1,720,971 research outputs found
Beurteilung von Artefaktausmaß, Bildqualität sowie Bewegungs- und Rotationsverhalten von Projektilen des Kalibers 9x19mm und deren Projektilfragmenten im MRT der Stärke 1, 1,5 und 3 Tesla
Intracorporal verbliebene metallische Projektile und deren Fragmente gelten im Allgemeinen als Kontraindikation für eine magnetresonanztomographische Untersuchung. In dieser Studie untersuchten wir 7 gängige Projektile des Kalibers 9 x 19mm und deren Fragmente aus dem Berufsfeld der Polizei, der Bundeswehr und der Jagd im 1, 1,5 und 3 Tesla MRT. Dazu wurden die Projektile und deren Fragmente in den M. masseter eines Hausschweins präpariert und es wurde vor und nach jeder MRT eine Computertomographie zur Lagekontrolle durchgeführt. Die MRT-Untersuchung entsprach einem Standard-Trauma-Schädel-Protokoll. Anschließend wurden die Sequenzen auf Artefaktausmaß und Bildqualität beurteilt. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht-ferromagnetische Munitionstypen zu einer guten Bildqualität mit wenigen Artefakten führen und keine Kontraindikation für eine MRT darstellen. Dahingegen beinhalten ferromagnetische Munitionstypen, welche durch eine große Artefaktbildung charakterisiert sind, das Risiko einer iatrogenen Gewebeschädigung durch sekundäre Dislokation und scheiden für eine MRT-Untersuchung aus
Verlaufsbeobachtung von MRT-Liquorflussmessungen bei Syringomyelie und Arachnopathie
Hintergrund:
Die Untersuchung der Flussdynamik von Liquorpulsationen spielt bei der Klärung der Pathogenese der Syringomyelie und im Rahmen ihrer therapeutischen Behandlung eine wachsende Rolle. Bei den bisher einzeitig erfolgten Messungen von Liquorpulsationsgeschwindigkeiten mittels Magnetresonanz-Phasenkontrastuntersuchungen zeigte sich stets eine breite interindividuelle Streuung. Unklar war, ob es sich dabei um methodische Fehler handelte oder ob individuelle Eigenschaften des Patienten diese Unterschiede bedingen. In dieser Arbeit wurden anhand mehrzeitiger Messungen Verläufe von Patienten mit einer Syringomyelie und Arachnopathie erstellt und statistisch überprüft, ob diese konstant bleiben.
Methode:
Anhand von 64 Halswirbelsäulen- und 109 Brustwirbelsäulen-Magnetresonanz-Tomographien inklusive Phasenkontrastuntersuchung wurde die Liquorpulsationsbewegung von 36 Patienten mit Syringomyelie und Arachnopathie über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr gemessen. Die Liquorbewegung wurde durch acht in der Sagittalebene gesetzte Messpunkte zervikal, thorakal und innerhalb des Zentralkanals mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms erfasst und anschließend in Geschwindigkeitswerte umgerechnet. Die statistische Auswertung erfolgte mittels medianer Quantilregression im gemischten Modell.
Ergebnisse und Schlussfolgerung:
An keinem der acht Messpunkte zeigte sich ein signifikant abweichender Verlauf. Die mittleren Geschwindigkeiten, berechnet aus den ersten Untersuchungen aller Patienten, lagen auf ähnlichem Niveau mit den in der Literatur der letzten Jahre veröffentlichten Werten. Das Ergebnis zeigt eine gute Reproduzierbarkeit der Messungen an ein und demselben Patienten. Es ist deshalb eher unwahrscheinlich, dass die immer wieder vorbeschriebene breite interindividuelle Streuung der Geschwindigkeitswerte als Folge von methodischen Fehlern auftritt. Sie wird tatsächlich eher durch individuelle Gegebenheiten verursacht
Verlaufsbeobachtung zur Einschätzung des Blutungsrisikos cavernöser intracerebraler Malformationen
Als „popcornartig“ oder „maulbeerförmig“ wird ihr eindrückliches Erscheinungsbild auf MRT-Aufnahmen oft bezeichnet. Die Rede ist von Cavernomen, welche auch unter der Bezeichnung cavernöse Malformationen bekannt sind [17, 46, 117].
Schon der Name verrät einiges über die Morphologie dieser Gefäßanomalie, die mit einer Prävalenz von 0,1 – 0,7 % nicht selten anzutreffen ist [46, 48, 52, 85, 117, 119]. Es handelt sich um einen dünnwandigen Epithelhohlraum des venösen Gefäßsystems, welcher mit einem Kapillarsystem in Verbindung steht [89].
Der Vergleich mit einer Maulbeere erklärt sich durch das Auftreten eines Hämosiderinsaums um das Cavernom [52], welcher oft von einem Gliosesaum begleitet wird [17]. Ursächlich dafür sind Mikroeinblutungen im Bereich der Malformation.
Diese Anzeichen von stattgefundenen Mikroläsionen müssen von klinisch manifesten Blutungen mit spezifischer Symptomatik unterschieden werden [117].
Dass diese Unterscheidung nicht leicht zu treffen ist, zeigt die Tatsache, dass das prognostizierte jährliche Risiko einer Blutung cerebraler Cavernome in unterschiedlichen Quellen deutlich voneinander abweicht. Dies ist vor allem den fehlenden einheitlichen Kriterien zur Definition eines „Blutungsereignisses“ zu schulden. Wie bereits erwähnt, weißt nahezu jede dieser Gefäßmalformationen extrazelluläres Methämoglobin und Hämosiderin in der Peripherie auf [46, 51, 90]. Die meisten Blutungsereignisse sind allerdings völlig asymptomatisch. So variieren die Angaben über das Blutungsrisiko von Cavernomen im Bereich von 0,25 % [47, 85] bis hin zu 5 % [51] pro Jahr.
Unterschiedliche Autoren erwägen ein höheres Risiko einer klinisch manifesten Blutung im Zusammenhang mit rezidivierenden Ereignissen [89] und vermuten eine Abhängigkeit im Bezug auf mehrere Faktoren: Das Geschlecht der Patienten [48, 91], die Lokalisation des Cavernoms [32] und das Auftreten multipler Gefäßmissbildungen dieser Art [48, 90]. Letzteres trete vor allem im Rahmen eines autosomal-dominanten Erbgangs auf, der durch einen Gendefekt auf Chromosom 7q gekennzeichnet ist [117]. Ebenso stelle eine Schwangerschaft einen bedeutenden Risikofaktor dar [85, 123].
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Resümiert man nun die morphologische Gestalt und die Eigenschaften eines Cavernoms, so erscheinen die Prozentwerte über das Blutungsrisiko, die in der Literatur niedergeschrieben wurden, sehr hoch, denn zum einen handelt es sich bei einem Cavernom um eine venöse Gefäßmissbildung mit niedriger Flussrate, zum anderen werden sie kapillär gespeist und weisen somit einen niedrigen Druck auf. Hingegen wird einem Aneurysma, das arteriell gespeist wird, ein jährliches Blutungsrisiko von 1 % - 1,3 % zugeschrieben [3, 54, 55, 101]. Das Blutungsrisiko von bisher nichtgebluteten Aneurysmen ist sehr gut untersucht. Zum klinisch relevanten Blutungsrisiko von Cavernomen gibt es nur wenige Arbeiten.
Die dargestellten Aussagen werfen die Frage auf, ob das klinisch relevante Blutungsrisiko bei Cavernomen tatsächlich vergleichbar hoch ist, wie bei intrakraniellen Aneurysmen. Die Nullhypothese ist also: „Das Blutungsrisiko von intrakraniellen Cavernomen ist gleich hoch wie das Blutungsrisiko von intrakraniellen Aneurysmen.“
Zur Klärung dieser Fragestellung sollen retrospektiv alle konsekutiven Patienten mit der Diagnose „Cavernom“, die sich zwischen 2002 und 2012 in der neurochirurgischen Abteilung des Bundeswehrkrankenhauses Ulm in Behandlung befanden, erfasst werden und im Zuge dessen die Symptomatik, Blutungsprozesse und der Verlauf dieser Gefäßmalformation erhoben werden
Ergebnisse nach Entfernung kranio-lateral sequestrierter lumbaler Bandscheibenvorfälle unter Verwendung des transforaminalen, interlaminären und translaminären Zugangswegs
Etwa 10-20% aller lumbalen Bandscheibenvorfälle sequestrieren nach kranio- lateral und liegen somit, ventral der Hemilamina und medial des Pedikels, in der durch MacNab beschriebenen “Hidden zone“. Klassischerweise werden diese Bandscheibenvorfälle über einen interlaminären Zugangsweg operiert. Dies erfordert jedoch mindestens eine partielle Entfernung der ipsilateralen Hemilamina bis hin zur Hemilaminektomie und Facettektomie. Ob in diesem Zusammenhang die Resektion des Facettengelenks, als Teil des Zugangs zum sequestrierten Bandscheibenvorfall, eine Instabilität und ein damit vergesellschaftetes Schmerzsyndrom im operierten Bewegungssegment induziert und somit das klinische Outcome der Patienten negativ beeinflusst, wird kontrovers diskutiert. Zur Schonung des Wirbelgelenks und der Pars interarticularis wurden weniger invasive Zugangswege für diese spezielle Form des Bandscheibenvorfalls entwickelt. Zum einen wurde ein Zugang durch die Hemilamina (translaminär) etabliert, andererseits kommt auch der endoskopische Zugangangsweg durch das Neuroforamen (transforaminal) in Betracht. Ob diese beiden Zugangsmethoden gegenüber dem klassischen interlaminären Zugang hinsichtlich ihrer Effektivität und Sicherheit gleichzusetzen sind, wurde in dieser retrospektiven Studie untersucht. Hierzu wurden insgesamt 69 Patienten, die im Zeitraum 06/2009 bis 06/2013 in der Abteilung Neurochirurgie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm aufgrund kranio-lateraler Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule operativ versorgt worden sind, in die vorliegende Untersuchung eingeschlossen
Die Pulsation der Kleinhirntonsillen bei Chiari-I-Malformation-Patienten mit Syringomyelie prä- und postoperativ
Fragestellung: Die vorliegende Studie widmet sich der Untersuchung 45 erwachsener Chiari-I-Malformation-Patienten mit Syringomyelie (SM) und der Pulsation der Kleinhirntonsillen (KHT) präoperativ und drei Monate postoperativ. Untersucht wurde, ob die Syringomyelie (SM) in der Magnetresonanztomographie (MRT) nach Operation abnimmt, ob die KHT ansteigen, wie sich das subjektive Befinden der Patienten drei Monate nach der Operation verändert und ob das subjektive Befinden mit der Pulsation zusammenhängt. Material und Methoden: Anhand retrospektiver Untersuchung von Patientendaten, MRT-Sequenzen und Liquorflussdiagnostik konnten 45 Chiari-I-Malformation-Patienten mit SM im Hinblick auf Veränderungen prä- und drei Monate postoperativ untersucht werden. Ein Augenmerk lag auf der Pulsation der KHT, weiterhin wurde der Stand der KHT, die Ausdehnung der SM, und das subjektive Befinden untersucht. Ergebnisse: In der vorliegenden Studie nimmt die minimale und mittlere Pulsation der KHT postoperativ signifikant ab. Für die maximale Pulsation hingegen kann keine signifikante Abnahme gezeigt werden. Des Weiteren wird die SM signifikant kleiner, sowohl in der Länge, als auch in der Breite. Auch die KHT steigen signifikant an nach Operation. Das subjektive Befinden verbessert sich postoperativ in 73 % der Fälle, wobei aufgrund der explorativen Datenanalyse keine Signifikanzen berechnet werden konnten. Die Pulsationsabnahme erscheint nicht zusammenhängend mit dem subjektiven Befinden, hierbei lässt die explorative Datenanalyse keine statistische Korrelationsberechnung zu. Schließlich fanden sich in der statistischen Auswertung starke Hinweise, dass die Patienten von der operativen Versorgung profitieren. Diskussion und Schlussfolgerungen: Der Anstieg der KHT, die Verringerung der SM nach Operation und die Verbesserung des subjektiven Befindens stehen in Einklang mit der zugrundeliegenden Literatur. Die Abnahme der minimalen und mittleren Pulsation der KHT dieser Studie deckt sich mit den Erkenntnissen der verwendeten Literatur. Die maximale Pulsation nimmt nicht signifikant ab, doch fehlt es an Studien, die die Pulsation der KHT so differenziert betrachten und Auskunft geben können, wie sich die maximale Pulsation der KHT verändert. Die seltene Präsenz der KHT-Pulsation in der zugrundeliegenden Literatur (weitgehend pädiatrische Kollektive, die ähnliche Methodik angewandt haben) zeigt einen weiteren Forschungsbedarf insbesondere im Hinblick auf Langzeitbeobachtung postoperativ. Um einen Zusammenhang der Pulsation mit dem Outcome bzw. der bildmorphologischen Veränderung zu zeigen, wäre ein prospektives Studiendesign nötig. Ebenso benötigt wird prospektives Studiendesign für die Erhebung des Outcomes Scores von Beginn der Studie. Die Frage, ob sich das Outcome anhand der untersuchten Parameter dieser Studie vorhersagen lässt, sollte in Zukunft weiter untersucht werden. Es erscheint nicht wahrscheinlich, dass sich die Pulsation als Parameter für die Indikation einer Operation eignet
Evaluation und Entdeckung prädisponierender Faktoren in der Genese und im Verlauf der posttraumatischen Syringomyelie
Hintergrund: Eine posttraumatische Syringomyelie (PTS) liegt vor, wenn sich nach einer traumatischen Verletzung der Wirbelsäule oder des Rückenmarks, im weiteren posttraumatischen Verlauf, eine größenprogrediente Höhlenbildung im Bereich des Myelons zeigt. Die höhlenartige Raumforderung innerhalb des Myelons kann bei den betroffenen Patienten zu einem progredienten neurologischen Defizit unterschiedlicher Ausprägung führen. Da sich die bezüglich der PTS existierenden Therapieoptionen im Wesentlichen auf die Verzögerung des Erkrankungsprogresses beschränken, liegt ein Hauptaugenmerk in der frühzeitigen Risikoevaluation und Prophylaxe der Erkrankungsentstehung. Im Rahmen dieser Abhandlung wurden potenziell relevante Faktoren in der Genese und im Verlauf der PTS untersucht und evaluiert. Methodik: Zunächst wurden Parameter aus den digitalisierten Patientenakten und kernspintomographischen Aufnahmen von 79 Patienten (51 Patienten mit PTS und 28 Patienten ohne PTS), die sich zwischen 2001 und 2015 in der Abteilung für Neurochirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm sowie in der Abteilung für Orthopädie an den benachbarten Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm, im Rahmen einer traumatisch bedingten Schädigung der Wirbelsäule, vorgestellt haben, erhoben. Innerhalb des Patientenkollektivs der 51 an PTS erkrankten wurden Untergruppen gebildet und diese auf bestimmte Determinanten und ihren Anteil an schwerwiegenden Verläufen (Kombination aus zeitnaher posttraumatischer Erkrankungsentstehung und dem kranialen oder beidseitigen Ausbreitungsmuster der Raumforderung innerhalb des Myelons) untersucht. Bezüglich der Erkrankungsentstehung wurden die beiden Patientenkollektive, anhand verschiedener Faktoren, im Sinne einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie, miteinander verglichen. Zudem wurden matched-pairs gebildet, um eine bessere Vergleichbarkeit der Patientenkollektive hinsichtlich der deskriptiv relevant erscheinenden Risikofaktoren zu generieren. Ergebnisse: Statistisch signifikant höhere Anteile an schwerwiegenden Verläufen zeigten die Untergruppen mit initial vollständiger Querschnittlähmung und einem operativen therapeutischen Management in direktem zeitlichem Zusammenhang zur traumatischen Wirbelsäulenverletzung. Zudem zeigte die höhergradige Kyphosierung im traumatisch geschädigten Wirbelsäulenabschnitt eine statistisch relevant erscheinende Assoziation hinsichtlich der posttraumatischen Entstehung einer PTS an. Diskussion: Auf Grund der retrospektiven Datenerhebung und der daraus resultierenden Anfälligkeit für Confounder sowie des begrenzten Stichprobenumfangs, sind kausale Zusammenhänge nicht herzustellen. Die Ergebnisse dieser Studie lassen jedoch die These zu, dass dem initialen therapeutischen Management der traumatischen Wirbelsäulenverletzung eine entscheidende Bedeutung in der Genese der PTS zukommen könnte. Gelingt es mittels operativer Versorgung, die gelegentlich mit einer traumatischen Wirbelsäulenverletzung einhergehende Kyphosierung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts zu beheben und möglichst physiologische Pulsations- und Zirkulationsbedingungen für den Liquor cerebrospinalis im Subarachnoidalraum zu generieren, könnte sich dies prophylaktisch auswirken. Wird initial eine operative Maßnahme durchgeführt, ohne Realignment der Wirbelsäulenkonfiguration, so scheint ein erhöhtes Risiko hinsichtlich der Entstehung einer PTS zu resultieren (am ehesten durch zusätzliche Vernarbungen und Verwachsungen). Daher sollte speziell das Langzeit-Outcome und die dezidierte Nachuntersuchung der initialen operativen Versorgung der zugrundeliegenden Wirbelsäulenverletzung ein Hauptaugenmerk von Folgestudien darstellen. Schlussfolgerung: Abschließend lassen sich die Ergebnisse so deuten, dass Patienten, die in Folge einer traumatischen Wirbelsäulenverletzung sowohl eine hochgradige Rückenmarkschädigung als auch eine höhergradige posttraumatische Kyphosierung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts erleiden, eine Assoziation hinsichtlich der Entstehung der PTS sowie für einen schwerwiegenden Verlauf dieser aufweisen. Das Geschlecht der Patienten, die Lokalisation des Verletzungsschwerpunktes und die posttraumatische Spinalkanalweite im Bereich der traumatischen Wirbelsäulenverletzung weisen in dieser Studie weder einen relevanten Einfluss auf die Entstehung noch auf den klinischen Verlauf der PTS auf. Die Gesamtbetrachtung legt zudem die Empfehlung nahe, Patienten mit posttraumatisch kompletter Querschnittlähmung (ASIA-Score A) und ausgeprägter Kyphosierung in der Sagittalebene im betroffenen Wirbelsäulenabschnitt (>20°) regelmäßigen kernspintomographischen, klinischen und ggf. liquordynamischen Verlaufskontrollen (drei- bis fünfjährig) zuzuführen, um frühzeitig therapeutische Konsequenzen zu ziehen und eine schnelle Progredienz der PTS verhindern zu können
Evaluation der nichtinvasiven Messung des intrakraniellen Druckes mittels des HS-1000 im Vergleich zur invasiven Messung bei Patienten mit nicht-traumatischer Indikation für ein ICP-Monitoring
Die Messung des intrakraniellen Drucks beruht bis heute auf invasiven Messverfahren, welche mit Risiken, wie z.B. Infektionen und intrakraniellen Blutungen, verbunden sind. Die Notwendigkeit für die Entwicklung eines nichtinvasiven Messverfahrens ist also gegeben. Bis heute existiert allerdings keine nichtinvasive Methode, die sich im klinischen Alltag etablieren konnte.
Die Firma HeadSense Ltd. hat ein Gerät namens HS-1000 entwickelt, das mittels transkranieller akustischer Signale den intrakraniellen Druck nichtinvasiv messen können soll. Ziel der Arbeit war es, die Genauigkeit des HS-1000 im Vergleich zu den etablierten Messverfahren zu bestimmen, und anhand dessen die Frage zu beantworten, ob das HS-1000 die etablierten invasiven Messmethoden ersetzen kann.
Bei Patienten mit einliegender externer Ventrikeldrainage oder intraparenchymatöser Drucksonde erfolgte die simultane Messung des intrakraniellen Drucks auf invasive und nichtinvasive Art und Weise. Die so erhobenen Messergebnisse wurden anschließend mittels IBM SPSS 24 analysiert und unter anderem Bland-Altman-Diagramme erstellt.
Es konnten 14 Patienten eingeschlossen werden. Die häufigste Indikation zur Messung des intrakraniellen Drucks ergab sich durch das klinische Bild eines Normaldruckhydrozephalus (n=11). Bei den meisten rekrutierten Patienten wurde der invasive intrakranielle Druck mittels intraparenchymatöser Sonde (n=12) gemessen. Insgesamt wurden 5540 Messwertpaare erhoben.
Die mittlere Verzerrung beträgt 7,27 mmHg. Die 95%-Übereinstimmungsgrenzen liegen bei 20,93 mmHg und -6,38 mmHg. Eine gesonderte Betrachtung der Daten für Patienten mit Normaldruckhydrozephalus oder intraparenchymatöser Sonde erbrachte ähnliche Ergebnisse.
Die in der Studie erhobenen Daten zeigen eine große Abweichung des HS-1000 im Vergleich zu den invasiven Messverfahren. Die Abweichung ist klinisch relevant. Ein Ersetzen der invasiven Messverfahren durch das HS-1000 ist aus klinischer Sicht nicht möglich
Evaluierung der Durchführung der cardiopulmonalen Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung) durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen in einem Klinikum der Maximalversorgung
Bei innerklinischen Reanimationen spielt der Stationsarzt für die Primärversorgung eine entscheidende Rolle, bis das spezielle Reanimationsteam eintrifft. Die vorliegende Studie untersuchte die theoretischen und praktischen Reanimationskenntnisse von Ärzten verschiedener Fachrichtungen. Außerdem sollte sie herausfinden, ob bestimmte Faktoren Einfluss auf die Reanimationsleistungen haben. Als Teilnehmer der Studie waren alle Ärzte der klinischen Fächer am Universitätsklinikum Ulm zugelassen. Die Probanden wurden mit einer 10-minütigen simulierten Reanimationssituation konfrontiert: bewusstloser, nicht atmender Patient mit Kammerflimmern. Gefordert war eine adäquate Diagnostik des Herzkreislaufstillstandes sowie das Durchführen von Reanimationsmaßnahmen unter Möglichkeit der Hinzuziehung einer Pflegekraft und Material nach der Zweihelfer-Methode als BLS oder ALS (Basic oder Advanced Life Support). Anschließend wurden die Teilnehmer mit einem Fragebogen zu ihren theoretischen Reanimationskenntnissen befragt. 61 Teilnehmer wurden in die Studie eingeschlossen. Von allen wurde der Kreislaufstillstand erkannt. 44,3% zeigten eine leitliniengerechte Vitaldiagnostik. Weniger als 31,1% führten den BLS leitliniengerecht durch, mit besonderen Schwierigkeiten bei Beatmung und Thoraxentlastung. Nur 14,8% ließen einen leitliniengerechten ALS erkennen mit besonderen Defiziten bei Zeitablauf (erste Defibrillation nach 147,8 Sek. (SD ± 74,8)), Medikation und regelmäßigem Helferwechsel. Im Theorieteil konnten 32,8% bzw. 1,6% der Teilnehmer die Fragen zum BLS und ALS leitliniengerecht beantworten – die meisten Wissensdefizite bestanden zur korrekten Drucktiefe bzw. zur Medikation. Anästhesisten zeigten in Theorie und Praxis bessere Leistungen. Sie ließen beispielsweise eine zügigere Arbeitsweise erkennen und führten doppelt so viele ALS-Maßnahmen durch. Jedoch führten auch in dieser Subgruppe nur 9 Teilnehmer (34,6%) alle ALS-Maßnahmen durch. Männer erreichten mit durchschnittlich 52,8mm (SD ± 6,5) Kompressionstiefe die Leitlinienvorgaben, Frauen mit 45,0mm (SD ± 7,1) aber nicht. Weitere wesentliche, geschlechtsbezogene Unterschiede bestanden nicht. Ärzte mit geringerer Arbeitserfahrung waren sicherer in den aktuellen Reanimationsleitlinien. Mit zunehmender Arbeitserfahrung wurden vor allem ALS-Maßnahmen langsamer und seltener ausgeführt sowie in der Theorie seltener richtig beantwortet. Arbeitserfahrung verhalf nur zu leitliniengerechten Thoraxkompressionstiefen (≥ 5 Jahre: 53,0mm SD ± 7,6; < 5 Jahre: 46,8mm SD ± 7,1). Teilnehmer, die ihren klinischen Studiumsabschnitt in Ulm absolvierten, wiesen bessere theoretische und praktische Reanimationskenntnisse auf. Sie erbrachten in der Praxis mehr als doppelt so viele Maßnahmen des ALS und arbeiteten dabei schneller. Probanden mit bisheriger praktischer Reanimationserfahrung sowie diejenigen mit kürzerem Abstand zur letzten Reanimationsfortbildung arbeiteten zügiger. Beide Gruppen zeigten mehr ALS-Maßnahmen und gaben diese auch im Theorieteil häufiger korrekt wieder. Rettungsdiensterfahrung half die Reanimationsgrundlagen sowie weiterführende Maßnahmen besser zu benennen. In der Praxis erfüllte fast nur die rettungsdiensterfahrene Gruppe die Leitlinienvorgaben zur Beatmung. Ebenso erfolgten die ALS-Maßnahmen häufiger und schneller als ohne Erfahrung. Im Vergleich mit der aktuellen Literatur lässt sich bestätigen, dass Ärzte die Reanimationsmaßnahmen nur unzureichend beherrschen und unterschiedliche Performance durch verschiedene Fachrichtungen erfolgt. Mehrere Studien kamen zu dem Schluss dass regelmäßiges Training sowie eine strukturierte Ausbildung im Studium wichtig für die Qualität der Reanimation ist. Alle untersuchten Ärzte beherrschen halbwegs die BLS-Anforderungen des ERC (European Resuscitation Council), aber nur teilweise die ALS-Anforderungen. Daher ist regelmäßige, verpflichtende Fortbildung zur Qualitätssicherung innerklinischer Reanimationen dringend notwendig. Grundlage ist aber eine gute Ausbildung bereits im Medizinstudium. Zusätzlich verhilft berufliche Erfahrung durch Tätigkeit im Rettungsdienst oder in der Anästhesie sowie bereits durchgeführte Reanimationen zu besseren Leistungen
Ventrikuloperitoneale Shunts in Kombination mit der perkutanen endoskopischen Gastrostomie: eine Überprüfung des Infektionsrisikos sowie vorhandener Risikofaktoren für das Auftreten von Shuntinfektionen
Im Rahmen einer retrospektiven Betrachtung wurde das Risiko bei Patienten mit Ventrikuloperitonealem-Shunt (VP-Shunt) und Perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG) für das Auftreten von Shuntinfektionen überprüft. Mitbetrachtet wurden dabei verschiedene Risikofaktoren wie zum Beispiel der räumliche Abstand beider Systeme zu einander im intraperitonealen Raum sowie das Patientenalter, Geschlecht, Anlagenreihenfolge und viele mehr. Das Patientenkollektiv umfasste dabei 57 Patienten, sowohl Kinder als auch Erwachsene. Der Betrachtungszeitraum beläuft sich auf 1989 bis 2015. Das ermittelte Infektionsrisiko lag mit 7% nicht über dem bislang beschriebenen Infektionsrisiko bei Patienten, welche ausschließlich einen Shunt besaßen. Als Risikofaktoren konnte der räumliche Abstand sowie die Häufung von invasiven Maßnahmen identifiziert werden. Insgesamt kann die Kombination aus VP-Shunt und PEG als sicher betrachtet werden
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