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«I am my own most important therapist»: Dynamic Containing with a refugee
Der Beitrag stellt Dynamic Containing vor, ein ontotherapeutisches Prozessmodell, das aus der integrativen und klinisch-philosophischen Psychotherapie mit geflüchteten Menschen hervorgegangen ist. Es wurde als Antwort auf die zunehmende Fragmentierung und Standardisierung der Psychotherapielandschaft entwickelt und benennt vier wesentliche Komponenten des therapeutischen Geschehens: 1. Self-Containing: die Fähigkeit zur inneren Selbstregulation, 2. Therapeutic Containing: die haltende Funktion der therapeutischen Beziehung, 3. Psychotherapeutische Interventionen spezifischer und unspezifischer Art sowie 4. Therapeutische Selbstorganisation: autonome Heilungsprozesse der Klientin. Veranschaulicht wird das Modell anhand einer ausführlichen Fallstudie einer geflüchteten Frau aus Afrika, die nach traumatischen Erfahrungen im Rahmen eines gestuften Versorgungsmodells psychosoziale und psychotherapeutische Hilfe erhielt. Über Traumaedukation, körperorientierte Empowerment-Übungen, Ego-State-Arbeit, narrative Exposition und andere Methoden entwickelte sie zunehmend Selbstwirksamkeit und schloss mit den Worten: «Ich selbst bin meine wichtigste Therapeutin.» Das Modell ist eingebettet in eine Vier-Rahmen-Konzeption, die individuelle Heilung mit gesellschaftlicher Teilhabe (Normatives Empowerment) verbindet. Dynamic Containing bietet einen transdisziplinären, integrativen Bezugsrahmen, insbesondere für die Arbeit mit Geflüchteten, und leistet einen Beitrag zur aktuellen Debatte um evidenzbasierte Praxis, humanistische Ansätze und erkenntnistheoretische Pluralität in Psychotherapie-Forschung und -politik.This article presents Dynamic Containing, an ontotherapeutic process model that emerged from integrative and clinical-philosophical psychotherapy with refugees. It was developed in response to the increasing fragmentation and standardization within the field of psychotherapy and identifies four essential components of the therapeutic process: 1. Self-Containing – the capacity for internal self-regulation, 2. Therapeutic Containing – the holding function of the therapeutic relationship, 3. Psychotherapeutic Interventions – both specific and non-specific, and 4. Therapeutic Self-Organization – the client’s autonomous healing processes. The model is illustrated by a detailed case study of a refugee woman from Africa who, following traumatic experiences, received psychosocial and psychotherapeutic support as part of a stepped-care approach. Through trauma education, body-oriented empowerment exercises, ego-state work, narrative exposure and other methods, she gradually developed a sense of agency and concluded with the words: «I myself am my most important therapist.» The model is embedded in a four-frame structure that links individual healing to social participation (Normative Empowerment). Dynamic Containing offers a transdisciplinary, integrative framework – particularly suited for work with refugees – and contributes to current debates on evidence-based practice, humanistic approaches, and epistemological pluralism in psychotherapy research and policy
The Experience of Injustice in Politically Traumatised Persons from the Point of View of Supporters in the Sphere of Psychotherapy - Possibilities for Psycho-Social and 'Therapeutic' Processing
00\. Deckblatt, Widmung, Danksagung, Inhaltsverzeichnis 0
01\. Einleitung 9
02\. Forschungsfrage 13
03\. Methodik: transversale Hermeneutik 15
03.1 Qualitativ-hermeneutischer Zugang 15
03.2 Theoriengenerierende Experteninterviews 16
03.3 Transversale Vernunft - transversale Hermeneutik - transversale
Theorie/Konzeption 22
03.4 Die Vielschichtigkeit des Textes, der Sprache und des Lesens: die
Theorie der dreifachen Mimesis von P. Ricoeur 29
03.5 Positionierung des Verfassers 36
03.6 Zur Geltungsbegründung 40
04\. Psychologischer Literaturstand 43
04.1 Sozialpsychologische Gerechtigkeitsforschung 43
04.1.1 Die Arbeitsgruppe Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral um Leo Montada
43
04.2 Klinisch-psychologische Literatur zu Unrecht und Ungerechtigkeit 59
04.2.1 Posttraumatic Embitterment Disorder 59
04.2.2 Politisches Trauma als ständige Anklage gegen Unrecht 61
04.2.3 Die Individualpsychologie nach A. Adler 62
04.2.4 Just Therapy nach H. G. Petzold 63
04.2.5 Die Bedeutung von Rechtssicherheit für die Aufarbeitung von Traumata
69
04.2.6 Das Unrechtserleben bei politisch Verfolgten aus Therapeutensicht
72
05\. Psychologische Vorüberlegungen und Begriffsklärungen: Normatives
Empowerment 75
06\. Philosophie und Soziologie des (Un)Rechts, der (Un)Gerechtigkeit und der
Menschenrechte 103
06.1 Über Ungerechtigkeit (J. N. Shklar) 103
06.2 Abriß der Rechtsphilosophie 105
06.3 Philosophie der Menschenrechte 114
07\. Philosophie-orientierte Vorüberlegungen 117
07.1 Das Existenzial der Gerechtlichkeit (nach M. Heidegger) 117
07.2 Unrechtserleben und Das Prinzip Hoffnung (nach E. Bloch) 123
07.3 Der therapeutische Raum (nach H. Arendt) 127
07.4 Faktizität und Geltung und Unrechtserleben (nach J. Habermas) 133
07.5 Unrechtserleben eine dreifache Heraus-Forderung für das
Therapiesystem (nach N. Luhmann) 139
07.6 Zusammenfassung 157
08\. Unrechtserleben und die Philosophie der Menschenrechte / H. Bielefeldt
165
09\. Macht und Recht / S. Graessner 189
10\. Menschenrechte als Rechte / P. MacLean 210
11\. Der juristische Kampf um die politisch Traumatisierten / R. Marx 233
12\. Wissenschaftsbezogenes Unrecht(serleben) / A. Birck 260
13\. Unrecht(serleben) und Wiedergutmachung / H. Dasberg 270
14\. Das Unrecht(serleben) der Straflosigkeit / K. Thun 279
15\. Therapeutic Jurisprudence / D. Afek 310
16\. (Un)Gerechtigkeitsgefühle und (Un)Rechtsgefühle / J. Ph. Reemtsma 324
17\. Unrechtserleben und normativer Diskurs / U. Ewald 365
18\. Victims and Witnesses Section (VWS) am Internationalen Strafgerichtshof
für Ex-Jugoslawien (ICTY) / W. Lobwein, M. Naslund, K. Cullen 396
19\. Unrechtserleben und psychosoziale Gemeindearbeit / B. Hamber, U. Merk
439
20\. Das Medical Office von amnesty international / J. Welsh 496
21\. Politik als Lebenserleichterung für schwer belastete Menschen / H.
Däubler-Gmelin 506
22\. Die therapeutische Funktion der Medien / B. Pickert 523
23\. Ergebnis-Abstracts 549
23.1 Ergebnis-Abstracts zum Empirie-Teil 549
23.2 Ergebnis-Abstracts zum Vorbereitungsteil 568
24\. Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick 573
**. Glossar 590
**. Literatur 591
**. Anhang ***Die Forschungsfrage der Untersuchung lautet kurzgefaßt, wie sich das
Unrechtserleben bei politisch Traumatisierten im psychosozial-therapeutischen
Feld und Umfeld äußert und wie es darin adäquat bearbeitet werden kann. Zur
Beantwortung wurden Interviews mit Expert/inn/en aus dem Umfeld der Therapie
mit politisch Traumatisierten geführt und ausgewertet, um sich dem stark
kontextbezogenen Gegenstand zunächst vom Kontext her anzunähern. Zur
Auswertung wurde die Methodik transversale Hermeneutik entwickelt. Deren
erster Bestandteil ist das philosophische Konzept transversale Vernunft von W.
Welsch. Danach können Experteninterviews als Rationalitätskomplexe innerhalb
einer pluralistischen Lebenswelt aufgefaßt werden. Zwischen ihnen gilt es
kritische Transversionen herzustellen, d.h. Quergänge, Anschlüsse,
Verflechtungen. Zur methodenkritischen Absicherung erfolgt ein weiterer Rekurs
auf die Hermeneutik von P. Ricoeur. Diese verlangt eine Verschränkung von
Erklären (Aufzeigen der inneren Textur) und Verstehen (kritische Vermittlung
mit dem Deutungshorizont des Interpreten). Ergebnis ist die transversale
Konzeption Normatives Empowerment (NE). - Bei Normativem Empowerment wird
davon ausgegangen, daß der Gesamtkomplex politischer Traumatisierung,
einschließlich psychosozialer Antwortmöglichkeiten, wesentlich durch zwei
Haupt-Sinnkoordinaten und drei Neben-Sinnkoordinaten erfaßt werden kann: Macht
und Recht, sowie Wahrheit, Freiheit und Öffentlichkeit. Es ist von
Sinnkoordinaten (d.h. inhaltlichen Bezugsgrößen) die Rede, weil mit ihnen
nach dem Modell eines quantitativen Koordinatensystems ein mehrdimensionaler
qualitativer Sinnraum aufgespannt werden kann: der zwei-plus-drei-dimensionale
Sinnraum von Normativem Empowerment. In Verfolgersystemen werden diese
Sinnkoordinaten mit Blick auf die Verfolgten regelmäßig verkehrt (vgl. H.
Arendt): zu Ohn-macht, Un-recht, Un-wahrheit, Un-freiheit und Nicht-
Öffentlichkeit. Die Verkehrung der ersten Haupt-Sinnkoordinate - das Erleben
extremer Ohnmacht - konstituiert die (sequentielle) politische Traumatisierung
(vgl. H. Keilson). Entsprechend geht es bei Normativem Empowerment darum,
diesen Verkehrungen psychosozial und therapeutisch entgegenzuwirken. Es ergibt
sich die erste NE-Hauptstrategie: Empowerment / Er-mächtigung. Um einer
einheitlichen Terminologie willen wird begrifflich analog die zweite NE-
Hauptstrategie gebildet: Enjusticement / Er-rechtigung. Hiernach bezeichnet
Normatives Empowerment eine konzeptuelle Grundhaltung für die psychosoziale
und therapeutische Praxis mit politisch Traumatisierten auf der Wertebasis der
Menschenrechte: Das Kernanliegen von NE ist es, (1) Menschen, die politisch
verfolgt, entmächtigt und verohnmächtigt wurden und die dadurch eine
traumatische Belastungsstörung wie auch andere Symptome entwickelt haben,
wieder zu ermächtigen, d.h. ihnen heilsame Erfahrungen kommunikativer Macht
(H. Arendt, J. Habermas) im weitesten Sinne zu vermitteln. (2) Gleichzeitig
haben diese Menschen politisches Unrecht und schwere
Menschenrechtsverletzungen und leiden somit an trauma-immanentem
Unrechtserleben: Sie sollen daher psychosozial errechtigt, d.h. es soll ihnen
zu ihren verbürgten (Menschen)Rechten und zu mehr Gerechtigkeit verholfen
werden. Die drei NE-Nebenstrategien sind: Er-schließung von Wahrheit
(Vermittlung von faktischem Wahrheitsbezug), Er-freiung (Vermittlung von mehr
inneren wie äußeren Freiheitsgraden) und Er-öffentlichung (Vermittlung des
erlittenen Unrechts an die therapeutische und allgemeine Öffentlichkeit). -
Normatives Empowerment ist ausdrücklich keine ausschließende Alternative zur
Psycho(trauma)therapie. Vielmehr kann NE in Anlehnung an N. Luhmann als ein
psychosoziales Sinnsystem aufgefaßt werden, welches durch die doppelte
Leitdifferenz Ermächtigung + Errechtigung / Entmächtigung + Entrechtigung
codiert wird. Es steht zum System der Psychotraumatherapie in einem
hierarchischen Interpenetrationsverhältnis, gemäß der Formel: soviel
Empowerment wie möglich, soviel Traumatherapie wie nötig. Modellhaft soll das
NE-System das Traumatherapie-System von außen nach innen abstützen und
stabilisieren. Denn die therapeutische Auseinandersetzung mit dem
Unrechtserleben bei politisch Traumatisierten bedeutet wörtlich eine Heraus-
Forderung für die Therapie: Der mit Unrechtserleben verbundene normative Druck
fordert von der Therapie, daß diese aus sich herausgehe und sich gegen reales
Unrecht in ihrer Umwelt engagiere. Damit ist in mancher Hinsicht aber die
operative Geschlossenheit der Therapie gefährdet, d.h. die Spezifität
therapeutischer Kommunikation. Durch Normatives Empowerment als durchdringende
Grund- und Rahmenhaltung wird diese Gefahr konzeptuell aufgefangen und
eingegrenzt.Normative Empowerment describes a basic conceptual attitude for psychosocial
and therapeutic practice with politically traumatised persons based on the
values of human rights. The main theme is that of empowering people who have
experienced traumatogenic powerlessness and injustice and supporting them in
claiming their rights. Therapeutic efforts should be made within the framework
of and permeated by this political and legal conceptualisation
Integrative Traumatherapie – engagierte Praxis für Gerechtigkeit und Menschenrechte
Der Beitrag ist ein durch einen theoretischen Vorspann von H. Petzold erweitertes und ergänztes Interview des Psychologen und Psychotherapeuten F. Regner – er inaugurierte das Konzept des „Normativen Empowerments“ – mit H.G. Petzold, Begründer der Integrativen Therapie und erfahrener Traumatherapeut, uber die Arbeit mit politisch Traumatisierten, Vertriebenen, Flüchtlingen, Kriegsopfern, die durch Unrechtserfahrungen, Menschenrechtsverletzungen belastet und geschädigt wurden. Theoretische und praxeologische Perspektiven einer Therapie, die für die Herstellung „gerechter Verhältnisse“ als „therapie juste“ eintritt werden dargelegt und durch Beispiele erläutert, z. T. aus Projekten im Kontext der Kriege in Jugoslawien. Gerechtigkeit als bislang ausgeblendetes Thema in der Psychotherapie und auch der Traumatherapie und Unrecht als pathogenes Moment im Traumageschehen müssen künftig mehr Beachtung finden.This text enlarged by a theoretical introductory note, is an interview by the psychologist and psychotherapist Dr. Freihart Regner – he inaugurated the concept of „normative empowerment” – with Prof. H. G. Petzold, founder of Integrative Therapy and experienced trauma therapist about the work with politically traumatized people, refugees, displaced persons, victims of war, which are heavily burdened and strained by violations of human rights and experiences of injustice. Theoretical and praxeological perspectives of therapy which is engaged for the reestablishment of justice ruled situations as „therapie juste”, just therapy, are enfolded and illustrated by examples from the context of the wars in Yougoslavia. Justice and injustice as so far rather neglected themes in psychotherapy and also in trauma therapy with their pathogenic impact in trauma processes have to obtain more attention in the future.https://www.fpi-publikation.de/polyloge/08-2005-petzold-h-g-erg-2006-integrative-traumatherapie-engagierte-praxis-fuer-gerechtigkeit/peerReviewedpublishedVersio
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts
We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued
use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation
counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more
sophisticated methods
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