SSOAR - Social Science Open Access Repository
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TikTok als Medium, Ort und Herausforderung für die Politische Bildung
Der Artikel untersucht, wie die chinesische Social-Media-App TikTok seit ihrem Start im Jahr 2018 zu einem zentralen Akteur in der politischen Kommunikation wurde und fragt, welche Folgen dies für politisches Informationsverhalten und Meinungsbildungsprozesse auf der Plattform hat
Sorgfaltspflichten und Rechtskämpfe: Gesetzliche Lieferkettenregulierung in Europa
Der Beitrag analysiert neue gesetzliche Sorgfaltspflichten für europäische Unternehmen entlang ihrer Lieferketten. Sie sind sowohl Ergebnis als auch Gegenstand breiter gesellschaftlicher Auseinandersetzungen über die Ausgestaltung globaler Produktionsbedingungen. Der Beitrag ordnet die Gesetze in einen politischen Kontext ein, indem er die historische Entwicklung von freiwilliger Selbstregulierung zu verbindlichen Gesetzen nachzeichnet. Die Gesetze sind keine abschließende Lösung, sondern sie verlagern anhaltende Konflikte um die Bedingungen der Globalisierung auf das rechtliche Terrain. Hier ringen unterschiedliche Akteure weiter um die Ausgestaltung von Rechtsnormen und ihre Umsetzung
Daseinsvorsorge auf lokaler Ebene - Mit sektorübergreifenden Neustrukturierungen zu mehr Kooperation und Effizienz
Die Lebensqualität vor Ort wird zentral von der kommunalen Daseinsvorsorge bestimmt. Allerdings ist diese kein einheitlich strukturiertes Feld, sondern wird geprägt von einer institutionellen Vielfalt und Koproduktion mit zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Kommunen sind aufgrund der Dauerkrisen, aber auch allgemeiner Herausforderungen (Demografie, Zuwanderung) massiv gefordert und überprüfen deshalb die Steuerungswirkungen. Die verstärkten kommunalen Finanzprobleme beschleunigen diesen Prozess. Im Beitrag werden die Grenzen der traditionellen Organisationsstruktur (mit ihren "Silos") und Schritte für eine zukunftsfähige Daseinsvorsorge diskutiert
Staying, Leaving, or Returning? Conflict Resolution Preferences and Migration among Ukrainian Women
Little is known in the literature about non-economic factors that might shape migrant selectivity. This study examines how preferences for resolving the Russian-Ukrainian conflict relate to the migration patterns and intentions of Ukrainians following the Russian full-scale aggression. Drawing on the concepts of place utility and migration decision-making models, we analyse data from the OneUA survey, which was collected around six months after Russia’s full-scale invasion among almost 25,000 Ukrainian women residing in Ukraine and abroad. Our results, based on a series of logistic regressions, suggest that Ukrainian women favouring a military solution to the conflict are more likely to remain in their pre-war residence in Ukraine rather than being internally displaced (i.e., IDP) or moving abroad (i.e., refugees). Moreover, among women forced to leave the country as refugees, those who favour a military solution exhibit a stronger intention to return. Conversely, among women still in Ukraine, those who favour a military solution less are more likely to consider international migration. Our study advances research on self-selection into migration based on non-economic factors, emphasising the role of political perceptions in displacement and resettlement patterns in conflict-affected regions
Digitale Praktiken im Doing Family von geflüchteten Kindern und Eltern
Digitale Medien sind für Kinder und Eltern in geflüchteten Familien allgegenwärtig. Anknüpfend an den Doing Family-Ansatz untersucht dieser Beitrag, wie Kinder und Eltern im Kontext von Flucht und Asyl mit und durch digitale(n) Medien Familie gestalten und welche Bedeutung diese für Familienerziehung haben. Anhand von Daten einer qualitativ-ethnographischen Studie mit Familien aus Somalia wird die Herstellung von Familie als Prozess lokaler und transnationaler sowie analoger und digitaler Verflechtung verdeutlicht. Der Beitrag befasst sich sowohl theoretisch-konzeptionell als auch empirisch mit den komplexen Verschränkungen von Familie, Flucht und Digitalität.Digital media are omnipresent for children and parents in refugee families. Drawing on the ‘doing family’ approach, this article examines how children and parents in the context of flight and asylum shape family with and through digital media and what significance these have for family education. Using data from a qualitative-ethnographic study with families from Somalia, the production of family as a process of local and transnational as well as analogue and digital interdependence is shown. The article explores the complex entanglements of family, flight and digitality both theoretically-conceptually and empirically
Die Dominanz des Autos und die Macht der Nische: Eine empirische Erhebung zum Verkehrsverhalten im Berliner Graefekiez
Was passiert, wenn Autos der Raum entzogen wird, der ihnen bislang selbstverständlich zur Verfügung stand? Wie stabil ist die Autodominanz in Deutschland, und können Reallabore daran etwas ändern? Konzeptionell wird an das Mehrebenenmodell von Transformationen angeknüpft. Am Beispiel des Berliner Graefekiezes wird gezeigt, wie sich in Nischen alternative Mobilitätspraktiken etablieren und Transformationen ermöglichen
Wie Reichsbürger reden (und schreiben): Rezension zu "Restoring the Reich: The Language of the Reichsbürger" von Georg Schuppener
Georg Schuppener: Restoring the Reich: The Language of the Reichsbürger. Fields of linguistics, Bd. 12. Göttingen: V & R unipress 2025. 978-3-847-11802-
Umweltgerechtigkeit in Kassel: Ein indikatorengestütztes Vorgehen zur Abbildung des Dreiklangs aus Umwelt, Gesundheit und Sozialem
Umweltbelastungen im städtischen Raum nicht isoliert zu betrachten, sondern in Kombination mit der sozialen und der gesundheitsbezogenen Lage vor Ort, stellt das zentrale Element des interdisziplinären Konzepts der Umweltgerechtigkeit dar. Durch die räumliche Überlagerung von multiplen Belastungslagen aus dem Dreiklang Umwelt, Gesundheit und Soziales lassen sich prioritäre Handlungsräume mit vordringlichem Maßnahmenbedarf zur substanziellen Verbesserung der Situation für die Menschen vor Ort identifizieren. Neben einer Rückschau auf die Datenanalyse und Methodenentwicklung in einer ersten Pilotphase fokussiert sich der vorliegende Beitrag auf ein aktuelles Umsetzungsprojekt in einem Kasseler Ortsbezirk mit hohen Belastungsdichten. Zudem wird herausgestellt, welche Rolle der Kommunalstatistik im Kontext eines solchen Ansatzes zukommt