1,720,978 research outputs found
Digital Literacy im Englischunterricht
Der Artikel berichtet erste Ergebnisse aus dem Projekt "Digital Literacy in the Upper-Secondary EFL-Classroom - Teachers' and Students' Perspectives". Gegenstand der Studie war die Untersuchung der Beliefs von Englischlehrpersonen und deren Schülern bzw. Schülerinnen zur Bedeutung und zu Praktiken von Digital Literacy Education im Englischunterricht. Die Studie nutzte einen Mixed-Methodsansatz, indem Daten aus Interviews mit der Lesson-Study-Methode (Feedbacks von Lernenden), sowie Beobachtungsprotokollen verknüpft wurden.
Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Belief-Systeme zu Digital Literacy hochkomplex sind, sie zwischen Lehrpersonen und Lernenden stark divergieren und, dass ein gemeinsames Verständnis von den mit Digital Literacy in Verbindung gebrachten Lern- und Lehrziele von grundlegender Bedeutung ist, um Unterrichtssettings an den Bedürfnissen der Lernenden orientieren zu können. Die analysierten Unterrichtspraktiken zeigen auf, dass das Verhältnis zwischen Beliefs zu Digital LIteracy und der Handlungsperformanz im Unterricht durch starke Spannungsfelder seitens Lehrpersonen geprägt ist
Emotionen und Schulentwicklung – Zur Bedeutung bedürfnisorientierter Governancepraxis und dem emotionalen Erleben von Change agents (invited talk)
Mit dem Satz „Schulentwicklung ist immer persönlich.“ verweisen Buhren und Rolff (2012, S. 281) darauf, dass der Innovationserfolg insbesondere davon abhängt, wie dessen inhaltliche Gestaltung und Steuerung von den betroffenen Individuen interpretiert und motivational mitgetragen wird.
Der Beitrag untersucht dieses Phänomen im Spiegel der Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Ryan und Deci (2017) sowie einem appraisaltheoretischen Ansatz der Emotionsentstehung (z.B. Lazarus & Smith, 1988). Ausgehend von der Annahme, dass die Erfüllung der psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit während des Schulreformprozesses positive Motivationsqualitäten herbeiführt, fokussiert die Studie auf den Zusammenhang zwischen bedürfnisorientierter Governancepraxis, dem emotionalen Erleben der Akteurinnen und Akteure sowie deren Bereitschaft, das Schulentwicklungsanliegen mitzutragen. Im Rahmen der Brown Bag Lunch Lecture werden relevante Theorien unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive der schulischen Governanceforschung skizziert sowie ausgewählte empirische Befunde berichtet und diskutiert
Stark durch Kooperation - Gemeinsam Forschen(d) lernen als Weg zur evidenzinformierten Lehrpraxis - Tagungsheft: Beiträge der Tagung Hochschuldidaktik 2024
Kooperation stellt einen wichtigen Erfolgsfaktor für gute Hochschullehre dar. Forschendes Lehren und Lernen ebenfalls.
Unter dem Titel „Stark durch Kooperation: Gemeinsam Forschen(d) lernen als Weg zur evidenzinformierten Lehrpraxis“ tauschten sich Lehrende und Forschende verschiedener schweizerischer Hochschulen zu Theorie und Praxis zum Thema aus.
Das Tagungsheft fasst die Beiträge zusammen, die im Rahmen der Hochschuldidaktik-Tagung am 17. Juni 2024 an der PHBern entstanden sind
Steuerung von Schulentwicklung, Emotionen von Schulleitenden und deren Veränderungsbereitschaft. Die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Bern
In Bezug auf erfolgreiche Schulentwicklung weist die Forschung darauf hin, dass es nicht nur auf die Innovation selbst ankommt, sondern insbesondere auf die Gestaltung der Veränderungsprozesse innerhalb und ausserhalb der Einzelschule (Schumacher, 2008). Schulentwicklung ist ein fester Bestandteil des Schulalltags und eine zentrale Aufgabe der Schulleitung. Obwohl weithin Konsens darüber besteht, dass die Schulleitung eine Schlüsselrolle für die erfolgreiche Implementierung von Schulinnovationen inne hat (Altrichter & Wiesinger, 2005; Bonsen, 2010; Krainz-Dürr, 2004) und Emotionen in Schulen als lernende Organisationen eine wichtige Rolle spielen (Hascher & Krapp, 2014; Linnenbrink-Garcia & Pekrun, 2014; Zerbe, 2010), liegen nur wenige empirisch fundierte Kenntnisse darüber vor, welche Faktoren das Schulleitungshandeln im Kontext schulischer Reformprozesse bestimmen und welche Rolle insbesondere Emotionen als mediierende Variable dabei spielen (Berkovich & Eyal, 2015).
Wie Schulleitungen Schulentwicklungsprozesse erleben und gestalten, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Basierend auf der organisationspychologischen Konzeption der Veränderungsbereitschaft (Rafferty, Jimmieson, & Armenakis, 2013) wird angenommen, dass der Zusammenhang zwischen den innovationsrelevanten personalen und organisationalen Prädiktorvariablen und der Kriteriumsvariable Veränderungsbereitschaft durch Emotionen vermittelt wird. Die vorliegende Studie untersucht im Kontext der Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Bern den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung von Gestaltungsmöglichkeiten, den schulentwicklungsbezogenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, innovationsbezogenen Emotionen sowie der Veränderungsbereitschaft der Schulleitenden. Ausgehend von der Selbstbestimmungstheorie nehmen wir an, dass die Wahrnehmung autonomiegewährender Steuerungsmomente bei der Lehrplaneinführung das Erleben positiver Emotionen fördert und die Veränderungsbereitschaft der Schulleitenden erhöht. Unser Beitrag stellt insofern eine Ergänzung zum vorhandenen Forschungsstand dar, als die Bedeutsamkeit der Emotionen von Schulleitenden sowohl in Hinblick auf individuelle, als auch in Bezug auf organisationale Einflussfaktoren, insbesondere das Steuerungserleben, beleuchtet wird.
Die Datengrundlage bildet eine schriftliche Befragung der Schulleitenden der Volksschulen im Kanton Bern (n = 300) im Jahr 2016. Der Fragebogen wurde basierend auf einer qualitativen Vorstudie entwickelt. Die Daten werden mithilfe von SPSS, bzw. MPlus regressionsanalytisch ausgewertet. Zur Diskussion der Ergebnisse werden die Diskurslinien schulischer Governanceforschung mit dem Ansatz der organisationsbezogenen Emotionsforschung zusammengeführt. Daraus lassen sich Implikationen für die Schulentwicklungspraxis ableiten.
Altrichter, H., & Wiesinger, S. (2005). Implementation von Schulinnovationen – aktuelle Hoffnungen und Forschungswissen. Journal für Schulentwicklung, 9(4), 28–36.
Berkovich, I., & Eyal, O. (2015). Educational Leaders and Emotions An International Review of Empirical Evidence 1992–2012. Review of Educational Research, 85(1), 129–167.
Bonsen, M. (2010). Schulleitungshandeln. In Handbuch Neue Steuerung im Schulsystem (S. 277–294). Wiesbaden: Springer.
Hascher, T., & Krapp, A. (2014). Forschung zu Lehreremotionen. In E. Terhart (Hrsg.), Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf (S. 635–647). München: Waxmann.
Krainz-Dürr, M. (2004). Die Rolle der Schulleitung für die Steuerung von Entwicklungsprozessen. In J. Wegge & K.-H. Schmidth (Hrsg.), Förderung von Arbeitsmotivation und Gesundheit in Organisationen (S. 65–100). Göttingen: Hogrefe.
Linnenbrink-Garcia, L., & Pekrun, R. (2014). International handbook of emotions in education. London: Routledge.
Rafferty, A. E., Jimmieson, N. L., & Armenakis, A. A. (2013). Change Readiness: A Multilevel Review. Journal of Management, 39(1), 110–135.
Schumacher, L. (2008). Entwicklung der Qualität von Schule - Einflussfaktoren, Hindernisse und Erfolgsbedingungen: Einführung. In E.-M. Lankes (Hrsg.), Pädagogische Professionalität als Gegenstand empirischer Forschung (S. 261–266). Münster: Waxmann.
Zerbe, W. J. (2010). Emotions and organizational dynamism. Bingley : Emerald
„Die Lehrplaneinführung ist gut organisiert.“ – Der Zusammenhang zwischen bedürfnisgerechter Innovationsgovernance, den Emotionen von Schulleistungspersonen und deren Schulentwicklungsbereischaft
Kontext und theoretischer Hintergrund
Die erfolgreiche Implementierung von Innovationen hängt von der Motivation der Betroffenen, ihre Arbeitspraxis zu verändern, ab (Holt & Vardaman, 2013). Diese wird von den Voraussetzungen der Personen selbst, ihrer Bewertung der Innovation und den organisationalen Rahmenbedingungen der Einzelschule sowie des Implementierungsprozesses (Innovationsgovernance) beeinflusst (Hall & Hord, 2015). Schulleitungspersonen sind wichtige Change Facilitators (ebd.). Sie befinden sich als Intermediäre zwischen Bildungsbehörden und den Mitgliedern der eigenen Schule in einem „Spannungsfeld institutionaler, organisationaler und individueller Kräfte“ (Warwas, 2012, S. 13). Das heißt, wenn Schulleitungspersonen Innovationen, wie etwa einen neuen Lehrplan, implementieren, können vielfältige Emotionen bei den auf unterschiedlichen Ebenen des Schulsystems agierenden Personen auftreten, denn Emotionen sind im Schulalltag omnipräsent (Linnenbrink-Garcia & Pekrun, 2014) und daher auch für Schulleitungspersonen im Schulentwicklungskontext bedeutsam.
Obwohl Schulleitungspersonen aus der Perspektive der Educational Governance zentral für erfolgreiche Schulentwicklung sind (Altrichter & Wiesinger, 2005; Wissinger, 2014), liegen relativ wenige empirisch fundierte Kenntnisse darüber vor, welche Faktoren die Emotionen von Schulleitungspersonen im Reformkontext determinieren und welche Rolle sie insbesondere für die Schulentwicklungsbereitschaft dieser Akteursgruppe spielen (Berkovich & Eyal, 2015). Hier setzt die vorliegende Studie an.
Wie Schulleitungspersonen schulische Innovationen erleben und wie ihre Emotionen mit deren Schulentwicklungshandeln zusammenhängen, wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Gemäß dem appraisaltheoretischen Ansatz zur Emotionsentstehung (Lazarus, 1991) treten in Abhängigkeit davon, wie die verschiedenen Komponenten des Schulentwicklungsprozesses wahrgenommen werden, verschiedene Emotionen auf. Ausgehend von einer organisationspsychologischen Konzeption der Veränderungsbereitschaft (Rafferty, Jimmieson, & Armenakis, 2013) als Kernkonzept der Schulentwicklungsbereitschaft, denken wir, dass Emotionen den Zusammenhang zwischen den innovationsrelevanten personalen und organisationalen Prädiktorvariablen und der Veränderungsbereitschaft bezüglich der Lehrplaneinführung als Zielvariable vermitteln.
Fragestellung
Die vorliegende Studie untersucht im Kontext der Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Bern den Zusammenhang zwischen der Bewertung des neuen Lehrplans als Schul- und Unterrichtsentwicklungsinstrument, der Wahrnehmung von Gestaltungsmöglichkeiten bei der Lehrplaneinführung, den berufsbezogenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, den innovationsbezogenen Emotionen sowie der Schulentwicklungsbereitschaft der Schulleitenden. Ausgehend von der Selbstbestimmungstheorie nehmen wir an, dass die Wahrnehmung autonomiegewährender Steuerungsmomente bei der Lehrplaneinführung das Erleben positiver Emotionen fördert und die Veränderungsbereitschaft der Schulleitenden erhöht. Folgende Fragen stehen im Zentrum unseres Beitrags:
a.) Welche Emotionen erleben Schulleitungspersonen im Kontext der Lehrplaneinführung?
b.) Wie hängen individuelle und organisationalen Faktoren mit innovationsbezogenen Emotionen zusammen?
c.) Wie hängen die erlebten Emotionen der Schulleitungspersonen mit deren Veränderungsbereitschaft bezüglich der Lehrplaneinführung zusammen?
Methode
Die Datengrundlage bildet eine schriftliche Befragung der Schulleitungen der Primar- und Sekundarschulen im Kanton Bern (n = 300) im Jahr 2016. Der Fragebogen wurde basierend auf einer qualitativen Vorstudie entwickelt und mit Unterstützung der kantonalen Schulaufsicht eingesetzt. Als individueller Faktor wurden die berufsbezogenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen der Schulleitungen mit einer ins Deutsche übersetzten und um die Subdimension „Schulentwicklung“ erweiterten Version der Norwegian Principal Self-Efficacy Scale (NPSES) nach Federici und Skaalvik (2011)) gemessen. Die Wahrnehmung der Innovationsgovernance bei der Lehrplaneinführung wurde mittels einer adaptierten Skala zur Messung von Ressourcen aus der Unternehmungskultur in Veränderungen gemessen (Sonntag & Spellenberg, 2005). Die emotionale Gestimmtheit im Zusammenhang mit der Lehrplaneinführung wurde mit einer deutschen Version der PANAS Scale (Janke & Glöckner-Rist, 2012) , die Emotionen Freude, Ärger und Angst mit dem AEQ-Teachers nach Frenzel, Pekrun und Goetz (2010) erfasst. Die Messung der Schulentwicklungsbereitschaft erfolgte mit Items aus Skalen zum Engagement für Schulentwicklung (Kunz Heim, Sandmeier, & Krause, 2014) sowie zur Einstellung gegenüber Veränderungsprozessen in der Schule (Schumacher, 2015).
Ergebnisse
Die Auswertung der Daten erfolgt durch die Analyse von Valenz, Häufigkeit und Intensität der Emotionen. Die Ergebnisse zeigen die Relevanz von Emotionen im Schulentwicklungsprozess und verweisen auf die wichtige Bedeutung organisationaler Rahmenbedingungen von Veränderungsprozessen. Zur Diskussion der Ergebnisse werden die Diskurslinien schulischer Governanceforschung mit dem Ansatz der organisationsbezogenen Emotionsforschung zusammengeführt. Daraus lassen sich Implikationen für die Schulentwicklungspraxis ableiten
Lernfreude
Die Förderung der schulischen Lernfreude stellt sowohl ein eigenständiges Bildungsziel dar, als ihr auch eine zentrale Funktion für den Kompetenzerwerb zukommt. Positive Emotionen beim Lernen wurden schon früh in unserer Kulturgeschichte als relevant erachtet; eine besondere Betonung erfuhren sie im Zuge der Reformpädagogik. Verschiedene theoretische Strömungen greifen das Konzept der Lernfreude auf, wie z. B. die Kontroll-Wert-Theorie, die Positive Psychologie und ihre Subtheorien. Ein kritischer Diskurs findet sich im Zusammenhang mit dem Stichwort therapeutic education
Schulentwicklung - ein berufsethischer Imperativ? Prädiktoren der Innovationsbereitschaft im Kollegium aus der Sicht von Berner Schulleitungspersonen
- …
