Querelles - Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung (QJB)
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    Review of: Martina Schattkowsky (Hg.): Frauen und Reformation. Handlungsfelder – Rollenmuster – Engagement. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2016.

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    Der Sammelband, der Teil eines Großprojektes aus Anlass des Jubiläumsjahres der Reformation ist, enthält zwölf Einzelbeiträge, die in drei thematische Kategorien eingeordnet sind. Die Forschungsfrage lautet, ob die Reformation den Frauen neue Handlungsspielräume eröffnete und damit auch neue Handlungsfähigkeiten für sie schuf. Die Einzelbeiträge werden im Hinblick auf diese Forschungsperspektive kritisch erörtert. Ganz besonders hervorzuheben ist der programmatische Aufsatz von Ute Gause, die die Reformationsgeschichtsschreibung und die Genderforschung engführt und eine Neukonzeptionierung der Reformations- und evangelischen Kirchengeschichtsschreibung unter Einschluss der Geschlechterforschung fordert.This anthology, part of a major project on occasion of the 500th Anniversary of the Reformation, comprises twelve contributions organised in three thematic categories. They deal with the research question as to whether the Reformation offered women new opportunities of action and thus, new capacities of action. The contributions are discussed in light of this research perspective. The programmatic essay of Ute Gause deserves a special mention as she interlinks the historiography of the Reformation with Gender Studies, and demands a new conceptualization of the Protestant Church\u27s and the Reformation\u27s historiography that would include gender research

    Review of: Susan Buckingham, Virginie Le Masson (Hg.): Understanding Climate Change through Gender Relations. London, New York: Routledge 2017.

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    Im vorliegenden Sammelband werden aus einer intersektionalen und postkolonial-feministischen Perspektive globale Diskurse, Politiken und Praktiken zu Klimawandel kritisch dahingehend beleuchtet, inwiefern sie Geschlechterverhältnisse als Macht- und Herrschaftsverhältnisse sowie vergeschlechtlichte Attributionen, Risiken und Verletzlichkeiten als relevante Determinanten sozialer Realität berücksichtigen. Die Beiträge bieten nicht nur einen profunden Überblick über aktuelle Debatten der gendersensiblen Klimawandelforschung, sondern erhellen aus verschiedenen disziplinären und theoretischen Perspektiven auch die (ungenutzten) Potentiale der Geschlechterperspektive bei der Entwicklung von gesellschaftlichen Lösungen zur Verringerung des Emissionsausstoßes und zur Anpassung an die Klimaerwärmung.In this collected volume, global discourses, policies, and practices on climate change are critically examined from an intersectional and postcolonial-feminist perspective on how they consider gender relations as power and power relations, as well as gender attributions, risks, and vulnerabilities as relevant determinants of social reality. The contributions not only provide a profound overview of current debates on gender-sensitive climate change research, but also shed light on the (untapped) potential of the gender perspective in developing societal solutions for reducing emissions and adapting to global warming from various disciplinary and theoretical perspectives

    Review of: Christine Wimbauer, Mona Motakef: Das Paarinterview. Methodologie – Methode – Methodenpraxis. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2017.

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    Mit dem vorliegenden Buch wird erstmals eine systematische methodologische Einführung des Paarinterviews als eigenständige Interviewform innerhalb der empirischen Sozialforschung vorgelegt. Die Autorinnen arbeiten gründlich heraus, worin der zusätzliche Erkenntnisgewinn von Paarinterviews liegt. Durch die Konzeption als Lehrbuch werden zudem die konkreten Arbeitsschritte für die Durchführung solcher Interviews vorgestellt. Damit liefert das Buch insgesamt einen sehr fundierten sowie verständlichen und anwendungsorientierten Zugang zu dieser Methode.This book presents the first systematic methodological introduction to couple-interviews as a form of interview in their own right within empirical social research. The authors undertake a thorough analysis to find out wherein lies the additional gain in knowledge of couple-interviews. In addition, through its textbook design, concrete work steps for conducting such interviews are given. As such, the book provides overall a very sound as well as comprehensible and practice-orientated access to this method

    Review of: Katharina Karcher: Sisters in Arms. Militant Feminisms in the Federal Republic of Germany since 1968. Oxford u.a.: Berghahn Books 2017.

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    Die Kulturwissenschaftlerin Katharina Karcher setzt sich in dieser Studie mit militanten feministischen Aktionsformen auseinander, vor allem mit Blick auf Aktionen gegen den § 218 und Gewalt gegen Frauen sowie auf transnationale feministische (Solidaritäts-)Kampagnen. Einer ihrer Schwerpunkte liegt dabei auf der Gruppe ‚Rote Zora‘.In her study, cultural scientist Katharina Karcher discusses militant feminist activism, paying particular attention to activities against §218 and violence against women, as well as transnational feminist (solidarity) campaigns. One of her focal points is the “Rote Zora” group

    Review of: Sabine Gatt, Kerstin Hazibar, Verena Sauermann, Max Preglau, Michaela Ralser (Hg.): Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften. Repräsentationen – Kritik – Differenz. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2017.

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    Der vorliegende Sammelband ist das Ergebnis einer Konferenz, die 2014 an der Universität Innsbruck stattgefunden hat und kritisiert aus seiner postkolonial-feministischen Perspektive zentrale Auslassungen der Migrationsforschung, wie die Unterbelichtung von Geschlecht und Sexualität, das Ignorieren intersektionaler Diskriminierungserfahrungen, den Eurozentrismus, die Befangenheit der Migrationsforschung durch den methodologischen Nationalismus sowie die Negierung der Agency von Migrant_innen und der migrationsgesellschaftlichen Realität europäischer Staaten. Diese Auslassungen werden anhand verschiedener disziplinärer und theoretischer Zugänge thematisiert. Unter anderem finden sich Beiträge aus der Soziologie, Geschichtswissenschaft und Medienwissenschaft, die einen guten Überblick über derzeitige Debatten innerhalb der gendersensiblen Migrationsforschung geben.In this anthology which results from a conference at the university of Innsbruck, central omissions made by migration studies (such as the underexposure of gender and sexuality as well as the negation of migrants’ agency in the migrational societal reality of European states) are criticized from a postcolonial-feminist perspective. These omissions are thematized with the aid of various disciplinary and theoretical approaches, among others sociology, history, and media studies. The contributions give an overview of current debates within gender sensitive migration studies

    Review of: Christine Löw, Katharina Volk, Imke Leicht, Nadja Meisterhans (Hg.): Material turn. Feministische Perspektiven auf Materialität und Materialismus. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2017.

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    Der Sammelband beinhaltet sozialwissenschaftliche Beiträge, die auf kritische Weise die Theorieströmungen des Neuen Materialismus zum Thema haben, indem diese mit marxistisch-materialistischen Feminismen gegengelesen werden. Dabei zeichnet sich die Forderung ab, die neomaterialistischen Theorien stärker genealogisch in die feministische Theorie des Ökofeminismus und der kritischen Wissenschaftstheorie einzubetten. Anhand der heterogenen Annäherung an Materie und Materialität werden grundsätzliche Fragen nach der feministischen Praxis und Theorie adressiert und damit indirekt der Umgang mit innerfeministischen Differenzen angesprochen.The edited volume contains contributions from the social sciences that critically engage theories of new materialism by reading these against Marxist-materialist feminisms. What becomes apparent is the call to embed neomaterialist theories genealogically into ecofeminisim and the critical theory of science. Heterogenous approaches to matter and materiality address fundamental questions for feminist practice and theory and thus indirectly respond to dealing with differences within feminism

    Review of: Lynne Fallwell, Keira V. Williams (Hg.): Gender and the Representation of Evil. New York u.a.: Routledge 2017.

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    Als Normenüberschreiterin wird ‚die böse Frau‘ im vorliegenden Sammelband aus interdisziplinärer Perspektive betrachtet. Die mediale Repräsentation der ‚bösen Frau‘ erweist sich dabei als zentrales Element gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Obwohl die Kategorie des ‚Bösen‘ sowie die Kategorie ‚Gender‘, die hier explizit in ihrer ‚weiblichen‘ Kodifikation Beachtung findet, als Konstrukte betrachtet werden, lässt es der Schwerpunkt der Beiträge auf dem 19. und 20. Jahrhundert nicht zu, die diachrone Perspektive um frühere Epochen zu erweitern. Diese hätten das in der Gesamtschau der Beiträge suggerierte, relativ statische Frauenbild perspektivieren können. Eindrücklich demonstriert der Band, dass Repräsentationen ‚des Bösen‘ geschlechtsspezifisch kodiert sind.This anthology deals with \u27the evil woman\u27 as a transgressor of norms from an interdisciplinary perspective. Media representation of \u27the evil woman\u27 is seen as a central element in processes of social negotiation. While the categories of \u27evil\u27 and \u27gender\u27 are considered constructs and are analysed here in their specifically \u27female\u27 codification, the contributions focus on the 19th and 20th century, so that the volume fails to offer a broader diachronic perspective that includes earlier eras. Including these could have put into perspective the rather static image of women which the contributions as a whole suggest. The volume powerfully demonstrates that representations of \u27evil\u27 are codified in a gender-specific way

    Review of: Kristoff Kerl: Männlichkeit und moderner Antisemitismus. Eine Genealogie des Leo Frank-Case, 1860er-1920er Jahre. Köln u.a.: Böhlau Verlag 2017.

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    Der jüdische Fabrikdirektor Leo Frank wurde 1915 von einem Mob angloamerikanischer Männer gelyncht, nachdem er des Mordes an einer jungen angloamerikanischen Arbeiterin für schuldig befunden wurde. Kristoff Kerl zeigt durch eine intersektionale Analyse, wie sich im Laufe der Affäre, die als bekanntestes Beispiel antisemitischer Gewalt in den USA gilt, vormalige Versatzstücke zu einem kohärent antisemitischen Weltbild zusammenfügen. Hintergrund dazu waren Krisenwahrnehmungen in den Südstaaten seit Ende des Bürgerkriegs: Industrialisierung, Urbanisierung, die Sklavenemanzipation und die Zunahme weiblicher Lohnarbeit interpretierten Angloamerikaner auch als Angriff auf ihre Männlichkeit. Der Kampf gegen den Juden Frank wurde zum Kampf für die Wiederherstellung der hegemonialen Geschlechterordnung.In 1915, Jewish factory director Leo Frank was lynched by a mob of Anglo-American men after he had been found guilty for the murder of a young Anglo-American female worker. Through an intersectional analysis, Kristoff Kerl shows how during the course of the scandal, which has become the most renowned example of antisemitic violence in the USA, former set pieces merge into a coherent antisemitic worldview. The background to this was a sense of crisis in the Southern states since the end of the civil war: industrialization, urbanization, the emancipation of slaves, and the rising numbers of female paid labor were interpreted by Anglo-Americans as an attack on their masculinity. The fight against the Jew Frank became a fight for the reinstatement of the hegemonic gender hierarchy.

    Review of: Andrea Löther, Birgit Riegraf (Hg.): Gleichstellungspolitik und Geschlechterforschung. Veränderte Governance und Geschlechterarrangements in der Wissenschaft. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2017.

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    Die Autorinnen des Bandes zeichnen den Wandel von Gleichstellungspolitiken und Hochschulpolitik anhand beispielhafter Projektstudien nach und konzentrieren sich dabei auf Hochschulen im Allgemeinen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung in Deutschland, bisweilen richtet sich der Blick auch auf das europäische Ausland. Anhand empirischer Beiträge wird aufgezeigt, welche Bedeutung der Hochschulebene für die normative Bewertung der Veränderungsprozesse zukommt, ohne dass jedoch die Ebene der Strukturen verloren geht. Somit gelingt den Autorinnen ein aktueller und lesenswerter Einblick in den Stand der Diskussion über Gleichstellungsgovernance an den Hochschulen.The authors of this collection follow the changes of equal opportunity policies and higher education policies with the help of exemplary case studies within institutions of higher education. Their focus lies on the development in Germany, sometimes including other European countries. The significance of higher education in the normative valuation of processes of change is shown with the aid of empirical contributions without losing sight of the structural level. By doing this, the authors succeed in offering a relevant and readable insight into the current discussion about equal opportunity governance in higher education

    Review of: Gökçen Yüksel: Raum und Geschlecht. Die Verräumlichung von Geschlechternormen in der türkischen Provinz Hatay. Weinheim u.a.: Beltz Juventa Verlag 2017.

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    Gökçen Yüksel untersucht das Verhältnis von Raumordnungen und Geschlechterordnungen und greift dafür auf 26 Interviews mit jungen Frauen aus der türkischen Provinz Hatay zurück. Sie zeigt auf, dass Raumordnungen aus einem komplexen Zusammenwirken gesellschaftlicher Regulierungen und Alltagspraktiken resultieren. Sie rekonstruiert die vergeschlechtlichten Ordnungen, die für die jungen Frauen praktische Einschränkungen und Regulative bedeuten. Es wird deutlich, dass die Frauen selbst diese Regulative und Vorgaben problematisieren und ebendiese Auswirkungen auf ihr Handeln haben.Gökçen Yüksel explores the relationship between spacial planning and gender orders and for this purpose resorts to 26 interviews with young women from the Turkish province of Hatay. She reveals that spacial planing results from a complex interaction between societal regulations and everyday practices. She reconstructs gendered orders which represents practical restrictions and regulators for the young women. It becomes clear that the women problematize themselves these regulators and specifications and that these have implications on their actions

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