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Die „Moralisierung der Märkte“ – Trend und Ordnungsfaktor in der (Welt-)Gesellschaft: Oder: Warum der steigende Fair-Trade-Konsum kein Indikator für eine „Moralisierung der Märkte“ ist
Émile Durkheim meinte, dass die „eigenständige Moralität“ der arbeitsteiligen Gesellschaft „noch nicht so weit entwickelt ist, wie es jetzt schon nötig wäre“ - die „organische Solidarität“ müsse wachsen. Die Gesellschaft müsse erkennen, dass ihre Mitglieder nicht ihre „Dinge“ seien, sondern dass sie diesen Mitgliedern gegenüber Pflichten habe. Das Ziel sei die „Glorifizierung nicht des Ichs, sondern des Individuums“ - und nur dieses gemeinsame Ziel könne eine Gesellschaft zusammenhalten. Die Triebfeder eines so verstandenen Individualismus sei „nicht der Egoismus, sondern die Sympathie für alles, was Mensch ist, ein größeres Mitleid für alle Schmerzen, für alle menschlichen Tragödien, ein heftigeres Verlangen, sie zu bekämpfen und sie zu mildern, ein größerer Durst nach Gerechtigkeit“. In diesem Sinne muss auch die „Moralisierung der Märkte“ – schon als Ordnungsfaktor – zum Trend der (Welt-)Gesellschaft werden. Dass immer mehr Fair-Trade-Produkte gekauft und verkauft werden, wird oft als Zeichen für eine solche „Moralisierung der Märkte“ gesehen. So sagt Koos, dass die „‚Erfolgsgeschichte‘ des Fairen Handels“ ein Beispiel für die „Diffusion des ethischen Konsums in modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften“ sei; diese „zunehmende Verbreitung ethischer Konsummuster“ lasse sich als „‚Moralisierung der Märkte‘“ bezeichnen. In diesem Sinne fragen Schenk, Sunderer und Rössel: „Sind Deutschschweizer altruistischer als Deutsche?“ Das Ergebnis: Deutsche kaufen „seltener fair gehandelte Lebensmittel als Schweizer Befragte“. Sind die Schweizer*innen, die häufiger Fair-Trade-Produkte als die Deutschen kaufen, aber wirklich moralischer? „Keine eindeutigen Belege für Wirkung auf Einkommen und Wohl von Produzenten“ konnte 2017 eine von Fairtrade International in Auftrag gegebene Metastudie finden. Warum sollen die Konsument*innen dann für ein Fair-Trade-Siegel relativ viel Geld ausgeben, wenn das Versprechen vom gerechten Preis ein leeres Versprechen für die Produzent*innen bleibt? Der zunehmende Fair-Trade-Konsum ist damit kein Indikator für eine „Moralisierung der Märkte“
Eine Opposition gegen Autoritätssysteme des Marktes? Wie kleine Produzent_innen Marktanteile erobern und so den Konsument_innen helfen
Der Soziologe Ulrich Beck hatte einmal die Konsument_innen als "schlafende Riesen" (Beck 2009: 131) bezeichnet. In diesem Sinne schrieb die Journalistin Tanja Busse (2006, 2007), Konsument_innen könnten die Produktion bestimmen, wenn sie nur die Augen öffnen. Da die Konsument_innen aber schliefen, seien sie für Missstände der globalisierten Wirtschaft verantwortlich, nämlich für die Missachtung von Umwelt- und Sozialstandards - also etwa für Hühner in Käfigen oder für versklavte Näherinnen. Dieser Beitrag zeigt an einem Beispiel, dass Konsument_innen nicht - wie behauptet - auf dem Markt souverän sein können, dass sie also nicht einfach so in der Lage sind, die Produktion zu lenken und ihre gewünschten Produkte zu bekommen. Souverän sind eher die Produzent_innen als die Konsument_innen. Letztere schlafen nicht, wie der Vorwurf gegen sie lautet: Sie werden von den Produzent_ innen einfach nicht ausreichend über die Produkte informiert. Im Beispiel geht es um die Schwierigkeiten bei der Einführung neuer Lebensmittel in den USA, nämlich von Fleisch und Milch von Weideland- oder Freilandrindern: Am Anfang gab es keine Nachfrage von Konsument_innen, auf die die Produzent_innen reagierten - es gab nur ein Angebot von kleinen Produzent_innen, die sich bei den Konsument_innen erst mühsam einen Markt schaffen mussten. Mit ihrer Graswurzel-Initiative, einer Bewegung von unten, halfen diese Produzent_innen vielen Konsument_innen dabei, ein alternatives Angebot an Fleisch und Milch zu bekommen
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Die "Moralisierung der Märkte" - Trend und Ordnungsfaktor in der (Welt-)Gesellschaft: Oder: Warum der steigende Fair-Trade-Konsum kein Indikator für eine "Moralisierung der Märkte" ist
Émile Durkheim meinte, dass die "eigenständige Moralität" der arbeitsteiligen Gesellschaft "noch nicht so weit entwickelt ist, wie es jetzt schon nötig wäre" - die "organische Solidarität" müsse wachsen. Die Gesellschaft müsse erkennen, dass ihre Mitglieder nicht ihre "Dinge" seien, sondern dass sie diesen Mitgliedern gegenüber Pflichten habe. Das Ziel sei die "Glorifizierung nicht des Ichs, sondern des Individuums" - und nur dieses gemeinsame Ziel könne eine Gesellschaft zusammenhalten. Die Triebfeder eines so verstandenen Individualismus sei "nicht der Egoismus, sondern die Sympathie für alles, was Mensch ist, ein größeres Mitleid für alle Schmerzen, für alle menschlichen Tragödien, ein heftigeres Verlangen, sie zu bekämpfen und sie zu mildern, ein größerer Durst nach Gerechtigkeit". In diesem Sinne muss auch die "Moralisierung der Märkte" - schon als Ordnungsfaktor - zum Trend der (Welt-)Gesellschaft werden. Dass immer mehr Fair-Trade-Produkte gekauft und verkauft werden, wird oft als Zeichen für eine solche "Moralisierung der Märkte" gesehen. So sagt Koos, dass die "Erfolgsgeschichte' des Fairen Handels" ein Beispiel für die "Diffusion des ethischen Konsums in modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften" sei; diese "zunehmende Verbreitung ethischer Konsummuster" lasse sich als "'Moralisierung der Märkte'" bezeichnen. In diesem Sinne fragen Schenk, Sunderer und Rössel: "Sind Deutschschweizer altruistischer als Deutsche?" Das Ergebnis: Deutsche kaufen "seltener fair gehandelte Lebensmittel als Schweizer Befragte". Sind die Schweizer*innen, die häufiger Fair-Trade-Produkte als die Deutschen kaufen, aber wirklich moralischer? "Keine eindeutigen Belege für Wirkung auf Einkommen und Wohl von Produzenten" konnte 2017 eine von Fairtrade International in Auftrag gegebene Metastudie finden. Warum sollen die Konsument*innen dann für ein Fair-Trade-Siegel relativ viel Geld ausgeben, wenn das Versprechen vom gerechten Preis ein leeres Versprechen für die Produzent*innen bleibt? Der zunehmende Fair-Trade-Konsum ist damit kein Indikator für eine "Moralisierung der Märkte"
Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts
We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued
use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation
counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more
sophisticated methods
koamabayili/VECTRON-author-checklist: VECTRON author checklist
We have done our best to complete the author checklist relating to the use of animals in the hut study. Note that the objective for the hut study was to evaluate the IRS treatment applications for residual efficacy against Anopheles mosquitoes, including the local An. coluzzii mosquito population. Cows were only used to attract mosquitoes into the huts and no tests were carried out directly on the cows. The author checklist is intended for use with studies where experiments are carried out on animals, which is why we have had such difficulty in completing this for the hut study, as many of the questions do not relate to how the cows were used
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