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Tagungs-Plakat: "Cohen im Netz". Internationale Fachtagung aus Anlass des 100. Todestages von Hermann Cohen am 4. April 2018
Hermann Cohen (1842 - 1918) war ein herausragender deutscher Philosoph und jüdischer Denker. Thema der Tagung sind die intellektuellen und biographischen, die politischen und religiösen, jüdischen wie christlichen Netzwerke, in die Cohen zeit seines Lebens eingebunden war
Wissenschaftslogik versus Schöpfungstheorie -- Die Rolle der Vernichtung in Hermann Cohens Ursprungslogik
Hermann Cohen (1842-1918) hat zweimal eine "Logik des Ursprungs" vorgetragen: einmal als Grundlegung des naturwissenschaftlichen Erkennens (Logik der reinen Erkenntnis, 1902, 1914²), einmal als Grundlegung eines theologischen Begriffs der Schöpfung (Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums, 1919, 1929²). Das Verhältnis der beiden Ursprungs-Logiken kann über das mit dem "Ursprung" verknüpfte "Urteil des Widerspruchs" (die sog. "Instanz der Vernichtung") genauer als bisher bestimmt werden
Zu Hermann Cohens Auseinandersetzung mit dem Zionismus. Briefe von Hermann Cohen und Hermann Badt an Martin Buber
Hermann Cohens Verhältnis zum Zionismus und zu einzelnen Zionisten zeigt sich beispielhaft in der kurzen Zusammenarbeit, dann aber polemischen Auseinandersetzung mit Martin Buber 1916. Die hier vorgelegten Briefe gewähren, historisch-systematisch eingeleitet und im Einzelnen kommentiert, einen Blick hinter die Kulissen
Skizze einer pathischen Ethik
Zusammenfassung: Das von Weizsäcker so genannte "Pathische" bezeichnet eine Haltung zum Leben. Das Leben ist etwas, dessen "Existenz weniger gesetzt als vielmehr erlitten wird". Eine solche Haltung prägt unser Urteil über andere Menschen wie über uns selbst. Wer sich hier einrichtet, wandelt zwischen Wissen und Nicht-Wissen, klaren Umrissen und bloßen Nuancen, Machen und Geschehenlassen. "Pathische Ethik" ist ein Bestimmungsversuch dessen, was es heißt, in dieser Vagheit zielsicher zu bleiben. Wo er gelingt, keimt Friede. Das Loslassen der Hand eines Sterbenden ist eine Probe darauf. Im alltäglichen Umgang mit Patienten und Hilfesuchenden dagegen helfen fünf "pathische Kategorien", dem Urteil eine Wegleitung zu gebe
Kranksein in der Epileptologie. Dieter Janz’ „Nebensachen“
Epilepsie als besondere Form des Krankseins war lebenslanges Thema des bedeutenden Arztes Dieter Janz (1920-2016). Sein letztes Buch "Nebensachen" ist eine knappe Summa und Autobiographie dieser Forschungsarbeit. Zentrale Bezugspunkte sind die Dichtung Dostojewskis und Raphaels Gemälde "Verklärung"
Aesthetics in Religion: Remarks on Hermann Cohen’s Theory of Jewish Existence
My focus is here to connect Hermann Cohen’s "Aesthetics of the Pure Feeling" (1912) with his philosophy of religion. As has often been pointed out with respect to Cohen’s ethics, we must also assume close links between his religious philosophy and his aesthetics. The present paper focuses on two aspects: the question of compassion, closely linked to Cohen’s dramaturgy of tragic art, and the question of reconciliation, bound up with his theory of lyrics
Ein pathisches Dreieck: Kant und Heidegger
Viktor v. Weizsäcker formulierte die Idee eines „pathischen Pentagramm“, ein Koordinatensystem aus fünf lebensbestimmenden Kategorien: Müssen, Sollen, Wollen, Können und Dürfen. Ein interessantes Korrelat hierzu findet sich in Martin Heideggers Kant-Interpretation
Die Vier gegenüber der Drei. Zur Form der Soziologie bei Eugen Rosenstock-Huessy
Der Rechtshistoriker, Philosoph, Sprach- und Gesellschaftswissenschaftler Eugen Rosenstock-Huessy (1888-1973) hat in den 1950er Jahren eine eigenwillige "Soziologie" veröffentlicht (später u.d.T. "Im Kreuz der Wirklichkeit" neu herausgegeben). Er hat sie als sein Hauptwerk bezeichnet. Ein Grundproblem ist das Erkennen menschlicher Wirklichkeit im Unterschied zur traditionellen Erkenntnislogik. Rosenstock formalisiert diesen Unterschied über den Gegensatz zwischen der Dreiheit als Prinzip logischer Reflexion und der Vier als Prinzip konkret menschlicher Realitätsgestaltung. Das entwickelt er bis hin zu einer Hermeneutik des alltäglichen Miteinander-Sprechens und Umgehens
Médecine sociale et « reproduction de soi » énergétique Hermann Cohen et l’anthropologie médicale
C’est dans le contexte de ses thèses sur le socialisme éthique, et aussi, de façon plus allusive, dans son Esthétique, que Hermann Cohen s’exprima sur la santé et la maladie. Mais l’exposé présenté ici place au premier plan son éthique juridique du « maintien de soi » (ou encore, de la « reproduction de soi ») : une éthique qu’il élabora en s’inspirant des principes physiques sur la conservation de l’énergie. Le but de la juridiction pénale est de transformer la dynamique criminelle de l’agent en décriminalisation, pour atteindre l’unité du soi et de l’action. Transposée dans le domaine médical, cette théorie oriente vers le maintien du soi, dans l’unité de mouvement du guérir, face au devenir-malade. Chez Cohen, la liaison en retour à des concepts quantitatifs, empruntés aux sciences de la nature, s’associe à la perception des réalités de la vie humaine.Hermann Cohen äußerte sich zu Gesundheit und Krankheit im Zusammenhang seines ethischen Sozialismus, andeutungsweise auch in seiner Ästhetik. Im Vordergrund der vorliegenden Darstellung steht jedoch seine, den physikalischen Erhaltungssätzen der Energie nachgebildete, juristische Ethik der « Selbsterhaltung » (auch « Selbstwiedererzeugung ») : Ziel der Strafrechtsprechung ist, die kriminelle Dynamik des Täters in Entkriminalisierung zu wandeln, um Einheit des Selbst und der Handlung zu erreichen. Ins Medizinische transponiert, lenkt diese Theorie hin auf eine Erhaltung des Selbst in der Bewegungseinheit von Gesundung und Erkrankung. Die bei Cohen vorgebildete Rückbindung an naturwissenschaftlich-quantitative Konzepte verbindet sich mit der Wahrnehmung menschlicher Lebenswirklichkeit.It is in the context of his conception of an ethical socialism and also, more elusively, in his Aesthetics, that Hermann Cohen expresses himself on health and illness. This article nevertheless places at the forefront his juridical ethics of « self-conservation » (also : « reproduction of the self »). The aim of penal jurisdiction is to transform the criminal dynamics of the agent into a decriminalizing, in order to reach the unity of the self, and of action. This theory, once transposed to the medical field, orients towards self-maintenance, within a unity of movement of becoming healthy and getting ill. In Cohen, the association to quantitative concepts borrowed from the natural sciences is linked to the perception of the realities of human life
Hermann Cohen, Martin Buber, Franz Rosenzweig on Torah: Jewish Teaching versus Law
Cohen, Buber, and Rosenzweig were eminent figures in what Buber called a “Jewish renaissance.” I will limit myself to their relation to two basic Jewish concepts: teaching, i.e., the theoretical, theological part of the tradition, and law, i.e., the practical part. Historically, my focus is on those approximately 20 years between Cohen’s 1904 essay on Ethics and Philosophy of Religion in their Interrelation, and Rosenzweig’s 1923 essay The Builders, i.e., his response to Buber’s newly published Speeches on Judaism. Almost all of the main philosophical works of our three authors fall into this period: Cohen’s System of Philosophy (1902—1912), his Religion of Reason Out of the Sources of Judaism (1919), Rosenzweig’s Star of Redemption (1921), and Buber’s I and Thou (1923). To think, to feel and to do one’s own authentically without excluding oneself from the general culture, or more strongly: to accomplish the general, even the most general at all, precisely in the realization of one’s own, is for all three philosophers the high demand of their Jewish self-interpretation
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