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Introduction : from railway juncture to portal of globalization : making globalization work in African and South Asian railway towns
Die Beiträge in diesem Heft erörtern die Herstellung und Gestaltung globaler Verbundenheit in fünf Eisenbahnstädten in Afrika und Südasien. Sie zeigen, wie lokale Akteure die jeweiligen historischen Umstände vor Ort mit dem von der Eisenbahn bereitgestellten Potential zusammenbringen, und wie sie damit die lokale Organisation von Raum und die globale Einbindung des jeweiligen Ortes neu bestimmen. Damit können die Autorinnen und Autoren zum einen herausarbeiten, dass die globale Bedeutung der Eisenbahn nicht nur die Folge einer Verbreitungsgeschichte ist, sondern dass die verfügbare Technologie oder anwesende Infrastruktur der Eisenbahn für lokale Zwecke verwendet wurde, wodurch die ortsspezifische Ausprägung von Globalisierungsprozessen verdeutlicht wird. Zum anderen stellen sie heraus, dass das Konzept ,Portale der Globalisierung' (Middell und Naumann) für die empirische Erforschung lokaler Steuerung globaler Integration produktiv gemacht werden kann, und dies auch über die üblicherweise behandelten globalen Zentren und Eliten hinaus
The Belgian base at Kigoma's Railhead (1920s–1930s) : territorial ambivalence in an inland Indian Ocean port
Das Stadtgebiet um Kigoma dient seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Drehscheibe zwischen der Region um den Tanganjikasee und dem Indischen Ozean. Obwohl es seither insgesamt an globaler Bedeutung verloren hat, haben die von den Deutschen gebaute Eisenbahn zwischen Dar es Salaam und Kigoma und der belgische Konzessionshafen am Kopfbahnhof Kigomas in den Jahren bis 1930 einen kurzzeitigen Aufschwung bewirkt. Kigoma als mit dem Indischen Ozean verbundener Inlandshafen stellte die kürzeste Verbindung zwischen der mineralreichen Region Katanga und dem Weltmarkt dar. Im Rahmen eines belgisch-britischen Abkommens nach dem Ersten Weltkrieg wurde diese Verbindung unter belgische Führung gestellt.
Dieser Artikel argumentiert, dass der kurzlebige Erfolg von Kigoma um 1930 durch Pragmatismus ermöglicht wurde. Statt auf formalen Rechten zu beharren, haben alle Beteiligten vor Ort einen reibungslosen Betrieb des Hafens bevorzugt. Sobald das Ausmaß der belgischen extraterritorialen Rechte und die Eingrenzungen der britischen Souveränität aber klar wurden, verlor der Hafen wieder an globaler Bedeutung
'My slave sold all of Kigoma': power relations, property rights and the historian's quest for understanding
A city constructed by 'des gens d’ailleurs' : urban development and migration policies in colonial Lubumbashi, 1910-1930
Die Gründung der Stadt Lubumbashi (damals Elisabethville) kann als geopolitischer Akt der belgischen Regierung verstanden werden, um ihren Anspruch auf ein mineralreiches Gebiet zu sichern und den britischen Einfluss aus dem Süden zurückzudrängen. Doch die erste und bis zum Ende der 920er Jahre einzige Eisenbahn, die Lubumbashi mit der Außenwelt verbunden hat, blieb weiterhin ein wichtiger Vektor für den Zustrom von Waren, Menschen, Ideen und Praktiken aus dem Süden. Dieser Artikel kartiert die Siedlungsmuster der ‚second rate whites‘ (Griechen, Juden …) im europäischen Stadtzentrum auf Grundlage der Grundbucharchive und zeigt so, wie die ‚gens d‘ailleurs‘ (Menschen von anderswo) auf Rassenkonzepten beruhende Trennungen von Bevölkerungsgruppen in Lubumbashi verwischt haben. Obwohl die Kolonialbehörden räumliche Strategien entwickelt hatten, um den Zustrom von Zuwanderern zu kontrollieren, um ihre Siedlungsgewohnheiten zu kanalisieren und die Interaktion zwischen segregierten Gruppen einzudämmen, trugen diese Mittelgruppen dazu bei, Lubumbashi als ‚weltoffene‘ Stadt auszuprägen
Kigoma-Ujiji, a Global History of a Liminal Town since the Mid-Nineteenth Century
The publication of this work was supported by the Open Access Publication Fund of Humboldt-Universität zu Berlin.Drawing on a wide range of archives, historical publications, oral history, graphic, audiovisual and web sources, Geert Castryck presents Kigoma-Ujiji as both shaping and being shaped by global transformations. On the surface, the book offers almost two centuries of urban history on Lake Tanganyika in western Tanzania, close to the Burundian and Congolese borders, in a place that has been a transport hub throughout that time. Beneath the surface, it is also about major transformations on a global scale, and about people dealing with and coping with these global challenges far from the supposed global powerhouses. Urbanization and infrastructure, colonization and decolonization, liberalization and democratization, war refugees, world heritage and translocal identities are the entry points for interpreting transformations that are local and global at the same time. The author uses the analytical categories of "liminal space" and "portal of globalization" to link the marginality and uncertainty that characterize the successive transformations in Kigoma-Ujiji with the urban resilience and creativity used to manage these transformations
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