Querelles - Jahrbuch für Frauen- und Geschlechterforschung (QJB)
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    1151 research outputs found

    Review of: René Lépine, Ansgar Lorenz: Judith Butler. Philosophie für Einsteiger. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2018.

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    In dieser Einführung wird das Denken Judith Butlers systematisch erläutert und mithilfe von Illustrationen veranschaulicht. Dadurch handelt es sich bei diesem Band um eine abwechslungsreiche Lektüre, deren Alleinstellungsmerkmal das gelungene Zusammenspiel aus theorienahem Text und detaillierten Illustrationen ist, die so manches Mal auch auf eine humoristische Art und Weise komplexe Sachverhalte verständlich machen.In this introduction, Judith Butler\u27s thinking is systematically explained and depicted by means of illustrations. Thus, this volume is a varied reading, the unique feature of which is the successful interplay of theoretic text and detailed illustrations, which sometimes makes it possible to understand complex facts in a humorous way

    Review of: Heike Mauer: Intersektionalität und Gouvernementalität. Die Regierung von Prostitution in Luxemburg. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2018.

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    Heike Mauer hat eine materialreiche und überzeugende Intervention in deutschsprachige Intersektionalitätsdebatten vorgelegt, in der sie theoretisch darlegt und am empirischen Material ausweist, dass Foucaultʼsche Gouvernementalitätstheorie und die Intersektionalitätstheorie voneinander lernen können. Obwohl sie dabei nicht nur einen historischen Gegenstand behandelt, sondern auch ein gegenwärtiges politisches Erkenntnisinteresse verfolgt, macht sie aber keinen Gebrauch von Foucaults genealogischen Verfahren und bedient sich einer eingeschliffenen und schematischen Foucaultrezeption.Heike Mauer has presented a comprehensive and convincing intervention in German-language intersectional debates in which she sets forth theories and empirical evidence that Foucault\u27s theory of Governmentality and the theory of intersectionality can learn from each other. While not only treating a historical subject, but also pursuing a current political epistemological interest, she does not make use of Foucault\u27s genealogical procedures and falls back on to a common and schematic reception of Foucault

    Review of: Sebastian Zilles: Die Schulen der Männlichkeit. Männerbünde in Wissenschaft und Literatur um 1900. Köln u.a.: Böhlau Verlag 2018.

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    Um 1900 zeigt sich in der deutschsprachigen Literatur eine intensive Auseinandersetzung mit der Männerbund-Thematik. Sebastian Zilles untersucht am Beispiel kanonischer Texte von Robert Musil, Thomas und Heinrich Mann sowie Franz Werfel, welche literarischen Verfahren dabei zum Einsatz kommen und welche Rückschlüsse dies auf die sogenannte Krise der Männlichkeit wirft. Methodisch konzipiert als Verknüpfung von Masculinity Studies und Literaturwissenschaft wird das Wissen über Männerbünde und Männlichkeit in Wissenschaft und Literatur um die Jahrhundertwende reflektiert. Die Krise der Männlichkeit wird gedeutet als Folge überzogener militärisch-sozialer Disziplinierungsanstrengungen einerseits und rigider, antimoderner sowie antifeministischer Männlichkeitsutopien anderseits.Around 1900, there is an intense debate in the German-language literature with male circles [Männerbünde]. Using the example of canonical texts by Robert Musil, Thomas and Heinrich Mann, and Franz Werfel, Sebastian Zilles examines which literary methods are used and what conclusions this raises for the so-called crisis of masculinity. Methodically conceived as a link between masculinity studies and literary studies, the knowledge about male circles [Männerbünde] and masculinity in science and literature is reflected at the turn of the century. The crisis of masculinity is interpreted as a consequence of excessive military-social disciplinary efforts on the one hand and rigid, anti-modern and anti-feminist masculinity utopias on the other

    Review of: Adrian de Silva: Negotiating the Borders of the Gender Regime. Developments and Debates on Trans(sexuality) in the Federal Republic of Germany. Bielefeld: transcript Verlag 2018.

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    Die Geschichte der Trans(sexualität) in der Bundesrepublik ist eine Geschichte sich wandelnder Verständnisse von Geschlecht und Geschlechterordnung. Adrian de Silva betrachtet in seiner Dissertation die Entwicklungen und rechtlichen Auswirkungen dieser Verständnisse in Sexualwissenschaft, Rechtsprechung, Gesetzgebung und der Transgender-Bewegung. Er analysiert die Entstehungs- und Reformprozesse des Transsexuellengesetzes (Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen) und seine folgenreiche Verquickung von Recht, Medizin und Geschlechterpolitik. Historische und aktuelle Debatten um die „Borders of the Gender Regime“ in Deutschland lassen sich auf der Basis von de Silvas Buch neu verstehen und einordnen.The history of trans (sexuality) in the Federal Republic is a history of changing understandings of gender and gender order. In his dissertation, Adrian de Silva considers the developments and legal implications of these understandings in sexology, jurisprudence, legislation and the transgender movement. He analyzes the emergence and reform processes of the transsexual law (Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen – law on the change of given names and the determination of gender in special cases) and its momentous amalgamation of law, medicine and gender politics. Historical and current debates on the "Borders of the Gender Regime" in Germany can be understood and categorized on the basis of de Silva\u27s book

    Review of: Mike Laufenberg, Martina Erlemann, Maria Norkus, Grit Petschick (Hg.): Prekäre Gleichstellung. Geschlechtergerechtigkeit, soziale Ungleichheit und unsichere Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2018.

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    Umfassend werden hier das Verhältnis von prekären Arbeitsverhältnissen und Diskriminierungs- und Ungleichheitsstrukturen in der Wissenschaft sowie Gleichstellungspolitiken in den Blick genommen. Die Autor_innen plädieren dafür, die Ökonomisierung von Bildung, die Herausbildung der unternehmerischen Hochschule sowie die damit einhergehende Ausbreitung unsicherer Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft mit Prozessen der Gleichstellungsgovernance sowie der Transformation von Geschlechterverhältnissen und insbesondere von Rassismus an der Hochschule zusammenzudenken. In 12 Beiträgen werden diesbezügliche Ambivalenzen thematisiert und Interventionsmöglichkeiten, um Geschlechtergerechtigkeit, eine nicht-rassistische Hochschule und sichere Beschäftigungsverhältnisse zu verwirklichen, diskutiert.Here, the relationship between precarious employment and structures of discrimination and inequality in higher education as well as gender equality policies are comprehensively considered. The authors argue that the economisation of education, the emergence of the entrepreneurial university and the associated spread of precarious working conditions in higher education should be considered in conjunction with processes of equality governance, the transformation of gender relations and especially racism at the university. 12 contributions deliberate ambivalences and discuss ways to implement gender equality, a non-racist university and secure employment

    Review of: Caroline Arni: Pränatale Zeiten. Das Ungeborene und die Humanwissenschaften (1800-1950). Basel, Berlin: Schwabe Verlag 2018.

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    Die Basler Historikerin Caroline Arni legt eine inspirierende und materialreiche Studie dazu vor, wie die Wissenschaften vom Menschen im 19. Jahrhundert das Ungeborene als Wissensgegenstand erschlossen. Sie arbeitet die Beiträge der Fötalphysiologie, Embryologie, Psychiatrie, Psychologie und Psychoanalyse heraus und rekonstruiert, welchen historischen Konjunkturen die Vorstellung eines mütterlichen Einflusses auf die Entwicklung des Ungeborenen  unterlag. Überzeugend zeigt sie auf, wie das Konzept der biologischen Entwicklung unlösbare Fragen danach aufwarf, was ein menschliches Subjekt ausmacht. Die höchst lesenswerte wissenschaftshistorische Studie bietet auch für die geschlechtertheoretische Erforschung von Schwangerschaft und Geburt in der Gegenwart eine Vielzahl von Anregungen.The Basel historian Caroline Arni presents an inspiring and material-rich study of how human science tapped the unborn child as a knowledge object in the 19th century. She elaborates on the contributions of fetal physiology, embryology, psychiatry, psychology and psychoanalysis and reconstructs which historical cycles were subject to the idea of a maternal influence on the development of the unborn child. Convincingly she shows how the concept of biological development raised unsolvable questions about what makes a human subject. This most readable scientific-historical study also offers a large number of suggestions for the gender-theoretical research into pregnancy and childbirth in the present

    Review of: Gero Bauer, Regina Ammicht Quinn, Ingrid Hotz-Davies (Hg.): Die Naturalisierung des Geschlechts. Zur Beharrlichkeit der Zweigeschlechtlichkeit. Bielefeld: transcript Verlag 2018.

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    Die Tübinger Gender- und Diversitätsforscher*innen versammeln in ihrem Band Beiträge aus neun Disziplinen, in denen die Naturalisierung theoretisch gefasst und deren Wirkungsweisen im Alltag, in einzelnen Wissenschaftsdisziplinen, im Sport, in der Geschichte, im Christentum sowie in der Gleichstellungsarbeit aufgezeigt wird. Die Beharrlichkeit der geschlechtlichen Naturalisierung wird durch Herausforderungen, die sich in Bezug auf nicht-heterosexuelles Begehren und intergeschlechtliche Körper ergeben, diskutiert. Die Beiträge lassen zahlreiche interessante Facetten von Naturalisierung deutlich werden, zugleich finden sich jedoch in einigen Aufsätzen Tendenzen zur Naturalisierung.In their volume, the gender and diversity researchers from Tübingen gather contributions from nine disciplines in which naturalization is conceived of theoretically. Naturalization’s effects are shown in everyday life, in individual scientific disciplines, in sports, in history, in Christianity and in gender equality efforts. The perseverance of sexual naturalization is discussed through challenges that arise in relation to non-heterosexual desire and intersex bodies. The contributions reveal numerous interesting facets of naturalization, while some essays display tendencies towards naturalization themselves

    Review of: Judith von der Heyde: Doing Gender als Ultra – Doing Ultra als Frau. Weiblichkeitspraxis in der Ultrakultur. Eine Ethnographie. Weinheim: Beltz Juventa 2018.

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    Judith von der Heyde legt eine theoretisch fundierte und empirisch reichhaltige Arbeit vor, mit der sie den Forschungsstand zu Geschlechterverhältnissen in Fußballfanszenen erweitert. Anhand ihrer ethnographischen Begleitung zweier weiblicher Mitglieder einer Ultragruppe zeigt sie auf einer praxeologischen Ebene Handlungsstrategien und Spannungsfelder junger Frauen in der männlich dominierten Jugendkultur der Ultras auf. Ihre These zur Hegemonialisierung von Weiblichkeit lässt sich zwar diskutieren, doch stellt von der Heydes Arbeit wichtige Erkenntnisse bereit und ein Korrektiv zur oftmals androzentrischen Fanforschung dar.Judith von der Heyde presents a theoretically sound and empirically rich work that expands the state of research on gender relations in the football fan scene. On the basis of her ethnographic accompaniment of two female members of an Ultragroup, she shows action strategies and areas of tension of young women in the male-dominated youth culture of the Ultras on a praxeological level. Her concluding theses on the hegemonization of femininity leave room for discussion, but von der Heydes work provides important insights and offers a corrective to the often androcentric fan research

    Review of: Sabine Hark, Paula-Irene Villa: Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart. Bielefeld: transcript Verlag 2017.

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    Differenzen können als Grundlage für Diskriminierungen funktionalisiert werden, wie die Veränderungen im gesellschaftlichen und politischen Diskurs in Folge der Kölner Silvesternacht 2015 gezeigt haben. Wie Differenzen plural und anti-essentialistisch gedacht und gesagt werden können, führen Sabine Hark und Paula-Irene Villa in ihrer Analyse den Leser*innen vor Augen.Differences can be functionalized as a basis for discrimination, as the changes in social and political discourse following the Cologne New Year\u27s Eve 2015 have shown. In their analysis, Sabine Hark and Paula-Irene Villa show the reader how differences can be thought and said in a plural and anti-essentialist way

    Review of: Kerstin Böhm: Archaisierung und Pinkifizierung. Mythen von Männlichkeit und Weiblichkeit in der Kinder- und Jugendliteratur. Bielefeld: transcript Verlag 2017.

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    Die Germanistin Kerstin Böhm untersucht am Beispiel zweier Jugendbuch-Reihen mediale Entwicklungstendenzen, die sich gegenseitig beeinflussen: Einerseits verändert sich der Markt der Kinder- und Jugendliteratur strukturell durch die wachsende Präsenz von Medienverbünden. Kaum ein Bestseller erscheint solitär in Buchform, komplementär werden häufig auditive, audiovisuelle oder grafische Begleitprodukte mitgeliefert. Anderseits ist damit aus Marketinggründen eine offensive geschlechtsspezifische Adressierung verbunden, die klar erkennbare Zielgruppen durch den Einsatz von Stereotypen, Markierungsstrategien und geschlechterbasierten Mythen zur Steigerung der kommerziellen Verwertbarkeit anvisiert.Germanist Kerstin Böhm uses the example of two book series for young adults to research medial development tendencies which influence each other: on the one hand, the market for children and young adult literature is structurally changing due to the growing presence of multimedia. Hardly any bestseller is published solely in book form, very often accompanying audio, audiovisual or graphic products are supplied additionally. On the other hand, this is accompanied out of marketing purposes by an aggressive gendered targeting which aims at clearly recognizable target groups through the use of stereotypes, marketing strategies, and gender based myths for an increase in commercial exploitability

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