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Krude! Das Argumentieren und der Unterrichtsdiskurs
Der Beitrag untersucht das Argumentieren im schulischen Unterrichtsdiskurs aus einer sprachwissenschaftlich und deutschdidaktisch fundierten Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, wie und warum im Unterricht überhaupt argumentativ kommuniziert wird, obwohl Schule primär als Ort Vermittlung gesicherten bildet. Argumentieren wird dabei als dialogisch fundierte Sprachhandlung verstanden, die durch Strittigkeit motiviert ist. Neben einer systematischen Typisierung von Strittigkeit werden spezifische Funktionen wissenschaftlichen Argumentierens identifiziert (Aspektualisieren, Profilieren, Persuadieren), deren didaktische Anschlussfähigkeit diskutiert wird. Ein zentrales Ergebnis besteht darin, dass das Argumentieren in der Unterrichtskommunikation lehrerseitig gezielt didaktisch zu inszenieren ist. Anhand von curricularen Vorgaben verschiedener Fächer (u. a. Mathematik, Biologie, Politik) wird das fachliche Einbettungspotenzial argumentativer Kompetenzen rekonstruiert und entlang der Unterscheidung fachlich konstitutives vs. fachlich konsekutives Argumentieren eingeordnet. Der Text schließt mit Überlegungen zur Epistemisierung des Unterrichtsdiskurses als langfristigem Ziel schulischer Argumentationsförderung
Krude! Händigkeit und Sprachlichkeit
Der Beitrag untersucht die Phänomene von Händigkeit und deren sprachliche sowie kulturelle Attribuierungen, mit dem Schwerpunkt auf Selbstdifferenzierungen und Selbstattribuierungen. Während die Händigkeitsforschung meist externe Zuschreibungen wie „Links-“ oder „Rechtshänder“ in den Fokus stellt, argumentiert der Beitrag, dass Selbstattribuierungen für die individuelle Identitätsbildung eine bedeutendere Rolle spielen. Anhand introspektiver und kulturwissenschaftlicher Beobachtungen wird gezeigt, dass stereotype Zuschreibungen zur Händigkeit empirisch unbegründet und rein sozial konstruiert sind. Im Gegensatz dazu zeigt sich im materiellen und körperlichen Ausdruck der Händigkeit – etwa durch Kleidung, Frisur und Körperhaltung – ein klar kodifiziertes semiotisches System, das soziale Normen und Identitätssignale widerspiegelt. Besonders hervorgehoben wird dabei eine auffällige Diskrepanz: Händigkeit wird im materiellen Kulturkontext stark sichtbar gemacht, während sprachlich vergleichsweise wenige Differenzierungsmittel existieren, obwohl Sprache sonst ein zentrales Medium sozialer Distinguierung darstellt. Der Beitrag übt vorsichtige Kritik an sprachpolitischen Vorschlägen für einen „händergerechten“ Sprachgebrauch, der Händigkeitsunterschiede in Kontexten überbetont, in denen sie funktional kaum relevant sind. Abschließend wird für einen pragmatischen, kontextspezifischen Umgang mit Händigkeit in Sprache und Gesellschaft plädiert und der Ausgleich materieller Diskriminierung von Linkshändern als vorrangiges Anliegen propagiert
Basiserkenntniskonzepte als Instrumente fachlichen Lernens: Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu den Fächern Deutsch, Geschichte und Philosophie
Basiserkenntniskonzepte als Instrumente fachlichen Lernens: Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu den Fächern Deutsch, Geschichte und Philosophie
Krude! Zur Akustik des Unterrichtsdiskurses. Stille, Echo und Intonation
Der Beitrag untersucht in drei aufeinander abgestimmten Teilstudien zentrale akustische Phänomene des Unterrichtsdiskurses – Wartezeiten, Lehrerecho und Frageintonation – mit dem Ziel, deren funktionale und didaktische Potenziale beim Aufbau konzeptionell-schriftlicher Sprachfähigkeiten der Schüler:innen zu erschließen. Im Rahmen einer ersten Teilstudie werden Wartezeiten (wait times) von Lehrpersonen auf Grundlage videographierter Unterrichtsstunden aus dem SgS-Korpus analysiert. Ausgangspunkt ist die empirisch belegte These, dass längere Pausen die Qualität von Schülerantworten erhöhen. Die Auswertung zeigt indes, dass die tatsächlichen Wartezeiten im innerhalb des SgS-Korpus im Durchschnitt deutlich unter der empfohlenen Dreisekundengrenze liegen. Ein weiter Befund ist, dass sich die Wartezeit einer Lehrperson, die sie ihren Schüler:innen gewährt, in Relation zur Wartezeit, die sich die Lehrperson in ihren eigenen Unterrichtsbeiträgen beim Formulieren gewährt, berechnen lässt. Eine zweite Teilstudie befasst sich mit dem Lehrerecho, also der (partiellen) Wiederholung von Schüleräußerungen durch die Lehrkraft. Während das Echo in der didaktischen Literatur überwiegend als didaktisch nicht angemessen kritisiert wird, geht die vorliegende Untersuchung der Frage nach, ob Lehrerechos unterschiedliche auch sprachdidaktische relevante Funktionen aufweisen. Anhand sequenzanalytischer Auswertungen im SgS-Korpus können insgesamt fünf fachlich und fachsprachlich orientierte Funktionen rekonstruiert werden. Eine dritte Teilstudie untersucht Frageintonationen in Schüleräußerungen sowie deren Wechselwirkungen mit Intonationsmustern der Lehrkräfte. Methodisch basiert die Studie auf annotierten Transkripten ebenfalls aus dem SgS-Korpus. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Schülerantworten häufig mit steigender Intonation enden, was auf kommunikative Unsicherheit hinweisen könnte. Theoretisch wird geschlussfolgert, dass die Schüler:innen in dieser Konstellation im Modus institutionellen Denkens agieren. Wenn sie indes im Modus inhaltlichen Denkens agieren, setzen sie andere und differenziertere Sprachmittel ein, um epistemische Unsicherheiten zu artikulieren. Insgesamt zeigt der Beitrag, dass akustische Mikroprozesse wie Stille, Echo und Intonation bedeutende Orientierungsangebote im Unterricht darstellen, die gezielt didaktisch genutzt werden können – insbesondere im Hinblick auf sprachliche Bildung, Teilhabe und die Entwicklung konzeptionell schriftsprachlicher Fähigkeiten
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
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