588 research outputs found

    Brief an Anna Seghers

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    „Du hast sehr schöne Dinge über die Sprache gesagt, Anna, die Muttersprache, die uns eingeht »wie die Milch dem Säugling«. Das Bedürfnis nach der Muttersprache, das Dich dazu brachte, nach dem Krieg nicht Deinen Kindern nach Frankreich zu folgen, die Sehnsucht nach einem Deutsch, das nicht »knarrte und knirschte (…) wie die Sprache, die aus den Kehlen der Nazis kam, in mörderischen Befehlen«, sondern das aus den Worten einer verlorenen Mutter bestand, erinnerte mich an meine eigene Mutter, ihre Lieder und ihre Ermahnungen.“ Offene Briefe: Amanda Michalopoulou an Anna Seghers Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Αμάντα Μιχαλοπούλου προς Άννα Ζέγκερς") Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand

    Das Tuch der Penelope

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    Pavlos wollte nichts mit dem Beruf seines Vaters zu tun haben und wurde Architekt und Zeichner. Doch der Polizeikommissar hat ihm einen Koffer mit ungelösten Mordfällen hinterlassen, und Pavlos kann sich dem Erbe nicht ganz entziehen. Der Zufall will es, dass ein Mord im Geflüchtetenmilieu in Athen ihn anspornt, das Geflecht eines Mordes im Münchner Gastarbeitermilieu der 1960er Jahre – ausgerechnet an dem Tag, als der populäre Sänger und Idol der Gastarbeiter Stelios Kazantzidis am Bahnhof ankam – zu durchleuchten. Dieser Mord hatte wiederum wohl auch mit offenen Rechnungen mit Kollaborateuren und Altlasten aus dem Bürgerkrieg der 1940er Jahre zu tun: einer der Fälle des Vaters. Die Investigation beschert Pavlos reizvolle Bekanntschaften, Erkenntnisse über seinen Vater und nicht zuletzt die Kulinarik der nordgriechischen Bergregion um Naoussa. Marlena Politopoulou: Das Tuch der Penelope Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Konstantinos Gerakis.Originaltitel: Η Πηνελόπη των τρένων (2015

    Lass es dir gut gehen

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    Das Überleben der Familien hängt an den Frauen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verlassen Alexo und ihre jüngste Schwester Sofja mit sieben weiteren Frauen ihr griechisches Dorf an der albanischen Grenze, um Essbares zu beschaffen. Doch die Jüngste schafft den Rückweg nicht mehr und muss bei Verwandten in einem Nachbardorf überwintern. Wenig später wird die Grenze zwischen Griechenland und Albanien geschlossen. Sofja muss den Rest ihres Lebens ganz in der Nähe ihrer Familie, aber durch den Eisernen Vorhang getrennt in einer der strengsten und absurdesten Diktaturen Europas verbringen. Fast vierzig Jahre später kann ihr Enkel in einer Gruppe von Hunderten Flüchtlingen Albanien verlassen und illegal nach Griechenland fliehen: Nach langen Fußmärschen im Schnee sehen sie sich alarmierten Grenzsoldaten und aufgebrachten Bauern gegenüber, sie werden interniert, ihr Leben hängt von Behörden und zwischenstaatlichen Abkommen ab. Der einzige Ausweg ist eine erneute Flucht nach Athen, wo finanzielle Ausbeutung und soziale Ausgrenzung sie erwarten. Einziger Hoffnungsschimmer ist ein junger Mann, der den Erzähler freundlich anspricht und ihm Bustickets in die Hand drückt... Der viel gelobte Roman von Sotiris Dimitriou aus dem Jahr 1993 erzählt Geschichten und schafft Bilder, die das aktuelle Flüchtlingsdrama ebenso vergegenwärtigen wie das Leben dreier Generationen in zwei verschiedenen Welten. Sotiris Dimitriou: Lass es dir gut gehen Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Vorwort von Maria Margaronis und einem Nachwort der ÜbersetzerinOriginaltitel: Ν’ ακούω καλά τ’ όνομά σου (1993

    Contre-Temps

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    Kyveli, eine musikalische und intelligente junge Frau, lebt während der schlimmsten Jahre in Athen, als die deutsche Besatzung und der Bürgerkrieg Hungersnot und Tod mit sich brachten. Eigentlich. Denn diese Realität existiert in ihrer Geschichte nicht; Kyveli bleibt in ihrer Welt stets eine Fremde, schon seit sie als kleines Kind ihre Mutter verlor. Wie in Distanz zu sich selbst und immer contre-temps, in einem widrigen Umstand, verliebt sie sich als junge Musikstudentin in Spiros, mit dessen verletzlicher Intelligenz und Fürsorge sie zu dieser Zeit nichts anfangen kann. Nach dem Krieg geht sie nach Paris und heiratet ihre erste Liebe Aris, einen virilen Draufgänger. Doch die Umstände sind wieder nicht günstig, denn nun, im Paris der Nachkriegszeit, fehlt ihr die Sensibilität von Spiros. Wieder geht sie fort und sucht anderswo nach Glück und Freiheit. Der Roman, 1946 in Paris geschrieben, erschien nur wenige Jahre nach Sartres Ekel und Camus Der Fremde; Mimika Cranaki, später Professorin für deutsche Philosophie in Paris, lässt ihre Heldin in diesem Zusammenhang handeln: In der Einsamkeit und der Entfremdung von sich selbst findet sie ihre existenzielle Freiheit, die jedoch für ihr soziales Leben nutzlos bleibt. Mimika Cranaki: Contre-Temps Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Olga BezantakouOriginaltitel: Contre-Temps (1947

    Geschichte eines Kriegsgefangenen

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    »Während des Untergangs von Smyrna war ich mit meinen Eltern am Hafen, in Punda. Sie holten mich aus ihren Armen. Und ich blieb als Kriegsgefangener in der Türkei. Man hatte mich mittags mit anderen gefangen genommen. Es wurde dunkel, und die Streifenwagen brachten immer noch Männer in die Kasernen. Als wir gegen Mitternacht dicht gedrängt dastanden, kam die Wache, und sie prügelten blindlings mit Stöcken auf uns ein, und die, die Knie an Knie unten saßen, traten sie mit Füßen. Schließlich wählten sie bestimmte Leute aus, nahmen sie mit und gingen laut fluchend hinaus.« […] Die Geschichte eines Kriegsgefangenen wurde 1929 zum ersten Mal veröffentlicht. Der karge und knappe Erzählstil und seine ursprüngliche Sprache machten den Autor innerhalb kürzester Zeit berühmt. Doch nicht nur die spezielle Diktion, sondern auch das Zeugnis des Protagonisten Nikolaos Kosakoglou, der die grausame Vernichtung der griechischstämmigen Christen Kleinasiens durch türkische Soldaten und Marodeure am Ende des Krieges von 1919-1922 überlebte, sein Lebenswille, seine Anpassungsfähigkeit und der Ton der Versöhnung, all dies brachte dem Text seinen Platz im Kanon der neugriechischen Literatur ein. Stratis Doukas: Geschichte eines Kriegsgefangenen Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Vassilis Vassiliadis.Originaltitel: Η ιστορία ενός αιχμαλώτου (1929

    Schiffbrüchige und andere Erzählungen

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    Nachdem der Schrottkahn, der sie über die Ägäis schmuggelt, untergegangen ist, retten sich Asmat und ihre kleine Nichte mit einer schwimmenden Tür auf eine Insel. Asmats Geschichte in der neuen Heimat und ihre Beziehung zu einem jungen Mann werden von einem Autor aufgeschrieben, dem all das von einem Blinden erzählt wurde, der es miterlebt haben will; »… erzählt Postonlen«, heißt es immer wieder, und dieses Mantra, in die Literaturgeschichte durch Tabucchis Pereira eingeschrieben, macht sichtbar, dass alles, was wir lesen, aus dritter Hand kommt. Ob das Fragmentarische der Novelle von Dimitris Nollas sich auch daraus erklärt, sei dahingestellt. Fest steht jedoch: Die geflüchtete Asmat verändert das Leben der kleinen Inselgesellschaft, und als sie nicht mehr da ist, ist der Verlust größer, als alle ahnen konnten. Schiffbrüchige, 2009 veröffentlicht, nimmt die sogenannte Flüchtlingskrise vorweg: »Asmat war ein Vorbote und hatte vor ihrer Zeit gesprochen, so wie die Dichtung« heißt es gegen Ende der Novelle in einem Kapitel, in dem auch weitere, ausgesprochen düstere Zukunftsvisionen ausgemalt werden. Dimitris Nollas: Schiffbrüchige und andere Erzählungen Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand und Hans Eideneier. Mit einem Nachwort von Elisavet Kotzia.Originaltitel: Ναυαγίων πλάσματα (1990

    Jaguar

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    Athen, 20. Mai 1958. Dimitra holt vom Flughafen ihre Schwägerin Filio ab, die nach zehn Jahren aus den USA wieder nach Griechenland zurückkehrt. Die beiden Frauen kommen in einem alten, fast verfallenen Haus im Stadtteil Kolonos an. Dort setzt ein Vernichtungskrieg ein, der bis zum Morgengrauen andauert: Ein typischer Erbstreit wird zum Auslöser für die Entwirrung eines Knäuels dunkler Ereignisse aus dem Befreiungsjahr 1944: Wer hat zu Beginn des Bürgerkriegs den rechtsradikalen Kollaborateur in ihrer Nachbarschaft getötet? Fanis, Dimitras Bruder und Filios Ehemann, Mitglied der Kommunistischen Partei, oder Filio, die wohl eine besondere Beziehung zu ihm hatte? Die Geschichte in diesem Kammerspiel wird durch Dimitras bruchstückhafte und verstörte Gedanken, durch ihre verwirrte Wahrnehmung erzählt. Ihr offensichtlicher Opportunismus und ihre Aggression, meisterhaft skizziert, stehen in Widerspruch zu ihrer Vergangenheit – die Widerstandskämpferin gegen die Deutschen war von den Rechtsnationalisten verhaftet und gefoltert worden. Kotzias’ Novelle ist die Essenz seiner Auseinandersetzung mit den unlösbaren Fragen um Schuldige und Täter, um Gute und Böse, unter der Last der historischen Tragödie des »Griechischen Dreißigjährigen Kriegs«. Alexandros Kotzias: Jaguar Aus dem Griechischen übersetzt von Hans Eideneier, überarbeitet von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Vangelis Chatzivassiliou

    Nationalität: Philhellene

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    Eine Schiffsladung junger griechischer Linksintellektueller flüchtet sich 1945, zu Beginn des Bürgerkriegs, auf dem legendär gewordenen Schiff »Mataroa« in die Odyssee eines Stipendiums in Paris. Weder Franzosen, noch Griechen, werden sie dort zu »Philhellenen«: Menschen des anderen Ortes, Griechen, die ein imaginäres Hellas nur noch als Projektion aus der Ferne lieben – und zwar jeder sein eigenes. Im Laufe der Jahre realisieren sie, dass ganz Europa von »Philhellenen« bevölkert ist: von innereuropäischen Flüchtlingen bis zu denen aus Asien und Afrika. Philhellene ist die »Nationalität der vierten Person Plural, eine Mischung aus erster und dritter Person«; sie ist die »Nationalität Migrant«, die zahlreichste der Welt. Der Briefroman Nationalität: Philhellene erzählt die Geschichte eines zeitgenössischen, weiblichen Odysseus, dessen Ithaka aus äußeren oder inneren Ursachen immer unerreichbarer wird. Es geht um das Leben in der Fremde, um Heimatverlust und Sehnsucht nach Heimat – und ist zugleich eine subtil dargestellte Geschichte des modernen Europa; denn die Erfahrung der Fremde steht auch für die Geschichte der Bootsflüchtlinge in unserer bewegten Zeit. Mimika Cranaki: Nationalität: Philhellene. Eine Odyssee in 24 Briefen Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Vorwort von Angela KastrinakiOriginaltitel: Φιλέλληνες. 24 γράμματα μιας οδύσσειας (1992

    Die Verlobte des Achilles

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    Der Roman zeigt die Entwicklung der jungen Daphni, die während der deutschen Besatzung unter dem Decknamen »Eleni« zur kommunistischen Jugendbewegung stößt und sich in ihren Instrukteur »Achilles« verliebt. Er wird zum Widerstandshelden der Partisanen und heiratet sie kurz vor seiner Flucht in die Sowjetunion. Als »Verlobte des Achilles« abgestempelt, muss sie untertauchen, kann trotz Verhaftung das Land verlassen und wartet in Rom fast zwei Jahre auf ein Visum, um Achilles zu folgen. Eine neue Beziehung verändert sie. Als sie Achilles schließlich in Taschkent wiedertrifft, lassen sich weder das idealisierte Bild ihres Mannes noch das der Partei mit der Realität vereinen. Eleni hat einen inneren Prozess durchlaufen, den sie mitteilen will, doch sie scheitert an der Parteidogmatik und den starren Moralbegriffen ihres Mannes. Auch ein Kind kann die schwierige Ehe nicht retten, eine Scheidung ist jedoch weder ethisch noch politisch vertretbar. Die bitteren Flügelkämpfe der Exilgriechen am Ende des Stalinismus verschärfen die Situation in der Fremde zusätzlich. Erzählt wird rückblickend aus der Zeit des zweiten Exils in Paris, wo sich Daphni/Eleni mit ihrer Tochter allein durchschlägt: Kurz nach Elenis Rückkehr nach Griechenland war dort die Militärjunta an die Macht gekommen, Achilles wurde verhaftet. Mit einigen ehemaligen griechischen Parteigenossen und Freunden arbeitet Daphni als Komparsin am Filmset für einen Thriller und versucht in den Drehpausen, mit ihrem früheren Leben und der Entwicklung der kommunistischen Bewegung ins Reine zu kommen. Im Zentrum des Romans stehen nicht die historischen Ereignisse, sondern deren Folgen für das Individuum. In der dichten Verflechtung von politischer und individueller Geschichte sieht D. Tziovas Parallelen zum Werk von Christa Wolf. Zei entwirft die vielschichtige Darstellung einer Generation, die von den geschichtlichen Prozessen zerrieben wurde und keine Gelegenheit hatte, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das Buch markierte nach dem Fall der Diktatur und der Anerkennung der Linken den Beginn eines öffentlichen politischen Diskurses, in dem der kommunistische Heldenkult von innen heraus in Frage gestellt und der orthodoxen Parteimoral ein individuelles Wertebewusstsein und ein subjektives Glücksbedürfnis entgegengestellt wurde; Zei schildert dies erstmals aus weiblicher Sicht. Die retrospektive Selbstanalyse macht den Roman auch für die griechische Frauenliteratur bedeutsam. Alki Zei: Die Verlobte des Achilles Übersetzung aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Mit einem Nachwort von Jannis PapatheodorouOriginaltitel: Η αρραβωνιαστικιά του Αχιλλέα (1987

    Mirror Landing - As Remembered by Birgit Hult

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    Notes - This account, Memories Mirror Landing by Birgit Hult, was compiled by Birgit's daughter, Jean Elvira Male, it documents the Hult family's experiences in Mirror Landing from 1912 - 1916. The Hults, who were originally from Sweden, arrived in Mirror Landing with two young children, a third child was born during their stay in Mirror Landing. Upon arriving in the area, the Hults made friends with the Gauthier family. The wives became good friends and would swap piano lessons for English lessons. Details of the log home where the family lived and the surrounding landscape were recalled. A memory about a large forest fire that occurred near the family home and dances that were attended in the town are discussed. Jean recalls her mother's memories regarding the animosity towards the North West Mounted Police that was felt by the people of Mirror Landing. The Hult family retained a strong connection to the Swedish heritage and practised many Swedish traditions, such as flying the Swedish flag and eating hot cross buns stuffed with Swedish Marzipan soaked in warm milk. Photos and a postcard written in 1915 are included in this article (10 pages
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