Universität Passau: Open Journal Systems
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    Die selbstreferentielle Stadt: Kommunikation und die Orte urbaner Öffentlichkeit

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    Der Beitrag von Samuel Schilling zeichnet aus systemtheoretischer Sicht auf Kommunikation die Überlegungen des Stadtsoziologen Hans-Paul Bahrdt nach. Ihm zufolge stellen besondere Formen des Kommunizierens und Verhaltens ein Merkmal städtischer Äffentlichkeit dar. Die Beschreibung macht Ungenauigkeiten des Kommunikationsbegriffs Bahrdts sichtbar, stellt aber genauso den gleichzeitigen inhaltlichen Wert seiner Überlegungen heraus. Zudem werden Bahrdts Überlegungen zur öffentlichen Sphäre in der Stadt und zur Besonderheit der dortigen Kommunikation um die phänomenologische Beschreibung von Orten des Ethnologen Marc Augé ergänzt. Dergestalt ist es möglich, die Besonderheiten der Orte städtischer Öffentlichkeit genauer zu charakterisieren

    Arbeit als Simulakrum des Geldes

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    Die Ökonomie insgesamt, der Leitdiskurs der Moderne, die Baudrillard als Produktionszeitalter im 19. Jahrhundert ansiedelt, tritt im postmodernen Simulationszeitalter des 20. Jahrhunderts in ihr ästhetisches Stadium ein. Hierin dient Arbeit nicht mehr der Produktion, sondern verkommt sinnentleert zum Alibi eines abstrakten "Anwesenheitszwangs", der seinerseits nur gewährleisten soll, dass jeder an seinem Platz bleibt.In diesem Artikel soll jedoch eine andere Gewährleistung verdeutlicht werden. Arbeit soll wie bei Baudrillard verstanden werden als Simulakrum, aber als Simulakrum des Geldes. Anstatt nur gesellschaftliche Strukturen zu reproduzieren, dient Arbeit dieser Sichtweise gemäß vor allem der Beglaubigung des Geldes

    Semiotic Corporate Dashboard: Unternehmenspositionierungen semiotisch bestimmen und steuern

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    In einer sich zusehends globalisierenden und verdichtenden Welt nimmt die Zahl der Angebote und damit der Wettbewerb unter Unternehmen immer mehr zu. Schon die Zahl der Unternehmen und Produkte führt dazu, dass das Angebot immer unübersichtlicher wird. Mit zwei weiteren Effekten sorgen Unternehmen allzu oft zusätzlich dafür, dass ihr Angebot indifferent und austauschbar wird: Erstens werden erfolgreiche oder vermeintlich erfolgreiche Angebote gerne kopiert. Es kommt zu sogenannten Me-too-Angeboten. Zweitens fürchten Unternehmen, relevante und zahlungskräftige Zielgruppen auszuschließen und neigen dazu, für alle potentiellen Kunden etwas bieten zu wollen. Ein letztes Moment sorgt schließlich vollends dafür, dass zu viele Unternehmen sich kaum noch von ihren Wettbewerbern unterscheiden und so häufig einem gnadenlosen Wettbewerb über den Preis oder über die schiere Lautstärke der Kommunikation ausgesetzt sind. Wenn in Unternehmen keine klaren Vorgaben zu Zielen und Identität gesetzt werden, bzw. die beschriebenen Effekte der Unschärfe nicht nur bei den Kunden, sondern auch den Mitarbeitern wahrgenommen werden, neigen Führungskräfte und Mitarbeiter im Vertrieb gerne dazu, sich für ihr Handeln je eine eigene Interpretation des Unternehmens zurechtzulegen.Marketing-Agenturen und -Berater erkennen dieses Problem natürlich recht schnell und bieten dann als Lösung eine schulbuchmäßige Positionierung des Unternehmens oder sogar noch zugespitzt die Erarbeitung eines Brandings für Unternehmen oder Produkte an. Allerdings unterlaufen ihnen dabei oft zwei elementare Fehler. Sie entwickeln die Positionierung meist nur von den theoretischen Gegebenheiten des Marktes bzw. der Wettbewerbssituation her und vernachlässigen die internen Kräfte des Unternehmens. Zweitens fehlt ihnen in der Regel ein Modell, das die Interpretation so komplexer Zeichen-Systeme, wie sie Unternehmen und Produkte darstellen, auch nur halbwegs beschreiben kann. Gerade die betriebswirtschaftliche Theorie operiert auch heute noch sehr unreflektiert gleichzeitig mit abstrakten, rein verbalen Beschreibungen von Positionierungen und gleichzeitig mit metaphorisch an visuellen Zeichen angelehnten Begriffen wie Image, Fremdbild oder eben Brand.Dieser Beitrag will dem eine Methode entgegenstellen, die sich einerseits aus zeichentheoretischem Denken speist und andererseits dabei trotzdem als Analysemethode hohe Praxisnähe und starke Einbeziehung der Mitarbeiter eines Unternehmens beweist. Die Methode liefert je nach Anwendung eine mehrdimensionale, kollektive Interpretation des Unternehmens entweder im Jetzt oder in einer attraktiven Zukunft. Die Methode ist als interaktiver Workshop ausgestaltet und schon mehrfach erfolgreich in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen angewendet worden. Das Feedback sowohl der Workshop-Teilnehmer, der involvierten Unternehmensführung und häufig auch einbezogener Marketing-Dienstleister - mit dem Auftrag, die Resultate später zu realisieren - war in deutlich überwiegender Zahl sehr positiv. Da der Fokus dieses Beitrags auf der Darstellung der Methode liegt, möchte ich auf den gerade im deutschen Wissenschaftsraum üblichen Begründungs- und Absicherungsballast praktisch völlig verzichten. Nur am Ende weise ich gesammelt auf die Werke hin, die die Methode inspiriert haben bzw. solche, die dem interessierten Leser Möglichkeiten zu kritischer Vertiefung geben.Trotzdem möchte ich verschiedene theoretische, semiotische Implikationen aufzeigen. Dieser Beitrag hat es sich zum Ziel gesetzt, einige Ideen zu liefern, die zum Weiterdenken und zum Diskutieren einladen sollen: Wie viel Semiotik ist wirklich in diesem Modell? Welche Theorien stehen dahinter? Und wie groß ist der tatsächliche Einfluss von Zeichen auf das Wirtschaften

    Theorie trifft Praxis: Warum die Filmdramaturgie die Semiotik braucht

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    Ein Merkmal der kollektiven Verbreitung von Narrativen ist der hohe Grad an Emotionalität, mit der sie einhergehen. Massenmedien und deren narrative Strukturen spiegeln kulturelle Wertvorstellungen und Normen, die wie Glaubenssysteme fortwährend reproduziert werden. Narrative spiegeln sich in Religionen, Wirtschaftssystemen, politischen Strukturen und kulturellen Identitäten. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari bezeichnet Geschichten als Grundpfeiler menschlicher Gesellschaften. Nach Harari haben im Laufe der Geschichte Erzählungen über Götter, Nationen und Unternehmen so große Macht gewonnen, dass die Fiktion die objektive Wirklichkeit beherrscht, d.h. dass die Narrative einer Kultur oder Epoche deren Realität formen oder sogar erst hervorbringen. Jedes narrative Denken aber ist im Kern von Dramaturgie bestimmt. Dabei steht im Fokus einer dramaturgischen Struktur insbesondere die Frage, wie Ziele erreicht, Konflikte oder Probleme gelöst und Hindernisse überwunden werden können. Erzählverläufe führen exemplarische Wege zur Lösung vor, die z.B. in Genres oder standardisierten Erzählmodellen immer wieder reproduziert werden. Dieser Beitrag geht von der Hypothese aus: Je weniger Austausch zwischen Theorie und Praxis stattfindet, desto destruktiver kann Dramaturgie wirken, während Verzahnungen zwischen Theorie und Praxis für beide Seiten wünschenswert und bereichernd sind. Auf der Seite der Theorie führt die Transparenz zu mehr Medienkompetenz, auf der Seite der Praxis ist Theorie die Basis für Reflexion und Orientierung. Semiotik ist eine Wissenschaft, die es ermöglicht, Tiefenstrukturen von Texten begrifflich zu definieren und damit Dramaturgie und deren Wirkung wahrnehmbar zu machen. Semiotische Ansätze sind gleichermaßen für Theorie und Praxis relevant und vermögen dadurch beide Bereiche zu verbinden. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Zeichensystems Filmdramaturgie

    Die Arbeitswelt als Semiosphäre

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    Semiotisch gesehen bietet die Arbeitswelt viele Perspektiven für die Semiotik. Dies nicht nur deshalb, weil in der zeitgenössischen Erwerbsarbeit die meisten Tätigkeiten zum überwiegenden Teil aus der Produktion, Rezeption und Ver-Ar-beitung zeichenhafter Äußerungen besteht, sondern auch, weil ein wachsender Teil des Outputs unserer Wirtschaftsprozesse ganz oder teilweise in der Produktion und Verarbeitung von Zeichen und Äußerungen besteht. Ich widme mich in diesem Beitrag allerdings dem ersten Aspekt und betrachte dabei in Anlehnung an Jurij Lotman die Arbeitswelt als (Teil der) Semiosphäre, die einen spezifischen Umgang mit Zeichen und Kommunikation pflegt, und versuche dabei zu zeigen, welche theoretischen Zugänge und Methoden der Semiotik dazu beitragen (oder beitragen könnten), die Semiosphäre der Arbeitswelt besser beschreiben und daraus auch gezielte Interventionen zur Verbesserung der Unternehmenskommunikation entwickeln zu können

    Verpackungssemiotik

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    Damit Verkaufsverpackungen beim Kunden den gewünschten Eindruck hinterlassen, studieren Verpackungsdesigner in ihrer Ausbildung, mit welchen textuellen Strategien sie die Packungskommunikation vereinfachen, den Seh- und Suchgewohnheiten von Konsumenten nachkommen und wie sie Packungen mit emotionalen Werten aufladen können. Für Produkt- oder Markenmanager ist das Packungsdesign wichtiger Bestandteil des Marketingmixes. Mancherorts wird sogar der gängige Marketingmix aus Preis-, Produkt-, Kommunikations- und Vertriebspolitik, um den Wert Verpackungspolitik erweitert. Damit Produktmanager mit den auf ihrer Verpackung deutbaren Aussagen keine unbeabsichtigten Reaktionen beim Konsumenten hervorrufen, schalten sie während des Entwicklungsprozesses einer Packung Agenturen zwischen, die sich auf semiotische Werbe- und Produktanalysen spezialisiert haben. Semiotische Packungsanalysen helfen dabei, Schwachstellen in der Packungskommunikation aufzudecken und unfertige Entwürfe, beziehungsweise Dummys, vor der endgültigen Produktion zu optimieren

    Impressum der Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online

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    Die Deutschen und die Nazis: Figurendarstellungen in zeithistorischen Spielfilmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens

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    Anke Donnerstag geht in ihrer komparativen Betrachtung der Filme DIE GUSTLOFF (D 2008) und EIN WEITES HERZ - SCHICKSALSJAHRE EINER DEUTSCHEN FAMILIE (D 2013) der Frage nach, wie die Deutschen und die Nazis in Fernsehspielfilmen der Gegenwart figuriert werden. Daran schließt sie die Frage an, in welchem Maße die dargestellten Deutschen und Nazis bereits vorhandenen Figurenstereotypen entsprechen. Unter Einbezug einer Studie, die sich mit der familiären Tradierung von Geschichtsbewusstsein befasst, wird im Beitrag erörtert, inwieweit die Figuren der untersuchten Filme durch ihre Darstellung ein Identifikationsangebot für die Gesellschaft bereitstellen. Konkret: Fördern die Figurendarstellungen das gegenwärtige kollektive Geschichtsbild, dass auch die deutsche Zivilbevölkerung als Opfer von Nationalsozialismus und Krieg versteht

    Nicht-Ort Bates Motel: Vorüberlegungen zu einer Ikonografie der Einsamkeit in der amerikanischen Moderne

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    Denis Newiak lotet anhand des umfangreichen filmischen Bildreservoirs von "Psycho" - von Hitchcocks Klassiker über die Fortsetzungsfilme bis hin zur aktuellen Fernsehserie BATES MOTEL (USA 2013-2017) - die Möglichkeiten einer kinematographischen Ikonografie der Einsamkeit aus. Die Welt von "Psycho" gilt dabei vorwiegend durch ihre hochgradige Modernität als unerschöpflicher Bildspeicher, der sich vorwiegend aus den "Nicht-Orten" (Augé) und deren verdächtigen Räumen hinter den Medienoberflächen speist. Unter Zuhilfenahme der Erkenntnisse der Kunstwissenschaft zu Einsamkeitsbildern in Malerei und Fotografie unterbreitet der Autor damit Vorschläge, wie sich eine Ikonografie der Einsamkeit als Abdruck der Moderne als Zeitalter zunehmender Vereinsamung denken ließe. Dies, so der Autor, könnte die Voraussetzung für einen neuartigen methodischen Zugang zu Kunstformen der Moderne im Allgemeinen bilden

    Sexualität und Rollenzuweisung der Frau im späten DDR-Fernsehen: ein beispielhafter Einblick in ein vernachlässigtes Forschungsfeld

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    Andreas Neumann macht in seinem Beitrag auf einen bisher von der Medien- aber auch Geschichtswissenschaft nur unzureichend beachteten Bereich der DDR-Fernsehforschung aufmerksam: Die Rolle der Frau in Partnerschaft und ihre Sexualität, sowie der Wandel der dementsprechenden Diskurse im Laufe der Zeit. Dabei wird der Grundannahme Michel Foucaults gefolgt, wonach es sich bei der Sexualität um einen besonders dichten Durchgangspunkt für Machtbeziehungen, nicht zuletzt zwischen Mann und Frau sowie Verwaltung und Bevölkerung, handelt. Anhand von drei, durchaus für die ganze Familie konzipierten, Fernsehserien - ABER VATI! (DDR 1974/1979), MÄRKISCHE CHRONIK (DDR 1983) und JOHANNA (DDR 1989) - analysiert Andreas Neumann die Darstellung von weiblichen Rollenbildern und der dazugehörigen Sexualität. Abschließend widmet sich der Beitrag auch den gesellschaftspolitischen Implikationen der aufgezeigten Darstellungen

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