Querelles - Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung (QJB)
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    Review of: Bärbel Schomers: Coming-out. Queere Identitäten zwischen Diskriminierung und Emanzipation. Opladen u.a.: Budrich UniPress 2018.

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    In ihrer Dissertationsschrift betrachtet Bärbel Schomers das Verhältnis von Diskriminierung und Emanzipation innerhalb lesbischer, schwuler und trans* Lebensweisen. Im Anschluss an historische Schlaglichter von der Spätantike bis zu aktuellen Menschenrechtsverhandlungen fokussiert sie Praxen des Coming-out. In sechs Interviews betrachtet Schomers ein Prozessmodell aus innerer Selbstfindung, Adressierung signifikanter Anderer und öffentlicher Darstellung. Dabei setzt sie die mikrologische Herstellung von Sichtbarkeit und die Einschreibung in eine makrologische soziale Bewegung gleich. In der Rezension wird herausgearbeitet, wie aus dem unklaren Diskriminierungsbegriff ein dominantes Konzept der Emanzipation abgeleitet wird, welches das Individuum vollständig vereinnahmend politisiert.In her doctoral thesis Bärbel Schomers considers the relationship between discrimination and emancipation within lesbian, gay and trans* lifestyles. After presenting historical highlights stretching from late antiquity to current human rights discourse, she focuses on practices of coming out. In six interviews, Schomers observes a process model consisting of interior self-discovery, addressing significant others and public display. Thereby she equates the micrological construction of visibility with the inscription into a macrological social movement. The review carves out how the unspecified concept of discrimination derives from a dominant concept of emancipation that possessively politicizes the individual

    Review of: Kirstin Mertlitsch: Sister – Cyborgs – Drags. Das Denken in Begriffspersonen der Gender Studies. Bielefeld: transcript Verlag 2016.

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    Kirstin Mertlitsch umreißt mit ihrer Dissertation einen Ausgangspunkt für die (Neu-)Formulierung feministischer und queerer Philosophie. Einer universellen männlichen „ratio“ stellt sie das Konzept der Begriffspersonen gegenüber. Das Denken an diesen entlang und durch sie geschehe in Körperlichkeiten und Gesellschaft situiert, zugleich durch Wissen wie durch Affekte. Die Alltagspraxen der Begriffspersonen visieren zugleich neue Horizonte eines Anders-Werdens an, womit sie zugleich affizierend und gestaltend auf die Leser_innen wirken. Mertlitsch arbeitet die ‚Denk-Bewegungen‘ der ‚Sister‘, des ‚Nomadic Subject‘, der ‚New Mestiza‘, der ‚Cyborg‘ und der ‚Drag‘ heraus und analysiert die von ihnen ausgehenden Transformationen epistemologischer Prozesse.In her doctoral thesis Kirstin Mertlitsch outlines a starting point for a (re-)formulation of feminist and queer philosophy. She contrasts the notion of a universal male reason with the notion of \u27conceptual persons\u27 (Deleuze/Guattari). Thinking along the notion of \u27conceptual persons\u27 is rooted in corporealities and society and takes place both through knowledge and affects. The everyday practices of \u27conceptual persons\u27 set sight on new horizons of the process of \u27Becoming-Different\u27 and thus influence and shape their male and female readers. Mertlitsch identifies the thinking patterns of \u27sister\u27, \u27nomadic subject\u27, \u27new mestiza\u27, \u27cyborg\u27 and \u27drag\u27 and analyzes the transformations of the epistemological processes they engender

    Review of: Maria Häusl, Stefan Horlacher, Sonja Koch, Gudrun Loster-Schneider, Susanne Schötz (Hg.): Armut. Gender-Perspektiven ihrer Bewältigung in Geschichte und Gegenwart. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2016.

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    Der Sammelband hat das vielschichtige Verhältnis von Armut und Geschlecht zum Thema. Indem aktuelle wie vergangene Problemfelder betrachtet und pluridisziplinär historische, theologische, psychologische, literatur-, sprach-, sozial- und kulturwissenschaftliche Zugänge eingenommen werden, beleuchten die Autorinnen und Autoren ganz unterschiedliche Facetten dieser Relation und ihrer mannigfachen Verschränkungen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bewertung, Wahrnehmung und Deutung weiblicher (und männlicher) Armut sowie auf deren Einbettung in zeitgenössische Kontexte, Denkweisen und Kategorienbildung sozialer Ungleichheit.This anthology deals with the complex relation between poverty and gender. By analyzing recent and past problem areas, as well as by offering a variety of approaches to the topic (psychological, literary, linguistic, social, cultural), the authors highlight diverse facets of this relation and their manifold interactions. Special emphasis is given to how female (and male) poverty is perceived, judged and interpreted, as well as to how it is embedded in contemporary contexts, ways of thinking and categories of social injustice

    Review of: Jürgen Budde, Susanne Offen, Anja Tervooren (Hg.): Das Geschlecht der Inklusion. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2016.

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    Gegenstand der 2016 erschienenen Ausgabe des Jahrbuchs Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft ist eine Auslotung des Potentials, das Theoreme aus den Gender, Queer und Disability Studies für das aktuelle Paradigma der Inklusion bieten. Im Fokus stehen dabei gesellschaftliche Normen und Normalisierungsprozesse. Weitere Schwerpunkte sind die Themen Intersektionalität, Care und die Frage nach einer anderen, weniger auf Autonomie und stattdessen auf zwischenmenschliche Abhängigkeiten und Beziehungen ausgerichteten Ethik.The 2016 Jahrbuch Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft (Annual of Women\u27s and Gender Studies in the Educational Sciences) explores what theorems of Gender, Queer and Disability Studies have to offer as regards the new paradigm of inclusion. The analysis focuses on social norms and processes of normalization. Other main points include intersectionality, care and what ethics could be like if they were less concerned with autonomy but instead with human dependencies and relations

    Review of: Norbert Finzsch, Marcus Velke (Hg.): Queer | Gender | Historiographie. Aktuelle Tendenzen und Projekte. Berlin: LIT Verlag 2016.

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    Der Sammelband umfasst 18 Beiträge, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der LGBTIQ*-Geschichte auseinandersetzen. Vermittelt wird so ein Einblick in unterschiedliche Projekte und die Komplexität einer LGBTIQ*-Geschichte. Leider kommt dabei die Perspektive lesbischer Frauen zu kurz. Der damit verbundene Zusammenhang zu hegemonialen Wissensproduktionen wird leider nicht problematisiert. Damit wird die Chance vertan zu fragen, welche epistemologischen Implikationen überhaupt erst verändert werden müssten, um LGBTIQ*-Geschichten in der akademischen Welt schreiben zu können.This anthology comprises 18 contributions which deal with LGBTIQ* history from different perspectives. It thus offers an insight into different projects and into the complexity of a LGBTIQ* history. Unfortunately, the perspective of lesbian women comes off rather badly. Also the way this fact is connected to hegemonic productions of knowledge is not reflected upon. Hence, this is a missed opportunity to ask which epistemological implications would have to be changed in order to render possible that LGBTIQ* histories become \u27writeable\u27 within the academic world

    Review of: Juliane Witzke: Paratext Literaturkritik Markt. Inszenierungspraktiken der Gegenwart am Beispiel Judith Hermanns. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2017.

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    Juliane Witzke untersucht am Beispiel von Judith Hermanns Œuvre (1998–2014) die paratextuellen Inszenierungsstrategien der Gegenwart. Ihre Monographie schließt nicht nur eine Forschungslücke im Hinblick auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Autorin, sondern bereichert auch die methodologische Fachdiskussion innerhalb der Literaturwissenschaften; ihr Analyseinstrumentarium ist vielseitig einsetzbar. Eine besondere Stärke der Untersuchung stellt zudem die umfassende Berücksichtigung medialer Veränderungen (z. B. Leser_innen als Kritiker_innen) dar. Die immer wieder angesprochenen Genderaspekte – insbesondere die Interpretation von Hermanns gewandelter Strategie als erfolgreiche Inszenierung von ‚Natürlichkeit‘ – hätten stellenweise einer eingehenderen gendertheoretischen Reflexion bedurft.Juliane Witzke analyzes contemporary paratextual strategies of staging as exemplified in the works of Judith Hermann (between 1998 and 2014). Her monography not only fills a research gap concerning the academic recognition of this female author, but also enhances the methodological discourse within literary studies, as her tools of analysis are widely applicable. Another strong point of her analysis is how she takes into account changes of media (e.g. readers as critics). Her frequent reference to gender aspects – in particular when she interprets Hermann\u27s changed strategy as a successful staging of \u27naturalness\u27 – would in places have needed a more profound gender-theoretical reflection

    Review of: Imke Leicht: Wer findet Gehör? Kritische Reformulierungen des menschenrechtlichen Universialismus. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2016.

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    Imke Leicht gelingen kritische Reformulierungen des menschenrechtlichen Universalismus, an deren Ausgangspunkt die moralphilosophische Theorie Seyla Benhabibs steht. Zugleich unterzieht sie Benhabibs Theorie einer Kritik, da Benhabibs auf Verständigung orientierter Universalismus die real existierenden rechtlichen Ausschlüsse nicht erfasse, die verhindern, dass Menschenrechte faktisch gelten. Hierzu nutzt Leicht die Kritik an gesellschaftlichen Normen von Judith Butler sowie die postkoloniale Kritik von Gayatri Spivak. Für die kritische Reformulierung des menschenrechtlichen Universalismus ist nach Leicht allerdings entscheidend – der Normativitätskritik von Butler und Spivak zum Trotz –, am Universalismus sowie einer normativen Unterscheidung zwischen exkludierenden und emanzipatorischen Normen festzuhalten.Imke Leicht succeeds in presenting critical reformulations of the universalism of human rights that are based in the theory of moral philosopher Seyla Benhabib. At the same time she criticizes Benhabib\u27s theory, as Benhabib\u27s universalism failed to grasp the \u27really existing\u27 legal exceptions preventing that human rights de facto apply. Leicht draws upon Judith Butler\u27s critique of social norms, as well as upon Gayatri Spivak\u27s critique of postcolonial reason. Despite the critique of normativity as found in Butler and Spivak, Leicht argues that in order to reformulate the universalism of human rights it is crucial to retain a normative distinction between excluding and emancipating norms

    Review of: Madeline Doneit, Bettina Lösch, Margit Rodrian-Pfennig (Hg.): Geschlecht ist politisch. Geschlechter-reflexive politische Bildung. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2016.

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    Der Sammelband befasst sich mit Stand und Stellenwert der Diskussion um Geschlecht in der politischen Bildungsarbeit, mit dem Ziel, zu einer Aktualisierung der Debatte um geschlechterreflexive Bildungsarbeit beizutragen. Diesem Fragenkomplex gehen die Autor*innen aus theoretischer und bildungspraktischer Perspektive nach. Dabei räumen sie der konkreten Praxis politischer Bildungsarbeit viel Platz ein und liefern eine spannende Diskussionsgrundlage für theoretisch informierte Praxisreflexionen und praktisch informierte Theoriebildung. Die darin liegenden Widersprüche bilden erfrischenderweise den Ausgangspunkt und nicht den Endpunkt des Bandes.This anthology deals with the status quo and the significance of the discussion of gender in political education with the aim of bringing up to date the debate about gender- reflective educational work. The authors answer these questions from both a theoretical and practical perspective. Much space is given to the practice of political education. The authors provide an interesting basis for discussion for both theoretically informed reflections on practice and a practically informed construction of theories. Refreshingly, the inherent contradictions of this approach form the volume\u27s starting point, not its conclusion

    Review of: Kathrin Baumstark: „Der Tod und das Mädchen“. Erotik, Sexualität und Sterben im deutschsprachigen Raum zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Berlin u.a.: LIT Verlag 2016.

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    Kathrin Baumstark bearbeitet das Motiv „Der Tod und das Mädchen“ anhand der im Spätmittelalter und der in der Frühen Neuzeit entstandenen bildenden Kunst Hans Selbald Behams, Hans Baldung Griens und Niklaus Manuel Deutschs. Dabei bezieht sie zeitgenössische Denkmodelle über Tod, Sterben und postmortale Existenz mit ein und kristallisiert damit die Konstruktion von Geschlechterrollen heraus. Dabei geht sie mit der von ihr ausgewählten Literatur kritisch um und bezieht in ihre Argumentation auch verschiedene Perspektiven und Diskurse mit ein.Kathrin Baumstark examines the motif of „Death and the Maiden“ on the basis of visual artworks from the Late Middle Ages and the Early Modern Age by Hans Selbald Beham, Hans Baldung Grien and Niklaus Manuel Deutsch. She includes contemporary concepts of death, dying, and postmortal existence and highlights the construction of gender roles. She adopts a critical stance towards her selected literature and includes a variety of perspectives and discourses in her line of reasoning

    Review of: Nadine Balzter, Florian Cristobal Klenk, Olga Zitzelsberger (Hg.): Queering MINT. Impulse für eine dekonstruktive Lehrer_innenbildung. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2016.

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    Mit seinen fundierten Einführungen und besonders seinen fachspezifischen Ansätzen liefert Queering MINT eine Fülle von differenzierten Ansätzen und Praxen für eine queer-feministisch inspirierte Pädagogik in Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik: eine sehr zu empfehlende und lesenswerte Sammlung für alle, die sich mit (un-)möglichen Dialog- und Lehrversuchen in MINT befassen.With its knowledgeable introductions and in particular with its discipline-specific contributions, this volume offers a plethora of differentiated approaches and practices of a queer/feminist inspired pedagogy concerning science, technology, engineering and mathematics. This is a highly recommendable and readable collection for all those dealing with (im)possible attempts of teaching and establishing dialogue within the STEM subjects

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