105 research outputs found

    Dyslexie und ihre neuronale Signatur

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    Dyslexie, als eine der häufigsten umschriebenen Entwicklungsstörungen, ist eine schwerwiegende und persistierende Problematik schriftsprachlicher Verarbeitungsprozesse. Ursächlich für Dyslexie werden phonologische, auditive oder visuelle Defizite, Schwierigkeiten beim schnellen Benennen sowie Automatisierungsdefizite diskutiert. Aufgrund der familiären Häufung der Dyslexie gilt eine genetische Grundlage für diese Störung als gesichert. Post-mortem Untersuchungen fanden bei Dyslektikern Ektopien und Dysplasien im sprachassoziierten perisylvischen Cortex. Ob die Plana temporalia bei Dyslektikern im Vergleich zu Nicht-Dyslektikern symmetrisch sind, wird noch kontroversiell diskutiert. Neben neuroanatomischen Auffälligkeiten wurden mittels funktioneller bildgebender Verfahren auch neurofunktionelle Abweichungen bei Dyslektikern nachgewiesen: Teile der parieto-temporalen und okzipito-temporalen Strukturen der linken Hemisphäre sind bei spezifischen Aufgaben vermindert aktiviert, während linker und rechter Gyrus frontalis inferior und rechtshemisphärische okzipito-temporale Strukturen eine vermehrte Aktivierung aufweisen. Eye-Tracking Studien zeigten bei Dyslektikern häufig längere Fixationen, kleinere Sakkaden und mehr Regressionen als bei normal entwickelten Lesern. Noch immer sind neurofunktionelle und -strukturelle Ergebnisse inkonsistent, was unter anderem mit unterschiedlichen Messverfahren, Altersunterschieden der Probanden, geringer Sample-Größe, uneinheitlicher Definition der Dyslexie und der Heterogenität der Störung selbst zusammenhängt.Dyslexia is one of the most common specific developmental disorders. Dyslexics exhibit a profound and persistent reading disorder, frequently accompanied by spelling difficulties. Current theories assume dyslexia to be caused by phonological, auditory or visual deficits, or by deficits in rapid naming and automatisation. Due to the familial risk of this developmental disorder, a genetic origin is being discussed as well. Post-mortem studies revealed ectopias and dysplasias in the language-associated perisylvian cortex of dyslexics. Whether the plana temporalia are symmetrically distributed or asymmetric as in non-dyslexics is still the subject of controversial discussion. In neurofunctional studies dyslexics showed underactivated left-hemispheric parieto-temporal and occipito-temporal structures. However, there was an overactivation of the left and right inferior frontal gyri and of the right-hemispheric occipito-temporal structures. Various eye-tracking studies revealed longer fixations, shorter saccades and more frequent regressions in dyslexics than in normal readers. Neuroanatomic and neurophysiological results are still inconsistent, which is certainly due to the diversity of methodological approaches, to age differences between the participants, small sample sizes, heterogeneous definitions of dyslexia, and to the phenotypic heterogeneity of the disorder itself

    Predictors of developmental dyslexia in European orthographies with varying complexity

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    Background: The relationship between phoneme awareness, rapid automatized naming (RAN), verbal short-term/working memory (ST/WM) and diagnostic category is investigated in control and dyslexic children, and the extent to which this depends on orthographic complexity. Methods: General cognitive, phonological and literacy skills were tested in 1138 control and 1114 dyslexic children speaking 6 different languages spanning a large range of orthographic complexity (Finnish, Hungarian, German, Dutch, French, English). Results: Phoneme deletion and RAN were strong concurrent predictors of developmental dyslexia, while verbal ST/WM and general verbal abilities played a comparatively minor role. In logistic regression models, more participants were classified correctly when orthography was more complex. The impact of phoneme deletion and RAN-digits was stronger in complex than in less complex orthographies. Conclusions: Findings are largely consistent with the literature on predictors of dyslexia and literacy skills, while uniquely demonstrating how orthographic complexity exacerbates some symptoms of dyslexia

    PSYNDEX Tests Review für SLRT-II - Lese- und Rechtschreibtest SLRT-II

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    This is a PSYNDEX Tests Review of SLRT-II - Lese- und Rechtschreibtest SLRT-II. PSYNDEX Tests Reviews are written in German and describe and evaluate psychological and educational tests used in the German-speaking countries. PSYNDEX Tests is offered by the Leibniz Institute for Psychology as open access documentation.Das ist ein PSYNDEX Tests Review zu SLRT-II - Lese- und Rechtschreibtest SLRT-II. PSYNDEX Tests Reviews beschreiben und bewerten zentrale psychologische und pädagogische Testverfahren, die in den deutschsprachigen Ländern eingesetzt werden, nach einem standardisierten Raster. PSYNDEX Tests wird durch das Leibniz-Institut für Psychologie als Open Access Dokumentation angeboten.Diagnostische Zielsetzung: Mit dem SLRT-II sollen Schwächen des Lesens und Rechtschreibens bei Grundschulkindern diagnostiziert werden. Der Test kann im Rahmen der Diagnostik von Lese-Rechtschreibstörungen, zur Förderdiagnostik und zu Forschungszwecken herangezogen werden. Der Lesetest eignet sich auch zur Erfassung der Lesefähigkeit im Erwachsenenalter. Aufbau: Der SLRT-II setzt sich aus dem "Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstest" sowie dem "Rechtschreibtest" zusammen. Im "Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstest" sind binnen einer Minute jeweils möglichst viele Wörter (Teil 1) bzw. Pseudowörter (Teil 2) laut von einer Vorlage abzulesen; bewertet wird die Anzahl richtig vorgelesener Items. Bei dem "Rechtschreibtest" handelt es sich um ein Lückendiktat, in dem - je nach Klassenstufe - 24 bzw. 48 Sätze, die auf dem Protokollbogen abgedruckt sind, durch diktierte Wörter vervollständigt werden müssen. Neben der Anzahl falsch geschriebener Wörter wird die Anzahl bestimmter Fehlertypen als Leistungsmaß verwendet (orthographische Fehler, nicht lauttreue Fehler, Groß- und Kleinschreibungsfehler). Grundlagen und Konstruktion: Der SLRT-II stellt eine Revision des SLRT (Landerl, Wimmer & Moser, 2006) dar; seine Konstruktion erfolgte nach Prinzipien der Klassischen Testtheorie. Er stützt sich auf empirische Befunde aus der kognitions- und neuropsychologischen Leseerwerbsforschung, wonach Rechtschreib- und Lesestörungen oftmals unabhängig voneinander auftreten und daher nicht grundsätzlich auf eine gemeinsame Ätiologie, nämlich Defizite im Bereich der phonologischen Bewusstheit, zurückgeführt werden können, sondern spezifische Ursachen besitzen. Der Lesetest erfasst als wesentliche Teilkomponenten des Wortlesens die automatische, direkte Worterkennung und das synthetische, lautierende Lesen. Der Rechtschreibtest erlaubt ebenfalls die getrennte Beurteilung von zwei Teilkomponenten, der lauttreuen Schreibung und der orthografisch korrekten Schreibung. Um Störungen in diesen Komponenten zu differenzieren, wird zwischen verschiedenen Fehlertypen (nicht-lauttreue vs. orthografische Fehler) unterschieden; separatwerden Fehler in der Groß- und Kleinschreibung erfasst. Die Items des Lesetests wurden so ausgewählt, dass im Testverlauf die Vorkommenshäufigkeit der Wörter in der deutschen Sprache abnimmt, ihre Länge und ihre Komplexität (definiert Schwierigkeit von Konsonant-Vokal-Abfolgen) hingegen zunimmt. Auch die Pseudowörter wurden nach ansteigender Schwierigkeit (definiert über die Länge und Komplexität der Silbenstruktur sowie der Vokal-Konsonant-Abfolgen) konstruiert und angeordnet. Im Rechtschreibtest wurden die Wörter so ausgewählt, dass eine lautorientierte Schreibstrategie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu lauttreuen orthografischen Fehlern führt, wenn ein Kind noch nicht über einen Gedächtniseintrag für das Schriftwort verfügt. Die Testwörter entstammen fünf Problembereichen, in denen typischerweise solche Fehler auftreten. Empirische Prüfung und Gütekriterien: Reliabilität: Die Paralleltestreliabilität für die Anzahl korrekt gelesener Wörter bzw. Pseudowörter des Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstests beträgt zwischen .90 und .98. Die Paralleltestreliabilität für den Rechtschreibtest wird mit .71 und .86, die Retestreliabilität mit .80 bis .97 angegeben. Validität: Die Korrelationen des Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstests mit anderen Lesetests (SLRT, SLS) betragen zwischen .69 und .92. Der SLRT-II differenziert zudem signifikant zwischen Kindern, die laut Lehrerurteil eine Lese- bzw. Rechtschreibschwäche aufweisen, und solchen, die in dieser Hinsicht als unauffällig eingestuft wurden. Normen: Es liegen Prozentrangwerte bzw. Prozentrangbänder vor (erhoben von 2006-2008). Die Normstichprobe des Ein-Minuten-Leseflüssigkeitstests umfasst insgesamt N = 1 988, unterteilt nach Klassenstufe in neun Gruppen (vom Ende der 1. Schulstufe bis zum jungen Erwachsenenalter; 79 < = n < = 227). Die Normen des Rechtschreibtests wurden an N = 3 346 Schülerinnen und Schülern der 2. bis 4. Klassenstufe ermittelt (vier Gruppen, 88 < = n < = 589).publishedVersio

    Supplementary materials [Review] to: Language effects in early development of number writing and reading

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    Supplementary materials [Review] to: Steiner, A. F., Finke, S., Clayton, F. J., Banfi, C., Kemény, F., Göbel, S. M., & Landerl, K. (2021). Language effects in early development of number writing and reading. Journal of Numerical Cognition, 7(3), 368-387. https://doi.org/10.5964/jnc.692

    Cracking the code: Towards understanding, diagnosing and remediating dyslexia in Standard Indonesian

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    Dyslexia is the most common learning disability and occurs in all languages. The specific orthography to be acquired, however, has been identified as having a great impact on the reading acquisition process and dyslexia. Early identification of children who are at risk of developing serious reading deficits and the provision of effective support are of great importance to break the vicious cycle of negative learning experiences and minimize the sequelae of developing or ongoing reading disabilities. The past decades have seen great advances in our understanding of typical reading development and the causes of deficits in the acquisition process. Yet, very little research has been conducted into reading and spelling development in the languages of Southeast Asia, among which is the highly transparent Standard Indonesian language (SI; spoken by over 160 million people). To the best of our knowledge, prior to the PhD research, neither a standardized assessment battery had been developed to identify students with or at risk of developing dyslexia, nor a standardized intervention scheme to support struggling readers in SI. Conducted in collaboration with the University of North Sumatra (Indonesia) and the University of Jyväskylä (Finland), the general aims of this research were: 1) to gain more insight into orthographic differences between alphabetic languages and their impact on reading and dyslexia, 2) to compose a test battery to facilitate the assessment of reading difficulties in young readers of SI, and 3) to develop an SI version of GraphoGame, a computer-based reading intervention, and test its effectiveness in first grade students

    Phonological and morphological consistency in the acquisition of vowel duration spelling in Dutch and German

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    In Dutch, vowel duration spelling is phonologically consistent but morphologically inconsistent (e.g., paar-paren). In German, it is phonologically inconsistent but morphologically consistent (e.g., Paar-Paare). Contrasting the two orthographies allowed us to examine the role of phonological and morphological consistency in the acquisition of the same orthographic feature. Dutch and German children in Grades 2 to 4 spelled singular and plural word forms and in a second task identified the correct spelling of singular and plural forms of the same nonword. Dutch children were better in word spelling, but German children outperformed the Dutch children in nonword selection. Also, whereas German children performed on a similar level for singular and plural items, Dutch children showed a large discrepancy. The results indicate that children use phonological and morphological rules from an early age but that the developmental balance between the two sources of information is constrained by the specific orthography. © 2005 Elsevier Inc. All rights reserved
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