Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Schriftliche Arbeit
Traumata bei Kindern im Kindergartenalter werden in der Gesellschaft vermehrt
diagnostiziert. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer an betroffenen
Kindern um einiges grösser ist, als bekannt ist. Traumatisierte Kinder im Vorschulalter
zu identifizieren ist schwierig, da die gezeigten Symptome zum einen
unspezifisch in ihrer Anzahl sind, zum andern sind sie altersabhängig. So deuten
die Symptome nicht immer eindeutig auf ein Trauma hin, weshalb wiederholt auffälliges
Verhalten in Relation zu Entwicklungsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefiziten
gesetzt wird. Das hat zur Folge, dass schlussendlich eine Entwicklungsstörungen
oder ein Aufmerksamkeitsdefizit diagnostiziert wird und die Traumafolgestörungen
unentdeckt bleiben. Um dem entgegenzuwirken wird von Fach- und
Lehrpersonen genaues Beobachten und vertiefte Kenntnisse zu Traumata gefordert.
In einem theoretischen Teil zur Traumatologie wird deshalb auf das Trauma
selbst, dessen psychische Störungen, welche sich durch ein traumatisches Ereignis
entwickeln können, sowie auf mögliche Heilungsprozesse eingegangen. Das
Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, ein Bilderbuch, welches als Hilfsmittel
für die Arbeit mit traumatisierten Kindern eingesetzt werden kann, zu verfassen.
Dieses Bilderbuch ist auch als Mittel zur Sensibilisierung des Themas bei gesunden
Kindern in Zusammenarbeit mit Fach- und Lehrpersonen gedacht. Im Bilderbuch
«Fischi Tapfer ist anders» werden verschiedene theoretische Aspekte eines
Traumas sowie der Folgestörung Posttraumatische Belastungsstörung, sorgfältig
angegangen. Um Lehr- und Fachpersonen in der Arbeit mit dem Bilderbuch zu unterstützen,
ist zusätzlich ein Kommentar in Form eines Leitfadens vorhanden
Familien mit Migrationshintergrund und nichtdeutscher Muttersprache während des COVID-19 Lockdowns
Das neue Coronavirus hat sich im Jahr 2020 mit rasender Geschwindigkeit in der ganzen Welt verbreitet. Dies hat grosse Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und damit auch auf das Schulsystem. Rund um den Globus wurden Bildungseinrichtungen geschlossen. So geschah dies auch am 13. März 2020 in der Schweiz. Der Präsenzunterricht musste dem sogenannten «Fernunterricht» weichen. Die Kinder waren per sofort zu Hause, wodurch alle Beteiligten herausgefordert wurden. Eltern mussten einen Teil der Rolle der Lehrperson übernehmen und ihre Kinder betreuen als auch unterstützen. Vor allem weniger privilegierte Familien bekamen die Folgen des Lockdowns hart zu spüren. So öffnet sich folgende Fragestellung: Wie erlebten Mittelstufenschülerinnen und Mittelstufenschüler mit Migrationshintergrund und nichtdeutscher Muttersprache sowie deren Eltern die schulischen Herausforderungen während des COVID-19 Lockdowns? Mit leitfadenorientierten, teilstrukturierten Einzelinterviews wurde dieser Frage nachgegangen. Die Stichprobe besteht aus drei Schülerinnen und Schülern aus dem St. Galler Rheintal und deren Müttern. Die erhobenen Daten wurden anhand der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Es zeigt sich, dass der Lockdown zu positiven, als auch zu negativen Effekten geführt hat. Als besonders positiv wird von Eltern als auch von Lernenden wahrgenommen, dass viel mehr Zeit vorhanden war. Dank dieses Überschusses konnten die Familien mehr miteinander unternehmen als üblich. Sehr bedenklich ist, dass die Chancengleichheit während des «Fernunterrichts» nicht gegeben ist, da Familien verschiedene Unterstützungs- und Betreuungsmöglichkeiten haben. Ausserdem sind die stark depressiven Symptome, vor allem jene von jüngeren Menschen, im Vergleich zu vor der Pandemie signifikant angestiegen. Dies ist alarmierend. Insgesamt erlebten Lernende sowie Eltern schulische Belastungen während des Lockdowns sehr unterschiedlich
Selektiver Mutismus in der Primarschule
Während eines Praktikums begegnete die Autorin einem Kind, welches plötzlich das
Sprechen verweigerte. Bei einem Gespräch erklärte die Lehrperson, dass das Kind etwa
ein Jahr mit niemandem gesprochen hatte und diese Sprachstörung einen Namen hat.
Das Verweigern vom Sprechen gegenüber bestimmten Personen an bestimmten Orten
wird «Selektiver Mutismus» genannt. Diese Störung war der Autorin bis zu dieser Arbeit
nur ein Begriff, und die Integration solcher Kinder eine Frage ohne Antwort. Daher ist es
Ziel dieser Arbeit herauszufinden, wie Kinder mit der Sprachstörung «Selektiver
Mutismus» am förderlichsten in ein Unterrichtssetting integriert werden können, in
welchem die verbale Kommunikation im Vordergrund steht. Dazu wird folgende
Fragestellung formuliert: Was ist im Umgang mit selektiv mutistischen Kindern im
Lernsetting Klassenrat zu beachten? Um diese Frage zu beantworten, werden
Experteninterviews mit Lehrpersonen und Logopädinnen durchgeführt. Dies hat zum
Ziel, dass das Störungsbild von zwei unterschiedlichen schulischen Perspektiven
beschrieben wird, die zusammen ein differenziertes Bild ergeben.
Die Antworten dieser Erhebung in Diskussion mit der Theorie zeigen, dass vor allem eine
sichere Umgebung, Geduld, alternative Kommunikationsmittel und die
Gleichbehandlung aller Kinder den Zugang zur Sprache vereinfachen. Anhand dieser
Punkte kann eine Lehrperson ihr Verhalten so anpassen, dass sich ein selektiv
mutistisches Kind in einem Unterrichtssetting wie dem Klassenrat auch ohne verbale
Sprache integrieren kann
Der Leseknick und Möglichkeiten ihn zu verhindern. Optimale Leseförderung in der Schule und zu Hause für Kinder von der 2. bis zur 4. Klasse
Lesen gilt in unserer Gesellschaft als Schlüsselkompetenz und ist bedeutsam für Schule, Berufs- und Privatleben. Umso mehr Sorgen bereitet es, dass viele Schülerinnen und Schüler, oft bis ins Erwachsenenalter, keine genügende Lesekompetenz erreichen. Ein Grund dafür kann der sogenannte erste Leseknick in der Unterstufe sein, wobei die Motivation verloren geht, bevor der Einstieg ins Lesen gelingt. Die Autorin sucht deshalb nach Möglichkeiten, wie dieser Leseknick verhindert werden kann und versucht die optimale Leseförderung für Schülerinnen und Schüler von der 2. bis zur 4. Klasse zu finden. Dabei kommt die Bedeutung der Lesesozialisation, vor allem der Instanz Familie, zum Tragen. Es ist wichtig, dass die Kinder schon vor der Einschulung positive literarische Erfahrungen machen, beispielsweise durch Vorlesen oder sie ihre Eltern als Lesevorbild erleben. Nach der Einschulung ist das Elternhaus als Ort der Leseförderung weiterhin von Bedeutung, wobei nun auch die Schule einen Teil der Leseförderung leistet. Im Unterricht steht vor allem die Verbesserung der Leseflüssigkeit und dem damit zusammenhängenden Textverständnis im Vordergrund, um den Einstieg ins Lesen gelingen zu lassen und einen Leseknick möglichst zu vermeiden. Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wobei die Laut- und Vielleseverfahren populär sind und auch die Vermittlung von Lesestrategien ein verbessertes Textverständnis verspricht
Förderung von sozialen Kompetenzen im Wald
Die Autorin stellte in diversen Kindergartenpraktika fest, dass im Wald kaum geführte Sequenzen stattgefunden haben. Diese Arbeit soll mit einem selbst hergestellten Instrument eine Möglichkeit eröffnen, einfache Unterrichtssequenzen im Wald durchzuführen. Durch das neue Setting können soziale Fertigkeiten in einem anderen Rahmen geübt und gefestigt werden. Vor allem für die überfachlichen Kompetenzen des Lehrplan 21 bietet sich der Wald als interessanter Lernort an. Durch die gewonnenen Erkenntnisse konnte ein Spielanhänger entwickelt werde. Dieser beinhaltet diverse Spiele zur Förderung der sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche im Wald mit einer Kindergartenklasse durchgeführt werden können
Trauerarbeit mit Primarschülerinnen und -schülern der Unterstufe
Der Tod und die damit verbundene Trauer sind allgegenwärtig und in der Gesellschaft
weiterhin ein Tabuthema. Im Zentrum der Bachelorarbeit steht der gesellschaftliche
Kontext, der die kindlichen Erfahrungen im Grundschulalter mit Sterben und mit dem
Tod prägt, die entwicklungspsychologischen Grundlagen, die verstehen helfen, wie
Kinder den Tod erleben, sowie pädagogische Betrachtungen, um Kinder bei
Abschiedserfahrungen zu begleiten und zu unterstützen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung von Sterben und Trauer aus Sicht eines
Schülers oder einer Schülerin zu untersuchen und dabei insbesondere die möglichen
und optimalen Verhaltensweisen der Lehrerinnen und Lehrer zu reflektieren und
darzustellen. Um die Forschungsfrage zu beantworten, ist eine Durchforschung von
bedeutender Literatur und Interviews von betroffenen Lehrpersonen durchgeführt
worden. Die Bachelorarbeit soll Lehrerinnen und Lehrer anregen, Themen wie Trauer,
Sterben und andere leidvolle Situationen nicht zu vermeiden, sondern sie handelnd
anzugehen, wenn ein Trauerfall im Klassenzimmer auftritt
Mädchenliteratur um 1930. Eine Analyse der Figuren Pucki und Pommerle
Die vorliegende Bachelorarbeit gibt einen Einblick in die Mädchenliteratur zur Zeit der
Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus. Das Ziel ist, die Gemeinsamkeiten und
Unterschiede der ersten Bände der Kinderbuchreihen Pucki und Pommerle, geschrieben von
Magda Trott, zu eruieren. Dazu wird folgende Leitfrage gestellt: Welche unterschiedlichen
Mädchenbilder werden durch die Figuren Pucki und Pommerle vermittelt?.
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach
Mayring gearbeitet. In der Analyse werden sowohl deduktive Kategorien angewendet als auch
induktive Kategorien gebildet. Darin wird auf die Erziehung, die Vater-Tochter-Beziehung, den
Verzicht, das erwünschte Verhalten, die Puppe, Schutzengel und auch auf die
Charaktereigenschaften wie Gutmütigkeit und Eigeninitiative eingegangen. Die Ergebnisse
zeigen, dass die vermittelten Rollenbilder miteinander übereinstimmen, wobei sich die Bücher
bei der Einübung dieser Rollenbilder durchaus unterscheiden. Damit zeigt sich, dass die an die
Zeit der Weimarer Republik und den Nationalsozialismus gebundenen Rollen in beiden
Kinderbuchreihen vorzufinden sind
Ist Mehrsprachigkeit ein Vorteil für das Lernen von Englisch?
Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit war es herauszufinden, ob sich die Leistungen von
Kindern, abhängig von ihrer Ein- oder Mehrsprachigkeit, im Fach Englisch unterscheiden.
Dafür wurden die Leistungen von insgesamt 87 Schülerinnen und Schülern der 5. Primarstufe
mittels Standortbestimmung getestet, nachdem sie einen Fragebogen mit Fragen bezüglich ihrer
sprachlichen Entwicklung beantwortet hatten. Basis dieser Untersuchung waren 4 Ansätze von
Spracherwerbstheorien
Fünf Schweizer Sportlehrmittel für die Primarstufe im Vergleich. Erstellung von Unterrichtsbausteinen auf dem Onlinetool "schulsportplaner.ch" mit den in der Analyse gewonnenen Kenntnissen
Durch die Einführung des Lehrplans 21 müssen auch Schweizer Sportlehrmittel neue Anforderungen erfüllen. Um herauszufinden, ob es schon Lehrmittel gibt, die lehrplan-21-kompatibel sind und dazu eine praktische und einfache Handhabung gewährleisten, wurden in dieser Arbeit fünf analoge Sportlehrmittel bewertet und verglichen. Dazu wurde, basierend auf den "Fachbereichsübergreifenden Beurteilungskriterien" von Levanto, ein Kriterienraster erstellt.
In der Beurteilung schnitten die Spielfächer am besten ab. Dies ist hauptsächlich der guten Bewertung des Kriteriums "Inhaltsdifferenzierung" zu verdanken, in welchem sie einige Punkte auf das zweitbeste Lehrmittel gutmachen konnten.
Die aus der Analyse herausgearbeiteten Ergebnisse wurden in einem zweiten Teil für die Erstellung von zwanzig Unterrichtsbausteinen auf dem Schulsportplaner eingesetzt. Das Onlinetool "schulsportplaner.ch" setzt sich zum Ziel, die Qualität von Sportunterricht zu steigern. Es vereint Anregungen über alle Kompetenzbereiche des Fachbereichs "Bewegung und Sport" hinweg und orientiert sich dabei streng am Lehrplan 21. Seine Grundlage bilden von Fachpersonen erstellte Unterrichtsbausteine, die individuell zusammengestellt und abgeändert werden können. Durch die zwanzig erstellten Bausteine werden die Lehrplanbereiche BS.3.B.1 "Bewegungskunststücke", BS.1.A.1 "Schnell Laufen", BS.1.B.1 "Weit Springen" mehrheitlich abgedeckt
Zusammenhang der Motivation und des Geschlechtes bezüglich des Bewegungsfeldes Darstellen und Tanzen. Eine empirische Untersuchung im Fachbereich Sport
In diversen Praktika, im Rahmen der Ausbildung zur Lehrperson an der pädagogischen Hochschule, hat die Autorin mit Lehrpersonen über das Bewegungsfeld Darstellen und Tanzen gesprochen. Dabei ist meist die Meinung hervorgegangen, dass Tanzen nur den Mädchen Spass macht und die Lehrpersonen den Kompetenzbereich Darstellen und Tanzen selten im Sportunterricht einbeziehen. Die vorliegende Bachelorarbeit geht dieser Vermutung nach und untersucht die Frage, ob sich die Motivation bei Mädchen und Jungen im Bewegungsfeld Tanzen unterscheidet. Um die motivationale Orientierung der Mädchen und Jungen zu messen, wurde eine Interventionsstudie im Zeitraum von drei Wochen bei zwei Mittelstufenklassen durchgeführt. Während der Intervention wurde in jeweils zwei Sportlektionen pro Woche an einer Klassen- und einer Gruppenchoreografie gearbeitet. Für die Messung der Motivation wurde ein Motivationsfragebogen entworfen. Diesen füllten die Lernenden vor und nach der Intervention aus. Die Auswertung des Motivationsfragebogens hat gezeigt, dass die Mädchen motivierter sind als die Jungen beim Thema Darstellen und Tanzen. Jedoch hat sich während der Intervention die motivationale Orientierung der Jungen stärker als bei den Mädchen gesteigert. Dies hat die empirische Hypothese dieser Arbeit bestätigt, dass die Zunahme der Motivation der Jungen im Bewegungsfeld Tanzen zwischen den zwei Erhebungszeitpunkten grösser ist als bei den Mädchen