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Zur Institutionalisierung von Foresight und Technikfolgenabschätzung für das österreichische Parlament (Endbericht zum Projekt F&TA)
Hrsg.: Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) & AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Innovation Systems DepartmentProjektleitung der Studie: Michael Nentwich (ITA) und Petra Schaper-Rinkel (AIT)AutorInnen: Michael Nentwich (ITA), Petra Schaper-Rinkel (AIT), Peter Biegelbauer (AIT), Josef Fröhlich (AIT), Niklas Gudowsky (ITA), Walter Peissl (ITA), Dana Wasserbacher (AIT)Koordination des Projekts F&TA: Michael Nentwich (ITA) und Josef Fröhlich (AIT
Acht aktuelle Themen mit hoher parlamentarischer Relevanz und großer Reichweite im Parlament (Ergänzender Bericht zum Projekt F&TA)
Hrsg.: Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) & AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Innovation Systems DepartmentProjektleitung der Studie: Michael Nentwich (ITA) und Petra Schaper-Rinkel (AIT)AutorInnen: Peter Biegelbauer (AIT), Josef Fröhlich (AIT), Michael Nentwich (ITA), Walter Peissl (ITA), Petra Schaper-Rinkel (AIT), Ulrike Bechtold (ITA), Klaus Kubecko (AIT), Michael Ornetzeder (ITA)Koordination des Projekts F&TA: Michael Nentwich (ITA) und Josef Fröhlich (AIT
Das Versprechen von der Steigerung der Leistungsfähigkeit
Mit Converging Technologies ist das Versprechen verbunden, dass Menschen durch ihre Anwendungen leistungsfähiger werden. In welche Richtung geht eine Innovationspolitik, die auf die Wettbewerbsfähigkeit der Einzelnen setzt
Antizipation von Zukunft zwischen Verwissenschaftlichung und Storytelling
Strategisches Handeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist mit der Konstruktion hypothetischer Zukünfte verbunden. Mit der Zukunft als Gegenstand sind epistemologisch einzigartige Probleme verknüpft, da es sich um eine Realität handelt, die empirisch noch nicht materialisiert ist. Doch wird 'die Zukunft' (oder auch eine Vielzahl an Zukünften) durch Prognosen, Simulationen, Modelle, Delphi-Befragungen und Szenarien als eine hypothetisch konstruiert und antizipiert. Zukünftige Märkte werden quantifiziert, der zukünftige Energiebedarf simuliert, Verkehrsströme der Zukunft modelliert und die Welt der Zukunft bis in das Jahr 2050 in Szenarien narrativ gefasst. In Foresight Prozessen und partizipativen Verfahren zu Zukunftstechnologien sind Szenarien eines der Verfahren, mit denen Zukünfte konstruiert werden, die über einzelne Technologien und Gegenstandsbereiche hinaus gesellschaftliche Narrative entwerfen. Szenarien bündeln die Hypothesen über Dynamiken, Entwicklungen, Trends einer zukünftigen Gegenwart in Form von Erzählungen. Diese Skizzen einer Welt in einem fiktiven Zeitpunkt der Zukunft schaffen damit eine Möglichkeit, abstrakte Hypothesen zu einer Gesamtschau des Lebens in der Zukunft, inklusive der materiellen Beschaffenheit von Elementen der Zukunft zu bündeln. Dabei beruhen die Methoden, Objekte und Theorien, aus denen die Zukunftsszenarien entwickelt werden, auf wissenschaftlichem Wissen, werden aber selbst erst im Kontext spezifischer gesellschaftlicher und politischer Konstellationen entwickelt. Die Bedeutung von Szenarien liegt primär darin, als transdisziplinäres Medium zu fungieren, das wissenschaftliche Erkenntnisproduktion auf verschiedenen Feldern (z.B. emerging technologies, Nachhaltigkeit, Innovationsforschung) verbindet und mit den Wissensbeständen von politischen Entscheidungsträgern (insbesondere aus der Administration) verbindet. Als partizipative Prozesse, die trotz aller Variationen bestimmte Vorgehensweisen gemeinsam haben, fungieren Szenario-Prozesse als ein Ensemble von Elementen und Verfahren der Genese von Zukunfts-Wissen. Die Produktion dieser Zukunftskonstruktionen, die eine eigene Materialität in Form von Szenario-Narrativen hervorbringt, ist in zwei verschiedenen Formen ein Feld von Forschung und Wissenschaft: Zum einen handelt sich bei der Produktion von Szenarien um ein Feld von Techniken und Technologien, die beständig weiterentwickelt werden, um Unternehmen, Ministerien und die Europäische Kommission zukunfts-bezogenes Wissen zur Verfügung zu stellen. Zum zweiten können Szenarien (und andere Formen des Zukunfts-Wissen wie Datenkurven und visuellen Artefakten) ein Forschungsfeld konstituieren, das in der Tradition der Science and Technology Studies (STS) die Praxen der Generierung von Zukunft analysiert. Beide Praxen, das 'Zukunft machen', 'futuring' sowie die Analyse eben dieser Praxen bilden ein Ensemble von theoretischen und praktischen Praxen, die in dem Beitrag als ein Experimentalsystem analysiert werden sollen
Weltentfremdung 4.0
Technologien der Verhaltenssteuerung bilden eine Schnittstelle von Neuroforschung, Künstlicher Intelligenz (KI) und Neuro-Enhancement.
Mit den pharmakologischen und/oder digitalen Technologien der gezielten Beeinflussung von Emotionen, kognitiver Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit steigt die Möglichkeit der Selbststeuerung als auch der Steuerung von außen, wobei die Grenzen zwischen beiden Formen verschwimmen. In der Nutzung von ‚Glückspillen‘, ‚Gehirndoping‘ und Apps zur Steuerung der eigenen Aufmerksamkeit und des eigenen Verhaltens wird zugleich der Unterschied von Verhalten und Handeln unbestimmt. Die individuell als selbstbestimmt begriffene Nutzung von biotechnischen Enhancement-Anwendungen reicht von alltäglicher digitaler Leistungsmessung über Antidepressiva als ‚Glückspillen‘, Ritalin und Apps zur
Steuerung der Aufmerksamkeit, Neurofeedback zur Optimierung der eigenen kognitiven Fähigkeiten bis zu Implantaten. Die dahinterliegenden komplexen Infrastrukturen der Verhaltenskontrolle sind allerdings individuell gerade nicht steuerbar. Obwohl Verhaltenssteuerung durch KI im Kern das für Demokratie konstitutive Prinzip politischer Freiheit in Frage stellt, wird die politische Dimension zumeist auf ethische Leitlinien reduziert. In dem Beitrag soll – mit der Unterscheidung von Hannah Arendt zwischen Verhalten und Handeln – die grundlegende politische Dimension erschlossen werden, indem die Technologien der Selbstoptimierung auf ihre grundlegenden politischen Implikationen hin analysiert werden und als eine weitere Dimension des Weltverlusts charakterisiert werden
Technologisierung gesellschaftlicher Zukünfte: Nanotechnologien in wissenschaftlicher, politischer und öffentlicher Praxis
"Nanotechnologien zählen zu den zukunftsweisenden Innovationsfeldern. Die Versprechungen, die mit diesen Technologien assoziiert werden, sind Teil imaginierter gesellschaftlicher Zukünfte. Sie lassen nicht nur Rückschlüsse auf die verschiedenen Akteure zu, die sie jeweils artikulieren, sondern auch auf den spannungsreichen Entwicklungsweg einer neuen Technologie. Der Band stellt aktuelle Analysen der hochbrisanten Anfangsphase der Entstehung dieses Bereichs vor und beleuchtet die Thematik aus unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Perspektiven. Die Autor/innen diskutieren die Problematik der Partizipation an gesellschaftlichen und politischen Diskursen, zeigen die disziplinären Entwicklungen der Nanotechnologien auf und fragen nach der Gestaltungsmacht von Bildern. Welche Richtungen verfolgen unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen, Arbeitsfelder und politische Instanzen mit den Nanotechnologien? Wie konvergieren Zukunftsvorstellungen mit Akteursinteressen? Auf welche Weise sind Bilder und Sciencefiction-Filme in der Lage, die Distanz zwischen abstrakter Wissenschaft und gegenwärtigem Alltag der Menschen zu überbrücken und damit zur Normalisierung von Nanotechnologien beizutragen?" (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Martina Erlemann, Petra Lucht, Esther Ruiz Ben: Technologisierung gesellschaftlicher Zukünfte: Eine Einleitung (7-16); Ulrike Felt: Leben in Nanowelten: Zur Ko-Produktion von Nano und Gesellschaft (19-37); Petra Schaper-Rinkel: Nanotechnologiepolitik: The discursive Making of Nanotechnology (39-53); Martina Erlemann: Nanotechnologien im "Dialog" - Partizipative Technikgestaltung oder Sicherung gesellschaftlicher Akzeptanz? (55-73); Torsten Fleischer, Christiane Quendt: "Die Zukunft braucht noch ein bisschen was, aber es muss mit Vernunft gehen" - Bürger diskutieren Chancen und Risiken von Nanotechnologien (75-89); Monika Kurath, Mario Kaiser: Fragile Disziplinen: Identitäts-Diskurse und Transformationsprozesse in den Nanowissenschaften und Nanotechnologien (93-108); Petra Lucht: Populärkultur und Wissenschaft: Spiel ohne Grenzen? Symptomatische Diskurslektüren zu Nanotechnologie und Sciencefiction (109-127); Andreas Lösch: Visionäre Bilder und die Konstitution der Zukunft der Nanotechnologie (129-146); Ines Weller: Doing Nano - Un/Doing Gender? Gender in der Entwicklung und Gestaltung von Nanotechnologien (149-162); Esther Ruiz Ben: Nanoelektronik und Informatik: Geschlechtersegregation bei verwandten Arbeitsfeldern? (163-182)
Zur politischen Produktion von Sachzwängen: Die europäische Informationsgesellschaft als regulativer Rahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
Die Entwicklung der europäischen Informationsgesellschaft, wie sie von der Europäischen Kommission vorangetrieben wird, ist ein Instrument, nationalstaatliche Regulierungsmechanismen durch europäische zu ersetzen. Entgegen dem herrschenden Deregulierungsdiskurs wird anhand der Technologiepolitik und der Telekommunikationspolitik gezeigt, wie mit der Ersetzung nationalstaatlicher Regulierung durch europäische Regulierungsformen die europäische Politik an dem Primat der Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit orientiert wurde
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