Universität Passau: Open Journal Systems
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Zeichen, Konventionen & Geschichten: Zur Semiotik der Mensch-Maschine-Interaktion in der Bedienkonzeptentwicklung
In den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der Entwicklung digitaler Produkte ein wesentlicher Perspektivenwechsel vollzogen. Unter dem Banner des human centered design wird nicht mehr nur die Frage gestellt, wie ein hochfunktionales Produkt aussehen muss. Es wird zudem gefragt, wie dieses hochfunktionale Produkt auch ein möglichst benutzerfreundliches werden kann. In diesem Zusammenhang haben Methoden und Perspektiven in die Produkt- und Bedienkonzeptentwicklung Einzug gefunden, die Zeichen, Genese und Nutzung von Konventionen sowie narratologische Ansätze in den Fokus rücken. Dieser Beitrag wird exemplarisch einige dieser Ansätze skizzieren, sie in ihre konkreten Anwendungsbereiche einbetten und Rückbezüge zur Mediensemiotik herstellen. Ein entscheidender Punkt ist hierbei, dass sich die vorgestellten Herangehensweisen zunächst nicht auf eine akribische Verwendung von Zeichenbegriffen fokussieren. Ihr effektiver Einsatz gründet ganz im Gegenteil auf einer zentralen Stärke der Mediensemiotik, nämlich der analytisch-pragmatischen Herangehensweise an Texte (im weitesten Sinne) und der damit verknüpften Analyse der Bedeutung von Zeichen innerhalb eines semiotischen Raums bzw. der Semiosphäre.
In diesem Sinne wird zunächst ein Abgleich mediensemiotischer Theorie mit der praktischen Anwendung von Zeichenbegriffen und weiteren Grundlagen erfolgen. Im Anschluss daran werden einige zentrale Werkzeuge dieser Disziplinen aufgezeigt und ihre konkrete Verwendung skizziert. Die Bedienkonzeptentwicklung im allgemeinen und Usability Engineering im speziellen sind in diesem Zusammenhang Anwendungsbereiche, die - ohne es explizit benennen - mit semiotischen und narratologisch geprägten Werkzeugen arbeiten, deren Grundlagen sich zum Teil in der Mediensemiotik wiederfinden. Exemplarisch dafür werden nachfolgend die Metapher des Mensch-Maschine-Dialogs sowie die Konzepte der Persona und der User Story behandelt. Abschließend wird diskutiert, inwiefern sich die Mediensemiotik in diesem Arbeitsbereich produktiven Synergien aus Forschung und Praxis zuwenden kann
Sinnvoll oder sinnfrei? Zur Darstellung von Geschichte im historischen Spielfilm
Ausgehend von den gattungsspezifischen Besonderheiten des Historienfilms zeigt Thomas Wegener anhand zahlreicher Beispiele, dass der historische Spielfilm höchst eklektizistische Geschichtsbilder (nach)zeichnet. Diese Geschichtsbilder basieren einerseits überwiegend auf Vorstellungen des 19. Jahrhunderts, andererseits auf einer aus dem Faschismus bekannten Bildsprache. Keiner der Filme berücksichtigt den aktuellen historischen Forschungsstand. Vielmehr kommentieren die dargestellten, vergangenen, Welten aktuelle Ereignisse und Konflikte und spiegeln rezente Werte und Normen wider. Daher scheint es, so Thomas Wegener, für die historiographische Forschung sinnvoller zu sein, weniger nach dem "richtig" oder "falsch" zu fragen, sondern angesichts der enormen Breitenwirkung des Medium Films zu erörtern, wie genau Geschichte im Spielfilm gedacht und inszeniert wird
Neu erschienen
Mit den "Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik" ist dem Virtuellen Zentrum für kultursemiotische Forschung eine eigene Publikationsreihe im Marburger Verlag Schüren angegliedert. Dort besteht die Möglichkeit, Lehrbücher, Dissertationen, Habilitationen oder Sammelbände zu kulturwissenschaftlichen Themen zu veröffentlichen
Vorwort zur dritten Ausgabe
Die Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online sind ein Open Access Journal des Virtuellen Zentrums für kultursemiotische Forschung / Virtual Centre for Cultural Semiotics (www.kultursemiotik.com). In diesem geht es um Semiotik und Arbeitswelt. Die Beiträge dieses Bandes widmen sich Zeichen, die uns in Arbeitswelten und damit in konkreten wirtschaftlichen Zusammenhängen begegnen
Mono- und polyisotopische Lesarten: von Walther von der Vogelweides Ir reiniu wîp, ir werden man (L. 66,21) und ihre Auswirkungen auf die Strophenanordnung
Peter Klimczak wiederum setzt sich mit Ir reiniu wîp, ir werden man (L. 66,21) mit einer der anspruchsvollsten Dichtungen Walther von der Vogelweides auseinander. Fast ein Jahrhundert lang wurde bezweifelt, ob es sich überhaupt um ein zusammenhängendes Lied handelt und bis jetzt besteht bezüglich der genauen Strophenfolge ein (Rest-)Dissens. Dieser resultiert aus der unterschiedlichen Lesarten des Liedes. Das auf Algirdas J. Greimas und François Rastier zurückgehende Isotopienmodell erlaubt die Differenzierung einer traditionellen, monoisotopischen, von einer progressiven, polyisotopischen, Lesart. Mit letzterer lassen sich entscheidende argumentative Brüche innerhalb und zwischen den Strophen auflösen und das Lied als enigmatischer Metatext über Literatur und Literaturinterpretation lesen. Aus einer solchen Perspektive heraus lässt sich dann auch eine bestimmte Strophenfolge klar präferieren
Software-Support mittels Lehrvideos: Konzeption einer Lehrvideo-Serie für StipSys
Für den Support der Software StipSys (Elektronisches Stipendiensystem) wird mittels des Lernmedienprojekts eine Lehrvideo-Serie konzipiert und ein Lehrvideo umgesetzt. Hierfür wird das didaktische Konzept vorgestellt und die praktische Umsetzung dargelegt, welche aus der Erstellung einer Lehrvideo-Vorlage und der Nutzung dieser für ein Lehrvideo beschreibt. Zusätzlich wurde eine eigene Support-Webseite erstellt, um die Lehrvideos bereitzustellen. Der damit verbundene Erfahrungsbericht erläutert die erlangten Erfahrungen und Kompetenzen
ILIAS Online-Kurs und Podcast ("Teaser") zum Seminar Analyse deutschsprachiger Popmusiktexte
Dieses Paper bezieht sich auf ein Online-Learning Projekt, das im Rahmen des Kurses Digital Learning Media Pro (DLMP) im SS 2016 von Florian Tettenhammer an der Universität Passau veranstaltet wurde. In Bezug auf das Abschlussprojekt fiel die Entscheidung hierfür einen Podcast ("Teaser") zum Seminar: Analyse deutschsprachiger Popmusiktexte (Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft, Prof. Dr. Harnisch, Universität Passau) zu produzieren, der in einen dazugehörigen ILIAS Online-Kurs eingebaut wurde. Während der ILIAS-Kurs der Seminarorganisation und der Vor- und Nachbereitung der einzelnen Sitzungen diente, sollte der Podcast hauptsächlich zur "Werbung" für die Veranstaltung eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde das Seminar auch in eine Fortbildung der hochschuldidaktischen Weiterbildung (Universität Passau, Lehre+, Aufbaustufe) eingebunden und sowohl durch Hospitationen der Seminarleiterinnen (Frau Dr. Susanne Günther und Frau Alexandra Schick) als auch durch die Hospitation eines Kollegen ergänzt
Individuelle Aneignungsprozesse durch Online-Lehre ermöglichen: ein Vorschlag zu Gestaltung kompetenzorientierter, de-fragmentierter Lehre in der Germanistik
Der vorliegende Praxisbericht beleuchtet das Potential der ILIAS-Lernumgebung zum SKILL-Seminar "Kinder- und jugendliterarische Texte im Unterricht - Wozu und wie?". Im Fokus steht dabei die Frage nach der Umsetzbarkeit innovativer, de-fragmentierter Lehre für einzelne Dozierende außerhalb von gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen durchgeführten Teamteaching-Formaten. Die vorgestellte E-Learning-Einheit versteht sich als Testformat, das in den kommenden Semestern weiterentwickelt wird
Hochschuldidaktik - was ist das? ein Erklärfilm zur Einführung in den Gegenstandsbereich der Hochschuldidaktik
Seit den 1970er-Jahren ist die Hochschuldidaktik ein etablierter Bereich an deutschen Universitäten. Doch trotz ihrer langen Zugehörigkeit können nur wenige Studierende und ein kleiner Kreis Lehrender genau erklären, was unter Hochschuldidaktik zu verstehen ist. Aufgrund des wachsenden Interesses an der Qualität der Lehre rückte die Hochschuldidaktik in den letzten Jahren wieder verstärkt in das Bewusstsein von Universitätsmitgliedern, wenn auch ihre Bedeutung den meisten nach wie vor unklar ist.
Das Projekt dient dazu, einen kurzen Erklärfilm zu erstellen, der im ersten Schritt in den allgemeinen Gegenstandsbereich Hochschuldidaktik einführt und auf diese Weise diese Wissenslücke unkompliziert schließt. Im zweiten Schritt wird auf den Bereich LEHRE+ Hochschuldidaktik an der Universität Passau übergeleitet und über die dort möglichen Weiterbildungsangebote informiert. Auf die Vorteile des Erklärfilms und des Programms Explain Everything wird kurz eingegangen