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Bericht zum Kongress „Wissensrelationen“ veranstaltet von der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der TU Dortmund, 21.–23. September 2017
Bericht zum Kongress „Wissensrelationen“ veranstaltet von der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der TU Dortmund, 21.–23. September 2017
Soziologische Experimentalität: Wechselwirkungen zwischen Disziplin und Gegenstand
"Soziologische Experimentalität" bezeichnet Merkmale und Möglichkeiten soziologischer Wissenskulturen, die weitreichende Fragen nach dem Verhältnis von Disziplin und Phänomenbezug aufwerfen. Es geht um Momente, Bedingungen und Eigenschaften des Erkennens in der Soziologie, die es ihr erlauben, in Auseinandersetzung mit der Widerspenstigkeit ihrer Gegenstände Neubeschreibungen vorzunehmen und dadurch Verstehen und Erfahrungen zu schaffen - für die Forschenden und für ihr gesellschaftliches Publikum. Der Band versammelt Beiträge, welche die umfassende Idee einer "[Welt-]Gesellschaft im Selbstversuch" (Angelika Poferl) als dreifache Herausforderung diskutieren: im Sinne einer soziologischen Experimentalität, einer Experimentalität der Methoden und einer Experimentalität der Gegenstände
Beratung und die Nomosbildung in Nachtrennungsfamilien
Der Beitrag konzentriert sich auf die Trennungs- und Scheidungsberatung, ein Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe, dem seit der Einführung des gemeinsamen Sorgerechts im Rahmen der Kindschaftsrechtsreform 1998 die vorrangige Zuständigkeit für die Regulierung von Familien nach elterlicher Trennung zukommt. Ausgehend von der These, dass auch Nachtrennungsfamilien Prozesse der Nomosbildung durchlaufen, zeigt der Beitrag, mit welchen Sinn- und Sozialisationsangeboten Eltern in der Trennungs- und Scheidungsberatung adressiert werden, und stellt dabei eine ambivalente Verschränkung von Gleichberechtigung und Geschlechterungleichheit in der beraterischen Auslegung von gemeinsamer Sorge fest
Sensory encounters and mobile technologies : mundane intimacies as a site for knowing
Esther and Patrick were respectively from two parts of the world very different from Sarah’s own place of origin. They had met in England before moving to Australia together in the 1980s. The three of them sat in the dining area in Esther and Patrick’s Australian middle class suburban home, talking about their biographies and experiences of mobile media. A British woman of a different generation who had moved to Melbourne only four years earlier, and who had some knowledge of Esther’s country of origin, Sarah looked around her for material cues, wondering how and where the connections and gaps in their understanding would lie. This encounter was the start of a three-year research project undertaken with colleagues in Melbourne, Tokyo and Beijing – Locating the Mobile – about mobile media use in intergenerational families. Several transnational families participated in the Melbourne-based part our project and it became apparent that for such families, mobile media and apps are integral to how living across generations and countries is navigated. With Esther and Patrick, and two other Melbourne based nuclear families they were related to, we learned how digital and mobile media had grown to be part of the complex sets of everyday mundane social and intimate relationships that held their families together. As the project unfolded, we realised that their and other participants’ uses of mobile media enabled senses of well-being, playfulness (see Pink et al., 2017) or concern as they lived their everyday lives together across the world. These feelings are at the core of the themes that sensory ethnography seeks to follow. Sensory ethnography is not simply a technique for understanding what people do and say, but for seeking to imagine how they may feel. In this chapter we argue for and outline a sensory approach to the encounters that occur in ethnographic research and dissemination. We focus on the mundane as a dynamic site, where things, feelings, and people are entangled in the ongoingness of everyday life, as it forever slips over into a not yet determined future
Soziologische Experimentalität
»Soziologische Experimentalität« bezeichnet Merkmale und Möglichkeiten soziologischer Wissenskulturen, die weitreichende Fragen nach dem Verhältnis von Disziplin und Phänomenbezug aufwerfen. Es geht um Momente, Bedingungen und Eigenschaften des Erkennens in der Soziologie, die es ihr erlauben, in Auseinandersetzung mit der Widerspenstigkeit ihrer Gegenstände Neubeschreibungen vorzunehmen und dadurch Verstehen und Erfahrungen zu schaffen – für die Forschenden und für ihr gesellschaftliches Publikum. Der Band versammelt Beiträge, welche die umfassende Idee einer »[Welt-]Gesellschaft im Selbstversuch« (Angelika Poferl) als dreifache Herausforderung diskutieren: im Sinne einer soziologischen Experimentalität, einer Experimentalität der Methoden und einer Experimentalität der Gegenstände
Rationalität und Relationen. Zum Verhältnis von Weiblichkeit und Mütterlichkeit aus wissenssoziologisch-diskursanalytischer Perspektive
Der Beitrag konzentriert sich auf das Verhältnis von Weiblichkeit und Mütterlichkeit, entworfen im Diskurs der Trennungs- und Scheidungsberatung. Um dieses Verhältnis analytisch zu durchdringen, wird mit zwei empirisch generierten Kategorien gearbeitet, die die Autorin erstens Rationalität und zweitens Relationen genannt hat. Rationalität zeichnet die Konturen einer partnerschaftlichen, reflektierten und rationalisierungsfähigen Mutterfigur, die stets auf die vermeintliche Selbstverständlichkeit weiblicher Sorgekompetenzen bezogen wird. Mit Relationen bezeichnet sie die Beziehungshorizonte, in die die Mutterfigur in ihrer diskursiven Verhandlung gestellt wird, nämlich die (ehemalige) Partnerschaft und die Elternschaft. [...] Der theoretisch-methodologische und methodische Rahmen der Betrachtung wird durch das Theorie- und Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse sowie durch die Grounded Theory Methodologie abgesteckt. (DIPF/Orig.
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