1,720,955 research outputs found
Vergleich verschiedener Kardioplegielösungen hinsichtlich zerebraler Effekte im tierexperimentellen Ischämie-Reperfusions-Modell
Bei herzchirurgischen Operationen mit induzierter Kardioplegie und Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann es zu Veränderungen der Hämodynamik und der Sauerstoffbedingungen sowie zu einer systemischen Inflammationsreaktion kommen. Verschiedene Organe werden davon in unterschiedlichem Ausmaß beeinflusst, wobei das Gehirn besonders empfindlich reagiert. Zu den häufigsten Komplikationen nach herzchirurgischen Operationen zählen postoperative kognitive Dysfunktionen, welche die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen können. Für die Induktion des kardialen Arrests stehen verschiedene kardioplegische Lösungen zur Verfügung.
Die Kardioplegielösungen Histidin-Tryptophan-Ketoglutarat (HTK)-Lösung nach Bretschneider (Custodiol®) und die Del Nido-Kardioplegielösung wurden hinsichtlich inflammatorischer, hypoxischer sowie hämodynamischer Effekte auf das Gehirn verglichen. In einem Ischämie-Reperfusions-Großtiermodell wurden Deutsche Landrasse-Schweine (50 - 60 kg) zu je neun Tieren in die Versuchsgruppen HTK und Del Nido randomisiert. Nach 40-minütiger Äquilibrierungsphase wurde durch Applikation der HTK- oder der Del Nido-Lösung ein 90-minütiger kardialer Arrest unter milder Hypothermie (34 °C) induziert. Im Anschluss durchliefen die Versuchsgruppen eine 120-minütige Reperfusionsphase. Während der Intervention wurden zu definierten Zeitpunkten hämodynamische Parameter dokumentiert und Blutgasanalysen durchgeführt. Nach Abschluss des Versuchs wurde das Gehirn der Tiere entnommen und entsprechend fünf sauerstoffsensibler Hirnregionen präpariert. Das entnommene Hirngewebe wurde immunhistochemisch, molekularbiologisch und proteinbiochemisch bezüglich hypoxischer und inflammatorischer Effekte untersucht.
Hinsichtlich der untersuchten hämodynamischen Parameter waren die HTK- und die Del Nido-Gruppe vergleichbar. In der HTK-Gruppe zeigte sich im Vergleich zur Del Nido-Gruppe in der Ischämiephase eine geringere Hämoglobinkonzentration. Nach Applikation der Kardioplegielösung kam es in der HTK-Gruppe zu einem Abfall der Natrium-, Chlorid- und Calciumkonzentration, wobei die Natrium- und die Chloridkonzentration unterhalb des Normbereichs lagen. Demgegenüber waren die Elektrolytkonzentrationen in der Del Nido-Gruppe konstant im physiologischen Bereich.
Hypoperfusion, Hypoxie und oxidativer Stress können im Rahmen herzchirurgischer Interventionen mit Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine auftreten. Die Expression des Hypoxie-induzierten Faktors 1α, welche bei verminderter Sauerstoffkonzentration erhöht ist, wurde auf messenger ribonucleic acid (mRNA)- und Proteinebene erfasst und war zwischen den Gruppen vergleichbar. Bei der Analyse der mRNA- und Proteinexpression pro- und antiinflammatorischer Zytokine zeigten sich lediglich Unterschiede für Interleukin (IL)-1β. Die HTK-Gruppe präsentierte sich in den Hirnregionen Lobus frontalis und Truncus encephali mit einer signifikant höheren IL-1β-mRNA-Expression. Bezüglich der mRNA-Expression von IL-1β in den Hirnregionen Cerebellum, Diencephalon und Colliculus superior sowie von Tumornekrosefaktor-α, IL-10 und IL-1-Rezeptor-Antagonist in allen untersuchten Hirnregionen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Die Proteinexpression der Zytokine war in allen untersuchten Hirnregionen zwischen den Gruppen vergleichbar.
Anhand der gewonnenen Daten kann beim Einsatz der Del Nido-Lösung im Vergleich zur HTK-Lösung von einer stabileren Hämoglobinkonzentration und Elektrolythomöostase ausgegangen werden. Daraus könnten sich im klinischen Verlauf Vorteile bezüglich des neurologischen Outcomes wie beispielsweise im Auftreten von Krampfanfällen oder postoperativem Delir ergeben. Im durchgeführten Tierversuch konnten in der Kurzzeitbetrachtung keine neurologischen Veränderungen dokumentiert werden. Unterschiede im Hinblick auf zerebrale inflammatorische Prozesse konnten ausschließlich für die IL-1β-mRNA-Expression beobachtet werden, weshalb von einem vergleichbaren Grad der zerebralen Inflammation auszugehen ist. Daher kann geschlussfolgert werden, dass die Del Nido-Kardioplegielösung hinsichtlich der zerebralen Effekte eine geeignete Alternative zur HTK-Kardioplegielösung darstellt.:I Abkürzungsverzeichnis IV
II Abbildungsverzeichnis VII
III Tabellenverzeichnis VIII
1 Einführung 1
1.1 Extrakorporale Zirkulation in der Herzchirurgie 1
1.2 Myokardprotektion 2
1.2.1 Extrakorporale Zirkulation mit Herz-Lungen-Maschine 2
1.2.2 Hypothermie 3
1.2.3 Kardioplegie 3
1.3 Kardioplegische Lösungen 5
1.3.1 Heutiger Einsatz 5
1.3.2 HTK-Lösung nach Bretschneider 6
1.3.3 Del Nido-Kardioplegielösung 7
1.3.4 Vergleich von HTK- und Del Nido-Lösung 8
1.4 Pathophysiologische Veränderungen im Rahmen extrakorporaler Zirkulation 9
1.5 Zerebrale Schäden im Rahmen extrakorporaler Zirkulation 10
1.5.1 Definition und Inzidenz 10
1.5.2 Pathophysiologie zerebraler Schäden 11
2 Aufgabenstellung und Zielsetzung 14
3 Materialien und Methoden 16
3.1 Materialien und Geräte der tierexperimentellen Interventionen 16
3.2 Materialien und Geräte der laborexperimentellen Untersuchungen 19
3.3 Studiendesign 26
3.4 Versuchstiere 27
3.5 Versuchsablauf 28
3.5.1 Abholung der Versuchstiere 29
3.5.2 Anästhesiologische Versorgung 29
3.5.3 Operationsvorbereitung und Äquilibrierungsphase 33
3.5.4 Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine und Kardioplegieeinleitung 34
3.5.5 Ischämiephase 35
3.5.6 Reperfusionsphase 36
3.5.7 Intraoperatives Monitoring 36
3.5.8 Blutspenderschweine 37
3.5.9 Gewebeprobenahme und Konservierung 37
3.6 Immunhistochemie 38
3.6.1 Probenaufbereitung 38
3.6.2 Immunhistochemische Färbungen 39
3.6.3 Anfertigung histologischer Aufnahmen 43
3.6.4 Auswertung der immunhistochemischen Färbungen 44
3.7 Molekularbiologische Methoden 44
3.7.1 RNA-Isolation 45
3.7.2 cDNA-Synthese 45
3.7.3 Primerdesign 47
3.7.4 Primereffizienztestung 47
3.7.5 Real-time quantitative Polymerase-Kettenreaktion 48
3.7.6 Agarose-Gelelektrophorese 49
3.8 Proteinbiochemische Methoden 51
3.8.1 Proteinextraktion mit Relaxing-Lysepuffer 51
3.8.2 Proteinkonzentrationsbestimmung 52
3.8.3 Enzymgekoppelter Immunadsorptionsassay 53
3.9 Statistische Auswertung 58
4 Ergebnisse 59
4.1 Gruppeneigenschaften und hämodynamische Parameter 59
4.2 pH-Wert 60
4.3 Hämoglobin 61
4.4 Laktat 62
4.5 Elektrolyte 63
4.5.1 Natrium 63
4.5.2 Chlorid 64
4.5.3 Kalium 65
4.5.4 Calcium 66
4.6 Analysen der Genexpression 67
4.6.1 Hypoxie-induzierter Faktor 1α 67
4.6.2 Zytokine 68
4.7 Analysen der Proteinexpression 70
4.7.1 Hypoxie-induzierter Faktor 1α 70
4.7.2 Tumornekrosefaktor-α 71
4.7.3 Interleukin-1β 73
4.7.4 Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist 74
4.7.5 Interleukin-10 75
5 Diskussion 77
5.1 Interpretation der Blutgasanalyse 77
5.2 Rückschlüsse zur zerebralen Sauerstoffversorgung 81
5.3 Zerebrale inflammatorische Prozesse 83
5.4 Diskussion der Methodik 87
5.5 Limitationen 88
5.6 Schlussfolgerung und Ausblick 89
6 Zusammenfassung der Arbeit 91
7 Literaturverzeichnis 94
8 Anlagen 109
9 Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit 115
10 Lebenslauf 116
11 Danksagung 11
Vergleich verschiedener Kardioplegielösungen hinsichtlich zerebraler Effekte im tierexperimentellen Ischämie-Reperfusions-Modell
Bei herzchirurgischen Operationen mit induzierter Kardioplegie und Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann es zu Veränderungen der Hämodynamik und der Sauerstoffbedingungen sowie zu einer systemischen Inflammationsreaktion kommen. Verschiedene Organe werden davon in unterschiedlichem Ausmaß beeinflusst, wobei das Gehirn besonders empfindlich reagiert. Zu den häufigsten Komplikationen nach herzchirurgischen Operationen zählen postoperative kognitive Dysfunktionen, welche die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen können. Für die Induktion des kardialen Arrests stehen verschiedene kardioplegische Lösungen zur Verfügung.
Die Kardioplegielösungen Histidin-Tryptophan-Ketoglutarat (HTK)-Lösung nach Bretschneider (Custodiol®) und die Del Nido-Kardioplegielösung wurden hinsichtlich inflammatorischer, hypoxischer sowie hämodynamischer Effekte auf das Gehirn verglichen. In einem Ischämie-Reperfusions-Großtiermodell wurden Deutsche Landrasse-Schweine (50 - 60 kg) zu je neun Tieren in die Versuchsgruppen HTK und Del Nido randomisiert. Nach 40-minütiger Äquilibrierungsphase wurde durch Applikation der HTK- oder der Del Nido-Lösung ein 90-minütiger kardialer Arrest unter milder Hypothermie (34 °C) induziert. Im Anschluss durchliefen die Versuchsgruppen eine 120-minütige Reperfusionsphase. Während der Intervention wurden zu definierten Zeitpunkten hämodynamische Parameter dokumentiert und Blutgasanalysen durchgeführt. Nach Abschluss des Versuchs wurde das Gehirn der Tiere entnommen und entsprechend fünf sauerstoffsensibler Hirnregionen präpariert. Das entnommene Hirngewebe wurde immunhistochemisch, molekularbiologisch und proteinbiochemisch bezüglich hypoxischer und inflammatorischer Effekte untersucht.
Hinsichtlich der untersuchten hämodynamischen Parameter waren die HTK- und die Del Nido-Gruppe vergleichbar. In der HTK-Gruppe zeigte sich im Vergleich zur Del Nido-Gruppe in der Ischämiephase eine geringere Hämoglobinkonzentration. Nach Applikation der Kardioplegielösung kam es in der HTK-Gruppe zu einem Abfall der Natrium-, Chlorid- und Calciumkonzentration, wobei die Natrium- und die Chloridkonzentration unterhalb des Normbereichs lagen. Demgegenüber waren die Elektrolytkonzentrationen in der Del Nido-Gruppe konstant im physiologischen Bereich.
Hypoperfusion, Hypoxie und oxidativer Stress können im Rahmen herzchirurgischer Interventionen mit Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine auftreten. Die Expression des Hypoxie-induzierten Faktors 1α, welche bei verminderter Sauerstoffkonzentration erhöht ist, wurde auf messenger ribonucleic acid (mRNA)- und Proteinebene erfasst und war zwischen den Gruppen vergleichbar. Bei der Analyse der mRNA- und Proteinexpression pro- und antiinflammatorischer Zytokine zeigten sich lediglich Unterschiede für Interleukin (IL)-1β. Die HTK-Gruppe präsentierte sich in den Hirnregionen Lobus frontalis und Truncus encephali mit einer signifikant höheren IL-1β-mRNA-Expression. Bezüglich der mRNA-Expression von IL-1β in den Hirnregionen Cerebellum, Diencephalon und Colliculus superior sowie von Tumornekrosefaktor-α, IL-10 und IL-1-Rezeptor-Antagonist in allen untersuchten Hirnregionen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Die Proteinexpression der Zytokine war in allen untersuchten Hirnregionen zwischen den Gruppen vergleichbar.
Anhand der gewonnenen Daten kann beim Einsatz der Del Nido-Lösung im Vergleich zur HTK-Lösung von einer stabileren Hämoglobinkonzentration und Elektrolythomöostase ausgegangen werden. Daraus könnten sich im klinischen Verlauf Vorteile bezüglich des neurologischen Outcomes wie beispielsweise im Auftreten von Krampfanfällen oder postoperativem Delir ergeben. Im durchgeführten Tierversuch konnten in der Kurzzeitbetrachtung keine neurologischen Veränderungen dokumentiert werden. Unterschiede im Hinblick auf zerebrale inflammatorische Prozesse konnten ausschließlich für die IL-1β-mRNA-Expression beobachtet werden, weshalb von einem vergleichbaren Grad der zerebralen Inflammation auszugehen ist. Daher kann geschlussfolgert werden, dass die Del Nido-Kardioplegielösung hinsichtlich der zerebralen Effekte eine geeignete Alternative zur HTK-Kardioplegielösung darstellt.:I Abkürzungsverzeichnis IV
II Abbildungsverzeichnis VII
III Tabellenverzeichnis VIII
1 Einführung 1
1.1 Extrakorporale Zirkulation in der Herzchirurgie 1
1.2 Myokardprotektion 2
1.2.1 Extrakorporale Zirkulation mit Herz-Lungen-Maschine 2
1.2.2 Hypothermie 3
1.2.3 Kardioplegie 3
1.3 Kardioplegische Lösungen 5
1.3.1 Heutiger Einsatz 5
1.3.2 HTK-Lösung nach Bretschneider 6
1.3.3 Del Nido-Kardioplegielösung 7
1.3.4 Vergleich von HTK- und Del Nido-Lösung 8
1.4 Pathophysiologische Veränderungen im Rahmen extrakorporaler Zirkulation 9
1.5 Zerebrale Schäden im Rahmen extrakorporaler Zirkulation 10
1.5.1 Definition und Inzidenz 10
1.5.2 Pathophysiologie zerebraler Schäden 11
2 Aufgabenstellung und Zielsetzung 14
3 Materialien und Methoden 16
3.1 Materialien und Geräte der tierexperimentellen Interventionen 16
3.2 Materialien und Geräte der laborexperimentellen Untersuchungen 19
3.3 Studiendesign 26
3.4 Versuchstiere 27
3.5 Versuchsablauf 28
3.5.1 Abholung der Versuchstiere 29
3.5.2 Anästhesiologische Versorgung 29
3.5.3 Operationsvorbereitung und Äquilibrierungsphase 33
3.5.4 Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine und Kardioplegieeinleitung 34
3.5.5 Ischämiephase 35
3.5.6 Reperfusionsphase 36
3.5.7 Intraoperatives Monitoring 36
3.5.8 Blutspenderschweine 37
3.5.9 Gewebeprobenahme und Konservierung 37
3.6 Immunhistochemie 38
3.6.1 Probenaufbereitung 38
3.6.2 Immunhistochemische Färbungen 39
3.6.3 Anfertigung histologischer Aufnahmen 43
3.6.4 Auswertung der immunhistochemischen Färbungen 44
3.7 Molekularbiologische Methoden 44
3.7.1 RNA-Isolation 45
3.7.2 cDNA-Synthese 45
3.7.3 Primerdesign 47
3.7.4 Primereffizienztestung 47
3.7.5 Real-time quantitative Polymerase-Kettenreaktion 48
3.7.6 Agarose-Gelelektrophorese 49
3.8 Proteinbiochemische Methoden 51
3.8.1 Proteinextraktion mit Relaxing-Lysepuffer 51
3.8.2 Proteinkonzentrationsbestimmung 52
3.8.3 Enzymgekoppelter Immunadsorptionsassay 53
3.9 Statistische Auswertung 58
4 Ergebnisse 59
4.1 Gruppeneigenschaften und hämodynamische Parameter 59
4.2 pH-Wert 60
4.3 Hämoglobin 61
4.4 Laktat 62
4.5 Elektrolyte 63
4.5.1 Natrium 63
4.5.2 Chlorid 64
4.5.3 Kalium 65
4.5.4 Calcium 66
4.6 Analysen der Genexpression 67
4.6.1 Hypoxie-induzierter Faktor 1α 67
4.6.2 Zytokine 68
4.7 Analysen der Proteinexpression 70
4.7.1 Hypoxie-induzierter Faktor 1α 70
4.7.2 Tumornekrosefaktor-α 71
4.7.3 Interleukin-1β 73
4.7.4 Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist 74
4.7.5 Interleukin-10 75
5 Diskussion 77
5.1 Interpretation der Blutgasanalyse 77
5.2 Rückschlüsse zur zerebralen Sauerstoffversorgung 81
5.3 Zerebrale inflammatorische Prozesse 83
5.4 Diskussion der Methodik 87
5.5 Limitationen 88
5.6 Schlussfolgerung und Ausblick 89
6 Zusammenfassung der Arbeit 91
7 Literaturverzeichnis 94
8 Anlagen 109
9 Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit 115
10 Lebenslauf 116
11 Danksagung 11
Vergleich verschiedener Kardioplegielösungen hinsichtlich zerebraler Effekte im tierexperimentellen Ischämie-Reperfusions-Modell
Bei herzchirurgischen Operationen mit induzierter Kardioplegie und Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann es zu Veränderungen der Hämodynamik und der Sauerstoffbedingungen sowie zu einer systemischen Inflammationsreaktion kommen. Verschiedene Organe werden davon in unterschiedlichem Ausmaß beeinflusst, wobei das Gehirn besonders empfindlich reagiert. Zu den häufigsten Komplikationen nach herzchirurgischen Operationen zählen postoperative kognitive Dysfunktionen, welche die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen können. Für die Induktion des kardialen Arrests stehen verschiedene kardioplegische Lösungen zur Verfügung.
Die Kardioplegielösungen Histidin-Tryptophan-Ketoglutarat (HTK)-Lösung nach Bretschneider (Custodiol®) und die Del Nido-Kardioplegielösung wurden hinsichtlich inflammatorischer, hypoxischer sowie hämodynamischer Effekte auf das Gehirn verglichen. In einem Ischämie-Reperfusions-Großtiermodell wurden Deutsche Landrasse-Schweine (50 - 60 kg) zu je neun Tieren in die Versuchsgruppen HTK und Del Nido randomisiert. Nach 40-minütiger Äquilibrierungsphase wurde durch Applikation der HTK- oder der Del Nido-Lösung ein 90-minütiger kardialer Arrest unter milder Hypothermie (34 °C) induziert. Im Anschluss durchliefen die Versuchsgruppen eine 120-minütige Reperfusionsphase. Während der Intervention wurden zu definierten Zeitpunkten hämodynamische Parameter dokumentiert und Blutgasanalysen durchgeführt. Nach Abschluss des Versuchs wurde das Gehirn der Tiere entnommen und entsprechend fünf sauerstoffsensibler Hirnregionen präpariert. Das entnommene Hirngewebe wurde immunhistochemisch, molekularbiologisch und proteinbiochemisch bezüglich hypoxischer und inflammatorischer Effekte untersucht.
Hinsichtlich der untersuchten hämodynamischen Parameter waren die HTK- und die Del Nido-Gruppe vergleichbar. In der HTK-Gruppe zeigte sich im Vergleich zur Del Nido-Gruppe in der Ischämiephase eine geringere Hämoglobinkonzentration. Nach Applikation der Kardioplegielösung kam es in der HTK-Gruppe zu einem Abfall der Natrium-, Chlorid- und Calciumkonzentration, wobei die Natrium- und die Chloridkonzentration unterhalb des Normbereichs lagen. Demgegenüber waren die Elektrolytkonzentrationen in der Del Nido-Gruppe konstant im physiologischen Bereich.
Hypoperfusion, Hypoxie und oxidativer Stress können im Rahmen herzchirurgischer Interventionen mit Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine auftreten. Die Expression des Hypoxie-induzierten Faktors 1α, welche bei verminderter Sauerstoffkonzentration erhöht ist, wurde auf messenger ribonucleic acid (mRNA)- und Proteinebene erfasst und war zwischen den Gruppen vergleichbar. Bei der Analyse der mRNA- und Proteinexpression pro- und antiinflammatorischer Zytokine zeigten sich lediglich Unterschiede für Interleukin (IL)-1β. Die HTK-Gruppe präsentierte sich in den Hirnregionen Lobus frontalis und Truncus encephali mit einer signifikant höheren IL-1β-mRNA-Expression. Bezüglich der mRNA-Expression von IL-1β in den Hirnregionen Cerebellum, Diencephalon und Colliculus superior sowie von Tumornekrosefaktor-α, IL-10 und IL-1-Rezeptor-Antagonist in allen untersuchten Hirnregionen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Die Proteinexpression der Zytokine war in allen untersuchten Hirnregionen zwischen den Gruppen vergleichbar.
Anhand der gewonnenen Daten kann beim Einsatz der Del Nido-Lösung im Vergleich zur HTK-Lösung von einer stabileren Hämoglobinkonzentration und Elektrolythomöostase ausgegangen werden. Daraus könnten sich im klinischen Verlauf Vorteile bezüglich des neurologischen Outcomes wie beispielsweise im Auftreten von Krampfanfällen oder postoperativem Delir ergeben. Im durchgeführten Tierversuch konnten in der Kurzzeitbetrachtung keine neurologischen Veränderungen dokumentiert werden. Unterschiede im Hinblick auf zerebrale inflammatorische Prozesse konnten ausschließlich für die IL-1β-mRNA-Expression beobachtet werden, weshalb von einem vergleichbaren Grad der zerebralen Inflammation auszugehen ist. Daher kann geschlussfolgert werden, dass die Del Nido-Kardioplegielösung hinsichtlich der zerebralen Effekte eine geeignete Alternative zur HTK-Kardioplegielösung darstellt.:I Abkürzungsverzeichnis IV
II Abbildungsverzeichnis VII
III Tabellenverzeichnis VIII
1 Einführung 1
1.1 Extrakorporale Zirkulation in der Herzchirurgie 1
1.2 Myokardprotektion 2
1.2.1 Extrakorporale Zirkulation mit Herz-Lungen-Maschine 2
1.2.2 Hypothermie 3
1.2.3 Kardioplegie 3
1.3 Kardioplegische Lösungen 5
1.3.1 Heutiger Einsatz 5
1.3.2 HTK-Lösung nach Bretschneider 6
1.3.3 Del Nido-Kardioplegielösung 7
1.3.4 Vergleich von HTK- und Del Nido-Lösung 8
1.4 Pathophysiologische Veränderungen im Rahmen extrakorporaler Zirkulation 9
1.5 Zerebrale Schäden im Rahmen extrakorporaler Zirkulation 10
1.5.1 Definition und Inzidenz 10
1.5.2 Pathophysiologie zerebraler Schäden 11
2 Aufgabenstellung und Zielsetzung 14
3 Materialien und Methoden 16
3.1 Materialien und Geräte der tierexperimentellen Interventionen 16
3.2 Materialien und Geräte der laborexperimentellen Untersuchungen 19
3.3 Studiendesign 26
3.4 Versuchstiere 27
3.5 Versuchsablauf 28
3.5.1 Abholung der Versuchstiere 29
3.5.2 Anästhesiologische Versorgung 29
3.5.3 Operationsvorbereitung und Äquilibrierungsphase 33
3.5.4 Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine und Kardioplegieeinleitung 34
3.5.5 Ischämiephase 35
3.5.6 Reperfusionsphase 36
3.5.7 Intraoperatives Monitoring 36
3.5.8 Blutspenderschweine 37
3.5.9 Gewebeprobenahme und Konservierung 37
3.6 Immunhistochemie 38
3.6.1 Probenaufbereitung 38
3.6.2 Immunhistochemische Färbungen 39
3.6.3 Anfertigung histologischer Aufnahmen 43
3.6.4 Auswertung der immunhistochemischen Färbungen 44
3.7 Molekularbiologische Methoden 44
3.7.1 RNA-Isolation 45
3.7.2 cDNA-Synthese 45
3.7.3 Primerdesign 47
3.7.4 Primereffizienztestung 47
3.7.5 Real-time quantitative Polymerase-Kettenreaktion 48
3.7.6 Agarose-Gelelektrophorese 49
3.8 Proteinbiochemische Methoden 51
3.8.1 Proteinextraktion mit Relaxing-Lysepuffer 51
3.8.2 Proteinkonzentrationsbestimmung 52
3.8.3 Enzymgekoppelter Immunadsorptionsassay 53
3.9 Statistische Auswertung 58
4 Ergebnisse 59
4.1 Gruppeneigenschaften und hämodynamische Parameter 59
4.2 pH-Wert 60
4.3 Hämoglobin 61
4.4 Laktat 62
4.5 Elektrolyte 63
4.5.1 Natrium 63
4.5.2 Chlorid 64
4.5.3 Kalium 65
4.5.4 Calcium 66
4.6 Analysen der Genexpression 67
4.6.1 Hypoxie-induzierter Faktor 1α 67
4.6.2 Zytokine 68
4.7 Analysen der Proteinexpression 70
4.7.1 Hypoxie-induzierter Faktor 1α 70
4.7.2 Tumornekrosefaktor-α 71
4.7.3 Interleukin-1β 73
4.7.4 Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist 74
4.7.5 Interleukin-10 75
5 Diskussion 77
5.1 Interpretation der Blutgasanalyse 77
5.2 Rückschlüsse zur zerebralen Sauerstoffversorgung 81
5.3 Zerebrale inflammatorische Prozesse 83
5.4 Diskussion der Methodik 87
5.5 Limitationen 88
5.6 Schlussfolgerung und Ausblick 89
6 Zusammenfassung der Arbeit 91
7 Literaturverzeichnis 94
8 Anlagen 109
9 Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit 115
10 Lebenslauf 116
11 Danksagung 11
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts
We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued
use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation
counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more
sophisticated methods
koamabayili/VECTRON-author-checklist: VECTRON author checklist
We have done our best to complete the author checklist relating to the use of animals in the hut study. Note that the objective for the hut study was to evaluate the IRS treatment applications for residual efficacy against Anopheles mosquitoes, including the local An. coluzzii mosquito population. Cows were only used to attract mosquitoes into the huts and no tests were carried out directly on the cows. The author checklist is intended for use with studies where experiments are carried out on animals, which is why we have had such difficulty in completing this for the hut study, as many of the questions do not relate to how the cows were used
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