1,720,991 research outputs found

    Corona und das Bildungssystem – Belastung und Lichtblick in einem

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    Das Jahr 2020 stellte den Alltag auf den Kopf. Lockdowns und die Schließungen von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zeigen die Wichtigkeit der Digitalisierung und funktionierender Strukturen. Das Lehren und Lernen musste und muss auf neue Weise stattfinden. Während das Zusammenbringen von Digitalisierung und Bildung vielerorts Probleme bereitete, wurde gleichzeitig an Lösungen gearbeitet

    Bluesky: Twitters neuer Social-Media-Standard

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    Mit dem geplanten offenen und dezentralen Social-Media-Standard Bluesky will Twitter die Zukunft Sozialer Medien verändern. Twitter-Gründer Jack Dorsey verspricht sich Lösungsmöglichkeiten zu verschiedenen Herausforderungen – bessere Möglichkeiten etwa bei der Moderation von Inhalten sowie eine vereinfachte Durchsetzung weltweiter Richtlinien. Durch das Open-Source-Projekt könnten der Mikroblogging-Dienst und andere Mitglieder der Branche dezentralisiert werden. Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook sind auf der Infrastruktur eines Betreibers aufgebaut, nicht auf offenen Protokollen. Jack Dorsey kritisiert in diesem Zusammenhang die Empfehlungsalgorithmen der Plattformen: Der Wert von Sozialen Medien verlagere sich weg von Hosting und der Entfernung von Inhalten hin zu Aufmerksamkeit-lenkenden Algorithmen. Wie Dorsey via Twitter anmerkt, seien diese in der Regel proprietär, weswegen es bisher nicht möglich sei, Alternativen zu wählen oder zu entwickeln. Bluesky soll hier Abhilfe schaffen und durch offene Empfehlungsalgorithmen eine gesunde Diskussionskultur fördern. Gleichzeitig ergibt sich so für Twitter oder andere denkbare Clients die Möglichkeit, die Verantwortung für problematische Inhalte auf Bluesky abzuwälzen. Die Responsibilität für Hate Speech oder Desinformation würde auf den dezentralen Standard ausgelagert werden. Für die Konstruktion von Bluesky soll daher ein kleines, bis zu fünfköpfiges Entwicklerteam betraut werden. Die Technologie soll möglicherweise auf Blockchain fußen und mehr Wettbewerb und Innovation begünstigen. Angesichts der Tatsache, dass Twitter nicht der einzige Mikroblogging-Dienst ist, der auf einen offenen Standard setzen möchte, ist das Vorhaben an sich nicht besonders innovativ: Das 2016 vom deutschen Programmierer Eugen Rochko entwickelte Soziale Netzwerk Mastodon baut auf dem offenen, dezentralen Protokoll ActivityPub auf. Mastodon erlaubt seinen Nutzenden, von verschiedenen Servern aus direkt miteinander zu agieren und Mikroblogging zu betreiben. International gesehen ist es jedoch weitgehend unbekannt. Von Seiten Mastodons wird Dorsey vorgeworfen, er sei lediglich bestrebt, seine Macht weiter auszubauen. Bisher ist noch nicht beschlossen, ob das Bluesky-­Team existierende offene Standards erweitern oder einen gänzlich neuen entwerfen soll. www.twitter.com/jack/status/ 120476607846891110

    Meine Meinung, deine Meinung: Studien zur Meinungsbildung im Internet

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    Weber, Patrick/Mangold, Frank/Hofer, Matthias/Koch, Thomas (Hrsg.) (2019). Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit. Aktuelle Studien zu Nachrichtennutzung, Meinungsaustausch und Meinungsbeeinflussung in Social Media. Baden-Baden: Nomos. Das Internet ist eine unendlich groß scheinende Informationsquelle, in dem wir überflutet werden mit den neuesten Erkenntnissen, Klatsch und Tratsch, (Falsch-)Meldungen und Meinungen aus aller Welt. Doch welche Informationen werden tatsächlich wahrgenommen? Wie bewusst oder unbewusst entscheiden wir uns für die Rezeption bestimmter Artikel oder Kommentare? Und wie geschieht Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit? Unter anderem mit diesen Fragen setzt sich Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit auseinander, unterteilt in drei Blöcke: Nachrichtennutzung auf Facebook, Meinungsartikulation sowie Meinungsbeeinflussung und -macht in der Netzöffentlichkeit. Der Begriff Meinungsbildung ist allerdings sehr breit gefasst – von der Wahrnehmung über die Bildung bis hin zur Artikulation eigener sowie kollektiver Einstellungen. Anstatt alle Aspekte anzusprechen ist das Ziel der Publikation, herauszuarbeiten, auf welche die kommunikationswissenschaftliche Rezeptions- und Wirkungsforschung momentan ein besonderes Augenmerk legt. Um einen Eindruck zu vermitteln, inwiefern sich die öffentliche Kommunikation seit den 1990er-Jahren verändert hat, differenzieren Weber und Mangold fünf Analysedimensionen und erweitern somit die von Neuberger aufgestellten Dimensionen; verwirrend ist in diesem Einleitungskapitel, dass zwar von fünf Dimensionen gesprochen wird, jedoch nur vier kenntlich gemacht werden. Dennoch schafft dieses Grundlagen - und Übersichtskapitel eine gute Basis für die folgenden Studien – und liefert viele weiterführende Verweise auf andere Autorinnen und Autoren, die sich beispielsweise mit Disintermediation oder Journalism Bypassing beschäftigen. Im ersten Block der Publikation steht Facebook im Fokus der Studien. Beginnend mit einer Untersuchung der Zufälligkeit der Nachrichtennutzung wird in zwei qualitativen Studien herausgearbeitet, welche Nutzenden wie auf welche Nachrichten treffen, und welche sie wahrnehmen. Damit schließt der Band eine Lücke, da Studien bisher nur das Potenzial von Social Media bei der beiläufigen Nachrichtennutzung fokussiert hatten. Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass Facebook offenbar häufig einen exklusiven oder primären Zugang für regionale Nachrichten bietet und oftmals bei Eilmeldungen eine erste Quelle darstellt. Auch die große Bedeutung von Bildern bei der Aufmerksamkeitsgenerierung wird herausgestellt. Doch trotz des Ergebnisses, dass Nutzende durch Nachrichten auf Facebook nicht besonders gut informiert werden, widmet sich der Großteil des Bandes insbesondere diesem Sozialen Netzwerk. Wenn darüber hinaus davon ausgegangen wird, dass Facebook Wissensklüfte durch zufällige Nachrichtenkontakte nicht schließen kann, wäre interessant gewesen zu erfahren, ob andere Soziale Netzwerkdienste hier Abhilfe schaffen könnten. Die Beiträge rund um die Nachrichtennutzung auf Facebook ergänzen sich – trotz einiger inhaltlicher Redundanzen – aber insgesamt gut und liefern wichtige Informationen, die dabei helfen können, das entsprechende Nutzungsverhalten auf der Plattform zu verstehen und den Wert der vermeintlichen Nachrichtenrezeption einzuschätzen. Der zweite Block beschäftigt sich mit der Artikulationsbereitschaft im Zuge der Migrationsdebatte sowie dem Einfluss der Beziehungsnähe zum Publikum auf politische Meinungsäußerungen. Im Rahmen der zusammengetragenen Studienergebnisse wird herausgestellt, dass die Wirkweise der Schweigespirale auch in Verbindung mit Social Media durchaus von Bedeutung ist. Das zeigt sich am Beispiel der Migrationsthematik, die monatelang durch Diskussionen begleitet wurde. Echokammern dagegen würden im öffentlichen Diskurs sehr überschätzt. Demnach hielten sich politisch Moderate sowieso nicht in ihnen auf. Die beiden Beiträge widmen sich somit vorwiegend kommunikationswissenschaftlichen Theorien und den Reaktionen in Bezug auf politische Themen, während andere gesellschaftliche Bereiche, wie Netzkultur, nicht genauer beleuchtet werden. Die Studienergebnisse lassen dazu die Befürchtung aufkommen, dass sich insbesondere politisch Extreme in Sozialen Medien bewegen, miteinander vernetzen und mit ihren Beiträgen das Meinungsklima verzerren. Ein weiteres interessantes Ergebnis umfasst die Auswirkung des Publikums auf die Kommunikation, etwa auf preisgegebene Informationen oder dem sprachlichen Stil, die Nähe zu ihm, aber nicht auf das Äußern politischer Meinungen auf Facebook. Schließlich werden Influencer-Marketing sowie die Methode der Meinungsbeeinflussung und damit verbundene Chancen und Risiken, Quellenglaubwürdigkeit und wahrgenommene Machtverhältnisse aufgegriffen. Hier finden Lesende auch informative theoretische Grundlagen, wie etwa zu parasozialen Interaktionen und Produktplatzierungen, die helfen, die Beliebtheit und den Erfolg der Influencerinnen und Influencer zu verstehen. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Glaubwürdigkeit und negative bzw. positive Schlagzeilen auch das Image durch sie beworbener Produkte oder Marken signifikant verschlechtern bzw. verbessern können. Die aufgegriffenen Studien leisten dadurch einen Beitrag, die noch wenig vorhandene Literatur hierzu zu bereichern. Abgeschlossen wird der Band durch einen Beitrag zu Machtverhältnissen in der öffentlichen Meinungsbildung und der Frage, ob etwa die Macht menschlicher Akteurinnen und Akteure in Anbetracht von Social Bots geringer wird. Die in diesem Band versammelten Studien fußen auf der Jahrestagung der Fachgruppe Rezeptions­ und Wirkungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik­ und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) aus dem Vorjahr und bieten einen guten Überblick über Nachrichtennutzung, Meinungsartikulation und Meinungsbeeinflussung. Dank vieler Grafiken und Tabellen sind die Ergebnisse gut nachvollziehbar. Wünschenswert wäre es gewesen, abseits von Facebook und Instagram weiteren Social-Media-Angeboten ähnlich viel Beachtung zu schenken. Insgesamt bietet Meinungsbildung in der Netzöffentlichkeit Anreize für die Kommunikationswissenschaft, für den Journalismus und die öffentliche Kommunikation. Aber auch Medienpädagoginnen und -pädagogen erhalten wertvolle Informationen – beispielsweise zur Beeinflussung durch Influencerinnen und Influencer

    Selbstdarstellung von Kindern in Social Media

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    Auch Kinder wollen sich online präsentieren und zeigen, was sie können und was sie ausmacht. Zu diesem Schluss kommt der Bericht ‚Kinder in Social Media‘ von jugendschutz.net. Als Zeichen der Beliebtheit gelten auch bei dieser Altersgruppe Likes und Follower*innen. Dennoch greifen Kinder nur selten auf reichweitensteigernde Strategien wie etwa die Nutzung von Hashtags zurück. Stattdessen besteht ihr Netzwerk vor allem aus anderen Kindern oder Freund*innen, in deren Beiträgen sie häufig zu Gast sind. In ihrem Social-Media-Auftritt orientieren sich Kinder besonders an den dort vertretenen Vorbildern und adaptieren deren Verhaltensmuster, zum Beispiel bei der Begrüßung im YouTube-Video oder der Aufforderung, Kommentare oder Likes zu hinterlassen. Auf Instagram finden sich vergleichsweise mehr private Profile. Öffentlich inszenieren sich bzw. ihren Körper vor allem ältere Mädchen. Als übergreifendes Thema lässt sich feststellen, dass Kinder zum Ausdruck bringen, woran sie Spaß haben – Freundschaften, Haustiere oder Hobbys. Dabei offenbaren sich geschlechterspezifische Unterschiede: Jungen posten auf Instagram und TikTok eher Sportbilder und Online-Games und zeigen auf Instagram ihr Können, während bei Mädchen eher deren Äußeres im Fokus steht. Technisch gesehen sind die Inhalte durch die Smartphone-Kameras durchschnittlich guter Qualität, während die kreative Gestaltung eher keine Beachtung findet und auf Filter des Dienstes zurückgegriffen wird. Obwohl die veröffentlichten Inhalte größtenteils unproblematisch sind, ergeben sich aufgrund der besonderen Schutzbedürftigkeit der Kinder dennoch Probleme. Sie verstehen etwa die Themen Datenschutz oder Privatsphäre noch nicht hinrei-chend – die AGB der Anbieter sind ihnen wegen schwieriger Formulierungen keine Hilfe. Solange keine sicheren und attraktiven Social-Media-Angebote für Kinder verfügbar sind, empfiehlt jugendschutz.net Eltern und pädagogischen Fachkräften gemeinsam mit den Kindern einen möglichst unaufgeregten, aber informierten Umgang mit den Plattformen. Ausgewertet wurden 60 YouTube-Kanäle, 120 TikTok- und 30 Instagram-Profile, die öffentlich zugänglich sind und von deutschsprachigen, augenscheinlich unter 13-Jährigen genutzt werden. https://fis.jugendschutz.net

    Hofmann, Jana (2018). Medienstress durch Smartphones? Eine quantitative und qualitative Analyse. Köln: Herbert von Halem Verlag, 264 S., 32 €.

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    Wir sind heute ständig online und über das Internet mit der Außenwelt verbunden – alles muss möglichst schnell und effizient abgearbeitet werden und beansprucht unsere Auf­merksamkeit. Das kann auf Dauer zu Stress und Apathie führen, konstatiert die Autorin Jana Hofmann. In ihrer Promo­tionsstudie Medienstress durch Smartphones? befasst sie sich mit diesem Phänomen der Di­gitalisierung und stellt sich der Frage, welche Faktoren eine exzessive Smartphone-Nut­zung auslösen können. Dabei verknüpft sie sozialpsychologi­sche und kommunikationswis­senschaftliche Ansätze. Die Publikation setzt sich zu­nächst mit der Entwicklungs­geschichte der Medien ausein­ander bis hin zu den heutigen digitalisierten Lebenswelten, in denen paralleles Medienhan­deln selbstverständlich ist. Die hieran anknüpfenden medien­theoretischen Überlegungen zeigen eine Doppelrolle der Medien: Sind sie bei übermä­ßiger Verwendung zum einen ein Stressfaktor, können sie andererseits zur Stressbewäl­tigung genutzt werden. Hof­manns Forschungsergebnisse offenbaren, dass sich Nutzende über diese Dualität der Effekte durchaus im Klaren sind und Smartphones nur dann zum Stressfaktor werden, wenn sie nicht zum reinen Zeitvertreib genutzt werden. Medienstress entstünde demnach, wenn Anwendende mehrere Dinge gleichzeitig erledigen müssen, um zeitlich effizient arbeiten zu können. Untersucht wird auch der Zusammenhang zwi­schen Bildung und chronischen Bewältigungsschwierigkeiten sowie das Empfinden von Zeit­verlust durch die Smartphone- Nutzung. In der Fokussierung auf negative Wirkungsweisen der Nutzung, lässt die Un­tersuchung mögliche positi­ve Effekte weitgehend außer Acht – obwohl die Befragten diese zum Teil klar benennen konnten. Auch die Frage nach möglichen Bewältigungstakti­ken bleibt zudem offen. Eine Folgestudie, in der die unter­repräsentierten Bevölkerungs­schichten mit Haupt- oder Realschulabschluss und über 50-Jährige stärker berücksich­tigt werden, wäre in Betracht zu ziehen. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass je nach Art und Kontext der Mediennut­zung das befürchtete Stressausmaß unterschiedlich stark ausfällt und relativiert werden kann. Der Band eignet sich für eine kritische Reflexion durch medienpädagogische Fachkräfte, aber auch für all die­jenigen, die ihr Smartphone- Verhalten hinterfragen wollen. Durch die Verknüpfung der quantitativen und der qualita­tiven Analyse sowie einen aus­geprägten Theorieteil bietet die Arbeit fundierte Einblicke in das junge Forschungsfeld Medienstress

    Wie lernen Schüler*innen heute?

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    Kinder und Jugendliche halten es für besonders wichtig, den Umgang mit Computer, Internet, Handy oder Tablet zu lernen. Zusammen mit Englischkenntnissen landet diese Kategorie bei der Studie ‚Wie lernen Kinder und Jugendliche?\u27 mit 59 Prozent auf dem zweiten Platz. Nur Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse werden von den Zehn- bis 16-Jährigen als wichtiger eingeschätzt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die befragten Schüler*innen der Medienkompetenz keine so große Bedeutung beimessen: Lediglich 23 Prozent sind der Ansicht es sei wichtig, über Informationen aus Medien wie Fernsehen und Internet urteilen zu können. Dieses Vermittlungsdefizit könnte dem Ziel, digital mündige Bürger*innen hervorzubringen, im Weg stehen. Rund ein Viertel der Eltern sieht es als ihre Pflicht an, dem Nachwuchs Quellenkompetenz oder kritisches Denken zu vermitteln sowie die Fähigkeit, eine eigene Meinung zu vertreten. Obwohl Schüler*innen heutzutage durch das Internet Zugang zu vielerlei Informationen haben, gehen 56 Prozent dennoch davon aus, dass es notwendig ist, zu lernen und selbst etwas zu wissen. Der Großteil der befragten Eltern (80 %) ebenso. Doch etwa ein Viertel der Schüler*innen ist, wie acht Prozent der Eltern, anderer Ansicht. Für Computerspiele begeistern sich besonders Jungen, während Mädchen sich mehr für Tiere, Mode und Kosmetik interessieren. Filme, Serien und Musik sind dafür bei beiden Geschlechtern beliebt. Das Digitale bevorzugen Jungen im Vergleich auch mehr beim Lernen. Insgesamt ziehen es 41 Prozent der Heranwachsenden bzw. 49 Prozent der Jungen und 32 Prozent der Mädchen vor, an Laptop und Co. zu lernen, wohingegen 30 Prozent der Schüler*innen bzw. 23 Prozent der Jungen und 37 Prozent der Mädchen sich lieber analog mit Buch, Papier und Stift Wissen aneignen. Hier ist festzuhalten, dass das Digitale mit dem Alter an Zustimmung gewinnt. So lernen insgesamt 35 Prozent der Zehn- bis Zwölfjährigen und 45 Prozent der 15- bis 16-Jährigen lieber digital. Die repräsentative Studie wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Zehn- bis 16-Jährige sowie 500 Eltern der Altersgruppe bis Anfang März 2020. Zu diesem Zeitpunkt herrschten noch keine pandemiebedingten Schulschließungen, weshalb sich keine Rückschlüsse auf das Lernen innerhalb des Distance Schoolings ableiten lassen. www.telekom-stiftung.d

    SWR Fakefinder Kids

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    Südwestrundfunk (2021). SWR Fakefinder Kids. Browser-Lernspiel ab 8 Jahren für Laptop, Smartphone und Tablet. Kostenlos. Dass Kinder nicht allen Inhalten, die sie in Apps bzw. im Internet zu sehen bekommen, glauben dürfen, will ihnen der SWR Fakefinder Kids näherbringen. Hier werden Kindern ab acht Jahren reale Videos und Chatverläufe aus drei in ihrer Altersgruppe beliebten Apps gezeigt: YouTube, TikTok und WhatsApp. Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, geht es nicht darum, Falschnachrichten zu identifizieren, sondern die Spieler*innen sollen dafür sensibilisiert werden, Werbung, Tricksereien auf der Bildebene und Kettenbriefe zu erkennen. Die animierten Figuren Mona und Henri leiten die Spieler*innen durch insgesamt vier Level und erklären vor jedem Abschnitt das folgende Thema. Pro Kategorie stellen sich die Spieler*innen mehreren Beispielvideos. Im Level ‚Werbung‘ sehen sie etwa TikTok-Clips von einem singenden Nico Santos, einem tanzenden Robert Lewandowski und einer Kidfluencerin. Die kurzen Videos können beliebig oft abgespielt werden. Ob (versteckte) Werbung zu sehen ist oder nicht, können die Kinder per Klick auf die entsprechenden Buttons angeben und bekommen von Mona und Henri sofort eine kurze und leicht verständliche Rückmeldung, ob und warum ihre Entscheidung richtig bzw. falsch war. Im Level ‚Bildtrick‘ werden Filter, mit denen beispielsweise das Gesicht verändert werden kann, und die Möglichkeit des Tricksens durch Bildausschnitt und Winkel aufgegriffen. Gerade beim Thema Bearbeitung von Bildern hätten auch Instagram-Beispiele genutzt werden können. Das dritte Level setzt sich mit dem wichtigen Thema Kettenbriefe auseinander. In diesen werden oft verstörende Konsequenzen angekündigt, sollten die Empfänger*innen die Nachrichten nicht an eine gewisse Anzahl an Personen weiterleiten. Die Kinder erfahren hier, dass sie diese Drohungen nicht ernst zu nehmen brauchen und dass Links in Kettenbriefen genutzt werden können, um ihre Daten abzugreifen. Im abschließenden ‚Superlevel‘ werden die Elemente aus den vorigen Kapiteln anhand neuer Clips wieder abgerufen. Bei einem Beispiel fällt die Einordnung in die Kategorie ‚Werbung’ jedoch schwer, da die Aufschrift auf dem T-Shirt eines YouTubers auch als Aussage gewertet werden kann, wenn man seine Marke nicht kennt. Wird ein Clip falsch eingeordnet, muss das jeweilige Level komplett wiederholt werden. Die Reihenfolge der Fragen hätte hier allerdings durchgemischt werden können. Das Lernspiel ist kindgerecht gestaltet und vermittelt den jungen Spieler*innen in etwa einer halben Stunde einfach und lebensnah, wie sie Werbung und Tricksereien erkennen können. Für Lehrkräfte steht online ein Infobogen zum Lernspiel zur Verfügung. Sie finden hier Informationen zu den behandelten Phänomenen und Internetplattformen, zu der Funktionsweise des Lernspiels und dessen technischen Voraussetzungen sowie Lehrplanbezüge und einen Elternbrief zum Thema. Auch ein Vorschlag zum Unterrichtsaufbau und ein Arbeitsblatt zur Festigung des Erlernten werden bereitgestellt. Fakefinder Kids ist neben Fakefinder und Fakefinder School das dritte Modul des Südwestrundfunks zum Thema Fake im Internet. Das Lernspiel ist abrufbar unter: www.SWR.de/fakefinde

    Knaus, Thomas/Meister, Dorothee M./ Narr, Kristin (Hrsg.) (2018). Futurelab Medienpädagogik: Qualitätsentwick­lung – Professionalisierung – Standards. München: kopaed. 264 S., 18 €

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    Knaus, Thomas/Meister, Dorothee M./ Narr, Kristin (Hrsg.) (2018). Futurelab Medienpädagogik: Qualitätsentwick­lung – Professionalisierung – Standards. München: kopaed. 264 S., 18 €. Was ist drin, wenn Medienpäda­gogik draufsteht? Das ist eine der Fragen, mit denen sich das 34. Forum Kommunikationskul­tur der Gesellschaft für Medien­pädagogik und Kommunikationskultur (GMK) im November 2017 in Frankfurt am Main be­schäftigte. Der Band Futurelab Medienpädagogik dokumentiert die GMK-Tagung und macht ver­handelte praxis- und theoriebe­zogene Inhalte zur Professiona­lisierung und Qualität medien­pädagogischen Handelns auch für Nichtanwesende zugänglich. Bevor konzeptionelle Zugänge geschaffen werden, wird in 14, bereits im Vorfeld des Forums entwickelte, Thesen eingeführt, anhand derer die künftigen Be­darfe der Disziplin identifiziert werden sollen. Neben Vorschlä­gen zur medienpädagogischen Professionalisierung und För­derung ab dem Kleinkindalter werden ebenso Zugänge zur Handlungspraxis bereitgestellt, die im Forum in Workshops und anderen Veranstaltungen disku­tiert wurden. Die Autorinnen und Autoren widmen sich hier intensiver als im Vorjahr etwa den Themenbereichen Kita und Schule sowie dem Orientierungs­rahmen für medienpädagogische Studiengänge und Studienanteile der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft ( DGfE). Auch inklusive Medienbildung wird thematisiert. Der entspre­chende Beitrag gibt Antwort darauf, wie etwa soziale und technische Barrieren überwun­den werden können. So wird gleichzeitig eine Brücke zum 35. GMK-Forum ‚Medienbildung für alle – Digitalisierung. Teilhabe. Vielfalt.‘ geschlagen. Besonders zentral erscheint im Zuge der Digitalisierung schließlich, sich ebenso länderübergreifend aus­zutauschen. So betont das letzte Kapitel zu ‚International Con­tributions‘ die Wichtigkeit der internationalen Vernetzung von medienpädagogischen Fach­kräften und Einrichtungen und widmet sich unter anderem der Vorstellung der neu gegründe­ten International Association for Media Education (IAME) wie auch der Bedeutung von Me­dienkompetenz in veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen. Die Publikation bietet die Mög­lichkeit, die Veranstaltung Revue passieren zu lassen und gewährt Interessierten einen gelungenen Einblick in die behandelten The­men. Der Band ist sowohl für theoretisch als auch praktisch tätige Fachkräfte geeignet, da beide Felder mit vielfältigen Bei­trägen vertreten sind. Futurelab Medienpädagogik bewegt sich am Puls der Zeit und macht deutlich, weshalb Medienpäda­gogik, etwa aufgrund von Hate Speech, Fake News und Daten­diebstählen, gerade heutzutage besonders zentral ist. d

    Fleischer, Sandra/Hajok, Daniel (Hrsg.) (2019). MedienerziehunginderdigitalenWelt. Grundlagen und Konzepte für Familie, Kita, Schule und Soziale Arbeit. Stuttgart: Kohlhammer. 217 S., 29 €.

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    Fleischer, Sandra/Hajok, Daniel (Hrsg.) (2019). Medienerziehung in der digitalen Welt. Grundlagen und Konzepte für Familie, Kita, Schule und Soziale Arbeit. Stuttgart: Kohlhammer. 217 S., 29 €. Wie funktioniert Medienerziehung in der digitalen Welt? Zur Beantwortung der Fragen beginnt die Publikation – herausgegeben von Sandra Fleischer und Daniel Hajok – mit Grundlagen der Medienerziehung und baut darauf einen guten Überblick über das breite Spektrum der Medienerziehung auf – von Familie über Kita bis Schule. So werden verschiedene Zugänge zu einer angemessenen Medienerziehung aufgezeigt. Anhand von Studienergebnissen wird auf die Mediennutzung Heranwachsender und auf rechtliche Grundlagen eingegangen, was – neben einem Kapitel zu verschiedenen Medienerziehungsmustern von Eltern – besonders Studierenden einschlägiger Fachrichtungen eine fundierte theoretische Grundlage bietet. Auch werden smarte und vernetzte Spielzeuge kritisch betrachtet und einige Beispiele kurz vorgestellt; diese werden jedoch leider nicht auf ihre pädagogische Einsetzbarkeit hin bewertet. Es folgt ein Beitrag über Medienerziehung in der Kita, in dem für pädagogische Fachkräfte interessante Vorschläge unter anderem zur Integration von Medien gegeben werden. Ein Plädoyer gegen die Unterscheidung virtueller und realer Erfahrungswelten hebt die Wichtigkeit des Berufs der Medienpädagoginnen und -pädagogen hervor. Neben einer hilfreichen Einführung in Open Educational Resources liefern die Autorinnen und Autoren viele praktisch umsetzbare Ideen und Anreize zur Medien- und Filmbildung sowie Projektvorschläge etwa für die Unterrichtsfächer Ethik und Sachkunde in der Grundschule. Auch Probleme und Herausforderungen in der Medienerziehung werden nicht außer Acht gelassen. Den Abschluss bildet eine detaillierte Auflistung ausgewählter Internetangebote zur Medienerziehung, die sich an verschiedene Zielgruppen richten. Lesenden bietet das die Möglichkeit, ihr erworbenes Wissen direkt umzusetzen. Da in Medienerziehung in der digitalen Welt ein breites Spektrum abgebildet wird, können die einzelnen Kapitel teils nur einen Einblick in das jeweilige Feld geben. Lesende erhalten so jedoch einen guten Überblick. Durch seine sehr gut verständlichen theoretischen Inhalte sowie viele Beispiele ist der Band sowohl für pädagogische Fachkräfte als auch für Studierende der Medien oder der Sozialen Arbeit geeignet und bietet Anreize für die formale wie auch die informelle Bildung

    Khan Academy Kids: Bildung per App für die Kleinsten?

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    Khan Academy (2018). Khan Academy Kids. App für iOS und Android. kostenfrei. Digitale Medien sind selbst für die Kleinsten schon interessant – schließlich verbringen auch ihre Eltern einen Großteil des Tages vor mobilen Endgeräten. Doch wenn sich die Kinder selbst an Smartphone oder Tablet ausprobieren wollen, bekommen viele Erziehungsberechtigte Bauchschmerzen. Denn auf dem Markt gibt es kaum Applikationen, in denen sich die Heranwachsenden sicher und sinnvoll bewegen können und womöglich sogar noch etwas dazulernen. Khan Academy Kids verspricht hier Abhilfe. Als Gründer Salman Khan feststellen musste, dass kaum kindgerechte Apps existierten, mit denen sein dreijähriger Sohn spielend lernen konnte, entwickelte er seine App Khan Academy mit Lerninhalten für ältere Schüler und Erwachsene weiter und passte das bereits erfolgreiche Lernangebot auch auf Zwei- bis Fünfjährige an. Seit Mitte des Jahres kann die kostenlose App zur Vorbereitung der Kinder auf den Kindergarten oder die Schule genutzt werden. Khans Wunsch ist es, bereits die Kleinsten für lebenslanges Lernen zu begeistern. Hier soll das Angebot nicht auf einen Aspekt wie etwa Lesen beschränkt werden, sondern erstreckt sich vielmehr auch auf Bereiche wie Rechnen und Farben lernen bis hin zum logischen Denken. Auch soziale Aspekte, wie etwa die Thematik des Teilens oder das Erkennen verschiedener Emotionen werden ebenso spielerisch aufbereitet und animieren die Kinder unter anderem mit Videos zum Mitmachen. Nachdem unter Angabe des Alters und der Bestimmung eines Avatars ein Benutzerprofil für das Kind eingerichtet wurde, führt der Bär Kodi spielerisch in die Welt des Lernens ein. Die liebevoll gestalteten Tiercharaktere Füchsin Sandy, Elefant Ollo, Vogel Peck und Waschbär Reya begleiten die jungen Lernenden dann weiter durch die einzelnen Spielstationen. Das Kind kann auf zwei verschiedene Arten lernen: Es kann sich selbstständig altersentsprechende Lerninhalte über die Bibliothek aussuchen oder dem vorgeschlagenen Lernpfad folgen. Die Bibliothek ist in vier große Bereiche eingeteilt: Bücher, Videos, ein Kreativbereich sowie einzelne „Level“, die das Kind in selbstgewählter Reihenfolge bewältigen kann. In der zweiten Variante wird dem Kind ein Pfad vorgeschlagen, auf dem es Schritt für Schritt neue Aufgaben und Herausforderungen lösen bzw. bewältigen kann. Dieser Pfad wird fortlaufend auf die Entwicklung des Kindes und dessen Lernfortschritt angepasst. Die Lerneinheiten sind dabei bunt durchmischt mit abwechslungsreichen Themengebieten. Dementsprechend folgt auf eine Einheit zu Emotionen beispielsweise eine zu Buchstaben. Jede Lernthematik wird zunächst durch ein kurzes Video erklärt, bevor verschiedene Aufgaben dazu gestellt werden, bei denen unter anderem der Sprachgebrauch oder die Lautgebung einzelner Buchstaben in unterschiedlichen Wortzusammenhängen aufgezeigt werden. Viele Lerneinheiten werden von animierten Videos begleitet, in deren Verlauf interaktive Aufgaben gestellt werden. Aufgabenstellungen oder Erklärungen erfolgen hier zum Teil kurz aufeinander. Auch musische Untermalung wird geboten. Beliebte Kinderlieder sorgen dabei für zusätzlichen Spaß am Lernen. Für weitere Motivation sorgt ein simples Belohnungssystem: Je mehr Erfahrung das Kind sammelt und je besser es die Aufgaben bewältigt, desto mehr Zubehör kann es für die Tiercharaktere beim ‚Faultier- Lieferdienst‘ aussuchen. So sammelt es für Elefant Ollo Spielzeug für die Badewanne, für Vogel Peck und Bär Kodi Kostüme für ihre Kleiderschränke, für Waschbär Reya Insekten oder für Füchsin Sandy Musikinstrumente. Mit diesen Objekten kann das Kind jederzeit spielen und dabei unter anderem Hand- Auge-Koordination oder Zählen üben. Die Bedienung der App ist für Kinder, die zuvor schon ein digitales Gerät in der Hand hatten, recht einfach. Für alle anderen würde sich ein kurzes Erklärvideo anbieten, das in die Handhabung eines Smartphones einführt. Zwar findet sich in der Bibliothek eine Lerneinheit, die den Umgang mit virtuellen Büchern erklärt, doch im regulären Spielpfad fehlt diese Option. Etwas zu einfach scheint es dagegen, den Elternbereich öffnen zu können. Dieser ist direkt im Hauptmenü auswählbar, lediglich gesichert durch eine schriftliche Aufforderung, in eine bestimmte Richtung zu wischen, um den Zugang zu entsperren. Verborgen sind in diesem Bereich jedoch nur Einstellungen für Benutzernamen und Avatare. Einen Überblick über den aktuellen Lernstand ihres Kindes erhalten Eltern lediglich über farbige Icons in der ‚Bibliothek‘. Darin erkennen sie, ob eine Lerneinheit noch nicht begonnen wurde, sich noch in Bearbeitung befindet oder bereits abgeschlossen ist. Hier wären beispielsweise Statistiken sinnvoll, die die Nutzungsdauer und -häufigkeit aufzeigen oder die Lernerfolge in den einzelnen Einheiten darstellen – etwa ob das Kind in allen Bereichen aktiv ist oder sich auf wenige beschränkt. Hinsichtlich des Energie- und Datenverbrauchs der Anwendung schlägt allerdings die stetig erforderliche Internetverbindung zu Buche. Eine Nutzung auf dem Tablet scheint zudem empfehlenswert, da einige Aufgaben, wie etwa das Zeichnen, auf dem kleineren Display deutlich schwieriger zu lösen sind. Beim Zählenlernen würde es sich zudem anbieten, wenn das Kind seine Auswahl bestätigen müsste – so genügt ein stures Herumtippen auf dem Bildschirm, bis die geforderte Anzahl an Objekten schließlich erwischt wurde. Positiv hervorzuheben ist, dass keine In-App- Käufe möglich sind und auch keine Werbung geschaltet wird. Für den Abruf der Spielstände, auch von anderen Geräten, müssen sich die Eltern mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren. Allerdings wird bei der Installation unter anderem der Zugriff auf das Mikrofon und die Erlaubnis nach der Kontensuche auf dem Gerät eingefordert, bei dem jedoch in den AGBs versichert wird, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Khan Academy ist eine Non-Profit-Organisation, die unter anderem unterstützt wird durch Lernmaterialien- Spenden von Super Simple, National Geographic Young Explorer, National Head Start Association und Bellwether , wie etwa Tierfotos oder Videos. Die App gewann bereits einen Parent’s Choice Award
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