1,720,962 research outputs found

    Schmiede ─ Heiligtum ─ Wassermühle. Cham-Hagendorn (Kanton Zug) in römischer Zeit. Ausgrabungen 1944/45 und 2003/04

    No full text
    1944/1945 wurde in Cham-Hagendorn eine Wassermühle ausgegraben, die dank ihrer aussergewöhnlich guten Holzerhaltung seit langem einen prominenten Platz in der Forschung einnimmt. 2003 und 2004 konnte die Kantonsarchäologie Zug den Platz erneut archäologisch untersuchen. Dabei wurden nicht nur weitere Reste der Wassermühle, sondern auch Spuren älterer und jüngerer Anlagen geborgen: eine ältere und eine jüngere Schmiedewerkstatt (Horizont 1a/Horizont 3) sowie ein zweiphasiges Heiligtum (Horizonte 1a/1b). All diese Anlagen lassen sich nun in das in den neuen Grabungen erkannte stratigraphische Gerüst einhängen (s. Beil. 2). Dank der Holzerhaltung können die meisten Phasen dendrochronologisch datiert werden (s. Abb. 4.1/1a): Horizont 1a mit Schlagdaten zwischen 162(?)/173 und 200 n. Chr., Horizont 1b um 215/218 n. Chr. und Horizont 2 um 231 n. Chr. Ferner konnten in den neuen Grabungen Proben für mikromorphologische und archäobotanische Untersuchungen entnommen werden (Kap. 2.2; 3.11). In der vorliegenden Publikation werden der Befund und die Baustrukturen vorgelegt, (Kap. 2), desgleichen sämtliche stratifizierten Funde und eine umfassende Auswahl der 1944/1945 geborgenen Funde (Kap. 3). Dank anpassender Fragmente, sog. Passscherben, lassen sich diese zum Teil nachträglich in die Schichtenabfolge einbinden. Die mikromorphologischen und die archäobotanischen Untersuchungen (Kap. 2.2; 3.11) zeigen, dass der Fundplatz in römischer Zeit inmitten einer stark vom Wald und dem Fluss Lorze geprägten Landschaft lag. In unmittelbarer Nähe können weder eine Siedlung noch einzelne Wohnbauten gelegen haben. Die demnach nur gewerblich und sakral genutzten Anlagen standen an einem Bach, der vermutlich mit jenem Bach identisch ist, der noch heute das Groppenmoos entwässert und bei Cham-Hagendorn in die Lorze mündet (s. Abb. 2.4/1). Der antike Bach führte wiederholt Hochwasser ─ insgesamt sind fünf grössere Überschwemmungsphasen auszumachen (Kap. 2.2; 2.4). Wohl anlässlich eines Seehochstandes durch ein Überschwappen der Lorze in den Bach ausgelöst, müssen diese Überschwemmungen eine enorme Gewalt entwickelt haben, der die einzelnen Anlagen zum Opfer fielen. Wie die Untersuchung der Siedlungslandschaft römischer Zeit rund um den Zugersee wahrscheinlich macht (Kap. 6 mit Abb. 6.2/2), dürften die Anlagen von Cham-Hagendorn zu einer in Cham-Heiligkreuz vermuteten Villa gehören, einem von fünf grösseren Landgütern in diesem Gebiet. Hinweise auf Vorgängeranlagen fehlen, mit denen die vereinzelten Funde des 1. Jh. n. Chr. (Kap. 4.5) in Verbindung gebracht werden könnten. Diese dürften eher von einer der Überschwemmungen bachaufwärts weggerissen und nach Cham-Hagendorn eingeschwemmt worden sein. Die Nutzung des Fundplatzes (Horizont 1a; s. Beil. 6) setzte um 170 n. Chr. mit einer Schmiedewerkstatt ein (Kap. 2.5.1). Der Fundanfall, insbesondere die Schmiedeschlacken (Kap. 3.9) belegen, dass hier nur hin und wieder Geräte hergestellt und repariert wurden (Kap. 5.2). Diese Werkstatt war vermutlich schon aufgelassen und dem Verfall preisgegeben, als man 200 n. Chr. (Kap. 4.2.4) auf einer Insel zwischen dem Bach und einem Lorzearm ein Heiligtum errichtete (Kap. 5.3). Beleg für den sakralen Status dieser Insel ist in erster Linie mindestens ein eigens gepflanzter Pfirsichbaum, nachgewiesen mit Pollen, einem Holz und über 400 Pfirsichsteinen (Kap. 3.11). Die im Bach verlaufende Grenze zwischen dem sakralen Platz und der profanen Umgebung markierte man zusätzlich mit einer Pfahlreihe (Kap. 2.5.3). In diese war ein schmaler Langbau integriert (Kap. 2.5.2), der an die oft an Temenosmauern antiker Heiligtümer angebauten Portiken erinnert und wohl auch die gleiche Funktion wie diese gehabt hatte, nämlich das Aufbewahren von Weihegaben und Kultgerät (Kap. 5.3). Das reiche Fundmaterial, das sich in den Schichten der ersten Überschwemmung fand (s. Abb. 5./5), die um 205/210 n. Chr. dieses Heiligtum zerstört hatte, insbesondere die zahlreiche Keramik (Kap. 3.2.4), und die zum Teil auffallend wertvollen Kleinfunde (Kap. 3.3.3), dürften zum grössten Teil einst in diesem Langbau untergebracht gewesen sein. Ein als Glockenklöppel interpretiertes, stratifiziertes Objekt spricht dafür, dass die fünf grossen, 1944/1945 als Stapel aufgefundenen Eisenglocken vielleicht auch dem Heiligtum zuzuweisen sind (Kap. 3.4). In diesen Kontext passen zudem die überdurchschnittlich häufig kalzinierten Tierknochen (Kap. 3.10). Nach der Überschwemmung befestigte man für 215 n. Chr. (Kap. 4.2.4) das unterspülte Bachufer mit einer Uferverbauung (Kap. 2.6.1). Mit dem Bau eines weiteren, im Bach stehenden Langbaus (Kap. 2.6.2) stellte man 218 n. Chr. das Heiligtum auf der Insel in ähnlicher Form wieder her (Horizont 1b; s. Beil. 7). Von der Pfahlreihe, die wiederum die sakrale Insel von der profanen Umgebung abgrenzte, blieben indes nur wenige Pfähle erhalten. Dennoch ist der sakrale Charakter der Anlage gesichert. Ausser dem immer noch blühenden Pfirsichbaum ist es ein vor dem Langbau aufgestelltes Ensemble von mindestens 23 Terrakottafigurinen (s. Abb. 3.6/1), elf Veneres, zehn Matres, einem Jugendlichen in Kapuzenmantel und einem kindlichen Risus (Kap. 3.6; s. auch Kap. 2.6.3). In den Sedimenten der zweiten Überschwemmung, der diese Anlage um 225/230 n. Chr. zum Opfer gefallen war, fanden sich wiederum zahlreiche Keramikgefässe (Kap. 3.2.4) und zum Teil wertvolle Kleinfunde wie eine Glasperle mit Goldfolie (Kap. 3.8.2) und eine Fibel aus Silber (Kap. 3.3.3), die wohl ursprünglich im Langbau untergebracht waren (Kap. 5.3.2 mit Abb. 5/7). Weitere Funde mit sicherem oder möglichem sakralem Charakter finden sich unter den 1944/1945 geborgenen Funden (s. Abb. 5/8), etwa ein silberner Fingerring mit Merkurinschrift, ein silberner Lunula-Anhänger, eine silberne Kasserolle (Kap. 3.3.3), eine Glasflasche mit Schlangenfadenauflage (Kap. 3.8.2) und einige Bergkristalle (Kap. 3.8.4). Im Bereich der Terrakotten kamen ferner mehrere Münzen (Kap. 3.7) zum Vorschein, die vielleicht dort niedergelegt worden waren. Nach der zweiten Überschwemmung errichtete man um 231 n. Chr. am Bach eine Wassermühle (Horizont 2; Kap. 2.7; Beil. 8; Abb. 2.7/49). Ob das Heiligtum auf der Insel wieder aufgebaut oder aufgelassen wurde, muss mangels Hinweisen offen bleiben. Für den abgehobenen Zuflusskanal der Wassermühle verwendete man mehrere stehen gebliebene Pfähle der vorangegangenen Anlagen der Horizonte 1a und 1b. Obwohl die Wassermühle den 28 jährlichen Überschwemmungshorizonten (Kap. 2.2) und den Funden (Kap. 4.3.2; 4.4.4; 45) zufolge nur bis um 260 n. Chr., während gut einer Generation, bestand, musste sie mindestens zweimal erneuert werden – nachgewiesen sind drei Wasserräder, drei Mühlsteinpaare und vermutlich drei Podeste, auf denen jeweils das Mahlwerk ruhte. Grund für diese Umbauten war wohl der weiche, instabile Untergrund, der zu Verschiebungen geführt hatte, so dass das Zusammenspiel von Wellbaum bzw. Sternnabe und Übersetzungsrad nicht mehr funktionierte und das ganze System zerbrach. Die Analyse von Pollen aus dem Gehhorizont hat als Mahlgut Getreide vom Weizentyp nachgewiesen (Kap. 3.11.4). Das Abzeichen eines Benefiziariers (Kap. 3.3.2 mit Abb. 3.3/23,B71) könnte dafür sprechen, dass das verarbeitete Getreide zumindest zum Teil für das römische Militär bestimmt war (s. auch Kap. 6.2.3). Ein im Horizont 2 gefundener Schreibgriffel und weitere stili sowie eine Waage für das Wägen bis zu 35-40 kg schweren Waren aus dem Fundbestand von 1944/1945 könnten davon zeugen, dass das Getreide zu wägen und zu registrieren war (Kap. 3.4.2). Kurz nach 260 n. Chr. fiel die Wassermühle einem weiteren Hochwasser zum Opfer. Für den folgenden Horizont 3 (Beil. 9) brachte man einen Kiesboden ein und errichtete ein kleines Gebäude (Kap. 2.8). Hier war wohl wiederum eine Schmiede untergebracht, wie die zahlreichen Kalottenschlacken belegen (Kap. 3.9), die im Umfeld der kleinen Baus zum Vorschein kamen. Aufgrund der Funde (Kap. 4.4.4; 4.5) kann diese Werkstatt nur kurze Zeit bestanden haben, höchstens bis um 270 n. Chr., bevor sie einem weiteren Hochwasser zum Opfer fiel. Von der jüngsten Anlage, die wohl noch in römische Zeit datiert (Horizont 4; Beil. 10), war lediglich eine Konstruktion aus grossen Steinplatten zu fassen (Kap. 2.9.1). Wozu sie diente, muss offen bleiben. Auch der geringe Fundanfall spricht dafür, dass die Nutzung des Platzes, zumindest für die römische Zeit, allmählich ein Ende fand (Kap. 4.5). Zu den jüngsten Strukturen gehören mehrere Gruben (Kap. 2.9.2), die vielleicht der Lehmentnahme dienten. Mangels Funden bleibt ihre Datierung indes ungewiss. Insbesondere wissen wir nicht, ob sie noch in römische Zeit datieren oder jünger sind. Spätestens mit der fünften Überschwemmung, die zur endgültigen Verlandung führte und wohl schon in die frühe Neuzeit zu setzen ist, wurde der Platz aufgelassen und erst mit dem Bau der bestehenden Fensterfabrik Baumgartner wieder besetzt.Cham-Hagendorn, on a dégagé en 1944/1945 une meunerie hydraulique dont les éléments en bois se sont particulièrement bien conservés, conférant au complexe une place de premier ordre pour la recherche. En 2003 et en 2004, le service archéologique du canton de Zoug y a effectué de nouvelles investigations archéologiques. A cette occasion, on a prélevé d’autres vestiges du moulin hydraulique, et découvert les traces de complexes datant d’époques antérieures et postérieures: un atelier de forgeron plus ancien (horizon 1a) et un autre plus récent (horizon 3), de même qu’un sanctuaire comportant deux phases (horizons 1a/1b). On parvient à présent à insérer chacun de ces complexes dans la succession stratigraphique repérée lors des fouilles récentes (cf. planche hors texte 2). La bonne conservation des bois a permis de dater la plupart des phases par la dendrochronologie (cf. fig. 490): l’horizon 1a fournit des dates d’abattage situées entre 162(?)/173 et 200 apr. J.-C., l’horizon 1b vers 215/218 apr. J.-C., et l’horizon 2 vers 231 apr. J.-C. Par ailleurs, les nouvelles investigations ont permis le prélèvement d’échantillons en vue d’études micromorphologiques et archéobotaniques (chap. 2.2, 3.11). La présente publication se consacre à la présentation des structures et des éléments architecturaux (chap. 2), de la totalité du mobilier stratifié ainsi que d’un riche choix des objets découverts en 1944/1945 (chap. 3). Des remontages entre tessons de céramique ont parfois permis de les replacer ultérieurement dans leur contexte stratigraphique d’origine. Les analyses micromorphologiques et archéobotaniques (chap. 2.2, 3.11) le démontrent: à l’époque romaine, le site se dressait dans un paysage fortement influencé par la forêt et par l’eau, avec la Lorze, un ruisseau s’écoulant à proximité. Dans les environs immédiats, on ne trouvait ni village, ni bâtiment d’habitation isolé. On en déduit que les édifices étaient utilisés uniquement à des fins artisanales et sacrées; ils se dressaient sur les rives d’un ruisseau, sans doute identique à celui qui draine aujourd’hui encore le Groppenmoss et qui se jette dans la Lorze à Cham-Hagendorn (cf. fig. 37). Durant l’Antiquité, le ruisseau débordait souvent de son lit: on décèle un total de cinq phases de crues importantes (chap. 2.2, 2.4). Sans doute lors d’une phase de transgression du lac, la Lorze dut refluer dans le ruisseau, provoquant des crues d’une puissance dévastatrice qui détruisirent les différents éléments du complexe. L’étude du paysage bâti autour du lac de Zoug à l’époque romaine indique (chap. 6 avec fig. 521) que les installations de Cham Hagendorn se rattachaient peut-être à une villa dont on suppose la présence à Cham-Heiligkreuz, soit à l’une des cinq villae d’une certaine importance qui se trouvaient dans la région. On ne dispose pas d’indices permettant d’évoquer des complexes antérieurs, en relation avec les trouvailles isolées datant du 1er s. apr. J.-C. (chap. 4.5). On peut supposer que ces dernières ont été emportées par le courant lors de crues et redéposées en aval, à la hauteur de Cham-Hagendorn. L’exploitation du site (horizon 1a; cf. planche hors texte 6) débute vers 170 apr. J.-C., avec la construction d’un atelier de forgeron (chap. 2.5.1). Les objets liés à ces activités, plus particulièrement les scories de forge (chap. 3.9), attestent que, dans une moindre mesure, on produisait et réparait ici des outils (chap. 5.2). Cet atelier était sans doute déjà abandonné et n’était plus entretenu lorsque, en 200 apr. J.-C. (chap. 4.2.4), on édifia un sanctuaire sur un ilot situé entre la rivière et l’un des bras de la Lorze (chap. 5.3). Le statut sacré de cette île se concrétise en premier lieu par la présence d’au moins un pêcher planté dans ce contexte, lui-même matérialisé par du pollen, par un morceau de bois et par plus de 400 noyaux de pêches (chap. 3.11). La limite entre l’aire sacrée et les environs profanes passe par la rivière; on en a souligné la fonction par l’implantation d’une rangée de pieux (chap. 2.5.3).Un bâtiment long et étroit s’y intégrait (chap. 2.5.2), évoquant les portiques qui jouxtaient volontiers les murs du téménos dans les sanctuaires antiques, et qui remplissait ici sans doute une fonction identique: on y conservait vraisemblablement des offrandes et des instruments liés au culte (chap. 5.3). Parmi le riche mobilier retrouvé dans les niveaux correspondant à la première crue, qui dévasta ce sanctuaire vers 210/215 apr. J.-C. (cf. fig. 509), on évoquera principalement l’abondante céramique (chap. 3.2.4) et le petit mobilier, parfois particulièrement précieux (chap. 3.3.3); la majorité de ces trouvailles était sans doute conservée dans cet édifice. Un objet mis au jour en contexte stratifié, interprété comme battant de cloche, indique que les cinq grandes cloches de fer découvertes entassées en 1944/1945 pourraient elles aussi être attribuées au sanctuaire (chap. 3.4). Le pourcentage d’ossements d’animaux calcinés, nettement au-dessus de la moyenne, s’insère bien dans un tel contexte (chap. 3.10). En 215 apr. J.-C., suite à l’inondation (chap. 4.2.4), on a consolidé la rive minée par l’eau en édifiant un ouvrage de protection (chap. 2.6.1). Avec la construction d’un nouvel édifice de plan allongé se dressant dans le ruisseau (chap. 2.6.2), on a rétabli en 218 apr. J.-C. le sanctuaire de l’île, sous une forme similaire (horizon 1b; cf. planche hors texte 7). Par contre, seuls quelques rares pieux appartenant à la rangée marquant la limite entre l’île sacrée et les environs profanes sont restés en place. Cependant, le caractère sacré du complexe est établi. Outre le pêcher qui fleurissait encore, on a retrouvé devant l’édifice allongé un ensemble d’au moins 23 figurines en terre cuite (cf. fig. 381), comptant onze veneres, 10 matres, ainsi qu’un adolescent portant un manteau à capuchon et la buste d’un risus dont le visage s’éclaire d’un sourire enfantin (chap. 3.6; cf. également chap. 2.6.3). Egalement dans les sédiments liés à la seconde inondation, dont ce complexe fut victime vers 225/230 apr. J.-C., on a retrouvé de nombreux récipients en céramique (chap. 3.2.4) et du petit mobilier parfois précieux, comme une perle en verre ornée d’une feuille d’or (chap. 3.8.2) et une fibule en argent (chap. 3.3.3) qui, à l’origine, étaient sans doute conservées dans l’édifice de plan allongé (chap. 5.3.2 avec fig. 511). Parmi les objets mis au jour en 1944/1945, on dénombre d’autres pièces à caractère certainement ou probablement sacré (cf. fig. 512), dont une bague au nom de Mercure, un pendentif en argent en forme de lunule, une casserole en argent (chap. 3.3.3), une bouteille en verre avec application de filets serpentiformes (chap. 3.8.2) et quelques cristaux de roche (chap. 3.8.4). Dans la zone de découverte des figurines en terre cuite, on a par ailleurs retrouvé plusieurs monnaies (chap. 3.7), qui ont peut-être été déposées à dessein à cet endroit. Après la seconde inondation, on a édifié vers 231 apr. J.-C. un moulin hydraulique sur les rives du ruisseau (horizon 2; chap. 2.7; planche hors texte 8; fig. 152). Ne disposant pas d’indices suffisants, on ne saurait établir si le sanctuaire de l’île fut reconstruit ou abandonné. Pour le canal surélevé alimentant le moulin hydraulique, on a réutilisé plusieurs pieux appartenant aux complexes antérieurs des horizons 1a et 1b. Bien que, sur la base des 28 horizons d’inondation annuels (chap. 2.2) et du mobilier (chap. 4.3.2, 4.4.4, 4.5), on puisse établir que le moulin hydraulique a perduré seulement jusque vers 260 apr. J.-C., soit durant bien une génération, il a fait l’objet de rénovations à deux reprises au moins: on a en effet découvert trois roues hydrauliques, trois parties de meules et sans doute trois plates-formes, sur lesquelles reposaient les meules. Ces transformations avaient sans doute été rendues incontournables en raison du sous-sol meuble et instable et aux glissements qui en découlaient: l’arbre horizontal, ou le moyeu, et la roue de transmission ne fonctionnaient plus de concert, débouchant sur un démantèlement du système. L’étude des pollens retrouvés dans le niveau de circulation indique que l’on moulait ici des céréales de type blé (chap. 3.11.4). L’insigne de bénéficiaire (chap. 3.3.2 avec fig. 325, B71) pourrait indiquer que les céréales moulues étaient du moins en partie destinées à l’armée romaine (cf. aussi chap. 3.3.3). Un stylet retrouvé dans l’horizon 2, d’autres stili ainsi qu’une balance servant à peser des marchandises allant jusqu’ 40 kg, découverte en 1944/1945, pourraient indiquer que les céréales étaient pesées et enregistrées ici (chap. 3.4.2). Peu après 260 apr. J.-C., la meunerie hydraulique fut victime d’une nouvelle inondation. Pour l’horizon 3 suivant (planche hors texte 9), on a mis en place un sol de gravier et édifié un petit bâtiment (chap. 2.8). Il s’agissait sans doute à nouveau d’une forge, comme en témoignent les nombreuses scories en forme de calotte (chap. 3.9) retrouvées à proximité du petit édifice. Le mobilier (chap. 4.4.4; 4.5) permet d’établir que cet atelier n’a connu qu’une brève exploitation, tout au plus jusque vers 270 apr. J.-C., avant qu’il ne soit victime d’une nouvelle crue, la quatrième au total. Pour le complexe le plus récent, on n’a retrouvé qu’une construction constituée de grandes dalles de pierre (chap. 2.9.1) datant sans doute encore de l’époque romaine (horizon 4; planche hors texte 10). On ignore quelle en fut la fonction. La faible quantité de mobilier montre que l’exploitation de la zone touchait peu à peu à sa fin, du moins pour l’époque romaine (chap. 4.5). Parmi les structures les plus récentes, on dénombre plusieurs fosses (chap. 2.9.2) dans lesquelles on aura peut-être prélevé de l’argile. L’absence de mobilier rend leur datation incertaine. Concrètement, on ne saurait dire si elles s’insèrent encore à l’époque romaine ou déjà à une époque plus récente. La cinquième inondation au plus tard allait provoquer un atterrissement définitif que l’on datera sans doute déjà du début de l’époque moderne; la zone fut alors abandonnée, jusqu’à la construction de la fabrique de fenêtres Baumgartner.In 1944/1945 a water-mill was excavated in Cham-Hagendorn which, because of the extraordinarily good state of preservation of its wooden components, has long occupied a prominent place in research. In 2003 and 2004 the Archaeology Department of Canton Zug once again carried out archaeological examinations at the site. These uncovered not only further remains of the water-mill, but also traces of earlier and later installations: an earlier (horizon 1a) and a later smith’s workshop (horizon 3) and a sanctuary with two phases (horizons 1a/1b). All these installations can now be fitted into the stratigraphic sequence observed during the recent excavations (s. App. 2). Thanks to the good state of preservation of the wood most of the phases could be dated using dendrochronological methods (see Fig. 490): Horizon 1a yielded felling dates between AD 162(?)/173 and AD 200, horizon 1b around AD 215/218 and horizon 2 around AD 231. Moreover, samples were taken during the recent excavations for micromorphological and archaeobotanical analyses (Chap. 2.2, 3.11). This publication presents the features and building structures (Chap. 2) and all the stratified finds as well as a comprehensive selection of the finds recovered in 1944/1945 (Chap. 3). Thanks to joins, we have now been able to fit some of the latter into the stratigraphic sequence. The micromorphological and archaeobotanical examinations (Chap. 2.2, 3.11) have shown that during the Roman period the site was surrounded by a landscape characterised by forest and the River Lorze. No settlement or individual dwellings could have been located nearby and the installations were only used for commercial or sacred purposes. They stood beside a stream, which was probably the same as the one that still drains the Groppenmoos area and flows into the River Lorze at Cham-Hagendorn to this day (s. Fig. 37). The ancient stream swelled repeatedly; a total of five phases of severe flooding were identified (Chap. 2.2, 2.4). Probably caused by raised lake levels due to the River Lorze spilling into the stream, these floods must have developed into a massive force of nature, which the individual installations fell victim to. As was suggested by a study of the Roman-period settlement landscape around Lake Zug (Chap. 6 and Fig. 521) the installations at Cham-Hagendorn probably belonged to a villa assumed to have been located at Cham-Heiligkreuz, one of five fairly large estates in the area. There was no evidence of any predecessor structures which could have been associated with a small number of finds dating from the 1st century AD (Chap. 4.5). They were probably washed out of their original locations upstrea

    Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis

    Get PDF
    The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed

    Variations on the Author

    Get PDF
    “Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship

    Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis

    Get PDF
    We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis

    Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts

    Get PDF
    We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more sophisticated methods

    Author Index

    No full text
    Nao informado

    koamabayili/VECTRON-author-checklist: VECTRON author checklist

    No full text
    We have done our best to complete the author checklist relating to the use of animals in the hut study. Note that the objective for the hut study was to evaluate the IRS treatment applications for residual efficacy against Anopheles mosquitoes, including the local An. coluzzii mosquito population. Cows were only used to attract mosquitoes into the huts and no tests were carried out directly on the cows. The author checklist is intended for use with studies where experiments are carried out on animals, which is why we have had such difficulty in completing this for the hut study, as many of the questions do not relate to how the cows were used
    corecore