1,720,992 research outputs found
Die strukturelle und funktionelle Charakterisierung der Extrazellulären Matrix aus dem Knochenmark von Patient*innen mit Myelodysplastischer Neoplasie
Die myelodysplastischen Neoplasien (MDS) sind eine heterogene Gruppe an
Knochenmarkserkrankungen mit dem klinischen Erkrankungsbild von peripheren Zytopenien und Zelldysplasien mit variabler Symptomausprägung und einem 30% Risiko für den Progress
in die akute myeloische Leukämie (AML). Die Pathogenese des MDS basiert auf der klonalen Dominanz und des selektiven Vorteils der malignen hämatopoetischen Stammzellen (HSPCs), was zu einer Verdrängung der physiologischen Hämatopoese führt. MDS-HSPCs sind jedoch in vitro durch eine schlechte Differenzierungskapazität und ineffizientem Wachstum gekennzeichnet, was für eine große Diskrepanz zwischen dem in vivo und dem ex vivo Verhalten spricht. Um diese Diskrepanz besser nachvollziehen zu können, rückt die Rolle der Knochenmarksnische und ihrer zellulären und nicht-zellulären Komponente in den Fokus der Untersuchungen. In dieser Arbeit wurde insbesondere die extrazelluläre Matrix (ECM) von mesenchymalen Stromazellen (MSC) als wichtiger Bestandteil der Knochenmarksnische in ihrer Kommunikationsfähigkeit mit den HSPCs beleuchtet. Das Ziel dieser Untersuchung bestand darin, die ECM in ihrer Struktur und ihrer Funktion zu charakterisieren und die Wirkung des hypomethylierenden Chemotherapeutikums Azacitidin auf die ECM-Beschaffenheit zu analysieren. Zur Generierung der ECM wurden MSCs von Patienten*innen mit HR-MDS sowie von
alterskorrelierenden, hämatologisch gesunden Spendern gewonnen und kultiviert. Ein Teil der HR-MDS-MSCs wurden in einem Azacitidin-haltigem Kulturmedium kultiviert. Nach der 10- tägigen konnten die Proben dezellularisiert werden, um zellfreie ECM zu erhalten. Die ECM wurde sowohl strukturell als auch funktionell untersucht. Die strukturelle Charakterisierung beinhaltete die Quantifizierung einzelner ECM-Komponenten, wie Kollagen I, Kollagen IV und Glykosaminoglykane (GAG). Die Quantifizierung der ECM-Bestandteile erfolgte unter Verwendung der photometrischen Kit-Systeme Sircol und Blyscan, jeweils für Kollagene und Glykosaminoglykane. Zudem wurden Kollagen I und IV sowohl mittels Immunfluoreszenzfärbungen visualisiert als auch mithilfe von Western-Blot semi-quantitativ analysiert. Es erfolgten spezifische Immunfluoreszenzfärbungen von Glykosaminoglykanen mittels Lektin-WGA (Wheat Germ Agglutinin) für Heparansulfat, Keratansulfat und Hyaluronsäure und Lektin-PNA (Peanut Agglutinin) zur Identifizierung von Chondroitinsulfat, Keratansulfat und Dermatansulfat. Die genaue ECM-Oberflächenstruktur konnte mithilfe von Rasterelektronenmikroskopie visuell dargestellt werden. Zur funktionellen Charakterisierung wurden HSPCs gesunder Spender*innen auf den unterschiedlichen ECM-Entitäten kultiviert und auf ihre Proliferation, ihre Fähigkeit zur Ausbildung von Oberflächenproteinen. Die Ausbildung der Oberflächenproteine wurde durchflusszytometrisch erfasst. Zudem wurdenColony-forming unit Assays (CFU-Assays) durchgeführt, um das Potential zur Differenzierung von Zellkolonien der auf ECM kultivierten HSPCs zu untersuchen. Strukturell wiesen die HR-MDS-ECM-Proben im Vergleich mit HD-ECM-Proben einen weitaus höheren Gehalt an Kollagen I und IV, sowie an GAGs auf. Eine Behandlung der HR-MDSMSCs mit Azacitidin resultierte in der reduzierten Sekretion sowohl von Kollagen I und IV als auch von GAGs. Bei der funktionellen Charakterisierung konnte eine erhöhte Wachstumsrate der HSPCs auf HR-MDS-ECM im Vergleich zur HD-ECM sowohl nach 7 als auch nach 14 Tagen der Zellkultivierung nachgewiesen werden. Die aus der vorherigen Azacitidin Behandlung entstandene ECM bot einen zum ersten Messzeitpunkt den geringsten Support für die HSPCProliferation.
Zum zweiten Zeitpunkt der Zellzählung lag die HSPC-Zellzahl auf HR-MDS+Aza- ECM über derjenigen auf HD-ECM. Zudem variierte die Expression von bestimmten Oberflächenproteinen auf den HSPCs je nach ECM-Entität und je nach ECM-Kontakt. Es wurden deutlich weniger CD34+/CD38+ HPCs und CD34+/CD38- HSCs auf HR-MDS-ECM, als auf HD-ECM in der ECM-adhärenten Zellfraktion identifiziert. Innerhalb der HSCs und HPCs wurden vermehrt ECM-adhärente Zellen mit der Expression von CD29, CD61 und CD44 auf HR-MDS-ECM nachgewiesen. Eine verringerte
Marker-Positivität auf ECM-adhärenten HSPCs auf HR-MDS-ECM wurde bei CD41, CD51und CD117 festgestellt. HSPCs, die auf HR-MDS+Aza-ECM kultiviert wurden, verhielten sich in ihrer Markerexpression annähernd wie die HSPCs auf HD-ECM. Bei der Betrachtung der Oberflächenmarker in der Zellfraktion im Überstandsmedium, welche nicht in Kontakt zur ECM stand, konnte kein deutlicher Unterschied mehr zwischen den Vergleichsmatricen nachgewiesen werden. In den CFU-Assays bildeten HSPCs aus HR-MDS-ECM-Kultur mehr CFU-GM- und BFU-EKolonien im Vergleich zur HD-Kohorte. Die CFU-E Koloniebildung war bei HSPCs aus HRMDS- ECM-Kultur stark verringert. HSPCs aus HR-MDS+Aza-Kultur zeigten im CFU-Assay generell das geringste Koloniebildungspotential.
In dieser Studie konnte eine starke Variation der Struktur und der Funktion der ECM bei MDS nachgewiesen werden. Die ECM scheint sich bei MDS nicht nur in ihrer Morphologie, sondern auch in ihrem Einfluss auf die HSPCs-Entwicklung von gesunder ECM zu unterscheiden. Diese Befunde unterstreichen die Rolle der ECM in der Knochenmarksnische und geben Hinweise auf ihren möglichen Beitrag zur Pathogenese des MDS
Die strukturelle und funktionelle Charakterisierung der Extrazellulären Matrix aus dem Knochenmark von Patient*innen mit Myelodysplastischer Neoplasie
Die myelodysplastischen Neoplasien (MDS) sind eine heterogene Gruppe an
Knochenmarkserkrankungen mit dem klinischen Erkrankungsbild von peripheren Zytopenien und Zelldysplasien mit variabler Symptomausprägung und einem 30% Risiko für den Progress
in die akute myeloische Leukämie (AML). Die Pathogenese des MDS basiert auf der klonalen Dominanz und des selektiven Vorteils der malignen hämatopoetischen Stammzellen (HSPCs), was zu einer Verdrängung der physiologischen Hämatopoese führt. MDS-HSPCs sind jedoch in vitro durch eine schlechte Differenzierungskapazität und ineffizientem Wachstum gekennzeichnet, was für eine große Diskrepanz zwischen dem in vivo und dem ex vivo Verhalten spricht. Um diese Diskrepanz besser nachvollziehen zu können, rückt die Rolle der Knochenmarksnische und ihrer zellulären und nicht-zellulären Komponente in den Fokus der Untersuchungen. In dieser Arbeit wurde insbesondere die extrazelluläre Matrix (ECM) von mesenchymalen Stromazellen (MSC) als wichtiger Bestandteil der Knochenmarksnische in ihrer Kommunikationsfähigkeit mit den HSPCs beleuchtet. Das Ziel dieser Untersuchung bestand darin, die ECM in ihrer Struktur und ihrer Funktion zu charakterisieren und die Wirkung des hypomethylierenden Chemotherapeutikums Azacitidin auf die ECM-Beschaffenheit zu analysieren. Zur Generierung der ECM wurden MSCs von Patienten*innen mit HR-MDS sowie von
alterskorrelierenden, hämatologisch gesunden Spendern gewonnen und kultiviert. Ein Teil der HR-MDS-MSCs wurden in einem Azacitidin-haltigem Kulturmedium kultiviert. Nach der 10- tägigen konnten die Proben dezellularisiert werden, um zellfreie ECM zu erhalten. Die ECM wurde sowohl strukturell als auch funktionell untersucht. Die strukturelle Charakterisierung beinhaltete die Quantifizierung einzelner ECM-Komponenten, wie Kollagen I, Kollagen IV und Glykosaminoglykane (GAG). Die Quantifizierung der ECM-Bestandteile erfolgte unter Verwendung der photometrischen Kit-Systeme Sircol und Blyscan, jeweils für Kollagene und Glykosaminoglykane. Zudem wurden Kollagen I und IV sowohl mittels Immunfluoreszenzfärbungen visualisiert als auch mithilfe von Western-Blot semi-quantitativ analysiert. Es erfolgten spezifische Immunfluoreszenzfärbungen von Glykosaminoglykanen mittels Lektin-WGA (Wheat Germ Agglutinin) für Heparansulfat, Keratansulfat und Hyaluronsäure und Lektin-PNA (Peanut Agglutinin) zur Identifizierung von Chondroitinsulfat, Keratansulfat und Dermatansulfat. Die genaue ECM-Oberflächenstruktur konnte mithilfe von Rasterelektronenmikroskopie visuell dargestellt werden. Zur funktionellen Charakterisierung wurden HSPCs gesunder Spender*innen auf den unterschiedlichen ECM-Entitäten kultiviert und auf ihre Proliferation, ihre Fähigkeit zur Ausbildung von Oberflächenproteinen. Die Ausbildung der Oberflächenproteine wurde durchflusszytometrisch erfasst. Zudem wurdenColony-forming unit Assays (CFU-Assays) durchgeführt, um das Potential zur Differenzierung von Zellkolonien der auf ECM kultivierten HSPCs zu untersuchen. Strukturell wiesen die HR-MDS-ECM-Proben im Vergleich mit HD-ECM-Proben einen weitaus höheren Gehalt an Kollagen I und IV, sowie an GAGs auf. Eine Behandlung der HR-MDSMSCs mit Azacitidin resultierte in der reduzierten Sekretion sowohl von Kollagen I und IV als auch von GAGs. Bei der funktionellen Charakterisierung konnte eine erhöhte Wachstumsrate der HSPCs auf HR-MDS-ECM im Vergleich zur HD-ECM sowohl nach 7 als auch nach 14 Tagen der Zellkultivierung nachgewiesen werden. Die aus der vorherigen Azacitidin Behandlung entstandene ECM bot einen zum ersten Messzeitpunkt den geringsten Support für die HSPCProliferation.
Zum zweiten Zeitpunkt der Zellzählung lag die HSPC-Zellzahl auf HR-MDS+Aza- ECM über derjenigen auf HD-ECM. Zudem variierte die Expression von bestimmten Oberflächenproteinen auf den HSPCs je nach ECM-Entität und je nach ECM-Kontakt. Es wurden deutlich weniger CD34+/CD38+ HPCs und CD34+/CD38- HSCs auf HR-MDS-ECM, als auf HD-ECM in der ECM-adhärenten Zellfraktion identifiziert. Innerhalb der HSCs und HPCs wurden vermehrt ECM-adhärente Zellen mit der Expression von CD29, CD61 und CD44 auf HR-MDS-ECM nachgewiesen. Eine verringerte
Marker-Positivität auf ECM-adhärenten HSPCs auf HR-MDS-ECM wurde bei CD41, CD51und CD117 festgestellt. HSPCs, die auf HR-MDS+Aza-ECM kultiviert wurden, verhielten sich in ihrer Markerexpression annähernd wie die HSPCs auf HD-ECM. Bei der Betrachtung der Oberflächenmarker in der Zellfraktion im Überstandsmedium, welche nicht in Kontakt zur ECM stand, konnte kein deutlicher Unterschied mehr zwischen den Vergleichsmatricen nachgewiesen werden. In den CFU-Assays bildeten HSPCs aus HR-MDS-ECM-Kultur mehr CFU-GM- und BFU-EKolonien im Vergleich zur HD-Kohorte. Die CFU-E Koloniebildung war bei HSPCs aus HRMDS- ECM-Kultur stark verringert. HSPCs aus HR-MDS+Aza-Kultur zeigten im CFU-Assay generell das geringste Koloniebildungspotential.
In dieser Studie konnte eine starke Variation der Struktur und der Funktion der ECM bei MDS nachgewiesen werden. Die ECM scheint sich bei MDS nicht nur in ihrer Morphologie, sondern auch in ihrem Einfluss auf die HSPCs-Entwicklung von gesunder ECM zu unterscheiden. Diese Befunde unterstreichen die Rolle der ECM in der Knochenmarksnische und geben Hinweise auf ihren möglichen Beitrag zur Pathogenese des MDS
Functional characterisation of the mesenchymal cell-derived extracellular matrix in myelodysplastic neoplasms
Myelodysplastic neoplasms (MDS) are a group of heterogeneous, clonal disorders characterised by ineffective haematopoiesis and peripheral blood cytopenia. MDS is highly progressive, difficult to treat, and is one of the most common blood cancers, affecting 4-5/100.000 people below the age of 70 and many more thereafter. Single or multiple driver gene mutations and chromosomal abnormalities in the haematopoietic compartment lead to MDS. These somatic gene mutations account for the dysregulation of epigenetic, DNA repair, cohesion complex, and spliceosome pathways. The International prognostic scoring system (IPSS) that was developed in 1997, revised (IPSS-R) in 2016 and updated in 2022 (IPSS-M) classifies MDS into low risk (LR-), intermediate (Int-), and high risk (HR-) groups. The haematopoietic disorder is accompanied by changes in the bone marrow microenvironment (BMME) and especially in mesenchymal cells (MSCs). BMME provides a supportive milieu for haematopoiesis and can be targeted by clinically available drugs such as AZA. The non cellular component of the BMME, the extracellular matrix (ECM), is a framework providing structural and biochemical support via cell-ECM interactions and the maintenance of growth factor gradients. To date, studies of bone marrow interactions in homeostasis and disease have focused largely on soluble and membrane-associated factors, while the involvement of the ECM in MDS and its response to therapy is underexplored. Therefore, this study aimed to characterise the MDS MSC derived ECM of both LR- and HR-MDS in comparison to that from healthy age matched donors in terms of composition, biophysical properties and functional haematopoietic support. This study also aimed to evaluate the impact of in vivo and in vitro AZA treatment on MDS MSC derived ECM. To investigate this, in vitro ECMs were generated by culturing of MSC monolayers on chemically prepared coverslips followed by decellularization using NH4OH and DNase-1 solution. The biophysical properties of the ECM were analysed using atomic force microscopy (AFM). Using targeted approaches, a selection of biochemical ECM components including glycoprotein (fibronectin), collagens and glycosaminoglycans (GAGs) were analysed in the various ECMs generated from the different MSC samples.
AFM analysis revealed that MDS MSCs producer a softer ECM than the healthy donor MSCs, and that this difference becomes more prominent as the disorder progresses from LR-to HR- MDS. An increase in overall collagen content and a specific increase in collagens I and IV was observed in the ECM deposited by both LR- and HR-MDS MSCs when compared to healthy donor MSCs. Lectin staining revealed disease stage-specific differences in GAG composition: The levels of GAGs carrying N acetyl glucosamine and those carrying N-acetyl galactosamine sugars were both increased in ECM from LR-MDS, while ECM from HR-MDS retained high levels of N acetyl glucosamine but contained only low levels of N-acetyl galactosamine GAGs. The changes in N acetyl galactosamine and N acetyl glucosamine GAGs were further confirmed by chondroitin sulphate (CS) immunostaining, and hyaluronic acid (HA) ELISA respectively. Electrophoretic analysis revealed the presence of low molecular weight (LMW)-HA in one of the LR-MDS MSC derived ECM. Furthermore, the stimulation of MNCs with LMW-HA showed an increase in gene expression of pro-inflammatory cytokines like IL6 suggesting the possible involvement of LMW-HA in the inflammatory bone marrow state of LR-MDS. ECM derived from both LR- and HR-MDS MSCs had a reduced ability to support HSPC, as revealed by a loss of both polar morphology and subsequent colony-forming potential.
The decreased rigidity of the ECM produced by MSCs from MDS patients was reversed in MSCs isolated from the patients post-AZA therapy. Similarly, direct exposure of cultured MDS MSCs to AZA also resulted in a corresponding increase in the rigidity of the ECM, although this remained lower than that observed from MDS MSCs isolated post-AZA therapy. A reduction in the collagen content of the ECM was only observed when using MSC from AZA-treated patients, but not following in vitro AZA treatment of MSCs from untreated patients. This indicated that the AZA-mediated restoration of ECM rigidity is an indirect result of effects in the context of the BMME and not on the MSCs alone. Interestingly, a few ECMs derived from MDS patients after AZA therapy had an improved ability to maintain functional HSPCs, as assessed by subsequent colony formation assay. Moreover, a polarized morphology of HSPCs cultured on the ECM derived from both in vivo and in vitro AZA-treated MDS MSCs, suggests a partial restoration of the HSPC behaviour on the AZA-treated MDS ECM.
In conclusion, this study has demonstrated changes in the structure, collagen content, and GAG composition of ECM derived from MSCs from MDS patients compared to healthy donors. This study is one of the first to demonstrate an impact of MDS-derived ECM on both the morphology and function of HSPCs, supporting the relevance of the bone marrow ECM in haematological malignancies. The partial revision of the MDS ECM phenotype following in vivo AZA treatment suggests that the ECM itself may be a potential therapeutic target. An improved, in-depth understanding of the contribution of ECM to disease processes is therefore likely to enable us to find novel therapeutic targets to improve drug response in MDS in the future.Myelodysplastische Neoplasien (MDS) sind eine Gruppe heterogener, klonaler Erkrankungen, die durch ineffektive Hämatopoese und Zytopenie des peripheren Blutes gekennzeichnet sind. MDS sind hochgradig progressiv, schwer zu behandeln und gehören zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen, von denen 4-5/100.000 Menschen unter 70 Jahren betroffen sind. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. MDS wird durch einzelne oder mehrfache Mutationen von Treibergenen und Chromosomenanomalien im hämatopoetischen Kompartiment verursacht. Diese somatischen Genmutationen sind für die Dysregulation von epigenetischen, DNA-Reparatur-, Kohäsionskomplex- und Spleißosomen-Signalwegen verantwortlich. Das Internationale Prognosesystem (IPSS) wurde 1997 entwickelt, 2016 überarbeitet (IPSS-R) und 2022 aktualisiert (IPSS M), um MDS in Gruppen mit niedrigem Risiko (LR-), mittlerem (Int ) und hohem Risiko (HR-) einzuteilen. Die hämatopoetische Erkrankung geht mit Veränderungen in der Mikroumgebung des Knochenmarks (BMME) einher, insbesondere bei mesenchymalen Zellen (MSCs). Das BMME bietet ein unterstützendes Milieu für die Hämatopoese und kann durch klinisch verfügbare Medikamente wie AZA beeinflusst werden. Die nichtzelluläre Komponente der BMME, die extrazelluläre Matrix (ECM), ist ein Gerüst, das durch Zell-ECM-Interaktionen und die Aufrechterhaltung von Wachstumsfaktorgradienten strukturelle und biochemische Unterstützung bietet. Bislang haben sich Studien über die Interaktionen im Knochenmark bei Homöostase und Krankheit hauptsächlich auf lösliche und membranassoziierte Faktoren konzentriert, während die Beteiligung der ECM an MDS und ihre Reaktion auf die Therapie noch nicht ausreichend erforscht ist. Daher zielte diese Studie darauf ab, die aus MDS-MSCs abgeleitete ECM sowohl bei LR- als auch bei HR-MDS im Vergleich zu der von gesunden, altersgleichen Spendern zu charakterisieren, und zwar hinsichtlich der Zusammensetzung, der biophysikalischen Eigenschaften und der funktionellen hämatopoetischen Unterstützung. Ziel dieser Studie war es auch, die Auswirkungen einer in vivo und in vitro AZA-Therapie auf die aus MDS-MSCs stammende ECM zu untersuchen. Hierfür wurden in vitro ECMs durch Kultivierung von MSC-Monolayern auf chemisch-präparierten-Deckgläsern und anschließender Dezellularisierung mit NH4OH und DNase-1-Lösung erzeugt. Die biophysikalischen Eigenschaften der ECM wurden mittels Rasterkraftmikroskopie (AFM) analysiert. Mit gezielten Ansätzen wurde eine Auswahl biochemischer ECM-Komponenten, darunter Glykoproteine (Fibronektin), Kollagene und Glykosaminoglykane (GAGs), in den ECMs analysiert.
Die AFM-Analyse ergab eine weichere ECM, die von MDS-MSCs im Vergleich zu gesunden Spender-MSCs gebildet wurde, was mit dem Fortschreiten der Erkrankung von LR- zu HR-MDS noch deutlicher wurde. Sowohl in LR-MDS- als auch in HR-MDS-ECMs wurde im Vergleich zu gesunden Spender-ECMs ein Anstieg des Gesamtkollagengehalts und eine spezifische Zunahme der Kollagene I und IV beobachtet. Darüber hinaus zeigte die Lektinfärbung krankheitsspezifische Unterschiede in der GAG-Zusammensetzung: Der Gehalt an N-Acetylglucosamin-tragenden GAGs und an N-Acetylgalactosamin-tragenden GAGs war in der ECM von LR-MDS erhöht, während die ECM von HR-MDS einen hohen Gehalt an N-Acetylglucosamin, aber nur einen geringen Gehalt an N-Acetylgalactosamin-GAGs aufwies. Die Veränderungen bei den N-Acetyl-Galactosamin- und N-Acetyl-Glucosamin-GAGs wurden durch Chondroitinsulfat (CS)-Immunfärbung bzw. Hyaluronsäure (HA) ELISA weiter bestätigt. Eine Elektrophoretische Analyse zeigte das Vorhandensein von niedermolekularem (LMW)-HA in einer der von LR-MDS-MSCs stammenden ECM. Darüber hinaus zeigte die Stimulierung von mononuklearen Zellen mit LMW-HA einen Anstieg der Genexpression von pro-inflammatorischen Zytokinen wie IL6, was auf eine Rolle von LMW-HA im entzündlichen Zustand des Knochenmarks von LR-MDS hindeutet. Darüber hinaus wies die ECM von LR- und von HR-MDS, eine verminderte Fähigkeit, hämatopoetische Stammvorläuferzellen (HSPCs) zu unterstützen, auf. Dies zeigte sich in einem Verlust sowohl der polaren Morphologie von HSPCs als auch des anschließenden koloniebildenden Potenzials selbiger.
Darüber hinaus wurde die verringerte Steifigkeit der ECM von MDS-MSCs, die nach der AZA-Therapie aus den Patienten isoliert wurden, umgekehrt. In ähnlicher Weise führte die direkte Exposition von kultivierten MDS-MSCs mit AZA zu einer entsprechenden Erhöhung der Steifigkeit der ECM. Diese war jedoch geringer als bei den nach der AZA-Therapie isolierten MDS-MSCs. Die Verringerung des Kollagengehalts der ECM wurde nur in der in vivo mit AZA behandelten MSC-ECM beobachtet, nicht aber in den in vitro mit AZA behandelten Proben. Dies deutet darauf hin, dass die AZA-vermittelte Wiederherstellung der ECM-Steifigkeit ein Ergebnis der indirekten Wirkung von AZA im Knochenmark ist und eventuell vom MDS-Klon ausgeht. Interessanterweise wurde bei einigen ECMs von MDS-Patienten nach der AZA-Therapie eine Verbesserung der Koloniebildung hierauf- kultivierter HSPCs beobachtet. Darüber hinaus deutet eine polarisierte Morphologie von HSPCs, die auf der ECM von in vivo und in vitro AZA-behandelten MDS-MSCs vorkultiviert wurden, auf eine teilweise Wiederherstellung des Verhaltens von HSPCs auf der AZA-behandelten MDS-ECM hin.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Studie Veränderungen in der Struktur, im Kollagengehalt und in der GAG-Zusammensetzung zwischen der ECM von MDS-MSCs und der ECM von gesunden MSCs nachgewiesen hat. Dies ist auch eine der ersten Studien, die einen Einfluss der aus MDS-MSCs stammenden ECM auf die Morphologie und Funktion von HSPCs zeigt. Dies weist auf die Rolle der ECM bei der Entstehung hämatologischer Malignome hin. Darüber hinaus deutet die teilweise Korrektur des MDS-ECM-Phänotyps nach einer in vivo AZA-Behandlung darauf hin, dass die ECM selbst ein potenzielles therapeutisches Ziel sein könnte. Ein besseres und tieferes Verständnis des Beitrags der ECM zu MDS-Krankheitsprozessen wird es uns daher ermöglichen, neue therapeutische Ziele zu finden, um das Ansprechen auf Medikamente verbessern zu könne
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Functional characterisation of the mesenchymal cell-derived extracellular matrix in myelodysplastic neoplasms
Myelodysplastic neoplasms (MDS) are a group of heterogeneous, clonal disorders characterised by ineffective haematopoiesis and peripheral blood cytopenia. MDS is highly progressive, difficult to treat, and is one of the most common blood cancers, affecting 4-5/100.000 people below the age of 70 and many more thereafter. Single or multiple driver gene mutations and chromosomal abnormalities in the haematopoietic compartment lead to MDS. These somatic gene mutations account for the dysregulation of epigenetic, DNA repair, cohesion complex, and spliceosome pathways. The International prognostic scoring system (IPSS) that was developed in 1997, revised (IPSS-R) in 2016 and updated in 2022 (IPSS-M) classifies MDS into low risk (LR-), intermediate (Int-), and high risk (HR-) groups. The haematopoietic disorder is accompanied by changes in the bone marrow microenvironment (BMME) and especially in mesenchymal cells (MSCs). BMME provides a supportive milieu for haematopoiesis and can be targeted by clinically available drugs such as AZA. The non cellular component of the BMME, the extracellular matrix (ECM), is a framework providing structural and biochemical support via cell-ECM interactions and the maintenance of growth factor gradients. To date, studies of bone marrow interactions in homeostasis and disease have focused largely on soluble and membrane-associated factors, while the involvement of the ECM in MDS and its response to therapy is underexplored. Therefore, this study aimed to characterise the MDS MSC derived ECM of both LR- and HR-MDS in comparison to that from healthy age matched donors in terms of composition, biophysical properties and functional haematopoietic support. This study also aimed to evaluate the impact of in vivo and in vitro AZA treatment on MDS MSC derived ECM. To investigate this, in vitro ECMs were generated by culturing of MSC monolayers on chemically prepared coverslips followed by decellularization using NH4OH and DNase-1 solution. The biophysical properties of the ECM were analysed using atomic force microscopy (AFM). Using targeted approaches, a selection of biochemical ECM components including glycoprotein (fibronectin), collagens and glycosaminoglycans (GAGs) were analysed in the various ECMs generated from the different MSC samples.
AFM analysis revealed that MDS MSCs producer a softer ECM than the healthy donor MSCs, and that this difference becomes more prominent as the disorder progresses from LR-to HR- MDS. An increase in overall collagen content and a specific increase in collagens I and IV was observed in the ECM deposited by both LR- and HR-MDS MSCs when compared to healthy donor MSCs. Lectin staining revealed disease stage-specific differences in GAG composition: The levels of GAGs carrying N acetyl glucosamine and those carrying N-acetyl galactosamine sugars were both increased in ECM from LR-MDS, while ECM from HR-MDS retained high levels of N acetyl glucosamine but contained only low levels of N-acetyl galactosamine GAGs. The changes in N acetyl galactosamine and N acetyl glucosamine GAGs were further confirmed by chondroitin sulphate (CS) immunostaining, and hyaluronic acid (HA) ELISA respectively. Electrophoretic analysis revealed the presence of low molecular weight (LMW)-HA in one of the LR-MDS MSC derived ECM. Furthermore, the stimulation of MNCs with LMW-HA showed an increase in gene expression of pro-inflammatory cytokines like IL6 suggesting the possible involvement of LMW-HA in the inflammatory bone marrow state of LR-MDS. ECM derived from both LR- and HR-MDS MSCs had a reduced ability to support HSPC, as revealed by a loss of both polar morphology and subsequent colony-forming potential.
The decreased rigidity of the ECM produced by MSCs from MDS patients was reversed in MSCs isolated from the patients post-AZA therapy. Similarly, direct exposure of cultured MDS MSCs to AZA also resulted in a corresponding increase in the rigidity of the ECM, although this remained lower than that observed from MDS MSCs isolated post-AZA therapy. A reduction in the collagen content of the ECM was only observed when using MSC from AZA-treated patients, but not following in vitro AZA treatment of MSCs from untreated patients. This indicated that the AZA-mediated restoration of ECM rigidity is an indirect result of effects in the context of the BMME and not on the MSCs alone. Interestingly, a few ECMs derived from MDS patients after AZA therapy had an improved ability to maintain functional HSPCs, as assessed by subsequent colony formation assay. Moreover, a polarized morphology of HSPCs cultured on the ECM derived from both in vivo and in vitro AZA-treated MDS MSCs, suggests a partial restoration of the HSPC behaviour on the AZA-treated MDS ECM.
In conclusion, this study has demonstrated changes in the structure, collagen content, and GAG composition of ECM derived from MSCs from MDS patients compared to healthy donors. This study is one of the first to demonstrate an impact of MDS-derived ECM on both the morphology and function of HSPCs, supporting the relevance of the bone marrow ECM in haematological malignancies. The partial revision of the MDS ECM phenotype following in vivo AZA treatment suggests that the ECM itself may be a potential therapeutic target. An improved, in-depth understanding of the contribution of ECM to disease processes is therefore likely to enable us to find novel therapeutic targets to improve drug response in MDS in the future.Myelodysplastische Neoplasien (MDS) sind eine Gruppe heterogener, klonaler Erkrankungen, die durch ineffektive Hämatopoese und Zytopenie des peripheren Blutes gekennzeichnet sind. MDS sind hochgradig progressiv, schwer zu behandeln und gehören zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen, von denen 4-5/100.000 Menschen unter 70 Jahren betroffen sind. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. MDS wird durch einzelne oder mehrfache Mutationen von Treibergenen und Chromosomenanomalien im hämatopoetischen Kompartiment verursacht. Diese somatischen Genmutationen sind für die Dysregulation von epigenetischen, DNA-Reparatur-, Kohäsionskomplex- und Spleißosomen-Signalwegen verantwortlich. Das Internationale Prognosesystem (IPSS) wurde 1997 entwickelt, 2016 überarbeitet (IPSS-R) und 2022 aktualisiert (IPSS M), um MDS in Gruppen mit niedrigem Risiko (LR-), mittlerem (Int ) und hohem Risiko (HR-) einzuteilen. Die hämatopoetische Erkrankung geht mit Veränderungen in der Mikroumgebung des Knochenmarks (BMME) einher, insbesondere bei mesenchymalen Zellen (MSCs). Das BMME bietet ein unterstützendes Milieu für die Hämatopoese und kann durch klinisch verfügbare Medikamente wie AZA beeinflusst werden. Die nichtzelluläre Komponente der BMME, die extrazelluläre Matrix (ECM), ist ein Gerüst, das durch Zell-ECM-Interaktionen und die Aufrechterhaltung von Wachstumsfaktorgradienten strukturelle und biochemische Unterstützung bietet. Bislang haben sich Studien über die Interaktionen im Knochenmark bei Homöostase und Krankheit hauptsächlich auf lösliche und membranassoziierte Faktoren konzentriert, während die Beteiligung der ECM an MDS und ihre Reaktion auf die Therapie noch nicht ausreichend erforscht ist. Daher zielte diese Studie darauf ab, die aus MDS-MSCs abgeleitete ECM sowohl bei LR- als auch bei HR-MDS im Vergleich zu der von gesunden, altersgleichen Spendern zu charakterisieren, und zwar hinsichtlich der Zusammensetzung, der biophysikalischen Eigenschaften und der funktionellen hämatopoetischen Unterstützung. Ziel dieser Studie war es auch, die Auswirkungen einer in vivo und in vitro AZA-Therapie auf die aus MDS-MSCs stammende ECM zu untersuchen. Hierfür wurden in vitro ECMs durch Kultivierung von MSC-Monolayern auf chemisch-präparierten-Deckgläsern und anschließender Dezellularisierung mit NH4OH und DNase-1-Lösung erzeugt. Die biophysikalischen Eigenschaften der ECM wurden mittels Rasterkraftmikroskopie (AFM) analysiert. Mit gezielten Ansätzen wurde eine Auswahl biochemischer ECM-Komponenten, darunter Glykoproteine (Fibronektin), Kollagene und Glykosaminoglykane (GAGs), in den ECMs analysiert.
Die AFM-Analyse ergab eine weichere ECM, die von MDS-MSCs im Vergleich zu gesunden Spender-MSCs gebildet wurde, was mit dem Fortschreiten der Erkrankung von LR- zu HR-MDS noch deutlicher wurde. Sowohl in LR-MDS- als auch in HR-MDS-ECMs wurde im Vergleich zu gesunden Spender-ECMs ein Anstieg des Gesamtkollagengehalts und eine spezifische Zunahme der Kollagene I und IV beobachtet. Darüber hinaus zeigte die Lektinfärbung krankheitsspezifische Unterschiede in der GAG-Zusammensetzung: Der Gehalt an N-Acetylglucosamin-tragenden GAGs und an N-Acetylgalactosamin-tragenden GAGs war in der ECM von LR-MDS erhöht, während die ECM von HR-MDS einen hohen Gehalt an N-Acetylglucosamin, aber nur einen geringen Gehalt an N-Acetylgalactosamin-GAGs aufwies. Die Veränderungen bei den N-Acetyl-Galactosamin- und N-Acetyl-Glucosamin-GAGs wurden durch Chondroitinsulfat (CS)-Immunfärbung bzw. Hyaluronsäure (HA) ELISA weiter bestätigt. Eine Elektrophoretische Analyse zeigte das Vorhandensein von niedermolekularem (LMW)-HA in einer der von LR-MDS-MSCs stammenden ECM. Darüber hinaus zeigte die Stimulierung von mononuklearen Zellen mit LMW-HA einen Anstieg der Genexpression von pro-inflammatorischen Zytokinen wie IL6, was auf eine Rolle von LMW-HA im entzündlichen Zustand des Knochenmarks von LR-MDS hindeutet. Darüber hinaus wies die ECM von LR- und von HR-MDS, eine verminderte Fähigkeit, hämatopoetische Stammvorläuferzellen (HSPCs) zu unterstützen, auf. Dies zeigte sich in einem Verlust sowohl der polaren Morphologie von HSPCs als auch des anschließenden koloniebildenden Potenzials selbiger.
Darüber hinaus wurde die verringerte Steifigkeit der ECM von MDS-MSCs, die nach der AZA-Therapie aus den Patienten isoliert wurden, umgekehrt. In ähnlicher Weise führte die direkte Exposition von kultivierten MDS-MSCs mit AZA zu einer entsprechenden Erhöhung der Steifigkeit der ECM. Diese war jedoch geringer als bei den nach der AZA-Therapie isolierten MDS-MSCs. Die Verringerung des Kollagengehalts der ECM wurde nur in der in vivo mit AZA behandelten MSC-ECM beobachtet, nicht aber in den in vitro mit AZA behandelten Proben. Dies deutet darauf hin, dass die AZA-vermittelte Wiederherstellung der ECM-Steifigkeit ein Ergebnis der indirekten Wirkung von AZA im Knochenmark ist und eventuell vom MDS-Klon ausgeht. Interessanterweise wurde bei einigen ECMs von MDS-Patienten nach der AZA-Therapie eine Verbesserung der Koloniebildung hierauf- kultivierter HSPCs beobachtet. Darüber hinaus deutet eine polarisierte Morphologie von HSPCs, die auf der ECM von in vivo und in vitro AZA-behandelten MDS-MSCs vorkultiviert wurden, auf eine teilweise Wiederherstellung des Verhaltens von HSPCs auf der AZA-behandelten MDS-ECM hin.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Studie Veränderungen in der Struktur, im Kollagengehalt und in der GAG-Zusammensetzung zwischen der ECM von MDS-MSCs und der ECM von gesunden MSCs nachgewiesen hat. Dies ist auch eine der ersten Studien, die einen Einfluss der aus MDS-MSCs stammenden ECM auf die Morphologie und Funktion von HSPCs zeigt. Dies weist auf die Rolle der ECM bei der Entstehung hämatologischer Malignome hin. Darüber hinaus deutet die teilweise Korrektur des MDS-ECM-Phänotyps nach einer in vivo AZA-Behandlung darauf hin, dass die ECM selbst ein potenzielles therapeutisches Ziel sein könnte. Ein besseres und tieferes Verständnis des Beitrags der ECM zu MDS-Krankheitsprozessen wird es uns daher ermöglichen, neue therapeutische Ziele zu finden, um das Ansprechen auf Medikamente verbessern zu könne
Functional characterisation of the mesenchymal cell-derived extracellular matrix in myelodysplastic neoplasms
Myelodysplastic neoplasms (MDS) are a group of heterogeneous, clonal disorders characterised by ineffective haematopoiesis and peripheral blood cytopenia. MDS is highly progressive, difficult to treat, and is one of the most common blood cancers, affecting 4-5/100.000 people below the age of 70 and many more thereafter. Single or multiple driver gene mutations and chromosomal abnormalities in the haematopoietic compartment lead to MDS. These somatic gene mutations account for the dysregulation of epigenetic, DNA repair, cohesion complex, and spliceosome pathways. The International prognostic scoring system (IPSS) that was developed in 1997, revised (IPSS-R) in 2016 and updated in 2022 (IPSS-M) classifies MDS into low risk (LR-), intermediate (Int-), and high risk (HR-) groups. The haematopoietic disorder is accompanied by changes in the bone marrow microenvironment (BMME) and especially in mesenchymal cells (MSCs). BMME provides a supportive milieu for haematopoiesis and can be targeted by clinically available drugs such as AZA. The non cellular component of the BMME, the extracellular matrix (ECM), is a framework providing structural and biochemical support via cell-ECM interactions and the maintenance of growth factor gradients. To date, studies of bone marrow interactions in homeostasis and disease have focused largely on soluble and membrane-associated factors, while the involvement of the ECM in MDS and its response to therapy is underexplored. Therefore, this study aimed to characterise the MDS MSC derived ECM of both LR- and HR-MDS in comparison to that from healthy age matched donors in terms of composition, biophysical properties and functional haematopoietic support. This study also aimed to evaluate the impact of in vivo and in vitro AZA treatment on MDS MSC derived ECM. To investigate this, in vitro ECMs were generated by culturing of MSC monolayers on chemically prepared coverslips followed by decellularization using NH4OH and DNase-1 solution. The biophysical properties of the ECM were analysed using atomic force microscopy (AFM). Using targeted approaches, a selection of biochemical ECM components including glycoprotein (fibronectin), collagens and glycosaminoglycans (GAGs) were analysed in the various ECMs generated from the different MSC samples.
AFM analysis revealed that MDS MSCs producer a softer ECM than the healthy donor MSCs, and that this difference becomes more prominent as the disorder progresses from LR-to HR- MDS. An increase in overall collagen content and a specific increase in collagens I and IV was observed in the ECM deposited by both LR- and HR-MDS MSCs when compared to healthy donor MSCs. Lectin staining revealed disease stage-specific differences in GAG composition: The levels of GAGs carrying N acetyl glucosamine and those carrying N-acetyl galactosamine sugars were both increased in ECM from LR-MDS, while ECM from HR-MDS retained high levels of N acetyl glucosamine but contained only low levels of N-acetyl galactosamine GAGs. The changes in N acetyl galactosamine and N acetyl glucosamine GAGs were further confirmed by chondroitin sulphate (CS) immunostaining, and hyaluronic acid (HA) ELISA respectively. Electrophoretic analysis revealed the presence of low molecular weight (LMW)-HA in one of the LR-MDS MSC derived ECM. Furthermore, the stimulation of MNCs with LMW-HA showed an increase in gene expression of pro-inflammatory cytokines like IL6 suggesting the possible involvement of LMW-HA in the inflammatory bone marrow state of LR-MDS. ECM derived from both LR- and HR-MDS MSCs had a reduced ability to support HSPC, as revealed by a loss of both polar morphology and subsequent colony-forming potential.
The decreased rigidity of the ECM produced by MSCs from MDS patients was reversed in MSCs isolated from the patients post-AZA therapy. Similarly, direct exposure of cultured MDS MSCs to AZA also resulted in a corresponding increase in the rigidity of the ECM, although this remained lower than that observed from MDS MSCs isolated post-AZA therapy. A reduction in the collagen content of the ECM was only observed when using MSC from AZA-treated patients, but not following in vitro AZA treatment of MSCs from untreated patients. This indicated that the AZA-mediated restoration of ECM rigidity is an indirect result of effects in the context of the BMME and not on the MSCs alone. Interestingly, a few ECMs derived from MDS patients after AZA therapy had an improved ability to maintain functional HSPCs, as assessed by subsequent colony formation assay. Moreover, a polarized morphology of HSPCs cultured on the ECM derived from both in vivo and in vitro AZA-treated MDS MSCs, suggests a partial restoration of the HSPC behaviour on the AZA-treated MDS ECM.
In conclusion, this study has demonstrated changes in the structure, collagen content, and GAG composition of ECM derived from MSCs from MDS patients compared to healthy donors. This study is one of the first to demonstrate an impact of MDS-derived ECM on both the morphology and function of HSPCs, supporting the relevance of the bone marrow ECM in haematological malignancies. The partial revision of the MDS ECM phenotype following in vivo AZA treatment suggests that the ECM itself may be a potential therapeutic target. An improved, in-depth understanding of the contribution of ECM to disease processes is therefore likely to enable us to find novel therapeutic targets to improve drug response in MDS in the future.Myelodysplastische Neoplasien (MDS) sind eine Gruppe heterogener, klonaler Erkrankungen, die durch ineffektive Hämatopoese und Zytopenie des peripheren Blutes gekennzeichnet sind. MDS sind hochgradig progressiv, schwer zu behandeln und gehören zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen, von denen 4-5/100.000 Menschen unter 70 Jahren betroffen sind. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. MDS wird durch einzelne oder mehrfache Mutationen von Treibergenen und Chromosomenanomalien im hämatopoetischen Kompartiment verursacht. Diese somatischen Genmutationen sind für die Dysregulation von epigenetischen, DNA-Reparatur-, Kohäsionskomplex- und Spleißosomen-Signalwegen verantwortlich. Das Internationale Prognosesystem (IPSS) wurde 1997 entwickelt, 2016 überarbeitet (IPSS-R) und 2022 aktualisiert (IPSS M), um MDS in Gruppen mit niedrigem Risiko (LR-), mittlerem (Int ) und hohem Risiko (HR-) einzuteilen. Die hämatopoetische Erkrankung geht mit Veränderungen in der Mikroumgebung des Knochenmarks (BMME) einher, insbesondere bei mesenchymalen Zellen (MSCs). Das BMME bietet ein unterstützendes Milieu für die Hämatopoese und kann durch klinisch verfügbare Medikamente wie AZA beeinflusst werden. Die nichtzelluläre Komponente der BMME, die extrazelluläre Matrix (ECM), ist ein Gerüst, das durch Zell-ECM-Interaktionen und die Aufrechterhaltung von Wachstumsfaktorgradienten strukturelle und biochemische Unterstützung bietet. Bislang haben sich Studien über die Interaktionen im Knochenmark bei Homöostase und Krankheit hauptsächlich auf lösliche und membranassoziierte Faktoren konzentriert, während die Beteiligung der ECM an MDS und ihre Reaktion auf die Therapie noch nicht ausreichend erforscht ist. Daher zielte diese Studie darauf ab, die aus MDS-MSCs abgeleitete ECM sowohl bei LR- als auch bei HR-MDS im Vergleich zu der von gesunden, altersgleichen Spendern zu charakterisieren, und zwar hinsichtlich der Zusammensetzung, der biophysikalischen Eigenschaften und der funktionellen hämatopoetischen Unterstützung. Ziel dieser Studie war es auch, die Auswirkungen einer in vivo und in vitro AZA-Therapie auf die aus MDS-MSCs stammende ECM zu untersuchen. Hierfür wurden in vitro ECMs durch Kultivierung von MSC-Monolayern auf chemisch-präparierten-Deckgläsern und anschließender Dezellularisierung mit NH4OH und DNase-1-Lösung erzeugt. Die biophysikalischen Eigenschaften der ECM wurden mittels Rasterkraftmikroskopie (AFM) analysiert. Mit gezielten Ansätzen wurde eine Auswahl biochemischer ECM-Komponenten, darunter Glykoproteine (Fibronektin), Kollagene und Glykosaminoglykane (GAGs), in den ECMs analysiert.
Die AFM-Analyse ergab eine weichere ECM, die von MDS-MSCs im Vergleich zu gesunden Spender-MSCs gebildet wurde, was mit dem Fortschreiten der Erkrankung von LR- zu HR-MDS noch deutlicher wurde. Sowohl in LR-MDS- als auch in HR-MDS-ECMs wurde im Vergleich zu gesunden Spender-ECMs ein Anstieg des Gesamtkollagengehalts und eine spezifische Zunahme der Kollagene I und IV beobachtet. Darüber hinaus zeigte die Lektinfärbung krankheitsspezifische Unterschiede in der GAG-Zusammensetzung: Der Gehalt an N-Acetylglucosamin-tragenden GAGs und an N-Acetylgalactosamin-tragenden GAGs war in der ECM von LR-MDS erhöht, während die ECM von HR-MDS einen hohen Gehalt an N-Acetylglucosamin, aber nur einen geringen Gehalt an N-Acetylgalactosamin-GAGs aufwies. Die Veränderungen bei den N-Acetyl-Galactosamin- und N-Acetyl-Glucosamin-GAGs wurden durch Chondroitinsulfat (CS)-Immunfärbung bzw. Hyaluronsäure (HA) ELISA weiter bestätigt. Eine Elektrophoretische Analyse zeigte das Vorhandensein von niedermolekularem (LMW)-HA in einer der von LR-MDS-MSCs stammenden ECM. Darüber hinaus zeigte die Stimulierung von mononuklearen Zellen mit LMW-HA einen Anstieg der Genexpression von pro-inflammatorischen Zytokinen wie IL6, was auf eine Rolle von LMW-HA im entzündlichen Zustand des Knochenmarks von LR-MDS hindeutet. Darüber hinaus wies die ECM von LR- und von HR-MDS, eine verminderte Fähigkeit, hämatopoetische Stammvorläuferzellen (HSPCs) zu unterstützen, auf. Dies zeigte sich in einem Verlust sowohl der polaren Morphologie von HSPCs als auch des anschließenden koloniebildenden Potenzials selbiger.
Darüber hinaus wurde die verringerte Steifigkeit der ECM von MDS-MSCs, die nach der AZA-Therapie aus den Patienten isoliert wurden, umgekehrt. In ähnlicher Weise führte die direkte Exposition von kultivierten MDS-MSCs mit AZA zu einer entsprechenden Erhöhung der Steifigkeit der ECM. Diese war jedoch geringer als bei den nach der AZA-Therapie isolierten MDS-MSCs. Die Verringerung des Kollagengehalts der ECM wurde nur in der in vivo mit AZA behandelten MSC-ECM beobachtet, nicht aber in den in vitro mit AZA behandelten Proben. Dies deutet darauf hin, dass die AZA-vermittelte Wiederherstellung der ECM-Steifigkeit ein Ergebnis der indirekten Wirkung von AZA im Knochenmark ist und eventuell vom MDS-Klon ausgeht. Interessanterweise wurde bei einigen ECMs von MDS-Patienten nach der AZA-Therapie eine Verbesserung der Koloniebildung hierauf- kultivierter HSPCs beobachtet. Darüber hinaus deutet eine polarisierte Morphologie von HSPCs, die auf der ECM von in vivo und in vitro AZA-behandelten MDS-MSCs vorkultiviert wurden, auf eine teilweise Wiederherstellung des Verhaltens von HSPCs auf der AZA-behandelten MDS-ECM hin.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Studie Veränderungen in der Struktur, im Kollagengehalt und in der GAG-Zusammensetzung zwischen der ECM von MDS-MSCs und der ECM von gesunden MSCs nachgewiesen hat. Dies ist auch eine der ersten Studien, die einen Einfluss der aus MDS-MSCs stammenden ECM auf die Morphologie und Funktion von HSPCs zeigt. Dies weist auf die Rolle der ECM bei der Entstehung hämatologischer Malignome hin. Darüber hinaus deutet die teilweise Korrektur des MDS-ECM-Phänotyps nach einer in vivo AZA-Behandlung darauf hin, dass die ECM selbst ein potenzielles therapeutisches Ziel sein könnte. Ein besseres und tieferes Verständnis des Beitrags der ECM zu MDS-Krankheitsprozessen wird es uns daher ermöglichen, neue therapeutische Ziele zu finden, um das Ansprechen auf Medikamente verbessern zu könne
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts
We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued
use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation
counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more
sophisticated methods
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