Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG): PHIQ
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Weshalb bleiben Lehrpersonen für lange Zeit an der gleichen Schule? Eine qualitative Untersuchung zum Verbleib von Oberstufenlehrpersonen an Ostschweizer Schulen
Um dem seit Jahren herrschenden Mangel an Lehrpersonen auf schon auf Schulhausebene entgegenzuwirken, kann ein langer Verbleib von Lehrpersonen an der gleichen Schule die Schulleitungen in Bezug auf die Personalsuche entlasten. Dafür ist es notwendig zu verstehen, welche Faktoren Lehrpersonen an einer Schule halten. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, welche Faktoren einen Einfluss auf den Verbleib von Oberstufenlehrpersonen an Schulen haben. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: Weshalb arbeiten Oberstufenlehrpersonen von Ostschweizer Schulen über zwanzig Jahre lang an der gleichen Schule? Für die Beantwortung der Forschungsfrage wurden sechs teilstrukturierte Interviews mit Oberstufenlehrpersonen aus den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden durchgeführt, welche mindestens zwanzig Jahre lang am gleichen Oberstufenschulhaus unterrichtet haben. Die Lehrpersonen wurden bezüglich der Karrierelaufbahn, der Arbeit im Lehrberuf, der Schule und des Umfeldes und der Belastungen und Ressourcen befragt. Die Interviews wurden anschliessend mit einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und analysiert. Die Antworten der Lehrpersonen weisen einen hohen Grad an Individualität aus. Die Gründe für den Verbleib an einer Schule sind stark von den persönlichen Ansichten und Empfindungen der Lehrpersonen abhängig und werden vom Umfeld der Lehrpersonen beeinflusst. Der relevanteste Erklärungsgrund für den langjährigen Verbleib ist die Eingebundenheit der Lehrpersonen an der Schule und die Eingebundenheit im persönlichen Umfeld. Die Eingebundenheit an der Schule wird von den Schüler:innen, den anderen Lehrpersonen und der Schulleitung beeinflusst, wobei nicht immer alle drei Einflussfaktoren zusammen auftreten und eine negative Ausprägung von einer der drei Komponenten nicht zwingend als Kündigungsgrund wirken muss. Bezüglich der Eingebundenheit im persönlichen Um-feld erweist sich die Wohnsituation als relevant. Für in der Schulgemeinde wohnende Lehrpersonen ist es als zentraler Verbleibsgrund anzusehen, da sie durch Familie und Wohneigentum im Ort eingebunden sind. Letztendlich können auch Rahmenbedingungen wie das Schulsystem oder die finanziellen und strukturellen Möglichkeiten der Schule oder die Schulgemeinde einen Einfluss auf den Verbleib haben, da diese arbeitserleichternde Faktoren darstellen. Die befragten Lehrpersonen beschreiben eine grosse Begeisterung für die Arbeit mit Jugendlichen und das Unterrichten an sich und weisen somit intrinsische Motivation auf. Der Verbleib von Lehrpersonen an Schulen bleibt auch nach der vorliegenden Studie ein von hoher Individualität geprägter Untersuchungsgegenstand. Abschliessend kann nicht ein isolierter Grund für den Verbleib festgelegt werden, da ein komplexes Zusammenspiel von sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren vorliegt und sich die schulhausinternen Gründe mit den schulhausexternen Gründen konkurrieren. Die vorliegende Untersuchung leistet mit dem Einblick in die subjektive Sichtweise der langjährig verbleibenden Lehrpersonen einen Beitrag zum Forschungsgegenstand des Verbleibs von Lehrpersonen an einem Schulhaus und somit auch einen Beitrag zur Forschung der beruflichen Mobilität von Lehrpersonen
Genderkompetenz in der berufspraktischen Ausbildung angehender Natur und Technik Lehrpersonen. Eine Interviewstudie mit Praktikumsleitenden und angehenden Lehrpersonen der Pädagogischen Hochschule St. Gallen
Unterschiede in den Leistungen der Schüler:innen im Fach Natur und Technik und auch die unterschiedliche Berufswahl der Schüler:innen wurden bereits mehrfach festgestellt. So schlossen die Mädchen in den MINT-Fächern bei der PISA Erhebung in den letzten Jahren immer schlechter ab als die Knaben. Die Leistungen der Mädchen sanken sogar im Vergleich zu den Knaben über die Jahre. Mädchen schätzen ihre eigenen Fähigkeiten in den Naturwissenschaften tiefer ein, was wiederum die tatsächliche Leistung beeinflusst. Diese Unterschiede wirken sich auch auf die Berufswahl aus. Die Erhebungen zur Lehrstellenwahl, zeigen in mehreren Kantonen und auch in nationalen Umfragen, dass Mädchen und Knaben geschlechtsstereotypische Berufe bevorzugen und je nach Beruf ein starker Unterschied am Anteil der Mädchen und Knaben erkennbar ist. Das Selbstbild der Mädchen und Knaben variiert stark. In der Forschung wurden bereits mehrere Aspekte der Rolle der Schule und der Lehrpersonen in Hinsicht auf die Leistungen und das Selbstbild der Schüler:innen untersucht. Lehrpersonen selbst besitzen ein stereotypisches Bild über Knaben und Mädchen und deren Fähigkeiten. Dieses beeinflusst, teilweise auch unterbewusst, die Unterrichtsgestaltung und die Handlungen der Lehrpersonen. Eine Stereotypisierung fördert nicht die Bedürfnisse aller Schüler:innen und kann zu einer Benachteiligung führen. So wurden Handlungsmassnahmen entwickelt, welche eine Lehrperson in ihrem Unterricht einsetzen sollte, um die individuellen Bedürfnisse der Schüler:innen zu fördern. Dies ist ein genderkompetenter Natur und Technik Unterricht. Genderkompetenter Unterricht stärkt in Natur und Technik die Mädchen in der Entwicklung eines positiven Selbstbildnisses im Bereich Natur und Technik und benachteiligt dabei nicht die Knaben. An der Pädagogischen Hochschule St. Gallen wird Genderkompetenz bereits zu einem kleinen Teil in die Ausbildung zur Lehrperson Sekundarstufe I im Fachbereich Natur und Technik gelehrt. Der grösste Einfluss auf die Sensibilisierung hat dabei das Modul Bereichsdidaktik Natur und Technik 3. Zur Entwicklung und Förderung von Genderkompetenz reicht jedoch nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung. Die Ausbildung von Genderkompetenz sollte auch in der Praxis stattfinden und entsprechend überprüft werden. Aus diesem Grund wurde im Rahmen dieser Masterarbeit eine qualitative Untersuchung anhand von Interviews mit Praktikumsleitenden und Studierenden durchgeführt. Diese soll aufzeigen, in welcher Form Genderkompetenz bereits in der berufspraktischen Ausbildung integriert ist. Dabei zeigte sich, dass Genderkompetenz noch keinen definierten Rahmen in den Praktika hat. Den Praktikumsleitenden ist zu einem grossen Teil noch nicht bewusst, dass Genderkompetenz ein Teil der Ausbildung ist und dies thematisiert und bewertet werden kann. Zudem bräuchten viele Praktikumsleitende eine Weiterbildung zu Genderkompetenz, um die eigene Sicherheit in der Thematik zu erlangen, um eine angemessen Betreuung zu Genderkompetenz in den Praktika zu gewährleisten. Studierende zeigten in der Untersuchung eine breiter ausgelegte Auffassung zu Genderkompetenz und mehr Handlungsmassnahmen zur Förderung beider Geschlechter im Natur und Technik Unterricht. Dies, obwohl die Studierenden bis anhin ihre Genderkompetenz in den Praktika nicht weiterentwickelt oder fokussiert haben. Trotzdem weisen die meisten Befragten eine positive Einstellung gegenüber Genderkompetenz auf und sehen die Relevanz und die Notwendigkeit der Entwicklung von Genderkompetenz. Die Bereitschaft zur Fokussierung von Genderkompetenz in den Praktika ist sowohl bei den Studierenden wie auch den Praktikumsleitenden hoch. Ziel sollte es deshalb sein, den Gap zwischen den Studierenden und den Praktikumsleitenden zu schliessen und Genderkompetenz in der Berufspraxis mehr zu integrieren. Aus diesem Grunde wurden abschliessend aus den Aussagen der Praktikumsleitenden und der Studierenden mögliche Handlungsmassnahmen für die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen formuliert
Die Gravitationskonstante. Ein Versuch mithilfe einer eigenen Torsionswaage die Gravitationskonstante zu berechnen
Der Autor dieser Masterarbeit setzt sich mit der experimentellen Bestimmung der Gravitationskonstante auseinander. Das Experiment soll nicht mit den heutigen Mitteln reproduziert werden, sondern mit denjenigen, die zu den Zeiten der Entdeckung der Konstante verfügbar waren. Für das Experiment wird eine vom Autor eigens konstruierte Apparatur genutzt ? eine sogenannte Torsionswaage. Diese soll eine starke Vereinfachung der Torsionswaage des Physikers Cavendish sein. Es wird die Frage behandelt, ob mit einer eigenen Apparatur die Gravitationskraft mithilfe ihrer Phänomene feststellbar und damit die Gravitationskonstante ermittelbar ist. Um die Ergebnisse festzuhalten, wurde das Experiment gefilmt. Die experimentell ermittelten Daten sollen mit den vorhandenen wissenschaftlichen Konstanten verglichen und analysiert wer-den. Somit spielt auch der geschichtliche Input eine Rolle und soll mit in die Arbeit eingebunden werden. Dadurch soll ein Einblick gegeben werden, wie die Konstante ursprünglich ermittelt wurde, ebenso wie sie sich durch immer genauere Apparaturen zur heutigen, in jedem Formelbuch zu findender Zahl, justiert hat. Dabei steht in diesem Bereich der Arbeit die Wissenschaftsgeschichte im Fokus. Ausserdem wird die Frage nach dem allgemeinen Nutzen der Sinnhaftigkeit des Experimentierens auf der Oberstufe ausgearbeitet. In diesem Teilbereich der Arbeit liegt das Hauptaugenmerk auf den schon vorhandenen pädagogischen Konzepten, wobei das Experiment exemplarisch als Beispiel fungieren soll. Das jedoch nur am Rande, weil das Experiment im Kontext der Oberstufe nicht stufengerecht ist. Ergebnisse Das Experiment ist nicht geglückt und wurde nach drei Wochen abgebrochen, da die Torsionswaage nicht in die Ruheposition gebracht werden konnte. Damit wurde die Hypothese widerlegt. Jedoch lässt sich nicht eindeutig festlegen, dass das Experiment nicht funktionieren kann. Der Autor geht davon aus, dass das Abschirmen gegen äussere Einflüsse, insbesondere der Luft, das Hauptproblem war. Die zu erreichende Messgenauigkeit ist wahrscheinlich zu optimistisch angesetzt worden. Mit der Fehlerrechnung konnten Werte ermittelt werden. Die Resultate konnten die grossen Schwierigkeiten im Bereich der Genauigkeit aufzeigen. III Ob das Experimentieren hilft, die physikalischen Phänomene besser zu verstehen, konnte nicht abschliessend beantwortet werden. In jedem Fall scheint das Experimentieren das Interesse der Schüler:innen zu stärken
Das Wahlfach Italienisch an Sekundarschulen 1 im Kanton St. Gallen. Eine Mixed-Methods-Studie zum Angebot und der Umsetzung des Wahlfachs Italienisch an Sekundarschulen 1 im Kanton St. Gallen
Es steht im Interesse verschiedener Akteure und Akteurinnen, die Mehrsprachigkeit und die vier Landessprachen in der Schweiz beizubehalten und zu festigen. Folglich ist es wünschenswert, an Sekundarschulen fakultative Lektionen in einer dritten Landessprache anzubieten. Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit besteht darin, das Wahlfachangebot Italienisch auf der Sekundarstufe 1 im Kanton St. Gallen zu erfassen. Dafür wurde sowohl eine quantitative als auch qualitative Erhebungen umgesetzt. Die Daten zum Angebot und der effektiven Durchführung des Wahlfachs Italienisch an Sekundarschulen 1 im Kanton St. Gallen wurden mittels Fragebogen an die Schulleitungen empirisch erhoben. Um verschiedene Meinungen und aktuelle Herausforderungen zum Wahlfachangebot Italienisch in Erfahrung bringen zu können, wurden halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit der Verantwortlichen für Fremdsprachen des Amtes für Volksschule St. Gallen und mit vier Italienischlehrpersonen durchgeführt. Die gewonnenen Ergebnisse erheben nicht den Anspruch repräsentativ zu sein, gleichwohl erlauben sie Rückschlüsse auf die tatsächliche Situation des Italienischen im Kanton St. Gallen und bieten die Möglichkeit, Handlungsempfehlungen für den Kanton zu formulieren. Die Untersuchung hat aufgezeigt, dass Italienisch als Wahlfach mit Angebotspflicht, an fast allen Schulen, die sich an der Befragung beteiligten, angeboten wurde. Tatsächlich wurde das Wahlfach jedoch über die drei erhobenen Schuljahre 2018/19, 2019/20 und 2020/21 an weit über der Hälfte der antwortenden Oberstufen nicht durchgeführt. Durch die Begründungen seitens der Schulleitungen besteht Grund zur Vermutung, dass die Durchführung von der festgelegten Mindestanzahl Anmeldungen verhindert wird. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass bis auf sechs Ausnahmen an allen Sekundarschulen 1 Lehrpersonen vertreten sind, die Italienisch unterrichten oder unterrichten könnten. Im Zuge der Interviews hat sich jedoch herauskristallisiert, dass an den Oberstufen ein Mangel an motivierten und qualifizierten Lehrpersonen mit einem breiten Fächerprofil, die sich für das Wahlfach Italienisch stark machen, bestehen könnte. Damit einhergehend ergibt sich auch die Forderung an die kantonalen Ausbildungsstätten, angehenden Lehrpersonen die Möglichkeit zu geben, sich dementsprechend auszubilden
Förderung von Kompetenzen zur Lebensbewältigung durch Ansätze der Positiven Psychologie
Gemäss einer Studie zu Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen in der Schweiz ist seit 2002 ist eine Zunahme an chronisch psychoaffektiven Beschwerden bei Jugendlichen zu beobachten. An-gesichts dieser Ausgangslage ist ein Bedarf an stressmindernden Massnahmen in der Schule festzu-stellen. Zur Prävention psychischer Probleme und zur Förderung der psychischen Gesundheit schei-nen Interventionen, die dem Erwerb und der Festigung von Kompetenzen zur Lebensbewältigung dienen, hilfreich zu sein. Durch solche Kompetenzen können die Schülerinnen und Schüler die nega-tiven Auswirkungen von Stress lindern und auch in Zukunft Entwicklungsaufgaben besser bewälti-gen. In dieser Arbeit werden drei Konzepte mit Kompetenzen zur Lebensbewältigung mittels struktu-rierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring einander gegenübergestellt. Dies sind die Über-fachlichen Kompetenzen des Lehrplans 21, die Schlüsselkompetenzen der OECD und die ?life skills? (Lebenskompetenzen) der WHO. Innerhalb dieser drei Konzepte wird nach Gemeinsamkeiten, Unter-schieden und Alleinstellungsmerkmalen gesucht, um festzustellen, welche Kompetenzen zur Lebens-bewältigung besonders wichtig sind. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich diese Kompetenzen zur Lebensbewältigung mit den Ansätzen der ?Positiven Psychologie? in der Oberstufe fördern lassen. Insgesamt konnten acht identische Kompetenzen zur Lebensbewältigung evaluiert werden, die in allen drei Konzepten vorhanden sind. Für eine optimale Förderung von Kompetenzen zur Lebensbewältigung in der Oberstufe durch Ansätze der Positiven Psychologie ist insbesondere die Haltung und das Verhalten der Lehrperson ausschlaggebend
Wenn Kinder ehemaliger Verdingkinder erzählen. Eine Untersuchung der familiären Erinnerungskultur von ehemaligen Verdingkindern im Kanton St. Gallen
Lange wurde in der Öffentlichkeit über das Schicksal von Verdingkindern geschwiegen. In den vergangenen Jahren hat die Diskussion rund um das Thema der Fremdplatzierung jedoch einen regelrechten Aufschwung erlebt. Wie mit der Thematik innerhalb der Familie umgegangen wurde, ist jedoch weitgehend unklar. Motiviert durch eigene Erfahrungen im Familienkreis, befasst sich die Arbeit mit der familiären Erinnerungskultur von ehemaligen Verdingkindern. Ziel der Arbeit ist es, anhand Interviews und Archivquellen einen neuen Zugang zur familiären Erinnerungskultur in Familien von ehemaligen Verdingkindern zu erhalten und diese zu analysieren. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Verdingwesen im ländlichen Raum. Hierzu wurden Fälle von Verdingkindern im Kanton St. Gallen mit Unterbringung in der Landwirtschaft beziehungsweise in privaten Unterkünften in landwirtschaftlichen Lebenswelten untersucht. Mit vier Personen der zweiten Generation wurde ein narrativ-lebensweltlich-biografisches Interview durchgeführt. Sowohl die Archivquellen als auch die Interviews wurden mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse untersucht. Durch das Vorgehen wurde eine Entdeckung von bisher ungehörten Stimmen ermöglicht. So konnte die vorliegende Arbeit anhand von zwei exemplarischen Fällen darstellen, wie individuell Erinnern sich gestalten kann. Anhand der intra- als auch interfamiliären Vergleichen konnte ausserdem aufgezeigt werden, inwiefern ein kollektives Gedächtnis durch den Austausch in den Familien entstanden ist. Folglich zeigt die Analyse einige ähnliche Muster in der familiären Erinnerungskultur. Diese Muster sind von einer gewissen Ambivalenz innerhalb der Aussagen der Befragten durchzogen
Handlungsorientierte Umsetzung ausgewählter geografischer RZG-Kompetenzen aus dem Lehrplan 21 im Alpsteingebiet
Ausserschulische Lernorte gehören nach wissenschaftlichem Forschungsstand in den Unterricht. In der Arbeit werden wissenschaftlich erwiesene Mehrwerte und Nachteile erörtert und zu Qualitätmerkmale für ausserschulischen Unterricht geformt. Diese werden anschliessend mit den fachwissenschaftlichen Besonderheiten des Alpsteins und den Kompetenzen des Lehrplan 21 zusammengeführt. Das Produkt ist eine mehrtägige Geologieexkursion, die mit einer Oberstufenklasse durchgeführt und evaluiert wird. Schliesslich wird die Exkursion mit drei Instrumenten evaluiert, sodass die methodischen, didaktischen und inhaltlichen Aspekte der Exkursion optimiert werden können. Die Erkenntnisse aus der Evaluation zeigen zudem auf, inwiefern sich die Mehrwerte von ausserschulischem Lernen mit der Praxis im Alpstein verbinden lassen
Bilderbuch zum Forschen und Experimentieren mit Wasserphänomenen im Kindergarten
Wieso schwimmen Schiffe? Wie atmen Fische? Warum ist Schnee weiss? Warum regnet es? Diese und viele mehr «W-Fragen» stellen uns Kinder fast täglich. Solche Kinderfragen nach dem «Warum» und «Wieso» sind für uns Erwachsene oft nicht einfach zu beantworten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die «Naturphänomene des Wassers» experimentell mit einem gendergerechten Bilderbuch im Kindergarten erarbeitet werden können. Ziel dieser Arbeit ist es, Mädchen und Jungen gleichwertig an die Naturwissenschaften heranzuführen und sie dafür zu begeistern. Der Theorieteil umfasst die Thematik der Naturwissenschaften im Kindergarten, der damit verbundene Weg der Wissenserkenntnis und die verschiedenen Arbeitsweisen und Methoden für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Des Weiteren wird das Vorgehen des Experimentierens und die Thematik Wasser erläutert. Ferner werden die Fragen rund um die Geschlechtergerechtigkeit, Geschlecht und Gender, Geschlechterrollen und Klischees sowie gendersensible Bildung behandelt. Zum Schluss wird die Bedeutung von Bilderbücher, sowie deren Merkmale aufgelistet. Aus diesen theoretischen Grundlagen hat sich ein Bilderbuch entwickelt. Im Teil der praktischen Umsetzung wird der Prozess der Bilderbuchherstellung kurz erläutert und anschliessend anhand von selbsterstellten Kriterien analysiert
„Einmal um die Welt!“ Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe für die Unterstufe
Die vorliegende Arbeit geht den Fragen nach, wie ein geographisch weit entferntes Thema wie „Einmal um die Welt!“ Kinder in der Unterstufe nahegebracht werden kann, wie ein geographisches Thema handlungsorientiert unterrichtet werden kann und wie eine Unterrichtreihe zum Thema „Einmal um die Welt!“ ohne klassische Stereotypen vermittelt werden kann. Die Themen räumliches Denken, Vorstellungen und Erfahrungen im Bereich Geographie, Stereotypen und Vorurteile und handlungsorientierter Unterricht wurden anhand einer Literaturanalyse genauer betrachtet, um anschliessend die Fragestellungen zu beantworten. Die Ergebnisse zeigen auf, dass es durch einen handlungsorientierten Unterricht möglich ist ein Thema wie „Einmal um die Welt!“ zu unterrichten. Dabei sollen die Vorstellungen der Kinder sichtbar gemacht werden und die Kinder sollen ihre Erfahrungen mit den anderen teilen können und von diesen lernen. Bei der Arbeit mit einem solchen Thema soll den Schülerinnen und Schüler bewusst gemacht werden, dass es Stereotypen gibt und dass sie diese auch haben. Es ist jedoch nicht die Aufgabe der Lehrperson die Stereotypen und Vorurteile der Kinder zu vernichten. Anhand der Literaturanalyse wurde eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum Thema „Einmal um die Welt!“ erstellt. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei 5 verschiedenen Kinder kennen, die von einem Aspekt (Freizeit, Schule, Essen, Schulweg oder Kinderarbeit) ihres Lebens berichten
Mehrwert durch den Erwerb von lokalsprachlichen Kompetenzen mit Fokus auf junge Erwachsene
Durch die zunehmende Globalisierung und Migration kommt es zu vielerlei Berührungspunkten zwischen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Sprache und Kommunikation sind dabei sehr sichtbare Aspekte einer jeweiligen Kultur und bieten Chancen und Risiken für gelungene interkulturelle Kommunikation.
In dieser Arbeit wird untersucht, ob und wenn ja, welcher Mehrwert erzielt wird, wenn lokalsprachliche Kompetenzen erworben werden. Der Fokus wird mit fünf fiktiven Steckbriefen auf junge Erwachsene gelegt, die für unterschiedliche Zeitspannen und mit vielfältigen sprachlichen und kulturellen Voraussetzungen in der deutschsprachigen Schweiz leben.
Zunächst werden die Bedeutung und die Zusammengehörigkeit von Kultur und Sprache, unter Berücksichtigung von Elementen wie Verständigung und Integration erarbeitet. Darauf aufbauend werden lokalsprachliche Kompetenzen definiert und verschiedene Referenzrahmen und Tools für eine Evaluation von kulturellen und sprachlichen Kompetenzen vorgestellt. Der Referenzrahmen für die Evaluation von Interkulturellen Kommunikativen Kompetenzen (IKK, oder engl. ICC) des European Centre for Modern Languages (ECML) wird für eine summative Beurteilung von fiktiven Steckbriefen von jungen Erwachsenen mit Einbezug von individuellen Lernvariablen angewandt. Ein quantitativer Vergleich dient einer Herausstellung, welche Indikatoren und Faktoren den Erwerb und die Weiterentwicklung von Interculturel Communicative Competences begünstigend beeinflussen.
Abschliessend kann festgehalten werden, dass lokalsprachliche Kompetenzen durchaus gewinnbringend für die individuelle Identitätsbildung und Integration der Lernenden sind und sich ausserdem positiv auf die Wertschätzung sprachlicher und kultureller Vielfalt auswirken. Nicht zuletzt ist die Bedeutung lokalsprachlicher Kompetenzen auf dem Niveau der zwischenmenschlichen Verständigung und des Verständnisses elementar. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass aufgrund der einwirkenden, individuellen Faktoren keine abschliessende und allgemeingültige Antwort auf die Frage des Mehrwerts gegeben werden kann.
Unter Einbezug der durch die Arbeit gewonnenen Erkenntnisse und der im Lehrplan des Kanton St. Gallen formulierten Lehrinhalte im Fachbereich Sprachen werden Schlussfolgerungen auf die Tätigkeit als Lehrperson im Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt der Schülerinnen und Schüler gemacht. Ausserdem wird ein konkretes Beispiel für die Förderung von interkulturellen Kompetenzen im Schulkontext mit mehrsprachigen Vorlesestunden und der Nutzung von interkulturellen Bibliotheken erläutert