotivation der Schüler:innen in einem Service Learning zum Thema Upcycling im Fach Textiles Gestalten
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern die Mitbestimmung der Schüler:innen in einem Service Learning zum Thema Upcycling im Fach Textiles Gestalten deren Lernmotivation beeinflusst. Weiter wird vertieft darauf eingegangen, wie die Mitbestimmung der Schüler:innen gewährleistet und die damit verbundene Lernmotivation konkret gesteigert werden kann. Unter Service Learning wird eine Lehr- und Lernform verstanden, welche gesellschaftliches Engagement von Schüler:innen mit fachlichem Lernen in Verbindung setzt. Um die Fragestellung zu beantworten, wurde ein Service Learning, bei welchem die alte Arbeitskleidung von Coop upcycelt wurde, mit 13 Schüler:innenn über mehrere Wochen hinweg durchgeführt. Die hergestellten Produkte wurden verkauft und der Erlös an die Organisation blindspot gespendet. Basierend auf der Analyse der während dem Projekt geführten Lernjournaleinträgen, der Fragebögen und der halbstrukturierten Gruppeninterviews wurde die Fragestellung überprüft und in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2016) ausgewertet. Nach einer vertieften Auseinandersetzung mit den Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass die Mitbestimmung im Service Learning die Lernmotivation der Schüler:innen steigert. Anzumerken ist, dass die Partizipation der Schüler:innen auf unterschiedliche Art und Weise stattfinden kann. Die Intensität der Partizipation wird dabei von der verantwortlichen Lehrperson bestimmt
St. Gallen nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Medienanalyse St. Galler Zeitungen über die Säuberungsdebatte
Am 8. Mai 1945, am Tag, an dem auf dem europäischen Kriegsschauplatz die Kampfhandlungen eingestellt wurden, rief Bundespräsident Eduard von Steiger zur politischen Säuberung auf. Es folgten Säuberungsaktionen sowie eine Säuberungsde-batte in den Medien. Das Schweizervolk sollte von den deutschen Nationalsozialisten, italienischen Faschisten und den Schweizer Fröntlern gesäubert werden. Diese Arbeit fokussiert sich auf das erste Nachkriegsjahr der Berichterstattung von drei St. Galler Tageszeitungen, welche die Organe unterschiedlicher Parteien waren, um die Berichterstattung miteinander zu vergleichen. Die Ostschweiz, das St. Galler Tagblatt und die Volksstimme werden untersucht. Es wird die Intensität und die Ziel-gruppen der Säuberungsdebatte untersucht. Auch die Position der einzelnen Zeitun-gen sind Bestandteil der Untersuchung. Hier sind geforderte Säuberungsmassnahmen und die Art der Berichterstattung zentral. Die Erkenntnisse zeigen, dass im Jahre 1945 vor allem deutsche Staatsangehörige, welche während des Krieges nationalsozialistisch aktiv waren, in den Fokus der Zei-tungen gerieten und dass die Intensität der Säuberungsdebatte im Juli ihren Höhe-punkt erreichte und anschliessend kontinuierlich abnahm bis zum November 1945. Nach diesem Tiefpunkt facht die Debatte erneut an und fokussierte sich bis zum März 1946 vor allem auf Schweizer Fröntler. Die Zeitungen nahmen mit dem Beginn der Debatte Positionen ein, die sie bis zum Schluss stark vertraten. Die Ostschweiz fuhr eine regierungstreue Linie und kritisierte kaum die Behörden. Beinahe gegenteilig war die Volksstimme unterwegs. Sie forderte ständig Massnahmen und übte fortlaufend Kritik an der Regierung aus. Auch das St. Galler Tagblatt war kritisch, befürwortete aber stets das rechtsstaatliche Vorgehen in den Säuberungsaktionen
Burnout bei Lehrpersonen. Weshalb leiden Lehrpersonen vermehrt an Burnout im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung?
Auffallend ist, dass es im Lehrberuf eine erhöhte Anzahl von Burnout-Fällen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gibt. Bei meinen längeren Stellvertretungen, waren drei von sieben Vertretungen infolge eines diagnostizierten Burnouts bedingt. Um dies zu überprüfen, setzt sich diese Arbeit mit folgender Leitfrage auseinander: ?Weshalb leiden Lehrpersonen vermehrt an Burnout im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung und welche Faktoren sind dabei entscheidend, ob eine Lehrperson gesund bleibt oder erkrankt? ?. Wegen der heutigen Informationsflut sowie einer Vielzahl von interdisziplinären Publikationen, ist es wichtig, einen systematischen Überblick über die Literatur zum Thema Burnout bei Lehrpersonen zu erhalten. Deswegen wird die Masterarbeit als theoretische Arbeit in Form eines «Systematic Reviews» konzipiert. Dazu müssen möglichst alle für die Fragestellung relevanten Publikationen identifiziert, methodisch bewertet, analysiert und zusammengefasst werden. Zentrale Erkenntnisse der Arbeit sind, dass Lehrpersonen aufgrund des Präsentismus, der nicht vorhandenen Karrieremöglichkeiten, der fehlenden Ressourcen und der langen Arbeitswochen im Vergleich zu der Gesamtbevölkerung vermehrt an Burnout erkranken. Bei den Faktoren, welche ausschlaggebend sind, dass eine Lehrperson an Burnout erkrankt, sind folgende Begriffe von zentraler Bedeutung: Grosse Klassen, längere Arbeitszeiten, reduziert erzieherische Erfolge, Konflikte mit Eltern, fehlende Kooperation im Lehrerteam, ungenügende Unterstützung der Schulleitung, Perfektionismus und weitere. Vollständige Faktoren werden bei der Nebenfragestellung 1 aufgeführt sowie erläutert. Bei den Faktoren, welche ausschlaggebend sind, dass eine Lehrperson gesund bleibt, sind die folgen-den Kriterien von zentraler Bedeutung: Gute Work-Life-Balance, personelle Ressourcen, soziale Ressourcen, genügend Zeit zur Unterrichtsvorbereitung, Erholung in den Tagespausen etc. Voll-ständige Faktoren werden bei der Nebenfragestellung 1 aufgeführt sowie erläutert. Bei den Präventionsmassnahmen werden finanzielle Entschädigungen, personelle Entlastung, An-laufstellen für Lehrpersonen, Ressourcen (soziale/eigene), Umgang mit Reformen, Verschiedene Trainingsprogramme und Arbeitsklimaverbesserung genannt und werden folgend erläutert. Für die Grundausbildung gibt es folgende Vorschläge aus den Studien: Peer Review/Konfrontation mit Schlüsselszenen, realitätsnahe Ausbildung, psychologische Ausbildung sowie die Hilfestellung der Schulsozialarbeit. Für die Fort- und Weiterbildung werden folgende Vorschläge in den Studien genannt: Interventionsstudien, Weiterentwicklung im Bereich Zeitmanagement, Bewältigung von sozialen Problemen, Identifikation der Quelle institutioneller Überlastung, Gesundheitsförderung im Beruf sowie gesunder Umgang mit Belastungen
Neophytenbekämpfung in der Landwirtschaft. Probleme und Perspektiven der Bekämpfungsstrategie des Kantons St.Gallen anhand des Einjährigen Berufkrautes
Die Bekämpfung von invasiven Neophyten in der Landwirtschaft ist sowohl für die kantonalen Behörden wie auch für die ausführenden Landwirtinnen und Landwirte eine grosse Herausforderung. Das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) breitet sich seit dem ausserordentlichen Hitzesommer 2003 immer mehr auch auf landwirtschaftlichen Biodiversitätsförderflächen, hauptsächlich Magerwiesen, aus und gilt als meist gefundener invasiver Neophyt in der Agrarlandschaft, weshalb eine koordinierte Bekämpfungsstrategie notwendig ist. Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist, die Probleme der Bekämpfungsstrategie des Kantons St.Gallen zu ergründen und mögliche Perspektiven aufzuzeigen. Dazu wurde eine Onlinebefragung im Mixed-Methods-Ansatz bei Landwirtinnen und Landwirten durchgeführt, um die vorherrschende Strategie in der Umsetzung zu analysieren. In der Auswertung der Umfrage haben sich drei Hauptbereiche dargelegt, in welchen Verbesserungspotenzial vorhanden ist: Koordination, Sensibilisierung und Kontrollen. Entscheidend in der Bekämpfung des Einjährigen Berufkrautes ist somit die Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit Kanton, Gemeinden und Privaten. Zusätzlich wurden Experteninterviews mit Vertreterinnen der Kantone Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Zürich durchgeführt. Diese wurden als ergänzenden Einblick zur Literaturrecherche in andere kantonale Strategien verwendet. Aus den Interviews resultierte, dass die genannten Kantone ähnliche Ansätze in der Bekämpfungsstrategie haben, jedoch einen unterschiedlichen Befall des Einjährigen Berufkrautes wahrnehmen, was sich auch auf den Einsatz der verfügbaren Ressourcen auswirkt. In einem letzten Schritt wurden mögliche Lösungsansätze zur Steigerung der Wirksamkeit der Bekämpfungsstrategie gegen das Einjährige Berufkraut erarbeitet. Dabei wurde auf die drei Hauptproblembereiche, welche aus der Umfrage resultierten, eingegangen. Ebenfalls wurden die Erkenntnisse aus den Experteninterviews miteinbezogen. Daraus resultierten Vorschläge wie eine regionale Ansprechperson für die Landwirtinnen und Landwirte, welche die Koordination mit den Gemeinden unterstützt. Ferner können zur stärkeren Sensibilisierung der breiten Bevölkerung Inserate in Regionalzeitungen oder Gemeindezeitschriften getätigt werden. Für die landwirtschaftliche Bevölkerung wäre ein Flyer hilfreich, der jährlich oder halbjährlich jeden landwirtschaftlichen Betrieb über die Problematik der invasiven Neophyten informiert. Für stärkere Kontrollen bietet sich an, dass die Gemeinden bei Befall von Einjährigem Berufkraut auf landwirtschaftlichen Flächen besser informiert werden, um in der Bekämpfungskontrolle mitwirken zu können